Montag, 3. Februar 2020

Presseclub - 02.02.2020 - Billigwahn und Bauernwut - welche Landwirtschaft brauchen wir?


So. 2. Februar 2020, 12.03 - 13.00 Uhr

Billigwahn und Bauernwut -
welche Landwirtschaft brauchen wir?


Moderation:
Jörg Schönenborn
WDR Programmdirektor
Mitglied Atlantikbrücke
Bilder: Screenshots

„Hähnchenschenkel für 20 Cent pro 100 Gramm, das ist unanständig“, meint die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. „Wie soll ein Bauer davon leben und dann noch höchste Tierwohlstandards einhalten können?“ Die Preise sind beschämend. Wo führt das noch hin? Deshalb hat Angela Merkel erstmals die Konzernchefs der Handelsketten zu einem Krisentreffen ins Kanzleramt geladen.

Der Handel wehrt sich gegen Vorwürfe, mit Dumpingpreisen die wirtschaftliche Lage der Landwirte weiter zu verschlechtern. Handelsketten hätten nicht die bestehenden strukturellen Probleme der Landwirtschaft verursacht. Diese seien die Folge von Überkapazitäten und den Entwicklungen auf den Weltmärkten. Wie sehr muss sich die Politik einbringen? Kann der Staat dem Handel die Preise diktieren oder muss der Wandel vom Verbraucher ausgehen?

Nach den Demonstrationen der Landwirte erhalten sie nun von der Bundesregierung eine Milliarde Euro für Investitionen. Dabei ging es den Bauern eher um eine sachkundige und umsetzbare Politik. Doch wie soll die aussehen? Welche Weichen müssen gestellt werden, um eine nachhaltige Landwirtschaft aufzubauen?

Landwirtschaft mit Zukunft?

Brauchen wir ein industrielles Agrarsystem, um unsere Bevölkerung ernähren zu können oder müssen wir zu kleinbäuerlichen Strukturen zurückkehren? Wie kann die Politik den Mittelstand stärken? In der zweiten Jahreshälfte übernimmt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft. Wird es der Bundesregierung gelingen, mit der EU-Agrarreform die Agrarwende anzuschieben?

Denn so sehr sich frustrierte Bauern und besorgte Bürger entfremdet haben, sie wollen dasselbe: eine Landwirtschaft mit Zukunft. Nach der öffentlichen Debatte über Flüchtlinge und den Verbrennungsmotor ist die Landwirtschaft offenbar das nächste große Thema, an dem sich die wachsende Spaltung der Gesellschaft zeigt.

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Kommentare

Kommentar 178:
Matthias Stock schreibt am 2.2.2020, 10:42 Uhr :
Sehr geehrte Damen und Herren, Sieg für Trump! Triumph des Brexits! So die alles überragenden Nachrichten von diesem Wochenende ( siehe Spiegel). Und was ist Ihr Thema? Landwirtschaft! Sie wählen dieses aktuell unbedeutende Thema, weil Ihnen die Ergebnisse in England und USA nicht in den Kram passen. Glauben Sie ernsthaft, daß die Menschen in diesem Land Ihre Manipulationen, die schon bei der Themenauswahl beginnen nicht registrieren? Mit freundlichen Grüßen Matthias Stock
Kommentar 171:
Hans-Hermann schreibt am 2.2.2020, 10:35 Uhr :
Zu # 99 "peta" (nicht von mir): ***Deshalb werden wir in Zukunft keine anonymen Kommentare oder solche mit Fantasie-Pseudonymen mehr freischalten. Nur wer seinen Namen angibt, kann künftig im Gästebuch des ARD-Presseclubs mitdiskutieren." (die Redaktion).*** Laut Redaktion sind "richtige Namen" also z.B.: "Bauer Willi" (100), frei erfundene Vornamen oder Müller, Meier, Schulze, Huber und andere deutsche Allerweltsnachnamen oder "Rudi2" (57) oder wie im Lösch-Gästebuch von haf "Batterietester" oder "Anna mit den Hühnern"? Entschuldigung, aber das ist jetzt wirklich lächerlich und blamabel für die "Redaktion" vom Presseclub, zumindest der Hinweis auf "Fantasie-Pseudonym" als Löschbegründung. Ich behaupte, 98 Prozent der Kommentatoren benutzen Fantasie-Pseudonyme - im Internet "Nickname" genannt. Absolut üblich im Internet. Wie wär's denn mit dem Klarnamen der "Redaktion"? Unsere Meinungen müssen der anonymen Redaktion der sog. Gästebücher nicht gefallen.

    Antwort von
    Benjamin Johann , geschrieben am 02.02.2020, 11:42 Uhr :
    Nun ja, die Lösung des Problems wäre, dass man sich um ins Gästebuch schreiben zu können, ein Konto anlegen muss in dem sämtliche relevanten Daten zu hinterlegen sind. Inklusive der Personalausweisnummer. Nur glaube ich nicht, dass dann auch noch einer ins Gästebuch schreiben würde. Ich sehe es ja an mir selbst. Wenn ich nicht muss, lege ich kein solches Konto an. Man möchte ja schließlich ohne negative Reaktionen befürchten zu müssen, seine Meinung kundttun (vom Leder ziehen) können, wenngleich allein schon meine gute Kinderstube mir das in den meisten Fällen dann doch verbietet.

