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Montag, 3. November 2014

Ukraine: praktisch insolvent

Thema: Ukraine
Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten
Praktisch insolvent:
Bürger der Ukraine müssen mit harten Einschnitten rechnen


Als Folge des Gas-Deals muss die Ukraine neue Schulden machen. Die Bevölkerung des Landes wird unter Austeritäts-Programmen und Privatisierungen zu leiden haben. Putins Strategie ist aufgegangen: Gazprom kann 3,1 Milliarden Dollar von einem ganz und gar zahlungsunfähigen Schuldner eintreiben. Der Deal wird die Plünderung der Ukraine beschleunigen: Schulden-Krise führen immer zu hohen Profiten für einige Oligarchen und zu schweren Entbehrungen der ausgebeuteten Völker.


Na ob das überraschend ist, was den Ukrainern von José Manuel Barroso als Abschiedsgeschenk beschert wird? Für die Ukrainer wohl schon.
Gazprom bekommt 3,1 Mrd Dollar für bereits geliefertes Gas und wenn Kiew noch Gas haben will dürfen sie auch zahlen - per Vorkasse.

Es wird eng für "Jaz" Jazeniuk, der vor einigen Wochen noch geplant hatte, auch die Bankschulden nicht zu bezahlen.
Waffen wollte er kaufen, eine 2000 km lange Mauer wollte er zwischen der Ukraine und Russland bauen. Zahlen sollten das alles, und nicht nur die Gasschulden, die europäischen Steuerzahler.

So langsam werden die Ukrainer merken, wen sie sich mit der EU und dem IWF ins Haus geholt haben. Die Banken werden versuchen an Sicherheiten zu kommen. Aber auch andere Gläubiger, wie George Soros, der nicht zum erstenmal Kredite für die Ukraine fordert, haben Interresse an Immobilien, Land oder Rohstoffen.

Im nächsten Frühjahr werden wir wissen, welche sozialen Folgen der Deal von Brüssel für die Menschen in Europa zur Folge haben wird. Ein Ausverkauf der Ukraine war bestimmt nicht das Ziel als sie für den Anschluss an die EU demonstriert haben. Auch nicht, dass nur die Leute ausgewechselt werden, die sich die Taschen auf Kosten der Allgemeinheit füllen.
Eine total US-hörige Regierung für die Ukraine bedeutet genauso deren finanzieller Ruin wie für die gesamte EU.
Lesen Sie den ganzen Artikel hier (Deutsche Wirtschafts Nachrichten)

Kommentare

werner sagt:
Die UK ist jetzt offiziell zahlungsunfähig- oder auch besser insolvent. Was bewegt unsere glorreiche Regierung, diesem ukrainischen Pleitestaat, der nicht einmal zur EU gehört, weiterhin Hilfen jeglicher Art wie vor allem deutsches Steuergeld in den Rachen zu werfen. Was um Himmels Willen bewegt die Merkel zu solchen unseriösem und skandalösen Verhalten ? Ist es doch so, das die US-Amerikaner unsere “tolle Regierung” erpressen und denen Anweisungen jeglicher Art zukommen lassen ?
Wenn dem so ist, muss die Merkelregierung zurücktreten – sofort.

Alex sagt:
“Praktisch insolvent: Bürger der Ukraine müssen mit harten Einschnitten rechnen”
Ja nee, ist klar! Deshalb gab es zahlreiche ukrainische Urlauber in Südeuropa – die EUro Länder sind wahrlich kein Schnäppchen.
Die Ukraine interessiert mich nicht. Ich verstehe nur nicht warum die deutsche Steuerzahler enteignet werden und für die Gasrechnungen der Ukrainer aufkommen müssen und nicht die ukrainische Oligarchen die 3,1 Milliarden Dollar zahlen?

Jürgen Kriete sagt:
“Praktisch insolvent” ist Berlin bereits seit Jahren. Jeder Unternehmer wäre als Chef von Berlin längst von der Staatsanwaltschaft getrieben real inhaftiert und massiv bestraft worden.
Die Ukraine ist nicht “pleite und sexy” wie Berlin, sondern “pleite und rechtsradikal”. Trotzdem muss sich die Sache anscheinend lohnen für den Westen.
Was sind schon 20 oder 30 Milliarden für die EU – Peanuts, nicht wahr? Geld ist mittlerweile relativ. Fehlt was, wird´s halt was gedruckt.
Da ist die EU mittlerweile tiefenentspannt.

egon sunsamu sagt:
Die braven Bürger der Ukraine haben ganz sicher Monat für Monat ihre Gasrechnungen bezahlt. Quizfrage: Wo ist das Geld geblieben? Die Meisten von uns haben sicher treffende Tipps auch ohne Fifty-Fifty oder Telefonjoker…

Ben sagt:
Nun, N24 würde ich auch nicht unbedingt trauen. Die tuten doch unkritisch ins gleiche Horn wie alle. Mich würde eigentlich mal vielmehr interessieren, womit die USA die EU erpresst haben, diesen ganzen Zauber mitzumachen. Und wie es generell um die echte Souveränität eines EU-Staates bestellt ist, wenn dritte Mächte derart unverfroren Regierungen gegen die Interessen ihrer Völker manipulieren können.
Denn mit den gleichen Argumenten und Methoden könnte die EU in jeden! Konflikt hineingezogen werden. Es scheint hier u.a. auch darum zu gehen, das ohnehin fragwürdige Konstrukt “EU” zu schwächen.

ein Kopfwerker sagt:
SAG MIR WO DIE MONETEN SIND… WOOO SIND SIE GEBLIEHIEBEN?
so, so … 3,1 Mrd.Dollar für Gas.
Beiläufige Frage: “Wo sind eigentlich die Moneten gelandet, die durch den Waffenverkauf der Ukraine erzielt wurden; nach der “Erlösung” von Russland?” Die Rede war von 31 Mrd. Dollar. Ich fass’ es nicht.

Immerhin, das Gold der Ukraine wurde ja schon in Sicherheit gebracht. Liebe Ukrainer, was genau läuft hier wirklich für ein Deal?

SAPERE AUDE

Ceillia sagt:
Die Menschen in der Ukraine sind arm. Ähnlich wie in Griechenland wird dem Land Ukraine ein turbokapitalistisches System von heute auf morgen aufgepresst. Wie schon andere Forenteilnehmer sagten, ein Land wird geplündert . Gut erinnerlich ist auch die alte DDR, die durch die sog. Treuhand über den Tisch gezogen wurde. Was soll das? Wieso schaut der Bundesbürger ohne Aufschrei zu, im Angesicht, wie erneut arme, normale, unpolitische Menschen bis auf die Knochen ausgezogen werden.


Mittwoch, 5. März 2014

Ukraine: Deutsche Steuerzahler sollen offene Rechnungen bei Gazprom bezahlen

vorab: Deutscher Bundestag
Petitionsausschuss

Petition 48994 - Kein Transatlantisches Freihandelsabkommen
noch bis zum 11. März mitzeichnen (hier klicken)


Thema: Bailout für Energie-Konzern

Deutschland und die EU planen offenbar, Steuergelder zum russischen Gazprom-Konzern umzuleiten: Ein Regierungssprecher sagte, der Westen könne die offenen Gasrechnungen der Ukraine bei Gazprom übernehmen. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder berät den Konzern, der jedes Jahr Milliarden-Gewinne einfährt. Ein Bailout für Gazprom wäre ein politischer Skandal erster Güte.

Es gibt in jeder Krise auch Gewinner: Gerhard Schröder mit dem CEO von Gazprom, Alexei Miller und dem russischen Bürokraten Sergei Ivanow. (Foto: dpa)
Westliche Länder haben nach Angaben der Bundesregierung der Ukraine Hilfe bei ihrer offenen Gasrechnung gegenüber dem russischen Gazprom-Konzern in Aussicht gestellt. Deutschland und seinen Partnern sei es jetzt wichtig, der Ukraine bei ihren finanziellen Problemen zu helfen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin angesichts des zugespitzten Konflikts zwischen der Ukraine und Russland. Konkret werde es noch im März um die Begleichung einer Gasrechnung gegenüber Gazprom gehen. Darüber sollten in der nächsten Woche Gespräche geführt werden.

Nach einer Meldung der russischen Agentur Interfax hat die Ukraine die Schulden bei Gazprom für Gas auf zwei Milliarden Dollar beziffert. Gazprom hatte am Montag mitgeteilt, man prüfe eine Erhöhung des Gaspreises für die Ukraine nach dem ersten Quartal.

Ein “Bailout” für Gazprom wäre ein politischer Skandal erster Güte. Es ist dasselbe Problem wie den “Banken-Rettungen”. Die Staaten leben über ihre Verhältnisse mit Hilfe von Staatsschulden. Wie Herr Janukowitsch mit dem Geld verwendet hat, konnte man ja vor einigen Tagen sehen (hier). Wenn sie die Rechnungen nicht mehr bezahlen können, wird der Steuerzahler zur Kasse gebeten. Politiker suchen immer nach einer Möglichkeit zum “Bailout”. Denn der “Bail-In”, dass also die Gläubiger für das Risiko, das sie eingehen, auch haften, ist schwieriger umzusetzen. Vom Steuerzahler können die Politiker Zwangsabgaben erheben. Gegenüber der Finanzindustrie müssen sich die verschuldeten Regierungen artig verhalten – weil ihnen sonst die Banken die Kredite streichen.

Dass jedoch der deutsche und europäische Steuerzahler nun die offenen Rechnungen der Ukraine bei Gazprom bezahlen soll, ist absurd. Gazprom, das vom ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder beraten wird, ist ein Milliarden-Unternehmen: Im dritten Quartal 2013 meldete das Unternehmen einen Gewinn von 8,1 Milliarden Dollar. Die Russen können der Ukraine nach Belieben das Messer ansetzen, wenn die EU sich auf einmal bereit erklärt, die offenen Rechnungen von Janukowitsch zu bezahlen.

Der amtierende Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist einer der engsten Vertrauten von Gerhard Schröder.

Noch vor wenigen Monaten war die EU mit Gazprom wegen der hohen Energiepreise im Clinch gelegen.

Es ist unklar, welchen “Deal” Merkel und Barroso hinter den Kulissen verhandeln. Offenbar stehen die EU-Verhandler einer ziemlich heftigen Erpressung der Russen wehrlos gegenüber. Gazprom hatte, so Forbes, vor einigen Tagen angekündigt, die Gas-Preise für die Ukraine drastisch anheben zu wollen. Ein solcher Schritt hätte die unmittelbare Staatspleite zur Folge.

