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Montag, 19. August 2019

Haben wir nur noch die falschen Köpfe in der Politik?

Kramp-Karrenbauer und Merkel
Foto: tagesschau.de
Als hätten wir nichts Besseres zu tun auf unserem Planeten. So viele Aufgaben sind gemeinsam zu bewältigen, aber der Trend geht rückwärts zum National-Egoismus. Entsprechend gesinnte Köpfe kommen an die Spitze. Eine schwere Fehlentwicklung, die sich hoffentlich bald umkehrt.

Die Welt braucht Politiker, die Nationen zusammenführen, nicht auseinander zerren und entfremden. Leider sind davon nicht viele in Sicht, und es werden erst dann welche empor kommen, wenn die Weltbevölkerung verstanden hat, daß das Nationen-Konzept veraltet ist und wir nur gemeinsam Frieden, Wohlstand für alle und Nachhaltigkeit erreichen können.

Was wir brauchen, sind nicht moralisierende Politiker wie z.B. Juncker und Asselborn ausgerechnet aus der Steueroase Luxembourg, sondern Politiker, die sich trauen, im Sinne des Gemeinwohls auch mal Konzernen vor den Karren zu fahren und es überleben.

Eingestellt von Blogger auch unter Torpedo - Gesellschafts- und Politik-Blog mit stets aktuellen Themen
Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise des Blogbetreibers widerspiegeln.

Donnerstag, 4. August 2016

EU trickst weiter bei Mitbestimmung zum Freihandelsabkommen

Thema: CETA

Trotz CETA-Rückzieher:
EU trickst weiter bei Mitbestimmung zum Freihandelsabkommen

Die Ankündigung von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, die nationalen Parlamente von der Entscheidung über CETA ausschließen zu wollen, führte zu einem Sturm der Entrüstung. Nun macht die EU einen Rückzieher und will die Parlamentarier in den Mitgliedsstaaten doch abstimmen lassen. Grüne und Linke könnten das Abkommen im Bundesrat stoppen. Doch attac warnt bereits vor Brüsseler Tricksereien: EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström will CETA weiterhin durch die Hintertür durchboxen.

Insgesamt 42 nationale und regionale Parlamente sollen nun doch über das europäisch-kanadische Freihandelsabkommen CETA abstimmen dürfen, dies gab die EU-Kommission gestern bekannt. Zuvor hatte der Apparat, in Person seines Präsidenten Jean-Claude Juncker, handstreichartig versucht, die demokratisch legitimierten Volksvertreter um ihr Mitspracherecht zu bringen. CETA sei juristisch betrachtet eine rein europäische Angelegenheit, hieß es.

Der Versuch einer zunehmenden Autokratisierung der EU steht in direkter Verbindung mit dem erfolgreichen Brexit-Referendum. Die Abstimmung in Großbritannien machte deutlich, dass Brüssels Gegner zunehmend Mehrheiten in Europa bilden. Will die EU weiter existieren wie bisher, bleibt dieser letztendlich keine andere Wahl als gegen den Willen der Bevölkerungen zu agieren und jedwede Strukturen, die den Volkswillen artikulieren können, auszuschalten. Der Feldzug des Systems richtet sich gleichermaßen gegen Parlamente wie auch gegen direktdemokratische Instrumente wie Volksabstimmungen.

Der gestrige Rückzieher zeigt nun aber, dass die EU letztendlich doch „den Schuss gehört hat“ und sich künftig der demokratischen Entscheidungsfindung und den Interessen der Völker verpflichtet sehen wird – könnte man denken. Dass dies nicht der Fall ist, wird allerdings klar, wenn man die Tricks bedenkt, mit denen Brüssel selbst dann agiert, wenn es breite Ablehnung erfährt. Denn EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström plädiert im Moment des scheinbaren Zugeständnisses dafür, dass CETA noch vor den Parlamentsbeschlüssen „provisorisch“ in Kraft tritt. Die Bürgerrechtsorganisation attac warnt bereits vor der vergifteten Zusage aus dem Bürokraten-Club:
    Weil sie sich nicht frontal gegen die öffentliche Meinung durchsetzen kann, setzt sie auf die vorläufige Anwendung des EU-Kanada-Abkommens, noch bevor die Abgeordneten in den Mitgliedsländern darüber beraten und abstimmen können. Dieser Einführung von CETA durch die Hintertür werden wir uns weiterhin entschieden mit unseren Aktionen entgegenstellen.
Auch die Oppositionsparteien Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke kündigen prominent ihren Widerstand gegen CETA an, diesmal allerdings nicht bloß für das Protokoll. Denn durch ihre Beteiligung in den Landesregierungen verfügen schon allein die Grünen über ausreichende Stimmen, um das Abkommen im Bundesrat zu blockieren. Vorausgesetzt allerdings, die Abstimmung hat dann überhaupt noch Gewicht und wurde nicht durch zuvor geschaffene Fakten von Brüssel obsolet gemacht. Der Linken-Abgeordnete Andrej Hunko nimmt die Abgeordneten der Grünen dennoch bereits in die Pflicht:

Auch aus anderen Parlamenten Europas wird mit Widerstand gegen CETA gerechnet. Das Abkommen gilt als Blaupause für das in der Öffentlichkeit bekanntere transatlantische Freihandelsabkommen TTIP und ist bereits durchverhandelt. Die Empörung und Ablehnung gegenüber TTIP könnte nun aber auch CETA zu Fall bringen. Zahllose Kritiker bezeichnen die Pläne der EU- und US-Eliten als nicht vereinbar mit Bürgerinteressen. Kleine und mittelständische Unternehmen werden zu Gunsten der Großkonzerne benachteiligt, Staaten werden den Multis praktisch hilflos ausgeliefert. Die großen Kapitalinteressen würden die totale Kontrolle übernehmen.

Die Befürworter von TTIP und CETA argumentieren, dass mit den Verträgen die größte Freihandelszone der Welt geschaffen wird, die Glück und Wohlstand für alle bringe.
Quelle: RT-Deutsch

Freitag, 8. Juli 2016

Nach dem Brexit - ganz Europa ein "Superstaat"?

Thema: Europa

Passend zum Thema: Heute vor drei Jahren

Direkte Demokratie oder Diktatur?
Brüssel will den Putsch von oben

Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst der Direkten Demokratie. Nach dem Brexit-Referendum werden auch in anderen EU-Staaten die Rufe nach mehr Mitbestimmung laut. Juncker und Co reagieren mit Verhärtung und wollen beim Freihandelsabkommen CETA sogar die nationalen Parlamente ausschließen. Ein erster Vorstoß wohl. Denn im Hintergrund arbeiten die EU-Technokraten an einem Putsch von oben, einem europäischen Superstaat. Dies zeigen Pläne, die der polnische Außenminister der Presse zuspielte.

Von Florian Hauschild
Alarmstimmung in deutschen Redaktionsstuben. Nachdem die Briten mit ihrer Brexit-Entscheidung eine historische Wahl getroffen haben, ist im beschaulichen deutschen Mainstream etwas aus den Fugen geraten. Die Kampagne, die direkt nach der Ergebnis-Verkündung einsetzte und zum Ziel hatte, das Referendum für illegitim zu erklären, war vorhersehbar. Gezogen hat sie nicht wirklich. Zu durchschaubar und dilettantisch war das Vorgehen der PR-Fachleute im Dienste der Eliteninteressen.

Mal hieß es britische Rentner hätten der Jugend die Wahl geklaut, dann kam heraus, dass sich die besagte junge Generation bedeutend geringer an dem Referendum beteiligten. Eine Onlinepetition sollte zum Heiligen Gral aufgebaut werden und belegen, dass die Briten den Brexit doch nicht wollen. Das Problem: Rund 90 Prozent der Stimmen stammten von Hackern und Internettrollen, die mit vorgefertigten Scripten für massenhafte Einträge sorgten – etwa auch mit Adressen aus Nordkorea und dem Vatikan.

Nach den missratenen Kampagnenversuchen müssen sich Deutschlands Nanny-Journalisten nun eilig neu positionieren. Das Brexit-Votum wird wohl anerkannt werden. Großbritannien wird die EU verlassen. Da helfen auch alle erfundenen Märchen und Verdrehungen nichts. Wer in den deutschen Medien nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, hat dies auch längst erkannt und versucht sich bereits daran, den absoluten Worst Case für den politisch-medialen Komplex zu verhindern: Mehr Demokratie und Volksabstimmungen in Europa.

Mit dabei an vorderster Front sind Salonlinke wie Jakob Augstein, der auf Spiegel online gestern abermals seine Abscheu gegen Mitbestimmungsrechte der Bevölkerung zum Ausdruck brachte. Es ist der selbe Augstein, der in schizophrener Manier zwei Wochen später wieder einen „linken Populismus“ fordern wird und sich allen Ernstes fragt, warum die Wähler in Scharen zur AfD laufen und nicht etwa zu den Grünen oder zur Linkspartei.

Mit dabei an vorderster Front sind Salonlinke wie Jakob Augstein, der auf Spiegel online gestern abermals seine Abscheu gegen Mitbestimmungsrechte der Bevölkerung zum Ausdruck brachte. Es ist der selbe Augstein, der in schizophrener Manier zwei Wochen später wieder einen „linken Populismus“ fordern wird und sich allen Ernstes fragt, warum die Wähler in Scharen zur AfD laufen und nicht etwa zu den Grünen oder zur Linkspartei.

Dazu eine kleine Chronik von Augsteins mäandernder Meinung: Leidlich wurde gestern bereits Anja Reschkes Facebook-Ausfall thematisiert. Die NDR-Journalistin und Moderatorin des Magazins Panorama schlägt in die gleiche Kerbe wie Augstein: Die Parlamentarische Demokratie sei ein beispielloses Erfolgsmodell und muss vor dem destruktiven Pöbel geschützt werden. Der Wunsch nach direkter Beteiligung an den Entscheidungen über die eigenen zentralen Lebensbelange sei deshalb äußerst skeptisch zu beurteilen. Die meisten Bürger verfügten überhaupt nicht über ausreichende Kompetenz, um wichtige Entscheidungen zu treffen. „Schützt die Demokratie vor dem Volk“, könnte man diese Linie auch nennen.

