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Donnerstag, 5. Mai 2022

Streng geheim! Cryptoleaks. Die große BND und CIA Spionage | ZDFinfo Doku

Streng geheim! Cryptoleaks. Die große BND und CIA Spionage | ZDFinfo Doku

ZDFinfo Dokus & Reportagen

Jahrzehntelang belauschten BND und CIA die verschlüsselte Kommunikation von über 100 Staaten. Die Operation "Rubikon" wurde bis heute geheim gehalten. Sie gilt als größter Erfolg des BND.

Opfer des Lauschangriffs waren arabische und südamerikanische Länder, aber auch NATO-Partner. Sie vertrauten der Krypto-Technik des schweizerischen Herstellers Crypto AG – und wurden betrogen. Welche politischen Folgen hatte das jahrelange Mitlesen geheimer Nachrichten von BND und CIA?

Einer der größten Abnehmer für die manipulierten schweizerischen Verschlüsselungsgeräte war der Iran. Jahrzehntelang waren der BND und die CIA deshalb bestens über die geheimen Regierungskommunikationen des Ajatollah-Regimes informiert und nutzten diese Kenntnisse zum Beispiel in der Geiselaffäre, um die US-Botschaftsangehörigen freizubekommen.

Geheimdienstexperte Prof. Richard Aldrich wertete die dem ZDF exklusiv vorliegenden geheimen Akten aus. Sein Fazit: "Die Operation Rubikon war eine der kühnsten und auch skandalträchtigsten Operationen, denn über hundert Staaten zahlten Milliarden Dollar dafür, dass ihnen ihre Staatsgeheimnisse gestohlen wurden."

Der Dokumentation liegen langjährige Recherchen von ZDFinfo, "Frontal 21", der "Washington Post" und der "Rundschau" des Schweizer Fernsehens SRG zugrunde.

Kommentare

Pete A'Leet
Unser Smartphone ist die Wanze des Jahrtausends ;-)
Man &Terps
Bin mal gespannt was in 40 Jahren alles so enthüllt wird 🧙‍♂️
ManKetnas
die armen Crypto Mitarbeiter, mussten ja total erschüttert gewesen sein, als sie erfuhren das ihre guten Geräte für solche Taten genutzt wurden.
N_E_O
Von Geheimdiensten die Wahrheit zu erwarten ist so, als würde man im Puff nach einer Jungfrau suchen ... XD
Marc Fjeden
sowas kommt immer erst 50 jahre später raus... und wenn es damals jemand veröffentlicht hätte, hätte man ihn als verschwörungstheoretiker und verückten bezeichnet.. wie auch heutzutage

Mittwoch, 26. Juli 2017

Recep Tayyip Erdogan wirft Deutschland Spionage vor

Thema: Kalter Krieg

Erdogan über Deutschland
«Deine Agenten zerteilen mein Land»

Recep Tayyip Erdogan wirft Deutschland Spionage vor. Derweil bemüht sich sein Aussenminister um die Beziehungen mit der EU.

Der türkische Aussenminister Cavusoglu soll in Brüssel die EU-Beitrittsgespräche wieder in Gang bringen. Doch sein Chef in Ankara klingt wenig diplomatisch. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat vor Gesprächen über einen EU-Beitritt der Türkei ein Einlenken im Streit um inhaftierte Menschenrechtsaktivisten abgelehnt.

Die Türkei werde weiter «Agenten im Nacken sitzen, die frei herumlaufen», sagte Erdogan am Dienstag. Der Westen wolle, dass die Türkei dessen Forderungen erfülle, ohne zu fragen. Doch die Zeiten einer unterwürfigen Türkei seien vorbei.

Inhaftierter Menschenrechtler

Erdogan hat im Zusammenhang mit der Inhaftierung des Menschenrechtlers Peter Steudtner Deutschland Spionage vorgeworfen. Zudem warnte er vor wirtschaftlichen Strafmassnahmen gegen sein Land.

«Du erlaubst dem Präsidenten und den Ministern der Türkei nicht, in deinem Land zu sprechen», sagte Erdogan am Dienstag vor der AKP-Fraktion im Parlament in Ankara mit Blick auf die deutsche Regierung. «Aber deine Agenten kommen und tummeln sich hier in Hotels und zerteilen mein Land.»

Terrorunterstützung vorgeworfen

Steudtner, sein schwedischer Kollege Ali Gharavi und acht türkische Menschenrechtler waren am 5. Juli von der Polizei bei einem Seminar in einem Hotel in Istanbul festgenommen worden. Ihnen wird Unterstützung einer Terrororganisation vorgeworfen.

Gegen sieben der zehn Beschuldigten wurde Untersuchungshaft verhängt. Darunter sind Steudtner, Gharavi und die Amnesty-Landesdirektorin Idil Eser. Amnesty forderte am Dienstag erneut die Freilassung der Inhaftierten.

Drastisch verschlechterte Beziehungen

Die Beziehungen zwischen den NATO-Partnern haben sich seit den Inhaftierungen in der vergangenen Woche drastisch verschlechtert. Berlin kündigte eine Neuausrichtung der deutschen Türkei-Politik an und verschärfte als erste Massnahme die Reisehinweise für die Türkei, was den Tourismussektor treffen könnte.

Zudem soll geprüft werden, ob die Exportbürgschaften für deutsche Lieferungen in die Türkei ausgesetzt werden. Weiter dringt die deutsche Regierung darauf, dass die EU ihre Vorbeitrittshilfen für die Türkei überprüft.

«Wer glaubt, die Türkei mit Embargos einschüchtern zu können, muss erst einmal zu viel grösseren Konsequenzen bereit sein», sagte Erdogan. Ausserdem müsse man sich im Klaren sein, wer damit getroffen werde.

«Schlimmer als Hitler»

Regierungsnahe türkische Medien machten unterdessen weiter Stimmung gegen Deutschland. Die Schlagzeile der islamistischen Zeitung «Yeni Akit» lautete am Dienstag: «Schlimmer als Hitler».

Dazu zeigte das Blatt ein Foto von Kanzlerin Angela Merkel mit Hakenkreuz und folgendem Text: «Bei der Unterdrückung und beim Hass hat Merkels Deutschland Hitler überholt». Die Zeitung schrieb, in Deutschland würden kranke Türken nicht behandelt, türkische Arbeiter würden entlassen, Wohnungen würden nicht mehr an Türken vermietet. (kaf/sda)

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

Donnerstag, 6. April 2017

Anne Will - 2. April 2017 - Spitzelvorwürfe, Beschimpfungen, Drohungen - Gefährdet Erdoğan unseren inneren Frieden?



Sendung am 2. April 2017 | 21:45 Uhr
Spitzelvorwürfe, Beschimpfungen, Drohungen -
Gefährdet Erdoğan unseren inneren Frieden?
Foto: Screenshot
    die Gäste im Studio

  • Boris Pistorius,(SPD) Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport
  • Paul Ziemiak, (CDU) Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands
  • Serdar Somuncu, Kabarettist und Autor
  • Seyran Ateş, Rechtsanwältin und Autorin
  • Rahmi Turan, Korrespondent des türkischen Senders "A HABER"

Der türkische Geheimdienst MIT soll angebliche Staatsfeinde der Türkei in Deutschland ausspioniert haben. Offenbar handelt es sich um Hunderte Fälle, darunter Vereine, Imame, Journalisten und Politiker. Gefährdet Erdoğan so den inneren Frieden in Deutschland? Welche Konsequenzen müssen jetzt angesichts der Spionagevorwürfe folgen? Ist die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft die richtige Maßnahme, um Erdoğans Einfluss hierzulande einzudämmen?

Link zur Sendungsseite: (hier)
Link zum Anne-Will-Blog: (hier)
Link zum Video der Sendung (hier)

Kommentare aus dem Blog

Klaus Keller schrieb
Ausspähen unter Freunden - das geht gar nicht.
Ich lehne mich mal entspannt zurück und lausche den Vorschlägen zu Sanktionen gegen die Türkei und damit gegen die USA.
Inzwischen versuche ich meinen PC so gut wie möglich gegen US-Aktiengesellschaften wie Google, Facebook oder was sonst noch von öffentlich rechtlichen als Soziale-Netzwerke gehalten wird abzuschotten. Die Spionage der NSA kann ich nur unwesentlich teurer machen.
Türkische Aktiengesellschaften und der türkische Geheimdienst spähen meinen PC mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aus.

vielleser schrieb
Ich erinnere mich schmunzelnd an die Aussagen von naiven Islam-Experten und Politikern als sie in Erdoğan und seiner AKP (link is external) eine Chance für die Versöhnung von Islam und Demokratie sahen. Sie hätten wissen müssen, dass Islamisten keinen zwei Herren dienen dürfen.Der ARD-Journalist Constantin Schreiber hat Freitagspredigten in deutschen Moscheen besucht. Er sagt: "Da fielen ungeheure Sätze." Ihr könnt nicht sagen: Ich bin zugleich Demokrat und Schiit. Nein, das geht nicht. Man kann nicht sowohl Muslim als auch laizistisch sein. Man kann nicht sowohl Humanist als auch ein Freund der Familie des Propheten sein." Der innere Frieden wurde aber längst gefährdet als im Namen der Toleranz, die intoleranten türkischen Nationalisten und Islamisten, von der Türkei aus gelenkt, hier Erdoğan-Politik machen durften.(Hamed Abdel-Samad)

Wolf Harrer schrieb
Ich finde, ich habe ein Recht darauf, in meiner Heimat von der Innenpolitik anderer Länder unbehelligt zu bleiben.
Ich halte es auch für selbstverständlich, dass in einer deutschen Talkshow vor allem Deutsche sprechen und wir nicht zum Zuschauer fremder Politik auf unserem Boden werden.
Dieses Land steht nicht zur beliebigen Verfügung. Es ist schon bewohnt. Es hat einen Namen.

    Uncle Sam schrieb
    Wissen das die USA auch?

    Wolf Harrer schrieb
    Wer ist denn die "USA" genau?
    Sind das die Trump-Wähler oder die anderen? Die Mächtigen oder die Vielen?

    Sam schrieb
    Macht es einen Unterschied? Hat das Spionieren aufgehört? Oder unsere Abhängigkeit? Wurde Ramstein schon zurück gegeben?

Hannes W. schrieb
Unsere Familie ist über alle Erdteile verstreut. Niemand hatte jemals Integrationsprobleme. Ich denke, es liegt einfach daran, dass das Christentum keine dominierende Religion ist und sich überall integrieren lässt. Der Islam dagegen dominiert das Leben der Muslime. Würde der Islam keine Bet-Rituale etc. vorschreiben (und beobachten), wären die Muslime auch unbefangener etc. Der Islam muss "modernisiert" werden, sonst wird es wahrscheinlich mit der Integration nie wirklich klappen.

    Indianer schrieb
    Das Christentum? Was redest du da? Wir haben die Indianer in Nordamerika integriert, die Maja in Südamerika, die Aborigines in Australien, Schwarzafrika, Indien und China. Nur die Moslems wehren sich noch.

