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Freitag, 12. Januar 2024

Großangriff: USA & Briten starten Luftangriffe gegen Jemen

Großangriff: USA & Briten starten Luftangriffe gegen Jemen

bei Youtube eingestellt von Vermieterragebuch Alexander Raue am 12.01.2024

Gerade eben ist der Israel-Krieg deutlich eskaliert. Die USA und Grossbritannien haben das Land Jemen angegriffen und massive Luftangriffe geflogen! Damit könnte auch noch der Iran als Vergeltungsaktion mit eingreifen und dann haben wir den Super-Gau.

Kommentare

@christineschroder3575
Warum kann es keinen Frieden geben auf dieser Welt, einfach nur furchtbar und traurig und schlimm, in der heutigen Zeit 😢
@reinhardfischbach3463
Herzlichen Dank für deine immer aktuellen, wahren und klaren Informationsbemühungen hier für uns❣️🙏🙏❣️
@komplidingig
Die USA haben in den 80er Jahren bei Marib die erste jemenitische Ölquelle angezapft (Eigenbeobachtungen) und Hoddeidah als Umschlagplatz installiert. Es wäre somit ein Leichtes, diese für den Jemen extrem wichtige Einnahmequelle zum Versiegen zu bringen. Ausserdem waren die Houthis damals nur im Norden (mit Sada als "Hauptstadt") ansässig. Deren Aggressivität jedoch hat viele Veränderungen erfahren - mit den Saudis gab es ebenfalls dauernd Landabtretungs Probleme eben infolge Rohstoffen.
Kurz: es dürfte hintergründig wieder einmal um eben diese, und die Wirtschaft gehen. Bin über die Unterstützung für die "Palis" aber nicht überascht. Ob alle damit einverstanden sind, dürfte jedoch fraglich sein.
@horstschleymer5252
Ich hoffe, dass Russland bald für Frieden in der Region sorgen wird. Putin hat mit Sicherheit ein Auge auf die Vorgänge dort

Freitag, 18. November 2022

Mysteriös: Sprengten die Briten die Nordstream-Pipelines? - Weltwoche Daily DE

Mysteriös: Sprengten die Briten die Nordstream-Pipelines? - Weltwoche Daily DE

Die Weltwoche

03.11.2022
Bei der Weltwoche Digital ist alles neu: Website und App wurden grundlegend erneuert. Steigen Sie ein, fliegen Sie mit! www.weltwoche.ch
Und speziell für Deutschland: www.weltwoche.de

Mysteriös: Sprengten die Briten die Nordstream-Pipelines?
Unerträgliche Arroganz der deutschen Medien.
Faeser verschweigt Asylzahlen.
Der Einfluss des Mannes auf die Frau.

Kommentare

Eliane Häni
Seit 2020 ein hochaktuelles Zitat von T. W. Adorno: "Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten!"
Brigitte Gärtner
Danke für die klaren Worte. Es ist wirklich unerträglich. Die deutschen Medien kann man nur meiden, die Meinung der Menschen spielt keine Rolle.
Monika Schwarzer
Dankeschön, Herr Köppel!
Ich beginne meinen Tag mit ihrer Sendung. Machen Sie bitte weiter.
Beatrice Iransen Meyer
Sie haben voellig recht der Meinungskorridor hat sich noch deutlich verengt in letzter Zeit😔

Samstag, 18. Januar 2020

Wer ersetzt eigentlich den Zahlungsausfall der Briten an die EU?

Hat sich schon mal jemand gefragt wer den Zahlungsausfall der Briten bei der EU ersetzt?

Da braucht man nicht lange zu raten, so größzügig wie die deutsche Bundeskanzlerin das Geld der Steuerzahler weltweit verschleudert.
Für angemessene Renten ist kein Geld da, aber für Militärausgaben, da braucht Mr. Trump nur zu pfeifen, schon springt die Kanzlerin, und jetzt auch noch Zahlemann als Britenersatz.

"Wegen Großbritannien: Deutschlands EU-Beitrag steigt um 14 Milliarden Euro" schreibt Deutsche Wirtschafts Nachrichten.

Nach dem Brexit wird Deutschlands EU-Beitrag um jährlich 14 Milliarden Euro auf etwa 39 Milliarden Euro steigen.
Laut Schätzung der Bundesregierung wird der jährliche deutsche Beitrag im EU-Haushaltsplan für den Zeitraum von 2021 bis 2027 steigen - und zwar um durchschnittlich 14 Milliarden Euro im Jahr auf 42 Milliarden. Die Regierung beruft sich auf den Vorschlag Finnlands, das zuletzt die EU-Ratspräsidentschaft innehatte. Inzwischen ist diese an Kroatien übergegangen. Deutschland zählte im Jahr 2018 25,27 Milliarden Euro ein. Damit deürfte der jährliche Beitrag Deutschlands nach dem Brexit auf jährlich 39 Milliarden Euro steigen.

Großbritannien verlässt die EU nach bisheriger Planung Ende des Monats. Dadurch sieht sich die Staatengemeinschaft mit dem Problem konfrontiert, in den kommenden Jahren einen wichtigen Nettozahler zu verlieren, so Reuters.

Wie die Lücke in dem sogenannten mehrjährigen Finanzrahmen aufgefüllt werden soll, steht noch nicht fest. Vorschläge dazu haben neben der EU-Ratspräsidentschaft auch die Kommission und das Parlament gemacht. Diese sehen größere Beiträge der verbleibenden Mitgliedstaaten vor als der Entwurf Finnlands.


Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Warum Deutschland, warum nicht Frankreich?
Wird jetzt das Europaparlament verkleinert, weil ja nur noch 27 Länder?
Was passiert mit den eingesparten Personalkosten und Abgeordnetendiäten?


Montag, 9. September 2019

Presseclub - 08.09.2019 - Das britische Drama: Gibt es einen Ausweg aus der Brexit-Krise?


So. 8. September 2019, 12.03 - 13.00 Uhr

Das britische Drama: Gibt es einen Ausweg aus der Brexit-Krise?


Bilder: Screenshots

Moderation:
Ellen Ehni

Chefredakteurin des WDR

Es sind Szenen, die auch das britische Parlament selten gesehen hat: ein Abgeordneter wechselt während der Sitzung die Fraktion – und die regierende Partei verliert ihre Mehrheit. Der Premierminister beschimpft Abweichler als Verräter und lässt sie aus seiner Partei werfen. Die Fronten zwischen Brexit-Verfechtern und Brexit-Gegnern sind verhärteter denn je.

Großbritannien kämpft um seine Zukunft – doch im erbitterten Streit um den Brexit zeichnet sich keine Lösung ab. Verlässt Großbritannien die EU Ende Oktober ohne „Deal“? Gibt es vorher Neuwahlen? Oder wird das Drama verschoben – und in drei Monaten beginnen die politischen Kämpfe erneut?

Boris Johnson setzt auf Neuwahlen

Klar ist: Die EU und die Briten finden nicht zusammen. Theresa May hatte mit Brüssel einen Austritts-Vertrag verhandelt, doch dieser ist in Westminster gescheitert. Und neue Ideen hat Premierminister Boris Johnson bisher nicht anzubieten. Seine Taktik: Er will der EU weiter mit dem Schreckgespenst „No Deal“ drohen, um Zugeständnisse zu erzwingen. Jetzt setzt Johnson auf Neuwahlen, um im Parlament wieder eine Mehrheit für seinen harten Kurs gegenüber der EU zu erringen.

Die Gefahr eines „No Deals“, also eines Austritts ohne Vertrag, ist gewachsen. Fassungslos blicken viele Bürger und Unternehmen Europas auf das britische Drama. Wird es am 1. November wieder Zölle und Grenzkontrollen Richtung England und Nordirland geben? Müssen britische Bürger dann das EU-Festland verlassen - und EU-Bürger die Insel? Gelten die Zulassungsregeln für Lebensmittel und Medikamente noch? Wirtschaftlich wird der Brexit wohl beiden Seiten schaden: Hunderttausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, so eine Studie der Universität Löwen. Allein in Deutschland soll es um mehr als 290.000 Jobs gehen.

Findet Europa noch einen Ausweg aus der Brexit-Krise?