Diese Erpressung zeigt, wie gefährlich es in der aktuellen Situation ist, der Ukraine Kredite zu gewähren. Denn im Fall einer Staatspleite wäre auch das Gelder deutschen Steuerzahler weg.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Leider sagt:
Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Dieser Spruch hat auch heute noch absolute Gültigkeit. Deutschland rettet die Welt – oder wie stellen sich unsere “superintelligenten” Politiker das vor? Wieso sollten wir bereit sein, auch noch für die Ukraine zu bezahlen?

Ich bin nicht mal bereit, für Griechenland und die sonstigen PFIIGS zu bezahlen!
Wieso auch?

Kein Land haftet für ein anderes – so sagte man uns. Dieser EUro ist eine Schweinerei an jeder beteiligten Bevölkerung in jedem EUro-Land. Diese NWO, welche die Politiker installieren wollen, verarmt uns alle!

Eines ist sicher: meine Familie und ich werden bei den nächsten Wahlen der Alternative für Deutschland unsere Stimmen geben.

Diese Enteignungspropaganda, permanent zum Wohle fremder Staaten, Banken und Firmen widert mich an.

Wer Risiko eingeht, muss auch dafür bezahlen! D.h. nichts anderes, als das die Gläubiger in der Pflicht sind. Zur Not muss man auch mal, wie in Island, Banken pleite gehen lassen. Die Italiener drucken ihre Euros selbst, die Irländer auch. Also lasst endlich die Banken pleite gehen und druckt Euros um die Sparer zu entschädigen.

Aber lasst unser Vermögen in Ruhe. Die Anwandlungen des DIW, IWF oder der Boston Consulting Group führen nur dazu, dass die Superreichen ihr Vermögen verlagern und wir Mittelständler für die Fehler aller haften sollen.

Ich kann gar nicht schreiben, wie mich diese Politik anekelt!

Brigitta sagt:
Weiss jemand, was mit den in Genf eingefrorenen Geldern auf Schweizer Konten passiert? Und was passiert mit dem blühenden Geschäft der Geldwäsche in Genf (Rohstoffhandel) des Sohns von Janukowitsch, welches ebenfalls in Genf ansässig ist?
Die Familie Janukowitsch hat in den letzten paar Jahren Milliarden gescheffelt. Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass jetzt Steuerzahler aus D die unbezahlten Rechnungen der Ukraine bei Gazprom bezahlen.
Bitte teile mir jemand mit, ob es sich hier um eine Zeitungs-Ente handelt.

Sammy sagt:
Schau Dir das Milliardenvermögen von Yulia Tymoshenko an, die diese ausser Landes gebracht hat (von 0 auf 45 Milliarden US-$). Diese Transaktionen auf ausländische Konten sind gerichtsfest, deswegen wurde sie in der Ukraine auch zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Dass jetzt exakt das Janukowitsch unterstellt wird, wundert nicht. Aber ist es auch bewiesen? Nicht dass ich den Typen sonderlich mögen würde, aber meines Wissens konnte ihm bislang nichts nachgewiesen werden.

Das beste Indiz, dass es sich bei der von Dir zitierten Information um Desinformation handelt ist die Tatsache, dass die Schweiz zwar “Konten ukrainischer Politiker” einfrieren wollte, aber keines von Janukowitsch gefunden werden konnte. Na so ein Pech aber auch! Das stört die westliche Propagandamaschine ungemein.


Dienstag, 22. Oktober 2013

Europa am Scheideweg: Merkel will mehr Kompetenzen für Brüssel

Thema: Eurovisionen
 
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Brüssel vorgeschlagen, dass die EU-Kommission eine zentrale Rolle in der Haushalts-Politik der Nationalstaaten erhalten soll. Die SPD scheint diesem Plan zugestimmt zu haben und will, dass Martin Schulz als Kommissions-Präsident Deutschland in einer neuen EU vertritt. Das Konzept ist riskant: Es kann die EU in ihrer bisherigen Form zerstören. Vielleicht ist genau das der Plan von Merkel.


Angela Merkel überrascht die EU mit einem neuen Plan: Herman Van Rompuy (rechts) sollte genau lesen, was die Kanzlerin ihm da vorlegt. Es könnte ein sehr dialektisches Papier sein. (Foto: consilium)

In den Koalitions-Verhandlungen war bisher von EU-Themen nicht die Rede. SPD und Union haben sich auf einen Mindestlohn verständigt, die weiteren Themen sind Renten, Gleichstellung und Zuwanderung. Zu Europa-Politik findet sich im SPD-Positionspapier eine bemerkenswert weichgespülte Formulierung:

    „Wir wollen Wachstum und Beschäftigung in Europa sichern und stärken. Dies wird nur gelingen, wenn alle Staaten der EU und besonders innerhalb der Eurozone eine nachhaltige Wachstumsstrategie mit einer nachhaltigen Finanzpolitik verbinden. Den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit auf europäischer Ebene werden wir verstärken. Wir wollen die EU handlungsfähiger machen und ihre Strukturen durch Demokratisierung stärken. Wir brauchen in Deutschland und in der EU verbindliche und restriktive Regeln für den Rüstungsexport und neue Initiativen bei der Rüstungskontroll- und Abrüstungspolitik.“

Während sich die SPD also um die momentan nicht besonders drängende Abrüstungspolitik Sorgen macht, wird die wirklich entscheidende Frage der Europa-Politik, wie nämlich die massive Schuldenlast abgebaut wird, nicht einmal im Ansatz erwähnt.

Die Forderung nach einer „nachhaltigen Wachstumsstrategie und einer nachhaltigen Finanzpolitik“ findet sich erstaunlicher Weise anderswo wieder: Der Spiegel berichtet, dass Angela Merkel mehr Kompetenzen an die EU-Kommission abgeben will. Merkel soll darüber bereits mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy gesprochen haben. Das Ziel seien „gemeinschaftliche Regelungen über die Kontrolle der nationalen Haushalts- und Wirtschaftspolitik.“ Die EU-Kommission soll das das Recht erhalten, „mit jedem Euro-Staat eine Art Vertrag für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Haushaltsdisziplin abzuschließen.“ Im Gegenzug soll die EU-Kommission in die Lage versetzt werden, europäische Steuergelder umzuverteilen.

Es ist anzunehmen, dass Merkel diesen Plan mit SPD-Chef Sigmar Gabriel abgesprochen hat. Die Welt berichtet, dass die SPD – offenbar als Gegengeschäft für ihre Zustimmung – den Posten des EU-Kommissars für sich beansprucht. Der CDU-Mann Günther Oettinger soll durch den SPD-Mann Martin Schulz ersetzt werden. Schulz ist derzeit Präsident des EU-Parlaments und sieht sich als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von José Manuel Barroso.
 
Die Vorschläge fallen in eine Phase des Interregnums in Brüssel: Barroso und Van Rompuy treten demnächst ab. Die beiden dürften die Vorschläge Merkels daher mit einiger Lockerheit zur Kenntnis nehmen: Sie werden mit der Entwicklung der EU in absehbarer Zeit nichts mehr zu tun haben.
 
Der wirklich riskante Punkt bei Merkels Vorschlag ist jedoch, dass diese weitreichende Neuordnung eine Änderung der EU-Verträge bedeutet. Die Änderungen sollen, die der Spiegel schreibt, ins „Protokoll 14“ der Verträge einfließen. Merkel soll demnach auch einen hauptamtlichen Euro-Gruppenführer fordern, der dann als europäischer Finanzminister Kontrolle und Verteilung übernimmt.
 
Es ist kaum vorstellbar, dass Großbritannien und Frankreich einer so weitreichenden Beschneidung ihrer nationalen Souveränität zustimmen werden. Denn die Verteilung von europäischen Steuergeldern über Brüssel bedeutet letztlich die Auflösung der Budget-Hoheit der einzelnen Staaten. Das ist für Frankreich inakzeptabel. Die Franzosen sind durch die jüngsten Wahlerfolge von Marine Le Pen aufgeschreckt, die einen radikalen Anti-Euro-Kurs fährt (mehr hier).
 
In Großbritannien warten die Euro-Skeptiker nur auf eine Gelegenheit, die Verträge aufzuschnüren: Ihnen geht es um die Rückführung nationaler Kompetenzen aus Brüssel. David Cameron will ein Referendum über die Rolle der EU in Großbritannien abhalten – ganz sicher nicht mit der Absicht, Brüssel mehr Kompetenzen zuzugestehen.
 
Die Entwicklung zeigt, dass die Teilung der EU in Euro-Staaten und Nicht-Euro-Staaten auf einen unlösbaren Konflikt zusteuert: Die Nicht-Euro-Staaten haben ihre Währungen behalten, weil sie eine Trennung von Währung und Wirtschaftspolitik für unsinnig halten.
 
Merkel will, dass es zwischen der EU und notleidenden Staaten zu strengen Verträgen kommt, in denen alles auf den Tisch soll und kontrolliert werden kann. Das ist unrealistisch: Schon jetzt haben sich alle Verträge als reine Theorie erwiesen. Zuletzt wurde der vor einem Jahr als Wunderwaffe angepriesene Fiskalpakt bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht. Alle anderen Verträge wurden bisher von den verschiedenen Staaten, einschließlich Deutschlands und Frankreichs, pausenlos gebrochen.
 
Was bezweckt Merkel also mit diesem Vorschlag wirklich?
 
Es ist nicht auszuschließen, dass Merkel mit ihrem Vorstoß auf eine Aufspaltung der EU hinarbeitet. Die EU könnte dann in drei Teile zerfallen: Großbritannien, die Nord-Staaten und die Süd-Staaten. Denn diese werden einer permanenten Unterwerfung unter einen nicht gewählten europäischen Super-Finanzminister nicht zustimmen.
 
Spanien war es zuletzt gelungen, seine Banken aus den Geldern der europäischen Rettungsfonds retten zu lassen, ohne dass die gefürchtete Troika einmarschiert wäre. In Rom sind am Samstag Zehntausende auf die Straße gegangen, um gegen weitere Sparmaßnahmen zu protestieren. In Portugal hat das Verfassungsgericht die beschlossenen Sparmaßnahmen kassiert – sie seien nicht mit den Rechtsgrundsätzen der Verfassung vereinbar.
 
