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Montag, 14. Oktober 2013

Europas Banken können sich nicht aus eigener Kraft retten

Thema: Banken-Krise

Zwangsabgabe, Steuergelder, Enteignung: Die Bürger Europas werden die Hauptlast der Rettung der Banken tragen müssen. Denn es stellt sich heraus: Die Banken können das nicht mehr aus eigener Kraft. Die Technokraten von EZB, IWF und EU arbeiten unter der fachkundigen Leitung von Wolfgang Schäuble an der Lösung des Problems. Die Zeit drängt, Risiken und Schulden steigen. Es wird ein heißer Herbst. 

Maxima, die Königin der Niederlande, nimmt an diesem Wochenende am Gipfel von IWF und Weltbank teil. Sie wird wenig Erfreuliches über den Zustand der europäischen Banken erfahren. Ihr Mann, König Willem, hatte seinem Volk vor einigen Tagen bereits reinen Wein eingeschenkt. (Foto: dpa)

Die Krise um die europäische Bankenrettung spitzt sich zu. Südeuropas Banken hängen nach wie vor am Tropf der EZB. Im Vorfeld der geplanten Bankenunion beginnt nun die Suche nach den europäischen Zombiebanken. Zudem gibt es Streit um ein „Sicherheitsnetz“ für die Banken. EZB wie EU-Kommission arbeiten an verschiedenen Baustellen, da sich die hoch verschuldeten Banken aus eigener Kraft nicht retten können.

Die Kampfzonen der Eurozone zur „Bankenrettung“ werden immer mehr ausgeweitet.

Mit Mario Draghis Liquiditätsspritze von etwa einer Billion Euro mittels „Longer-term Refinancing Operations“ (LTRO 1 und 2) zur Stützung der Banken war der erste Brand gelöscht. Vordergründig wurde die Summe zum äußerst geringen Zinssatz von 1 Prozent den Banken zum Abruf zur Verfügung gestellt, um Kredite an Unternehmen auszugeben. Hauptsächlich jedoch wurden die Liquiditätsspritzen in den Peripherieländern zum Kauf der jeweils eigenen Staatsanleihen genutzt.

Indessen hat Mario Draghi erklärt, den Banken noch mehr Liquidität auszureichen. Denn offenbar benötigen die Banken immer noch mehr und immer weitere finanzielle Unterstützung. Denn die Banken können noch nicht einmal die bisher ausgereichten LTRO-Finanzspritzen an die EZB zurückzahlen. Milliardenschwere Summen zur Rückzahlung stehen noch aus.

Spaniens Banken nahmen von der EZB 300 Milliarden Euro in Anspruch, davon sind noch 225 Milliarden Euro offen zur Rückzahlung.

Italiens Banken nahmen 255 Milliarden Euro in Anspruch, davon sind noch 233 Milliarden Euro zur Rückzahlung offen.

Bei Frankreich stehen 87 Milliarden zur Rückzahlung an die EZB aus.

Die deutschen Banken müssen noch 10 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen.
Irlands Banken schulden der EZB noch 35 Milliarden Euro und Portugals Banken 45 Milliarden Euro, berichtet die FAZ.

Der wichtigste Hoffnungsträger der Banken-Retter ist der ESM.

Dieser „permanente Rettungsschirm“, ursprünglich für die Stützung gefährdeter Euro-Staaten gedacht, soll nun für Banken-Abwicklungen zur Verfügung stehen. „Der Euro-Rettungsfonds (ESM) könnte die Abwicklung übernehmen, sobald er zur EU-Institution geworden ist“, sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier (mehr hier).

Widerstand in deutschen Landen dagegen regt sich kaum. Zwar nennt SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider die Idee „unausgegoren“ und ist der Ansicht, der ESM sei als Abwicklungsinstitution ungeeignet. Es dürfte jedoch nicht lange dauern, bis auch Schneider wiederum das gegenteilige Einsehen gewinnt.

Beim Treffen von Weltbank und IWF am Wochenende in Washington deutete Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble an, dass Deutschland der Einrichtung einer gemeinsamen europäischen Bankenrettung nicht prinzipiell im Wege stehen wolle (mehr dazu hier).

Der ESM soll als „Rettungsanker“ ist nicht nur für Banken in der Eurozone verwendet werden, sondern für alle europäischen Banken.

In den Krisenländern der Eurozone sind Banken mit faulen Krediten in Milliardenhöhe belastet. Selbst wenn inzwischen Teile dieser ausstehenden Kredite in Bad-Banks bilanziert sind – eine zuverlässige Größe, wie hoch das tatsächliche Volumen der faulen Kredite der Euro-Banken ist, gibt es nicht.

Die Berenberg-Bank warnte bereits Ende Mai dieses Jahres, während des anstehenden neuen Stresstests für die Banken in der Eurozone könne eine „Kapitallücke“ von 300 bis 400 Milliarden Euro festgestellt werden. Insgesamt sollen es aber 720 Milliarden Euro sein (mehr hier).

Die europäischen Steuergelder aus dem ESM sollen retten, was nicht zu retten ist.

Weil aber die Zeit drängt, sind die Banken-Retter fieberhaft auf der Suche nach einem „fiscal backstop“ oder „Sicherheitsnetz“. Dies bedeutet, dass EU und EZB schon zu Beginn des Banken-
Stresstests entsprechende Finanzhilfen für Banken bereitstellen müssen, noch bevor der „Bankenfonds zur Lösung gescheiterten Banken“ eingerichtet ist (mehr hier).

Für deutsche Banken könnte der Banken-Rettungsfonds SoFFin – wie bisher – einspringen. Aber was geschieht in jenen Ländern, deren Staatshaushalte für weitere Banken-Rettungen nicht gerüstet sind?

Eine kleine Abhilfe hierfür sieht EU-Kommissar Rehn. Die EU-Kommission will Gelder für Banken nicht auf das Haushaltsdefizit anrechnen, berichtet die FAZ.

Yves Mersch, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, betonte zuletzt in einer Rede in Wien: „Die Banken-Union ist keine Transfer-Union durch die Hintertür. Jeder muss seine eigenen Altlasten bereinigen“.

Schöne Worte – mehr nicht.

Das ganze Vorhaben ist an Konfusion nicht zu überbieten. Es sei denn, EU-Kommission und EZB befürchten Widerstand einzelner Eurostaaten gegen die Inanspruchnahme des ESM zur Bankenabwicklung.

Denn der von Michel Barnier genannte „Bankenfonds zur Lösung gescheiterter Banken“ kann nur im Zeitrahmen von etwa zehn bis zwölf Jahren durch bilanzgewichtete Abgaben der europäischen Banken einen Umfang von bescheidenen 50 bis 60 Milliarden Euro erreichen.

Allein der irische Staat benötigten 64 Milliarden Euro zur Bankenrettung, etwa die Hälfte davon für die Anglo Irish Bank, finanziert über den Euro-„Rettungsschirm“ EFSF.

In die gesamte Baustelleneinrichtung gehört die Suche, Identifizierung und/oder „Rettung der Zombiebanken“. Zombiebanken sind in diesem Wortsinn insolvente Banken, die nur durch EZB-Geld existieren können. Jedenfalls können solche Banken sich nicht mehr über den Kapitalmarkt refinanzieren.

Wie viele Banken das sind, weiß niemand. Sie sollen jedoch beim bevorstehenden Bankenstresstest identifiziert werden. Und hier lautet das Stichwort Risikobewertung.

Zur Frage der Risikobewertung der Bankbilanzen gehören auch deutsche Banken, wie beispielsweise die HSH Nordbank, die 27 Milliarden Kredite für Schiffskredite ausreichten, sowie die Commerzbank mit 18 Milliarden Euro und die Nord-LB ebenfalls mit 18 Milliarden Euro, ebenfalls ausgereichte Kredite für die krisengeschüttelten Reeder. Die Banken beharren jedoch darauf, dass keine tatsächlichen Marktpreise dieser Kredite in ihren Bilanzen angerechnet werden.

Eine ganz andere Größenordnung nehmen die Staatsanleihen ein, die in den Büchern der Banken in den Euro-Peripherieländern liegen.

In der EZB wird erbittert darüber diskutiert, wie diese Staatsanleihen bewertet werden sollen. Noch immer müssen die von den Banken erworbenen Staatsanleihen nicht mit Eigenkapital unterlegt werden. Zudem gelten sie in den Bank-Bilanzen als „risikolos“.

Die Deutsche Bundesbank – wie auch die Notenbanken anderer nordeuropäischer Staaten – lehnen diese Risikolos-Bewertung jedoch ab.