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478 Kommentare, davon 151 gesperrt

Kommentar 362:
Gerd Dietrich schreibt am 08.09.2019, 12:44 Uhr :
Werte Redaktion, habt Ihr jemals Dank erfahren, wenn beim Presseclub Journalisten Probleme anderer Länder gelöst haben, welche von hochbezahlten Politikern dieser Länder nicht gelöst werden konnten? Hat es das überhaupt schon mal gegeben?

    Antwort von Moderation , geschrieben am 08.09.2019, 12:46 Uhr:
    Es ist nicht die Aufgabe von Journalisten, "Probleme anderer Länder" zu lösen. Ist auch nicht Aufgabe der Sendung. Hier werden aktuelle Themen aus verschiedenen Perspektiven diskutiert.

Kommentar 335:
B.Tester schreibt am 08.09.2019, 12:30 Uhr :
Was mischt sich der Presseclub in die inneren Angelegenheit anderer Länder ein? Wer gibt euch das recht dazu? Als ob eurer Daherreden und Herrumreden irgend etwas in GB ändern würde. Man stelle sich vor das britische Politiker in die regierungspolitik von Merkel reinquatschen würde, das würde einen medienecho auslösen. Haben wir in DE keine hausgemachten Probleme die Merkel auslöste sich aber dann als Problemlöser darstellt, die es ohne sie NIE gegben hätte. Wie Mietenexplosion, die höchsten Stromkosten fast weltweit. Weiteres bitte gerne hinzufügen. Kehrt erst mal vor der eigenen Haustüre bevor ihr den Schmutz vom Nachbarn anprangert. Also was soll das?

    Antwort von Moderation , geschrieben am 08.09.2019, 12:32 Uhr:
    ??? Wieso sollte der Presseclub nicht über aktuelle Themen diskutieren? Und seit wann gilt journalistisches Interesse an Themen als "Einmischung"?

Kommentar 427:
B.Tester schreibt am 08.09.2019, 14:11 Uhr :
Mir ist aufgefallen das 2 der Gäste als "Freie Journalisten" in Unterschrift benannt wurden. Das hieße ja im Umkehrschluss das die Moderatorin Frau Ehni und die anderen 2 Journalisten keine Freien sind. Sie dienen und Schreiben also einem Herrn, Besitzer, Eigentümer, Chefredaktuer je nach Auftrag und gewünschen, erwünschten pol. Meinungen. Print und E-Medien haben also einen Auftrag im Sinner der Besitzenden zu schreiben, zur sogenannten Meinungsbildung beizutragen oder soll ich sagen ihre Meinung uns einzutrichtern uns in eine bestimmte Richtung zu drängen, die uns zuwider läuft. Es ist daher gut das wir noch eigenständig zum Denken ,Nachdenken befähigt sind.Bei manchen Politiker und Journalisten habe ich da meine brgründeten Zweifel.Oft widerpricht der Tenor des G-Buches mit den Einstellungen und Aussagen der an, bzw -abwesenden Jounalisten. Selber Denken macht schlau und ist noch nicht verboten.

    Antwort von Dr. Sigenau , geschrieben am 08.09.2019, 14:36 Uhr:
    Von Ihnen sehr gut und richtig erkannt. Gute Hinweise von Ihnen.

    Antwort von Meike , geschrieben am 08.09.2019, 14:58 Uhr:
    Das ist sophistische Wortklaubefrei und irrelevant in der Sache. Wenn man so von Argwohn getrieben ist, braucht man eine politische Gesprächssendng erst gar nicht zu schauen.

Kommentar 424:
Elsa Z. schreibt am 08.09.2019, 14:02 Uhr :
Wie schön, dass man andere Meinungen sperren kann. Zensiert heißt das eigentlich.
    Antwort von Moderation , geschrieben am 08.09.2019, 14:27 Uhr:
    Wir sperren hier keine "anderen Meinungen". Wir sperren die Beiträge, die den Regeln dieses Gästebuchs nicht entsprechen. Die Regeln sind auf der Seite nachzulesen.

Kommentar 412:
Paul Liesner schreibt am 08.09.2019, 13:34 Uhr :
Den dritten Anrufer fand ich besonders gut, der mittlerweile auf die Europäische (EU) "Diktatur" hinwies. Man denke nur an die im Hinterzimmer von Merkel und Macron ausgehandelte Besetzung von Ursula von der Leyen als neue EU-Präsidentin und Christine Lagarde als zukünftige EZB Chefin. Alle vorher nach EU Muster "demokratisch" ausgesuchten Namen wie Manfred Weber, Frans Timmermans und Margrethe Vestager spielten plötzlich keine Rolle mehr. Um es ein wenig sanfter zu formulieren, könnte man auch von einer Autokratie sprechen.

    Antwort von Ilse Kühnle , geschrieben am 08.09.2019, 14:03 Uhr:
    Ich lese nicht gerne solche Ansichten wie Ihre oder die des dritten Anrufers, die Ihnen so gefällt, das sind Ansichten, die auch wenig Sachkenntnis aufweisen. Ersten sind wir nicht mehr die EG, wie der Anrufer sagt, sonder die EU und zweitens sind die Regeln von allen Mitgliedern einstimmig und d e m o k r a t i s c h beschlossen worden, auch die Briten haben mitgestimmt. Außerdem kann jedes Mitglied nach den Satzungen der EU von selbst austreten, was der Anrufer auch nicht wußte. Also, bevor man von einer Diktatur spricht, sollte man sich sachkundig machen. Ich denke auch, dass es uns allen gut geht in dieser "Diktatur der EU".


Donnerstag, 21. Februar 2019

Sozialer Frieden in Europa - Wer sind die wirklichen Anti-Europäer?

Thema: Europa

Sozialer Frieden in Europa - Wer sind die wirklichen Anti-Europäer?


Corinna Miazga MdB
Am 28.09.2018 veröffentlicht

Darlegung der Umstände, die dazu führen, dass Deutschland sich innerhalb der Europäischen Union zunehmend isoliert.

Vorwürfe und Maßregelungen an andere Nationen, weil sie sich tatsächlich um die Interessen der eigenen Bevölkerung und Nation kümmern, sind guten und freundschaftlichen Verhältnis abträglich.

Sei es Vorwürfe gegen die Entscheidung der Briten, die Möglichkeit der Mitbestimmung der Schweizer usw.

Ein guter Freund zeichnet sich dadurch aus, dass man ihm auch seine eigenen Entscheidungen treffen lässt und ihn nicht bemutterte oder bevormundet, nur dann hat diese Freundschaft und Partnerschaft auch eine gute Zukunft.

Nehmen wir uns ein Beispiel an Italien, die klar und deutlich die Interessen der eigenen Nation und des eigenen Volkes verfolgen.

Wer anderen Nationen seine Vorstellungen aufzwängen will, ist der wirkliche Feind Europas.

Kategorie Nachrichten & Politik

Kommentare

Gi Selle
Diese Rede muss im Bundestag gehört werden, in jedem einzelnen Wort ist mehr Wahrheit als in ganzen Reden der Altparteien.

Paul Müller
Ein Volk, das nicht kämpft um seine Freiheit und um seine Achtung und Selbstachtung. ...hat schon verloren. ..

Eugen von Savoyen
Ich hab kein Problem mit den deutschen nur mit der Politik aus Deutschland wie die meisten. Ansonsten sind wir Brüder Lg aus 🇦🇹🇦🇹

Bayer NRW
Super Rede 🇩🇪 , Sie sprechen aus was viele denken aber niemand sich mehr traut auszusprechen.Danke

Guckys Channel
Wieder eine herausragender Beitrag von Frau Miazga, großen Dank dafür und alles Gute weiterhin.
Dieses Gebilde namens Europäische Union gehört in die Mülltonne, ich hoffe das es schnell geht, damit Europa noch eine Change hat.
Bezüglich Junker kann man nur sagen: "Jeder Tag ist gleich lang aber unterschiedlich breit!" - Herr Junker, wenn sie es nicht mehr schaffen, dem Alkoholkonsum selbst vor dem NATO-Gipfel zu entsagen, dann haben sie mMn. das 3. Stadium eines Alkoholkranken erreicht. Damit sind sie eine Gefahr nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihr Umfeld und auf Grund Ihrer Verantwortung eine Gefahr für ganz Europa. Wer in ihrem Fall die Möglichkeit hat einzuschreiten und es nicht tut, macht sich mit Schuldig an den Folgen und wird eines Tages hoffentlich zur Rechenschaft gezogen!