Möglicherweise steckt hinter Merkels Vorschlag ein ganz anderer Plan: Sollte die neue Zentralisierung in Brüssel von anderen Euro-Staaten abgelehnt werden, dann wäre die Euro-Zone in ihrer bisherigen Form zerstört. Es könnte zu Austritten aus der Währungsunion kommen, um die Nord-Staaten könnten mit einer gemeinsamen Währung weitermachen. Das entspricht der Forderung, die europäische Ökonomen dieser Tage gemeinsam erhoben haben (hier).
 
Damit wäre zwar die Schulden-Frage in keiner Weise gelöst: Die Niederlande und Finnland stecken in großen Schwierigkeiten, auch Deutschland hat viel zu hohe Schulden.
 
Doch Merkel hätte mit dieser Strategie einen großen Vorteil: Sie könnte die Schuld am Scheitern der Euro-Zone an die anderen abschieben: Die politisch äußerst bedeutsame Schuld-Frage wäre damit gelöst. Merkel könnte sagen, dass der Euro nicht an Deutschland gescheitert ist, sondern an den anderen. Deutschland hätte sich als entschiedener Euro-Retter profiliert, der am Ende – leider! – an der Unvernunft der anderen gescheitert ist.
 
Politisch hat Merkel in den kommenden vier Jahren nichts zu befürchten: Mit einer in der Europa-Politik völlig willenlosen SPD als Partner gibt es im Bundestag keine mächtige Opposition mehr. Die Grünen werden, wie bisher, allem zustimmen, was Merkel verlangt.
 
Was Merkel jedoch wirklich fürchtet, ist die Wut der deutschen Sparer. Wenn diese im Zug der nächsten Eskalation der Euro-Krise merken, dass sie über ESM und Bankenunion unwiderruflich signifikante Teile ihres Vermögens verlieren, dann wird es ungemütlich.
 
Das will Merkel nicht – weil sie die Fragen der Steuerzahler und Sparer heute schon nicht überzeugend beantworten kann.
 
Es wäre nicht das erste Mal, dass Merkel mit einem raffinierten Vorschlag eine Entwicklung beschleunigt, von der sie erkannt hat, dass sie sie nicht aufhalten kann.
Ideologisch würde man ein solches Vorgehen als dialektisch bezeichnen.
 
Wie das funktioniert, hat Merkel in der DDR gelernt.
 
Die EU steht am Scheideweg.
 
Und Angela Merkel schickt sich an, Wegweiser aufzustellen.
 
Man sollte die politischen Straßenschilder immer auf beiden Seiten lesen.
Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Oh, oh, blitzt jetzt ihr wahres Gesicht hervor?
Will sie jetzt die Kompetenzen an Brüssel abgeben und sich dann zur Staatsratsvorsitzenden aller Europäer krönen lassen? Mit dem Schwarzekassenexperten an ihrer Seite?
Hat Goldman Sachs das schon genehmigt?


Oh Herr, schmeiss Hirn vom Himmel !!! sagt:
Es gibt zwei Möglichkeiten:
Entweder eine Diktatur oder ein großer Crash mit Weltkrieg.

Und die Menschen werden wohl eher den Tod auf Raten als Tor 1 wählen weil man ihnen mit Tor 2 Angst macht.

Ich hab mich lange gefragt wieso das System noch nicht über den Jordan gegangen ist. Ganz einfach: Es wird bis zur letzten Minute “ausgereizt” und wenn nichts mehr geht, dann kommt das tatsächlich so überraschend wie “der Dieb in der Nacht”.

Das wäre so wie wenn wir morgen aufwachen und im Radio hören “Amerika pleite, EU in Konkurs! Die öffentlichen Angstellten werden zur Arbeit befohlen und es soll erstmal alles so laufen wie bisher. Nur das vor sämtlichen Lebensmittelläden Militär stehen.”

Klingt unwahrscheinlich? JEDER der den einfachen Wirtschaftskreislauf kennt und weiss das ein Land allein in der Globalisierung GARKEINE MITTEL MEHR HAT um sich zu behaupten und kapiert das ein Wachstumssystem einen Zusammenbruch braucht, weil es nicht beliebig weiterwachsen kann, wird es verstehen.

Die Frage ist nicht ob es kracht sondern wann es kracht.

Mehr Inkompetenz in Berlin sagt:

Übrigens, viele Kompetenzen auf militärischem Gebiet haben wir ja schon lange abgetreten: an die “Nato”. Auf polizeilichem Gebiet noch nicht, denn weder “Interpol” (ganze Welt) noch “Europol” (nur Europa) haben eine eigene Polizeitruppe. Es sind nur Koordinationsstellen bzw. bloß Rechenzentren mit Verwaltung.

Allerdings gibt es die “Eurogendfor”, die von Frankreich gegründet wurde. Es ist eine multinationale Miliz, die hauptsächlich aus Truppen der Länder des ClubMed besteht. Die Niederlande sind jetzt auch mit drin, und weitere osteuropäische Länder kommen gerade hinzu. Deutschland ist offiziell noch aussen vor. Noch haben bei uns der Verteidigungsminister und der Innenminister das Sagen.

Im Moment ist also die “Eurogendfor” halb so wild. Noch untersteht sie nicht der EU-Kommission. Noch…

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Gendarmerietruppe
http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2011/3006/pdf/TM_AUSDRUCK_EGF.pdf

khaproperty sagt:
Es geht den Politfunktionären schon darum, das Unglück weiter zu treiben, um eine Umkehr zu verunmöglichen – auch um ihr Versagen verstecken zu können.

Ist der Karren im Zuge der Währungsunion erst einmal derart in den Morast getrieben worden – was offenbar gemeinsam geschehen soll -, daß er nicht mehr zu bewegen ist, wird den Völkern die “alternativlose” Aufgabe der Souveränität zu Gunsten Brüssels empfohlen.

Da dies nur mit einer Volksbefragung (-Abstimmung) in jedem Land geschehen kann, die zumal regelmäßig Zweidrittelmehrheiten dafür erbringen müßte, ist ein dramatisches Schreckensszenario für´s Volk nötig, um ausreichenden Druck zur Manipulation aufbauen zu können.

Da diese Taktik schließlich bereits von Politikern in der Währungsunion – u.a. Schäuble – öffentlich gefordert wird, ist abzusehen, wie die “Machtergreifung” Brüssels ablaufen wird – ohne eine wirklich freie Entscheidung der Bevölkerung.




Montag, 12. August 2013

Europa: Vorbereitungen zur Enteignung der Bank-Kunden haben begonnen

Thema: Zwangsabgabe
Die Schweiz macht den Anfang

Die Schweiz hat als erstes Land in Europa Regeln festgelegt, wie die Banken die Sparer bei einer Pleite zu enteignen haben. Gleichzeitig laufen Bestrebungen, die Flucht ins Bargeld zu stoppen. Deutschland wird ebenfalls bald bekanntgeben, wie hoch die Zwangsabgabe für Bank-Kunden ausfällt. Erhöhte Wachsamkeit ist angebracht.


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verfolgt gespannt, wie die Eidgenossen seinen Plan zu Banken-Rettung umsetzen. Wenn die Sparer in der Schweiz stillhalten, dann kann die Zwangsabgabe auch in Deutschland eingeführt werden.
(Foto: DWN/Laurence Chaperon)
Die Kunden der Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse haben seit Mittwoch die Gewissheit: Einlagen über 100.000 Franken sind bei diesen Banken nicht mehr sicher, sondern werden im Fall der Insolvenz-Gefahr einer der beiden Banken massiv zur Rettung des Instituts herangezogen.

Das Positionspapier der Schweizer Bankenaufsicht Finma folgt ziemlich genau der „Blaupause“, die der Euro-Gruppenführer Jeroen Dijsselbloem vor einigen Monaten verkündet hatte (hier).
Der Plan folgt im Wesentlichen den Vorgaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der von den Bank-Kunden einen Soli erwartet, damit der Euro und mit ihm das Weltfinanz-System gerettet werden können (Details – hier). Im Hinblick auf die vielen wohlhabenden Kunden der UBS und der Credit Suisse zeigt die Nachricht: Es dürfte viel schlechter um die die europäischen Banken stehen als man den Bürgern bisher erzählt hat.

Erstmals hat damit eine wichtige europäische Bankenaufsicht einen Plan vorgelegt, was im Crash-Fall mit den Großbanken des Landes geschehen wird: Die Schweizer Finanzmarktaufsicht hat verfügt, dass es für Guthaben über 100.000 CHF eine Zwangsabgabe geben muss. Die Finma hat weiters offiziell bekanntgegeben, dass die Großbanken UBS und Credit Suisse nicht mehr vom Steuerzahler gerettet werden, wenn sie vor der Pleite stehen.

Die Finma wird, sobald es Probleme bei einer der beiden Banken gibt, das Kommando übernehmen – und Sparer, Gläubiger und Inhaber von Anleihen zur Kasse bitten. Die Behörde kann jeweils 300 Milliarden Franken von den Banken konfiszieren und in Aktien der Banken umwandeln, wenn die Eigenkapitalsituation in dem Unternehmen als kritisch eingeschätzt wird.


(Foto: picture alliance / dpa)
Die Entscheidung der Finma ist von großer Bedeutung: Erstmals nach der Zwangsabgabe von Zypern und den Beschlüssen der EU zur Zwangsabgabe bei Banken-Rettungen hat eine Aufsichtsbehörde einen konkreten Ablaufplan für den Crash von systemrelevanten Banken in ihrem Land bekanntgegeben.

Das ist bemerkenswert: Denn damit sagt die Finma, dass der Crash der Großbanken UBS und Credit Suisse kein Hirngespinst, sondern eine reale Möglichkeit ist. Die beiden Banken haben, wie die Deutsche Bank und alle anderen europäischen Banken, Milliarden-Risiken an Derivaten (Wetten) im Keller lagern. Diese finden sich nur zum Teil in den Bilanzen. Als Over the Counter (OTC) Geschäfte müssen sie nicht bilanziert werden – was die Lage nur schlimmer macht.

Hier setzt nun die Finma an: Sie hat im Jahr 2008 die UBS mit 40 Milliarden Schweizer Franken retten müssen. Zwar hat die UBS in den vergangenen Jahren versucht, sich zu verkleinern – etwa, indem sie sich vom Investment-Banking verabschiedet hat -, doch niemand in den Schweizer Aufsichtsbehörden möchte die Verantwortung über die gigantischen Risiken übernehmen, die bei den beiden Instituten schlummern.

