Montag, 24. Juni 2013

Taliban ermorden Bergsteiger-Gruppe am Nanga Parbat - Syrische Rebellen sollen Militärhilfe erhalten

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

t-online am 23.06.2013

 
Ein gefährlicher Ort ist der 8125 Meter hohe Nanga Parbat in jedem Fall - jetzt nistet sich dort womöglich auch der Terror ein.
Eine lokale Taliban-Gruppe hat am Samstagabend ein Hotel nahe des Basislagers des Nanga Parbat in Pakistan überfallen und neun Bergsteiger und ihren Bergführer ermordet. Die Führungsebene der radikal-islamischen Taliban, die das Land seit Jahren terrorisieren, bekannten sich kurz danach zu dem Anschlag.

Nach Polizeiangaben überfielen die Angreifer, die Uniformen der Militärpolizei trugen, am späten Samstagabend das Hotel in rund 4000 Metern Höhe am neunhöchsten Berg der Welt. Er liegt im westlichen Himalaya in der Region Gilgit-Baltistan.

Attentäter zwangen Bergführer zur Mithilfe

Unter den Toten befanden sich Behördenangaben zufolge fünf Ukrainer, ein Russe und drei Chinesen. Ein chinesischer Tourist habe überlebt, teilte das Innenministerium mit.

 
Standort Nanga Parbat (Grafik dpa)
Der pakistanische Innenminister Chaudhry Nisar sagte im Parlament, die Angreifer seien mit Hilfe zweier von ihnen verschleppten Bergführer zu dem Basislager gelangt. Einer der beiden Pakistaner sei erschossen worden, der andere sei am Leben.

Kein Polizeischutz für Touristen

Laut der pakistanischen Internetzeitung "Geo-News" sagten Experten, ein einfacher Kontrollposten der Polizei in dem betroffenen Gebiet hätte den Überfall leicht verhindern können.

Innenminister Nisar räumte allerdings ein, dass es für Ausländer in der betreffenden Region keinen Polizeischutz gebe.

Rache für Drohnen-Angriffe

Taliban-Sprecher Ahsanulla Ahsan sagte, die Gruppe Jund ul-Hafsa habe den Überfall als Vergeltung für den Tod des stellvertretenden Taliban-Führers Waliur Rehman verübt, der Ende Mai durch eine US-Drohne ums Leben gekommen sei.
"Mit dem Mord an Ausländern wollten wir der Welt eine Botschaft senden, darauf hinzuwirken, dass die Drohnen-Attacken beendet werden", sagte Ahsan in einem
Telefongespräch mit AP von einem unbekannten Ort aus.
In einer Erklärung des Außenministeriums hieß es: "Wer dieses abscheuliche Verbrechen beging, wollte offenbar die wachsenden Beziehungen zwischen Pakistan und China sowie anderen befreundeten Ländern zerstören."

Terrorkrieg jetzt auch im Himalaya?

Die Provinz gehört zu Pakistans beliebtesten Touristenzielen und galt bisher als relativ sicher. Nun fürchten die Behörden, dass die ohnehin durch anhaltende Terrorakte schwächelnde Reiseindustrie des Landes noch weitere Einbußen erleiden könnte.

Die pakistanische Regierung ist mit massiven Problemen konfrontiert. Dazu gehören eine lahmende Wirtschaft und die anhaltende Gewalt der Taliban. Die Himalaya-Region war bislang von Gewalt verschont geblieben. Sie gehörte zu den wenigen verbliebenen Gebieten mit ausländischem Tourismus.

Der erst seit Anfang des Monats amtierende pakistanische Regierungschef Nawaz Sharif verurteilte den Angriff in aller Schärfe und ordnete "gründliche Ermittlungen und die Festnahme der Schuldigen" an.

Sharif hatte sich in der Vergangenheit für Friedensgespräche mit den Taliban ausgesprochen. Den tödlichen Drohnenangriff auf den Talibanführer hatte er verurteilt und sich Angriffe der USA auf Pakistans nationale Souveränität verbeten.


Liebe Leserin, lieber Leser,

wir haben uns dazu entschlossen, in diesem Artikel keine Kommentare zuzulassen. Erfahrungsgemäß werden bei derartigen Themen - neben den vielen ernsthaften und gehaltvollen Beiträgen - so viele unsachliche Kommentare abgegeben, dass eine vernünftige Diskussion kaum aufrechtzuerhalten ist. Wir bitten um Ihr Verständnis!
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Redaktion von t-online.de

Quelle: AP/dpa



Soweit der t-online Beitrag zur Bergsteigergruppe am Nanga-Parbat

Dass diese Terroristen einer Bande angehören, denen man im Krieg gegen den Terror den Kampf angesagt hat, aber wie im Nachfolgenden zu lesen ist, gleichzeitig bewaffnen will da sie auch als Rebellen gegen Assads Regierungstruppen kämpfen, kann wohl nur einer verstehen, der genau so menschenverachtend und profitorientiert denken kann wie Waffenproduzenten.


…denn am gleichen Tag meldet t-online

Syrische Rebellen sollen Militärhilfe erhalten
23.06.2013, 16:37 Uhr | AFP

Die Staatengruppe der "Freunde Syriens" hat eine Intensivierung ihrer Militärhilfe für die syrischen Rebellen beschlossen. Den Rebellen solle "dringend alles erforderliche Material geliefert werden", erklärte die Gruppe auf ihrer Außenministerkonferenz in der katarischen Hauptstadt Doha.