    Tweety schrieb
    @ Indianer
    Ganz zu schweigen von den misshandelten und getöteten Kindern von unverheirateten jungen Müttern in Irland!! Da wurden vor kurzem doch Massengräber gefunden!
    Religion bringt so viel Leid über die Menschheit. Wann hören die Menschen endlich auf, an diesen Humbug zu glauben und wenden sich den realen Problemen des Diesseits zu, anstatt vom "Paradies" zu faseln? Die Erde IST ein Paradies mit ihrer schönen Natur! Man muss es nur sehen und die Natur bewahren, statt sie zu zerstören!
    Empfehle allen "Gläubigen", Russels Teekanne zu googeln. Da werden sie schnell vom Glauben "geheilt"!

Leser schrieb
Ich hoffe nur, dass Herr Ziemak seinen Antrag, die doppelte Staatsbürgerschaft abzuschaffen, auch durchsetzt. Schon einmal hatte Roland Koch dies gefordert, die Wahl gewonnen - das wars dann aber auch! Wir erleben einen abscheulichen Griff türkischer Machthaber (auch Gülen) nach Deutschland! Klar ist: Das ist UNSER Land und nicht Land der Türken! Wenn diese Ates nun sagt, sie wolle sich noch einen anderen Pass dazu nehmen, spricht sie von einer Nationalität wie von einer Konsumware!
Die Gülenbewegung, ist nicht besser als der Fundamentalismus von Erdogan und ist gerade in der SPD stark verankert. Wenn Müntefering seine Tochter schickt und erhandeln lässt, kritiklos, wie Ziemak sagte, ist dies kein Wunder, denn Müntefering ist als autoritärer Führer innerhalb der SPD bekannt gewesen! Herr Ziemak, besser wäre es, Merkel abzusetzen, dann hat Deutschland eine Chance und wird nicht zum islamischen Pulverfass!
Wir brauchen dringend einen Stopp der türkischen Invasion in die deutsche Armutszukunft

Pressestimmen

t-online
Talk bei "Anne Will"
"Die Politik der Türkei ist absurd geworden"
Das deutsch-türkische Verhältnis ist gespannt. Spionagevorwürfe gegen den türkischen Geheimdienst verschärfen die Lage. Über die Konsequenzen diskutierte Anne Will mit ihrer Runde.

focus.de
Serdar Somuncu bei Anne Will:
„Glauben Sie, dass Merkel die Wahl gewinnt, wenn Erdogan die Schleusen aufmacht?!“
Gefährdet Erdogan den deutschen Frieden? Ist die doppelte Staatsbürgerschaft für Millionen Deutsch-Türken ein Fehler gewesen? Und wann ist man eigentlich ein guter Deutscher? Mit diesen Fragen befasst sich der Polittalk von "Anne Will". Kabarettist Serdar Somuncu stellt dabei eine rhetorische Frage, die das ganze Dilemma von Angela Merkel im Umgang mit Erdogan zeigt.

SpiegelOnline.de
"Anne Will" zur türkischen Spionage
"Wir gemäßigten Türken gelten als Feinde"
Bei Anne Will ging es um die türkischen Spitzeleien auf deutschem Boden. Dabei fiel in der Runde nicht nur der Begriff "Staatsterrorismus", es gab auch heftige Kritik am Doppelpass.

Montag, 13. März 2017

Das G10 Gesetz - Was verheimlicht uns unsere Regierung noch alles?

Thema: Geheim-Gesetze

Spionage durch die Amerikaner ist rechtlich ok
Das geheime G10 Gesetz

Spionage durch die Amerikaner ist rechtlich erlaubt: Durch das G10 Gesetz. „Im sogenannten G10 Gesetz wird den Amerikanern das Recht eingeräumt, alle Fernmeldeaktivitäten in Deutschland anzuzapfen. Demnach hat Deutschland weitgehende Rechte an seiner Souveränität abgetreten.“ An eine Änderung der Gesetze wird nicht gedacht, denn dann müsste zuallererst zugegeben werden, dass sie existieren. Für militärische Gesetze gibt es keine Regeln zur ordnungsgemäßen Bekanntmachung.

Aus aktuellem Anlass verweisen wird auf einen Artikel von 2015. Denn die Spionage durch die NSA – und andere amerikanische Dienste – ist rechtlich erlaubt: durch das G10 Gesetz. Um diese Tatsache zu verbergen, wurde seither an der Oberfläche etwas Wind gemacht: Die NSA Selektorenliste bleibt auf Wunsch der Bundeskanzlei geheim.

Wikileaks veröffentlichte bereits 2015 einige Dokumente, wer alles durch die NSA abgehört wurde. Die Süddeutsche gibt heute auch einen kurzen Einblick in die Liste. Doch der Skandal ist noch nicht zu Ende, der eigentliche Hintergrund wird verschwiegen.

Zuerst zur Selektorenliste: Die Mitglieder des Bundestags verlangen, dass sie die Liste einsehen dürfen und dies auch ohne die Zustimmung der USA

Durch den kurzen Einblick, den die Süddeutsche der Allgemeinheit gibt, ist zu sehen, dass Bundesminister, Referenten und auch Fax-Geräte verschiedener Ministerien betroffen waren. Betroffen waren/sind neben dem Kanzleramt das Wirtschafts-, Finanz- und Agrarministerium.

Die NSA informiert sich hauptsächlich über deutsche Währungs- und Handelspolitik.

Gerhard Schindler, Präsident des Bundesnachrichtendienstes, sagte zwar, dass es für US-Geheimdienste ein Verbot der Wirtschaftsspionage gibt. Allerdings zeigen nun die neuen Informationen, das die US-Geheimdienste sich nicht an diese Verbote halten und die USA ebenso wie alle anderen Länder an den Geheimnissen anderer Wirtschaften sehr interessiert sind. Gerade das ist der Auftrag eines Geheimdienstes.

„In der Regel ist die Überwachung an Funktionen und nicht an Personen gebunden. In der Liste finden sich aber auch Einträge, die klar Personen zugeordnet werden können: „FINANCE MIN LAFONT“ etwa für den früheren Finanzminister Oskar Lafontaine (von Herbst 1998 bis Frühjahr 1999 im Amt).“ Schreibt die Süddeutsche.

Durch Wikileaks wird auch deutlich, dass die NSA die Bundeskanzlerin ausspähte. Obwohl die deutsche Bundesanwaltschaft bereits zweimal zu dem gegenteiligen Ergebnis kam – es war wohl ein veröffentlichter Wunschtraum: „Die Strafverfolger hatte keine Anhaltspunkte dafür gefunden und befunden, es bestünden „keine weiteren Ermittlungsansätze“.

Nun zum eigentlichen Skandal: das geheime G10 Gesetz

Was sagte die Kanzlerin?

„Sollte es sich als wahr herausstellen, dass ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) amerikanischen Diensten zugearbeitet habe, handelt es sich um einen sehr ernsthaften Fall. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, so steht das für mich in einem klaren Widerspruch zu dem, was ich unter einer vertrauensvollen Zusammenarbeiten von Diensten und auch von Partnern verstehe. Wir müssen nun die Ermittlungen des Generalbundesanwaltes abwarten.” Kanzlerin Merkel 2014.

Es fällt auf: sie kritisiert den BND, nicht die NSA. Wieso nur diese?

In der Zeit der ersten Veröffentlichungen zur NSA und ihrem freien Agieren in Deutschland erinnerte sich die Bundesregierung an ein Gesetz, welches die rechtliche Grundlage dafür bildet:

„Im sogenannten G10 Gesetz wird den Amerikanern das Recht eingeräumt, alle Fernmeldeaktivitäten in Deutschland anzuzapfen. Demnach hat Deutschland weitgehende Rechte an seiner Souveränität abgetreten.“

In einem sehr lesenswerten Interview des Historikers Josef Foschepoth und aus anderen Veröffentlichungen ist zu sehen, dass es sich im G10 Gesetz um eine „Ausführungsbestimmungsvereinbarung“ zu einem anderen Gesetz handelt:

Die Grundlage dieser Bestimmung ist der Artikel 3, Absatz 2 des „Zusatzabkommens zum Nato-Truppenstatut“ vom 3. August 1959. Und der ist weiterhin in Kraft.

In dem Abkommen heißt es: Die in Absatz (1) vorgesehene Zusammenarbeit erstreckt sich insbesondere
(a) auf die Förderung und Wahrung der Sicherheit sowie den Schutz des Vermögens der Bundesrepublik, der Entsendestaaten und der Truppen, namentlich auf die Sammlung, den Austausch und den Schutz aller Nachrichten, die für diese Zwecke von Bedeutung sind;

(b) auf die Förderung und Wahrung der Sicherheit sowie auf den Schutz des Vermögens von Deutschen, Mitgliedern der Truppen und der zivilen Gefolge und Angehörigen sowie von Staatsangehörigen der Entsendestaaten, die nicht zu diesem Personenkreis gehören.

Wie der Historiker Foschepoth nachweist, bedeutet das Fortbestehen dieses Artikels, dass die Überwachungsmaßnahmen auf völlig legale Weise erfolgen. Im Artikel 60 des Abkommens ist unter anderem festgelegt, dass die von den amerikanischen Truppen errichteten „Fernmeldeanlagen“ „an die öffentlichen Fernmeldenetze der Bundesrepublik angeschlossen werden“ können.

Ursprünglich war der Artikel für den Schutz amerikanischer Truppen gedacht. Und sicherlich wurde dieser Artikel mit der Zeit angepasst, sodass sie das Recht haben, die Serverstruktur zu überwachen und die Server abzuhören. Das heißt, dass die Amerikaner völlig legal alle Telefongespräche mithören dürfen. Was sie damit tun kann keiner kontrollieren.

Der weltgrößte Netzknoten De-CIX in Frankfurt wird abgehört

Vom De-CIX, dem weltweit größten Netzknoten ist bekannt, dass er abgehört wird. Wenn man der Webseite golem folgt, kann sich auch ein Nicht-Techniker einen ersten Einblick verschaffen.

Golem zeigte auch, dass die NSA die Daten des BND nicht mehr wollte: „Der US-Geheimdienst NSA hat die Kooperation mit dem Bundesnachrichtendienst (BND) zur Ausleitung von Daten aus dem Frankfurter Internetknoten DE-CIX offenbar aus eigenem Antrieb gestoppt.“

Das werden sie nur tun, wenn sie eine bessere Lösung gefunden haben und sie einen anderen geheimen Zugang (NSA und BND sind Geheimdienste und wenn etwas heraussickert, finden sie andere Wege) haben.

Es gibt „weitere Vereinbarungen zwischen den Alliierten gibt, die wir nicht kennen.“

Der Historiker aus Freiburg geht davon aus, dass es dazu Gesetze gibt – von denen die Deutschen eben nichts wissen. Denn im luftleeren Raum hätten die Geheimdienste nicht agiert und würden es auch heute nicht tun: „Ohne rechtliche Grundlage, so ist das jedenfalls die Erfahrung von 60 Jahren Geschichte Bundesrepublik Deutschland, ist das nie gemacht worden.“

Foschepoth weiter:
„Es gibt noch eine weitere Dokumentation, ein weiteres wichtiges Dokument. Das ist eine Note vom 27. Mai 1968 aus dem Auswärtigen Amt, wo nachdrücklich den Alliierten bescheinigt wird, dass sie unabhängig von Nato-Recht, von dieser Zusatzvereinbarung zum Nato-Truppenstatut oder auch eines Notstandes in der Bundesrepublik berechtigt sind, im Falle einer unmittelbaren Bedrohung der Streitkräfte die angemessenen Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die erforderlich sind, um die Gefahr zu beseitigen. Und das ist diese typische Klausel, die immer verwendet wird, wenn nachrichtendienstliche Tätigkeit gemeint ist.“

Nach dem 11. September 2001 steigerte sich die nachrichtendienstliche Tätigkeit enorm, da damals der Nato-Bündnisfall ausgelöst und der Krieg gegen den Terror erklärt wurde.