Umso gravierender ist die Tatsache, dass vor allem Frankreich und Italien dagegen sind, dass jene Banken, die die jeweils eigenen Staatsanleihen ankauften, überhaupt dem Banken-Stresstest unterzogen bzw. diese Anleihen einer Bewertung unterworfen werden.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte kürzlich vor einer zu massiven Zwangs-Abgabe, also eines Bail-In, gewarnt: Centralbanking.com berichtete, dass Lagarde fürchtet, dass die Banken die Belastungen eines Bail-In nicht durchstehen könnten, weil sie dann die Vorschriften zur Eigenkapitalquote nicht einhalten könnten.

Sie wären also in akuter Pleite-Gefahr.

Das bedeutet: Die Banken können sich im Grunde nicht mehr aus eigener Kraft retten.

Die Bilanzen sind undurchschaubar, weil die Banken ihre Risiken selbst bewerten.

Die Verflechtung von Bank-Risiken und Staats-Schulden ist nicht im Mindesten gelöst.
Daher arbeiten die Verantwortlichen für die globale Schuldenkrise eng zusammen.

Sie suchen nach den richtigen Zahlen.

Es fehlt zuviel Geld.

Das liegt im ESM – der als „Sicherheitsnetz“ (früher: „Rettungsschirm“), zum Einsatz kommen wird.

Es ist das Geld der europäischen Steuerzahler.
Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare


Lionheart sagt:
Zitat:
” …fachkundigen Leitung von Wolfgang Schäuble an der Lösung des Problems”

Das ist bestimmt der richtige Fachmann. Einer der Hauptverursacher der Wirtschafts-, Banken- , Schulden-, Eurokrise wird als Fachmann ausgewählt. Ein Mann, der in der Regierung sitzt und auch noch den Finanzsektor unter sich hat. Dieser spielt jetzt den Fachmann. Das ist so lächerlich, daß sich einem die Fußnägel aufrollen.

Schlimm ist, daß diese Politiker auch noch vom Volk wiedergewählt werden. Dies geschieht aber nur, weil viele Menschen denken, daß es normal ist wenn es hin und wieder mal zu einer Krise kommt. Es gibt ja auch ab und zu Gewitter oder einen Schneeschauer. Da darf es natürlich auch ab und zu einer Krise kommen. Das glauben tatsächlich viele Menschen, wie ich es aus Gesprächen erfahren habe. Den Menschen ist nicht bewusst, daß ganz allein die Regierung mit ihren Gesetzen, die sie diktiert, Einfluss nehmen kann auf das Wohl des Volkes. Niemand anders hat die Möglichkeit Gesetze zu erlassen, an die sich die Menschen halten müssen, wenn sie nicht bestraft werden wollen. Wenn hier im Land irgendetwas nicht richtig funktioniert, dann liegt die Schuld deshalb immer bei der Regierung. Das ist leider vielen Menschen nicht bewusst und deshalb wählen sie immer noch die etablierten Parteien, nämlich genau diese CDU die mit ihren mangelhaften Kenntnissen aus der Volkswirtschaft und Bankbetriebslehre diese Chaos verursacht hat.

Es kann natürlich auch sein, daß diese CDU Politiker genug Kenntnisse haben und absichtlich zum Wohl der unendlich gierigen Kapitalisten regieren und damit die Masse des Volkes immer ärmer machen. Das wäre aber ein Verbrechen und die Politiker wären Verbrecher, weil sie die Menschenrechte missachten. Das will ich aber nicht behaupten. Eine der beiden Möglichkeiten ist jedenfalls zutreffend.

Razio2013 sagt:
Wann kapieren die Menschen, dass es keine Fehler sind die gemacht werden, sondern Kalkül? Es ist alles von langer Hand geplant!

Europa wird jetzt schon von Technokraten regiert, die nicht gewählt sind. Alle Staaten, die in die Eurozone eingetreten sind, haben fast komplett ihre Souveränität an Brüssel abgegeben, an Kommissare, die von der Finanzmafia, Pharmaindustrie und Großkonzernen gelenkt werden.

Es ist ein Großangriff auf uns Europäer, auf alle Nationalitäten, auf ihre Identität und vor allem auf ihr Hab und Gut!
Von der Eurokriese profitieren ausschließlich der Finanzsektor und die Großkonzerne. Ein Sklavensystem, das immer mehr sichtbar wird!
Merkel, Schäuble, Gabriel, Steinmeier und das Grüne Gesindel sind die Handlanger der EU Kommissare, Handlanger der Globallisten, der New World Order.

Sonntag, 29. September 2013

Deutsche sollen zahlen: IWF fordert gemeinsame Schulden in Europa

Thema: Eurovisionen

Der IWF will die Vereinigten Staaten von Europa sehen und fordert für eine Fiskal-Union, für eine Schuldenhaftung mit Eurobonds, eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung und eine Budget-Union. Unter der Führung der EU-Kommission müssen die Pläne mit „starker Durchsetzungskraft“ umgesetzt werden. 


Befehlsausgabe nach der Bundestagswahl: IWF-Chefin Christine Lagarde möchte Fortschritte bei der Entstehung der Vereinigten Staaten von Europa sehen. (Foto: dpa)
Unmittelbar nach der Bundestagswahl meldet sich der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einem Masterplan für die Eurozone zu Wort. Der Plan war in Washington bereits am Montag nach der Wahl verfügbar, für Europa haben sich die globalen Chefstrategen eine Schamfrist von zwei Tagen gegeben und legten den Plan am Mittwoch vor.

Der Plan ist nicht neu in der Sache.

Neu ist jedoch der Ton.

Hier wird nicht angeregt, sondern gefordert. Der IWF will offenbar von allem Anfang an klar machen, dass die neue Bundesregierung die Agenda nicht selbst bestimmen kann.

„Auf dem Weg zu einer Fiskal-Union für die Eurozone“ überschreibt der IWF seinen aktuellen Forderungskatalog.

Darin wird ein „zeitweiser“ Finanztransfer gefordert, sowie eine nachdrückliche Haushaltsaufsicht und die Einführung der Bankenunion.

Weiterhin schlägt der IWF eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung sowie ein eigenes Budget für den Euro-Raum vor. Beides wurde schon von Frankreichs Finanzminister Moscovici gefordert, der offenbar schon im Vorfeld Kenntnis von dem Plan hatte. Immerhin ist IWF-Chefin Christine Lagarde eine der Vorgängerinnen von Moscovici (hier).

Die entscheidende Forderung des IWF ist jedoch „die Vergemeinschaftung der bestehenden Schulden, um damit Anreize zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit und Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen reduzieren zu können“.

Zu diesem Zweck wünscht der IWF eine „gemeinsame Schuldenaufnahme“, was gleichbedeutend ist mit der Einführung von Eurobonds. Bereits im Juli 2012 hatte der IWF die Einführung von Eurobonds favorisiert (mehr hier). Angela Merkel hatte sich jedoch bisher von dieser Idee distanziert und gesagt, dass es Eurobonds nur über ihre Leiche geben werde.

Nach den Vorstellungen des IWF soll die „gemeinsame Schuldenaufnahme“ mittels „gemeinsamer Einnahmen“ erfolgen, was eine stärkere Risiko-Aufteilung im Euroraum zur Folge hätte.

Ziemlich raffiniert schränkt der IWF ein, es sei möglicherweise nicht sinnvoll, die bisherigen Schulden im Euroraum zu vergemeinschaften. Er spricht sich jedoch dafür aus, dass sich die Länder im Währungsraum „vorab“ zu einer künftigen gemeinsamen Schuldenhaftung verpflichten sollten.

Das könnte auch die goldene Brücke für Merkel sein: Sie kann sagen, dass sie ihr Dahinscheiden nur an die Schuldenhaftung von vergangenen Schulden geknüpft habe.

Konkret schlägt der IWF eine „Roadmap“ vor, um eine Fiskalunion vorzubereiten.
Der Zeithorizont der Roadmap gliedert sich wie folgt.

Die Alt-Schulden könnten in diesem Fall von bereits beschlossenen außerparlamentarischen Verteilungs-Gremien wie dem ESM übernommen werden.

Der IWF-Plan ist breit angelegt.

Kurzfristige Maßnahmen:
Innerhalb der nächsten 18 Monate soll die Blaupause der EU-Kommission umgesetzt werden, darunter auch der Auflösungsmechanismus für Banken. Bei der Abwicklung von maroden Banken plädiert der IWF dafür, dass bei Verlusten „die Industrie“ die Abwicklung von Banken übernimmt und nicht der Steuerzahler.

Das klingt gut, weil man beim schnellen Lesen glauben könnte, damit sind die Banken gemeint.
Seit Zypern steht jedoch fest: Damit sind die Bank-Kunden gemeint. Es geht um die Zwangsabgabe für Sparer, bei der noch behauptet wird, dass Sparguthaben unter 100.000 Euro geschützt sind.
Doch diese Guthaben sind so sicher wie die Rente von Norbert Blüm.