Die Schweiz möchte auch nicht, dass erneut die Steuerzahler gerade stehen müssen. Daher hat die Finma nun einen „Bail-In“ angeordnet: Die Großbanken müssen nach dem Modell gerettet werden, dass die EU-Finanzminister und die EZB für die Europäischen Banken beschlossen haben.

Drittbanken, Gläubiger, Aktionäre, Inhaber von Anleihen und Sparer müssen bezahlen.
Damit sind die UBS und die CS nun gezwungen, künftigen Gläubigern höhere Zinsen zu bezahlen – weil kein Mensch einer Bank Geld geben wird, bei der er sicher weiß, dass sie im Crash-Fall sein Darlehen vernichten wird. Die CS musste bereits neulich 6,5% Zinsen für Anleihen bezahlen, die im Crash-Fall zwangsweise in Eigenkapital umgewandelt werden.

Für viele Spekulanten sind solche Anlagen eine willkommene Möglichkeit, gute Zinsen mit Risikoaufschlägen zu verdienen. Die Investments können mit Kreditversicherungen abgesichert werden (CDS). Es wird erwartet, dass sich die beiden Großbanken auf diesem Weg zwar Geld beschaffen können, es jedoch wesentlich teurer wird.

Damit die Banken nicht über Nacht zusammenbrechen, hat die EZB verkündet, die Politik des billigen Geldes so lang als möglich fortzusetzen. Auf diese Weise soll nun den Banken Zeit gekauft werden, damit sie sich Puffer aufbauen können, um nicht zu schnell umzufallen.


Logo der Bank Credit Suisse (Archiv)(Keystone)
Praktisch werden sich in der Schweiz jedoch vor allem die Sparer vorsehen müssen: Denn die professionellen Anleger kommen zu einem erheblichen Teil aus den USA, Großbritannien und Offshore-Plätzen. Es ist rechtlich umstritten, ob die Schweiz auch diese Anleger zum Schuldenschnitt zwingen kann. Wie man schon bei den Hedge-Fonds in Griechenland gesehen hat, bietet eine solche Situation Anreize für besonders ausgebuffte Zocker: Sie gehen fast immer als Sieger vom Feld, weil sie sich im Streitfall Zugriff auf die Assets einer strauchelnden Bank verschaffen (hier). Dies war auch in Argentinien zu sehen, wo der Hedge Fonds des Milliardärs Paul Singer beim säumigen Schulden-Staat ein Kriegsschiff beschlagnahmen ließ.

Die kleinen Sparer oder der wohlhabende Mittelstand können solche Spiele nicht mitmachen.

Sie werden den vollen Zugriff des Regulierers zu spüren bekommen.

Das Schweizer Modell ist die erste Umsetzung der Banken-Rettung über einen Bail-In, also die Sparer.
Die anderen europäischen Staaten werden folgen. In Deutschland dürfte eine solche Regelung mit Sicherheit die Deutsche Bank und die Commerzbank betreffen. Die Deutsche Bank bereitet sich auf den Ernstfall bereits vor: Sie hat vor kurzem angekündigt, Kredite für die Sicherheitspuffer aufnehmen zu wollen, wie die FAZ berichtet.

Die Entwicklung der Deutschen Bank ist der der UBS sehr ähnlich: Auch hier versucht das Management, mit einem langsamen Abbau des Geschäfts auf Zeit zu spielen: Man will die Regulierer nicht ärgern, möchte aber unter keinen Umständen auf die lukrativen Kasino-Geschäfte verzichten.

Die Derivate der Bank gelten allerdings als Megarisiko.

Bank-Kunden müssen daher nun höchst wachsam sein: Die Schweizer Entscheidung ist der erste Schritt, die Enteignung der Bank-Kunden in die Praxis umzusetzen. Die Banken sind nach wie vor extrem riskant, weshalb ein Crash jederzeit eintreten kann.

Viele Auswege haben die Sparer allerdings nicht. Wegen der verschiedenen Manipulationen kann der normale Anleger eigentlich nur noch versuchen, seine Verluste zu minimieren.

Einen Rückweg wollen die Schweizer ihren Sparern auf jeden Fall abschneiden: die Flucht in das Bargeld. Der Züricher Tagesanzeiger berichtet, dass der 1.000-Franken-Schein in ungewöhnlich großem Ausmaß im Umlauf ist, weil die Sparer den Banken nicht mehr trauen und ihr Erspartes lieber unter der Matratze als auf der Bank aufbewahren wollen (hier).

Mehrere Schweizer Politiker haben daher nun den 1.000 CHF-Schein zum Anachronismus erklärt und seine Abschaffung gefordert. Die Sparer sollten, so die Politiker, ihr Geld doch zur Bank tragen, weil bargeldloses Zahlen doch viel moderner sei.

Die Schweizer Medien haben von der spektakulären Mitteilung der Finma im Übrigen kaum berichtet, wie der Finanzblog Insideparadeplatz verwundert feststellt.

Denn tatsächlich geht es jetzt ums Ganze: Die angelsächsischen Bondholder haben sich, anders als die Schweizer mit ihren verschlafenen Medien, längst das Finma-Papier geholt und ihre Anwaltskanzleien in die Spur geschickt. Sie werden gegen die Enteignung rücksichtlos vorgehen.

Daher, so Insideparadeplatz, steige die Wahrscheinlichkeit, „dass der Schweizer Kleinsparer der beiden Großbanken die Zeche für eine Schieflage von UBS und CS zahlen müsste“.
Auch dieses Vorgehen entspricht der Blaupause, auf die sich die europäische Politik mit den Banken verständigt hat.

Die Großen zahlen nicht für die Zeche.

Egal, wieviel sie getrunken haben.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentar


Julia la prémiere sagt:
Gerade bei den DWN wird man im Minutentackt informiert. Wie kann es sein , Menschen haben “Ersparnisse” noch auf einer Bank. Kann nur mit dem Kopf schütteln. Entweder hat man soviel Geld, zum Beispiel ein “Kleinsparer” oder man hat sehr wenig ansparen können. Mit mehr als 100 000 Euro kauft man Land oder Immo, mit weniger kauft man Überlebensreserve oder gönnt sich eine Reise.
Ich persönlich habe nur in Grundstücke und Haus investiert. Natürlich will jetzt meine kleine Gemeinde( Bürgermeister) mein Grundstück abkaufen. Bekommt er aber nicht.
Die DWN können sich müde schreiben, doch der dumme Mensch begreift es immer noch nicht. Die die kein Geld haben können also ganz beruhigt sein, denen kann man nichts mehr stehlen, aber die mit Spargeld sollten so richtig getroffen werden, vielleicht lernen sie es im nächsten Leben. Dummheit kann ich am wenigsten ertragen und jammern noch weniger.Die Macht hat immer noch die Mehrheit eines Volkes.


Elch sagt:
Fast schon stündlich werden wir mit ‘neuen’ Überraschungen beglückt! :-)

ZITAT:
Keine Obergrenze bei ESM-Nachschusspflicht
Berlin (ots) – AfD fordert Offenlegung aller Risiken

Laut einem vertraulichen Bericht des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags gibt es keine Haftungsobergrenze für den deutschen Beitrag zum Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Damit widerspricht der Dienst den Darstellungen der Bundesregierung, die stets 190 Milliarden Euro als Obergrenze nannte.
Die Nachschusspflicht könne auf 700 Milliarden Euro (Stammkapital des ESM) oder gar noch mehr steigen, ohne dass der Bundestag irgendeine Vetomöglichkeit habe. Der Finanzwissenschaftler Stefan Homburg sprach in diesem Zusammenhang von einem “zutiefst korrupten Begünstigungssystem”.
AfD-Sprecher Bernd Lucke sieht die Kritiker des ESM bestätigt: “Wer sich mit der Materie beschäftigt hat, wusste natürlich um das Problem der Nachschusspflicht. Aber es ist schön, dass der wissenschaftliche Dienst des Bundestags unsere Sicht der Dinge nun bestätigt. Dies ist insbesondere für das noch laufende Verfahren des Bundesverfassungsgerichts von großer Bedeutung.”
Dennoch zeigt sich Lucke skeptisch, was eine Überarbeitung der Verträge betrifft. Der ESM sei schließlich mit großer Mehrheit des Bundestags verabschiedet worden und so zu einem völkerrechtlich bindenden Vertrag geworden. Es sei kaum vorstellbar, dass die übrigen europäischen Länder, die ja im Zweifelsfall zu den Profiteuren gehörten, einer Vertragsänderung zustimmen würden.
Auf jeden Fall aber müsse die Bundesregierung der Bevölkerung endlich reinen Wein einschenken.
“Es kann nicht angehen, dass man der Bevölkerung die enormen Risiken der Rettungsmechanismen verschweigt. Denn am Ende sind es die Bürger, die mit ihren Steuern und Ihren Vermögen hierfür gerade stehen werden müssen”, so Lucke abschließend.
OTS: Alternative für Deutschland newsroom: http://www.presseportal.de/pm/110332 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_110332.rss2
ZITAT ENDE
Quelle: http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-08/27658258-keine-obergrenze-bei-esm-nachschusspflicht-007.htm
Jetzt bin ich aber platt!
Damit hätt’ ich ja überhaupt nie nicht gerechnet!
:-)
Wie?
Nein!
Das ist nicht wirklich lustig und es wird kein Spaß für die etablierte Politik werden, wenn Bürgern, wie ich einer bin, der Sicherungsstift rausfliegt!


Goldmorgs sagt:
Das BVerfG hat, zu danken die Mühe derjenigen die Beschwerde eingereicht haben, die Verfassungswidrigkeit einer unbegrenzte Nachschusspflicht angedeutet (ESM 12.9.2012 BVerfG) (www.ayaan.de/D). Den ESM Vertrag hat Deutschland nicht ganz ungeändert ratifiziert. Erweiterte Haftung Deutschlands bedarf neuer Entscheidung des Bundestags. Ich habe mit eigenen Augen mit Vergnügen beobachtet, dass niederländische Minister / Bedienstete der amerikanische GoldMorgs hysterisch geäußert haben, das BVerfG dürfte niemals mehr fähig sein so etwas zu machen. JoJo.



Mittwoch, 17. Juli 2013

Zwangsabgabe: Ab 1. August steigt das Risiko für Bank-Kunden erheblich

Banken-Krise
EU schreibt Zugriff auf Sparer vor

Vielen Banken in Europa spekulieren auf Teufel komm raus mit dem Geld der Sparer und weigern sich, die Risiken offenzulegen. Alle hoffen unverändert auf die Rettung durch den Steuerzahler. Doch die EU hat nun still und leise ein Gesetz beschlossen, demnach ab 1. August die Bank-Kunden als erste enteignet werden müssen, wenn eine Bank in die Krise gerät.