Auch dafür gab es eine rechtliche, streng geheime Grundlage. Die Zeitschrift German Foreign Policy schreibt:
„Völlig ungeklärt ist nach wie vor die Rolle einer ebenfalls streng geheim gehaltenen NATO-Vereinbarung vom 4. Oktober 2001. Der Schweizer Liberale und ehemalige Sonderermittler des Europarats Dick Marty hat mehrmals darauf hingewiesen, dass das Kriegsbündnis unmittelbar nach der offiziellen Ausrufung des Bündnisfalls an diesem Tag eine Geheimsitzung abhielt, auf der die Geheimdienste, geführt von der CIA, faktisch freie Hand im “Anti-Terror-Krieg” erhielten – die Verschleppung von Verdächtigen mutmaßlich inklusive. Der Bündnisfall ist, wie der Deutsche Bundestag zuletzt am 13. Dezember 2012 bestätigte, weiterhin in Kraft.“

Unsere Regierung wird dies wissen, davon kann ausgegangen werden. Der Nato-Bündnisfall ist nicht aufgehoben. Es wird nur gehofft, dass alles wieder in Vergessenheit gerät. Die NSA darf alle abhören, außer mit gewissen Einschränkungen, die Bürger der USA. Das macht dann der britische Geheimdienst und übergibt ihm die Daten.

An eine Änderung der Gesetze wird nicht gedacht, denn dann müsste zuallererst zugegeben werden, dass sie existieren. Für militärische Gesetze gibt es keine Regeln zur ordnungsgemäßen Bekanntmachung.

Gregor Gysi hat es – bereits legendär – Besatzungsrecht genannt. Er ist Rechtsanwalt und wird keine juristisch falschen Tatsachen laut verkünden. Keiner hat ihm widersprochen. (ks)


Mit freundlicher Genehmigung von EpochTimes.de

Freitag, 20. November 2015

CIA-Handbuch - Wie man eine Revolution anschiebt

Thema: CIA

CIA-Handbuch:
Wie man eine Revolution anschiebt



Jahrelang hielt der amerikanische Geheimdienst CIA seine Akten geheim, über die Methoden der Geheimagenten war nicht viel bekannt. Auch heute noch sind viele Akten unter Verschluss, einige sind verschwunden. Keith Melton, Experte auf dem Gebiet der Spionagetechnik, und Robert Wallace, über 30 Jahre lang Agent der CIA, haben allerdings nun bei Recherchen das Handbuch "How to inject a revolution" entdeckt, nach dem der US-Auslandsgeheimdienst seit Jahrzehnten in aller Welt dafür sorgt, dass Frieden, Freiheit und Demokratie zu den Menschen kommen. Derzeit steckt „Wie man eine Revolution initiiert" beim Eichsack-Verlag in Görzig noch im Übersetzungsprozess ins Deutsche, PPQ hat aber bereits die grundsätzlichen Regeln für die Durchführung erfolgreicher Volksaufstände daraus zusammengefasst.

Nach dem Handbuch müssen friedliche und auf Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe zielende Rebellionen nach einem festen Strickmuster ablaufen, um erfolgreich abgeschlossen werden zu können. Chronologisch geordnet geben die CIA-Instrukteure dabei folgende Empfehlungen für die drei Phasen eines Aufstandes bis hin zur endgültigen Befreiung bzw. Machtübernahme durch die zuvor unterdrückte Gruppe oder Schicht der Bevölkerung.

In der ersten Phase, die die CIA "Erosion" nennt - auf Deutsch "Erosion" oder auch "Zerfall" - geht es darum, sogenannte Nuklei zu finden ("nuclei"), aus denen mit finanzieller, ideeller, kommunikativer und logistischer Unterstützung von außen eine Widerstandsbewegung aufgebaut werden kann. Hier kommen nach CIA-Auffassung religiöse, ideologische, aber aus ethnische oder sich einer anderen Sprache oder eines anderen Dialekts bedienende Bevölkerungsgruppen infrage. In DDR etwa setzten die Verantwortlichen auf christlich geprägte Kreise, pazifistische Künstler und Vertreter von Jugendkulturen, in der früheren Sowjetunion auf Reformkommunisten, in Ägypten auf strenggläubige Moslems und in der Ukraine jüngst erst auf die eher westlich orientierten West-Ukrainer, deren Kultur immer noch eher von der Zugehörigkeit zum Habsburger Reich als von der zum Reich der roten Zaren geprägt ist.

 Sind entsprechende Gruppen definiert, gelte es, heißt es im Handbuch, mit gezielten Aktionen auf eine Reaktion des Staates hinzuarbeiten. Dazu dienen am besten öffentlichkeitswirksame Auftritte, die zu Verhaftungen führen, weil das herrschende Regime sie nicht dulden kann. Reagiert die herrschende Macht nach diesem Drehbuch, verliert sie bereits die von der CIA "offense" genannte Spielkontrolle: Wahlweise kann die als friedliche Opposition tätige Widerstandsbewegung jetzt gegen Verhaftung, widerrechtlichen Prozess oder dessen Ausbleiben protestieren. Unterstützung in dieser Phase muss aus dem Ausland kommen, dessen Medien aufgefordert sind, die inhaftierten Widerständler zu Märtyrern für eine gute Sache aufzubauen, deren unendlichem Leid kein anständiger Mensch zuschauen kann.

Damit setzt Phase zwei ein, von der CIA "crystallization" genannt. Während im Inneren des Zielstaates fortlaufen weitere Protestaktionen der Widerstandsgruppen laufen, die das Regime zwar nicht wirklich bedrohen, die es aber auch nicht dulden kann, wenn es nicht schwach erscheinen will, mobilisiert die mediale Begleitung der im Grunde genommen von völlig randständigen Proteste weitere Bevölkerungskreise. Durch die Berichterstattung sind diese Kreise der "second wave" (CIA) nicht mehr durch das ursprüngliche Benachteiligungsgefühl motiviert, sondern der ehrlichen Ansicht, das bereits im Schwinden begriffene Regime gehe brutal gegen die eigenen Bürger vor und delegitimiere sich damit selbst.

Um diesen Eindruck zu vertiefen, sind laut Handbuch nun "martyrs" (CIA) gefragt. Damit sind je nach kulturellem Hintergrund des Ziellandes Märtyrer gemeint, die wie jugendliche Protestierer in der DDR des Jahres 1989 einfach nur zusammengeschlagen, wie arabische Rebellen im Ägypten des Jahres 2011 von Kamelreitern niedergeritten oder wie Maidan-Aufständische in der Ukraine von Scharfschützen getötet werden. Wichtig sei nicht das einzelne Opfer, wichtig sei die Möglichkeit, aus eine wirkliche oder herleitbare Reaktion der Herrschenden zur weiteren Mobilisierung verwenden zu können. "Spiral" nennt die CIA das: Eine Protestspirale, die mit jeder Drehung schneller wird.

Demselben Zweck dient auch die Aufdeckung von märchenhaftem Reichtum der ins Visier genommenen Potentaten. Vom Dörfchen Wandlitz des Jahres 1989 führt das CIA-Handbuch zu den Milliarden von Mubarak, dem Märchenschatz Gaddafis und über das obszöne Schloss Janukowitschs direkt zum geheimen Reichtum Wladimir Putin. Der Wahrheitsgehalt dieser Berichte ist völlig nebensächlich, wichtig sei nur, dass Summen jenseits jeder Vorstellungskraft genannt würden, Sex eine Rolle spiele und moralischer Verfall deutliche werde.

Im letzten Zug, "pliers" genannt, gehe schließlich darum, die Legitimation der Regime in die Zange zu nehmen ("take the pliers"), heißt es im Handbuch: Während es als verzweifelt brutal dargestellt wird, soll es auf der anderen Seite korrupt und zynisch aussehen. In dieser Phase ist die Regierung des Ziellandes nach CIA-Auffassung bereits verloren. Es bleibe ihm nun nur noch ein interner Stabwechsel von den Angehörigen der ersten Reihe zu denen der zweiten, der aber ebenfalls als Schwäche ausgelegt und zur Mobilisierung weiteren Proteste benutzt werden könne. Oder ein wirklich brutales Vorgehen gegen die Protestbewegung, das allerdings - so die CIA - sei langfristig gehalten, die Legitimität des Regimes nur umso nachhaltiger zu zerstören.

Glaube versetzt Berge: Abwickeln
Quelle: www.politplatschquatsch.com

Dienstag, 6. Oktober 2015

Folter, Spionage, TTIP, die US-Kanzlerin unternimmt nichts dagegen

Gregor Gysi spricht zur Amerikanischen Bundeskanzlerin



Das verhalten der Deutschen Bundeskanzlerin gleicht doch eher einer Amerikanischen Bundeskanzlerin. Ist Deutschland der 51. Bundesstaat?

Montag, 1. Juni 2015

Nestlé - ein Schweizer Weltkonzern spioniert Kritiker aus und macht sie mundtot

Thema: Nestlé - Ausbeuter unter schweizer Flagge

RT-Deutsch
Nestlé – Wie der Schweizer Weltkonzern Kritiker ausspioniert und mundtot macht

Quelle: wagingnonviolence.org
Der Lebensmittel-Multi Nestlé spionierte zivilgesellschaftliche Kritiker nicht nur aus, sondern entwickelte mit Unterstützung ehemaliger Militär- und Geheim-dienstmitarbeiter, die er vor allem in den USA anwirbt, Kampagnen, um kritische Stimmen zu isolieren und mundtot zu machen. Besonders erfolgreich ist Nestlé dabei in der Schweiz, dem Hauptsitz des Unternehmens.

Das Global Policy Forum, Brot für die Welt und Misereor veröffentlichten ein Arbeitspapier unter dem Titel “Corporate Influence on the Business and Human Rights Agenda of the United Nations” (Einfluss von Konzernen auf die Wirtschafts- und Menschenrechtsagenda der Vereinten Nationen), dass sich unter anderem auch den Tätigkeiten des multinationalen Nestlé-Konzerns widmet:
“Nestlé heuerte beispielsweise PR-Leute an, um Strategien für das ’Management von Streitfragen’ zu entwickeln, mit dem Ziel, die Anstrengungen internationaler Regulierung zu unterlaufen … Ein erhellendes Beispiel ist der Fall von Rafael Pagan Jr., PR-Direktor und Präsident des Nestlé Center for Nutrition in den frühen 1980er Jahren. Pagan entwickelte eine umfassende PR-Strategie für die multinationalen Unternehmen, um für das ’Überleben’ der Unternehmen zu kämpfen und ’konstruktiv und wirksam’ mit der internationalen Regulierungslaune umzugehen”.
Auch lesen: Snowden: Die Schweiz ist ein Paradies für US-Geheimdienste, die dort ungestört operieren
Rafael Pagan jedoch war keine gewöhnliche PR-Führungskraft, sondern ein Armeegeheimdienstoffizier des US-Verteidigungsministeriums. Pagan beriet die Präsidenten Kennedy und Johnson in Sachen wirtschaftlicher und militärischer Kapazitäten und die Präsidenten Nixon, Reagan und Bush bezüglich der Drittweltpolitik.