Dass hierfür ein Bankenfonds in der Eurozone geplant ist, der über zehn Jahre hinweg insgesamt 50 bis 60 Milliarden Euro „einsammeln“ soll, lässt erahnen, dass hier von „kurzfristigen Schritten“ oder gar der ausschließlichen Beteiligung der Industrie keine Rede sein kann. Zumal sich die Banken dagegen sträuben, in einen Fonds einzuzahlen, der marode Banken in den Krisenländern stützt oder abwickeln soll.

Für den Betrag konnte gerade mal die Royal Bank of Scotland vorübergehend gerettet werden.

Hier werden kurzfristig wohl ganz andere Maßnahmen greifen.

Mittelfristige Maßnahmen:
Im Zeitrahmen zwischen 18 Monaten bis fünf Jahren sollen verstärkte Kontrollen der Staatshaushalte stattfinden einschließlich der Möglichkeit der EU-Kommission, Änderungen der vorgelegten Haushaltspläne vorzunehmen.

Auch diese Kuh irrt schon seit langem auf dem Eis herum. Die Maßnahme ist jedoch nicht durchsetzbar, weil die zentrifugalen Tendenzen in Europa verhindern werden, dass sich die Nationalstaaten gemeinsam die Budget-Hoheit aus der Hand nehmen lassen werden.

In typisch kryptisch-bürokratischer Formulierung wird aufgezeigt, wie der Masterplan funktionieren soll. Es gelte, „eine zentrale Fiskalkapazität zu schaffen, mit der Möglichkeit einer gemeinsamen Kreditaufnahme in Form eines ‚europäischen Erlösungsfonds‘, um die Verringerung der Staatsverschuldungen zu koordinieren“. Mittelfristig wird die Einführung von Eurobills propagiert, „um die Integration der Finanzmärkte zu fördern“ (mehr zu den Eurobills hier).

Langfristig 
orientiert der IWF jedoch auf eine zentrale Kreditbeschaffung in der Euro-Zone, also auf Eurobonds. Dafür müssten jedoch erst einmal neue Entscheidungsstrukturen in der Eurozone etabliert werden.

In ungewohnter Schärfe kommt zum Ausdruck, wie der IWF seinen Masterplan umgesetzt haben möchte.
Im IWF-Papier heißt es: „Die Europäischen Staats-und Regierungschefs haben den Ratspräsidenten damit beauftragt, einen neuen Bericht zu präsentieren, der sich auf die mittelfristigen Aktionen der EU-Blaupause von Mitte 2013 bezieht. Das neue Führungs-Rahmenkonzept muss rigoros, mit starker Durchsetzungskraft des Zentrums (also der EU-Kommission, Anm. d.Red.) implementiert werden.“

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Auflistung des IWF, welche Summen bisher von den „Geberländern“ in die Krisenländer geflossen sind: Portugal, Irland, Griechenland, Spanien und sogar Italien erhielten laut IWF seit Krisenbeginn geschätzt zwischen 45 und 76 Milliarden Euro pro Jahr. Insgesamt belief sich der Transfer aus den „Rettungsschirmen“ EFSF, EFSM und ESM auf 277 Milliarden Euro. Der Haftungsanteil für Deutschland beträgt jeweils 27 Prozent.

In der Aufstellung sind allerdings nicht die 10 Milliarden Euro aus dem ESM für Zypern enthalten. Der IWF trägt hiervon eine Milliarde Euro. Von Zypern abgerufen wurden bisher laut Bundesfinanzministerium drei Milliarden Euro. Dieser Tage hat der IWF eine weitere Milliarde an Nikosia überwiesen, damit Zypern seinem Schuldendienst nachkommen kann.

Aus dem Papier geht ebenfalls hervor, dass etwa 1.200 Milliarden Euro von der Europäischen Zentralbank (EZB) an Banken der Länder mit „Liquiditätsbedarf“ geflossen sind. Hinzu kommen Forderungen aus dem Target 2-Zahlungssystem.

In den Krisenländern werden die IWF-Vorschläge insbesondere hinsichtlich Eurobonds sicherlich auf ein positives Echo stoßen. Für Deutschland bedeuteten Eurobonds jedoch höhere Zinszahlungen für Staatsanleihen.
Die Einführung von gemeinsamen Staatsanleihen im Euroraum wäre für Deutschland ein dickes Minusgeschäft. Hochgerechnet für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren wären es rund 61 Prozent oder etwa 200 Milliarden Euro Mehrkosten.

Wie sagte Angela Merkel noch im Juni 2012: Eine gesamtschuldnerische Haftung in Europa werde es nicht geben „solange ich lebe“.

Und bei einem Wahlkampfauftritt am 21. September diesen Jahres hieß es von ihr: „Eurobonds und gemeinsamer Schuldentilgungsfonds wird es mit mir nicht geben.“ Und es war auch die Zusicherung zu hören: „Ein klares Nein zu Steuererhöhungen.“

Doch solche Aussagen sind niemals identisch mit späterem politischem Handeln.
Die Rettungsschirme laufen aus, das haben wir klar vereinbart“, sagte Bundesfinanzminister Schäuble. Damit war der erste „Rettungsschirm“ EFSF gemeint. Etwas später wurde der „permanente“ Rettungsschirm ESM eingerichtet.

Er ist für tausend Jahre die Ewigkeit gedacht
Vor der Euroeinführung hieß es in einer Wahlbroschüre der CDU: „Eine Überschuldung eines Euro-Staats kann von vornherein ausgeschlossen werden“. Es schloss sich die rhetorische Frage und Antwort an: „Muss Deutschland für die Schulden anderer Länder aufkommen?“ Antwort der CDU: „Ein ganz klares Nein!“

Ob es wirklich dazu kommt, ist dennoch ungewiss: Der fortgesetzte Rechtsbruch, das Einwirken von nicht legitimierten Apparaten wie dem IWF und die Planlosigkeit der Zentralbanken bei der Krisen-Abwehr könnte dazu führen, dass sich der Bond-Markt rigoros aus den Schulden-Staaten verabschiedet (mehr hier).

Denn für Schuldner gilt immer noch: Die Gläubiger haben die „stärkste Durchsetzungskraft“.
Gut möglich, dass den globalen Finanz-Eliten ihr Masterplan viel schneller um die Ohren fliegt als sie es für möglich halten.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare


Mangermagazin 13.10.2012:
Schäubles IWF-Wutrede "Deutschland ist nicht das Land der Nein-Sager" 


Weil viele Vorschläge zur Linderung der europäischen Schuldenkrise auf deutsches Geld zielen, muss Wolfgang Schäuble die Pläne oft stoppen.
 

Will der IWF etwa ein vorzeitiges Ableben unserer aller Rettungskanzlerin?
Schließlich hat sie 2012 vor dem EU-Gipfel in Brüssel gesagt: "Keine Euro-Bonds, solange ich lebe". Einige liberale Abgeordnete sollen der Kanzlerin daraufhin zugerufen haben: "Wir wünschen Ihnen ein langes Leben!"
(Spiegel-Online)

Am 22.08.2013 sagte die CDU-Chefin im sächsischen Oschatz es dürfe "keine Vergemeinschaftung der Schulden" der Euroländer geben und bei einem Wahlkampfauftritt an 21. September: „Eurobonds und gemeinsamer Schuldentilgungsfonds wird es mit mir nicht geben.“
Doch was sind solche Aussagen ausgerechnet dieser Kanzlerin wert, die auch sowas sagt? siehe dort
Und die bei einer Lügen-Weltmeisterschäft Aussichten auf eine sehr gute Platzierung hätte. Wer weiss was diese Frau schon an Wenden und Pirouetten hingelegt hat, der braucht sich über nichts mehr zu wundern.

Ansonsten, was halten andere vom IWF?
z.B. Ungarn:
Brief an Lagarde - Ungarn will IWF hinauswerfen
(FAZ)

Merkel und Schäuble verhökern uns, Personal von Deutschland oder BRD oder immer noch Besatzungsgebiet oder egal wie und nennen es diffus umrissen Europa. Als Eintrittsgeld für "Europa" wird uns eine Schuldenlast aufgebrummt, die weder wir noch unsere Kinder oder Enkel jemals begleichen können.
Eine genaue Definition für Europa liefern sie nicht.


  • meinen sie mit "Europa" die noch 17 Länder der Eurozone
  • oder die 27 Länder der Europäischen Union
  • oder gar alle 48 Staaten, die zu Europa gezählt werden

  • was ist mit den Ländern wie Großbritannien, die nicht zur Eurozone gehören und mit dem Gedanken spielen die EU zu verlassen?
    Was ist mit der Schweiz, mit Norwegen und Island? Gehören die nicht zu Europa?

    Ich werde den Verdacht nicht los, dass "Europa" und "Krise" die Funktionen haben, einige Völker finanziell auszubeuten, während der Krieg gegen "Terrorismus" dazu dient, ihnen nach und nach alle Rechte zu nehmen? Der Austritt Englands aus der EU würde dazu passen, schließlich gehören die ja zu den Auserwählten der USA, wir nicht, wir sollen zahlen.



