Dienstag, 24. Dezember 2013

Universität Tübingen zeichnet Rede des Jahres 2013 aus

Thema: Wider das Duckmäusertum
Gregor Gysis Wut-Rede gegen Merkel als „Rede des Jahres“ ausgezeichnet

Die Wutrede von Gregor Gysi gegen die Bundesregierung wegen der höchst brüchigen Wertegemeinschaft Deutschlands mit den USA wurde von der Universität Tübingen als Rede des Jahres 2013 ausgezeichnet. Die Rhetorik-Fachleute loben Gysis argumentative Kraft und sein sichtliches Engagement.


Die Rede des Jahres 2013 - Gregor Gysi
 
Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Eberhard Karls Universität Tübingen hat Gregor Gysis Bundestagsrede zum NSA-Skandal vom 18. November zur Rede des Jahres 2013 gewählt. Das Institut zeichnet damit ein engagiertes Plädoyer für eine konsequente Aufarbeitung des NSA-Skandals aus. Mit anschaulichen Worten und großer argumentativer Kraft durchleuchtet Gysi die Spähaffäre und das Verhalten der Bundesregierung, fordert eine deutsch-amerikanische Freundschaft auf Augenhöhe und den Friedensnobelpreis für Edward Snowden.

Die Begründung der Universität:

In einer Zeit, in der die Bundesregierung die Dimension der NSA-Affäre klein zu reden versuchte, waren es vor allem Hans-Christian Ströbele und Gregor Gysi, die in der Sondersitzung des Bundestages in engagierten Reden ihre deutlich andere Sicht der Dinge zur Geltung gebracht haben. Sie sind der Politik der Regierung offensiv und mutig entgegengetreten. Gysi zieht dabei alle Register seiner Rhetorik: Gleich zu Beginn fordert er „Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung“, immer wieder stellt er bohrende Fragen an Kanzlerin und Innenminister und sorgt mit seinem Vorschlag, Edward Snowden den Friedensnobelpreis zu verleihen, für einen internationalen Widerhall seiner Worte. Dabei variiert Gysi zwischen scharfen Angriffen, beißender Polemik gegen das bisherige Krisenmanagement, aber auch nachdenklichen Passagen und logisch bestechenden Überlegungen über die Rolle der deutschen Geheimdienste. Wie es Gysis Art ist, die ihn zu einem der großen Redner des Bundestags macht, bricht er komplizierte technische und juristische Sachverhalte auf eine anschauliche Ebene herunter, reduziert Komplexität, um Verständlichkeit zu erreichen.

Gysis Vortrag überzeugt durch den Wechsel von Tonlage und Tempo. Mal unbequem und hartnäckig nachfragend, mal ruhig analytisch, dann polemisch und bestimmt, beherrscht Gregor Gysi die Klaviatur der Ausdrucksmöglichkeiten wie kaum ein anderer politischer Redner unserer Zeit. Auf diese Weise ist er schon vor der neu gebildeten großen Koalition zu der Stimme der Opposition geworden. Seine Reden finden große Aufmerksamkeit in den traditionellen Massenmedien, aber auch auf YouTube, Facebook und bei Twitter, auch weil er das deutliche Wort nicht scheut, mit Blick auf die NSA-Affäre etwa von „Duckmäusertum“ spricht, mehr „Mumm“ auf Seiten der Kanzlerin fordert, dem damaligen Innenminister Hans-Peter Friedrich vorwirft, er habe sich „einlullen“ lassen.

Vor allem aber zeichnet den Redner Gysi Spontaneität aus – auf der Talkshowbühne genauso wie im Bundestag. So können Merkel, Friedrich und andere auch deshalb den Angriffen Gysis kaum entkommen, weil er sie direkt anspricht, spontan auf sie reagiert und Zwischenrufe souverän pariert. Er nimmt das unmittelbar vorhergegangene Wort von der „Wertegemeinschaft“, die uns mit den USA verbinde, in seiner Rede gekonnt auf. Er fragt nach und analysiert, was „Wertegemeinschaft“ und „Freundschaft“ eigentlich bedeuten. Ein guter Redner muss auch ein guter Zuhörer sein, auf den Kontext reagieren, so wie Gysi das nicht nur in seiner Rede zur NSA-Affäre vorführt.

