Mittwoch, 6. November 2013

Briten betreiben angeblich Spähposten in Berlin


Thema: Neue Snowden Dokumente

05.11.2013, 08:24 Uhr | AFP, dpa | t-online

Der britische Geheimdienst betreibt einem Zeitungsbericht zufolge auf dem Dach der Botschaft im Berliner Regierungsviertel einen Horchposten. Das berichtet die Zeitung "Independent" unter Berufung auf Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Die Unterlagen sowie Luftaufnahmen und weitere Informationen legten nahe, dass dabei Hightech-Ausrüstung zum Einsatz komme.

Britische Botschaft in Berlin: Abhöranlage ist von der Straße kaum erkennbar (Quelle: dpa)
Auf dem Grundstück befinde sich ein zylinderförmiges Bauwerk, das Abhörstationen ähnlich sehe. Die zeltähnliche Vorrichtung sei von der Straße aus nur schwer erkennbar.
"Spiegel-Online" berichtet, die Ausrüstung sei nicht nur in der Lage Handy-Gespräche zu belauschen sondern auch drahtlosen Datenverkehr (WLAN) auszuspionieren und die Kommunikation in Regierungsgebäuden rund um das Brandenburger Tor zu überwachen, einschließlich Reichstag und Kanzleramt.

Höchste Geheimhaltung

Lediglich eine kleine Zahl von Mitarbeitern der Botschaft sei mit der Abhöraktion befasst, berichtet der "Spiegel". Sie seien als Diplomaten getarnt, selbst die meisten ihrer Kollegen seien nicht eingeweiht.
Der Aufbau des mutmaßlichen Horchpostens erinnere demnach stark an die Spionageausrüstung, die der britische Geheimdienst zu Zeiten des Kalten Krieges einsetzte, als West-Berlin als Horchposten in Richtung DDR und Sowjetunion benutzt wurde.
Dem Bericht zufolge betreibt der britische Geheimdienst GCHQ auch Spähposten in diplomatischen Vertretungen weltweit und arbeitet dabei mit den USA und anderen Staaten zusammen. Der Nachrichtendienst war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Späh-Affäre belastet Beziehungen

Mutmaßliche US-Spähangriffe auf das Mobiltelefon von Kanzlerin Angela Merkel belasten seit Wochen das Verhältnis zwischen den Regierungen in Berlin und Washington. Medienberichten zufolge sollen amerikanische Geheimdienste auch die US-Botschaft am Brandenburger Tor für Spionage im Regierungsviertel genutzt haben.

Die britische Botschaft steht nur wenige Meter entfernt in der Wilhelmstraße. Das Gebäude wurde im Jahr 2000 eröffnet. Die Dienste der USA und Großbritanniens arbeiten eng zusammen und sind zusammen mit Australien, Kanada und Neuseeland Teil des "Five Eyes"-Verbundes zum Austausch geheimer Informationen.
05.11.2013, 08:24 Uhr | AFP, dpa


Kommentare

» der Kommentar des Blogschreibers «
Immer wieder wird verharmlost und abgewiegelt.
Wenn es so ist, dass überall spioniert und abgehört wird, warum gibt es dann Gesetze die das verbieten? Warum gibt Gesetze, wenn die eh nicht eingehalten werden?
Schlimmer noch:
Warum wird es Krieg gegen Terrorismus genannt, wenn es sich um Vorteilsbeschaffung und Wirtschaftsspionage gegenüber Industrienationen handelt, wenn Mitbewerber mit staatlichen Mitteln zum Vorteil der eigenen Konzerne ausspioniert werden.
Was hat das mit Terrorismus zu tun wenn das Handy einer Bundeskanzlerin abgehört wird?

Sollte es nicht eher so sein, dass man sich Informationen über Exportgeschäfte der deutschen Industrie versprochen hat?
Es verhärtet sich vielmehr der Verdacht, dass der "Krieg gegen Terrorismus"
nur erfunden wurde, um:
  • unter seinem Deckmantel weltweit Alles und Jeden abzuhören
  • um der eigenen Wirtschaft Vorteile auf Kosten anderer zu verschaffen
  • um Druckmittel in der Hand zu haben und andere erspressbar zu machen
und dass unter dem Vorwand der vorbeugenden Sicherheit für das eigene Land
  • jedes beliebige Land angegriffen werden darf das nicht mitmacht und seine Rohstoffe freiwillig rausrückt
  • auf fremden Territorium, ohne jeden Beweis, mit ferngesteuerten Drohnen Leute umgebracht werden dürfen

muselfrau
Wie lange wird es noch dauern, bis auch der letzte Depp begriffen hat, dass wir ein besetztes Land sind und die US-Alliierten, vertraglich abgesichert, machen können was sie wollen. Dass es nicht so ist, ist nur scheinbar. D. muss lt. GG 146 eine neue Verfassung verabschieden, welche durch die eigenen Staatsmänner verhindert wurde, erst dann können wir von Souveränität reden und erst dann können wir meckern. Ruhe gibt es erst, wenn sich die Amis auf den Kontinent zurück ziehen, wohin sie gehört.

landrat007
spionage schön und gut, wer macht das nicht? schändlich ist nur die haltung unserer regierung zu den neuerlichen erkenntnissen. solche freunde braucht man nicht und solche politiker ohne rückgrat auch nicht.

freischnauze
Und am Ende tritt unsere Kanzlerin auf mit den Worten "ist alles halb so schlimm" doch die Folgen des Jahrzenten langen Abhörens können wir gar nicht definieren. Was bedeutet Jahrzehnte langes Abhören der deutschen Industrie? Die Tragweite mögen dann unsere sogenannten Experten geschickt runterspielen. Laut wird es tönen. Es ist der deutschen Wirtschaft durch die Abhöraktionen kein wirklicher Schaden entstanden. Nein, man habe sogar profitiert. Wird man dann mit Berichten überschüttet. Ui, da freut sich das deutsche Schlafschaf. Frau Merkel wird dann noch sagen " seit Kriegsende musste abgehört werden "Alternativlos"!

kritikos
Nun kann die Regierung ihre Ernsthaftigkeit, in der Spionageaffäre tätig zuwerden unter Beweis stellen. Wenn sie aufklären will dann jetzt. Die Zeit der Ausflüchte von Kanzleramt und Innenministerium ist vorbei. Aber, so wie die Sache steht, will man gar nicht aufklären. Wer hätte denn gedacht dass der Snowden Ernst macht. Jetzt steht man da, mit vollen Hosen. Was wenn der eigene Dreck ans Tageslicht kommt?

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