Samstag, 8. Februar 2020

Wieder einmal Deutschland - Tierzüchter erschlagen Ferkel nach Geburt

Tierschützer von Animal Rights Watch haben ein Video aus einer Schweinezucht veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, unter welch qualvollen Umständen die Tiere leben.

Foto: Screenshot vom Video
Die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (Ariwa) hat neue Videoaufnahmen aus einer Schweinezucht in Falkenberg an der Elster im deutschen Brandenburg veröffentlicht. Die Bilder zeigen, wie Ferkel kurz nach der Geburt erschlagen werden. Andere werden fremden Müttern gegeben oder verstümmelt. Der zweieinhalb Minuten lange Film zeigt auch, wie die Muttertiere in viel zu engen Kastenständen qualvoll vor sich hin vegetieren.

In dem Betrieb, dessen Name nicht bekannt ist, werden 3500 Sauen gehalten. Ariwa will mit dem Clip einmal mehr auf die furchtbaren Umstände in der Tierhaltung aufmerksam machen. Denn: «Trotz zahlreicher Aufdeckungen über die tierquälerischen Zustände in deutschen Schweinezuchten ändert sich nichts Grundlegendes am Umgang mit den Tieren. Politik und Wirtschaft haben kein Interesse daran, die allgegenwärtige Tierquälerei zu beenden», sagt Ariwa-Sprecherin Sandra Franz zum Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Geschäftsführer sieht ein, dass das «nicht korrekt» ist

Tierschützer denunzieren seit langem, dass die erwachsenen Sauen in illegal engen Kastenstände leben. Die Vorrichtungen werden genutzt, um bei der Ferkelproduktion Muttertiere davon abzuhalten, beim Hinlegen den eigenen Nachwuchs zu erdrücken. 2016 entschied ein Bundesverwaltungsgericht, dass die bislang üblichen Kastenstände verbessert werden müssen. Doch weil die Politik sich nicht klar darüber ausspricht, ist die Rechtslage bezüglich der Bemessung der Kastenstände für die Tierhalter unklar.

«Spiegel TV» konfrontierte den Geschäftsführer der Schweinezucht mit den Aufnahmen der Tötung der kleinen Ferkel. Das Verhalten der Mitarbeiter sei «nicht korrekt», gab der Mann zu. Sie seien anders angewiesen, versicherte er, bevor er das Interview plötzlich beendete.

Tierschützer fordern bio-veganen Landbau

Beim Tierschutz im zuständigen Landkreis Elbe-Elster ist man über die Situation informiert. «Hinsichtlich des Tötens der Ferkel ist das problematisch», sagte Amtstierärztin Ilona Schrumpf zu RND. «Wir werden den Betrieb anhören und dann über weitere – auch strafrechtliche – Schritte entscheiden.»

Animal Rights Watch fordert eine radikalere Lösung: «Würde das Verfassungsziel Tierschutz wirklich ernst genommen, dürfte es diese Branche überhaupt nicht geben – zumal kein Mensch wirklich Tierprodukte braucht.» Die Tierschutzorganisation fordert den Komplettausstieg aus der Tierproduktion. Stattdessen solle der bio-vegane Landbau gefördert werden.

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

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