Gysi liefert alles in allem ein vorbildliches Beispiel einer Oppositionsrede, die sich eben nicht zufrieden gibt mit den Aussagen der Regierung, sondern kritisch nachfragt und auf den Punkt kommt. So bleibt Gysi nicht bei der tagespolitisch aktuellen NSA-Affäre stehen, sondern nutzt das Thema, um über die deutsch-amerikanische Freundschaft und die deutsche Souveränität auch grundsätzlich nachzudenken. Dieser Blick über das tagesaktuelle Geschehen hinaus ist selten geworden in unserer Zeit. Es zeichnet Gysis Rede daher in besonderem Maße aus, dass sie ein Ideal von Freundschaft und Souveränität den tagespolitischen Entwicklungen entgegen­hält, über die Auseinandersetzung mit der Gegenwart die Zukunft nicht aus den Augen verliert.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


» der Kommentar des Blogschreibers «

Geniale Rede - beschämend für sämtliche Regierungsdarsteller - keiner von denen ist in der Lage ihn auch nur annähernd zu kontern.

Gut das die beiden Witzbolde Friedrich und Pofalla, zumindest auf ihren alten Posten, Deutschland nicht mehr blamieren können.
Was den Vorschlag des Friedensnobelpreises betrifft:
Wenn schon ein Präsident, der gottgleich über das Leben seiner Feinde entscheidet und sie ferngesteuert umbringen lässt und dabei den Tod von unschuldigen Zivilisten billigend in Kauf nimmt, den Friedensnobelpreis bekommt, dann hat ihn Snowden schon lange verdient.
Nur durch seine Hilfe erfuhr die ganzen Welt von der Falschheit dieses Präsidenten und der Hinterhältigkeit seiner Geheimdienste.


Gleichzeitig wurde uns die Hilflosigkeit und das Duckmäusertum der mächtigsten Frau der Welt und ihres gesamten Regierungsdarsteller-Ensembles offenbart, wie sie versucht haben alles klein zu reden und dabei auch noch von ihren transatlantischen Freunden vorgeführt wurden. 

Man kann nicht stolz sein auf so eine Regierung, man kann sich nur fremdschämen.
 

Toll wie Gysi das alles auf den Punkt gebracht hat.

Kommentare

drej89 sagt:
es ist so eine unverschämtheit wie die merkel die ganze rede lang nur in ihren papieren rumkramt und nicht mal den kopf hebt…

großen respekt vor gysi, dass er die wichtigen dinge geradeaus anspricht… er hat mit allem recht … schade, dass der prof dr lucke & co nicht in den bundestag gekommen sind – die hätten da auch ordentlich dampf gemacht …

Bloody Mary sagt:
“Politisch Lied, ein garstig Lied!” Ich bin 81 und habe schon viele Politiker kommen und gehen gesehen. Auch im 2. Weltkrieg. Es war kein anständiger dabei. Wer Rückgrat und Mumm hat, wird kein Politiker.
Frohes Fest und alles Gute für 2014. Erwarten Sie sich bloß keine wahrhaftigen Politiker.

Gerd sagt:
Ausgezeichnete Rede!
Ausgezeichnetes Fachwissen!
Ich ziehe meinen Hut vor Herrn Gysi!
Alle meine vor der Bundestagswahl gestellten Fragen bezüglich der uneingeschränkten Souveränität Deutschlands wurden weder von der CDU noch der FDP als auch den Grünen beantwortet. Die SPD hatte hierzu nur drumrumgeredet und ist nicht auf die Antworten eingegangen. Nachdem ich explizit die Antworten auf die Fragen einforderte wurde mir geantwortet, man möchte daraufhin nicht mehr eingehen, es sei hierzu nichts zu sagen.
Das sagt alles !
Herr Gysi ! Hervorragend ! Es muss endlich Antworten geben ! Es muss endlich ein klarer Friedensvertrag gemacht werden. Und es muss von den Besatzern und Befreiern hierzu endlich ein klares uneingeschränktes Bekenntnis geben, für die uneingeschränkte vollständige Souveränität Deutschlands . Hier ist auch sehr wichtig dass diese Freiheit , das Grundrecht der Deutschen, nicht wieder von Eurokraten beschnitten und eingeschränkt wird.
Freiheit ist ein Grundrecht eines Volkes!