Das alles könnte man noch als naiv und ideologisch verbrämt abhaken und sich, wie sonst auch, fragen, ob die Reschkes und Augsteins der Republik noch nie etwas von überbordendem Lobbyismus und Interessenpolitik durch Abgeordnete im Sinne von Konzern- und Kapitalinteressen gehört haben? Doch die aktuelle Kampagne trägt ihre Gefahr darin, dass Reschkes und Augsteins Gesinnungsgenossen eine Ebene höher genau dasselbe Spiel mit genau denselben Vorhaltungen gegen die Parlamentarische Demokratie spielen.

Während die Edelfedern der Nation gegen Volksbefragungen und Referenden Sturm laufen, mit der Begründung, das sei alles „rechts“ und gefährlich, wettern EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und die seinen gegen das Mitbestimmungsrecht der nationalen Parlamente. Junckers Ankündigung, diese von der Abstimmung über das europäisch-kanadische Freihandelsabkommen CETA ausschließen zu wollen, schlug hohe Wellen. Gegen die Kritik aus Reihen der Grünen und der Linkspartei macht CDU-Vize Armin Laschet nun den Augstein und wirft den links-grünen Parteien ihrerseits „Rechtspopulismus“ vor. Allein die gewählten Repräsentanten der EU-Mitgliedsstaaten überhaupt befragen zu wollen sei „nationalistisch“ und „gefährliche Stimmungsmache“, so Laschet. Das Subsidiaritätsprinzip, nach dem politische Entscheidungen von der untersten Ebene in die höchste Ebene getragen werden sollen, wird damit beerdigt.

Das Ziel ist eindeutig. Wenn die einen gegen direkte Demokratie agitieren und die anderen gegen die repräsentative Demokratie, bleibt nur die Diktatur: verbindliche Ansagen aus den Büros der intransparent arbeitenden EU-Kommission, mit einem europäischen Alibi-Parlament zur Wahrung der Fassade. Mehr als die Diktate des Zentralkomitees abzunicken, haben diese Abgeordneten dann aber nicht mehr zu tun.

Dass all dies kein fiktives Szenario ist sondern exakt so auf der Agenda der europäischen Eliten steht, zeigt ein geleaktes Konzeptpapier der EU, das zunächst in polnischen Medien veröffentlicht wurde. Am Dienstag nach dem Brexit-Referendum berichtete der britische Express: "European SUPERSTATE to be unveiled: EU nations 'to be morphed into one' post-Brexit" - "Europäischer SUPERSTAAT wird vorgestellt: EU-Staaten 'sollen in einen Staat umgewandelt werden' nach dem Brexit"

Demnach werben vor allem die Außenminister von Deutschland und Frankreich bei ihren osteuropäischen Kollegen aktuell dafür, die EU nach dem Brexit-Schock in einen europäischen Superstaat zu transformieren. Unter Verkündung eines Ultimatums sollen alle Mitgliedsstaaten ihre verbleibenden Souveränitätsrechte nach Brüssel abgeben. Die Staaten würden damit de facto abgeschafft werden. Die Pläne wurden bekannt, weil sie in der polnischen Regierung für große Unruhe sorgten. Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski spielte das Papier schließlich der Presse zu und kommentiert:
    Dies ist natürlich keine gute Lösung, denn im Vergleich zur Gründungszeit der EU, hat diese sich stark gewandelt. Die Menschen in Europa wollen die Union nicht an Technokraten übergeben. Darüber muss gesprochen werden.
Kein Wort davon natürlich in deutschen Medien. Wieso auch? Bisweilen scheinen die elitären Putschisten sich allerdings nicht durchsetzen zu können. Die Kampagne geriet genauso ins Stocken wie der zeitgleiche Versuch, den britischen Labour-Chef Jeremy Corbyn zu entmachten, der ebenfalls eine äußerst kritische Haltung gegen das herrschende Polit-Establishment einnimmt. Zu unkoordiniert sind die Vorstöße meist und wer nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, sieht längst die logischen Folgen des Brexit: Die EU hat jetzt nur noch eine Überlebenschance, wenn sie schnell und unumkehrbar zu einer totalitären Diktatur mutiert und den Mitgliedsstaaten wie auch den Bevölkerungen jegliches Mitspracherecht raubt.

Es könnte nun die letzte Chance für die europäischen Bevölkerungen sein, es den Briten gleichzutun, die EU zu verlassen und ihrem sonst absehbaren Schicksal zu entfliehen.

Quelle: RT-Deutsch

Donnerstag, 7. Juli 2016

campact - CETA: Wir haben Juncker eine Lektion erteilt


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Kein Eilverfahren bei CETA! 

Die EU-Kommission musste kleinlaut einlenken. Über CETA und TTIP werden Bundestag und Bundesrat mitentscheiden. Das ist ein wichtiger Sieg, quasi das Halbfinale im Kampf um CETA. Und das Beste ist: Wir haben einen Plan, wie wir das Finale gewinnen werden!

Lesen Sie hier, wie er aussieht...

Liebe Leser,

diese Nachricht mussten wir gestern zweimal lesen: „Die nationalen Parlamente entscheiden doch über CETA – die EU-Kommission lenkt ein.“ Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat tatsächlich einen Rückzieher gemacht, nachdem ihm das Mitspracherecht der nationalen Parlamente noch kurz zuvor „schnurzegal“ war[1]. Was für ein Erfolg für uns alle – für Sie und mehr als 300.000 weitere Bürger/innen, die in den letzten Tagen unseren Appell gegen die Entmachtung von Bundestag und Bundesrat unterzeichnet haben.
Junckers Niederlage ist ein wichtiger Sieg für die Demokratie in Europa. Eine eigenmächtige Entscheidung hätte nach dem Brexit die Skepsis der Bürger/innen zusätzlich genährt. Nun wissen wir: Bürgerferne Politik ist nicht mehr durchsetzbar. Brüssel muss auf die Menschen hören.

Zudem können wir Bürger/innen jetzt unseren gewählten Vertreter/innen klar machen, was wir von Ihnen erwarten. Jeder einzelne Schritt der Abstimmung über CETA und TTIP eröffnet eine Chance, die Abkommen zu stoppen. Erst entscheiden im Rat der EU die Regierungen, dann das Europaparlament, danach Bundestag und Bundesrat. Und diese Chancen nutzen wir!
Das ist unser Plan:
  • Am 17. September gehen wir gemeinsam mit Hunderttausenden Bürger/innen gegen CETA und TTIP auf die Straße – gleichzeitig in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt/Main, München, Leipzig und Stuttgart. In einem breiten Bündnis lassen wir die größte Demonstration seit vielen Jahren entstehen. Damit die SPD auf ihrem Parteikonvent zwei Tage später Nein zu CETA sagt – und im EU-Rat, Europaparlament und Bundestag das Abkommen stoppt.
  • Bereits nächste Woche, am 16. Juli, starten wir mit einem Aktionstag ein Volksbegehren gegen CETA in Bayern. Voraussichtlich nächstes Jahr sollen dann binnen 14 Tagen fast eine Million Bayern in ihren Rathäusern für das Volksbegehren unterschreiben. Damit die CSU im Bundesrat CETA ablehnen muss.
  • Mit Aktionen und direkten Gesprächen gehen Campact-Aktive auf Politiker/innen von Grünen und Linken in den 11 Bundesländern zu, in denen diese an der Landesregierung beteiligt sind. Damit sie nicht länger zaudern, sondern klar ankündigen: Ihre Landesregierungen verweigern im Bundesrat CETA die Zustimmung.
  • Gleichzeitig bereiten wir eine Verfassungsklage gegen CETA vor – unterstützt von über 100.000 Bürger/innen. Damit wir auch über den Klageweg CETA zu Fall bringen.
Sie sehen: Wir haben richtig viel vor, um das Finale – die große Auseinandersetzung um CETA und somit auch TTIP – zu gewinnen. Doch damit wir eine starke Mannschaft sind, brauchen wir Sie! Bitte werden Sie Campact-Förderer/in und unterstützen Sie unsere gemeinsame Arbeit mit einem regelmäßigen Beitrag.
So sehr wir uns auch über den Erfolg freuen – wir müssen den nächsten Konter unserer Gegner stoppen: Die EU-Kommission will CETA schon mit einer „vorläufigen Anwendung“ in Kraft treten lassen – noch bevor Bundestag und Bundesrat darüber entschieden haben. Das bedeutet: Bereits nächstes Jahr könnten Konzerne Sonderklagerechte erhalten – und Milliarden an „Schadensersatz“ einfordern, wenn Staaten Umwelt- und Sozialstandards erhöhen wollen. Das dürfen wir nicht zulassen.
Herzliche Grüße

Maritta Strasser, Campaignerin
Christoph Bautz, Geschäftsführender Vorstand

PS: Wenn Sie bis zum 11. Juli 2016 Förderer/in werden, senden wir Ihnen zu Ihrer argumentativen Stärkung und als Dankeschön das Buch „Der Unfreihandel – Die heimliche Herrschaft von Konzernen und Kanzleien“ der Journalistin Petra Pinzler.
[1] „Juncker über nationales Mitspracherecht bei CETA 'Mir ist das persönlich schnurzegal'“, 29.6.2016, Tagesschau Online
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Montag, 21. Dezember 2015

Das Europaparlament protestiert gegen Kommission wegen Genmaiszulassung

Thema: Gentechnik

Monsanto-Mais:
EU-Parlament stellt sich gegen Kommission
Das Europaparlament protestiert gegen die Zulassung einer neuen Gen-Mais-Sorte von Monsanto durch die Kommission. Die Abgeordneten verlangen, die Freigabe zurückzunehmen. Kommissionspräsident Juncker dürfe diese „Entscheidung der gewählten Volksvertreter“ nicht ignorieren.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Kommentare

der Kommentar des Blogschreibers
Was ist demokratisch an der EU-Kommission und ihren lobbyistenhörigen Entscheidungen?
Sollte es nicht umgekehrt sein: die Kommission schlägt vor und das Parlament stimmt ab?
Wäre es nicht an der Zeit einmal ihre monatlichen Versorgungsbezüge zu überprüfen?
Wenn sie eh nur für die Wirtschaft handeln und entscheiden, warum beziehen sie dann noch Gehälter aus Steuermitteln?


