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Samstag, 18. Februar 2017

"Schwarze Null" ist ein Ergebnis der Niedrigzinspolitik auf Kosten der Sparer

Thema: Steuereinnahmen

Schäuble und die schwarze Null

Niedrige Zinsen, hohe Einnahmen, keine neuen Schulden. Auch wenn die Steuereinnahmen im Juli leicht sanken, geht es den deutschen Finanzen gut wie lange nicht. Schäuble lässt sich für die schwarze Null feiern. Doch sein Kurs ist umstritten. Dieser programmtische Finanzmisnter spart eindeutig auf Kosten der Armen. Wer wie Schäuble die Reichen bis an die Schmerzgrenze verschont, der muß sich das Geld für seine Finanzen eben bei den Armen holen.
Bundesfinanzminister Schäuble - Foto: tagesschau.de
Die schwarze Null, das ist nur sehr bedingt Schäubles Erfolg. Wer etwas von Volkswirtschaft versteht weiss, die Haushaltskonsolidierung zahlt der Sparer. Die Zinsen, die Schäuble nicht zahlen muss, bekommt auch der Sparer nicht. Insofern ist das nicht Schäubles "Verdienst" sondern von Dhragi, mit seiner Niedrigzinspolitik, die den Sparer "bluten" lässt.

Das war klar, das er sich feiern lassen will, aber man sollte mal daran denken, dass alles verkommt: Strassen, Brücken , Schulen und so weiter, aber er kriegt das ja nicht mehr mit, wenn unsere Nachfahren zu tun haben, wieder alles aufzubauen, da kaum was gemacht wurde, nur wegen der schwarzen Null. Man kann nicht alles den nächsten Generationen überlassen um diesen Investitionsstau abzubauen.

Die schwarze Null sei ihm auch gegönnt, allerdings nur dann, wenn man für Leistungen die eigentlich der Bund zu tragen hat, nicht in andere Kassen greift (z.B. Gesundheitsfond) um die sog. schwarze Null zu gewährleisten.

Schäuble steht zur schwarzen Null,
daß man den Eindruck hat, er sei selber eine.

Schäuble, die schwarze Null, erweckt mit seiner konsolidierenden Haushalts- und europäischen Austeritätspolitik nicht unbedingt den Eindruck, etwas anderes zu sein als der verlängerter Arm des Kapitals. Wenn auf Kosten der Ärmsten gespart wird, so wie bei uns, dann ist die schwarze Null nur ein schwarzer Freitag für die Solidarität und Mitmenschlichkeit. Es gibt daher keinen Grund zum Feiern, es sei denn, es handelt sich um die Beerdigungsfeier unseres einst so vorbildlichen Sozialstaates. [Schäuble und die schwarze Null]

Von Blogger am 8/27/2016 10:00:00 vorm. unter Torpedo - kritischer Gesellschafts- und Politik-Blog eingestellt

Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise des Blogbetreibers widerspiegeln.

Dienstag, 1. September 2015

Ukraine erhält Schuldenerlass von westlichen Gläubigern

Thema: Ukraine

t-online.de
Kiew feiert Erfolg gegen Russland
Ukraine erhält Schuldenerlass von westlichen Gläubigern

Die von der Staatspleite bedrohte Ukraine kann Luft holen: Nach fünfmonatigen zähen Verhandlungen beschlossen westliche Gläubiger einen Schuldenschnitt von 20 Prozent. Damit würden der Ex-Sowjetrepublik etwa 3,2 Milliarden Euro ihrer Verbindlichkeiten erlassen, teilte Finanzministerin Natalia Jaresko in Kiew mit.

Ein entsprechendes Abkommen wurde demnach mit einem Komitee von Kreditgebern unterzeichnet. Die Restschuld von rund 14,4 Milliarden Dollar soll über vier Jahre getilgt werden. Das Abkommen sieht einen erhöhten Zinssatz von 7,75 Prozent vor.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die westlichen Geldgeber hatten großen Druck auf die Privatgläubiger gemacht, die kurzfristigen Verluste hinzunehmen, um die prowestliche Regierung in Kiew nicht zu schwächen.

