Donnerstag, 19. Januar 2017

Warum ist Merkel gegen Donald Trump? - Ein Beitrag von Willi Wimmer

Thema: Neuer US-Präsident

Willy Wimmer:
Warum ist Merkel gegen Trump der „nicht wie die Bushs, Clintons, Obamas die Welt in Schutt und Asche legen will?“

"Man kann es nicht glauben. Jetzt besteht die Chance, mit Präsident Trump einen amerikanischen Präsidenten im Amt zu haben, der nicht wie die Clintons, Bushs und Obamas die Welt in Schutt und Asche legen will und Frau Dr. Merkel will es wie gewohnt? - Europas und Berlins willige Vollstrecker, die eine amerikanische Politik goutieren, die nichts, aber auch gar nichts mehr mit der Politik des angeblich so "freien Westens" zu tun gehabt hat?," schreibt CDU-Urgestein Willy Wimmer.

Man möchte den Streithähnen in Washington zurufen, dass es reicht. An Bigotterie sind die Auseinandersetzungen, die sich nach dem, was die Amerikaner als „Wahl“ zum Amt des Präsidenten bezeichnen, ohnehin nicht zu überbieten.

Eigentlich liegt nach allen Beschwerden, die zu Recht über die deutschen Staatsmedien vorgebracht werden können, das zentrale Versäumnis diesmal darin, nicht in voller Länge und ausreichender deutscher Übersetzung die Anhörungen aus dem Kongress über die Nominierung von künftigen Kabinettsmitgliedern im Fernsehen hier übertragen zu haben. Dann hätte sich jeder hier ein eigenes Urteil über die Fehlentwicklung der Vereinigten Staaten und des Westens ganz allgemein machen können. So wird die Bewertung dessen, was dort zu hören war, wieder den interessengesteuerten Kommentatoren überlassen. Denen hat es der mögliche neue amerikanische Präsident Trump bei seiner sogenannten Pressekonferenz knüppeldick mit auf den Weg gegeben. Sie seien die Produzenten von „Fake-News“ und die weltweite Zuhörerschaft wird ihm nicht nur bei dieser Bemerkung zugestimmt haben.

Es wird sich allerdings dann, wenn er am 20. Januar 2017 die angesetzte Inaugurationsveranstaltung auf der Balustrade am Kapitol erreicht und übersteht, bald einer in diesem Zusammenhang für uns alle entscheidenden Frage ausgesetzt sehen. Wird er einer amerikanischen Politik abschwören, die seit der Explosion des Kriegsschiffes „Maine“ im Hafen von Havanna vor gut 130 Jahren über den Golf von Tonkin und den Yellow Cake des Präsidenten George W. Bush vor der Aggression gegen den Irak Lüge und Betrug zum Instrument einer Welteroberungspolitik zu machen, die mit dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges ihren Anfang genommen hatte?

Gelegenheiten dafür gibt es genug, auch in einer Cyber-Welt. Niemand sollte vergessen, welche Rolle die CIA und andere amerikanische Dienste dabei gespielt haben, so etwas wie das Internet erst zu schaffen. Das macht man nur, um in der in den Vereinigten Staaten dominierenden Geisteshaltung der Manipulation Tür und Tor zu öffnen. Selbst wenn man sich dabei so angreifbar macht wie die Kandidatin Hillary Clinton.

Heute regt man sich in Washington darüber auf, „gehackt“ worden zu sein. Dabei hat Frau Clinton während ihrer Zeit als Außenministerin durch das Verlassen geschützter Verbindungen und Nutzen privater Server alles unternommen, Täter einzuladen. Jedes Jahr findet eine Großkonferenz kundiger junger Leute des „Chaos Computer Clubs“ statt. Die hätte man befragen müssen, wenn wirklich Netz-Sicherheit oberste Priorität gewesen sein sollte. Wenn man sich eine Vorstellung von einer hervorragenden Pressekonferenz mit hohem Aussagewert machen will, kann sich jeder, der auf Qualitätsstandards Wert legt, einmal die Jahrespressekonferenz des russischen Präsidenten Putin ansehen. Auf Berlin braucht niemand zu blicken, weil dort noch nicht einmal das geliefert werden könnte, was wir bei dem president-elect Trump gesehen haben.

Es wird noch heißer gegessen, als es gekocht wird.

Zum Glück ging neben den dramatischen Abläufen in Washington völlig die Rede der deutschen Bundeskanzlerin in Brüssel anlässlich des Verleihung einer universitären Auszeichnung unter. Sie hat dort nicht mehr und nicht weniger angekündigt, dass die transatlantischen Beziehungen nicht immer auf dem traditionellen Niveau würden bleiben müssen. Ist das nach dem Widerstands-Meeting mit dem noch im Amt befindlichen amerikanischen Präsidenten Obama in Berlin Frau Dr. Merkels Kampfansage an den Präsidenten Trump?