Peter Kunz sagt:
Leider sieht man hier das Demokratiedefizit der EU ganz deutlich. Die Komission kann zusammen mit dem Rat machen, was sie will, und bei der derzeitigen Besetzung wird sie es wohl tun. Allein, dass es schon 4 Gesetzgebungsverfahren gibt, sagt schon einiges aus: http://www.europarl.de/de/europa_und_sie/das_ep...

Max Anderson sagt:
Erinnert sich noch jemand an die „Diskussion“ innerhalb der GROKO. Das Unentschieden zwischen Frau Wanka (CDU , pro Genmais) und Frau Hendricks (SPD , contra Genmais) führte mittels des Koalitionsvertrages zu einer Enthaltung bei der EU Abstimmung, Pro oder Contra Genmais.

JR sagt:
Der USA nutzt „Substantial Equivalence“ um die Zulassung GMO Produkte zu „prüfen“: Quelle: „Seeds of Destruction“ William Engdahl Seite 7 „The doctrine of „substantial equivalence“ was the lynchpin of the whole GMO revolution. It meant that a GMO crop could be considered to be the same as a conventional crop, merely because GMO corn looked like ordinary corn or GM rice or soybean, and even tasted more or less like conventional corn, and because in its chemkal composition and nutritional value, it was „substantially“ the same as the natural plant.“
So keine Prüfung wann es etwa gleich aussieht wie ein nicht Gen modifizierte Art.


Samstag, 30. Mai 2015

EU-Juncker ohrfeigt Ungarns Premier Viktor Orban, nennt ihn Diktator

Thema: Begrüssung in Brüssel

So behandelt EU-Boss Juncker seine Untertanen:

Auf dem EU-Gipfel in Riga kündigte EU-Boss Juncker die Ankunft von Ungarns Premier Viktor Orbán mit den Worten "The dictator is coming" an und begrüßte ihn mit "Dictator!" und einem Klaps auf die Wange. Junckers anschließende Körperhaltung lässt vermuten, dass er bereits einiges intus hatte.
Quelle: homment.com
Video am Ende des Beitrags

Foto: Scrennshot

Aber warum sollen wir uns über Brüssel aufregen?
Schauen wir doch zuerst einmal hier nach und fragen uns wo die Schwerverbrecher mit maximaler, krimineller Energie rumlaufen?
  • wo man Doktorarbeiten fälscht um sich Vorteile zu verschaffen
  • wo man Freunden und Familienmitgliedern steuerfinanzierte Aufträge zuschanzt
  • wo man Freunde und Familienangehörige mit lukrativen Posten versorgt
  • wo man Parteikassen per Ehrenwort mit Schwarzgeld füllt
  • wo man Kritiker in der Psychiatrie verschwinden lässt
dann ist man in - - nein nicht in Brüssel, dann ist man im völlig korrupten Bananenland Bayern!
Dort wird schon seit Franz-Josef Strauß, der so, wie auch viele andere CSU-Amigos, ein Vermögen durch kriminelle Selbstbedienung (Korruption) abgegriffen. Aber es endet ja nicht in Bayern, oder
  • wurde Roland Koch für die Psychiatrisierung der Steuerfahnder, die ihm und seinen Kumpanen gefährlich wurden, zur Rechenschaft gezogen worden? (diskret unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden sie rehabilitiert, aber das Leben der Familien ist zerstört)
  • ist die Korruption um den Flughafen Frankfurt aufgeklärt worden? (Allein im Jahr 2012 hat Roland Koch 1,5 Millionen Euro bei Bilfinger verdient)
  • ist der Sachverhalt um Mollath und seine Behauptungen und Vorwürfe zur Hypovereinsbank in Bayreuth geklärt oder auch nur aufgegriffen worden oder hat man auch dort alles unter den Tisch gekehrt?
  • Sind die Verantwortlichen für den Korruptionsskandal neuer Flughafen Berlin, BER
  • oder das Prestigeobjekt Elbphilharmonie, sowie dutzender anderer Projekte, bei denen massenhaft Steuergelder veruntreut und in Amigo-Taschen umgeleitet worden sind, zur Rechenschaft gezogen worden?
  • Ist der Fall um Steinbrück aufgeklärt worden, der angeblich einen Tag, nachdem die Haftungsfrist der ehemaligen HRE-Mutter HypoVereinsbank abgelaufen war, von dem Vorgang erfahren hat und dem Steuerzahler diese Pleite aufgebürdet hat?
  • Ist der Sachsensumpf aufgehellt worden oder die NSU-Lügengeschichte?
  • Deutschland ist völlig durchsetzt von organisierter Kriminalität und vom mafiösen Filz, bis in die Regierung und die höchsten Gerichte (Pofalla-"Die Krise ist beendet". Im Anschluss: Job mit Millionendotierung bei der Bahn (ohne jede Qualifikation))
Solche Fälle gibt es hunderte und tausende.

Wo ist die Opposition, wo sind die ermittelnden Staatsanwälte, wo die investigativen Journalisten?

Die arbeitende Bevölkerung wird nur einfach unfassbar gemolken und verarscht. Wer glaubt, es gäbe Demokratie und Rechtsstaat, der hat wirklich absolut den Knall nicht gehört.

Da braucht man überhaupt nicht nach Brüssel zu schauen.
Die unglaublichsten Verbrechen finden direkt und völlig offen vor unserer eigenen Haustür statt.

Quelle: ein Kommentar bei mmnews

Das Video:



Donnerstag, 7. Mai 2015

Freunde ausspionieren, das geht gar nicht? - Geht doch, fragen Sie Frau Merkel!

Thema: Politische Kultur

Deutsche Wirtschafts Nachrichten
Die Freunde in Brüssel und Paris ausspioniert:
Es wird eng für Angela Merkel


Der BND soll im Dienst der NSA nicht nur europäische Unternehmen, sondern auch die französische Regierung und die EU-Kommission ausspioniert haben. Erstmals werfen Politiker der Bundesregierung Lügen vor. Die Nachbarn und Verbündeten müssen sich fragen: Auf welcher Seite stand Angela Merkel? Die mächtigste Frau der Welt schweigt und hofft, dass das Gewitter vorüberzieht - und sich nicht zu einer melodramatischen Kanzlerinnen-Dämmerung auswächst.
Lesen Sie den ganzen Artikel hier Deutsche Wirtschafts Nachrichten

"Freunde ausspionieren, das geht gar nicht!"
Waren das nicht ihre Worte? Und jetzt spioniert "ihr" Geheimdienst "ihre Freunde" aus Frankreich nicht nur aus sondern liefert die Ergebnisse auch noch an ihre intimsten "Freunde" über die Atlantikbrücke - und sie weiss von nichts?
"Wer regiert hier eigentlich?"



Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer sagt:
„Bundesregierung und Kanzleramt verwirren mit unterschiedlichen Aussagen.“ n-tv.de

Die Dr. Bundeskanzlerin aber behauptet, dass sie davon „nichts“ wusste! Doch wenn ihr selbst der CDU Koalitionspartner SPD „jegliche Glaubwürdigkeit“ abspricht Handelsblatt, dann weiß ich, was ich davon zu halten habe! Jedoch stellt sich erneut die Frage:

Was wollen die Deutschen mit einer Regierungskoalition, die sich untereinander kein Wort glaubt, aber in großer Einigkeit „gemeinsam“ das Volk belügt? Welt.de

Ergänzung 08.05.2015



Danke Klaus für das Foto

Dienstag, 9. Dezember 2014

Luxemburger auf dem Ego-Trip - Juncker schlimmer als erwartet

Thema: EU-Kommissionspräsident
Focus-online
Luxemburger auf dem Ego-Trip:
Der EU-Präsident aus der Steuer-Oase:
Juncker entlarvt sich in Interview selbst


Jean-Claude Juncker Foto: Factio popularis Europaea CC-BY-SA 2.0
In seinem ersten Interview demaskiert sich der Kommissionspräsident als selbstgerechter Alleinherrscher: Er leugnet Luxemburgs Steuertricks, verschont Schuldensünder Frankreich und verbittet sich "widerliche Fragen".
Lesen Sie hier den Artikel: Focus.de

Man soll jedem Menschen eine zweite Chance geben. Auch Berufspolitikern. Und sogar Jean-Claude Juncker, dem nagelneuen Präsidenten der EU-Kommission. Vielleicht, so hofft man, ist er ja doch nicht so skrupellos, verschlagen und ich-bezogen, wie ihn viele Wegbegleiter aus zwei Jahrzehnten Europapolitik beschreiben.

Und ob er es ist. Ein einziges Interview genügt, um letzte Zweifel zu zerstreuen. Seine Majestät, Jean-Claude der Erste, geruht, den wichtigsten europäischen Zeitungen huldvoll ein Sammelgespräch zu gewähren (Le Monde, La Repubblica, Süddeutsche und andere). Und steckt gleich zu Anfang die Grenzen ab: "Ich antworte nicht auf widerliche Fragen."

Der Erfinder der Steueroase Luxemburg

Widerliche Fragen? Für Juncker ist das bereits der Fall, wenn Journalisten nachhaken, warum er zu seiner Zeit als Regierungschef Luxemburg in eine Steueroase für Weltkonzerne verwandelte – zu Lasten Rest-Europas.