Signalwirkung an Russland

Regierungschef Arseni Jazenjuk feierte das Ergebnis als Sieg gegen den "Feind" Russland, der auf eine Pleite der Ukraine gesetzt habe, um seinen Einfluss wieder zu stärken.

Die Ukraine hofft nun, ähnliche Konditionen für einen russischen Kredit über drei Milliarden Dollar zu erhalten, der am 20. Dezember fällig wird. Mit den nun ausgehandelten Konditionen müsse sich auch Moskau abfinden, forderte Regierungschef Arseni Jazenjuk.

Weil sich Moskau nicht am Gläubigerausschuss beteiligt habe, werde es nun "niemals" bessere Konditionen für seine Kredite an die Ukraine erhalten als die anderen Geldgeber, betonte er. Wirtschaft schrumpft

Die ukrainische Wirtschaft wird Prognosen zufolge um zehn Prozent schrumpfen - zum Teil, weil wichtige Industriegebiete in dem von den prorussischen Rebellen kontrollierten östlichen Gebieten liegen.

Neben dem blutigen Konflikt mit den Aufständischen hat eine drastische Währungsabwertung das Land finanziell in die Knie gezwungen. Der Verzicht der Privatwirtschaft auf einen Teil ihrer Kredite gewährleistet nun immerhin, dass Kiew nicht von den globalen Finanzmärkten abgeschnitten wird.

Die Gewalt in der Ost-Ukraine dauerte derweil unvermindert an: In den zurückliegenden 24 Stunden seien sieben ukrainische Soldaten und ein Zivilist getötet worden, teilte ein Militärsprecher am Donnerstag mit. Überdies hätten russische Kampfflugzeuge die Grenze zur Ukraine überflogen.

Quelle: t-online.de
» der Kommentar des Blogschreibers «

Vor nicht langer Zeit konnten wir bei Deutsche Wirtschafts Nachrichten lesen?
    "Der ukrainische Übergangspremier Arseni „Jaz“ Jazenjuk hatte im September 2014 verkündet, eine Mauer nach dem Berliner Vorbild gegen Russland errichten zu wollen. Nur so werde eine echte Staatsgrenze entstehen, sagte Jazenjuk. Der Elektrozaun mit Minen und Stacheldraht soll eine Länge von 2000 Kilometern haben und rund 100 Millionen Euro kosten. Das Projekt soll hauptsächlich durch EU-Steuergelder finanziert werden."
Dafür bekommen sie einen Schuldennachlass? Man kann sich nur noch an den Kopf fassen!

Kommentare

walter1234dd
Die Ukraine steht kurz vor dem Staatsbankrott, dennoch kündigt Präsident Poroschenko neue Waffen für die Armee an. Möglich machen es Finanzhilfen aus dem Westen.

Meinungsfreiheit371
Wir werden von Flüchtlingen überrannt. Schmeißen Milliarden für die Griechen raus und werden als Undeutsch beschimpft weil wir uns das Recht herausnehmen, dagegen Position zu ergreifen. Wie arm ist doch dieses Deutschland mit diesen Politikern geworden.

homo_spartanis
Zitat im Bericht: "Die Ukraine hofft nun, ähnliche Konditionen für einen russischen Kredit über drei Milliarden Dollar zu erhalten, der am 20. Dezember fällig wird."
WARUM sollte Russland so bescheuert sein, der Ukraine Schulden zu erlassen? Vielleicht sollte der Herr Poroschenko einmal darüber nachdenken, wie er sich Russland gegenüber verhält.
Z.B. wenn es um angebliche Truppenbewegungen Russlands in der Ukraine geht, die auf keinem Satellitenfoto der Welt zu sehen sind.

sprachloser
Fakt ist, die Ukraine ist durch und durch korrupt. Unzählige Autos, Boote, Anhänger, Motoren sind in der Ukraine die vorher bei uns geklaut wurden. Die Staatsmacht hat da längst keine Macht mehr. Die Mafiaähnlichen Strukturen sind nicht zu leugnen.