Samstag, 17. März 2018

EU nach dem Brexit

Foto: Screenshot
Mit dem bevorstehenden Austritt der Briten ist die EU nicht mehr das, was sie war. Europa wird in der globalen Politik an Gewicht verlieren. Die Staatengemeinschaft verliert nicht einfach ein Mitglied, sondern bekommt die Rechnung präsentiert für die Fehlentwicklungen und Krisen, aus denen keine oder nur ungenügende Konsequenzen gezogen wurden. Und der EU-Präsident Tusk prognostiziert vermutlich zurecht: "Die Briten, die werden es schaffen, ohne große Anstrengung die anderen 27 Mitgliedsstaaten auseinanderzudividieren".

Die Union hat in den vergangenen Jahren in raschem Tempo neue Mitglieder aufgenommen, sich aber zu wenig um die eigenen gesellschaftlichen Strukturen gekümmert. Auch in der Eurokrise haben sich die rigorose Austeritätspolitik und das Fehlen von vorausschauender Strukturpolitik als gravierende Defizite erwiesen. Die mühsam durch die EZB-Politik gekaufte Zeit wurde nicht genutzt, um Reformprozesse auf den Weg zu bringen. Auch die (Nicht-)Bewältigung der Fluchtbewegung und die beschlossene Verteilung der Flüchtlinge zeigt letztlich ein dramatisches Versagen der europäischen Politik.

Die EU ist ein Eliten-, aber kein emanzipatorisches Projekt der BürgerInnen. Die EU-Institutionen werden als Bürokratiemonster und als repressive Finanzkontrolleure wahrgenommen, wie die Berichte über das griechische Drama oder die italienische Bankenkrise zeigen. Die real existierenden positiven Aspekte wie die Unterstützung aus den europäischen Kohäsions- und Regionalfonds werden von den Medien und großen Teilen der Bevölkerung kaum wahrgenommen.

Eingestellt von Blogger vorm. unter Torpedo - kritischer Gesellschafts- und Politik-Blog
Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise des Blogbetreibers widerspiegeln.

Mittwoch, 21. Juni 2017

EU und Europa driften immer weiter auseinander

Thema: Nach dem Kaltem Krieg

Grafik: public Domain
EU und Europa driften immer weiter auseinander

EU und Europa driften immer weiter auseinander. Da hilft auch das habituelle Gleichsetzen in selbsternannten Qualitätsmedien nicht.

Dass der EU-Systembüttel Macron die Wahl nach einer hysterischen Angstkampagne gewann, wird nur alles verschärfen. Das Siechtum Europas wird verlängert, die nationenzerstörerische Politik Brüssels sieht sich bestätigt. Der Knall zum Ende des Vielvölkerstaatsexperiments wird umso schrecklicher.

Die Franzosen sind halt keine Briten, unsere Nachbarn, denen eine freiheitlich-souveräne Tradition in den Genen liegt.

Von Blogger, vorm. Torpedo - kritischer Gesellschafts- und Politik-Blog

Demokratie und die Durchsetzung der Interessen der Mehrheit

Oskar Lafontaine:
"Demokratie heißt eine Gesellschaft, in der sich die Interessen der Mehrheit durchsetzen. Wenn du glaubst, die Interessen der Mehrheit setzen sich in Deutschland durch, dann kannst du auch daran glauben wir haben eine Demokratie. Wenn ich an Leiharbeit, an Mindestlohn, an Niedriglohnsektor denke, an viel zu niedrige Renten, an Zerstörung der Rentenformel, die Arbeitslosenversicherung, die Gesundheitsversicherung, dann kann ich nicht sagen: Die Interessen der Mehrheit setzen sich durch. Wir sind ein parlamentarisches System, in dem sich zuerst die Interessen der oberen 10 Prozent durchsetzen. Das sieht man bei der Erbschaftssteuer, bei der gesamten Steuer. Es ist also ein Märchen zu sagen, in Deutschland setzen sich die Interessen der Mehrheit durch." "Ist eine Demokratie, in der man nicht sagen darf, dass sie keine wirkliche Demokratie ist, wirklich eine wirkliche Demokratie?"
Erich Fried

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Montag, 19. September 2016

Presseclub - 18.9.2016 - Presseclub: Neustart oder Umtergang

Thema: Presseclub



Neustart oder Untergang -
Kommt Europa ohne die Briten wieder aus der Krise?

Presseclub - So. 18.09.2016, 12.03 - 13.00 Uhr
Markige Worte gibt es genug: Die EU sei in einer „existenziellen Krise“, sagt Kommissionspräsident Junker. In den kommenden zwölf Monaten müsse die „Wende“ geschafft werden, fordert Ratspräsident Tusk. Sonst zerfalle der Kontinent. Vieles spricht dafür, dass die beiden Recht haben. Denn noch nie war die Europäische Union so uneinig wie heute.

Zu Gast:

  • Annette Riedel, Deutschlandradio
  • Josef Joffe, Herausgeber, Die Zeit
  • Britta Sandberg, Leiterin des Auslandsressorts, Der Spiegel
  • Rolf-Dieter Krause, ehemaliger Studioleiter ARD-Studio Brüssel

  • Moderation:
    Sonia Seymour Mikich
    Bilder: Screenshots

    Mitgliedsstaaten wie Polen und Ungarn stellen rechtsstaatliche Grundsätze offen in Frage. Großbritannien hat sich verabschiedet; in einigen Staaten wollen Populisten lieber heute als morgen den Briten folgen. Griechenland braucht möglicherweise weitere Milliardenhilfen – auch Italien kämpft mit seinen Staatsschulden. Und Südeuropa ächzt weiter unter Massenarbeitslosigkeit und fehlenden Perspektiven.

    Der Flüchtlingszuzug hat die Krise verschärft: Grenzen werden wieder kontrolliert, entlang der Balkanroute stehen Zäune und Mauern. Bei der Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Europas konnte eine offene Revolte noch gerade so verhindert werden. Doch das Abkommen mit der Türkei wird von den EU-Staaten de facto kaum umgesetzt.

    Gesucht: Wege aus der Krise

    Auf ihrem „Zukunfts-Gipfeltreffen“ in Bratislava wollen die Staats- und Regierungschefs Wege aus der Krise finden. Sie hoffen, dass sich jetzt Projekte umsetzen lassen, die die Briten bisher blockiert hatten, beispielsweise eine europäische Armee. Kommissionspräsident Junker will den Milliarden-Fonds für Investitionen verdoppeln. Doch ein Problem bleibt: Viele Bürger sind europamüde. Das Projekt des in Frieden vereinten, grenzenlosen Kontinents löst keine Begeisterung aus. Brüssel gilt vielen nicht als Lösung, sondern als Verursacher der Probleme.

    Wie tief ist Europas Krise? Kann der Brexit die EU zusammenschweißen? Und wer kann Europa seine Strahlkraft zurückgeben?

    Kommentare

    Heinrich Richter
    Herr Joffe bezeichnet die Kritik an CETA und TTIP als 'bullshit' und verteidigt die Geheimhaltung der Verhandlungen. Gleichzeitig 'weiß' er aber ganz genau (aufgrund des Studiums der geheimen Texte?), dass die von den Gegnern kritisierten negativen Auswirkungen maßlos übertrieben seien. Herr Joffe ist doch Mitherausgeber der Zeit und nicht einer weit verbreiteten Tageszeitung mit 4 Buchstaben. Hält er wirklich seine Leser und Zuhörer für so dumm, dass sie derartige Widersprüche nicht bemerken? Bei diesem Thema kann die EU zeigen, dass sie ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor ist, der sich nicht einfach für den Profit von einigen 'Global-Playern' systemfremde Regeln oktroyieren lässt. Nur weil sie sich in einigen Fragen nicht einig ist, muss die EU ihr wirtschaftliches Gewicht nicht derart unter den Scheffel stellen. Es ist erst ca. 30 Jahre her, dass Europa sich den Untergang prophezeit hat, wenn es nicht das japanische Wirtschaftssystem kopieren würde. Was ist heute davon übrig ...

    susanne antalic
    Britanien bestrafen, die Visegrad Länder bestrafen und am liebsten rauswerfen, diese Position D bringt zur Einigung der EU nicht bei. Die eh. Ostländer wurden gedrengt der EU beizutreten, den D. wollte mehr exportiern. Ich war unlängst in Prag, Deutsche Firmen überall mit Stundenlohn von 3_4Euro, in den Geschäften fast nur deutsche Produkte. Der Beitritt war keine Menschenliebe . Deutsche wollen biliger als in D.produziern und es geht nur ums GELD. Es lassen sich nicht alle Länder wieder von D. alles diktieren und das ist gut so. Schliesslich sieht die ganze Europa wie sich D. mit den Migranten verändert und das nicht zum besseren. Die ganze Europa bewegt sich nach rechts und das ist tragisch. Unsere Madam hatte wider nicht nachgedacht und der Diel mit dem Despoten war auch nicht klug. 1 Milion junge Männer kann nicht gutes bringen und die Familien mit Kindern sitzen in den lybischen Lagern. Ich bin erstaunt was die F. Merkel aus D. nur in eine Leg.periode geschafft hatte und das E ...