    Julia la prémiere sagt:
    Man sollte auch dazu sagen, wer den IWF holte. DSK hatte es zu seiner Zeit abgelehnt gehabt. Tja, Frau Merkel, nun haben Sie den IWF.


    argus germanicus sagt:
    Als erstes bitte mal das Renteneintrittsalter in EUropa “harmonisieren”, mal sehn, wie das der Südschiene schmeckt!? Dann die Produktivität EU-weit auf deutsches Niveau und zum Schluss noch die durchschnittlichen Außentemperaturen gleichschalten, es muss schließlich auch Gleichheit bei den laufenden Kosten geben, und natürlich die exorbitanten Energiepreise in D. “zentralisieren” – so, das wär´s dann für´s erste.


    Meggie sagt:
    Es ist wohl unglaublich was Finanzdienstleister sich raus nehmen wenn sie mit gekauften Politvasallen die Weltherrschaft übernehmen wollen.
    Somit soll Deutschland nicht nur für Staatsanleihen sondern auch für alle Arbeitslosen in Europa mit in die Pflicht genommen werden.
    Bankster können nicht regieren und haben auch keine fiskalen Rechte um sich bei Menschen direkt zu bereichern.
    Dieses ist ein Putsch oder Revolution von Oben gegen die Demokratie und Völker.


    egon sunsamu sagt:
    Es ist einfach organisierte Kriminalität was Schäuble, Lagarde und Draghi betreiben. Unfassbar, dass sie nicht längst vor einem internationalen Gericht angeklagt sind. Sie sind es, die das über 60 Jahre lang friedliche Europa zu einem explosiven Kessel für Aufruhr und Bürgerkrieg machen.
    Zusammen mit ihren Komplizen in der EU-Kommission. Es wir ganz böse enden.


    Angie sagt:
    Der IWF konstatiert also, dass es nicht sinnvoll ist, die vorhergehenden Schulden zu vergemeinschaften, man solle aber vorab für die künftigen Schulden usw. usf.…..
    Erstens glaube ich nicht, dass es noch ein Zeitfenster von 18 Monaten gibt.
    Und zweitens sagt dieser Abschnitt, übrigens Danke DWN für den gesamten Beitrag, für mich klar und deutlich aus, dass es für die Euroländer einen Schuldenschnitt geben wird, also eine Währungsreform, denn nichts anderes ist ein Schuldenschnitt.
    Die Altschulden können auch nicht mehr zurückgezahlt werden oder durch irgendwelche Maßnahmen aufgefangen und umverteilt werden. Das könnte man eigentlich nur jemandem einreden, der in Mathematik nicht über die 4. Klasse Grundschule hinausgekommen ist.



    Mittwoch, 21. August 2013

    Deutsche Industrie fordert Zwangsvollstreckung für Schulden-Staaten

    Thema: Eurovisionen

    Der Bundesverband der Deutschen Industrie will eine Lösung der Euro-Krise durch den Zugriff auf die nationalen Vermögen erreichen. Die Vermögen sollen gegen einen Erlass der Schulden in einen Super-ESM eingebracht werden. Dieses „Euro-Schatzamt“ soll dann die Staatsvermögen unabhängig von der Politik privatisieren. Der Vorschlag zeigt: Die Politik in Europa steht kurz davor, von der Finanz-Industrie entmündigt zu werden.


    BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber will, dass in der Euro-Zone Schulden gegen Volksvermögen eingetauscht werden: „Staatsvermögen gibt es in allen Not leidenden Staaten im dreistelligen Milliardenbereich.“ (Foto: DWN/Jakob Reinhardt)
    Nach der Bundestagswahl wird es vermutlich zu weitreichenden Maßnahmen kommen, um die Schulden-Krise in Europa zu beenden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat mit seinem Haushalt zunächst die Weichen gestellt, um über Steuererhöhungen etwas Zeit zu gewinnen (hier).

    Offenbar gibt es jedoch Überlegungen, die Schuldenmacherei der Staaten noch viel grundsätzlicher zu beenden.

    Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Markus Kerber, hat, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, der die Finanz-Architektur in Europa vollständig verändern würde.

    Kerber präzisiert in einer Email an die Deutschen Wirtschafts Nachrichten seine Idee, die er am Mittwoch in Berlin erstmals vorgetragen hat. Kerber:
     „Meine Idee wäre: Wenn Privatisierungen auf nationaler Ebene so langsam vorangehen wegen der politischen Ökonomie in Nationalstaaten: Warum übertragen wir nicht nationales Staatsvermögen auf den ESM und machen den ESM dann zu einem Euro-Schatzamt? Und dann kann man schuldrechtliche Ansprüche dagegen verrechnen. Staatsvermögen gibt es in allen Not leidenden Staaten im dreistelligen Milliardenbereich. Das ist für die nationalen Regierungen nicht so einfach, aber das ist ein Ausweg für die Länder, die vielleicht geben wollen oder geben müssen.“ 

    Kerber greift damit ein Konzept des BDI aus dem September 2011 auf, mit welchem die Deutsche Industrie ihre Frustration über die aktionistischen Maßnahmen zum Ausdruck brachte. Der BDI sieht die wirkungsvollste Lösung der Schuldenkrise in Europa in der Ausgliederung der Fiskalpolitik aus der nationalen Kompetenz, wenn der Haushalt in einem Land aus dem Ruder läuft.
    Damals war das Konzept noch in die Zukunft gerichtet.

    In dem Konzept des BDI heißt es:
    „Die institutionelle Architektur der Eurozone muss … substanziell weiterentwickelt werden. Aus Sicht der deutschen Industrie ist es unverzichtbar, die Instrumente des EFSF bzw. ESM zu einem politisch unabhängigen Europäischen Fiskalfonds (EFF) weiterzuentwickeln, um die gegenwärtigen Ad-hoc Rettungsmaßnahmen durch ein langfristig tragfähiges Konzept abzulösen. Der EFF bietet in Bedrängnis geratenden Mitgliedstaaten und Banken der Eurozone „Hilfe in der Not“ und stellt darüber hinaus eine letzte Instanz dar bei der Durchsetzung fiskalischer Disziplin. Der EFF gewährt dem hilfesuchenden Land auf Antrag Kredite gegen Sicherheiten und strikte wirtschaftspolitische Auflagen. Die Sicherheiten dienen nicht nur als Pfand für den EFF und dessen Sicherungsgeber im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines Empfängerlandes. Das Erfordernis der Sicherheitsleistung stellt außerdem einen Anreiz für Empfängerländer dar, finanzielle Hilfen nur in Anspruch zu nehmen, wenn sie davon ausgehen, dass sie die Kredite vollständig zurückzahlen können.“ 

    Der damalige BDI-Präsident Hans-Peter Keitel sagte damals dem DLF:
    „Wir können nicht jeden Tag über neue Notmaßnahmen diskutieren, sondern wir müssen einmal in aller Klarheit sagen, wohin uns Europa führen soll, wie weit es in Europa mit einer Gemeinsamkeit gehen soll, und dafür müssen wir dann schleunigst aber wirklich die Strukturen schaffen, die dann auch unabhängig von der Politik dafür garantieren können, dass bei uns die Währung stabil bleibt, dass die Wirtschaften, dass die öffentlichen Haushalte sich an die Regeln halten.“

    Konkret bedeute dies:
    „Wir brauchen eine Weiterführung der Stabilitätsfonds in Richtung eines europäischen Fiskalfonds, der unabhängig von der Politik, ähnlich wie der Internationale Währungsfonds, die Sicherheit der Haushalte, die Disziplin in den Haushalten garantiert und im Notfall Hilfen gegen Gegenleistung anbietet. Wir müssen wegkommen von den politischen Notmaßnahmen, hin zu langfristigen stabilen Maßnahmen, die unabhängig sind von Wahlterminen und politischen Farben.
    Dazu müssten nicht die traditionellen EU-Institutionen wie die Kommission oder das EU-Parlament gestärkt werden. Die EU-Verträge müssten geändert werden. 

    Als Problemlöser sah Keitel damals nämlich nicht die Politik:
    „Und wenn wir dann mit Bedacht die Möglichkeit nutzen, eben auch unabhängig von der Politik Stabilität einzuführen, wenn das dann eine Ergänzung von Verträgen bedarf, was ich heute nicht übersehen kann im einzelnen, dann müssen wir den Weg gehen, in der Bevölkerung dafür zu werben, diesen Weg auch zu gehen. Das wird kurzfristig nicht möglich sein, aber wir müssen Schritt für Schritt nach vorne gehen und der Bevölkerung und uns allen sagen, wo das wirklich hinführen soll. Wir müssen das Ziel erkennbar machen.“ 

    Es ist bemerkenswert, dass Kerber nun diesen Vorschlag aufgreift und ihn nicht mehr nur als Lösung für eine ferne Zukunft präsentiert, sondern als Ausweg aus dem unweigerlichen Schuldenschnitt für die Krisenländer Griechenland, Portugal, Zypern und Irland.