Sivuu
Ehm ja.. Griechenland- welches wirklich in Not ist und die Bevölkerung gerade so noch um die Runden kommt, erlassen wir keine Schulden.
Aber einem Land, welches seine eigenen Bürger nieder bombardiert und von Faschisten regiert wird, erlassen wir 3,1 Milliarden Euro?
Unabhängig davon, wer wie viele Schulden bei wem hat.
Wenn ihr als Mensch die Möglichkeit hättet entweder Griechenland oder Ukraine 3,1 Milliarden zu streichen, wem würdet ihr das eher gut tun? Griechenland oder Ukraine?
Die Ukraine ist genau so zahlungsunfähig, das Geld was da gepumpt wird, werden für Waffen und Ausrüstung benutzt.

Zwetik
Poroschenko: Ukraine ist bereit für den EU-Beitritt 2020 !! Na dann, Proleteria Aller Länder vereinigt Euch !!
Deutschland zahlt für Alle !!!

HGK110
Es ist unglaublich, wie viel Engagement und Geld in dieses marode Land mit seiner korrupten und aggressiven Regierung gesteckt wird, nur um Russland zu treffen. Mit welchem Recht und welcher Selbstverständlichkeit überträgt Jazenjuk eigentlich die Konditionen auf einen völlig anderen Gläubiger, mit dem überhaupt noch nicht darüber verhandelt wurde?

sprachloser
Na wir haben es ja.... die Russen, diese agressiven Typen sollen nun auch auf Geld verzichten... wie bekloppt müsste Putin sein? Machen wir uns nichts vor, was hier abläuft ist eine verdeckte Kriegsvorbereitung. Ob Europa danach wieder zu erkennen ist mag ich bezweifeln. Aber unser Amerikanischer Freund gibt dann wieder Geld und jede Menge guter Tips wie der neue Staat auszusehen hat.


Sonntag, 21. Juni 2015

Das deutsche Märchen vom griechischen Luxusrentner

Thema: Griechenland

t-online.de

Schuldenstreit
Die Mär vom griechischen Luxusrentner

18.06.2015, 16:37 Uhr | Von Florian Diekmann, Spiegel Online
Griechen gehen mit 56 in Rente, Deutsche mit 64: So behaupten es deutsche Medien und Politiker. Das ist schlicht unwahr. Über die Bedeutung von Renten in einem Land, in dem die Armen nicht einen Cent Sozialhilfe bekommen.

Ist es denn zu glauben? Da steht ein Land vor dem Bankrott. Doch statt die Hilfe der starken Partner (und deren Bedingungen) dankbar anzunehmen, will es nicht einmal die krassesten Auswüchse sozialer Wohltaten kappen. Und so verabschieden sich seine Einwohner weiter von Mitte 50 an in die üppig ausgestattete Rente. Die braven Bürger der Partnerländer hingegen müssen sich noch fast zehn weitere Jahre schinden - um jene Steuern zu erwirtschaften, die dann ins Pleiteland transferiert und an dessen Luxusrentner ausbezahlt werden.

Falsche Erzählungen in Medien und Politik

Ungefähr so geht die Erzählung, mit der deutsche Medien und Politiker die dramatischen Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern begleiten: "Bild" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitierten vergangene Woche eine Statistik, wonach die Griechen im Schnitt mit 56 Jahren in Rente gehen, die Deutschen hingegen mit 64.

Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach sprach bei "Günther Jauch" vor fünf Millionen Zuschauern: "Der griechische Ministerpräsident hat jetzt angeboten, das reale Renteneintrittsalter in Griechenland, das bei uns bei fast 64 Jahren liegt, auf 56 Jahre anzuheben."

Das Problem an der Erzählung ist nur: Sie ist schlicht und einfach falsch. Griechen gehen nicht früher in den Ruhestand als Deutsche, von Luxusrenten kann keine Rede sein. Vor allem aber blendet diese Darstellung einen Aspekt vollkommen aus, der verständlich macht, weshalb Kürzungen im Rentensystem in Griechenland weitaus heikler sind, als sie es etwa in Deutschland wären: Das Rentensystem besitzt dort die Funktion einer Art Ersatz-Sozialhilfe. Viele Familien kämen ohne die Rente der Großeltern nicht über die Runden, wie der englische "Guardian" feststellt. Dieser Fakt macht aus einer falschen Erzählung eine perfide Mär.