    Georg Marder
    Ist es wirklich nötig, dass der Presseclub zu einem TTIP-Lobby-Veranstalter wird, der TTIP-Gegner diffamiert und die TTIP-Lobby ohne Gegenrede zu Wort kommen lässt. Damit stoßen Sie viele gesellschaftlich engagierte und besorgte Gruppen vor den Kopf - auch das ist Teil der mangelnden Akzeptanz von EUROPA!

    André
    320.000 in Deutschland,der ORF spricht von 350.000 (vor einem Jahr 250.000 nur in Berlin),in Österreich waren in 4 Großstädten ca. 50.000 auf der Straße.In den anderen EU -Ländern ist der Widerstand ähnlich hoch.Wann würden sie sagen ist ein Protest der Bürger so hoch um seine Politik zu ändern und die Bürger und ihre Meinung ernstzunehemen? Es ist atemberaubend wie demokratisch gewählte Politiker die uns als Volk vertreten sollen.Politik gegen das Volk und seien Intressen machen nur um von den Oligarchen als Stadthalter gut entlohnt zu werden.Die SPD Spitze hatte schon die Agenda 2010 gegen die Bassis durchgepeitscht und verloren.23% sind die Folge,wohin wollt ihr fallen nach dem Ja zu CETA?

    Ulrich Völkel
    Die Diskussion heute zeigt wieder einmal auf, wie weit das Demokratie-Defizit in den westlichen Demokratien und der EU fortgeschritten ist. Es geht nur noch darum, dass Konzerne & Banken (Euro, TTIP, Saatgut usw.) und deren Protagonisten in der EU-Kommission ihre Interessen durchsetzen. Wenn die Bevölkerung das ablehnt, wird sie als "uneinsichtig" erklärt und versucht, die Kritiker als Antieuropäer zu diskreditieren und den Willen der Bevölkerung zu brechen, um das Europa der Kommissionen und Hinterzimmer gegen alle Widerstände durchzubringen!

    J. Schumann
    Frau Britta Sandberg demonstriert mit ihrer unglaublich überheblichen Forderung, die osteuropäischen Staaten "bestrafen" zu wollen, weil sie eine andere Meinung haben, die absolut undemokratische und herrschaftsorientierte Denkweise vieler politischer "Journalisten", die nichts anderes mehr sind als ideologische Agitatoren. Schade, dass es keine objektive Presse mehr gibt.


    Montag, 4. Juli 2016

    Ist die EU selbst schuld am Brexit? Ein Interview mit Jürgen Krönig

    Thema: Brexit

    Ist die EU selbst schuld am Brexit?

    von Ann Guenter - Er kennt seine Briten: Jürgen Krönig lebt seit 27 Jahren auf der Insel. Der Journalist spricht über den Brexit, die EU und Camerons Nachfolge.

    Jürgen Krönig (Bild: German British Forum/GBF.com)
    Jürgen Krönig, Korrespondent unter anderem für die «Zeit», die ARD und die BBC, lebt seit 27 Jahren in London. Mit 20 Minuten hat der Grossbritannien-Experte über den Brexit gesprochen und gleich vorausgeschickt: «Ich habe für einen Verbleib in der EU gestimmt – auch wenn ich diejenigen verstehe, die das nicht mehr wollten.» Sein Freundeskreis sei in zwei Lager gespalten. Und er versuche, in den noch immer hitzigen Debatten «die Stimme der Vernunft zu sein».

    Herr Krönig, gibt es eine echte Mehrheit für den Brexit? Immerhin haben von den 92 Prozent registrierten Wahlberechtigten nur 70 Prozent abgestimmt.
    Mehrheit ist Mehrheit. Man sollte nicht anfangen, das Ergebnis zu zerpflücken. Es gibt aber tatsächlich Leute, die für den Brexit gestimmt haben und die sich jetzt fragen: ‹Was haben wir getan? Haben wir das wirklich gewollt?› Auf der anderen Seite gibt es Leute, die für den Verbleib stimmten, aber jetzt verärgert sind angesichts der harschen Töne aus Brüssel und den europäischen Hauptstädten. Dass man die Briten den Austritt spüren lassen will, dass man sie für diese Stimmabgabe bestrafen will, das kommt nicht gut an. Das Ergebnis ist völlig klar und es ist knapp. Referenden bringen nun einmal nicht immer ein Ergebnis, das alle begrüssen.

    Diese Haltung, man solle Grossbritannien für den Volksentscheid bestrafen – was sagt das über das Demokratieverständnis der EU aus?
    Ich halte das für eine fatale Reaktion. Die überzeugten Euro-Integrationisten – insbesondere aus Frankreich und Deutschland – wollten mehr Europa und weniger nationale Souveränität. Während die Briten diese glühende Vision nie geteilt haben, setzten sie sich für eine Auflösung der Nationalstaaten zugunsten einer «europäischen Nation» ein. Diese Integrationisten sind über das Ziel hinausgeschossen, denn der Nationalstaat ist nicht tot. Er ist auch keine Etappe, die bald ganz überwunden sein wird. Im Gegenteil: Demokratie entwickelte sich im Nationalstaat und kann leider nur im Nationalstaat richtig funktionieren. Sonst hätten wir nicht das permanente demokratische Defizit in der EU. Sie versuchte, darüber hinwegzukommen, indem sie das Europaparlament schaffte. In Wirklichkeit aber ist dieses Parlament eine halbverfehlte Institution, weil es eben nicht die europäische Nation gibt, sondern nur nationale Wählerschaften. Das gilt generell für die Fehleinschätzung Europas und muss einmal gesagt werden.

    Wie könnte man diese «Fehleinschätzung» korrigieren?
    Der Weg nach vorne, so scheint es mir, muss darin liegen, in den Staaten mehr Referenden abzuhalten. Die Schweiz hat hier durchaus Modellcharakter. Bei grossen Themen, wie EU-Mitgliedschaft oder anderen Wertefragen, sollte man den Wähler befragen. Das hilft auch, der politischen Verdrossenheit entgegenzuwirken. Ich behaupte, das wird in den nächsten Jahren immer mehr kommen – wenn die Partien, die politischen Eliten Vernunft zeigen und sich klarmachen, dass es so nicht mehr weitergeht.

    Inwieweit hat die EU selbst zum Brexit beigetragen?
    Ich wage die These: Ohne Angela Merkels unüberlegte Flüchtlings-Willkommen-Strategie vom Sommer letzten Jahres wäre das Brexit-Referendum anders herausgekommen. Denn diese Strategie läutete de facto nicht nur das Ende des Schengen-Abkommens ein – überall gingen ja danach die Schlagbäume runter, sei es in den Balkanstaaten, Österreich oder Schweden. Eine weitere Folge davon war, dass der Strom aus vielen islamischen Ländern anschwoll. Die Briten, obgleich nicht im Schengen-Abkommen, wurden davon auch sehr stark betroffen. Ohne Merkels Entscheidung hätte das Thema Einwanderung aber kaum das Gewicht erhalten, das es in der Brexit-Debatte dann hatte. Insofern ist Merkel eine der Ursachen für die knappe britische Mehrheit gegen die EU-Mitgliedschaft. Hinzu kommt eine andere Sünde der Europäer: Die EU hätte den Briten mehr entgegenkommen sollen, als David Cameron Anfang Jahr versuchte, die innereuropäische Einwanderung nach Grossbritannien zu drosseln.