    Kerber ist als Lobbyist der Industrie nicht bloß ein Vordenker für Lösungen in der Euro-Krise (wie er sie schon vor einiger Zeit hier dargelegt hatte). Kerber ist politisch eng vernetzt. Er ist ein Berater von Angela Merkel, mit der er auch privat gute Kontakte unterhält. Er war Abteilungsleiter für finanzpolitische und volkswirtschaftliche Grundsatzfragen unter Wolfgang Schäuble. Zuvor hatte er unter anderem für die S. G. Warburg und die Deutsche Bank in London gearbeitet. Für beide Banken kümmerte er sich um den Bereich der Private Equity Markets, also jener Branche, deren Kerngeschäft die Privatisierung sowie der Kauf und Verkauf von Unternehmen ist.

    Die Idee hinter dem europäischen Schatzamt ist, dass Privatisierungen in den Schuldenstaaten erzwungen werden sollten. Griechenland hat beispielsweise keinerlei Anstalten gemacht, größere Staatsunternehmen zu privatisieren – obwohl dies Teil der Vereinbarungen mit der Troika war und von der Troika auch immer wieder vergeblich gefordert wurde.

    Für die Politik käme eine solche neue Struktur der Entmündigung gleich, wenn sie mehr Schulden macht, als sie wirklich bedienen kann.

    Die Zuweisung des Staatsvermögens an eine von „der Politik unabhängige“ Finanzinstitution – wie es der EFF wäre – entspricht dem Konzept des Europäischen Stabilitäts Mechanismus ESM: Auch der ESM agiert vollständig unabhängig von der Politik. Seine Gremien sind niemandem verantwortlich, unterliegen keiner demokratischen Kontrolle und sind zu keinerlei Transparenz verpflichtet.

    Die Idee einer Art Euro-Zwangsvollstreckung zeigt, welch fatale Folgen die hemmungslose Schuldenpolitik hat. Die Nationen werden über kurz oder lang von ihren Gläubigern – den Banken – zur Rückzahlung ihrer Schulden gezwungen werden. Die Banken mussten in den vergangenen Jahren auf Geheiß der Politik massiv Staatsanleihen kaufen – und haben im Gegengeschäft erreicht, dass es zu keinen wesentlichen Regulierungen des Bankensektors gekommen ist.

    Benoît Lallemand von Finance-Watch sagte kürzlich in einem Interview, dass die globale Finanzkrise vor allem deshalb so gefährlich sei, weil „von der fundamentalen Reform, die uns versprochen wurde, nichts zu sehen ist“:

    „Die Finanzinstitute sind enorm gewachsen in Größe und in Bedeutung. Sie kontrollieren den Regulierungsprozess auf allen Ebenen. Von den G20 bis zu den nationalen Regulatoren hängen alle Politiker von der Expertise der Banken ab, weil zu wenig Geld in den Aufbau einer starken Regulierung gesteckt wurde. Der Reformprozess muss sich kaum demokratisch rechtfertigen.“
    In den vergangenen Monaten hat jedoch ein Umdenken eingesetzt. Man könnte das auch einen brutalen Verteilungskampf nennen, der zwischen den Banken und der Politik entbrannt ist. Den Banken fehlen neue Geschäftsmodelle, weil sie selbst die Risiken kaum noch übersehen können, die in ihren Bilanzen lauern.

    Da käme ein solcher Vorschlag einer europäischen Variante des IWF gerade recht. Der IWF verfolgt seit vielen Jahren auf globaler Ebene die Strategie der umfassenden Privatisierung von Staatsvermögen. Joseph Stiglitz, der als Chefökonom im IWF gedient hat, hat in einem bemerkenswerten Interview die Strategie des IWF offengelegt (mehr dazu hier).

    Mit dem ESM gibt es in Europa schon einen Vorboten einer von der Politik abgekoppelten Finanz-Institution.

    Das nun von Kerber vorgeschlagene „Schatzamt“ ist die logische Folge der außer Kontrolle geratenen Staatsschulden.

    Die Politiker in der Euro-Zone werden bald merken, dass es nicht an ihnen liegt, was mit ihren gigantischen Schulden geschieht.

    Es ist kein Raum mehr in Europa für die gescheiterte „politische Ökonomie“, wie BDI-Mann Kerber das politische Versagen nennt.

    Sehr bald werden nur noch die Zahlen sprechen.

    In seinem Konzept lässt der BDI keinen Zweifel daran, worum es geht:
    „Sobald die vereinbarten Bedingungen nicht mehr eingehalten werden oder die Schuldentragfähigkeit nicht mehr gegeben ist, müssen die Zahlungen eingestellt werden. Einen Haftungsverband ohne Gegenleistung darf es nicht geben. Eine Insolvenzordnung muss unabdingbarer Bestandteil des EFF sein.“
    Zwangsvollstreckung, Einstellung der Zahlungen, Insolvenz.
     
    Das sind die Worte, die die Politiker im Endstadium der Schulden-Krise zu hören bekommen werden. Aus der schönen Idee eines vereinten Europa ist ein nüchterner Haftungsverband geworden.

    Das Geben und Nehmen soll in Europa neu definiert werden.

    Die Alternative hat ein anderer Schäuble-Berater ebenfalls dieser Tage aufgezeigt: Austritt Deutschlands aus dem Euro (hier).

    Hinter den Kulissen ist viel Bewegung.

    Nach der Wahl werden Entscheidungen fallen.

    Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


    Kommentare


    Ja klar werter Herr Kerber, das ist es doch!
    Sagen S i e es aber den Politikern, dass sie kein Mensch mehr braucht, dass die Wirtschaft, Industrie und Banken ganz offiziell die Regierung direkt übernehmen, ohne die dazwischen geschalteten, von Ihnen aber ferngesteuerten Politmarionetten.
    Viel zu lange schon schielen die Geldsäcke sehnsüchtig auf die vom Steuerzahler finanzierte Infrastruktur.
    Ihrer Vorstellung nach, Herr Kerber, wäre alles ruck-zuck in privaten Händen, zum Schnäppchenpreis versteht sich.
    Der Steuerzahler soll wohl weiterhin für den Unterhalt aufkommen, der Profit ginge natürlich Richtung Privatwirtschaft.

    Mit "Schuldenstaaten" meinen Sie doch sicherlich auch Deutschland, oder?

    Wie lange hat es allein in Deutschland gedauert bis alles - mit vereinten Kräften erwirtschaftet - so aufgebaut war, wie es jetzt ist? Obwohl so mancher Industriemagnat seine Wünsche schon immer von den Augen abgelesen bekam und sie ihm meist auch auf Steuerzahlers Kosten erfüllt wurden, hat das ganz gut geklappt. Obwohl die Reichsten der Reichen schon immer die meisten Steuern hinterzogen haben, konnte im Laufe der Zeit Gemeinschaftseigentum geschaffen werden.

    Wie vieler "Politiker" bedarf es noch, um das Volk restlos enteignet und sein gesamtes Eigentum an private Nutzniesser zu verhökern zu haben?
    Die Sozialkassen wurden stillschweigend und parteiübergreifend mehrmals von Regierungen geplündert. Das war sogar eine Enteignung von zweckgebundenen Mitteln.

    Das Abmelken im ganz großen Stil begann mit der Telekom, die Bahn sollte folgen ... dazwischen gedrängt haben sich noch die Mautabzocker...


    Schämen Sie sich eigentlich gar nicht Herr Kerber?
    Sind Sie stolz auf Ihre Forderungen?




    Die Gedanken sind frei ! sagt:
    Wir müssen nur lesen, mit wem dieser Kerber vernetzt ist – u.a. hat er für die Warburg-Bank gearbeitet – dann wissen wir, aus welcher Ecke er kommt und wohin der Hase laufen soll. Und wir können davon ausgehen, daß unsere `BRD`-`Elite` mit der selben Clique verbandelt ist, das ist ja inzwischen ein Allgemeinplatz. Die endgültige Plünderung Europas wird nun eingeläutet. An ein aufgeklärtes Wahlverhalten der deutschen Bevölkerung demnächst glaube ich nicht mehr.


    Öko-Gnom sagt:

    Ja, so funktioniert das und so ist es geplant:

    Die neoliberalen Raubritter wollen selbst das Land beherrschen.Sie brauchen keine Politik mehr, denn sie haben ja Banken.

    Die Nationen, Länder und Kommunen und Gemeinden sollen In einer Art Schuldknechtschaft leben. Wenn der Schuldknecht nicht zahlen kann, dann muss er halt seine Filetstücke (Gemeindewald, Wasserversorgung, Historische Gebäude, Schlösser, Burgen und Seen, Ackerland und Seen) verschachern.
    Ich muss kotzen, wenn ich so etwas sehe.