José Manuel Barroso, Martin Schulz, Herman Van Rompuy und ein unbekanntner EU-Mitarbeiter beim Studium ihrer Konto-Auszüge im EU-Privat-Jet. Sie prüfen, ob am Montag noch alles drauf ist, was am Freitag auf dem Konto gewesen ist. (Foto: consilium)
Allein im Euroraum gibt es 6.400 Banken. Viele davon sind Großbanken, die durch das Prädikat „too big to fail“ vom Steuerzahler geschützt werden. Durch immer mehr Zusammenschlüsse und gegenseitige Aufkäufe wuchsen die sogenannten „systemrelevanten“ Banken zu immer größeren, unüberschaubaren Konglomeraten. Stets im Bewusstsein, dass bei möglichen Schieflagen der Staat oder der Steuerzahler einspringen würde.

Die gesamten Verbindlichkeiten der Banken der Eurozone betragen 250 Prozent des BIP der Eurozone.

250 Prozent all dessen, was die Euro-Bürger in einem Jahr schaffen, ist von den Banken bereits verwettet.

Das sind unerfreuliche Zahlen.

Daher hat die EU-Kommission nun in aller Stille eine Verordnung erlassen, die für die Steuerzahler einen gewissen Schutz bieten sollen – die aber in voller Härte den Bank-Kunden treffen können.
Diese Verordnung ist deshalb von Bedeutung, weil für Inkrafttreten nicht mehr die Zustimmung der nationalen Parlamente erforderlich ist, in denen die Banken über Lobbying die Regelung noch weiter verwässern könnten.

Es handelt sich um eine Vorschrift, die am 1. August 2013 in Kraft tritt.
Mit diesem Tage sollten sich Bank-Kunden genau überlegen, welcher Bank sie ihr Geld anvertrauen.
Die EU-Kommission verlangt zu diesem Zeitpunkt:
    „Banken mit einer ausgewiesenen Kapitallücke müssen dafür sorgen, dass Anteilseigner wie auch Inhaber nachrangiger Schuldtitel einen angemessenen Beitrag zur Deckung des Kapitalbedarfs leisten, bevor sie staatliche Rekapitalisierungen oder Maßnahmen zum Schutz ihrer wertgeminderten Vermögenswerte in Anspruch nehmen können. Auf diese Weise werden gleiche Wettbewerbsbedingungen für ähnliche Banken mit Sitz in verschiedenen Mitgliedstaaten geschaffen und der Fragmentierung des Finanzmarkts vorgebeugt. Ausnahmen sind möglich, wenn die Finanzstabilität auf dem Spiel steht oder wenn eine Bank bereits einen großen Teil des Kapitalbedarfs selbst aufgebracht hat und der Restbetrag, der mit staatlichen Mitteln gedeckt werden soll, im Vergleich zu der Bilanzsumme der betreffenden Bank gering ist.“
Das bedeutet: Banken müssen künftig zuerst ihre Kunden und Aktionäre zur Kasse bitten, bevor sie den Staat in Anspruch nehmen können. Die Inhaber „nachrangiger Schuldtitel“ sind im Grunde alle Bank-Kunden, weil ihre Guthaben bei den Banken Klein-Kredite sind, für die die Kunden von der Bank nichts anderes erhalten als das Recht, für Dienstleistungen der Bank saftige Gebühren zu bezahlen.

Ob die Einlagensicherung für Einlagen unter 100.000 Euro etwas wert ist, kann niemand sagen.
Vorrangige Gläubiger sind in der Regel offizielle Institutionen wie die KfW oder die EZB, die sich ihre Kredite von den Banken in der Regel besichern lassen.

Die EU-Regel ist natürlich schwammig. Es ist keine strenge Vorschrift zur Beteiligung, sondern eher die Einführung eines Procedere.

Und dieses entspricht der Zwangs-Angabe in Zypern: Die Bank-Kunden müssen beteiligt werden. Die EU zieht damit vor allem die Lehren aus dem fortgesetzten Griechenland-Desaster und dem für die Bevölkerung besonders verheerenden Irland-Desaster.

Konkret bedeutet die Regel: Wenn eine Bank in Schieflage gerät, muss sie die Guthaben ihrer 
Kunden als Pflicht-Element in den Topf werfen, um einen Deal mit der Bankenaufsicht, der nationalen Regierung und der EU zu erreichen.

Die ab 1. August gesetzlich zwingend vorgeschriebene Beteiligung der Bank-Kunden war notwendig geworden, weil die Banken in den vergangenen Jahren nichts unternommen haben, um ihre Risiken abzubauen.

Tatsächlich haben sich nämlich viele Institute durch Verluste im risikoreichen Investmentbanking selbst in Krisen gestürzt. Und die Staaten haben bereits Milliardenbeträge in die Rettung von Zombiebanken investiert. Eine Zombiebank wird definiert als ein Institut, das eigentlich insolvent ist, jedoch weiterhin Bankgeschäfte ausübt.

Im Jahr 2008, als die sogenannte Finanzkrise hochkochte, gingen der damalige Finanzminister Steinbrück und Kanzlerin Merkel vor die Mikrophone und sicherten der Bevölkerung zu, alle Einlagen in den deutschen Banken seien sicher. Hätte es dennoch einen „Bank-Run“ gegeben, hätten Merkel und Steinbrück ihre Zusage natürlich nicht einhalten können (hier).

In Deutschland wurde im November 2008 ein Bankenrettungsfonds (SoFFin) gegründet, ausgestattet mit 500 Milliarden Euro. Fünf deutsche Banken wurden aufgefangen: Die Commerzbank, die DZ Bank und die Landesbanken NordLB, Helaba und WestLB.

Indessen wurde der Bankenrettungsfonds SoFFin bis Ende 2014 verlängert, um damit „einen nahtlosen Übergang zu einem Rettungsfonds auf europäischer Ebene ermöglichen“, wie es damals noch etwas unbestimmt hieß.

Auf europäischer Ebene, insbesondere in der Peripherie, gibt es nach wie vor die Möglichkeit eines Bank-Runs. Deshalb laufen nun die verschiedenen Maßnahmen auf EU-Ebene an, um eine Bankenunion zu gründen, wobei insbesondere der Abwicklungsmechanismus SRM („Single Resolution Mechanism”) hoch umstritten ist.

Ebenfalls geplant ist ein gemeinsamer Einlagensicherungsfonds, der jedoch wegen der bevorstehenden Bundestagswahl aufgeschoben ist (hier).

Tatsache ist: Nach wie vor ist der Bankensektor im Euroraum zu groß und risikoreich, die Banken verfügen über zu wenig Eigenkapital und berechnen dazu noch ihre Eigenkapitalquote häufig falsch (Details hier).

Die Gesamtverbindlichkeiten der Banken in der Eurozone betragen 250 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Faule Kredite werden verlängert, anstatt sie abzuschreiben. Verbindlichkeiten sind höher als vermeintliche Assets (Vermögenswerte).

Doch die Forderungen, die konkreten Zahlen der Altlasten der Banken offenzulegen, sind halbherzig und verhallen immer wieder schnell.

Aus gutem Grund: Wären die Fakten bekannt, käme es womöglich zu einem Bank-Run, bevor der gemeinsame Einlagensicherungsfonds steht. Es drohte ein Crash, der befürchtete Domino-Effekt wäre die Folge.

In Spanien sind die harten Realitäten der Banken längst offenbar. Überschuldungen durch Ausfälle von nicht rückzahlbaren privaten und öffentlichen Krediten. Die Immobilienblase machte aus Banken alsbald marode Banken. Ein Großteil der Hypothekendarlehen wird daher in den Bilanzen über die EZB finanziert. Doch „auf die billige (Re-) Finanzierung der Zentralbank angewiesen zu sein, ist kein tragfähiges Geschäftsmodell“, schreibt Daniel Gros auf dem Blog des „Project-Syndicate“.

Auch in Italien, Portugal und Griechenland sind die Anteile der „faulen Kredite“ in den Bankbilanzen angestiegen. Griechenlands Banken halten sich nur noch mit Notkrediten der EZB über Wasser. Sie betrugen Ende Juni 61,14 Milliarden Euro.

Italien hatte Ende April 133 Milliarden Euro faule Kredite in den Büchern, Spanien etwa 200 Milliarden Euro.

Zwar soll Anfang 2014 eine Bankenaufsicht etabliert werden, die die tatsächlich vorhandenen Assets der Banken im Euroraum überprüfen soll. Ob diese Aufsicht auch die Überlebensfähigkeit der einzelnen Institute einschätzen kann, bleibt fraglich. Zudem werden sich die Banken gegen zu strikte Auflagen zur Wehr setzen. Und welche nationale Behörde (die mit am Verhandlungstisch sitzen wird) kann eingestehen, dass eine ihrer systemrelevanten Bank an kein zukunftsfähiges Modell besitzt? Und wie viele Banken wird man – je nach nationalem Interesse – als „systemrelevant“ einstufen? Um damit wiederum faule Kredite in Büchern zu belassen und verlängern?

Bis der gemeinsame Einlagensicherungsfonds kommt?

Denn die EZB wird diese Herausforderung alleine nicht meistern.

Deshalb wurde eine – bisher – gedeckelte Summe von 60 Milliarden zur (Re-) Kapitalisierung für Banken aus dem ESM beschlossen.

Ferner soll ein Bankenabwicklungsfonds gegründet werden, der über zehn Jahre hinweg durch Einzahlungen der Banken im Euroraum pro Jahr etwa fünf Milliarden einsammeln soll. Dabei ist ein Zeitrahmen von zehn Jahren angedacht, um auf eine Summe von 50 Milliarden Euro zu kommen.
Das ist bei weitem zu wenig, um eine in Bedrängnis geratene Großbank zu retten. Außerdem haben die Banken Widerstand angekündigt: Sie wollen nicht in einen solchen Fonds einzahlen, weil sie der Meinung sind, dass sei keine weiteren Belastungen mehr übernehmen können.

Tatsächlich erleben wir einen Wettlauf mit der Zeit: Die Banken wissen, dass sie nur eines retten kann: Das Prädikat „Too big to fail“. Deshalb betreiben jene Banken, die die Politik beraten, einen radikalen Konsolidierungskurs. Es soll weniger Banken in Europa geben, die sollen größer sein und systemrelevant (mehr zu diesem bemerkenswerten Vorgang – hier).