Als sich Juncker dann doch zu einer Antwort herablässt, behauptet er: "Wir haben keine Politik in Luxemburg gemacht, mit dem Ziel anderen Ländern Steuereinnahmen wegzunehmen." Nein? Sondern? "Wir haben um moderne Unternehmen wie AOL, Amazon geworben." Ach so! Und wie, bitte, hat Luxemburg geworben? "Die dazugehörigen Steuerbeschlüsse haben die Steuerbehörden getroffen, nicht die Regierung." Na dann ist ja alles in Ordnung! Was kann denn, bitteschön, ein Regierungschef Juncker dafür, wenn die Steuerbehörden ohne sein Wissen diesen Internetgiganten Milliarden erlassen.

Der Herrscher über Europa

Allein diese Antwort dürfte Sprachforschern einmal als Musterbeispiel dienen: für Doppelzüngigkeit in Perfektion. Jean-Claude Juncker kann aber auch anders. In dankenswerter Klarheit kürt er sich verbal zum absolutistischen Herrscher über Europa. Nur er allein habe dafür gesorgt, dass Dauerschuldensünder Frankreich schon zum zweiten Mal ohne Sanktionen der EU davonkommt: "Ich habe mich anders entschieden.... Dieses Mal werde ich Frankreich, Belgien und Deutschland nicht diktieren, was sie zu tun haben."

Man beachte – erstens – das doppelte "Ich". Zweitens das "Diktieren". Und drittens das überraschende "Deutschland". Was hat ein Land ohne jegliche Neuverschuldung ("Schwarze Null") neben diesen notorischen Defizit-Staaten und Stabilitätspakt-Brechern zu suchen? Gar nichts. Juncker wollte uns wohl nur wieder mal eins auswischen. Hat leider nicht geklappt.

Der Schuldenmacher auf Pump

Juncker versucht´s trotzdem noch einmal. Er kämpft – gegen deutschen Widerstand – massiv für sein 300-Milliarden-Euro-Programm. Mit dieser Geldflut auf Pump will er – Verzeihung: ER – Europa ökonomisch retten: "Ein Baum wächst nicht nur mit Erde und Luft, er braucht auch eine Gießkanne. Das ist der Grund, warum ich dieses Investmentpaket vorgeschlagen habe."

Wir registrieren nicht nur das soundsovielte "Ich" in diesem Interview. Sondern auch, dass Jean-Claude Juncker den Kernirrtum aller Politiker begeht: Er bildet sich ein, mehr von Wirtschaft zu verstehen, als die wirtschaftlich handelnden Personen (Selbständige, Angestellte, Arbeiter, Unternehmer).

Damit liegt Juncker natürlich komplett falsch. Um in seinem Bild bleiben: Die Natur weiß es stets besser als jeder Politiker. Sie bietet dem Baum nicht nur Erde und Luft, sondern auch Sonne und Regen. Daher braucht ein Baum ebensowenig eine Gießkanne wie die Wirtschaft – und schon gar keinen Möchtegern-Alleinherrscher mit einem Gartenschlauch voller Milliarden-Subventionen.
Quelle: Focus-online

Sonntag, 5. Oktober 2014

Der Plan: Deutschland in europäischen Bundesstaat einbinden

Thema: Europa
Neue Dimension der Entmündigung: Schwächung Deutschlands durch Einbindung in europäischen Bundesstaat geplant

Ein Blick auf den Umbau der EU-Kommission unter ihrem neuen Präsidenten Jean-Claude Juncker lässt vermuten, dass die Entmündigung der EU-Mitgliedsstaaten eine völlig neue Dimension annimmt. Um zu verhindern, dass Deutschland zu stark wird, soll Berlin augenscheinlich in einen europäischen Bundesstaat nach dem Vorbild der USA gedrängt werden.

Deutlicher hätte der ehemalige EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kaum zeigen können, was er von den überall in Europa aufkeimenden Unabhängigkeits-bestrebungen hält. „Das Ergebnis ist gut für ein starkes, vereintes Europa, für das auch die EU-Kommission steht“, so Barroso nach dem gescheiterten Versuch, ein selbstständiges Schottland zu schaffen. An sich ist diese offen zur Schau getragene Ablehnung erstaunlich – aus Sicht Brüssels bieten die Abspaltungstendenzen durchaus einen Vorteil: Jede Schaffung neuer „Mini-Nationen“ vom Kaliber Schottlands, Kataloniens oder Flanderns auf Kosten der Zentralstaaten sollte eigentlich die Rolle der EU als zentraler Machtfaktor in Europa nur stärken.

Auf einen möglichen Beweggrund für die bisherige Brüsseler Abneigung stößt man in einem Artikel, der unlängst im britischen „Daily Telegraph“ erschienen ist. Ambrose Evans-Prichard, ein bekannter Beobachter der europäischen Politik, wagte darin eine brisante Voraussage: „Die zunehmende Neigung zur Fragmentierung, die den Kontinent erfasst hat, wird zu einer teutonischen Hegemonie führen – wenn wir Glück haben.“

Hintergrund der Aussage ist die Befürchtung, dass sich Europa zu einem provinziellen Flickenteppich entwickelt. Ohne einheitliche Führung sieht Evans-Prichard die Gefahr, dass sich Europa in einer Opferrolle und im Niedergang wälzt, während die Bedrohung des Kontinents von Außen wächst. Während weiten Teilen Europas die „Balkanisierung“ drohe, diagnostiziert der „Daily Telegraph“-Autor, dass Deutschland Separations-tendenzen gegenüber bisher immun geblieben sei.

Dazu kommt der Befund, dass auch die bisherige Machtbalance in der EU zerfälle: Der große Entwurf habe ein Gleichgewicht zwischen Berlin und Paris vorgesehen, das durch einen von London angeführten Staaten-Block abgerundet worden sei. Paralysiert durch eine wirtschaftliche Depression und den Kollaps der Präsidentschaft François Hollandes sei Frankreich allerdings nicht in der Lage, noch eine ernsthafte Rolle zu spielen.

Statt in Alarmismus vor einer deutschen Dominanz zu verfallen, kommt Evans-Prichard vor diesem Hintergrund zu einem erstaunlichen Fazit: Für Europa ist kaum ein zurückhaltenderer Hegemon denkbar als Deutschland. Das Land sei eine lebendige Demokratie mit starken Abwehrkräften gegen autoritäres Unheil.

Völlig anders sieht dies, der in Cambridge lehrende Brendan Simms. Der irische Historiker sieht nicht nur die letzten 500 Jahre europäischer Geschichte von einem „deutschen Problem“ überschattet, sondern auch die Gegenwart. Um zu verhindern, dass Deutschland zu stark werde, fordert Simms ganz offen, dass Berlin in eine „wirkliche politische Union“, in einen europäischen Bundesstaat nach dem Vorbild der USA gedrängt werden soll.

Einiges spricht dafür, dass mit der Berufung von Jean-Claude Juncker zum Chef der EU-Kommission die Weichen in Richtung einer solchen Entwicklung gestellt worden sind. Ein Blick auf den Umbau der EU-Kommission lässt nämlich befürchten, dass die Ent-mündigung der EU-Mitgliedsstaaten eine völlig neue Dimension annimmt.

Personalentscheidungen wie die Berufung des ehemaligen französischen Finanzministers Pierre Moscovici zum neuen EU-Währungskommissar haben den Blick darauf vernebelt, dass sich Jean-Claude Juncker als Kommissions-Chef eine enorme Machtfülle zugeschanzt hat. EU-Vizekommissionschefs gab es auch schon vorher, aber unter Juncker wurde ihre Bedeutung erheblich gestärkt. Dieses erlaubt ihm künftig eine straffe Kontrolle über die EU-Kommission.

So sollen die sieben Vize-Chefs nicht nur die EU-Kommissare übergeordnet anleiten, sondern Juncker „vollumfänglich vertreten und seine Autorität in ihrem jeweiligen Bereich ausüben können“. Diese Machtballung an der Spitze des ohnehin einflussreichsten Gremiums der EU droht vor allem für Deutschland verhängnisvolle Konsequenzen zu haben.

In Brüssel gilt Juncker als gewiefter Strippenzieher, der genau weiß, wie der EU-Apparat funktioniert. Obendrein hat Juncker in dem EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz (SPD) einen einflussreichen Verbündeten. Zu befürchten ist, dass das von keinem Bürger direkt gewählte Duo Juncker-Schulz versuchen wird, die Macht der nationalen Regierungschefs noch weiter zu marginalisieren.

Unter diesen Bedingungen droht Deutschland, in den kommenden fünf Jahren der Amtszeit Junckers weiter an politischen Einflussmöglichkeiten zu verlieren, während es gleichzeitig durch Vorhaben wie Euro-Bonds oder eine EU-Arbeitslosenversicherung verstärkt finanziell zur Ader gelassen wird.

Quellen: economist.com/preussische-allgemeine.de vom 30.09.2014

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Mit freundlicher Genehmigung von pravda-tv.com

Samstag, 31. Mai 2014

In den dunklen Räumen von Brüssel: „Die Bürger haben die Schnauze voll“

Thema: Eliten ohne Volk

Obwohl es ganz leicht möglich wäre, den Präsidenten der EU-Kommission fair im EU-Parlament zu wählen, kungeln die Parteipolitiker Europas seit gestern Abend in den Brüsseler Hinterzimmern. Sie wollen keine Demokratie. Sie agieren unverfroren als Funktionäre für ihre exklusive Klientel. Gemeinsam mit den Brüsseler Spitzen-Bürokraten brechen die Staats- und Regierungschefs das Recht und demaskieren sich als die eigentlichen Anti-Europäer.

Wenn man die Europäischen Verträge durchliest, ist die Sache eigentlich sonnenklar: Es wäre ganz leicht möglich, den Präsidenten der EU-Kommission demokratisch zu wählen.

Artikel 17 des EU-Vertrages besagt:
    „Der Europäische Rat schlägt dem Europäischen Parlament nach entsprechenden Konsultationen mit qualifizierter Mehrheit einen Kandidaten für das Amt des Präsidenten der Kommission vor; dabei berücksichtigt er das Ergebnis der Wahlen zum Europäischen Parlament. Das Europäische Parlament wählt diesen Kandidaten mit der Mehrheit seiner Mitglieder. Erhält dieser Kandidat nicht die Mehrheit, so schlägt der Europäische Rat dem Europäischen Parlament innerhalb eines Monats mit qualifizierter Mehrheit einen neuen Kandidaten vor, für dessen Wahl das Europäische Parlament dasselbe Verfahren anwendet.“
In Artikel 14 steht:
    „Das Europäische Parlament …. wählt den Präsidenten der Kommission.