    Dieser Mann zeigt, wie eng die Banken, die Wirtschaft und die Politik miteinander verflochten/verfilzt sind. Man könnte fast von einer Art Privatklub sprechen, die darüber beraten, wie jetzt die Beute aufzuteilen.

    Das hat alles nichts mehr, und ich betone es noch einmal, garnichts mehr, mit irgendeinem Parteiprogramm zu tun.

    Es ist nicht höchste Zeit, den SEM auf eine neue Basis zu stellen, sondern es ist Zeit, allerhöchste Zeit, die Politik von solchen Kreaturen zu befreien.

    Der Durchschnitts CDU Wähler weiß überhaupt nicht, was wirklich gespielt wird. Die Überzeugungen die er hat und die er umgesetzt sehen will, werden mit Füßen getreten und zugunsten einer neoliberalen, und ich muss es ganz deutlich sagen, absolut undemokratischen Plutokratie regelrecht verhöhnt.
    Unter Merkel, Schäuble & Co. hat sich die CDU in eine Partei verwandelt, die wesentlich mehr dem ultra-neoliberalen Flügel der FDP ähnelt, und nur noch ein Schatten ihrer selbst als Volkspartei ist. Ich nenne das Segeln unter falscher Flagge.

    Was man auch merken sollte ist, dass mittlerweile die Bedeutungen heimlich still und leise umgemünzt werden: Zumindest was Deutschland betraf gab es keine Staatenkrise, sondern es gab eine Krise von Banken die sich schamlos verzockt hatten, und dann anschließend vom Staat “gerettet“ werden wollten. Das aber ist keine staatliche Aufgabe! Jetzt plötzlich hat der Start überhöhte Schulden, und der eigentliche Teil des Raubzuges kann beginnen.

    Momentan findet ein Angriff auf die Grundfesten der Demokratie statt. Und keiner merkt es. Es ist zum weinen.

    Gerade in der momentanen Zeit finde ich es erschreckend, wenn Personen, die bei Goldman-Sachs, Stanley Morgan, Warburg, Deutsche Bank, Bank of America und so weiter, plötzlich überall in der Politik auftauchen.

    Das ist kein Zufall!


    cashca sagt:
    Schulde eintreiben gegen volksvermögen..
    Na dan, mal los..
    Deshalb hat man sie doch in die Totalverschuldung getrieben, um an das Volksvermögen zu kommen. Also , zupacken, bevor es andere wegschnappen….
    Die Gier ist eine unheilbare Krankheit, deshalb stecken wir alle da, wo wir sind…. kurz vor dem Zerfall in jeder Hinsicht.
    Unsere macher kennen weder skrupel noch moral, es geht nur noch um hAben und profit, ob man andere dabei regelrecht vernichten mu. ist egal. Hauptsache das ziel wird erreicht, , noch mehr und mehr und mehr…….man verleibt sich ganze Staaten ein genau über diese Schuldenfalle.

    Und keiner schämt sich…..das ist war die Alte.. das ist die Neue und die aktuellle Politik.Der Größenwahn hat schon immer in der Geschichte alles wieder vernichtet, er wird es auch heute wieder tun.


    Öko-Gnom sagt:

    Und noch etwas:

    Nachdem man eine Bankenkrise in den Augen der Öffentlichkeit In eine Staatsschuldenkrise umgewandelt hat, braucht man ja gar nicht mehr darüber zu diskutieren, wie denn letztendlich die Banken reguliert werden sollen, damit diese nicht wieder ins Chaos abrutschen.

    Es wird auch gar nicht mehr darüber gesprochen, wie die Kriterien zur Kreditvergabe an einen Staat oder eine Kommune aussehen soll.

    Man vergibt freigebig, und ohne besonders strikt zu prüfen, Kredite an Entitäten, die überhaupt nicht kreditwürdig sind.

    Hintergrund davon ist, das es ein Überangebot an leistunglos geschöpftem Geld gibt, welches zwecks Zinsgenerierung regelrecht verliehen werden muss. Da spielt die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers nur eine untergeordnete Rolle, solange dieser den Status hat, nicht pleite gehen zu können, oder noch etwas Tafelsilber (Infrastruktur in Form von Straßen, Brücken, Gemeindewäldern, Wasserversorgung, Parks, Hafenanlagen, historische Gebäude wie etwa Schlösser, Burgen oder Seen muss.) hat, welches man sich unter den Nagel reißen kann, obwohl es eigentlich Allen gehört. Und genau darauf haben es die Herrschaften jetzt abgesehen.

    Es geht nicht darum, Kredite verantwortungsvoll zu vergeben und im Zweifelsfall auch zu verweigern , sondern es geht um den Zugriff auf das Tafelsilber. Und wenn alles Tafelsilber eingesammelt ist, dann beherrscht man das Land, denn dann braucht man keine Politik und keine Demokratie mehr. So einfach ist das. Manche scheinen es nicht zu begreifen.

    Die Banken wollen nicht die Verantwortung für die, von Ihnen vergebenen, faulen Krediten übernehmen, sondern sich anstelle dessen an der Gesellschaft bereichern und auch noch nebenbei die Demokratie aushebeln. Wenn das kann Wahnsinn ist!

    Deshalb sage ich immer: Sowohl die Kreditnehmer als auch die Kreditgeber haben unverantwortlich gehandelt, und müssen jetzt die Folgen tragen.

    Mit folgenden Dogmen muss endgültig aufgeräumt werden:



  • Staaten, Länder und Kommunen können nicht pleite gehen
  • Banken, da “systemrelevant“ dürfen nicht pleite gehen

  • Folgende Mindestforderungen müssen für die Zukunft erfüllt werden:



  • Trennung von Kredit- und Investmentbanken
  • Limitierung von einzelnen Bankhäusern auf eine Maximalgröße
  • Es darf nur dem erlaubt werden etwas zu “hedgen“, der auch ein tatsächliches wirtschaftliches Interesse daran hat, weil er das Produkt herstellt
  • Wesentliche Erhöhung der Eigenkapitalquote die Banken mindestens aufzuweisen haben. (Damit wird der Hebel verkleinert)
  • Geschöpftes Giralgeld muss mit Zentralbankgeld hinterlegt werden.
  • Verbesserte Kontrolle von Lobbyismusaktivitäten, um besser zu kontrollieren, wie der Staat zu Investitionen verleitet wird, die im wesentlichen nur der Großindustrie und den Banken nützen, den Steuerzahler aber belasten und die Staatsverschuldung noch oben treiben.





  • Mittwoch, 14. August 2013

    Die “beste Regierung seit der Wiedervereinigung”

    oder ein Chaotenensemble mit Hang zur Unwahrheit?
    - Wie vertrauenswürdig sind diese US-hörigen "Spitzenpolitiker"? -

    Thema: Die dreisten Lügen der Frau Dr. Merkel und des Herrn Dr. Schäuble

    Spiegel-online schrieb schon am 19.11.2012:
    Merkel und Schäuble in der Euro-Krise: Die Schönredner


    Foto: Reuters
    und weiter:
    In der Euro-Krise haben die Versprechen von Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble selten lange Bestand.
    Steckt dahinter Methode?
    Spiegel-online.de

    jetzt folgt die "Überraschung"
    nach fast zwei Jahren.
    siehe weiter unten

    Finanzminister Schäuble wehrt sich in der Debatte gegen "Diffamierungen", er habe den Bundestag täuschen wollen. Kurz darauf betont er in einem Interview nochmals, man wolle an den Obergrenzen des Rettungsschirms festhalten. Dabei geraten ihm, wie anderen auch, Bürgschaften und Verleihkapazität durcheinander:

    "Der europäische Rettungsschirm hat eine Obergrenze von 440 Milliarden Euro - auf Deutschland entfallen 211 Milliarden. Und das war es. Schluss."
    (in: "SuperIllu" vom 6. Oktober 2011)

    Eben nicht. Zum 27. September 2012, nach einigen Querelen, tritt der 15 Monate zuvor beschlossene ESM-Vertrag in Kraft. Im Vorfeld hatten die europäischen Staats- und Regierungschefs in einem "Vertrag über Stabilität, Koordinierung und Steuerung in der Wirtschafts- und Währungsunion" (VSKS) vereinbart, weitere Schritte in Richtung auf eine Wirtschaftsunion zu unternehmen und eine stärkere Kontrolle über die Finanzpolitik der Länder unter dem Rettungsschirm auszuüben.

    Der ESM ist mit 700 Milliarden Euro verbürgt (der deutsche Anteil beträgt 190 Milliarden Euro) und soll im Rahmen der Bedingungen des Rettungsschirms bis zu 500 Milliarden Euro an Krediten ausgeben können.
    Das sind 60 Milliarden mehr, als Schäuble in seiner Obergrenze definiert hat. Doch auch bei 500 Milliarden ist keineswegs "Schluss".
    Denn parallel kann die EFSF bis Juni 2013 weiter Kredite geben, so dass die gesamte Leihkapazität des europäischen Rettungsschirms laut Angaben des EFSF bis dahin 700 Milliarden Euro beträgt.