Nixon unterstützte den Putsch von 1973 gegen den gewählten Präsidenten Salvador Allende, der Chile für Jahre eine mörderische Militärdiktatur aufzwang. Rafael Pagan erhielt eine Life Achievement-Auszeichnung von Reagan, dem US-Präsidenten, der gegen das sandinistische Nicaragua Krieg führte und tausende von Menschen in Zentralamerika terrorisierte und umbrachte. Pagan erhielt auch die Silver Anvil-Auszeichnung dafür, dass er die internationale Bokyottkampagne “Nestlé killt Babies” stoppen konnte, die damals das Image von Nestlé schwer beeinträchtigte .

Das Arbeitspapier erwähnt, dass es Teil der Pagan-Strategie war, die “fanatischen Anführer unter den Aktivisten von denen zu spalten, die anständige Leute sind, und den Aktivisten die moralische Autorität streitig zu machen, die sie aus ihrer Allianz mit religiösen Organisationen beziehen”.

In der Schweiz wird die Pagan-Strategie mit großem Erfolg umgesetzt, auch in den kirchlichen Organisationen. Beispiele sind die Reaktionen von Alliance Sud (AS) auf den Fall Nestlé/Kolumbien, der die Gewerkschaft Sinaltrainal betrifft, und die Nestlé-Spionage gegen Attac. Vier der sechs Hilfswerke von Alliance Sud haben einen kirchlichen Hintergrund. Was den Fall Kolumbien betrifft, startete AS einen “Dialog” mit Nestlé in Kolumbien und half, wie ein Tages-Anzeiger-Artikel festhielt, das Image von Nestlé als das eines “toleranten” und “für Kritik offenen” Unternehmens zu verbessern, während gleichzeitig Sinaltrainal einen “fanatischen” Anstrich verpasst bekam.

Im Spionagefall gab es keine öffentliche Diskussion oder Unterstützung seitens der AS. Die “fanatischen” Aktivisten – wie Attac – wurden von den “anständigen, besorgten” Institutionen abgespalten. “Anständig” zu sein bedeutete in diesem Kontext auch, zu peinlichen Fragen zu schweigen, wie etwa dem Umstand, dass Nestlé gleichzeitig in eine Spionageoperation verwickelt war, während dem das Unternehmen den “Dialog” mit AS durchführte.

Der Fall Kolumbien wäre für AS abgeschlossen und vergessen, wäre da nicht das European Center for Constitutional und Human Rights (ECCHR) gewesen, das mit Unterstützung von Misereor in der Schweiz ein Verfahren gegen Nestlé bezüglich des Mordes am Gewerkschafter Luciano Romero 2005 eröffnete. Laut einem weiteren Artikel des Tagesanzeiger zeigte AS keinen Enthusiasmus für dieses Vorgehen des ECCHR. Ein Beitrag im Westschweizer Fernsehen RTS im Jahr 2013 “Contre Nestlé jusq’à la mort” enthüllte, dass exakt zur gleichen Zeit, als die Securitas für Nestlé spionierte, auch DAS, der kolumbianische Geheimdienst, Schweizer Bürger in der Schweiz, die Sinaltrainal unterstützten, ausspionierte.

Der Dokumentarbeitrag lässt offen, ob es irgendeinen Informationsaustausch zwischen DAS und Securitas gegeben hat, oder ob DAS ebenfalls für Nestlé aktiv gewesen war. Die RTS-Information war so oder so genügend beunruhigend und rief nach weiteren Untersuchungen. Doch erneut gab es keine. Ich frage mich, was die Reaktion wäre, wenn ein venezolanischer oder kubanischer Geheimdienst in der Schweiz operieren würde.

Rafael Pagan war nicht der einzige Militärberater, den Nestlé anstellte, wenn das Unternehmen mit Kritik der Zivilgesellschaft konfrontiert war. John Hedley war von 2003 bis 2008 Corporate Security Coordinator bei Nestlé und einer der vier führenden in den Spionagefall verwickelten Nestlé-Kadermanager. Den Attac-Anwälten zufolge traf sich John Hedley mehrmals mit der in die Attac-Gruppe infiltrierten Spitzelin. Ein Artikel in L’Hebdo vom 17. Juli 2008 stellt den Spionagefall als Teil eines weit verzweigten Operations- und Kontrollsystems dar, das John Hedley, ein Ex-Agent des britischen Militärgeheimdienstes MI6, aufgebaut habe.

Auf der US-amerikanischen Nestlé-Webpage erfahren wir:
“Nestlé ist stolz, US-Militärveteranen zahlreiche Chancen zu bieten und ihnen zu helfen, ihre einzigartige Ausbildung und Kompetenzen in den verschiedenen in unserer Organisation operierenden Unternehmen zu gebrauchen.”
-
Quelle: Screenshot Nestlé
Es ist bekannt, dass Nestlé derartige Kompetenzen von Rafael Pagan und John Hedley nutzte. Aber Nestlé will mehr. Von einer weiteren Nestlé-Pagevi, ebenfalls in den USA, lernen wir, dass “Armeefrauen und -männer rund um den Globus die Nestlé Professional Beverages genossen haben. Unsere Säfte, isotonischen Getränke, Smothie-Mischungen und anderen Spezialdrinks können auf jedem Navy-Schiff, in allen Army-Basen, Air Force-Ausbildungszentren und in anderen Militäroperationen gefunden werden”.

Das Creating Shared Value-Forum organisierte Nestlé 2011 im Verbund mit dem Atlantic Council – einer um die NATO organisierten Businessgruppe. Das Pentagon und seine Departments of the Army und -the Air Force gehören zu den Sponsoren des Atlantic Council. Einige denken vielleicht, dass die Armee für Nestlé einfach einen weiteren Markt darstelle und der Council nur eine weitere Geschäftsvereinigung sei. Aber mit solchen Businesspartnerschaften kommen vertiefte Kontakte, Informationsaustausch und eine Nähe, die sich für beide Partner auf mannigfache Weise auszahlen kann.

Eine Businessvereinigung um eine militärische Institution wie die NATO zeigt auf, dass mindestens ein Teil des Unternehmenssektors eine solche Allianz als wichtig erachtet – doch zu welchem Zweck? Vor allem auf Lateinamerika – mit seiner tragischen Geschichte von US-Militärinterventionen und US-gestützten Militärdiktaturen – kann eine solche Nähe ernsthafte Auswirkungen haben. Die AS oder andere Schweizer NGOs erwähnen, soweit ich weiß, die vielfältigen Beziehungen von Nestlé mit den Militärs nicht – wieder dank der erfolgreichen Pagan-Strategie: “Anständige besorgte” Menschen stellen solch unangenehme Themen nicht öffentlich zur Diskussion.

Kolumbien gehört zu den großen Empfängern von Militärhilfe aus den USA. Es ist erstaunt nicht, dass das Creating Shared Value-Forum von Nestlé 2013 in Cartagena, Kolumbien, stattfand. Das Ziel ist klar: Kolumbien als businessfreundliches Land in Lateinamerika zu unterstützen, im Gegensatz zu Venezuela und den anderen ALBA-Ländern. Kolumbien ist das gewünschte Modell. Die Schweizer Regierung scheint sich Nestlé bei diesen Bemühungen anzuschließen. Im März 2014 publizierte das Magazin “Eine Welt” der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) einen prominent plazierten Lobesartikel über Kolumbien6. Im Jahr 2013, am Rande der 68. UNO-Vollversammlung in New York, veranstaltete die Schweiz ein Ministertreffen zum Thema Wasser mit verschiedenen insitutionellen Partnern, aber mit nur zwei weiteren Regierungen – mit Holland und Kolumbien.

Bolivien ist das lateinamerikanische Land, das sich international mehr als alle andern für die Wasserthematik eingesetzt hat, und dank dem das Menschenrecht auf Wasser in der UNO zur Abstimmung kam. Bolivien gehört zu Alba. Auch Ecuador, ein weiteres Alba-Land, ist in Wasserfragen stark engagiert, ebenso Uruguay.
Partnerschaften zu Wasserfragen zwischen der Schweiz und diesen Ländern würden mehr Sinn machen.

Aber die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ist Partnerin und Sponsorin der Water Resources Group (WRG) – einer Initiative von Nestlé, Coca Cola und Pepsi für die “Transformierung des Wassersektors”, womit die WRG die Wasser-Privatisierung meint. Was Bolivien, Ecuador und Uruguay in ihrem Wasserengagement verbindet, ist ihre Verpflichtung darauf, Wasser als öffentliches Gut unter demokratischer Kontrolle und deshalb ausserhalb des Zugriffs der Politik von Nestlé und der WRG zu halten.

In Analogie zum erwähnten Arbeitspapier wären die ALBA-Länder “fanatisch” und Kolumbien “anständig”. Nur “fanatische” Länder können das neoliberale Dogma ablehnen und ihre Naturressourcen zum Nutzen der Bevölkerung einsetzen, statt sie der Kontrolle und Ausbeutung durch die Multis zu überlassen, wie das ein “anständiges” Land tut. Offenbar will die Schweizer Regierung wie Nestlé auch dem Land Kolumbien das Image eines Modelllandes in Lateinamerika verpassen. Ein Land mit Millionen von gewaltsam Vertriebenen, mit einer von jahrelangem paramilitärischem Terror traumatisierten Bevölkerung im Dienste der Oligarchie und von Multis, vermutlich der gefährlichste Ort auf Erden für Gewerkschafter wie Luciano Romero.

Der bolivarische Prozess in Venezuela und den anderen Alba-Ländern hingegen basiert auf einer aktiven, informierten und partizipierenden Zivilgesellschaft. Sehr zum Kummer jener, die immer von der politischen Isolation, Ignoranz und Wehrlosigkeit dieser Menschen profitiert haben. Zum ersten Mal in der Geschichte nimmt Lateinamerika sein Schicksal in die eigenen Hände. Für Nestlé und ihre Freunde Rafael Pagan, John Hedley, The Atlantic Council und die US-Armee ist der Feind die organisierte und politisch aktive Zivilgesellschaft, die sie folglich bekämpfen – sowohl in der Schweiz wie auch in Lateinamerika.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Nachrichtenportal Amerika21.
Quelle: RT-Deutsch

Donnerstag, 7. Mai 2015

Freunde ausspionieren, das geht gar nicht? - Geht doch, fragen Sie Frau Merkel!