Kommentar 235:
Rainer Geißeler schreibt am 2.2.2020, 12:07 Uhr :
Wer im Titel dieses Presseclubs mit wir gemeint ist, wissen wohl nicht nur die Redakteure und ihre Auftraggeber, sondern auch die mythische deutsche Leistungselite, die mit unvermindertem Eifer daran arbeitet, dass sich die sozialwirtschaftliche Spaltung der Gesellschaft weiter verstärkt und an die erfolgreiche Apartheid in den gesellschaftlichen Bereichen Bildung und Gesundheitswesen angeglichen wird. Denn da der überdurchschnittlich hohe Anteil von funktionalem Analphabetismus und von sozial verträglichem Frühableben in der Unter- und unteren Mittelschicht bereits so günstige Voraussetzungen für höchste Renditen der Elite geschaffen hat, soll nun auch die soziale Apartheid in der Ernährung, der Trinkwasserversorgung und der Befreiung lebenswerter von lebensunwerten Lebensformen die Rendite der Elite weiter aufhübschen. Früher hatten noch die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln, heute sind es die mit den giftigsten An- bzw. Abbaumethoden der agrarwirtschaftlichen Lebensgrundlage.

    Antwort von
    Benno Thiel , geschrieben am 02.02.2020, 12:14 Uhr :
    Da sind wir aber mal haarscharf an der Zensur vorbeigeschrammt!

Kommentar 578:
Eva Bayer schreibt am 2.2.2020, 14:10 Uhr :
Das Argument "Wir müssen weltweit soundsoviele Menschen ernähren, deshalb muss es die industrielle bzw. Hochleistungslandwirtschaft geben" hat sich doch längst als Irrweg + glatter Unsinn erwiesen. Alle Verwerfungen + Fehlentwicklungen unserer Zeit sind darauf zurückzuführen. Jeder Kontinent sollte die Lebensmittel produzieren die benötigt werden. Europa muss doch um Himmelswillen keine Rinder oder deren Fleisch in Süd- oder Nordamerika kaufen wenn bei uns genug Rindviecher herumlaufen. Und Europa muss kein Geflügel nach Asien oder Afrika exportieren, das können die vor Ort mindestens genauso gut + das viel Umwelt- + Ressourcen-schonender. Die Bauern sind, wie wir Verbraucher auch, nur die Opfer falscher Versprechen + fehlgeleiteter Subventionen. Aber es ist typisch, kaum regt sich ein Protestchen, schon wird der mit dem Versprechen eines hohen Geldbetrags zugeschaufelt. Ich bin mir sicher, dass dieses Geld nicht bei den wirklich richtigen Leuten landet. Wetten???

Kommentar 587:
B.Tester schreibt am 2.2.2020, 14:21 Uhr :
Die Verrenkungen der Merkelregierung bei der Landwirtschaft und den Bauer wird genauso ein schlechtes Ende nehmen wie der Breitbandausbau, der uns gewollt schon 20 Jahre zurückgeworfen hat. Besserung nicht in Sicht, Verschlimmbesserung ist wieder mal die Devise aller Beteiligten. Nichts kann, Nichts darf, Nicht soll, Nichts muss, aber die Gelder werden trotzdem fließen. Von unten nach oben.politisch genauso gewollt.

Kommentar 593:
Adam Sedgwick, Berlin schreibt am 2.2.2020, 14:31 Uhr :
Es hilft nichts, die nachhaltige! Ernährung der Menschheit ist ein umfassendes Problem, das von vielen, sehr unterschiedlichen Interessen bestimmt wird. Also wie lässt sich das Problem lösen, zumindest drastisch verringern? Dazu braucht man als erstes eine Zusammenstellung gemeinsamer Ziele. Erstes Ziel ist die langfristige Sicherstellung der weltweiten Ernährung. Essen müssen alle Menschen, der übelste Diktator wie auch der edelste Mensch, zum Beispiel Greta oder der Papst. Damit gibt es eine substanzielle gemeinsame Basis, auf der sich was aufbauen lässt. Das zweite Ziel ist fast genau so umfassend, nämlich eine großflächige intakte Natur, sowohl an Land als auch im Meer. Geht man weiterhin so ruppig mit der Natur um, dann gibt es selbst für Superreiche keinen lebenswerten Wohnsitz mehr, wenn die Meere sich wegen Raubbau an lebenden und geologischen Ressourcen sowie der Nutzung als globalen Abfalleimer zu einer stinkenden Bakterien-Brühe entwickelt haben.

    Antwort von
    Dirk , geschrieben am 02.02.2020, 14:47 Uhr :
    „…der edelste Mensch, zum Beispiel Greta oder der Papst. ..." Der sog. „Papst" ist nicht edel, sondern der größte Heuchler! Nicht umsonst warnte Jesus Christus Seine Gemeinde in Mt.23,9 vor dem damals noch künftigen Papsttum (Vgl.2.Thess.2,4): „Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater (lat.: Pater/Papst) nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.“ Um zwecks Machtausbau zur Staatsreligion auch unbekehrte Heiden, die die Sonne verehrten und ihr einen Wochentag weihten und Totenkult betrieben, in die Gemeinde zu integrieren, verlegte die Kirche den heiligen Ruhetag vom siebten Wochentag nach dem 4. Gebot auf den ersten Wochentag, nannte ihn Sonntag u. änderte die Zehn Gebote, u. führte seitdem viele weitere unbiblische Lehren wie z.B. die Ohrenbeichte ein (Vgl. Matth.6:6), mittels derer sie persönliche u. politische Macht ausübt(e)!

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