Freitag, 29. November 2019

Strom-Rationierung für private E-Autos ab 2021?

„Sie laden ab sofort mit reduzierter Stromstärke“ wird das möglich?

Epoch Times 27. November 2019 Aktualisiert: 27. November 2019 17:11
Um Überlastungen des Stromnetzes durch zu viele E-Autos zu vermeiden, soll es ab 2021 möglich sein, den Ladestrom privater Ladepunkte zu begrenzen. Diese Strom-Rationierung würde der E-Mobilität in Deutschland möglicherweise gänzlich den Stecker ziehen.

Bald kein Strom mehr für E-Autos? Netzbetreiber verschiedener Länder diskutieren eine Drosselung der Ladeströme, um die Netze zu schonen.

„Sie laden ab sofort mit reduzierter Stromstärke“: Die Ankündigung einer verbrauchsabhängigen Drosselung des Ladestroms könnte ab 2021 der E-Mobilität gänzlich den Stecker ziehen. Statt mit 11 oder 22 kW sollen E-Autos an der heimischen Steckdose nur noch mit 5 kW geladen werden. Keine Angst, schreibt der „Focus“, „für den Standard-Pendler reichen kleine Ladeströme aus“.

Während Tesla in den USA an der dritten Generation Schnellladesäulen arbeitet, die mit bis zu 250 kW E-Autos in wenigen Minuten mit Hunderten Kilometer Reichweite versorgen, beraten mitteleuropäische Stromnetzbetreiber über die Beschränkung des Ladestroms von 22 beziehungsweise 11 kW-Heimladeplätzen. Mit anderen Worten: In Nordamerika laden Sie Ihr E-Auto bis zu 50 Mal schneller auf als in Deutschland. „Unsere Netze kommen ins Schwitzen, wenn mehrere E-Autos gleichzeitig laden“

Wie Focus online berichtet, wollen Stromnetzbetreiber aus Deutschland, Schweiz, Österreich und Tschechien „ab 2021 den Ladestrom an privaten Ladestationen beschränken.“ Dies soll verhindern, dass lokale Verteilernetze überlastet werden und gegebenenfalls ausfallen.

Insgesamt gäbe es in diesen Ländern 1646 Verteilernetze, die über 100 Millionen Menschen versorgen, teilten die Betreiber anlässlich des Elektromobilitätskongresses statt. Trotz bisher erfolgten Anpassungen der Netze gäbe es für die E-Mobilität zu wenig Reserven.

„Wir haben das Problem, dass wir nicht zu jedem Zeitpunkt jede Leistung zur Verfügung stellen können. Unsere Netze kommen ins Schwitzen, wenn gleich mehrere Elektroautos in einem Wohngebiet mit 11 oder gar 22 kW laden“, zitiert Focus den österreichischen Strommanager Reinhard Nenning. Der Schweizer Netzspezialist Patrick Bader ergänzt: „Wir müssen eingreifen, damit es keinen Blackout gibt.“

Bei einem mehrtägigen, großflächigen Blackout wie in Südamerika, würde nicht nur die E-Mobilität zusammenbrechen, sondern auch die medizinische Versorgung. Dies müsse man unbedingt verhindern. Derzeit sei ein steuernder Eingriff allerdings noch nicht möglich, da die entsprechenden Steuerkanäle fehlen. Denkbar wäre laut Nenning zum Beispiel eine Drosselung auf 8 Ampere Stromstärke. Damit würde die Leistung an einem 400 Volt Kraftstromanschluss auf 5 kW sinken.

Drastische Einschränkung der individuellen Mobilität

Mit dem Sinken der Ladeströme sinkt jedoch auch die Möglichkeit, jederzeit mobil zu sein. Zum Vergleich: Es wäre, als ob man an einer Tankstelle statt 40 Liter Diesel – weil die Zapfsäulen überlastet sind – nur 10 Liter kaufen kann. Natürlich könnte man noch drei Stunden auf den Rest warten, im Normalfall und mit vollem Tank wäre man jetzt jedoch schon mindestens 300 Kilometer weiter.