Thema: Politische Kultur

Deutsche Wirtschafts Nachrichten
Die Freunde in Brüssel und Paris ausspioniert:
Es wird eng für Angela Merkel


Der BND soll im Dienst der NSA nicht nur europäische Unternehmen, sondern auch die französische Regierung und die EU-Kommission ausspioniert haben. Erstmals werfen Politiker der Bundesregierung Lügen vor. Die Nachbarn und Verbündeten müssen sich fragen: Auf welcher Seite stand Angela Merkel? Die mächtigste Frau der Welt schweigt und hofft, dass das Gewitter vorüberzieht - und sich nicht zu einer melodramatischen Kanzlerinnen-Dämmerung auswächst.
Lesen Sie den ganzen Artikel hier Deutsche Wirtschafts Nachrichten

"Freunde ausspionieren, das geht gar nicht!"
Waren das nicht ihre Worte? Und jetzt spioniert "ihr" Geheimdienst "ihre Freunde" aus Frankreich nicht nur aus sondern liefert die Ergebnisse auch noch an ihre intimsten "Freunde" über die Atlantikbrücke - und sie weiss von nichts?
"Wer regiert hier eigentlich?"



Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer sagt:
„Bundesregierung und Kanzleramt verwirren mit unterschiedlichen Aussagen.“ n-tv.de

Die Dr. Bundeskanzlerin aber behauptet, dass sie davon „nichts“ wusste! Doch wenn ihr selbst der CDU Koalitionspartner SPD „jegliche Glaubwürdigkeit“ abspricht Handelsblatt, dann weiß ich, was ich davon zu halten habe! Jedoch stellt sich erneut die Frage:

Was wollen die Deutschen mit einer Regierungskoalition, die sich untereinander kein Wort glaubt, aber in großer Einigkeit „gemeinsam“ das Volk belügt? Welt.de

Ergänzung 08.05.2015



Danke Klaus für das Foto

Sonntag, 5. Januar 2014

Der 3. Weltkrieg läuft leise durch die Hintertür

Thema: Militär- und Wirtschafts-Spionage auf Teufel komm raus 
Sie nennen es "Kampf gegen Terrorismus"

World Wide War - er läuft bereits Der geheime Kampf um die Daten


U.S. Army Gen. Keith Alexander
Director of the National Security Agency (Jeff Chiu/AP)
"Wir sagen Ihnen nicht alles, was wir machen oder wie wir es machen - aber jetzt wissen sie es." Offene Worte von Keith Alexander, Chef des mittlerweile prominenten US-Geheimdienstes NSA, an die deutsche Öffentlichkeit Mitte Juli 2013 - gut sechs Wochen, nachdem bekannt geworden war, dass die National Security Agency ein Programm namens Prism unterhält, mit dem sie Zugang zum Telefon und Internetverkehr weltweit hat.
Die Aufregung darüber, dass sogar der Freund mithört, ist groß. Jeden Tag tauchen neue Details auf, veröffentlicht von Edward Snowden, einem ehemaligen Mitarbeiter der NSA. Doch was wissen die Menschen in Deutschland und sonst auf der Welt wirklich vom Ausmaß der Überwachung, Ausforschung und Bespitzelung ihres Lebens?
Die Enthüllungen aus dem Innersten der Geheimdienste könnten eine Zeitenwende sein.

Die Unbefangenheit im Umgang mit dem Internet scheint dahin. Und was bekannt wurde, ist nur die Spitze des Eisberges.
Längst gibt es einen erbitterten Kampf darum - manche sprechen gar von einem Krieg - wie man den Zugriff auf Informationen sichert, aber auch Wissen und Technologien abschöpft.

Dieser Krieg befeuert eine neue Cyber-Rüstungsindustrie, die teure Computerprogramme zum Schutz vor Angriffen und gleichzeitig auch für eigene Angriffe entwickelt.
Alle bisherigen Schutzmechanismen - Datenschutzrichtlinien, internationale Konventionen oder gegenseitige Freundschaftsschwüre - sind meist nur Kosmetik, in jedem Fall aber wirkungslos.

Die Empörung westlicher Politiker über die Ausspähmaschinerie erscheint wie pure Heuchelei.

"NSA kann Verschlüsselung im Internet mitlesen".

Kaum eine Woche vergeht ohne weitere Enthüllung durch den ehemaligen NSA Mitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden.
Spätestens seit bekannt wurde, dass der US-amerikanische Geheimdienst NSA weltweit Zugang zum Telefon- und Internetverkehr hat, scheint es vorbei mit dem unbefangenen Surfen im Internet. Für "World Wide War" schauen die Autoren Elmar Theveßen, Thomas Reichart, Johannes Hano und Heike Slansky unter die Oberfläche der nach außen so schicken, strahlenden Internetwelt.

Sie zeigen, wie einfach es ist, übers Netz in technische Anlagen einzudringen, wie mit Hinweis auf die Terrorabwehr das Post- und Fernmeldegeheimnis verletzt wird und wie private Räume immer mehr öffentlich werden.
Bei allem geht es um die Hoheit im Cyberspace und damit auch um die Machtposition in der realen Welt.

Video von ZDFzoom, 45 Minuten, die sich lohnen...

http://www.youtube.com/watch?v=uTHMQzrgXA4

Freitag, 12. Juli 2013

Eingeschränkte Souveränität war Preis für die Wiedervereinigung

Spionage
 
Die Alliierten haben der deutschen Wiedervereinigung nur zugestimmt, weil sich Deutschland verpflichtete, bestimmte Rechte seiner Souveränität nicht wahrzunehmen. Daher konnten die Geheimdienste der USA und Großbritanniens in Deutschland ungehindert und legal weiterspionieren. Ohne dieses Zugeständnis hätte die damalige britische Premierministerin Thatcher die deutsche Einheit vermutlich verhindert.

Bei den 2+4-Gesprächen musste die deutsche Seite den Westalliierten zusichern, dass diese auch weiterhin legal in Deutschland spionieren dürfen. (Screenshot)
Bei den Verhandlungen zur deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 spielte die Spionage in Deutschland offiziell keine Rolle. Doch hinter den Kulissen bestanden die USA, Großbritannien und Frankreich darauf, auch weiterhin deutsche Bürger und Unternehmen überwachen zu dürfen.
Die Amerikaner haben sich die Wiedervereinigung mit der Weiterführung der alliierten Vorbehaltsrechte bezahlen lassen, sagte der Geheimdienst-Experte und Buchautor Erich Schmidt-Eenboom den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Schmidt-Eenboom war als Journalist selbst vom BND ausspioniert worden. Der Geheimdienst war ihm bis in die Sauna gefolgt.

Schmidt-Eenboom ist davon überzeugt, dass es zwischen den Alliierten und der BRD einen Deal gegeben habe. Denn auffallender Weise haben die Geheimdienste ihre Operationsgebiete nach der Wende faktisch unverändert gelassen.

Praktisch sei die Spionage durch die USA und Großbritannien im vereinigten Deutschland weitergegangen wie zuvor. Dem damaligen deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher soll der Überwachung zugstimmt haben, weil er wusste, dass die Einheit an einem seidenen Faden hing. Die BRD brauchte eine schnelle Einigung, um nicht eine Front der Bedenkenträger aufkommen zu lassen.

Die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher war nämlich entschieden gegen die Wiedervereinigung. Großbritannien und Frankreich versuchten sogar in Gesprächen mit der DDR zu erreichen, dass die Wiedervereinigung verschoben wird. Die Fortführung der alliierten Vorbehaltsrechte habe in diesem Umfeld nicht verhindert werden können, so Schmidt-Eenboom. Die Zustimmung der Russen zu diesem Deal der Westalliierten mit Deutschland sei schlicht erkauft worden.

Hätten die Deutschen abgelehnt – die Briten hätten den ganzen Einigungsprozess verhindern können. Die Politik hatte damals großen Respekt vor Thatcher. Ihr traute man zu, dass sie in einer Sache wirklich hart blieb. Ihre Innen- und Wirtschaftspolitik beweist das (hier).

Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs war es den Nachrichtendiensten der Westalliierten erlaubt worden, in Deutschland ganz legal und nach Belieben Informationen sammeln. Was zunächst als Besatzungsrecht und dann als Vorbehaltsrecht galt, wurde 1968 im deutschen G10-Gesetz institutionalisiert. Dies sei „der größte Sündenfall in der Geschichte des Rechtsstaates“ gewesen, sagte der Historiker Josef Foschepoth (mehr hier).

Auf der Grundlage desselben Gesetzes, das 2001 nur leicht überarbeitet wurde, kooperiert heute die Telekom mit dem BND (hier).

Im Nachkriegs-Westdeutschland sei das Recht der Westalliierten zur Spionage noch mit dem Schutz der Streitkräfte begründet worden, so Schmidt-Eenboom. Heute hingegen diene das Engagement der ausländischen Geheimdienste in Deutschland vor allem der Wirtschafts-Spionage und der Überwachung der Entscheidungsträger in Berlin. Der deutschen Regierung sei es gar nicht möglich, dies zu unterbinden.

Die Bundesregierung suche auch gar keinen Konflikt mit den Nato-Partnern, da diese sowieso nicht mit sich reden lassen würden. Stattdessen setze sie auf die Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten der Nato-Partner. BND und NSA „ziehen an einem Strang“, so Schmidt-Eenboom. Der BND ist technisch in vieler Hinsicht auf das NSA angewiesen. Doch im Gegenzug habe der mit 1.500 Mitarbeitern relativ kleine deutsche Nachrichtendienst auch einiges zu bieten. So überwache er etwa den Nachrichtenstrom aus dem arabischen Raum.

Das Interesse der USA und Großbritanniens an der Überwachung Deutschlands sei nach der Wiedervereinigung deutlich gestiegen, sagte Schmidt-Eenboom. Denn zum einen machten die stärkeren wirtschaftlichen Beziehungen zu China und Russland und die Zunahme der Waffenexporte unter der Regierung von Angela Merkel die Wirtschafts-Spionage interessanter. Zum anderen spielt die Bundesregierung bei der Bewältigung der Finanzkrise eine entscheidende Rolle in der EU. Da wollten die USA und Großbritannien keine Überraschungen erleben, so Schmidt-Eenboom.

Die Spionage durch die Franzosen sei heute weniger aggressiv. Seit die deutsche und französische Luft- und Raumfahrt im EADS-Konzern zusammengewachsen sind, müsse weniger Industrie-Spionage betrieben werden. Doch bis in die 80-er Jahre hinein wurde Deutschland nachhaltig von Frankreich überwacht.

Im Gegensatz zu anderen westlichen Ländern hätten die Deutschen große Vorbehalte im Hinblick auf die Aktivitäten der Geheimdiente. Dies liege vor allem an ihren Erfahrungen mit den beiden Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts. Doch in anderen EU-Staaten würden die Geheimdienste mitunter als nationale Gegengewichte zu Brüssel empfunden.
Erich Schmidt-Eenboom forscht seit Jahrzehnten über die Geheimdienste der Welt. Aufgrund seiner Erfahrungen mit ähnlichen Vorfällen erwartet er, dass auch diesmal der Skandal nach drei bis vier Wochen im Sande verlaufen wird.