Mit der Waffenlieferung solle es den Aufständischen ermöglicht werden, den "brutalen Angriffen des Regimes" von Präsident Baschar al-Assad und seinen Verbündeten die Stirn zu bieten und das syrische Volk zu schützen. Dabei solle jedes Land selbst entscheiden, welche Ausrüstung es beisteuere. In der Erklärung wird zugleich der sofortige Abzug von libanesischen Hisbollah-Milizionären und iranischen und irakischen Kämpfer aus Syrien gefordert.


Syrische Rebellen nahe Aleppo - schon bald mit besserer Ausrüstung? (Quelle: dpa)
Deutschland ist skeptisch

Der katarische Regierungschef Scheich Hamad Ben Dschassem al-Thani erwähnte "geheime Beschlüsse" zur militärischen Unterstützung der Assad-Gegner. Bis auf zwei Länder seien sich alle "Freunde Syriens" darüber einig gewesen, wie den Rebellen "durch den Hohen Militärrat" der Freien Syrischen Armee Hilfe geleistet werden könne.
Während die USA, Großbritannien und Frankreich darauf dringen, den Aufständischen Waffen zu liefern, verhalten sich Italien und das in Doha durch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) vertretene Deutschland skeptisch bis ablehnend.

Militärisches Ungleichgewicht beenden

Vor seiner Weiterreise nach Jordanien begrüßte der französische Präsident François Hollande in Doha die dort gefassten Beschlüsse. US-Außenminister John Kerry sagte, angesichts des Vormarschs der syrischen Regierungstruppen benötigten die Rebellen Unterstützung mit Waffen. Das militärische Ungleichgewicht zugunsten der Assad-Truppen müsse beendet werden.
Hilfe für die Aufständischen sei auch deshalb erforderlich, damit diese gestärkt an den von Russland und den USA vorgeschlagenen Friedensverhandlungen in Genf teilnehmen könnten. Washington trete für eine vom Assad- und vom Rebellenlager im gegenseitigen Einverständnis getragene Übergangsregierung ein.
Der Iran lehnte die Erklärung von Doha scharf ab. "Wer die Lieferung von Waffen nach Syrien unterstützt, ist verantwortlich für Massaker an Unschuldigen und Unsicherheit in der Region", erklärte das Außenministerium in Teheran.

CIA soll Rebellen trainieren

Die "Los Angeles Times" berichtete unter Berufung auf nicht genannte US-Beamte und Rebellenführer, der Auslandsgeheimdienst CIA und Eliteeinheiten trainierten seit Monaten heimlich syrische Rebellen. Diese würden in US-Stützpunkten in Jordanien und der Türkei unter anderem an panzerbrechenden Waffen und Luftabwehrraketen ausgebildet. Der jordanische Regierungschef Abdullah Nsur dementierte den Bericht. Nach Angaben des Sprechers der aufständischen Freien Syrischen Armee, Luai Mukdad, erhielten die Aufständischen vor kurzem aus dem Ausland zahlreiche moderne Waffen, die den "Kampfverlauf ändern" könnten.

Anschläge am Wochenende Das Staatsfernsehen berichtete unterdessen von "mehreren zivilen Opfern" durch einen Bombenanschlag am Sonntag in Damaskus, den angeblich Terroristen verübt hätten. Den Begriff "Terroristen" verwendet die syrische Regierung für die bewaffneten Rebellen.
Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe am Samstag in Damaskus drei Kinder getötet. In mehreren Teilen der Hauptstadt kämpften demnach Rebellen gegen Regierungssoldaten. Auch in der nordsyrischen Metropole Aleppo gab es heftige Gefechte zwischen Soldaten und Aufständischen.

Quelle: AFP



Kommentare

Hier hat sich "Ihre Redaktion von t-online.de" nicht dazu entschlossen, in diesem Artikel keine Kommentare zuzulassen.
hieß es oben noch: "Erfahrungsgemäß werden bei derartigen Themen - neben den vielen ernsthaften und gehaltvollen Beiträgen - so viele unsachliche Kommentare abgegeben, dass eine vernünftige Diskussion kaum aufrechtzuerhalten ist. Wir bitten um Ihr Verständnis!"
scheint hier die Gefahr ja nicht zu bestehen. Warum nur?
Weil zur Staatengruppe der "Freunde Syriens" ja auch unsere "Freunde" gehören?

Ja werte "Redaktion von t-online.de", auch eine Art von Zensur.


Jensgc schrieb:
Das sind keine Freunde Syriens sondern Freunde der syrischen Opposition die zum Großteil aus Islamisten besteht. Der Westen unterstützt einmal mehr die Islamisierung dieser Region die von den Saudis und den Golf-Staaten gefördert wird. Erneut züchten wir uns die Feinde der Zukunft heran. Wie dumm ist der Westen eigentlich nicht aus seinen eigenen Fehlern der Vergangenheit zu lernen?! Assad ist sicher ein Diktator aber das deutlich geringere Übel zu dem was nach ihm an die Macht kommen würde. Und es würden die Islamisten an die Macht kommen! Siehe Tunesien, Ägypten, Chaos-Libyen usw.! Da kann man ja nur noch hoffen das Russland, China und der Iran weiterhin das Assad-Regime am Leben halten!

Varus1 schrieb:
@ powerbw:: Sie vergessen, dass Assad demokratisch gewählt worden ist und einen westlichen Kurs hat. Die sogenannten Rebellen sind mit den Talliban.. und deren Konsorten stark verbunden und wollen einen islamischen Umsturz ! . ..

Varus1 schrieb:
"" Den Begriff "Terroristen" verwendet die syrische Regierung für die bewaffneten Rebellen. "" ( comment der TK.) .. Bader-Meinhoff waren dann also auch Rebellen ?? Es sind Terroristen, die gegen Menschen vorgehen, die sich für eine pro-westliche Lebensart entschieden haben, die Assad gewählt haben und das war die Mehrheit der Bevölkerung

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