Fatalerweise heizt diese Mär eine Stimmung an, die in den vergangenen Wochen ohnehin zu einem fundamentalen Meinungswechsel geführt hat. Just zu dem Zeitpunkt, an dem der Grexit zum ersten Mal eine echte Option ist, befürwortet ebenfalls erstmals eine Mehrheit der Deutschen den Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Nicht unerheblich, sollte es bald wirklich hart auf hart kommen bei einem Treffen der Mächtigen in der EU.

Griechenland kennt keine Sozialhilfe

Nun gibt es eine Fülle von Dingen, die man der griechischen Regierung und all ihren Vorgängerinnen mit allem Recht vorwerfen kann. Sie haben einen Staat geschaffen, der durch Raffgier und Klientelpolitik gepaart mit einer notorischen Unzuverlässigkeit öffentlicher Dienstleistungen besticht und seine Bürger auf die Familie als einzig wirklich verlässliches Solidarsystem zurückwirft. Sie haben das Land in eine Krise manövriert, unter der große Teile der Bevölkerung seit Jahren fürchterlich leiden und die noch weitaus katastrophalere Ausmaße annehmen kann.

Doch in diesem speziellen Fall, in dieser speziellen Situation, tut man der Regierung Tsipras Unrecht, wenn man ihre Weigerung, die Renten noch weiter zu kürzen als angeboten, als bloße Dreistigkeit abtut. Denn Griechenland kennt keine Sozialhilfe, kein Hartz IV. Für EU-Normalbürger unvorstellbar: Nicht einmal das Existenzminimum ist abgesichert. Arbeitslosengeld gibt es nur für ein Jahr. Mehr als 90 Prozent der Arbeitslosen bekommen derzeit: keinen Cent.

In einer Gesellschaft, in der seit Jahren mehr als jeder vierte Erwerbsfähige ohne Job ist, bedeutet das: Viele Familien rücken noch enger zusammen, teilen alles. Jeder gekürzte Renteneuro fehlt dann nicht nur dem Rentner, sondern auch seinen Kindern und Enkeln. Nicht für Kino oder Café, sondern für Essen und Kleidung. Und bereits jetzt bekommt fast die Hälfte der Rentner weniger als 665 Euro im Monat. Sie fallen damit unter die Armutsdefinition der EU. Tsipras-Regierung handelt verständlich - aber muss reformieren

Auch die Weigerung der Regierung, die Möglichkeiten zur Frühverrentung noch stärker als ohnehin angeboten zu kappen, wird dadurch verständlich. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet über eine 59-jährige Arbeitslose, die sich schweren Herzens für eine Frührente mit hohen Abschlägen entschieden hat - ihre einzige Möglichkeit, überhaupt Einkünfte zu erzielen. Was passiert mit Griechen wie ihr, wenn die Frühverrentung drastisch beschränkt würde? Zum Vergleich: In Deutschland leben fast 740.000 Menschen im Alter von über 55 Jahren von Hartz IV.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Das griechische Rentensystem ist völlig verrottet, der "Guardian" hat es unlängst in einem lesenswerten Artikel seziert. Es ist offiziell das achtschlechteste der Welt, zutiefst ineffizient und ungerecht. Reformen sind dringend nötig, wie auch die Analyse eines griechisch-britischen Bankers und Bloggers belegt, weit grundlegender als die Einschnitte, denen die Regierung in den Verhandlungen bereits zugestimmt hat.

Und: Die politische Klasse Griechenlands trägt selbst Verantwortung für die Zwickmühle, in der sie steckt. Laut "Wirtschaftswoche" hatte die Troika Griechenland aufgefordert, bis Sommer 2014 eine Sozialhilfe europäischen Zuschnitts einzuführen - mit einem klar definierten und transparent ermittelten Existenzminimum, das jedem Einwohner zusteht. Keinem Vertreter der Geldgeber würde es einfallen, Einschnitte in ein solches System zu fordern.