Neuer Mitläufer sagt:
Gysi hat zwar im Kern recht, jedoch sollte man als politisch aktiv engagierter Bürger zusehen, dass man bei den herrschenden Parteien ebenfalls sein Auskommen findet und damit alles abnickt und überall zustimmt, damit man sich selbst mit einer netten Summe Zusatzgeldern und -posten versorgen kann.

2010 trat ich in die Linke ein, machte Kommunal- und etwas Landespolitik für eine bessere Gesellschaft weg von den satten anderen Parteien, die nur für Großkonzerne und Banken sowie ihre eigenen Taschen Politik machten und machen.

Jetzt nach drei Jahren gilt ein unumstößliches Fazit: Der deutsche Bürger in seiner Gesamtheit ist nicht daran interessiert, das sich etwas ändert. Es soll alles so bleiben wie es ist, auch, wenn man Gysi und Co. in den Reden recht gibt, wählen kann man Gysi und Co. (Die Linke) nicht, da es böse Kommunisten sind, die alles zerstören wollen. das ist das herrschende Bild im Kopf des deutschen Michels.

Alsdann wird bei den entscheidenen Wahlen wieder altbekannt und rückwärtsgewandt gewählt
(CDU, SPD, Grüne, FDP), während sich nach der Wahl abermals lautstark beschwert wird, dass die Parteien machen, was sie wollen, das alles schlecht ist und so kann es nicht weitergehen.
Schlagen sie dem maulenden Bürger mal vor, er/sie solle doch mal mit einem Wahlkreuz was ändern…
„Keine Experimente. Es soll alles so bleiben, wie es ist.”

Also machte ich resigniert und enttäuscht vom deutschen Michl meinen Schwenk zur SPD und lache mich nun mit den anderen Genossen da kaputt, wie einfach der deutsche Bürger zu „verarschen” ist. Und das Legislaturperiode für Legislaturperiode, obwohl er ständig über die Politik rummault – einfach paradox. Nichts mehr als ein glücklicher Sklave, der sich zwar über den knallenden Peitschenhieb auf seinem Rücken beschwert, aber nicht ohne ihm leben kann, weil seine Ausbeutung zu seinem Leben dazugehört. Das ist der deutsche Michl im Jahr 2013.

Jetzt wisst ihr auch, warum sich nichts ändert. Es liegt an euch. Wenn ihr euch ganz unten nicht bewegt, dann werden sich die Politiker/Banken/Großkonzerne auch nicht bewegen, sondern zu recht weiterhin schön alles abgreifen, was ihr mühsam erarbeitet.

Die glückliche Kuh wird weiter gemolken.

Franz sagt:
Schliesse mich voll und ganz an. Die beste Rede seit Jahrzehnten sogar.

H.Gysi ist ein Vollblutpolitiker, ehrlich, WAHRHEITSPRECHEND!!! kontra der nicht mehr ertragbaren VERLOGENHEIT. Ebenso Frau Wagenknecht.

SOLCHE POLITIKER braucht Deutschland und den Rest wenn es nach mir geht in die Wüste. Das Mass des Erträglichen ist für mich weit überschritten.

Bis heute lässt mich der Gedanke nicht mehr los: unsere Regierung ist in Wahrheit nicht unsere Regierung, nie gewesen. Sie Alle haben seit Jahrzehnten nur so getan. Und genau darum ist es wie es ist: UNERTRÄGLICH

von Espenfeld sagt:
Gysi hat in allen Punkten recht.

Es muß aber ergänzt werden, auch frühere Regierungen haben den recht – und willenlosen Dackel gegenüber den USA gespielt. Egal ob SPD – oder CDU -geführte Regierungen.

Überhaupt: Alle US – und GB-Stützpunkte gehören geschlossen, nicht nur weil sie Spionagestützpunkte sind, wir brauchen diese Militaristen und Spionageorganisationen mit ihren Atomwaffen nicht mehr im Land.

Die Russen sind schon lange aus Mitteldeutschland abgezogen, die sogenannten Westallierten aber noch da.- Warum wohl ?

Weil sie Deutschland weiter ausspionieren und im Zeifelsfall militärisch knechten wollen.

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