    Das Europäische Parlament setzt sich aus Vertretern der Unionsbürgerinnen und Unionsbürger zusammen.

    Die Mitglieder des Europäischen Parlaments werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier und geheimer Wahl für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt.“
Artikel 2 der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments sagt:
    „Die Mitglieder des Europäischen Parlaments üben ihr Mandat frei aus. Sie sind weder an Aufträge noch an Weisungen gebunden.“
So einfach ist die Demokratie.
Auf dem Papier!

Denn in der Praxis der EU läuft es ganz anders. Während Ratspräsident Van Rompuy nach dem informellen Eröffnungs-Dinner in seinem – völlig belanglosen und dennoch pathetisch triefenden – Statement sagt, die Staatschefs seien nach der Wahl am Sonntag zur Auffassung gelangt, man müsse die „Union bewahren“, feilschen „in dunklen Räumen“ die Staats- und Parteichefs wie verrückt darüber, ob sie nun Jean-Claude Juncker verhindern sollen oder nicht.

Die europäischen Verträge sehen keine „Spitzenkandidaten“ vor und erst recht kein „Recht“, dass irgendein Partei-Soldat Anspruch auf das Amt des Kommissionspräsidenten hat. Beides sind Erfindungen der Parteien. Doch die Parteien in ihrer grenzenlosen Abgehobenheit und Gier gehen sogar so weit, dass sie schon die Posten nach Gutdünken verteilen: Sigmar Gabriel sagte, dass dem SPD-Mann Martin Schulz der zweite Platz – also die Niederlage – auf jeden Fall mit dem Posten eines Kommissars zu versüßen sei. Und, als wäre die steuerfinanzierte EU das Wunschkonzert für die Funktionäre: „Welches Portfolio Schulz bekommen soll, ist erst einmal seine Angelegenheit.“

Die EU, deren hehre Ziele noch bis Sonntag, 18 Uhr, alle Beteiligten in blumigen Worten gepriesen hatten, will den Bürgern einen wegen einer Abhöraffäre in Luxemburg aus dem Amt gejagten Berufspolitiker als „Präsident der Europäer“ vor die Nase setzen. Juncker passt allerdings wirklich gut in dieses Milieu: Er hat einmal gesagt, dass er der Meinung ist, Politik solle „in dunklen Räumen“ gemacht werden, um die Finanzmärkte nicht zu erschrecken.

Luxemburg ist bis zum heutigen Tag ein Offshore-Paradies, an dem die globalen Konzerne ihre Profite aus dem Kontinent schaffen – ohne Steuern in den Ländern zu zahlen, in denen sie Milliarden-Gewinne machen. Juncker hat auch gesagt: Wenn es ernst wird, müsse man in der Politik lügen.

So beginnt die nächste Legislaturperiode der EU mit einem Feuerwerk des steuerfinanzierten Rechtsbruchs, der Parteienherrschaft und der politischen Rundum-Versorgung. Der Steuerzahler wird, wenn er auf die Machenschaften hinweist, als „Anti-Europäer“ diffamiert.

Tatsächlich sind die Staats-, Regierungs- und Parteichefs die eigentlichen Anti-Europäer: Denn sie treten die großartige Idee eines vereinten Europas mit Füssen. Sie brechen die Verträge und schotten sich ab. Lord Charles Leach, Mitglied im House of Lords, hat im niederländischen TV gesagt: „Die Bürger haben in ganz Europa die Schnauze voll von diesen Eliten. Sie sprechen alle dieselbe Sprache, und diese Sprache ist hohl und leer. Die Bürger neigen eher den seltenen Politikern zu, die sagen, was sie denken – auch, wenn es kontrovers ist. Das Votum für Ukip war nicht nur ein Ausdruck des Misstrauens gegen die europäischen Institutionen. Es war eher ein Votum gegen die politische Eliten. Die Protestwähler haben das Gefühl der Abkoppelung der Eliten. Das nennt man ein demokratisches Defizit.“ („Buitenhof“ sehenswert ab Minute 12:00)

Das informelle Dinner nach der EU-Wahl: In Europa regieren nicht die Bürger, sondern die Parteien und die Funktionäre. (Foto: consilium)
Tatsächlich wäre die demokratische Wahl eines Kommissionspräsidenten sogar in der unvollkommenen Konstruktion der EU-Institutionen möglich. Van Rompuy, der am Dienstag mit den Sondierungsgesprächen beauftragt wurde, müsste nur seinem gesetzlichen Auftrag nachkommen: Gemäß Artikel 16 des EU-Vertrags hat der Präsident des Rats darauf hinzuwirken, „dass Zusammenhalt und Konsens im Europäischen Rat gefördert werden“. Damit ist nicht gehobenes Intrigantentum gemeint. Van Rompuy müsste die kommenden Monate nützen, um mit den Abgeordneten im EU-Parlament einige Kandidaten zu finden, die eine Mehrheit im Parlament bekommen könnten. Die Abgeordneten sind nämlich „frei“ und „weder an Weisungen oder Aufträge gebunden“.

Ein unbefangener Emissär des Rates könnte das viele Geld, das die europäischen Steuerzahler nach Brüssel überweisen, dafür nützen, um auszuloten, wer als EU-Kommissionspräsident eine Mehrheit im Parlament finden kann.

Doch Herman Van Rompuy verachtet das Parlament, wie er in einem Interview neulich unumwunden gesagt hat: „Entschieden wird woanders!“ Die Eliten, die von den Bürgern Europas eigentlich dafür bezahlt werden, die schöne Idee von Europa in eine einigermaßen vernünftige, alltägliche Politik umzusetzen, bekämpfen sich nämlich bis aufs Messer. Keiner gönnt dem anderen etwas: Die Leute vom Rat hassen die Kommission, das Parlament kämpft gegen die Kommission, die Kommission schneidet den Rat, wo sie kann usw. Im Hintergrund agieren die Parteien, in offiziellen, halboffiziellen oder geheimen Zirkeln. Ein sogenannter „Trilog“ stellt sicher, dass der ganze Laden nicht im völligen Sillstand erstarrt wie Lots Weib, die zur Salzsäule wurde, weil sie auf Sodom und Gomorra zurückgeblickt hatte (mehr zu dieser durch und durch undemokratischen Einrichtung hier).

Die meisten Regierungschefs stehen mit dem Rücken zur Wand (hier). Doch anders als Lord Leach haben sie nicht kapiert, warum. Die „EU“ und die die klassischen Parteien verlieren nicht deswegen so dramatisch an Zuspruch, weil die Bürger plötzlich „gegen Europa“ sind. Sie verlieren die Zustimmung, weil der hemmungslose, fortgesetzte und offene Rechtsbruch den Bürgern vor Augen führt, dass ihre kühnsten Träume von einem vereinten Europa zu einem Alptraum einer Parallelgesellschaft für Funktionäre und ihre Freundeskreise geworden sind. Dieses „Europa“ hat mit den Werten des alten Kontinents – Vielfalt, Respekt, Toleranz, Offenheit – nichts mehr zu tun.

Die EU in ihrer aktuellen Verfassung steuert zielsicher auf ihren Untergang zu. Das Personal an Deck der Euro-Titanic (Broder) merkt nicht, dass die dumpfen Schläge (Le Pen, Ukip, Goldene Morgenröte, Podemos, Syriza, FPÖ, Afd) nicht die Betrunkenen sind, die es nicht mehr bis in die Kabinen schaffen, sondern die Eisberge, die den Rumpf des führungslosen Schiffs durchschlagen.

Der Terminkalender für Ratspräsident Herman Van Rompuy sieht vor, dass der Belgier am Mittwoch nach Aachen reist. Dort wird er den Karlspreis in Empfang nehmen.

Der Anspruch dieses Preises:
    „Der Karlspreis wirkt in die Zukunft, er birgt gleichsam eine Verpflichtung in sich, aber eine Verpflichtung von höchstem ethischem Gehalt. Er zielt auf freiwilligen Zusammenschluss der europäischen Völker, um in neu gewonnener Stärke die höchsten irdischen Güter – Freiheit, Menschlichkeit und Frieden – zu verteidigen, den unterdrückten und Not leidenden Völkern wirksam zu helfen und die Zukunft der Kinder und Enkel zu sichern.“
Immerhin: Im Rahmenprogramm findet sich auch ein aktueller Bezug: Am Donnerstag werden Kevin (Vocals) und Kim (Guitar) „Acoustic-Indie-Pop mit ihrer ganz eigenen Note“ zum Besten geben. Die beiden Jungs möchte man hören.

Das Motto ihres Auftritts: „Lights Out“.
Das neue Buch von DWN-Herausgeber Michael Maier.
DWN-Herausgeber Michael Maier beschreibt in seinem neuen Buch, warum die Demokratie keine Chance hat, wenn sich ein politisches System jeglicher Kontrolle und Transparenz entziehen. Die Politiker begünstigen weltweit radikale soziale Bewegungen und drängen die Bürger in eine „außerparlamentarische Opposition“. Denn am Ende müssen die Bürger die Party bezahlen – wenn sie sich nicht rechtzeitig wehren.

Michael Maier, „Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen“.

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Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Gudrun Eussner sagt:
Nur nicht! Das wäre ja entsetzlich! Dann würden diese abgeschobenen Pfeifen, die in ihren Ländern keiner mehr haben will, und die deshalb zum Europaparlament kandidieren dürfen, ohne die doch noch irgendwie ihren Bürgern verantwortlichen Staatslenker den Präsidenten der EU-Kommission wählen. Na, da würden aber Beträge den Besitzer wechseln!
Und die Bürger würden denken, jetzt wäre endlich ein wenig Demokratie in die EU eingezogen und würden sofort wieder statt AfD Dr. Angela Merkel oder FDP wählen, mindestens die Hälfte der jetzigen Wähler täte das, und die Bewegung zu wirklicher Demokratie wäre am Ende, le mouvement étouffé.