Noch drastischer ist dieses Rechenbeispiel bei E-Autos mit ohnehin langen „Tankzeiten“: Benötigt ein E-Auto an einer guten 22-kW-Hausladestation 10 Stunden zum Laden, steigt diese Zeit bei 5 kW auf 40 Stunden an. Statt der gewohnten 600 Kilometer Reichweite, hätte man am Morgen also nur 150 km zur Verfügung. Im Diesel könnte man für den Rückweg „schnell mal“ nachtanken, mit dem E-Auto sucht man sich besser eine Pension – mit Ladesäule.

„Das erzwungenermaßen langsame Laden von E-Autos […] dürfte für viele Anwendungsbereiche noch genügen“, schreibt Focus, „zumal man ja nicht jeden Tag seinen Akku komplett leer fährt.“ Doch im Winter könnte das problematisch werden, wenn die Reichweite technisch bedingt ohnehin in den niedrigen zweistelligen Bereich sinkt. (ts)

Mit freundlicher Genehmigung von EpochTimes.de


Kommentare :

  1. Man denke mal an reine Wohngegenden, wo die Stromversorgung, vor 30 Jahren und vorher, auf den damaligen Bedarf ausgelegt wurde, vielleicht ist einer gewissen Reserve. Da sollen, zusätzlich zu den normalen Verbrauchern, jetzt auch noch die Akkus der E-Autos mit 11 oder 22 kW aufgeladen werden. Das wäre mehr als eine Verdopplung der geforderten Leistung. Das ist mit Sicherheit nirgendwo eingeplant worden. Das Grünen - verschuldete Chaos ist vorprogrammiert.
    Ein Leser des Blogs

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  2. Was ich beim bestem Willen nicht verstehen kann, ist doch die Tatsache, dass Fachleute genau diese Entwicklung vorausgesagt haben.
    Warum wurden diese Fachleute nicht gehört? War der Hype zum Klimawandel zu groß?
    Wem hat man nachgegeben?
    Hier werden doch nicht einmal alle Probleme angesprochen.
    Theoretisch macht doch E- Mobilität, lässt man die anderen Unzulänglichkeit dieser Technik einmal beiseite, nur Sinn, wenn die Versorgung nur mit regenerativen Energien erfolgt.
    Daran glaube ich, obwohl technisch möglich, aber politisch und wirtschaftlich überhaupt nicht gewollt, nicht mehr, bestimmt nicht mit der selbst verordneten Zeitvorgabe.
    Wir sprechen hier über Lademöglichkeiten im öffentlichen Bereich. Auch hier werden die Gesetze des „Stroms“ nicht außer Kraft gesetzt, was bedeutet, dass nicht nur die Bereitstellung von Strom zu beachten ist, sondern auch die Neuinstallationen für Kabelnetze, Niederspannungsstationen Verteiler usw.
    Die gleichen Probleme auf dem Land, da kann ich definitiv nur über die neuen Bundesländer mir ein Urteil bilden. In der Regel wurden Eigenheime mit einem Hausanschluss von 3x 25 Ampere ausgerüstet. Für diese Leistung war das Verteilernetz ausgerichtet. Nach dem Beitritt konnte man, wenn es das Netz hergab, auf Weststandart erhöhen.
    Während bei der bisherigen Entnahme an Strom der Gleichzeitigkeitsfaktor nicht die entscheidende Rolle spielte, wird er aber für das Aufladen von E- Autos ein wesentlicher Bestandteil.
    Es ist davon auszugehen, dass die Fahrzeuge zeitgleich, nach Feierabend, zum Aufladen ans Netz gehen.
    Offene Fragen über Fragen und keine Antworten der Verantwortlichen, von den entstehenden Kosten ganz zu schweigen.
    Ein ergänzender Hinweis zum guten Beitrag vom Gerd im Gästebuch bei Will zu 5G. Unter
    https://blog.fefe.de/?ts=a32129ac
    Ein Großteil unserer Mitbürger wird nach Strich und Faden verarscht. Leider nutzt man das nicht erwartbare technische Verständnis vieler unserer Mitbürger schamlos aus.

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