Im November 2002 etwa habe das EU-Parlament die Kommission aufgefordert bei Verhandlungen mit den USA klare Forderungen zu stellen. So müsse zum einen der Datenschutz der EU-Bürger sichergestellt werden und zum anderen die Wirtschafts-Spionage eingestellt werden. Doch es änderte sich nichts. Und jetzt sei es wieder ganz ähnlich. Auch diesmal werde die EU bei den USA nichts erreichen.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN   

Kommentare



Mohr sagt:
http://www.bpb.de/nachschlagen/gesetze/zwei-plus-vier-vertrag/44119/artikel-7
Was bedeutet der Artikel 7 des zwei-plus-vier-Vertrages ?
Da wird von einer vollen Souveränität Deutschlands gesprochen.
Und bei der deutschen Rentenversicherung steht, dass eine Bekannte von mir in einem Beitrittsgebiet gearbeitet hat und nicht das sie in Deutschland oder der BRD gearbeitet hat.
Kann mir das einer erklären ??


KlausKlein sagt:
Gerade in dieser wichtigen Frage nicht souverän zu sein bedeutet weiter besetzt und fremdbestimmt zu sein. Jetzt ist mir auch klar, warum unsere Jugend in Afghanistan sich abschießen lässt, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung dagegen ist. Und auch warum die meißten Entscheidungen unserer Politclowns gegen die Interessen ihres eigenen Volkes getroffen werden. Die vertreten uns gar nicht!


Ferdinand sagt:
Auch die deutsche Post wird abfotografiert und an die USA zur Auswertung weitergeleitet:
http://politikprofiler.blogspot.co.at/2013/07/deutschland-ist-teil-von-prism-auch.html


Rich sagt:
langsam sollten es auch die letzten kapieren. wir sind entrechtete Menschen. wir dürfen nicht auf unsere Menschenrechte pochen weil wir keine haben. wieso? wir bekommen unsere rechte von der BRD zugesprochen. diese darf das aber gar nicht richten weil sie eine Verwaltung unter den Siegermächten ist. (kein Friedensvertrag) da sie eine Verwaltung unter den Siegermächten ist, dürfen diese auch uneingeschränkt spionieren, da DE nun mal kein Staat mit vom Volk gewählter Verfassung ist.


Stephanie Barnett sagt:
Ihr Slogan: Eingeschränkte Souveränität war der Preis für die Wiedervereinigung
entspricht so nicht der Wahrheit – eingeschränkte Souveränität ist der Preis für Deutschlands Gräueltaten im Zweiten Weltkrieg und des noch bestehenden Misstrauens gegenüber dem deutschen Staat. – sehen wir uns doch nur an, wie Frau Merkel schon wieder auf den Tisch klopft – keine gute Sache für Deutschland



Sonntag, 7. Juli 2013

Anne Will – 03.07.2013 - Deutschland bespitzeln, Snowden verfolgen - sind diese Amerikaner noch unsere Freunde?

Der Lauschangriff der Amerikaner sorgt weiter für Empörung. Obama verspricht zwar Aufklärung, doch die Stimmung zwischen Deutschland und den USA bleibt unterkühlt. Die Bundeskanzlerin lässt erklären, dass das Abhören von Freunden inakzeptabel sei. Wie belastet ist das Verhältnis zwischen Berlin und Washington? Hat die Kanzlerin von der Spähaktion wirklich nichts gewusst? Und was passiert jetzt mit Edward Snowden? Sollte Deutschland ihm Asyl gewähren?

Fotos: Bildschirmfotos
Gäste der Sendung:
  • Sigmar Gabriel SPD-Parteivorsitzender
  • Michael Grosse-Brömer Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • Renate Künast Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen
  • Constanze Kurz Sprecherin des Chaos Computer Clubs
  • Michael Stürmer Historiker
  • Andrew B. Denison Politikberater

Das Handelsblatt schrieb am 04.07.2013 in der
„TV-Kritik Anne Will“

„Industriespionage in riesengroßem Ausmaß

Erstaunlich vielseitig wurde bei Anne Will über Edward Snowden und Spionage, über Gefahren für die deutsch-amerikanische Freundschaft und beunruhigend offene Fragen diskutiert.“
[…]
Die Sendung unter dem Titel „Deutschland bespitzeln, Snowden verfolgen - sind diese Amerikaner noch unsere Freunde?“ begann am späten Mittwochabend straff. Ein Einspielfilm ordnete den tagesaktuellen Eklat um die erzwungene Landung des bolivianischen Präsidenten-Flugzeugs in Wien in den Zusammenhang ein. Auch Bradley Manning, Edward Snowdens Vorgänger unter den Top-Whistleblowern, dem ein amerikanisches Militärgericht gerade den Prozess macht, kam vor.
[…]
Anschließend legte der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel in Wahlkampfform los. Die „Hybridüberwachung gigantischer Datensammlungsmaschinen in der Privatwirtschaft“ gemeinsam mit staatlichen Stellen sei der Kern des Problems, oder, wie er später formulierte, das „Verschneiden von Daten bei Google, Facebook, Amazon“ mit denen der Geheimdienste. So drohe in der Tat eine Zerstörung des „Wertefundaments“, das die USA und Deutschland bislang verband.
[…]
Schon während Gabriels Beitrag zoomte die Kamera immer wieder auf das faszinierend reglose Pokerface des amerikanischen Studiogastes. Politikberater Andrew B. Denison verteidigte das seiner Meinung nach „legale Handeln“ der NSA ohne Abstriche. Gerade würde manches unangemessen übersetzt, etwa der vielzitierte Begriff „Partner dritter Klasse“, meinte er zwar. Doch schien auch bei einigen seiner Sätze unklar, ob der englischsprachige Originalgedanke genauso bedrohlich klingen würde wie Aussagen auf deutsch à la „Die NSA ist dazu da, die Gesetze anderer Staaten zu brechen“, und sie sei so etwas wie eine „Virenschutzorganisation für Amerika“. Unmissverständlich sagte er nicht nur, es sei schon vor Snowden allgemein bekannt gewesen, dass „alle Daten, die durch Amerika gehen“, abgehört würden. Sondern das bliebe auch so: „Amerika wird heute und in Zukunft alle Datenströme, die über seine Grenzen fließen, vollständig speichern“.

Fazit des Handelsblattes:

Kurz: Eine trotz einzelnen Ausreißern insgesamt so konzise und vielseitige Debatte über die hoch komplexe Sphäre des digitalen Wandels und der Fülle der damit verbundenen Chancen und Risiken hat man in deutschen Talkshows nicht oft gehört.

… und der
Köllner Stadtanzeiger:
TV-Kritik „Anne Will“

Offensiver Schlagabtausch zu Prism

Anne Will fragte am Mittwochabend: „Sind diese Amerikaner noch unsere Freunde?“ Renate Künast und Sigmar Gabriel sparten nicht mit Kritik am Spionageverhalten der Amerikaner. Regierungsvertreter Grosse-Brömer stand auf verlorenem Posten.

So etwas nennt man Moderatorinnenglück. Da hatte Anne Will sich für Ihre Talkrunde am Mittwochabend in der ARD den riesigen Geheimdienstskandal rund um den amerikanischen Dienst NSA und dessen offenbar praktisch schrankenlose Datensammel-Manie ausgesucht. Und in der Nacht vor der Sendung hat der Pilot der bolivianischen Präsidentenmaschine fast keine andere Wahl, als in Wien zwischenzulanden, weil das Gerücht aufkommt, Edward Snowden säße mit Evo Morales an Bord der Maschine. Was wiederum halb Westeuropa veranlasste, den Luftraum für Morales’ Jet zu sperren.

Wie gesagt: Moderatorinnenglück. Aber Anne Will macht auch was draus. Einen größeren Teil am Anfang ihrer 75-minütigen Sendung „Deutschland bespitzeln, Snowden verfolgen – Sind diese Amerikaner noch unsere Freunde?“ verwendet die Kölner TV-Journalistin auf die Ereignisse der Nacht zu Mittwoch am Flughafen Wien-Schwechat. Das hat für den Zuschauer den Vorteil, dass sich sofort ein munterer Schlagabtausch zwischen dem SPD-Chef Sigmar Gabriel und der Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, auf der einen, und dem amerikanischen Politikberater Andrew Denison auf der anderen Seite entwickelt.
[…]
Regierungsvertreter in der Offensive
 
Der Vertreter des deutschen Regierungslagers, der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion der Union, Michael Grosse-Brömer, hatte es an diesem Abend der klaren deutsch-amerikanischen Front, schwer, noch mit eigenen Akzenten zu punkten. Das liegt nicht nur daran, dass Grosse-Brömer Gabriel und Künast rhetorisch unterlegen ist.
Der Parlamentarier vertrat einfach wenig phantasievoll Regierungshaltungen – kein Asyl für Snowden, die deutschen Geheimdienste halten sich an Recht und Gesetz und drang mit seinen Hinweisen, dass Erfolge deutscher Fahnder gegen terroristische Gruppen hierzulande auf der Kooperation mit ausländischen Geheimdiensten fußen, nicht so recht durch.
Hilfe kam da auch nicht von dem konservativen Publizisten Michael Stürmer, denn selbst der findet die Datensammelei der Amerikaner „maßlos“ und sieht „eine beunruhigende Entwicklung, die wir bisher nicht in den Griff bekommen haben“.

Auch Spiegel-online schreibt

Prism-Talk bei Anne Will: Machtlos im "Universum von Cyber"

Die NSA überwacht uns, die USA jagen Edward Snowden - und endlich beschäftigt sich auch eine ARD-Talkshow mit den Themen Prism und Tempora. Doch Anne Wills Sendung mit Sigmar Gabriel und Renate Künast dokumentierte vor allem eines: Ignoranz.

Der stärkste Moment dieser so enorm überfälligen ARD-Talkrunde über die Überwachungsprogramme des US-Geheimdienstes NSA war dieser: Der amerikanische Politikberater Andrew Denison, eingeladen als Verteidiger der USA, versucht sich am Argument, das sei ja alles nichts Neues: Man müsse sich nur einmal den Film "J. Edgar" über den einstigen FBI-Chef Hoover ansehen, schon der hätte doch Akten über Menschen angelegt. Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, unterbrach Denison trocken. Das Beispiel sei gut gewählt, sagte sie, denn was habe Hoover getan? "Er hat Leute erpresst mit den Daten, die sein Geheimdienst gesammelt hat."
[…]
Bemerkenswert geriet jedoch vor allem der Auftritt des einzigen Vertreters der Regierungskoalition in der Runde. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer, war mit zwei konkreten Botschaften gekommen: Der BND habe nichts gewusst, das sei den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums erst am Mittwoch erneut versichert worden. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel habe selbstverständlich auch nichts gewusst. Außerdem wisse man ja eigentlich sowieso noch nicht so genau, ob das alles stimme, was der Whistleblower Edward Snowden da erzähle.

Die Originalbeiträge sind verlinkt. Bitte lesen Sie die, in diesem Fall allesamt sehr guten Beiträge, bei den jeweiligen Zeitungen. Klicken Sie dazu den in blau geschriebenen Namen der Zeitung an.

Fazit: Einer der Talkshow-Abende, bei dem man hinterher nicht bereut, nicht schon 75 Minuten früher schlafen gegangen zu sein.



Samstag, 6. Juli 2013

Auch Deutschland spioniert: Merkel ließ 37 Millionen Emails kontrollieren

Bürger und Staat

Der Bundesnachrichtendienst ist in der Überwachung der Bürger genauso aktiv wie die Kollegen aus den USA oder Frankreichs. Die Aktivitäten sind technisch sehr ausgereift. Über die Spionage herrscht strenge Geheimhaltung. Auch Diplomaten könnten überwacht worden sein. Die Bundesregierung arbeitet bei der Spionage eng mit privaten Providern zusammen.