Leider sagt:
Liebe Redakteure,
ihr trefft genau den Punkt:
WIR HABEN DIE SCHNAUZE GESTRICHEN VOLL VON DIESER EU!
Poitiker sind eigentlich Angestellte des Volkes – aber unsere Politiker verhalten sich wie schlimme Despoten. Des eigenen Machterhalts und des damit verbundenen Salärs wegen verkaufen sie ihre eigene Bevölkerung.
Und dann erklären diese Politiker uns noch, wir wären zu dumm, das zu verstehen.
Wir verstehen aber sehr wohl, worum es geht.
Die Politiker sollten mal das Geldsystem überdenken und sich fragen: cui bono?
Aber dann stehen sie ja selbst auf den ersten 3 Plätzen.

Es reicht! sagt:
Ein dickes Lob an die DWN-Redaktion, die es immer wieder schafft, aktuelle Themen ungeschönt und der Wirklichkeit entsprechend darzustellen. Ebenfalls, so meine ich, wird hier Meinungsfreiheit noch groß geschrieben. Wer hier sein Kommentar sachlich verfaßt, möge er noch so hart formuliert sein, der kann gewiß sein, daß sein Beitrag auch Gehör findet und nicht einfach gelöscht wird. Zumindest ist das meine bisherige Erfahrung.
Ich möchte hier keinesfalls Werbung für die DWN machen, aber im Vergleich zu den mainstream-Medien liegt man hier der Wahrheit noch am nächsten. Liebe DWN-Redaktion, macht bitte weiter so! Es ist ein wichtiger Beitrag zur Meinungsbildung und eine gute Informationsquelle für alle, die noch eine eigene Meinung haben, bzw. sich eine bilden wollen.


Freitag, 30. Mai 2014

Wen braucht "Europa" denn jetzt, Schulz oder Juncker? Entscheiden jetzt die Bilderberger?


SPD-Chef Gabriel:
"Europa braucht beide: Schulz und Juncker"


30.05.2014, 09:08 Uhr | dpa Die SPD drängt die Union und Kanzlerin Angela Merkel, sich zu den Spitzenkandidaten für die Europawahl zu bekennen. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte dem Berliner "Tagesspiegel": "Europa ist in einem so schwierigen Zustand, dass Europa beide braucht: Juncker und Schulz."

Der bisherige EU-Parlamentspräsident und sozialdemokratische Spitzenkandidat bei der Europawahl, Martin Schulz (SPD), müsse der künftigen EU-Kommission angehören. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte der "Süddeutschen Zeitung", Merkel müsse "klar erklären, ob sie wirklich zu Jean-Claude Juncker als Kommissionspräsident steht - oder lieber das Geklüngel auf Spitzenebene fortsetzen möchte".

Im Ringen um diese europäische Top-Position solle sich die Kanzlerin nicht hinter dem britischen Premierminister David Cameron verstecken, so Fahimi weiter. Der Machtkampf auf EU-Ebene drohe "das Vertrauen in die europäische Idee" zu beschädigen.

Bedenken gegen schnelle Festlegung

Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Der Rat muss wissen, dass das Europaparlament daran festhalten wird, den Wählerwillen durchzusetzen." Vor dem EU-Gipfel Ende Juni müsse es Konsultationen mit Juncker und den Fraktionsspitzen geben.

Die Regierungschefs aus Großbritannien, Ungarn, Schweden und den Niederlanden haben - trotz des Wahlsieges der Konservativen mit Spitzenkandidat Juncker - Bedenken gegen eine schnelle Festlegung auf Luxemburgs Ex-Premier, der seit drei Jahrzehnten auf dem Brüsseler EU-Parkett mitspielt.

Die Konservativen wurden bei den Europawahlen am Sonntag die stärkste Kraft mit 213 Sitzen im Parlament. Die Sozialdemokraten landeten mit 191 Sitzen auf Platz zwei.

» der Kommentar des Blogschreibers «
Man kann es drehen und wenden wie man will: die Europawahl war eine Farce.
Wenn einem in Deutschland von, gefühlt, jedem zweiten Plakat eine Kanzlerin angrinst, die aber gar nicht zur Wahl steht, wenn die deutschen Medien die Wahlergebnisse der anderen Länder lange verschweigen, dann ist das schon sehr verdächtig.
Wenn sich dann der deutsche Vizekanzler dazu ermächtigt, seinen Favoriten, wenn schon nicht zum Wahlsieger, dann zumindest für gleichplatziert zu erklären, dann ist das ebenfalls ein Zeichen darauf.
Wenn aber die deutsche Kanzlerin erst die Bilderberger über das Wahlergebnis entscheiden lassen will, jedenfalls hat es durch ihre Verzögerungstaktik den Anschein, dann ist es das sicherste Zeichen dafür, dass die Europawahl eine riesige Wählerverarsche, auf Kosten der Steuerzahler, war und ist.


Kommentare bei t-online

Verges
Keinen von Beiden! Um das Drama voll zu machen, empfehle ich: Pofalla!
Die EU löst sich dann schneller auf!

GucktsDuHier
Kaum ist die Wahl gelaufen wird der Bürgerwille in die Tonne gehauen.
Hauptsache die Kohle stimmt.
Politiker,das macht Ihr immer so.
Ihr müsst euch wohl nicht wundern wenn es kracht.

sportsfan1
Beide unterstützen die Rettungsschirmpolitik und keiner von den beiden hat jemals einem Wähler Target 2 versucht zu erklären. Was soll man mit solchen Verdunklungspolitikern anfangen? Die kann man höchstens zu verhindern versuchen, sorry.

Mecky3
Martin Schulz hat sich Brüssel durch Fernbleiben Sitzungsgelder erschlichen und lt. Frontalsendung vom 29.4. ca. 110.000,oo € ohne Nachweis kassiert. Nur Betrüger können Betrüger wählen!

Alexander37
Es ist unfassbar, dass gerade Frau Merkel das Ergebnis der Europawahl derart in Frage stellt bzw. es nicht eindeutig zu akzeptieren scheint! Dieses Verhalten wird meine künftige Wahlentscheidungen nachhaltig beeinflussen!

HenryHunter
Was braucht Europa ? Demokratische Volksentscheide nach dem Muster der Schweiz, keine Subs mehr an ultrareiche Unternehmen und vor allem keine Volksvertreter die nur und ausschließlich ihre eigenen Interessen vertreten statt die der Gemeinschaft. Was wir vor allem nicht brauchen ist eine EZB und Rating Argenturen die ganze Länder mit Hilfe von Goldmann Sachs in den Ruin treiben.

WSAB
Europa braucht die Besten. Die haben aber deutlich zu hoch dotierte Verträge in der Wirtschaft oder sind in der Länderpolitik eingebunden.
Und zur allgemein angestrebten Bildungspolitik ist festzustellen: Es muß auch "ein paar Indianer geben nicht nur Häuptlinge". Wir haben tausende Ingenieure in Praktika, bzw. Zeitverträgen, weil das richtig billig ist. Und da klagt die Wirtschaft, dass Fachkräfte fehlen. Ebenfalls bewegen sich Hunderttausende in irgendwelchen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder Fortbildungen, nur damit sie aus der Arbeitslosenstatistik raus sind. Solche Verhaltensweisen haben Einfluss auf ganz Europa. Und solange "Geldjongleure" noch Mios verdienen, ohne persönliche Risiken tragen zu müssen, schürt das den Missmut der "Normalos", und das europaweit.


Mittwoch, 28. Mai 2014

Barroso fordert: Deutschland muss Frankreich retten

Thema: Eurovisionen

Blick auf die Sparguthaben

José Manuel Barroso hat messerschaf erkannt, dass das politische Erdbeben in Frankreich zur Gefahr für die gesamte EU werden könnte. Daher müsse eine starke "Achse zwischen Berlin und Paris" gebildet werden. Eine Möglichkeit wäre, noch mehr Geld zu drucken - die Franzosen fordern, dass die EZB unter die Kuratel der Euro-Finanzminister gestellt werden soll.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso nach der Europawahl am Sonntag eine intensivere Kooperation von Deutschland und Frankreich gefordert. “Wir brauchen eine starke Zusammenarbeit von Berlin und Paris. Ohne diese funktioniert es einfach nicht”, sagte Barroso am Montag in Sintra nordwestlich von Lissabon. “Sie ist unverzichtbar, aber auch nicht alleine ausreichend.” Die übrigen 26 EU-Länder dürften nicht das Gefühl bekommen, dass die wichtigen Entscheidungen zwischen den beiden größten Ländern der Gemeinschaft ausgemacht würden, bevor die übrigen Staaten gefragt würden.

Das starke Abschneiden von EU-Kritikern etwa in Frankreich und Österreich mache ihn sehr betroffen, sagte Barroso auf einer Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) in seiner Heimat. Aus seiner Sicht hat vor allem die Krise der vergangenen Jahre zu dem massiven Verlust von Vertrauen in die Institutionen und etablierten Parteien in der EU geführt. “Die Wahrnehmung der Leute auf der Straße war, dass sie nicht mehr die Kontrolle darüber haben was passiert.” Diese Europa-Enttäuschung und die Angst, bei der Globalisierung auf der Verliererseite zu stehen, habe den Nährboden für “populistische und nationalistische Strömungen” geliefert. Dies gelte aber nicht nur für die europäischen Institutionen, sondern auch für die Institutionen in den Nationalstaaten.

Die EU hat sich in den vergangenen Wochen bereits für die Stärkung dieser Achse ausgesprochen: Der konservative Kandidat Juncker, der nun Barroso nachfolgen will, hat bereits vor der Wahl in Richtung Paris signalisiert, dass er sich vorstellen könnte, dass die EZB ihrer Unabhängigkeit entbunden und vollends in den Dienst der Euro-Rettung gestellt wird. Die Folge wäre eine Umverteilung der Schulden innerhalb Europas. Für manche entstünde daraus die Vollendung der inneren Einheit Europas.