Man kann es nicht glauben. Jetzt besteht die Chance, mit Präsident Trump einen amerikanischen Präsidenten im Amt zu haben, der nicht wie die Clintons, Bushs und Obamas die Welt in Schutt und Asche legen will und Frau Dr. Merkel will es wie gewohnt? – Europas und Berlins willige Vollstrecker, die eine amerikanische Politik goutieren, die nichts, aber auch gar nichts mehr mit der Politik des angeblich so „freien Westens“ zu tun gehabt hat?

Wir sehen doch alle, mit welchen Manipulationen auf höchster staatlicher Ebene der noch nicht im Amt befindliche Präsident Trump auf Konfrontations- und letztlich Kriegskurs gegen Russland gehalten werden soll. Dieser Mann geht nach allem, was wir aus den Vereinigten Staaten als „Hort der institutionalisierten Revolution“ kennen, ein so ungeheures Risiko gegenüber den McCains dieser Welt ein, das wir uns eigentlich danach fragen sollten, was auf dem Spiel für die Welt steht, wenn die McCains, Rubios und Grahams neben den Neocons die Oberhand gewinnen? Kommt dann zur nächsten Kriegs- und Umsturzkonferenz in wenigen Wochen Senator McCain nach München mit dem Satz auf den Lippen: “ War at our time“ und wird zum Dank dafür ins Berliner Kanzleramt eingeladen?

Showdown zum G-20 Treffen im sommerlichen Hamburg?

Derzeit wird in Washington mit System um den heißen Brei herumgeredet. Da werden Muskeln beschworen, die man eigentlich in Frage stellen muss. Zu Recht übrigens, denn die Welt hat sich mit Präsident Wladimir Putin verändert. Die Vereinigten Staaten haben es offenkundig als Hausrecht auf dem Globus angesehen, jedem anderen Gemeinwesen ihren Willen aufzuzwingen. Alleine vor diesem Hintergrund ist die Brüsseler Kampfansage von Frau Dr. Merkel an die Vereinigten Staaten mehr als bemerkenswert. Aber Russland hat deutlich gemacht, dass es zwei Dinge im Vordergrund sieht: Russland will selbst über sein Schicksal entscheiden und die Beziehungen zu anderen Staaten auf der Grundlage des Völkerrechts gestaltet wissen. Genau diese Position, die in Zusammenhang mit dem gegen Russland gerichteten Putsch in der Ukraine und in Syrien materiell unterfüttert worden ist, bedeutet für die USA in ihrem Versuch der Dominanz gegenüber Russland ein klares Signal: bis hierher und nicht weiter.

Wenn europäische Regierungen die Aufgabe sehen würden, für die Belange ihrer Bürger verantwortlich zu sein, müsste ein Präsident Trump als einmalige Chance empfunden werden, aus dem Bild durch Europa vorpreschender US-Panzer an die Ostfront wegzukommen. Wir wollen keine amerikanische Kolonie sein, aber in Freundschaft mit dem Vereinigten Staaten leben und übrigens mit Russland auch. Die Signale, die die noch im Amt befindliche Bundeskanzlerin aussendet, beziehen unseren Untergang und nicht unsere gutnachbarschaftliche Zukunft ein. Das haben wir und die Menschen in Europa nicht verdient. Hamburg hat es für den möglichen Besuch eines Präsidenten Trump in sich. Dazu zählen nicht alleine die persönlichen Verbindungen, die der vielleicht nächste amerikanische Präsident Trump nach Hamburg hat.

Darüber kann jeder im Netz das ein oder andere lesen.

Hamburg hat gleichsam eine „amerikanische Vergangenheit“, die sich in berühmten Namen äußert. Hier ist intensiv an einem „Scharnier“ zwischen Deutschland und der „Neuen Welt“ gearbeitet worden und das zu einer Zeit, als das kaiserliche Deutschland eine Macht in Europa darstellte, die aus Gründen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, eines hohen Wissenschaftsstandards und Grundsätzen einer demokratischen Toleranz weltweit geachtet wurde.

Natürlich war diese Macht mit Österreich-Ungarn verbündet, dessen in jeder Hinsicht fortschrittlicher Thronfolger in Sarajewo getötet wurde, um den Anlass für den Untergang des bekannten Europa zu bewerkstelligen. Das einstmals blühende Deutschland wurde über Versailles in Verbrecherhand gegeben. Bei George Friedman kann man sich über die Hintergründe schlau machen, wie man so etwas bewerkstelligt. Für ein Treffen der wichtigsten politischen und globalen Repräsentanten konnte man keinen besseren Platz für ein Treffen als Hamburg finden, wenn man der Welt Hoffnung oder den Untergang in Aussicht stellen will. Nicht nur unter diesen Umständen ist ein amerikanischer Präsident mit dem Namen „Donald Trump“ in Hamburg mehr als willkommen.

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Mit freundlicher Genehmigug von EpochTimes.de

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