    Sehen Sie noch einen dritten Grund?
    Ich glaube, dass diese Mehrheit gegen die EU auch und vor allem ein Protest, eine Revolte gegen das Establishment darstellt. Wir sehen diese Bewegung überall in Europa und auch in den USA. Die Eliten haben ihre Glaubwürdigkeit verloren. Vor einem Austritt aus der EU warnten alle «Grossen und Guten»: der Internationale Währungsfonds, die OECD, die ganzen Experten, Ökonomen und Grossbankiers. Doch die Wähler haben nicht auf sie gehört. Wieso nicht? Weil sie von ihnen die Schnauze voll haben. Gerade die Labour-Wähler, die in grosser Mehrheit für einen Brexit stimmten: die Ärmeren, die Älteren, die Zurückgelassenen, die den Establishment-Institutionen seit der Finanzkrise 2008 zunehmend misstrauen und sich eher von Nigel Farages Ukip verstanden fühlen.

    Wie beurteilen Sie David Camerons politische Hinterlassenschaft?
    Cameron war meiner Meinung nach ein guter Premier. Alles in allem hat er eine relativ vernünftige Politik betrieben. Man muss ihm zugestehen: Nach seinen sechs Jahren steht Grossbritannien besser da als jedes andere Land in der Eurozone. Während andere mit hoher Arbeitslosigkeit kämpfen, wurden in Grossbritannien 2,5 Millionen neue Jobs geschaffen. Jetzt reisen die ganzen Akademiker aus Spanien oder Italien nach England, um dort in den Cafés zu jobben. Das ist die Realität. Cameron hat auch ganz sinnvolle Reformen eingeleitet, etwa in der Bildung oder im Sozialwesen. Er hat nicht die schlechteste Bilanz hinterlassen. Aber jetzt wird er wohl als erfolglose Fussnote in die Geschichte eingehen, als der erste Premier, der die Spaltung seiner Partei und den Austritt aus Europa indirekt zu verantworten hat.

    Was muss sein Nachfolger in dieser Situation mitbringen?
    Der Kampf um die Cameron-Nachfolge muss bis am 2. September entschieden sein. Es gibt ja mit Boris Johnson einen Kandidaten, der polemisch und populär ist – das demokratische und gemässigte Gegenstück zu Donald Trump, wenn man so will. Er brennt vor Ehrgeiz und könnte es schaffen, weil er ein gewinnender und witziger Politiker ist. Dagegen steht Theresa May, eine Frau, die durchaus klug und seriös ist. Johnson kommt gut an, weil er offen und unverklausuliert spricht. Aber ob er jetzt der richtige Premier ist – ich bin hin- und hergerissen. Ich hätte es besser gefunden, Cameron hätte seine Amtszeit noch beendet.

    Den Briten wurde gesagt, sie erhielten mit dem Brexit ihr Land zurück. Wie wird dieses Land in einigen Jahren aussehen?
    Wenn ich das genau wüsste, wäre ich wohl Milliardär. Es könnte durchaus sein, dass Grossbritannien jetzt zunächst einige Schwierigkeiten meistern, einen wirtschaftlichen Abschwung und Arbeitsplatzverluste hinnehmen muss. Ökonomisch glaube ich aber nicht, dass der Austritt einen gravierenden Unterschied machen wird, wenn alle beteiligten politischen Akteure Vernunft walten lassen. Auf der anderen Seite verstehe ich, dass Angst vor Einwanderung und die Furcht vor dem Islam weiter wachsen werden. Immerhin wächst Grossbritannien derzeit jedes Jahr um eine Grossstadt mit rund 500‘000 Einwohnern. Das ist auf Dauer nicht tragbar.
    Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

    Sonntag, 3. Juli 2016

    Presseclub - Das britische Drama - Gibt es einen Exit vom Brexit?

    Thema: Brexit


    Das britische Drama
    Gibt es einen Exit vom Brexit?

    Presseclub - So. 03.07.16, 12.03 - 13.00 Uhr
    Vor über einer Woche haben die Briten entschieden, nicht mehr zur EU gehören zu wollen. Und noch immer herrschen auf der Insel wie in Festland-Europa Schock und Planlosigkeit. In Großbritannien haben die Brexit-Befürworter viele ihrer Versprechen längst wieder abgeräumt. Unternehmen befürchten schwierige Zeiten, die Börsenkurse sind in den Keller gerauscht. Und viele Bürger fragen sich, ob sie durch Täuschung zu ihrem „Leave"-Votum verleitet wurden. Fassungslos sind die Briten auch, weil der Brexit-Frontmann Boris Johnson völlig überraschend erklärt hat, er wolle nicht Nachfolger von Premierminister Cameron werden und die schottische Regierung überlegt, die Bürger zu befragen, ob sie sich vom Rest der Insel lossagen wollen, um in der EU zu bleiben.

    Auch in Brüssel wurden die EU-Spitzen kalt erwischt. Offenbar hatte niemand damit gerechnet, dass Großbritannien wirklich für den Brexit stimmt. Dementsprechend ratlos reagieren viele Politiker auf die Frage, wie Europa künftig mit Großbritannien umgehen sollte. Möglichst hart bestrafen, um rechtspopulistische Nachahmer in anderen Ländern abzuschrecken? Oder einen weichen Fall ermöglichen, weil die EU auch weiterhin auf gute Beziehungen und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Königreich angewiesen ist?

    Europas Krise reicht so tief, dass Einige bereits spekulieren, ob der Brexit nicht doch noch abgewendet werden könnte. Die Hoffnungen ruhen auf einem eventuellen Veto des schottischen Parlaments - oder dem millionenfachen Ruf der Briten nach einer neuen Abstimmung.

    Wie hart trifft der Brexit Großbritannien? Wer soll das Land künftig führen? Wie sollte Europa mit dem Königreich umgehen? Und gibt es eine Hintertür, um den Brexit doch noch zu verhindern?

    Darüber diskutiert ARD-Programmdirektor Volker Herres am Sonntag im "Presseclub" mit:


    Fotos: Screenshots
    Zu Gast:

  • Hans-Ulrich Jörges, Stern
  • Britta Sandberg, Der Spiegel
  • Julie Kurz,ARD Studio London
  • Alexander Görlach, The European
  • Link zum Gästebuch
    Kommentare

    Artur von Blasewitz, 02.07.2016, 15:03 Uhr:
    Da haben sie nun eine wahrhaft bemerkenswerte Kür auf die Bretter der Weltbühne gelegt - die politisch ambitionierten Herren aus Tante Liesbeths Kingdom. Insbesondere Boris Johnson und Nigel Farage haben sich durch besonders gewagte Sprünge und Volten ausgezeichnet und uns damit ihren höchst kreativen Umgang mit der seltenen Blume "Wahrheit" demonstriert. Die braven Briten haben sich entschlossen, folgsam mit dem Köpfchen zu nicken und sich von der fürsorglichen Glucke EU loszusagen. Die schon erwähnten Herren hatten wohl am allerwenigsten mit einem Erfolg ihrer Attacken auf Vernunft und Anstand gerechnet. Nun aber stehen wir alle da und sind "betroffen". Die windigen "Volkstribune" haben nicht den geringsten Schimmer, wie's denn weitergehen soll - kein Plan, kein Ziel! p.s. Wer - wie ich - gelegentlich dem Laster der Schadenfreude frönt, wird reichlich belohnt werden durch die Schauspiele, die uns ( nicht nur !) in Albion noch geboten werden.

    Günter Hock, 03.07.2016, 12:19 Uhr
    Bei jedem Wahlkampf wird mit "Lügen" operiert, und die Wähler wissen das. Also was soll das mit den "Die Briten sind belogen worden", so traurig wie es ist aber nun sollte damit einmal Schluß sein. Überlassen wir es den Briten wie sie damit zurechtkommen.

    Klaus , 03.07.2016, 12:18 Uhr:
    Europa ist am Ende! Man sollte in allen Mitgliedsstaaten die Bevölkerung über den Verbleib in Europa abstimmen lassen. Wer über Demokratie redet, der sollte sie auch praktizieren. Aber das wird natürlich nicht passieren, da wird lieber endlos weiter diskutiert von den "Experten". Europa ist nicht überlebensfähig und das ist auch gut so. Es muss Schluss sein mit einem Einheitsbrei, der keinem schmeckt. Gleichschaltung und Gehirnwäsche gibt es auch ohne Europa schon genug. Nur echte Gerechtigkeit und Ausgleich zwischen arm und reich führt dauerhaft zu Frieden und Wohlstand. Wenige reiche Länder leben auf Kosten der restlichen armen Länder, diktieren denen ihren dekadenten Lebensstil auf. Die Medien berichten einseitig pro Europa und Amerika, dieses ganze System ist kaputt und krank durch und durch, langsam merken es immer mehr Menschen, wie sie verarscht werden von dem System. Das kann man nicht mehr länger schön reden, der gesunde Menschenverstand ist gefragt und keine Theoretiker, ...