Hört alles, sieht alle, weiß alles – und sagt nichts: Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Angela Merkel lassen die Nachrichtendienste genauso schnüffeln wie dies in allen Staaten der Welt üblich ist.
(Foto: DWN/Laurence Chaperon)

Wenn Angela Merkel und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in den kommenden Wochen mit „aller Entschiedenheit“ bei den US-Behörden fragen wollen, warum und in welcher Form die Amerikaner die Internet-Kommunikation von Millionen Europäern ausspioniert haben, werden sie den US-Boys von CIA, FBI und NSA vermutlich eine Standard-Antwort erhalten:

„Einzelheiten im übrigen können in diesem Zusammenhang nicht öffentlich dargestellt werden. Aus ihrem Bekanntwerden könnten sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Akteure wiederum Rückschlüsse auf die Fähigkeiten und Methoden der Behörde ziehen. Im Ergebnis würde dadurch die Funktionsfähigkeit der Sicherheitsbehörde und mithin die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland beeinträchtigt.“

Diese Antwort hat die Bundesregierung nämlich bereits am 11. Mai 2012 einer Gruppe von Bundestagsabgeordneten gegeben, als diese sich nach der Spionage-Tätigkeit des BND erkundigten.

Die Fakten zeigen, dass der BND seit langem aktiv alles liest, was sich im deutschen Internet bewegt. So räumte die Bundesregierung in einer äußerst lesenswerten Kleinen Anfrage ein:

„Der Anteil der mittels Suchbegriffen auf den angeordneten Übertragungswegen zu überwachenden Übertragunskapazität (sic!) (§ 10 Abs. 4 S. 3 G10) liegt als Rohdatenstrom vor, nicht aber in Form einzelner Verkehre. Aus diesem qualifizierten sich im Jahr 2010 ca. 37 Mio. Emails anhand der Suchbegriffe. Diese wurden einer anschließenden SPAM-Filterung zugeführt. Die Größenordnung variiert abhängig von übertragungstechnischen Gegebenheiten und jeweils angeordnetem Suchbegriffsprofil. Bei den erfassten E-Mailverkehren lag der Anteil an SPAM bei etwa 90%.“

Bereits 2012 hatten die Nachrichtendienste BND, der Militärische Abschirmdienst MAD, der Verfassungsschutz und das Zollkriminalamt (ZKA) alle technischen Möglichkeiten, um sich bei den Daten der Bürger zu bedienen. In der Anfrage gibt die Bundesregierung zu, dass die Nachrichtendienste „grundsätzlich in der Lage“ ist, auch vermeintlich sichere Kommunikationswege wie PGP und Secure Shell zu kontrollieren.
Dazu arbeiten die staatlichen Überwachungsstellen eng mit den Providern Utimaco, Ipoque und Trovicor zusammen. Wie die Andrej Hunko und Jan Korte anlässlich dieser kleinen Anfrage feststellten, sind „die vier Provider gegenüber dem Bundesnachrichtendienst zur vollständigen Übergabe aller Daten verpflichtet“.

Eine öffentliche Diskussion über diese Vorfälle ist nicht möglich. Die Provider müssen alle Informationen bei der „Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestags“ hinterlegen. Auch Abgeordnete erhalten Einsicht nur nach dem Gutdünken der Regierung. Eine Prüfung der erhobenen Daten durch Anwälte oder Netzaktivisten ist nicht möglich.

Die Argumentation der Bundesregierung macht deutlich, dass die Bürger nicht den Hauch einer Chance haben, an die Daten zu kommen. Die Bundesregierung schreibt, dass die Methoden der Nachrichtendienste keinesfalls öffentlich gemacht werden:

    „Einzelheiten zu den technischen Fähigkeiten des BND können in diesem Zusammenhang nicht öffentlich dargestellt werden, da aus ihrem Bekanntwerden sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Akteure Rückschlüsse auf den Modus Operandi, die Fähigkeiten und Methoden der Behörde ziehen und so eine Erfassung vermeiden könnten. Bei der Beantwortung findet u.a. entsprechendes operatives Vorgehen Erwähnung. Im Ergebnis könnte dies für die Funktionsfähigkeit der Sicherheitsbehörde und mithin für die Interessen der Bundesrepublik Deutschland schädlich sein oder aber die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland gefährden.“

Großzügiger Weise will „die Bundesregierung nach gründlicher Abwägung dem Informationsrecht des Parlaments unter Wahrung berechtigter Geheimhaltungsinteressen nachkommen.“ Dabei will die Bundesregierung auch nicht eindeutig garantieren, „dass Abgeordnete, Rechtsanwält/innen, Journalist/innen oder Diplomaten von den Spionagemaßnahmen ausgeschlossen werden“. Die Bundesregierung antwortet dazu sehr schwammig:

    „Sofern im Rahmen der strategischen Fernmeldeaufklärung nach Abschnitt 3 des G10 Anhaltspunkte dafür bestehen, dass Angehörige des entsprechend geschützten Personenkreises als Teilnehmer erfasst werden, wird durch zusätzliche Recherchemaßnahmen abgeklärt, ob ein materiell vergleichbarer Fall zu § 3b G10 vorliegt und die Erfassung gegebenenfalls rückstandslos gelöscht.“

Im konkreten Fall der 37 Millionen ausspionierter Emails konnte die Geheimdienste die Parlamentarier mit einer Ausrede abspeisen, die faktisch jener von US-Präsident Barack Obama entsprach, als der Prism-Skandal aufgeflogen war: Obama hatte die Amerikaner beruhigt und gesagt, dass flächendeckend nur die Emails von Ausländern kontrolliert würden: Das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) – ein Ausschuss, der dazu installiert wurde, um das Wirken der Geheimdienste zumindest einer gewissen Transparenz zu unterwerfen, sagte, dass es sich bei der massiven Auswertung von Emails nicht um ein „Rasterfahndung“, sondern um eine „strategische Überwachung der gebündelten Funkübertragung etwa über asiatischen oder afrikanischen Ländern“ handle. Deutsche „dürften hiervon kaum betroffen sein“, meinen die ahnungslos gehaltenen Kontrolleure der Geheimdienste.

Fazit: Die Geheimdienst brauchen für ihre Arbeit nur einen Stempel und ein feuchtes Stempelkissen: Sobald auf dem Stempel „Geheim“ steht, tritt der „Auskunftsanspruch“ des Bundestags hinter das „Geheimhaltungsinteresse des BND“ zurück.

Diplomaten, Journalisten, Abgeordnete und Anwälte können sich nicht sicher sein, dass sie nicht von der Bundesregierung kontrolliert werden.
Bürger aus „asiatischen oder afrikanischen Ländern“ sind in Deutschland hinsichtlich des Datenschutzes genauso vogelfrei wie Deutsche und Franzosen in den USA oder wie Deutsche, Afrikaner und Asiaten in Frankreich.

Das Problem beim Ausspionieren sind nämlich nicht die Amerikaner. Das Problem sind die staatlichen Willkür-Strukturen, die es seit eh und je gibt.
Mit den modernen Technologien kann die staatliche Willkür noch viel effizienter agieren als in früheren Zeiten.

Das Kern-Problem ist jedoch die Kombination aus technischen Möglichkeiten und moralischer Verkommenheit: Die Eliten des Westens sind, durch die Schuldenkrise in Bedrängnis und in den immer größer gewordenen Apparate vom Verlust persönlicher Vorteile bedroht, keine vertrauenswürdigen Sachwalter der „res publica“, also der öffentlichen Angelegenheiten.

Wer so hemmungslos in den Zinsmärkten, Geldmärkten, im Rechtswesen, im Datenschutz manipuliert wie die in vielen Bereichen degenerierten politischen Eliten, kann nicht damit rechnen, dass die Bürger den Politikern ausgerechnet in den Grauzonen der Geheimdienste vertrauen.

Massiver politischer Vertrauensverlust kann jedoch der Beginn von revolutionären Zuständen sein.
Es ist daher gut, dass die Bundesliga bald wieder beginnt.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN



Kommentare



Heynna sagt:
klar, erst spionieren sie aus, was man denkt, dann passen sie ihr Verhalten und Aussagen dem an.
Sie tun also vor der Wahl exakt, was Volk denkt und rahmen wieder ab. Oder wer erhält die Infos.
Das Merkel die Atomkraft reduzierte, was sicher so ein Coup. Die Empörung war so groß, dass der Hosenanzug gleich diese Meinung spiegelte.
Das allerbeste ist eigentlich der Witz, dass sie jetzt ständig mit Obama telefoniert, weil Obama sagte, das macht man SO, man ruft einfach an, wenn man was wissen will, so einfach, für Blöde.
Denn wenn warum rufen die denn dann nicht an und zeichnen von uns alles auf um uns auszuspionieren. Die wissen eben wie man alle Bedenken zerstreut und lächerlich macht.
Und dass jetzt alle spionieren, ach so, ist wohl nun doch nicht mehr verboten oder wie war das?
Und dann wieder die Leidensmine, Mutti hat es doch nur gut gemeint, zieht auch des Öfteren…. :-(
….äh, was stand denn drin? wer wertet das aus? Stasi? Partei?
Was wurde weshalb kontrolliert?
Es kann auch ein bisschen konkreter sein, denn wischiwaschi sorgt nur für den Dösschlaf durch Infomissmanagement.



heide sagt:
DAS DARF DOCH NICHT WAHR SEIN?
DER STAATSENDER MACHT EINE UMFRAGE FÜR/GEGEN ÜBERWACHUNG
DIE LÄMMER MÄHEN JAAAAAAAAAAA, wenn wir vor terroristen beschützt werden!
wenn sie da mal nicht total falsch gewickelt sind!!!!!!
http://www.radio-utopie.de/2013/07/05/erfolgreiche-ard-umfrage-fur-terror-mit-stasi-3-0-leben/



babsi36 sagt:
nun ist es amtlich: Merkel belügt das Deutsche Volk
Merkel = Obama = Stasi 2.0
http://www.youtube.com/watch?v=OWVGDBeR42I

Dienstag, 2. Juli 2013

Experte: Europa kooperiert schon lange mit NSA

In der gedruckten WESTFALENPOST vom 1. Juli 2013 steht:
 
Die Empörung über die Spionage des US-Geheimdienstes ist groß. Doch offenbar hatten EU-Länder vor Jahren schon entsprechende Abkommen unterzeichnet
Von Dirk Hautkapp

Washington. "Abscheulich", "eine große Belastung für die europäisch-amerikanischen Beziehungen", "inakzeptabel". Mehrere führende europäische Politiker kritisieren scharf die am Wochenende bekannt gewordene Spionage der USA. Das müsse sofort aufhören, forderte etwa Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn gegenüber Spiegel-Online. Und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) forderte die Regierung in Washington dringend zur Stellungnahme auf.


Radarkuppeln der ehemaligen Echelon Field Station 81 in Bad Aibling, Bayern, Foto: public domain
Doch ein Obama-Sprecher lehnte während der Afrika-Reise des Präsidenten jeden Kommentar ab und verwies auf ausstehende Prüfungen. Stattdessen redet ein umstrittener, gleichwohl kenntnisreicher Experte: Wayne Madsen, der von 1985 an zwölf Jahre lang bei der NSA beschäftigt war.