Denn eines ist allen Beteiligten klar: Wegen der gigantischen Risiken können weder die Staaten die Banken noch die Banken sich selbst retten.

Daran haben die ganzen hektischen „Rettungs“-Bemühungen der vergangenen Monate nichts geändert, im Gegenteil: Das einzige, was Banken und Politiker retten wollen, ist ihre eigene Haut.

Der Sparer hat, im Unterschied zum Steuerzahler, zwei Vorteile: Er kann die Bank wechseln, während der Steuerzahler in der Regeln den Staat nicht wechseln kann. Und der Sparer weiß nun, dank des EU-Gesetzes, dass er ab dem 1. August 2013 höllisch auf der Hut sein muss. Sein Risiko, über Nacht enteignet zu werden, steigt dramatisch an.

Das ist keine gute Nachricht.

Aber wenigstens eine, auf die man reagieren kann.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare


fan sagt:
DWN, ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie für mich, vielleicht auch für alle anderen, ein Rätsel auflösen könnten:
Kann Brüssel, egal wer dort auch immer, einfach unsere BRD-Gesetze und sogar unser Grundgesetz außer Kraft setzen und als nicht-existent ansehen..?
Und wer hat diese Brüsseler Typen eigentlich gewählt und gegen uns Wähler legitimiert..? Hier findet doch eine gewaltige Rechts-Beugung statt, was ist hier los in Deutschland..?
Eine Merkel oder ein Herr Gauck, die hier nicht eingreifen und damit Aktionen gegen Deutschland absegnen, können doch nur Hochverräter sein..!? Was macht eigentlich der Verfassungs-Schutz, wenn er unsere Verfassung gar nicht schützt..?
Sind wir als Bürger mittlerweile nur noch Frei-Wild, frei gegeben zur willkürlichen und Recht-losen Behandlung..?


Renate Schmitt sagt:
ich kann nicht anders, auch wenn ich jetzt emotional werde: Danke den DWN. Ist das jetzt echt die einzige Institution, die noch die Wahrheit verbreitet? Wo ist der Journalismus dieser Tage? Nachrichten auf anderen Blättern: Die Deutschen im Konsumrausch (die meinen wohl die Renter, die wie die Weltmeister Pfandflaschen aus den Mülleimern sammeln) traurig genug. Der Export läuft super, Blase, ach nee, jetzt läuft es wieder schlecht, aber nur dezent vermeldet. Nachrichten ohne Sinn und ohne Gehalt. Aber Michel denkt ja nur von der Wand bis zur Tapete. Wie weit das ist, sieht man an den Umfragen für Sonnenkönigin und Hofnarren, der PD und den Grünen. Das S muss man weglassen, von christlich rede ich erst gar nicht. Bilderberger lassen von allen Parteien und Teilnehmern herzlich grüßen!
Einfach abwählen am 22.09. Ich wähle die AfD. Schlimmer kann es nicht kommen und es ist schon nach 12!
Was muss denn noch alles passieren? Ach ja, verstehe, die Deutschen haben andere Probleme als ihre Zukunft und die ihrer Kinder und Enkel. Steht der Gartenzwerg auch gerade, fährt mein Nachbar ein dickeres Auto als ich, quacken die Frösche zu laut? Sorry, ob dieser Naivität und Dummheit meiner Mitmenschen, aber ich habe kein Mitleid mehr. Sie wollen es so und sie kriegen es und wir leider auch, weil wir in der Minderheit sind. Nachrichten gerade: Fußball Frauenmannschaften, Extremisten MAD, USA Todeskandidat, aber nix von EU-Ausverkauf der Bürger und den Konsequenzen…


Karsten sagt:
Ich habe alle meine Sparverträge gekündigt, die Schuldscheine von der Bank geholt und sie in glänzendes Metall getauscht. Eins ist sicher, die Enteignungswelle ist längst angelaufen, noch sind es nur unsere Steuergelder, sie wollen alles und sie werden es sich holen!


BerndM sagt:
Und niemand, der am 22.9. noch einer der Altparteien seine Stimme gibt, wird dann ein Recht haben, sich darüber zu beklagen, dass all seine Ersparnisse, seine Altersvorsorge, seine Renten- und Pensionsansprüche, seine Lebensversicherungen und überhaupt alle seine Geldforderungen immer schneller entwertet werden.
Wer jetzt nicht sein Erspartes außerhalb der EU in Sicherheit gebracht hat dem ist nicht mehr zu helfen.




Sonntag, 23. Juni 2013

Kreditklemme: Nur die Spareinlagen verhindern noch den Crash

EZB nicht mehr Herr der Lage

Die EU-Banken leihen sich kein Geld mehr. Die einzigen, die das Gebäude noch vor dem Einsturz bewahren, sind die Einlagen der Sparer. Beobachter sagen: Wenn die Sparer jetzt die Panik bekommen, ist das Spiel aus.

Die EZB hat die Bankenkrise unterschätzt. Das Misstrauen unter den Kreditinstituten könnte die Rezession in Europa verschlimmern. (Foto: Consilium)
Die europäischen Banken verweigern die gegenseitige Kreditvergabe. Das Vertrauen ist dahin. Das Kreditvolumen zwischen EU-Banken ist seit 2008 von 34,5 Prozent auf 22,5 Prozent gesunken. Daten von Reuters zufolge ist die Kreditvergabe zwischen den Banken auf den Stand von vor 15 Jahren zurückgefallen.
 
Die südeuropäischen Banken haben sich auf ihre nationalen Finanzmärkte zurückgezogen. Kredite nach Griechenland haben innerhalb eines Jahres um satte zwei Drittel abgenommen (68%). Auch Auswirkungen auf Deutschland sind zu spüren. Die Kreditvergabe an deutsche Banken ist um 11,2 Prozent zurückgegangen, das entspricht knapp 30 Milliarden Euro, die aus dem deutschen Finanzmarkt abgezogen wurden.
 
Die Kreditinstitute wollen ihr Eigenkapital aufstocken und sich auf sichere Geschäfte konzentrieren. „Das Vertrauen an Banken innerhalb der Eurozone hat abgenommen. Wenn Banken weiterhin Schwierigkeiten haben, können sie keine Kredite mehr an die Realwirtschaft vergeben“, sagte Tony Stringer, Fitch-Analytiker mit dem Fachgebiet der Staatsschulden.
 
Der Bail-in des zyprischen Bankensektors wird maßgeblich für die Vertrauenskrise verantwortlich gemacht. Die Sparer wurden mit einer Zwangsabgabe maßgeblich an der Sanierung des Bankensektors beteiligt. Nun will die EU dieses Musterbeispiel in geltendes Recht umsetzen (mehr hier). Es gibt also bald de facto keine sicheren Geldanlagen mehr auf den Finanzmärkten, wenn Sparer, die ihr Geld bei Pleitebanken angelegt haben, zur Kasse gebeten werden.
 
Die Situation könne „jederzeit“ eskalieren, sagte Karl Whelan, Ökonom am University College in Dublin. „Wir verlassen uns nur noch darauf, dass es keine Panik bei den Sparern gibt“. Besonders in Spanien gebe es akute Gefahr, dass Spareinlagen abgezogen werden. Die Bilanzen der spanischen Banken sind voller fauler Kredite. Steigt die Anzahl der Kreditausfälle infolge der Rezession, könnte es eng werden für die Banken (hier). Spanien sei der „offensichtliche Auslöser“ für eine  Kettenreaktion, sagte Whelan.
 

EZB agiert planlos

 
Die Europäische Zentralbank will von diesem Trend nichts wissen und hat eine ganz eigene Interpretation der Geschehnisse: Die Banken seien eher darauf bedacht, sichere Kredite zu vergeben und Kleinkunden-Depots zu finanzieren. Der Abzug des Geldes aus dem Interbankensektor sei notwendig, um Schulden abzubauen. „Insgesamt zeichnet sich ein stärkeres, widerstandsfähigeres Bankensystem ab“, sagte ein Sprecher der EZB. Andererseits hat EZB-Chef Draghi noch am Donnersteag gesagt, die EZB sei auch zu „unkonventionellen Aktionen“ bereit, um den Banken zu helfen (hier). Ein glatter Widerspruch.
 
Experten sehen das ganz anders: „Einige Banken leiden unter chronischem Liquiditätsmangel“, sagte Lena Komileva vom Marktforschungs-Dienstleister G+ Economics. Die Geldschwemme der EZB sei „keine Lösung für gescheiterte Märkte und unterfinanzierte Banken“. Auch der historisch tiefe EZB-Leitzins verfehlt durch die Interbankenkrise seine intendierte Wirkung, die Kreditvergabe an die Wirtschaft zu erleichtern.
 
Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN



Kommentare

deutscher Wutbürger sagt:
Jetzt sind wir am Zug Leute! Jetzt zeigen wir denen wer das Volk ist. Ich bin bereits unterwegs zu meiner Bank und hole was zu holen ist. Meins ist Meins und bleibt Meins.
Übrigens ist nur Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel! :-)
Bin mal gespannt wie lange es noch dauert bis es crashed.
Mehr Hintergrundinformation unter: http://www.wissensmanufaktur.net/danistakratie
PS: Es gibt schon einen Plan B!
 
 
Selbstdenker sagt:
GOLDMANN SACHS – eine Bank lenkt die Welt.
Für alle die die Erstausstrahlung verpasst haben. Ein sehr sehenswertes Aufklärungswerk:
http://www.politaia.org/wirtschaft/banken/goldman-sachs-eine-bank-lenkt-die-welt-arte/


Deutsche Steuerzahler müssen nun auch Altlasten der Banken bezahlen

So geht Banken-Rettung Im Namen des Volkes

Die europäischen Steuerzahler werden über den ESM nun überraschender Weise auch zur Bezahlung der Altschulden von europäischen Banken herangezogen. Das war nie vorgesehen. Doch weil der Bundestag zweifach für seine Entmachtung bei der Verwendung von deutschen Steuergeldern gestimmt hat, haben die Euro-Retter nun freie Bahn. Sie nutzen die Gunst der Stunde.
 

Das Mitglied im Gouverneursrat des ESM, Wolfgang Schäuble, beim Ecofin-Treffen am Freitag. (Foto: consilium)
Auf dem „Euro-Gipfel“ im Juni vergangenen Jahres wurde auf Druck des damaligen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti und des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy beschlossen, Banken künftig aus dem ESM zu rekapitalisieren. Kanzlerin Merkel willigte unter der Bedingung ein, dass eine europäische Bankenaufsicht geschaffen wird, die die Banken kontrolliert.
Einen Tag später segnete der Bundestag das Vorhaben ab, dass nicht nur Staatshaushalte in der Peripherie, sondern auch deren Banken über den ESM finanziert werden können.