    Ullrich Fahdt, 03.07.2016, 12:28 Uhr:
    Die bösen, abgehobenen und intellektuellen Elite! Die armen kleinen Leute! War da nicht noch jemand? Ach ja, die Märkte, also das eine Prozent der Weltbevölkerung, die die Puppen (puppets = Marionetten) tanzen lassen. Aufwachen bitte!

    Maggie, 03.07.2016, 12:31 Uhr:
    Würde mich interessieren, wie die Baden Würrtemberger heute über Stuttgart 21 abstimmen würden, jetzt wo man die ersten Folgen und Unehrlichkeiten sieht.

    André, 03.07.2016, 12:32 Uhr:
    Mit dem Austritt von GB aus der EU wird die Wahrscheinlichkeit für einen 3.WK größer.Die USA haben jetzt weniger Einfluß auf die EU und somit auf die EU-Russland-China Beziehungen.Diese Beziehungen zu unterbinden/zu behindern ist aber die Grundlage für die Weltmachtstellung der USA und des Dollars als Weltleitwährung.Sie können davon ausgehen das die USA den Krieg sucht um diese friedliche Kooperation zu verhindern.Die USA ist nur zur Hegemonialmachtausübung fähig zur Kooperation gehört auch die Aktzeptanz der anderen Seite.

    Hildegard Schulte, 03.07.2016, 12:34 Uhr:
    Großbritannien hat für den Brexit gestimmt. Punkt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Wenn unsere Politiker daran rumdoktern wollen, ist das nur ihre eigene Unzulänglichkeit im Bezug auf das undemokratische Monstrum in Brüssel. Ich würde mir für Deutschland auch ein Referendum wünschen!!!! Die Menschen sind es leid, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Dank der EU-Kommission, die nicht demokratisch gewählt wurde, sondern nur Anwälte des Lobbyismus und der Großkonzerne und des Großkapitals sind, geht nun das Geschachere los!! Wielange wollen wir uns noch täuschen lassen von unseren Volksvertretern? Das beste Beispiel sind die Lobbyistenabkommen CETA, TTIP und TISA, wo nicht einmal die Regierungen der EU-Länder mitwirken dürfen. Es regiert das Geld die Welt!! Und nun dank Brexit sehen die Resteuropäer ihre Felle wegschwimmen. Vor allem die Wohlhabenden. Wir kleinen Bürger, die nur alle 5 Jahre einmal gefragt werden, wir haben nichts zu bestimmen. W ...

    Sven, 03.07.2016, 12:35 Uhr:
    Was war das? Die Dame vom Spiegel darf den Kern des Problems nicht benennen? Verteilungsgerechtikeit ! ..Herres hat das sofort abgewürgt! Keine Eliten Diskussion! .....WDR ist Teil des Eliten Problems

    Fabian Thurte, 03.07.2016, 13:07 Uhr:
    Wisst Ihr was ich an Euch Deutschen so schlecht leiden kann? Ihr seid wie ein Fähnchen im Wind. Vor 5 Jahren schimpften viele Deutsche noch auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb Europas. Da wurde auch noch über die Globalisierung geschimpft und über alles mögliche. Jetzt schimpft fast keiner mehr darüber, Deutschland nimmt die Flüchtlingskrise als einen Zustand hin, der jetzt so über sie hereingebrochen ist, so nach dem Motto: Da kann man jetzt nichts machen. Die Briten hatten eine Meinung und haben diese zum Ausdruck gebracht: Sie wollten das nicht mehr, was Deutschland immer noch will! Euer Demokratieverständnis auch von dem Anrufer aus Bonn ist schon sehr grenzwertig. Ich bin Brite!


    Freitag, 17. Juni 2016

    Die britische Tageszeitung «The Sun» ruft ihre Leser zum Brexit auf

    Thema: EU-Referendum

    «The Sun» ruft zum Brexit auf

    Die britische Tageszeitung bezieht Stellung. Sie diffamiert die Europäische Union als gierig, verschwenderisch und schikanierend.

    Die meistgelesene britische Tageszeitung «The Sun» hat ihre Leser anderthalb Wochen vor dem EU-Referendum zum Brexit aufgerufen. «Wir werden die wichtigste politische Entscheidung unseres Lebens treffen. 'The Sun' drängt heute jeden, 'LEAVE' (verlassen) zu wählen», heisst es in dem heute erschienenen Leitartikel auf der Titelseite. Der EU-Austritt werde Grossbritannien Souveränität zurückbringen und die Möglichkeit geben, die Einwanderung zu kontrollieren.

    Die EU wurde in dem Artikel als «gierig, verschwenderisch und schikanierend» diffamiert. «Wir müssen uns selbst vom diktatorischen Brüssel befreien.» Den Verfechtern des EU-Verbleibs warf die Zeitung vor, die Briten mit Horrorszenarien «über ein Leben ausserhalb der EU zu schockieren». Zentrales Argument der Pro-EU-Lagers ist es, dass ein Austritt die Wirtschaft Grossbritanniens schwer treffen würde.

    Die «Sun» gehört zum Medienimperium Rupert Murdochs und hat sich den Ruf erworben, sich meistens auf die Seite der Gewinner zu schlagen. Das Referendum über die EU-Mitgliedschaft der Insel findet am 23. Juni statt. In Umfragen liegen Brexit-Verfechter und EU-Befürworter Kopf an Kopf. Die Buchmacher gehen davon aus, dass die Briten am Ende doch für den EU-Verbleib stimmen werden. (nag/afp)

    Mit freundlicher Genehmigung von http://www.20min.ch

    Kommentare

    Geissenpeter
    GEHT! Jetzt erst recht!
    Oder bleibt und geht mit der EU unter.Das ist wie im Privatleben. Wenn ihr mit Schmarotzern zusammenlebt dann werdet ihr runtergezogen. Geht euren eigenen Weg und ihr habt wenigstens eine Chance auf Erfolg.

    GreenSkyline
    Auf eine gute Partnerschaft
    Die Briten sollen aus der EU austreten. Die Schweiz steht bei Bedarf gerne zur Seite.

    Simba74
    hoffentlich JA
    hoffe schwer auf einen Brexit. Die politische EU muss zusammenbrechen.

    Samstag, 26. Juli 2014

    Der Staat kassiert von den Deutschen immer mehr

    Thema: Steuern und Abgaben


    “Das gesamte Einkommen, das die Steuerzahler vor dem 8. Juli erwirtschaftet haben, wird rein rechnerisch an den Staat abgeführt”

    Brutto verdienen die Bundesbürger zwar gut. Netto landen sie aber nur im internationalen Mittelfeld. Kaum irgendwo anders kassiert der Staat so viel. Vor allem eine Bevölkerungsgruppe muss bluten.

    Amerikaner dürfen sich schon am 21. April frei fühlen, Briten immerhin am 2. Juni. Die Bundesbürger hingegen müssen bis zum 8. Juli warten. Erst ab diesem Tag arbeiten die Deutschen für die eigene Tasche. Bis dahin haben sie – rein rechnerisch – nur dafür gewirtschaftet, um die Ansprüche von Staat und Gesellschaft zu befriedigen. In der Bundesrepublik ist dieser “Steuerzahlergedenktag” so spät wie in kaum einem anderen Industrieland.

    Der Bund der Steuerzahler Deutschland (BdSt) ermittelt diesen Steuerzahlergedenktag jedes Jahr aufgrund der Belastungen, die ein durchschnittlicher Steuer- und Beitrags-zahler schultern muss. Nach Angaben des Bunds belasten Steuern und Abgaben einen Durchschnittsverdiener mit 51,5 Prozent des Einkommens. Nicht einmal die Hälfte des selbst erwirtschafteten Geldes steht also zur freien Verfügung des Bürgers.