Die Regierenden haben die Aufforderung der Troika ignoriert - auch um Sozialleistungen wie etwa subventionierten Strom weiterhin von ihrer Gunst abhängig zu machen und als Wahlversprechen einsetzen zu können. Das gilt auch für die linke Syriza, die ihren Wahlsieg unter anderem derartigen Versprechen verdankt und in der Regierung bislang keinerlei Anstalten gemacht hat, grundsätzlich etwas am System zu ändern.

Doch all dies ändert nichts daran, dass weitere Zugeständnisse bei den Renten im aktuellen Schuldenstreit vor allem die Ärmsten treffen würden, Jung und Alt. Wer sich derzeit seine Meinung bildet, ob Griechenland aufgrund seiner Sturheit den Euro verlassen soll oder nicht, sollte das im Hinterkopf behalten.

Zu den Fakten
  • Medienkritiker wie Stefan Niggemeier und "Bildblog" haben ebenso wie "Tagesspiegel" oder Deutschlandfunk darauf hingewiesen, dass die von "Bild" und Co. zitierte griechische Statistik selbst das angebliche durchschnittliche Renteneintrittsalter von 56 Jahren widerlegt: Die Zahl bezieht sich dort ausschließlich auf Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Gleichzeitig liegt das Renteneintrittsalter in Deutschland nur für diejenigen bei durchschnittlich 64 Jahren, die aus Altersgründen in Rente gehen - alle anderen, etwa Erwerbsunfähige, zählen nicht dazu.
  • Laut der Industrieländerorganisation OECD lag das tatsächliche durchschnittliche Renteneintrittsalter in Griechenland über alle Eintrittsgründe und Berufsgruppen hinweg im Jahr 2011 bei 61,4 Jahren.
  • Ebenfalls 61,4 Jahre betrug nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung im Jahr 2013 das tatsächliche durchschnittliche Renteneintrittsalter in Deutschland.
  • Selbst im Detail liegt das durchschnittliche Ruhestandsalter in Griechenland und Deutschland nahe zusammen, etwa im öffentlichen Dienst: Laut dem aktuellen Versorgungsbericht der Bundesregierung gingen Beamte bei Bahn oder Post 2010 im Schnitt mit 58 beziehungsweise 55 Jahren in Pension.
  • Dass Griechen im Schnitt im gleichen Alter in Rente gehen wie Deutsche, überrascht. Denn die fehlende Sozialhilfe beeinflusst auch die Statistik: In Griechenland gehen viele ältere Arbeitslose deshalb in Frührente - und drücken damit den Altersschnitt des Renteneintritts. In Deutschland bekommen Menschen in vergleichbarer Situation Hartz IV, bis sie in der Regel mit 63 in Rente gehen.
Auch der Anteil der Ruheständler an der Gesamtbevölkerung liegt in Deutschland und Griechenland nicht weit auseinander. In Griechenland entsprechen die 2,65 Millionen Rentner 24,3 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland gibt es 19,4 Millionen Rentner und 1,6 Millionen Pensionäre - zusammengenommen ein Anteil von 26,0 Prozent. Zählt man die 740.000 über 55-jährigen Hartz-IV-Bezieher hinzu (die in Griechenland Rente beantragen müssten), erhöht sich der Anteil auf 26,9 Prozent.
Quelle: t-online.de

Kommentare

dorfbahnhof
Was ist denn hier passiert? Das konnte man doch schon immer wissen. Jetzt versteh' ich t-online nicht mehr. Übrigens hat bei uns schon Herr Kohl bei der Privatisierung der Post überzählige Beamte in den unfreiwilligen Vorruhestand verabschiedet, und werden heute noch Hartzer gezwungen vorzeitig Erwerbsminderungsrenten zu beantragen. Aber was bei uns völlig in Ordnung ist, ist natürlich eine himmelschreiender Unfug, wenn dies andere, deren politische Richtung einem nicht gefällt, genauso machen.