Vor einer Woche winkte der Bundestag nun die EZB als Bankenaufsicht durch, womit die formale Erfüllung der Bedingung Merkels gegeben ist.

Dass alle diese Parlaments-Abstimmungen rein formaler Natur, mithin als eine Art Schein-Demokratie waren, offenbart sich schon einige Tage nach dem heiteren Beisammensein im Reichstag: Nur wenige Tage später, am Mittwochabend, wurde von den Finanzministern der Eurozone eine Eckpunkte-Vereinbarung vorgestellt, die bereits den nächsten Schlag präsentierte.

Die Enteignung in der Zukunft ist nicht alles, was die Bürger erwartet.

Der europäische Steuerzahler muss auch die Kosten für die Altlasten der Banken übernehmen (mehr hier).

Das bedeutet eine direkte Finanzierung von Banken in sogenannten Schieflagen – vornehmlich in den Krisenstaaten – die sich in der Vergangenheit heftig verspekuliert haben.

Der europäische Steuerzahler muss also nicht nur für die Bank-Desaster der Zukunft haften.
Sein mühsam erarbeitetes Geld wir für die Rettung der sogenannten „Zombiebanken“ verwendet.

Die Regeln, wie das geschehen soll, liegen den Deutschen Wirtschafts Nachrichten vor.
Sie sind alles andere als erfreulich.

Ein umfangreiches Regelwerk, ein „Handlungsrahmen“, bestätigt nämlich die schlimmsten Befürchtungen. Der von den europäischen Steuerzahlern bestückte ESM wurde still und leise in einen Haftungsfonds für marode Banken umgewidmet.

Die Leitlinien sehen vor, dass die direkte Bankenkapitalisierung aus dem ESM auf maximal 60 Milliarden Euro begrenzt wird.

Das ist erstaunlich, wurden doch bisher bereits im Juni 2012 100 Milliarden Euro zur Stützung maroder spanischen Banken aus dem ESM bewilligt. 41,5 Milliarden wurden von Spanien bereits abgerufen. Die Situation der Banken hat sich in Spanien trotz dieser Finanzspritze nicht verbessert (hier).

Desgleichen wurden für die zypriotischen Banken im April 2103 neun Milliarden Euro über den ESM bewilligt, wovon bisher in einer ersten Tranche zwei Milliarden Euro abgerufen wurden und Ende Juni voraussichtlich eine weitere Milliarde fließen wird.

Voraussetzung für die neuerlichen 60 Milliarden Euro Kapitalspritzen aus dem ESM für die Banken „in Schieflagen“ ist, dass die hilfesuchende Bank „eine systemische Relevanz oder eine ernsthafte Bedrohung für die finanzielle Stabilität der Eurozone als Ganzes“ darstellt, heißt es in einem Bericht der EU.

Die desolate Finanzsituation einiger systemrelevanter Banken lässt darauf schließen, dass die „Deckelung“ auf 60 Milliarden Euro bei weitem nicht ausreichen wird. Daher ist vorgesehen, dass die Begrenzung auf die genannte Summe zur „Rekapitalisierung“ nur als vorläufig zu verstehen ist.
In dem EU-Bericht steht wörtlich:

„Daher wird das Limit in Höhe von 60 Milliarden Euro festgelegt, kann jedoch vom Rat der Gouverneure überprüft werden, wenn es als notwendig erachtet wird.“

Damit ist klar: Der ESM – und damit die Gelder der europäischen Steuerzahler werden zu einem viel höheren Anteil zur Sanierung von maroden Banken herangezogen, als Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dies der deutschen Öffentlichkeit erklärt hat.

Die Regelung will dies als „Notfallregelung“ verkauft sehen.

Doch mittlerweile gilt bei der Euro-Rettung der Notfall als Normalfall.

Die faulen Kredite insbesondere in spanischen Geldhäusern – trotz Auslagerungen in sogenannte „Bad-Banks“ – sind inzwischen wieder enorm angestiegen (hier). Allein im Mai dieses Jahres lag die Höhe der faulen Kredite in Spanien bei etwa 200 Milliarden Euro.

Die ursprünglich verkündete Deckelung von 60 Milliarden Euro war also nichts anderes als eine Beruhigungspille für die Öffentlichkeit. Die Euro-Retter wissen im Hintergrund natürlich längst, dass das niemals reichen wird. Daher wird geplant,einen Teil des Geldes ins Kasino zu tragen eine ESM-Tochtergesellschaft zu gründen, womit das zur Verfügung stehende Kapital entsprechend gehebelt werden soll (hier).

Weiter heißt es in den besagten Leitlinien, ein Staat, dessen Banken Hilfe zur direkten Kapitalisierung beantragt, müsse zuerst selbst die entsprechenden Finanzmittel für die betroffene Bank zur Verfügung stellen. Das Land solle sich an jeder „Bankenrettung“ durch den ESM beteiligen. Dies wirft die Frage auf, ob ein Krisenstaat, der für seine marode Bank nicht aufkommen kann, zuerst selbst Zugang zum ESM beantragen muss, um anschließend selbige Mittel seinen Banken zur Verfügung zu stellen.

Auch hier wird ein Fall konstruiert, der in der Praxis durch jede politische Behauptung geschaffen werden kann.

Es geht uns schlecht, also brauchen wir den Zugriff auf den ESM.

Die Retter vergessen dabei, dass sie Teile der Wunderwaffe schon mehrfach ausgegeben haben.
Über die bereits über den ESM (bzw. über den EFSF im Fall Irlands und Portugals) zur Verfügung gestellten Finanzmittel für die „Bankenrettungen“ gibt es keinen eindeutigen Konsens.

Griechenland, Irland und Portugal sowie Spanien und Zypern möchten die bisher in Anspruch genommenen Mittel für die Kapitalisierung ihrer Banken zumindest teilweise auf den ESM zurückverlagern, um ihre Staatshaushalte zu entlasten. Hierzu gibt es äußerst vage Formulierungen: „Die potenzielle rückwirkende Anwendung des Instruments sollte von Fall zu Fall und einvernehmlich entschieden werden.“

Auch hier finden wir einen  Rechtsbruch: Eine Rückwirkung ist laut ESM-Gesetz ausdrücklich ausgeschlossen (mehr dazu hier).

Bei der Bundesbank hat man das dubiose Geschehen bemerkt – und protestiert.

Andreas Dombret, Mitglied im Vorstand der Bundesbank, sagte am Mittwoch: Mittel aus dem ESM sollten nicht dazu verwendet werden, marode Banken künstlich am Leben zu erhalten.

Dombret erklärte außerdem: „Es müssen daher die sogenannten Altlasten, also jene Risiken, die sich in der Verantwortung nationaler Aufsichtsbehörden ergeben haben, notfalls von den jeweiligen Mitgliedstaaten getragen werden. Alles andere käme einer staatlichen Transferzahlung gleich. Dann sollen sie aber auch über die nationalen Haushalte und mit Zustimmung der nationalen Parlamente erfolgen und nicht unter dem Deckmantel einer Bankenunion“.

Die Bedenken des Bundesbankers kommen zu spät.

Mit der Zustimmung des Bundestags zur Installierung der EZB als Banken-Aufsicht hat die Bundesregierung den Weg frei gemacht zur Verwendung der deutschen Steuergelder für die Bankenrettung.

Der Bundestag wird sich voraussichtlich erst nach der Wahl im September mit dem Thema „direkte Bankenkapitalisierung“ für marode Banken befassen.

Wenn die Euro-Rettung wie geplant weiterläuft, wird der Bundestag nur noch über vollendete Tatsachen beschließen können.

Und über eine leere Hülle, einen von den Zentralbank-gesteuerten Heuschrecken kahl gefressenen Rettungsschirm.

Dieser Schirm wird niemanden retten.

Er wird auch den Banken nur wenig Zeit kaufen.

Das jetzt beschlossene Regelwerk deutet jedoch darauf hin, dass der Gouverneur des ESM schon bald wieder Geld von den Staaten abrufen muss.

In diesem Fall jedoch wird der Bundestag nicht mehr mit dem Thema belästigt.

Der ESM ernährt die Banken in Europa selbsttätig.

Ohne Kontrolle, ohne Transparenz, ohne Rechtsmittel.

So und nicht anders hat es der Deutsche Bundestag beschlossen.

Im Namen des Volkes.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN



Ja liebe Leute, dass der Bundestag beschließen kann was er will und dass seine Beschlüsse keinerlei Auswirkungen haben, war doch schon klar, bevor sie den ESM durchgewunken haben.
Da steht es doch ganz klar drin, aber keiner hat es gelesen und kaum einer wusste, über was er überhaupt abgestimmt hat.

So sind sie nun mal, unsere "Volksvertreter".
Sie vertreten alles mögliche, nur nicht das Volk.


Was die Meisten von denen wollen ist hofiert werden, wichtigtun und eine üppige Altersversorgung nach kurzem Gastspiel im Bundestag, mehr nicht. Keinesfalls Verantwortung übernehmen, das wäre ja schlimm.

Gerne weise ich noch einmal auf die vielen, vergeblichen Versuche hin, mehr Menschen auf das Unheil "ESM" aufmerksam zu machen, z.B. (hier). Jeder Beitrag im Forum bei Anne Will oder Günther Jauch, in dem nur das Wort "ESM" enthalten war, wurde nicht freigeschaltet.
Ein eindeutiges Zeichen dafür, wie sehr unsere Öffentlich-Rechtlichen bereits von der EU-Banken und Geldmafia unterwandert sind.


Kommentar

bauagent sagt:

Dass die deutschen Steuerzahler auch die Altlasten der Banken mitzahlen, dürfte angesichts der Tatsache, dass wir in der Eurozone über mindestens 8 Billionen Euro Brandschaden reden, nur die halbe Wahrheit sein. Denn das schultert keine Volkswirtschaft nur über Steuern.

Die hier in Rede stehenden Aktionen dienen nur dem Ziel das Zeitfenster etwas zu erweitern, bis es zu weltweiten Währungsreformen ( hoffentlich halbwegs friedlich ) kommt, bei denen der Mittelstand über Enteignung, Zwangshypotheken, Annektierung der Sparguthaben und Versicherungsansprüche zerstört wird.