    “Das gesamte Einkommen, das die Steuerzahler vor dem 8. Juli erwirtschaftet haben, wird rein rechnerisch an den Staat abgeführt”, sagte BdSt-Präsident Reiner Holznagel. Sogar die Uhrzeit lässt sich exakt berechnen: Bis 1.09 Uhr in der Nacht arbeitet der deutsche Michel für das Gemeinwesen.

    1960 war die Einkommensbelastung noch geringer

    Die Deutschen rackern nicht nur 36 Tage länger für Staat und Gesellschaft als zum Beispiel die Briten, der deutsche Steuerzahlergedenktag (international als “Tax Freedom Day” bekannt) ist im Lauf der Geschichte deutlich weiter nach hinten gerückt.

    Im Jahr 1960 fiel das Datum, das Arbeiten für die Gemeinschaft von Arbeiten fürs eigene Portemonnaie trennt, hierzulande noch auf den 1. Juni. Damals lag die Einkommens-belastungsquote bei gerade mal 40,3 Prozent. Doch schon in den Siebzigerjahren stiegen die staatlichen Ansprüche stark an.

    Bis in die frühen Neunzigerjahre stieg die Quote nie deutlich über 50 Prozent oder nur knapp darüber. Seither wird jedoch immer mehr des individuellen Einkommens be-ansprucht. Das Maximum wurde im Jahr 2000 mit fast 55 Prozent erreicht. Danach setzte ein Umdenken ein. Allen Reformversprechen der Politik zum Trotz ist die prozentuale Belastung jedoch bis heute nur leicht zurückgegangen.

    Kalte Progression erschwert Rückgang der Staatsquote

    Das liegt nicht zuletzt an der kalten Progression in Deutschland, bei der Erwerbstätige selbst dann in höhere Steuersätze rutschen, wenn die Kaufkraft ihres Einkommens abzüglich der Inflation gar nicht zugenommen hat. “Diese Gerechtigkeitslücke muss geschlossen werden”, forderte Holznagel.
    So wie das deutsche Steuerrecht konstruiert sei, nehme das reale Nettoeinkommen nach Abzug der Steuern ab. Eine regelmäßige Korrektur des Einkommenssteuertarifs sei geboten, um diese Ungerechtigkeit zu beseitigen.

    Nach Angaben des Steuerzahlerbundes passen bereits 18 von 30 Industrieländern ihren Einkommensteuertarif an die Preisentwicklung an, um die schleichende Steuererhöhung zu stoppen, darunter Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, die Schweiz, Spanien und die USA. Deutschland gehört mit Griechenland, Österreich und Italien zu den Ländern, die keinen Stopp der kalten Progression kennen.

    Heimlichen Steuererhöhungen Riegel vorschieben

    Holznagel will den Bundestagsparteien einen Gesetzesvorschlag mit einer konkreten Formel machen, um den heimlichen Steuererhöhungen über die Inflation einen Riegel vorzuschieben.
    Als zweite Maßnahme wirbt der Bund der Steuerzahler dafür, den Solidaritätszuschlag abzubauen. Dieser sei verfassungsrechtlich fragwürdig, weil ein immer geringerer Teil der so erzielten Mehreinnahmen in Form von Bundeszuweisungen in die neuen Länder fließt.
    Den Angaben des Steuerzahlerbunds zufolge spült der Soli dem Finanzminister zwischen 2005 und 2019 rund 211 Milliarden Euro in die Kassen, denen lediglich rund 157 Milliarden Euro Solidarpakt-Ausgaben gegenüberstehen.

    Stromsteuer sollte abgesenkt werden

    Ferner forderte Holznagel, die Stromsteuer auf das EU-rechtlich vorgegebene Mindestmaß abzusenken und die ungerechtfertigten Mehreinnahmen, die der neue Rundfunkbeitrag bringt, an die Bürger und Unternehmen zurückzugeben.

    Bereits 2013 und 2012 fiel der Steuerzahlergedenktag auf den 8. Juli. Letztes Jahr hatten die Deutschen ab 9.55 Uhr alle Steuern und Abgaben abgearbeitet. Die leichte Ver-besserung rührt daher, dass das Volkseinkommen in den vergangenen zwölf Monaten etwas stärker gewachsen ist als Steuern und Abgaben.

    Allerdings hätte 2014 leicht ein Jahr werden können, in dem die Belastungsquote zurückgeht und der Steuerzahlergedenktag auf ein weniger spätes Datum fällt. Wegen der hohen Rücklagen der gesetzlichen Kassen 2014 hätte nämlich der Rentenversicherungs-beitrag um 0,6 Prozentpunkte gesenkt werden müssen.

    Rentenpaket verhindert Entlastung der Arbeitnehmer

    “Diese Entlastung ist Arbeitnehmern und Arbeitgebern vorenthalten worden, weil die Rücklagen zur Finanzierung des Rentenpakets verplant worden sind”, resümiert Volker Stern vom Deutschen Steuerzahlerinstitut, das dem Bund der Steuerzahler angeschlossen ist.
    Der Steuerzahlergedenktag ist unter Ökonomen nicht unumstritten. Bei seiner Be-rechnung bezieht der Steuerzahlerbund zum Beispiel auch die EEG-Umlage zur Ökostrom-Förderung und den neuen Rundfunkbeitrag mit ein.

    Kritiker wenden zudem ein, dass Beitragszahler für ihre Einzahlungen Gegenleistungen von den Sozialkassen erhalten. Mit den Steuereinnahmen würden zudem Bildung, Sicher-heit, Verteidigung, Kinderbetreuung, Straßenbau und andere öffentliche Leistungen finanziert.

    OECD konstatiert hohe Belastungen in Deutschland

    Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) weist Deutschland im internationalen Vergleich als ein Land mit außergewöhnlich hohen Belastung aus.
    “Die Bundesbürger erzielen im internationalen Vergleich zwar hohe Bruttoverdienste, beim Nettoeinkommen rangieren sie aber nur im Mittelfeld”, resümiert Stern.

    Besonders hart trifft es Singles. Nach Berechnungen der OECD belaufen sich direkte Lohnabzüge und Umsatzsteuer bei Ledigen auf 53,1 Prozent der Bruttoarbeitskosten.
    Das ist der dritthöchste Wert aller untersuchten Länder. Nur in Belgien und Ungarn ist die Belastung höher. Im Durchschnitt der OECD-Länder beträgt der Abzug nur 40,3 Prozent. Schweizer Singles kommen mit 24,2 Prozent davon.

    Doppelverdiener mit zwei Kindern werden in der Bundesrepublik mit 43,1 Prozent belastet. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 33,3 Prozent.

    Im Bundesdurchschnitt verbleiben 48,5 Cent pro Euro

    Von einem verdienten Euro verbleiben nach BdSt-Angaben beim durchschnittlichen Steuer- und Beitragszahler in Deutschland derzeit nur 48,5 Cent: Allein 20 Cent entfallen nach Angaben des Steuerzahlerbundes auf Sozialabgaben, darunter 1,1 Cent Pflege-versicherung, 1,5 Cent Arbeitslosenversicherung, 7,8 Cent Krankenversicherung und stolze 9,6 Cent Rentenversicherung.
    Dazu addieren sich 31,5 Cent an Steuern und Abgaben. Im Durchschnitt sind das 9,5 Cent Mehrwertsteuer, 11,8 Cent Lohn- und Einkommensteuer plus Soli sowie 1,9 Cent Energiesteuer. Weitere 6,8 Cent entfallen auf sonstige Steuern, zum Beispiel Erb-schaftsteuer, Kfz-Steuer, Versicherungsteuer. EEG-Umlage und Rundfunkbeitrag knabbern 1,5 Cent vom Einkommen ab.
    “Wir müssen dafür sorgen, dass der Steuerzahlergedenktag künftig früher begangen wird”, sagte Holznagel am Ende der Pressekonferenz.

    Quellen: Bund der Steuerzahler Deutschland/WeltOnline vom 08.07.2014

    Mit freundlicher Genehmigung von Pravda.TV

    Freitag, 1. November 2013

    NSA: Merkel gerät in Panik, lässt die Bürger über die Klinge springen

    Foto: t-online

    Thema: Angst vor der großen Erpressung


    Sie wollen ungestört weitermachen – die Bürger sollen weiter bespitzelt werden: Merkel und ihre Freunde – hier bei den Koalitions-Verhandlungen in Berlin. (Foto: dpa)
    Die Bundesregierung will angeblich ein Abkommen mit den Amerikanern schließen. Danach sollen Regierungen, Behörden und Diplomaten nicht ausgespäht werden. Die Bürger dagegen sind in dem Abkommen nicht vorgesehen. Sie sind weiter Freiwild. Der Grund für die Panik der Eliten: Sie fürchten die große Erpressung - und haben offenbar begründete Sorge, dass einiges auffliegen könnte.