    Nun kann man bei den Finanznachrichten vom 08.08.2013 lesen:

    Keine Obergrenze bei ESM-Nachschusspflicht

    Berlin (ots) - AfD fordert Offenlegung aller Risiken

    Laut einem vertraulichen Bericht des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags gibt es keine Haftungsobergrenze für den deutschen Beitrag zum Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).
    Damit widerspricht der Dienst den Darstellungen der Bundesregierung, die stets 190 Milliarden Euro als Obergrenze nannte.

    Die Nachschusspflicht könne auf 700 Milliarden Euro (Stammkapital des ESM) oder gar noch mehr steigen, ohne dass der Bundestag irgendeine Vetomöglichkeit habe.

    Der Finanzwissenschaftler Stefan Homburg sprach in diesem Zusammenhang von einem "zutiefst korrupten Begünstigungssystem".

    Wer verfolgt hat mit welcher Vehemenz verhindert wurde, dass Einzelheiten des ESM vorab bekannt wurden, - überall bei den Öffentlich-Rechtlichen wurden Blogbeiträge nicht freigeschaltet wenn sie nur ESM andeuteten - wer den ESM-Vertrag gelesen hat, wer sich im Internet informieren konnte, der wird nicht überrascht sein.

    Wenn man sowas liest, mit welcher Dreistigkeit Schäuble 2011 schon den Bundestag getäuscht hat, dann fragt man sich schon wem sich dieser Finanzminister verpflichtet fühlt.

    Das deutsche Volk kann es nicht sein, auf das hat er einen Eid abgelegt, außerdem würde er seine eigenen Landsleute niemals so belügen, oder etwa doch?

    Was ist ein Eid oder ein Ehrenwort eines Politikerdarstellers überhaupt noch Wert?
    ARD 13.08.2013, 23:00 Uhr, "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort - Lüge und Wahrheit in der Politik"
    oder bei Youtube, (hier) sehenswert!

    Andersherum: Was erwarten wir von einem Mann, der schon vor mehr als zwanzig Jahren Gedächtnisprobleme hatte, wenn es um CDU-Geldangelegenheiten ging?
    Leider wurden die sehr kompetenten Parteikollegen mit besserem Erinnerungsvermögen von der mächtigsten Frau der Welt aus Konkurrenzangst frühzeitig aus der Regierung entfernt.

    Wer die Lügen unserer selbsternannten „Elite“ immer noch nicht leid ist, kann hier noch nachschauen:


    1. "Hilfe steht nicht auf der Tagesordnung"

    2. "Eine Verlängerung der jetzigen Rettungsschirme wird es mit Deutschland nicht geben"

    4. "Eine Transferunion wird es mit mir nicht geben"

    5. "Einen Austritt Griechenlands wird es nicht geben"

    ... und das sind nur wenige Beispiele aus dem riesigen Lügensumpf ...

    Dienstag, 4. Juni 2013

    EU-Geheimplan: Deutsche Steuerzahler sollen Banken in Europa retten

    Eurovisionen, Der ESM wird gefährlich
    Die Euro-Gruppe plant, die europäischen Banken-Rettungen über den ESM abzuwickeln. Demnach soll der deutsche Steuerzahler für alle Banken-Rettungen in Europa haften. Die Euro-Zone will das Modell erstmals mit den griechischen Bank-Krediten ausprobieren. So werden die Defizite der Süd-Staaten künstlich gesenkt. Das Risiko trägt der deutsche Steuerzahler. Der Bundestag hat bei dem Plan keinerlei Mitsprache.

    Mit einem neuen Plan wollen die Euro-Retter den ESM still und leise als einen europäischen Banken-Rettungs-Fonds in Stellung bringen. Euro- Gruppenchef Jeoen Dijsselbloem spricht von einer sehr sensiblen Angelegenheit, über die die Öffentlichkeit besser nicht allzu viel erfahren soll. (Foto: consilium)

    Die Euro-Retter haben erkannt, dass eine europäische Banken-Union für die Rettung der gefährdeten Banken in Südeuropa zu spät kommen dürfte. Daher soll der europäische Rettungsschirm ESM, in den die Euro-Länder 500 Milliarden Euro einzuzahlen haben, die Funktion eines europäischen Banken-Rettungsfonds übernehmen.
     
    Der Euro-Gruppenführer Jeroen Dijsselbloem sagte in Athen, dass diese Sache „sehr sensibel“ sei und wollte daher nicht öffentlich darüber diskutieren.

    Doch ausgerechnet in Athen hat Dijsselbloem die Katzen aus dem Sack gelassen. Die Griechen haben der EU nämlich mitgeteilt, dass sie ohne einen weiteren Schuldenschnitt ihr Haushalts-Defizit nicht annähernd in jene Region drücken können, die die Maastricht-Verträge vorsehen.

    Um die Brisanz des Themas zu kaschieren, sagte Dijesselbloem bei seinem Besuch in Athen, dass es einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland frühestens im April 2014 geben werde. Die Botschaft wurde in der europäischen Öffentlichkeit dankbar weitergetragen.

    Die Griechen brauchen jedoch schon früher Entlastung. Daher arbeitet die Euro-Zone an einem Geheimplan, demzufolge die 48,2 Milliarden Euro, die die Griechen zur Rekapitalisierung ihrer Banken erhalten haben, aus dem griechischen Haushalts-Defizit herausgerechnet werden sollen. Dijsselbloem schloss ausdrücklich nicht aus, dass die 48.2 Milliarden Euro beim ESM verbucht werden könnten.

    Die endgültige Entscheidung will die EU beim nächsten Gipfel am 20. Juni treffen.

    Bis dahin soll die Angelegenheit am besten unter der Decke bleiben.

    Denn die Idee ist brisant.

    Und sie dürfte für den deutschen Steuerzahler teuer werden.
    Mit der Umschuldung der griechischen Banken-Rettungskredite wäre den Euro-Rettern ein aus ihrer Sicht cleverer Schachzug gelungen: Das griechische Staatsdefizit wäre mit einem Schlag geringer. Die Kommunikation in die Märkte soll durch die entsprechende Positiv-Propaganda orchestriert werden. Dijesselblom gab in Athen schon einmal eine erste Kostprobe und sagte: „Wir haben die ersten Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Die Wirtschaft wird sich im kommenden Jahr erholen.“

    Angesichts der weiter explodierenden Jugendarbeitslosigkeit (siehe Grafik) ist dies eine aberwitzige Beurteilung. Sie soll jedoch dazu dienen, den Bürgern Europas den Eindruck zu geben, dass die Euro-Rettungsprogramme eine einzige Erfolgsgeschichte sind.

    Die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland und Spanien explodiert. An Sparprogramme ist in den meisten Euro-Staaten nicht mehr zu denken. (Grafik: zerohedge)

    Die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland und Spanien explodiert. An Sparprogramme ist in den meisten Euro-Staaten nicht mehr zu denken. (Grafik: zerohedge)

    Für die Euro-Retter hätte die Verschiebung der Kredite für die Banken-Rettung außerdem den Vorteil, dass die nationalen Parlamente keinerlei Zustimmungs-Möglichkeiten mehr haben. Denn der ESM ist seiner Struktur nach ein völlig autonomes Vehikel. Der ESM-Vertrag sieht vor, dass das Direktorium des ESM das einzige Gremium ist, das wirklich weiß, was mit dem Geld geschieht. Informations-Pflichten sind nicht vorgesehen. Die ESM-Manager agieren im außerrechtlichen Raum. Sie unterliegen keiner nationalen Jurisdiktion, können also für ihre Entscheidungen nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Transparenz ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Selbst die Wirtschaftsprüfer erhalten nur einen eingeschränkten Einblick in die Operationen des ESM.

    Auch die deutsch-französische Einigung zur europäischen Banken-Rettung folgt diesem Ansatz. Ein französischer Verhandlungsteilnehmer sagte der FT, dass Frankreich glücklich darüber sei, die Zustimmung Angela Merkels zur Banken-Rettung über den ESM gewonnen zu haben. Der ESM soll als eine Art „offizieller Reservefonds“ eingesetzt werden, auf den die Euro-Staaten Zugriff haben, wenn sie eine Banken-Rettung auf nationaler Ebene nicht stemmen können.

    Angela Merkel und Wolfgang Schäuble hatten bisher dem Deutschen Bundestag versichert, dass der ESM nicht zur direkten Banken-Rettung eingesetzt werden dürfe. Daher waren die 80 Milliarden Euro für die spanischen Banken auch zunächst im spanischen Haushalt als Kredit verbucht worden. Allerdings hatten die Spanier bereits den Vorteil, dass die Genehmigung der Kredite an keinerlei Auflagen gekoppelt waren. Das ist auch für die Franzosen wichtig: Paris wird niemals die Troika als Aufpasser im Land akzeptieren.