Incredible
Es geht nicht um die Rentenhöhe, sondern das Renteneintrittsalter, und das ist doch erwiesenermaßen mit 56 möglich in Griechenland. Auch wenn es sich nur um Beamte handelt, halb Griechenland scheint noch verbeamtet zu sein, auch da liegt viel im Argen. Man kann nicht alles mit dieser unsäglichen Misswirtschaft entschuldigen, man muss da aktiv werden um glaubwürdig zu bleiben. Korruption kann keine Leitlinie für politisches Handeln sein. Und das Verweigern von längst fälligen Reformen schon gar nicht. Das kann man dem sich krumm buckelnden deutschen Steuerzahler nicht vermitteln. Natürlich leidet das Volk in G., und natürlich wurden die Gelder nur in die Rachen der Banken und Reichen geworfen. Das muss ein Ende haben. Wirtschaftswachstum (echtes) beginnt von unten, ein Wasserkopf schadet dem Land.

coralee
Es ist doch völlig egal, wie hoch die Renten sind, wann die in Rente gehen usw. Ich will einfach nicht für andere bezahlen, weder für die noch für irgendwelche einreisenden Fachkräfte!!
Juan
Was soll mit diesem Artikel über die "bedauernswerten" Griechen bezweckt werden ?? Daß weiterhin deutsches Geld nach Athen fliessen soll und die Deutschen dafür gefälligst Verständnis aufbringen sollen. Nach dem Motto: Solidarität muß halt jetzt sein. Die geizigen, reichen Deutschen sollen sich beim Blechen für Andere nicht so anstellen.


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Russische Wirtschaftsturbulenzen - Hilfe aus China

Thema: Rubelabsturz
t-online.de
Wirtschaftsturbulenzen
China will Russland aus der Krise helfen

22.12.2014, 14:38 Uhr | dpa, dpa-AFX | t-online
In der Krise braucht man Freunde: Nach der - vorerst gebremsten - Talfahrt des Rubel erhält Russlandim Kampf gegen die jüngsten Wirtschaftsturbulenzen Hilfe aus China.

"Wenn Bedarf der russischen Seite besteht, werden wir im Rahmen die nötige Hilfe leisten", sagte Chinas Außenminister Wang Yi am Wochenende nach einem Bericht der amtlichen Zeitung "China Daily".

Die beiden Staaten hätten sich schon früher gegenseitig unterstützt. Er glaube allerdings, dass Russland die Probleme allein bewältigen kann. Einzelheiten zu möglichen Hilfen der Volksrepublik nannte er nicht.

Russland und China wollen Handelsvolumen steigern

Erst gestern wurde bekannt, dass China seinen Handel mit Russland wegen des Rubel-Absturzes verstärkt in Yuan abwickeln will. Dies könne den Warenaustausch sicherer und verlässlicher machen, erklärte der chinesische Handelsminister Gao Hucheng. Die westlichen Sanktionen hätten den seit einigen Jahren anhaltenden Trend einer intensiveren Yuan-Nutzung verstärkt, sagte Gao dem Hongkonger Sender Phoenix TV zufolge.

Russland und China könnten in diesem Jahr ihr Ziel erreichen, den Handel zwischen den beiden Ländern auf ein Volumen von 100 Milliarden Dollar zu steigern.

Rubel auf Erholungskurs

Der russische Rubel blieb zu Beginn der neuen Woche auf Erholungskurs. Am Morgen wurde 1 US-Dollar bei einem Kurs von 56,20 Rubel gehandelt, nachdem der Kurs in der vergangenen Woche zeitweise auf über 75 Rubel gestiegen war.

Der Rubel ist in diesem Jahr im Vergleich zum Dollar um etwa 45 Prozent eingebrochen. Ein Grund dafür ist der Verfall des Ölpreises, weil Energieexporte für Russland eine wichtige Einnahmequelle sind. Zudem haben vor allem westliche Staaten wegen der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt Sanktionen erlassen.

China und Russland unterhalten enge diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen. Aus der Ukraine-Krise hält sich die Volksrepublik weitgehend heraus und hat Verhandlungen über eine Beilegung des Konfliktes gefordert.