Mehr zu Junckers Vorstellungen einer politisch gesteuerten Geldpolitik – hier.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Selbstdenker sagt:
Selbst nach diesem Wahlausgang mit seinem Bekenntnis der europäischen Völker betreiben die Diktatoren weiterhin Realitätsverweigerung höchster Güte.
EZB-Draghi hat da seine eigene Erklärung:
“Der entlarvendste Kommentar zum Ausgang der EU-Parlamentswahl stammte gestern Abend von EZB-Chef Mario Draghi. Die Wähler in der Gemeinschaft seien “losgelöst.” Abgehoben von der Realität, meint er damit:
http://blog.markusgaertner.com/2014/05/25/eu-parlamentswahl-warnschuss-fur-eine-losgeloste-kaste/

Wolfgang sagt:
Herr Barroso,wenn’s schwierig wird,dann wird nach Hilfe gerufen – und ausgerechnet Deutschland?! Da muss es Ihnen aber ziemlich warm in der Hose geworden sein. Die Franzosen werden Ihre Angelegenheiten schon regeln,vielleicht nicht so,wie das nach Ihrer Vorstellung ist. Das ist jetzt ‘was anderes,als großmäulig anderer Leute Geld zu versemmeln

khaproperty sagt:
Ist alles verboten, widersinnig und äußerst schädlich für alle – aber infolge der Schaffung des Euro eine logische Entwicklung.
Der Euro kann nur zerstörerisch wirken. Unter ihm ist ein irgendwie gearteter Erfolg für die Menschen nicht möglich, nicht einmal denkbar, realistischerweise.
Deutschland wird im Ergebnis – heute schon absehbar wegen der versteckten Billionen-Verbindlichkeiten – am meisten zahlen müssen, nicht,weil die Deutschen viel Geld hätten, sondern weil die anderen es wahrheitswidrig behaupten.
Alle bisherigen Erhebungen in EU jedoch offenbaren, daß fast alle Menschen in den anderen Staaten um Vieles reicher sind als die Deutschen. die zwei verlorene Kriege abbezahlten.
Der Dritte geht soeben verloren – per Euro.

Ingenieur sagt:
Ob der Herr Maoist da schon mal die Franzosen gefragt hat, ob das denen gefällt? Von mir aus kann Frankreich gern gerettet werden. Aber im Gegensatz zu der dilettantischen Rettung Griechenlands diesmal immer gegen Pfand. Wenn es keinen französischen Patrioten mehr gibt, den es stört, wenn dann eines Tages
- alle Franzosen in deutschen Fabriken arbeiten
- alle Franzosen einen deutschen Mieter haben
- alle Franzosen auf einem Grundstück mit deutschem Eigentümer leben
- die Maut auf allen Strassen Frankreich’s nach D fliesst
- die Wasserwerke, Kraftwerke in Frankreich deutsches Staatseigentum sind
usw.,
dann auf geht’s, mach mers.

wütender wutbürger sagt:
Barroso hat den Knall nicht gehört! Die Franzosen haben mehrheitlich für einen Austritt aus der EU gestimmt und nicht für eine noch engere Zusammenarbeit mit Deutschland!
““Die Wahrnehmung der Leute auf der Straße war, dass sie nicht mehr die Kontrolle darüber haben was passiert.”
Wir haben nie eine Kontrolle darüber gehabt! Das habt Ihr ganz allein diktatorisch entschieden! “Diese Europa-Enttäuschung und die Angst, bei der Globalisierung auf der Verliererseite zu stehen, habe den Nährboden für “populistische und nationalistische Strömungen” geliefert”
Fragen SIE mal die Menschen in Griechenland u. Diejenigen die Familienangehörige durch Suicid aus Verweiflung verloren haben, die stehen bereits auf der Verliererseite! Sie Blindfisch, Herr Barroso! Europa will nicht mehr EU! Capice?!

Maus sagt:
Frankreich soll uns Retten !
Es ist Zeit für eine Französische Revolution !
Marine Le Pen alles gute !
Die EU-Lobbyisten der Finanz-Oligarchen sind zu weit gegangen !
Die Zeit ist gekommen der Korruption ,und den Beschlüssen im Geheimen den Kampf anzusagen !
Die Politiker die gegen das Volk agieren abzusetzen !


Drama in Frankreich: Der Zerfall der EU beginnt in Paris

Thema: Eurovisonen

Drama in Frankreich: Der Zerfall der EU beginnt in Paris

Der historische Sieg des Front National könnte der Auslöser für den Zerfall der EU sein. Die französische Regierung kämpft ums Überleben. Die EU kann nur kontern, wenn Deutschland voll in die Schuldenhaftung gezwungen wird. Doch selbst das wird am Ende nicht reichen.

In Frankreich spielt sich ein Drama ab, das schon sehr bald eine europäische Dimension bekommen könnte. Der Philosoph Bernard-Henri Lévy fordert sogar schon eine Regierung des nationalen Notstandes.

Der Grund für das Desaster ist einfach: Mit dem Front National hat eine Partei die EU-Wahl gewonnen, die ausdrücklich die Zerschlagung der EU in ihrer gegenwärtigen Form will. In Frankreich kann man – anders als bei der AfD oder der FPÖ in Österreich – nicht sagen, dass die Töne vor einer Wahl immer schärfer sind als danach. Frankreich hat gewaltige Probleme, die die Regierungen Sarkozy und Hollande nun schon seit Jahren vor sich herschieben: Jugendarbeitslosigkeit, Verelendung, starke Zuwanderung und sehr starker Ausländerhass, Gewaltbereitschaft. Das alles spielt sich in einem Wirtschaftsumfeld ab, in dem der Staat sich überall einmischt, Kreativität kaum noch gefördert und stattdessen Nepotismus, Größenwahn und Gefälligkeiten das Tempo bestimmen. Die Franzosen sind auf breiter Front frustriert – und es ist wahrlich nicht ihre Schuld.

Es ist die Schuld der diversen französischen Regierungen, die sich, eingebunden in die EU, darauf verlassen haben, dass früher oder später andere für ihre maßlos aufgehäuften Schulden geradestehen werden. Konnte sich vor dem Euro jede Regierung mit einer kleinen Währungsreform vor dem Schlimmsten retten, haben die Franzosen darauf gesetzt, ihre Schulden zu vergemeinschaften.

Nun hätte auch Marine Le Pen mit Sicherheit nichts dagegen, die französischen Staatsschulden in der EU zu verteilen. Doch das wird für sie erst interessant, wenn sie an der Macht ist. Um an die Macht zu kommen, setzt Le Pen auf das Gefühl der Franzosen, aus der EU aussteigen zu wollen. Wer kann es ihnen verdenken? Die französischen Politiker haben – wie alle anderen in Europa auch – stets die Schuld nach Brüssel abgeschoben, wenn etwas nicht funktioniert hat. Für die Parteien ist die die EU bisher eine bequeme Sache gewesen: Sie haben zusätzlich kassiert, indem sie ausgediente und in Ungnade gefallene Politiker nicht mehr selbst versorgen mussten, sondern nach Brüssel oder ins EU-Parlament abschieben konnten. Die Alimentierung der politischen Frührentner durch den europäischen Steuerzahler hat die Parteien in allen Staaten träge und faul gemacht.

Wann immer Unternehmen aber träge und faul werden, kommen neue Wettbewerber. Diese sind noch hungrig und wollen an die Futtertöpfe. Die Euro-Skeptiker in ganz Europa haben ihr Produkt – also ihre Politik – den Kunden-Bedürfnissen angepasst: Die Wähler waren gegen die EU, also haben die Parteien ihnen eine Anti-EU-Politik verkauft. Das hat in allen Staaten aus unterschiedlichen Gründen funktioniert: In Griechenland ist die Syriza die stärkste Kraft, weil die Griechen natürlich gemerkt haben, dass man ihnen die Troika geschickt hat, um die Bankenrettung durchzuführen. In Großbritannien hat die Ukip gewonnen, weil Nigel Farage ein brillanter Taktiker ist: Er hat genau registriert, dass die dramatische Spaltung der britischen Gesellschaft in Arm und Reich ein Reservoir an wütenden Bürger hervorbringt. Doch Farage hat den Briten nicht gesagt, dass die Banken, die EU und die großen Konzerne an dieser Entwicklung schuld sind – daraus kann man keine „Volksarmee“ formieren, wie Farage seine Wähler nennt. Farage hat den Briten gesagt, dass die Ausländer ihnen ihre Arbeitsplätze wegnehmen. Weil dieses Produkt bei den Wählern gut ankommt, gibt es neben der Ukip sogar zwei andere, neue Anti-EU-Parteien.

In einer Parteien-Demokratie zählt nichts mehr als attraktives neues Produkt; Wenn es die Anti-EU-Pille ist – bitte sehr! (mehr zu dieser Entwicklung hier)

Und daher wird Premierminister David Cameron kommende Woche ein neues Einwanderungs-Programm präsentieren, das wörtlich aus der Feder von Nigel Farage stammen könnte. In Griechenland macht die Regierung schon längst die Politik, die ihnen von der Rechtsradikalen diktiert wird, wie der Ökonom Yanis Varoufakis penibel beschrieben hat. Nach dem Sieg der Syriza werden die etablierten Parteien noch weniger von dem tun, wozu sie sich in Brüssel verpflichtet haben.

Die EU wird jedoch am ehesten an Frankreich zerbrechen.

Frankreich ist von allen europäischen Ländern das Land, in dem es am schnellsten zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen kann. Das hat die Vergangenheit gezeigt. Das wissen alle Parteien in Paris. Und daher wird die französische Regierung auf den Kurs von Le Pen einschwenken – so wie Cameron tut, was Farage will; und so wie die Griechen, die von linken und rechten EU-Gegnern durch die Manege getrieben werden.