    Die heimliche Umschuldung Griechenlands könnte dann als Blaupause dienen, wie Banken-Rettungen in Europa ablaufen.

    Wie in Zypern wird es eine Zwangsabgabe für alle Sparer geben. Das kann speziell in Frankreich kritisch werden. Vor allem aber würde ein Haircut bei den französischen Sparern nicht reichen, um die großen französischen Banken zu retten.

    Weil es aber noch keine gemeinsame europäische Einlagensicherung gibt, bietet sich der ESM als, wie die Technokraten es nennen, „public backstop“ an. Die Kredite werden an das jeweilige Land vergeben und rückwirkend beim ESM verbucht. Damit würde nicht der deutsche Sparer an den Bankenrettungen in Italien oder Frankreich beteiligt, sondern der deutsche Steuerzahler.
     
    Da die Gelder für den ESM bereits beschlossen sind und nach ESM-Gesetz auch immer wieder neue Gelder von den Staaten abgefordert werden können, soll der ESM also die Löcher stopfen, die die Euro-Retter mit der Banken-Union nicht rechtzeitig stopfen können.

    Dieses Vorgehen ist auch deshalb nötig geworden, weil die EZB steigenden Druck verspürt: Der deutsche EZB-Mann Jörg Asmussen und der Luxemburger Yves Mersch sprachen sich gegen weitergehende Staats-Finanzierungen aus. Bei der EZB fürchtet man, dass das Bundesverfassungsgericht einer exzessiven Rettungspolitik einen Riegel vorschieben könnte. Zwei ehemalige Verfassungsrichter haben massive rechtliche Bedenken angemeldet. Ein Schuldenschnitt in Griechenland wäre für die EZB sehr unangenehm: Er würde erstmals reale Verluste für die Kredite bedeuten, die Deutschland an Griechenland vergeben hat.

    Beim ESM besteht diese Gefahr nicht: Was er bilanziert, entzieht sich der Mitwirkung und Kenntnis der Parlamente. Die Öffentlichkeit wird davon nie die Details zu Gesicht bekommen – auch nicht, wenn Kredite rückwirkend vom EFSF auf den ESM umgeschuldet werden.

    Die Euro-Finanzminister gehen offenbar davon aus, dass die 500 Milliarden Euro aus dem ESM reichen, um die europäischen Banken zu retten. Die Krise bei den Banken hat sich jedoch in den vergangenen Monaten deutlich verschärft, wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann neulich erklärt hatte (hier).

    Demnach gewinnen die etwas in Vergessenheit geratenen Zahlen des IWF neue Plausibilität. Der IWF hatte vor einem Jahr gesagt, dass der ESM eher 2 Billionen Euro an „Feuerkraft“ habe müsse.

    Für die erste Not hoffen EU, IWF und EZB jedoch, mit einer teilweisen Plünderung des ESM das Auslangen zu finden.

    Die Bundesregierung möchte auf jeden Fall bis zur Bundestagswahl im Herbst Zeit gewinnen. So erklärt sich auch die Wandlung von Jörg Asmussen zum Hardliner in Sachen Zurückhaltung. Asmussen dürfte von Berlin angewiesen worden sein, bis zum September auf die Bremse zu treten. Der EZB-Mann und ehemalige Rettungs-Experte aus dem Bundesfinanzministerium war neulich seinem Chef Mario Draghi spektakulär in den Rücken gefallen: Dieser hatte die Möglichkeit von sogenannten „Asset Based Securities“ (ABS) ins Gespräch gebracht, also die direkte Kreditvergabe durch die EZB an Unternehmen. Asmussen sagte, dass man aus der Finanzkrise gelernt haben sollte, dass ABS eine höchst riskante Sache seien. Als Staatssekretär im Finanzministerium hatte Asmussen noch im Jahr 2006 der ABS-Lobby True-Sales-Initiative (TSI) einen Freibrief ausgestellt und die Instrumente als besonders innovativ gepriesen (mehr zu dieser bemerkenswerten Verflechtung – hier).

    Im Herbst tritt Asmussen als Keynote-Speaker bei dieser Lobby-Gruppe auf. Ihm könnte durch den EU-Geheimplan die Peinlichkeit erspart bleiben, dass er nun gegen Instrument auftreten muss, dessen Einführung er noch vor wenigen Jahren als besonders empfehlenswert bezeichnet hatte.
    Nach der Bundestags-Wahl darf sich der deutsche Steuerzahler auf neue kreative Vorschläge freuen.
     
    Unkreativ sind die zu erwartenden Ideen nur in einer Hinsicht: Die Rechnung wird immer von den Deutschen bezahlt – auch bei der Banken-Rettung.

    Solange die Konstruktionen kompliziert genug sind, werden die Zahler davon nichts merken.

    Das nennt sich dann Staatsräson.
     
    Und die darf seit Jahrhunderten nicht hinterfragt werden.

    Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


    Schon am 24.05.2013 schrieb ich (hier)
    In diesem Zusammenhang sei noch einmal an den ESM (EU-Schuldenunion) erinnert und wärmstens empfohlen dieses Video anzuschauen:
    Auch könnte man mal darüber nachdenken, warum einen der ESM vorher nicht interessiert hat und warum jedes Jammern jetzt zu spät ist.
    Sie werden an unser Erspartes gehen! Garantiert!


    Und der Witz des Jahrhundertstausends: der Bundestag kann nichts dagegen machen.
    Mit Abnicken des ESM-Vertrages haben sie auf sämtliche Befugnisse verzichtet!

    Kommentare
    von den DWN-Seiten

    John sagt:
    Das Verfassungsgericht, mit von den Parteien gestelltem Richterpersonal, wird dann wieder “Ja, aber…” urteilen, und es wird weiterlaufen wie bisher.
    Wir haben weder eine pluralistische Meinungsbildung im Bundestag, noch eine funktionierende Gewaltenteilung.

    Rentnerin sagt:
    Wut,Wut und nochmals Wut !!!!! Diese Volksverräter, Unser schönes Deutschland ,wie es einmal war, können wir vergessen. Man darf in diesem Land doch noch nicht einmal sagen, daß man stolz ist, oder war, Deutsche z sein. Wir haben immer nur gearbeitet und gearbeitet und unsere Kinder unter den größten Entbehrungen großgezogen. Wir haben nie etwas vom Staat gefordert , erst viel später gab es mal ein wenig KIndergeld. Unsere Kinder,die lane Lernen und Studieren mußten, haben schon soviel und tun es immer noch, in die Sozialkassen eingezahlt. Diese Betrüger, die sich selbst nur die Taschen vollmachen,daß meiste wieder weg.Das die sich hinstellen und uns West Rentnern ohne mit der Wimper zu zucken,0,25 % mehr Rente anbieten,ist das Papier nicht wert auf das es gedruckt wird. Pfüi Teufel kann ich da nur sagen.Ich schäme mich für diese ganze Politkaste.Wir merken ja schon länger, daß sich dieses Land vollkommen verändert hat (andere Kultur, ect.) Ich würde sagen, wir sind die zweite DDR geworden.Das dieses Geheimpapier jetzt veröffentlich wird, Wird diesen Genossen ja in keiner Weise passen.Immer mehr kommt ans Tgeslicht, von den Betrügern. Wie gut ,daß wir eine Alternative haben!!!

    Elouise sagt:
    @Rentnerin Sie werden von Typen regiert, die wissentlich und willentlich ständig gültiges Recht brechen. Anders kann man es nicht definieren. Wenn Sie dasselbe tun, werden Sie zum Kriminellen und sofort strafrechtlich verfolgt und bestraft. Anders ist das, wenn Sie die sog. Macht haben, Macht, wie sie z.B. in der DDR ausgeübt und propagandistisch als im einzig real existierende Sozialismus hochlobend begründet wurde. Heute klingt diese Propaganda etwas anders:” … wir haben vom Euro profitiert und… wir sind auf einem guten Weg “. Erschütternd dabei ist, dass alle Gewerkschaften ( eigentlich die ureigensten Vertreter der Arbeiter) das europapolitische Handeln der Regierung mit Totalausverkauf der deutschen Arbeiterschaft an die Finanzoligarchie unwidersprochen zulassen und gar decken. Sie als Rentnerin, geboren in einer Zeit deutschen Niedergangs, haben mit Einsatz Ihrer Lebensarbeitskraft geholfen dieses Land wieder auf die Beine zu stellen. Nur, profitiert haben im eigentlichen Sinn davon die Industrie- und Bankbosse, vertreten in grossen Lobbyverbänden, im Einklang mit den Herren und Damen in Berlin.