Er hat kein Verständnis für die große Empörung, schließlich, sagt er, kooperierten einige EU-Länder seit Jahren geheimdienstlich mit den USA.

Der Geheimdienst-Experte neigt zu kruden Verschwörungstheorien. Dennoch stellte ihn der "Observer" - Schwesterblatt der im Fall Edward Snowden federführenden britischen Zeitung "Guardian", in den Mittelpunkt einer neuen Enthüllungsgeschichte. Brisanter Inhalt: Dänemark, die Niederlande, Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland unterhielten seit langem mit den USA geheime Abkommen, die das Abgreifen und Verwerten sensibler Daten betreffen.

Nach den Vereinbarungen, die im Kern bereits seit Ende des Zweiten Weltkrieg gelten würden, bekomme die amerikanische "National Security Agency" (NSA) den "Löwenanteil" der Datenmengen aus verschiedenen Kommunikationskanälen. Als Gegenleistung, so Madsen, erhielten die Partner "hochgradig gefilterte nachrichtendienstliche Erkenntnisse".

Madsen zeigte sich in einem Interview mit der Internet-Fachseite PrivacySurgeon.org.blog bestürzt über den "scheinheiligen Aufschrei" europäischer Spitzenpolitiker, die über jüngst öffentlich gemachte US-Spähprogramme wie "Prism" geradezu einen "Schockzustand simulierten" - ohne über ihre aktive Rolle in der Zusammenarbeit bei der Daten-Überwachung Auskunft zu geben.

Deutschland kooperiert

Madsen wörtlich: "Ich verstehe nicht, wie Angela Merkel von, Obama und Großbritannien Zusicherungen verlangt, während Deutschland exakt diese geheimdienstlichen Beziehungen eingegangen ist." Der "Guardian" hat den Bericht über Wayne Madsen gestern vorläufig zurückgezogen. Es stünden noch Untersuchungen an, hieß es. Über den Wahrheitsgehalt seiner Kern-Aussage, dass mehrere europäische Staaten geheimdienstlich eng mit den USA kooperieren, dies aber nicht laut sagen, besteht aus Sicht von Regierungskreisen in Washington kein Zweifel.

Dort verweist man auf einen umfangreichen Bericht des Europa-Parlaments aus dem Jahr 2000. Nach Bekanntwerden des amerikanisch-britischen Abhörsytems Echelon, mit dem rund um die Welt Faxe, E-Mails, Telefonate und Internet-Botschaften nach verdächtigen Schlüsselwörtern gerastert werden, stellte eine Untersuchungskommission fest, dass Deutschland mit Washington und London beim Betrieb des schon damals riesigen Abhörsystems "kooperiert".



Von wegen: Kampf gegen Terrorismus
Entwicklung ab 1990, lange vor 9/11

Will uns die "beste Regierung seit der Wiedervereinigung" schon wieder verarschen?

Nach Beendigung des Kalten Krieges im Jahr 1990 fiel der Hauptfeind, der Ostblock, als potentieller Gegner weg. Die neue geheimdienstliche Priorität, die Wirtschaftsspionage, wurde von George Bush sen. durch die Nationale Sicherheitsdirektive 67 – herausgegeben vom Weißen Haus am 20. März 1992 – festgelegt. Die freigewordenen Kapazitäten sollen die Echelon-Beteiligten genutzt haben, um die eigenen Verbündeten auf dem Gebiet der Wirtschaft auszuspionieren.
so steht es bei Wikipedia. Bitte lesen Sie (hier) weiter.

und als ob das nicht genug wäre, hier noch ein weiterer Artikel:



Diesen Artikel der Zeitung DIE WELT habe ich so gefunden:

Dies ist der Cache von Google von http://www.welt.de/politik/ausland/article117571925/Ehemaliger-NSA-Agent-wirft-Merkel-Heuchelei-vor.html. Es handelt sich dabei um ein Abbild der Seite, wie diese am 1. Juli 2013 19:06:16 GMT angezeigt wurde. Die aktuelle Seite sieht mittlerweile eventuell anders aus. Weitere Informationen
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Ehemaliger NSA-Agent wirft Merkel Heuchelei vor

Deutschland soll den US-Geheimdienst seit Jahren heimlich mit Daten versorgen. Das behauptet ein ehemaliger NSA-Agent. Die Empörung deutscher Politiker über die USA sei daher pure Heuchelei.


In eigener Sache: Liebe Leser, diesen Artikel haben wir in der Nacht zum Sonntag auf Basis von Informationen der britischen Zeitung "Guardian", über die die Nachrichtenagentur dpa berichtete, veröffentlicht. Kurz darauf informierte uns die Nachrichtenagentur dpa, dass der "Guardian" seinen Bericht zurückgezogen habe und zog ihrerseits ihre Berichterstattung zurück. Der "Guardian" berief sich zur Begründung auf eine andauernde Untersuchung des Sachverhalts. Von diesem Zeitpunkt an war für uns die Voraussetzung für eine Berichterstattung nicht mehr gegeben, weswegen der Text von unserer Webseite genommen wurde, da die inhaltliche Grundlage entfallen war.



Eine Reihe europäischer Länder hat nach Angaben der britischen Zeitung "The Guardian" regelmäßig aus digitaler Kommunikation gewonnene Daten an die US-Sicherheitsbehörde NSA weitergegeben. Auch Deutschland soll sich daran beteiligt haben. Das berichtet das Blatt unter Berufung auf Enthüllungen eines ehemaligen NSA-Mitarbeiters in dem Internet-Blog "PrivacySurgeon.org".

Bei dem Informanten handelt es sich um Wayne Madsen, Ex-Offizier der US Navy. Er hat von 1985 an für die NSA gearbeitet und dort in den folgenden zwölf Jahren mehrere hohe Positionen innegehabt. Neben Deutschland und Großbritannien sollen Madsen zufolge auch Dänemark, die Niederlande, Frankreich, Spanien und Italien entsprechende "geheime Deals" mit Washington haben. Sie sollen sich verpflichtet haben, auf Aufforderung Daten aus der Internet- und Mobilfunkkommunikation an die NSA auszuhändigen.

Madsen sagte, er habe diese Angaben nun publik gemacht, da europäische Regierungen in den vergangenen Wochen "nur die halbe Wahrheit" über ihre Kooperation mit den US-Sicherheitsbehörden erzählt hätten, die Jahrzehnte – teilweise bis in die Zeit des Kalten Kriegs – zurückgehe. Alle sieben genannten Länder hätten Zugang zu einem transatlantischen Glasfaserkabel, das ihnen erlaube, große Datenmengen, darunter Informationen über Telefonate, E-Mails und die Nutzung von Webseiten abzuzapfen, sagte Madsen.

Der Geheimdienst-Mitarbeiter sagte zudem, er sei überrascht über die "Heuchelei" führender europäischer Politiker, die sich schockiert über die geheimdienstlichen Aktion der Briten und Amerikaner gezeigt hätten. Vor allem die Reaktionen in Deutschland seien Madsen schleierhaft: "Ich kann nicht verstehen, wie Angela Merkel dabei ernst bleiben kann, wenn sie von Obama und Großbritannien Aufklärung verlangt, obwohl Deutschland selbst eben diesem Netzwerk beigetreten ist".
[...]
NSA soll Wanzen in EU-Büros installiert haben

"Das Ausspionieren hat Dimensionen angenommen, die ich von einem demokratischen Staat nicht für möglich gehalten habe", sagte Elmar Brok (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments. Europas geplantes Freihandelsabkommen mit den USA hält er für gefährdet. "Wie soll man noch verhandeln, wenn man Angst haben muss, dass die eigene Verhandlungsposition vorab abgehört wird?"

Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, die NSA habe EU-Einrichtungen in Washington, New York und Brüssel ausgespäht. Der Geheimdienst habe Wanzen versteckt und interne Computernetzwerke infiltriert.
dpa/jay
© Axel Springer AG 2013.



WESTFALENPOST am 01.07.2013

CIA mit Kommandozentrale in Neuss?

Geheimdienst soll operativ gegen Sauerland-Gruppe tätig gewesen sein
Von Hayke Lanwert

Neuss. Dass der amerikanische Geheimdienst CIA den entscheidenden Tipp gab, der 2007 die so genannten "Sauerland-Terroristen" und ihre tödlichen Pläne auffliegen ließ, ist bekannt. Nun jedoch heißt es, der CIA habe sich mit dieser Form transatlantischer Hilfe nicht begnügt, sondern sei in Deutschland sogar operativtätig gewesen. Laut Focus-Informationen sollen mehr als 100 ClA-Experten eigens eingeflogen sein, um von einer Kommandozentrale in Neuss aus gegen die Terroristen zu ermitteln. Bei diesen Experten habe es sich um Überwachungsspezialisten, Elektroniker, Chemiker und Dolmetscher gehandelt, die ihre Basis in einem "schmucklosen Gebäude der Sparkasse Neuss" bezogen hätten. Nur "eine Hand voll Spitzenbeamter im Bundesamt für Verfassungsschutz und im Bundesinnenministerium" sei darüber informiert gewesen.

"Sollte das stimmen, so ist es rechtsstaatlich höchst problematisch", erklärte gestern der Düsseldorfer Rechtsanwalt Johannes Pausch gegenüber dieser Zeitung. Pausch, ausgewiesener Terror-Experte und Verteidiger des im Prozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht zu zwölf Jahren Haft verurteilten Islamisten Daniel Schneider, betonte, dass es keinen Hinweis dieser Art während des Prozesses gegeben habe.

"Der Senat unter dem Vorsitz Richter Breidlings wusste nichts davon. Wenn der CIA mit Wissen deutscher Behörden hier tätig gewesen ist, hätte das aktenkundig gemacht werden und ins Verfahren einfließen müssen. So etwas kann sogar ein Grund zur Wiederaufnahme des Verfahrens sein", so Pausch.

Eine Sprecherin des damals gegen die Sauerland-Gruppe ermittelnden Bundeskriminalamts wollte den Hinweis auf die CIA-Aktivitäten in Deutschland gestern nicht kommentieren. Im Bundesinnenministerium erklärte ein Sprecher, man prüfe den Sachverhalt, ob es da tatsächlich einen Zusammenhang gebe.

Die Sauerland-Gruppe, die laut Urteil den hundertfachen Tod von US-Soldaten und Zivilisten in Deutschland plante, war im September 2007 im sauerländischen Oberschledorn von der Spezialeinheit GSG 9 festgenommen worden. Zuvor hatten die Ermittler heimlich den Sprengstoff gegen harmlose Flüssigkeit ausgetauscht. Während der Ermittlungen sollen deutsche Behörden und US-Geheimdienstler in Berlin eng zusammengearbeitet haben. Von einer eigenen Kommandozentrale war nie die Rede. Sparkassen-Chef Michael Schmuck wie Neuss Bürgermeister Napp (CDU) zeigten sich gestern fassungslos sie hätten "nicht den Hauch einer Ahnung".

Glaubt immer noch wer, deutsche Politiker hätten was zu melden?