    Der DLF, der gewöhnlich sehr gut informierte Sender für die politischen Eliten, meldet:
      „Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Gespräche dienten dazu, ,eine neue Vertrauensbasis zu erarbeiten‘ und die Zusammenarbeit der Geheimdienste neu zu regeln. Auch die Präsidenten von Bundesnachrichtendienst und Bundesverfassungsschutz, Gerhard Schindler und Hans-Georg Maaßen, sollen nach Angaben Seiberts in den kommenden Tagen nach Washington reisen.

      Ziel sei es, eine maßlose Überwachung durch US-Geheimdienste zu verhindern und den Datenschutz sowie die Privatsphäre der Bundesbürger sicherzustellen, hieß es in Berlin weiter. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur strebt die Bundesregierung mittelfristig ein bilaterales Abkommen an, bei dem die US-Seite unter anderem zusagt, auf die Ausspähung von Regierung, Behörden und diplomatischen Vertretungen zu verzichten.“
    Dies bedeutet: Für 80 Millionen Deutsche hat Merkel ein paar Phrasen parat („Datenschutz und Privatsphäre der Bundesbürger sicherstellen“).

    Für die Eliten soll es dagegen ein „bilaterales Abkommen“ geben.

    Regierung, Behörden, Diplomaten sind schützenswert.

    Die Bürger sind Freiwild.

    Es fehlt das grundlegende Unrechtsbewusstsein, dass unter der seit Jahren schleichend eingeführten, globalen „Terror-Gesetzgebung“ heute weltweit jeder Bürger ohne den geringsten Verdacht, ohne gerichtlichen Beschluss und erst Recht ohne die Möglichkeit zum Widerspruch ausgeforscht werden kann – und ausgeforscht wird.

    NSA-Chef Keith Alexander hat klargestellt, dass das so bleiben wird (sehr interessant – hier).

    Der Versuch der politischen Eliten, sich nun plötzlich gegen das Abhören schützen zu wollen, ist zum einen der gesunden Panik geschuldet, die im Establishment herrscht: Rom, Paris, Berlin, Madrid – über die Politiker all dieser Länder liegen Akten vor. Jedes Gespräch ist dokumentiert. Vermutlich weiß Barack Obama, welche Pizza Merkel am Montag gegessen hat und wie viele Flaschen Wein sich Francois Hollande gegeben hat, nachdem er vom Streik der Fußballspieler erfahren hat.

    Die Amerikaner und Briten wissen, wer eine Freundin hat, wer einen Geliebten, wer Steuergelder fürs private Shopping verwendet, wer wo mitschneidet, wenn die Bauwirtschaft einen Großauftrag an Land zieht.

    Weil die politischen Eliten in Europa in hohem Maß verkommen sind, fürchten sie die große Erpressung (mehr dazu im Detail hier).

    Daher sind Merkel und ihre europäischen Freunde nun so nervös: Wenn sie alle durch und durch ehrlich wären, bräuchten sie nicht so hysterisch reagieren.

    Die Wikileaks-Veröffentlichungen waren die Ouvertüre zur großen Erpressung: da ging es nur um Kleinkram, etwa, dass Westerwelle keine Ahnung von der Außenpolitik hat oder Berlusconi gerne grapscht.

    Nun aber kommen die harten Fakten.

    Um ihre eigene Haut zu retten, will Merkel nun ein Abkommen, das das Abhören verbietet.

    Die Bürger und ihre Rechte sind Merkel völlig gleichgültig. Als bekannt wurde, dass Millionen Deutsche ausspioniert wurden, fiel Merkel nichts Dümmeres ein, als Ronald Profalla das Ende der Affäre verkünden zu lassen.

    Und nun winseln die Politiker wie die getroffenen Hunde.

    Auch die Unternehmen sind Merkel gleichgültig: Deutschland würde es viel mehr schaden, wenn wichtige Maschinenbauer durch Industrie-Spionage aus der Bahn geworfen würden als wenn Obama weiß, wem Merkel gerade den schiefen Mundwinkel zeigt – oder mit was Sigmar Gabriel von der Speisekarte im Berliner „Ganymed“ hält.

    Aus dieser Panik soll jetzt ein Abkommen gezimmert werden, dass die vom Steuerzahler finanzierten Feudal-Institutionen schützt.

    Die Steuerzahler sollen dagegen weiter überwacht werden – ganz legal.

    Daran haben auch Merkel und Schäuble ein Interesse.

    Nicht, weil alle Deutschen Terroristen sind.

    Sondern weil die Schuldenkrise die Politik auf die wahnwitzige Idee gebracht hat, die Bürger so genau auszuhorchen, dass sie keinen einzigen Cent mehr am Fiskus vorbeischleusen können.

    Die Politiker wollen die Bürger abhören.

    Es geht um ein Klima der Angst, das die Leute gefügig machen soll: Im Grunde reicht es, wenn der Bürger denkt, dass er ausspioniert wird – dann wird er jeden Taxi-Beleg in zweifacher Ausfertigung archivieren.

    Das Beste an der NSA-Affäre ist: Nun merken die Eliten einmal am eigenen Leib, wie das ist, wenn man das Gefühl hat, permanent von einer unkontrollierbaren Macht ausspioniert zu werden.

    Sie gackern wie Viviane Reding die aufgescheuchten Hühner.

    Wie sie den Missstand abstellen wollen, zeigt, wie abgehoben die Eliten sind: Sie denken nur noch an sich – panisch, plump und peinlich.

    Wäre Politik eine Krankheit, müsste man für das politische Berlin diagnostizieren: DDRmitis im fortgeschrittenen Stadium.

    Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


    Kommentare

    Da wird es ja noch die eine oder andere Überraschung geben.
    Wie war noch mal der Spruch?
    "Wer sich nichts hat zu schulden kommen lassen, der braucht auch keine Angst zu haben".
    Na denn Frau Dr. Merkel, haben Sie immer schön alle Befehle ausgeführt oder auch schon mal mit Ackermann ein krummes Ding gedreht?
    Der hat sich ja früh genug vom Acker gemacht, warum wohl?

    Der Deutschen Bank geht es ja schon an den Kragen, zumindest in den USA.
    Sie sehen, ihre Chefs bei Goldman Sachs wissen alles... Wann sind Sie dran?
    Weglaufen nutzt nichts, denken Sie an die Drohnen.


    Kalle- Remchingen sagt:
    Als der abhörskandal offenkundig wurde und jeder dachte,es betreffe nur den normalen Bürger, hat man ihn schlicht verharmlost und für beendet erklärt. Es seien ja nur paar Überprüfungen gewesen. ÄÄää wegen dem Terrorismus natürlich. Aber als diese Volksverräterin selbst betroffen ist macht sie ein fass auf. Schlimmer noch, sie denkt allen ernstes, daß wenn sie Obama anruft und sich beschwert, er befiehlt die gute Frau Bundeskanzlerin nichtmehr abzuhören, versprochen. Hab garnicht gewusst, dass unsere angie eine Terroristen ist. Die Zeit kommt und dann gibt es keine Gnade.in letzter Zeit muss ich immer daran denken wie in Frankreich ,glaube ich, das Volk aufstand und die monarchen mit Hilfe von giutienen Köpfe.ich brauch ne Bauanleitung. Wegen die Terror versteht sich…..

    Fatson sagt:
    Wieder eine Schweinerei.
    Der ESM bekommt einen kleinen ESM !!

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/bankenrettung-esm-tochter-soll-ausserhalb-der-euro-zone-agieren/9007882.html
    Die Schlinge um den Hals wird immer fester.
    Und die mächtigste Frau verpisst sich, wenn der Bürger baumelt!!

    Cuibono sagt:
    Interessanter Aspekt, daß die jetzt Angst davor haben könnten, Amis könnten sie erpressen. Aber durchaus naheliegend.

    Feldwebel sagt:
    Dieses untergehende System schlägt um sich …
    … Aber nicht mehr lange