Die Sozialisten von Hollande sind in einer verzweifelten Lage. Sie haben den unfähigsten Präsidenten aller Zeiten. Sie sind zerstritten. Sie haben so massiv verloren, dass jeder einzelne Abgeordnete um seinen Job zittern muss. Die konservative UMP hat sich noch nicht von der Ära Sarkozy erholt. Sie hat noch keinen Führer hervorgebracht. Der Front National dagegen steht mit Marine Le Pen an der Spitze wie ein Mann. Würde innerhalb der nächsten Monate gewählt, Le Pen hätte Chancen auf den Sieg.

Frankreich kann aber keine großen Geschenke mehr verteilen: Das Land ist pleite. Seit Monaten flehen die Franzosen bereits, dass die EZB endlich zu entmündigen ist und der Euro so weichgespült werden müsse wie der Franc zu Krisenzeiten.

Die anderen EU-Staaten stecken alle in einer ähnlichen Lage wie Frankreich, Großbritannien und Griechenland. Sie haben massive Anti-EU-Bewegungen und damit politische Produkte, die sich besser verkaufen lassen als das ewig-gleiche Gesäusel vom „Friedensprojekt“ Europa: Italien (mit Grillo in Lauerstellung), Ungarn, Spanien (auch hier kam eine neue Linke aus dem Nichts, die die Sozialisten bedroht), Niederlande (mit dem starken Wilders), Österreich (mit einer starken anti-EU-FPÖ und einem Milliarden-Fiasko wegen der Hypo Alpe Adria) – keines dieser Länder wird sich in den kommenden Monaten dafür hergeben, die „Vereinigten Staaten von Europa“ zu propagieren. Jeder kämpft um sein eigenes Hemd. Für viele geht es bereits um das letzte Hemd.

In Paris und in London werden wir in den kommenden Monaten eine Wende der Politik erleben: Die EU-freundlichen Töne werden leiser werden, weil die Regierungen ums Überleben kämpfen. Die Siege von Le Pen und Farage werden das „Produkt Politik“ in Europa verändern: Man wird der EU nur noch das unbedingt Nötige geben. Die Einwanderungsgesetze, die Cameron kommende Woche vorschlagen will, verstoßen ganz klar gegen alle EU-Regeln. Er wird es trotzdem durchpeitschen – und sich von keinem Bürokraten à la Barroso, Van Rompuy oder Juncker dreinreden lassen.

Dem gegenüber steht eine neue Kommission, in der der völlig ausgelaugte Kohl-Freund Jean-Claude Juncker die Vorturner machen soll. Manchmal hat man bei Juncker den Eindruck, dem Mann geht es wirklich nur noch um die Rente – und er ist sogar zum Lügen zu faul. Der Niederländer Dijsselbloem hat Juncker sogar einen Trinker genannt (mehr dazu hier).

Mit diesem letzten Aufgebot werden Angela Merkel und Sigmar Gabriel versuchen, den Zerfall so lange als möglich hinauszuschieben. Auch Merkel ist im Übrigen bald eine „lame duck“: Sie strebt nach Höherem und will die ewigen Nachtsitzungen zur Euro-Rettung nicht mehr haben. Sigmar Gabriel kennt Brüssel zwar gut – er war ja erfolgreich als Lobbyist für VW tätig, was heute gerne verschwiegen wird (hier nachzulesen). Doch gerade diese Art von EU war es, die die EU-Gegner gestärkt hat. Gabriel mag damit noch – wie Schröder – den einen oder anderen Nutzen für sich selbst ziehen. Politisch führen kann man mit dieser Haltung in einer Krise nicht einmal die EU.

Mats Persson von Open Europe warnt: „Brüssel und die nationalen Hauptstädte werden versucht sein, die Erfolge der Euro-Skeptiker als den Höhepunkt der EU-kritischen Stimmung anzusehen, die verfliegt, wenn sich die Eurokrise beruhigt und die Wirtschaft erholt. Das wäre ein Spiel mit dem Feuer.“

Marine Le Pen wird Hollande in den kommenden Monaten vor sich hertreiben. Frankreich wird den Sparkurs über Bord werfen, weil die Regierung ihre Haut retten will. Frankreich wird seine Banken auf Teufel komm raus stützen.

Auch in den meisten anderen Ländern dürfte der Hass gegen den Sparkurs wachsen. Weil aber die Schulden in der Krise nicht abgebaut wurden, sondern gestiegen sind, werden wir eine Euro-Krise „reloaded“ erleben. Die Banken werden nervös werden. Der IWF wird aufmarschieren und fordern, was er erst kürzlich in einer Studie geschrieben hatte: Die ehemalige französische Finanzministerin Christine Lagarde übermittelte den Regierungen in Europa die Botschaft, sie mögen sich mit so harten Schnitten beschäftigen, wie sie „bisher nur im Zusammenhang mit Entwicklungsländern gesehen wurden“.

Diesen Hinweis sollten die deutschen Sparer genau lesen. Denn wenn die Franzosen nicht zahlen können, werden sich die Gläubiger an andere halten.

Ein Berater sagte nach der Schlappe vom Wahlsonntag über Francois Hollande:
„Der König ist nackt.“

Nach langem Zaudern richtete der nackte König am Montag kurz das Wort an sein Volk, unsicher und linkisch.

Er schien zu zittern.


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DWN-Herausgeber Michael Maier beschreibt in seinem neuen Buch, warum alle Politiker das Ende des aktuellen Schuldenzyklus fürchten – und warum das Ende in Europa immer näher rückt: Die Regierungen fürchten den Offenbarungseid gegenüber Rentnern, Sparern und Sozialhilfeempfängern. Sie schieben die Stunde der Wahrheit hinaus, so lange es geht. Am Ende werden die Bürger alles bezahlen.

Michael Maier, „Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen“.

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Kommentare

Leider sagt:
Zitat: Die EU-freundlichen Töne werden leiser werden, weil die Regierungen ums Überleben kämpfen.
Sie schreiben es – die Regierungen kämpfen ums Überleben. Ob die Bevölkerungen in vielen Staaten wegen der fehlerhaften Politik ums Überleben kämpfen, hat die Politiker bis heute nicht interessiert.
Es gibt 2 Übel für dieses Dilemma: zuallererst unser Geldsystem des Fiat Money und zum zweiten die Währungsunion, welche von Anfang an dazu verdammt war, nicht funktionieren zu können.
Politiker sind der Meinung, dass die Wähler ausschließlich aus geistig Minderbemittelten bestehen, welche ihr Spiel nicht durchschauen. Man zwingt so unterschiedliche Wirtschaftsräume, mit vielen Sprachen und Mentalitäten nicht in eine Währung!!!

Frankreich und England die grosen Hoffnungen sagt:
Ich bedanke mich bei den Franzosen über diese klare Politik die Sie mehrheitlich gewählt haben!
Ich kann nur die Daumen drücken dass diese Versallen EU der USA den Bach runter geht!
Der Zerfall der EU beginnt in Paris – Treffender wie die DWN dies vormuliert kann man es gar nicht ausdrücken! Die Auflösung hat schon begonnen, wenn die Politiker etwas mehr die DWN und deren Kommentare gelesen hätten, dann wäre schon lange klar dass die EU keine Zukunft hat!
Die Lenkung der USA in der Ukraine und die bodenlosen Lügnereien im Staatsfunk haben dieses Bild abgerundet! Die EU und die Politiker der SPD und CDU haben in erschreckender Weise gezeigt wessen Kind die sind – Seelenverkäüfer der USA, immer bereit zu buckeln und zu schleimen.

Nichtwähler sagt:
“Drama in Frankreich: Der Zerfall der EU beginnt in Paris” und kann durch effektive Leistungen aus Deutschland jedenfalls nicht aufgehalten werden. Schäuble und Merkel halten immer unseren Nachbarn erzieherische schöne Sonntagsreden, wie sie leben müßten, um sich zu verbessern und uns anzunähern. Dieser verbale Ersatz tatsächlicher Leistungen ist auch das einzige, was sie anbieten können. Mehr ist nämlich nicht drin. Da die Deutschen von ihrem Diabolos-Rundfunk (Diabolos = Verwirrer, d. h. der Teufel) vollkommen demoralisiert wurden, wird es es hierzulande zu keiner Revolution nach der Art Frankreichs kommen, sondern zur Änderung des Arbeitsverhaltens.

joachim999 sagt:
Frankreich ist nur deshalb so wichtig, da es lange Zeit der “Motor der EU” war. Alle Reformen hin zu den VSE gingen von Frankreich aus. Nur ein Zentralstaat kann – ohne selbst kaputt zu gehen – einen zentralen Superstaat vorantreiben. Dieser Motor hat nun Zucker im Tank.
Aber ohne Motor säuft ein Schiff noch längst nicht ab. Hollande kann eine “Cohabitation” mit der FN bilden. Frankreich bleibt stabil, da Hollande sicher so schnell nicht zurücktritt.
Schlimmer sieht es auf der anderen Seite des Kanals aus: Sollte Schottland den UK verlassen, bleibt Cameron nur der Rücktritt. Dann gibt es Neuwahlen. Wie diese ausgehen, dürfte jedem klar sein. Danach ist der EU-Austritt nur noch eine Frage des Protokolls.

Brigitte sagt:
Nun rächt es sich, die Schuld von sich auf die EU und den Euro zu schieben. Gleiches Spiel mit den Banken, welche wohl viel falsch gemacht haben, allerdings u.a. auch unter dem Druck des vielen Geldes, welches über die Regierungen und der EZB den Markt überschwemmt(e).
Die EU und der Euro sind eine großartige Sache, wenn da nicht ganz weit oben die vielen von Lobbyisten umgebenen Politiker die Schalthebel nach deren Vorlagen umlegen würden. Wann fangt ihr Politiker selbst an zu denken und sorgt dafür, dass es vielen großen Unternehmen nicht mehr möglich ist, hier in der EU den Rahm abzuschöpfen, während der Großteil der Bevölkerung nur noch sprachlos diesem Schauspiel zuschauen kann?