Die neoliberale Politik seit Ronald Reagan, an die sich alle wichtigen Nationen teilweise unter Zwang angehängt haben, hat eine gigantische Umverteilung in Szene gesetzt, die das Fiat-Money System in ein unänderbares Ungleichgewicht gebracht hat.

Ganz abgesehen von den systemischen ( gewollten? ) Fehlern in unserem Geldsystem, geht eine derart schwindelerregende Umverteilung von Leistungserbringern zu vorwiegend leistungslosen Kassierern nie lange gut.

Die Geschichte zeigt, dass Kriege und Entrechtung das Ergebnis waren. Bei den heutigen Waffentechnologien mag man sich dies nicht vorstellen.

Leider sind die aktuellen Aufstände nur dem Wunsch geschuldet, auf der Basis des zerstörerischen Geldsystems einen höheren Anteil am ” Kuchen ” zu erhalten. Einen Druck, die gesellschaftlichen Verhältnisse an unsere planetarischen Möglichkeiten anzupassen wird mangels Kenntnis des Ursache – Wirkungsprinzip nicht gefordert.

Dies erklärt übrigens auch, warum Politiker wie Rousseff in Brasilien völlig überrascht sind, dass nach Jahren des Wachstums die Menschen auf der Straße sind. Sie begreift nicht, dass das Wachstum von Wolkenkratzern in diesem System ein noch größeres Wachstum von Wellblech-Hütten nach sich zieht. Ultra-Links-Sozialisten eben, wie wir sie bei uns in Person Gregor Gysi sehen.

Sieht nicht gut aus!

Montag, 3. Juni 2013

Merkel: Banken-Rettung in Frankreich künftig mit deutschem Steuergeld

Der erste Schritt
In einem bilateralen Übereinkommen hat Deutschland mit Frankreich einen weitreichenden Beschluss gefasst: Der Euro-Rettungsschirm ESM wird künftig auch für Bankenrettungen zur Verfügung stehen. Zunächst über einen gefinkelten Umweg, später dann auch direkt. Damit werden die deutsche Steuerzahler bei Bedarf auch zur Rettung der französischen Banken herangezogen.
 
Angela Merkel besuchte mit Francois Hollande auch den Louvre. Hier betrachten sie das Gemälde “Nessus und Déjanire” von Arnold Böcklin (1898). Bei dieser Geschichte geht es um vergiftetes Blut, mit dem Nessus die arme Déjanire ins Unglück stürzt. (Foto: Prèsidence de la République)
Die Kanzlerin und der französische Präsident vereinbarten mit Blick auf den EU-Gipfel Ende Juni in Brüssel gemeinsame Vorschläge für eine Vertiefung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. In einem neunseitigen Papier wurden die Ergebnisse der Gespräche danach bekanntgegeben. Es ist das erste Mal seit  Hollandes Amtsbeginn im vergangenen Jahr, dass die beiden Regierungschefs solche detaillierten Vorschläge für einen EU-Gipfel ausarbeiten.

Sie stellen sich darin gegen die Pläne der EU-Kommission und der EZB, die Zuständigkeit für Bankenrettungen in die Hände der EZB zu geben. Merkel und Hollande fordern: Banken-Bailouts in der Eurozone sollen zumindest vorläufig in der Zuständigkeit der nationalen Bankenbehörden bleiben.

Geht es nach Merkel und Hollande, wird dazu ein „gemeinsamer Ausschuss unter Beteiligung der nationalen Behörden“ eingeführt, berichtet die FT. Die Abwicklung von Banken durch ein solches Gremium wäre weniger weitreichend als ursprünglich im Rahmen der Bankenunion geplant. Die EZB wollte im Zuge der Einführung einer europaweiten Bankenaufsicht auch die Mechanismen zum Beschluss von Rettungsmaßnahmen zentralisieren.

Die Verlagerung der Banken-Bailouts auf den nationalen Level hat einen handfesten Hintergrund: Deutschland und Frankreich vereinbarten nämlich auch, den 500 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds ESM für die nationalen Regierungen zugänglich zu machen. Die EU-Staaten hätten damit künftig Zugriff  auf die ESM-Gelder, wenn sie nicht mehr in der Lage sind ihre Banken aus eigener Kraft zu sanieren.

Die „direkte Rekapitalisierung“ – bei der die Rettungsgelder den Banken direkt zugewiesen werden – hingegen wollen Merkel und Hollande um mehrere Monate verschieben. Eigentlich sollte beim EU-Gipfel im Juni ein entsprechendes Rechtsrahmen geschaffen werden. Damit wäre der Zugriff auf deutsche Steuergelder zur Bankenrettung noch vor dem Sommer beschlossene Sache gewesen (hier).

Damit haben die beiden größten Euro-Länder eine weitreichende Entscheidung getroffen: Denn bisher waren Banken-Rettungen aus dem ESM ein absolutes Tabu für Deutschland. Merkel und Schäuble hatten von Anbeginn des ESM beteuert, dass die deutschen Steuergelder im ESM nicht zur Bankenrettung verwendet werden dürften.

Einen ersten Sündenfall gab es mit Spanien: Madrid erhielt 80 Milliarden, um seine Banken zu retten. Allerdings wurde das Geld an Spanien überwiesen, und nicht an die Banken direkt. Neu an der Spanien-Rettung: Anders als in den kleinen Ländern wurden die Men in Black (Troika) nicht nach Madrid entsandt, um mit der Rettung verbundene Spar-Maßnahmen zu kontrollieren.

Merkel will die direkte Banken-Rettung erst nach der Bundestags-Wahl weiter betreiben. Sie fürchtet, dass das Thema in Deutschland den einen oder anderen stören könnte. Mit der Zwischenschaltung des ESM ist dagegen ein dezenter erster Schritt gesetzt, gegen den es, so hofft die Kanzlerin, in Deutschland nicht allzu viel Widerstand geben dürfte.

Hollande wollte eigentlich auch ein eigenes Eurozonen-Budget und eine europäische Arbeitslosenversicherung. Stattdessen soll jetzt ein „Spezialfonds“ kommen, den nur jene Länder in Anspruch nehmen können, die sich zu strengen Reformen bereit erklären. Diese Reformen wären Teil der geplanten „vertraglichen Vorkehrungen“ zwischen den nationalen Regierungen und Brüssel. Die Bundesregierung wollte diese Maßnahmen schon länger. Bisher gab es solche Verträge zur Umsetzung der Spar-Agenda nur mit den Bailout-Staaten.

Anmerkung zum Foto: Das Bild zeigt “Nessus und Déjanire”, von Arnold Böcklin aus dem Jahr 1898. Das Bild ist Teil der umstrittenen Ausstellung “De l’Allemagne”. Beobachter erkennen eine gewisse Ironie in der Tatsache, dass Merkel und Hollande ausgerechnet dieses Bild solange betrachten. Es ist symbolisch für das deutsch-französische Verhältnis.

Die Handlung der Geschichte: Herkules will seine Frau Déjanire für eine junge Geliebt verlassen. Déjanire hat von Nessus eine blutgetränkte Tunika bekommen, von der sie glaubt, sie habe magische Kräfte. Sie gibt die Tunika Herkules in der Hoffnung, er möge sich nicht von ihr abwenden. Was sie nicht weiß: Die Tunika ist vergiftet. Als Herkules die Tunika anzieht, stirbt er einen qualvollen Tod. Merkel Déjanire, die Hollande Herkules etwas Gutes tun will, schickt ihn mit der Banken-Rettung über den ESM Tunika direkt ins Verderben.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN

Bin ich wohl der Einzige der den Eindruck hat dass unsere Kanzlerin meint sie müsse umfallen, sobald es irgendwo auf der Welt auch nur ein ganz kleines Bisschen rumst?
 
Kommentare

Franz Weiler sagt:
Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass die Umfragewerte der CDU und unserer Kanzlerin
immer noch exorbitant hoch sind.
Kein Wunder bei solchen Fähigkeiten(Expertisen) unserer Volksvertreter im Sinne unserer Verfassung/Grundgesetz – zu handeln zum Wohle des deutschen Volkes.
Wer jetzt nicht aufwacht möge beruhigt weiterschlafen. Vielleicht kommt ja der Prinz und küsst Euch wach für ein glückliches Leben und das Eurer Kinder.
Egal wofür der ESM verwendet wird , als Konstrukt ist er verfassungswidrig ,was aber das Bundesverfassungsgericht Mitte Juni wohl anders sehen wird.
Armes Deutschland!!!

noob sagt:
wir haben keine Verfassung, die für uns aktuell gültig ist! wir haben ein Grundgesetz!
Ein Grundgesetz ist ein besatzungsrechtliches Mittel zur Schaffung von Ruhe und Ordnung in einem durch Kriegshandlung besetzten Gebiet. Gegeben von der Siegermacht(oder den Siegermächten), für das auf Zeit eingesetzte Verwaltungsorgan(BRD).
(Creifeld´s Rechtswörterbuch 17. Auflage Verlag C.H.Beck München 2002)

J. R. sagt:
Nachdem sie sich über Jahre hinweg von Sarkozy hat über den Tisch ziehen lassen, lässt sich Merkel nun auch noch von Hollande veräppeln und opfert wesentliche Deutsche Interessen auf dem Altar der EU.
Zu ihrer “Entschuldigung” sei darauf verwiesen, dass sich vor ihr schon alle anderen Kanzler der BRD, um die ach so “wertvolle” Deutsch-Französische Freundschaft nicht zu gefährden, von den Franzosen haben über den Tisch ziehen lassen:
Adenauer von de Gaulle,
Schmidt von Giscard d’Estaing,
Kohl von Mitterand (Euro-Diktat der Franzosen),
Schröder von Chirac.
Echte Freundschaft ist immer ein GEBEN und NEHMEN, so auch hier:
Deutschland GIBT und Frankreich NIMMT !
Schon immer ist Deutschland vor der “Grande” Nation eingeknickt und hat sich zum Zahlmeister Französischer Großmachtallüren gemacht und hat so kampflos Frankreich die Führungsrolle in der EU und in ganz Europa überlassen. Liebe Mitbürger, nennt mir ein bilaterales Projekt, in dem nicht Frankreich – wie selbstverständlich – die Leitung beansprucht und dem dummen Deutschen Michel großherzig die Rolle des Financiers überlässt.
Auf diese Art Völker-Freundschaft kann ich locker verzichten!
Darum: Weg mit der EU und dem EURO!