Was war denn auf einmal an der New Yorker Börse los?
Der Rubel fiel tagelang ins Bodenlose. Und während die Feinde Russlands sich schon auf das Ende des ungeliebten "Rubels" freuten, passierten interessante Dinge.
Auf einmal schien sich Alles ins Gegenteil zu kehren.

An der New Yorker Wertpapierbörse werden ca. 50 russische "Blue Chips" gehandelt, Unternehmen mit überaus hohem Wert und Grundlage der russischen Wirtschaft.
Es handelt sich dabei hauptsächlich um Firmen aus der Öl- und Gas-Industrie und fast die Hälfte der Aktien sind in den Händen von Ausländern, meist US-Finanzhaien.
Das bedeutete aber auch, dass die Hälfte der Gewinne aus Öl und Gas nicht dem russichen Haushalt zugute kam sondern den ausländischen Anteilseignern.
Mit dem Wertverlust des Rubels sank natürlich auch der Wert dieser Unternehmen.

Aber plötzlich, nach dem "Schwarzen Donnerstag" als der Rubel einen Tiefstand erreicht hatte, begann der Wert dieser Aktien zu steigen. Was war passiert?
Es konnte nur bedeuten, irgendjemand hatte begonnen die nun spottbilligen Aktien russischer Unternehmen aufzukaufen. (Wir werden aber nicht mit dem Finger auf denjenigen zeigen, der das war.) Jedenfalls kamen unter den Augen der dumm dreinschauenden Händler ca. 30% der russischen Aktien wieder zurück nach Hause.
Ach ja, Putin, ach ja Hurensohn!
Quelle: http://flaimer.ru/novosti/yekonomika/on-opjat-vseh-pereigral.html

Danke Klaus für den Link

Mittwoch, 23. Juli 2014

Schulden klettern auf Rekordhoch

schreibtT-Online zum Thema: Europa in der Krise

In Europa haben die Schuldenberge infolge der Krise neue Rekordwerte erreicht. Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte der Euro-Länder und EU-Mitglieder stieg zu Jahresbeginn auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Das meldete das europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg.

In den 18 Euro-Staaten kletterte der Schuldenberg gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2014 auf 93,9 Prozent. Das war ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorquartal mit 92,7 Prozent. Auch in der EU ufert die Verschuldung der öffentlichen Haushalte weiter aus und kletterte von 87,2 auf 88,0 Prozent.

Der Stabilitäts- und Wachstumspakt legt für die Europäische Währungsunion erlaubte Höchstmarken fest. Laut Maastricht-Kriterium dürfen die gesamten Schulden eines Staates 60 Prozent des BIP nicht überschreiten. Die Neuverschuldung soll unter 3 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Diese Vorgaben gelten aber immer nur für einzelne Länder.

Griechenland weiter Sorgenkind

Die wichtigen Euro-Staaten Italien, Spanien und Portugal meldeten steigende Schuldenniveaus. Ganze vorne bei den Schulden lag zu Jahresanfang aber nach wie vor das Euro-Sorgenkind Griechenland mit 174,1 Prozent an der Wirtschaftsleistung. Gegenüber dem Vorquartal verbesserte sich der Wert aber leicht um einen Prozentpunkt. Anfang April war Griechenland das Comeback am Kapitalmarkt gelungen. Das Rettungsprogramm für Griechenland läuft Ende des Jahres aus, unklar ist bislang noch, ob dann ein weiteres Hilfspaket nötig sein wird.

Auf Platz zwei und drei der Schulden-Statistik landeten Italien (135,6 Prozent) und Portugal (132,9 Prozent). Portugal war im April an den Kapitalmarkt zurückgekehrt, nachdem das Land 2001 wegen akuter Finanznöte mit internationalen Notkrediten von 78 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt werden musste.

Estland mit niedrigster Quote

Die niedrigsten Quoten hatten Estland (10,0 Prozent), Bulgarien (20,3 Prozent) und Luxemburg (22,8 Prozent). Deutschland lag mit 77,3 Prozent im Mittelfeld.

Der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan forderte unterdessen mehr Handlungsspielraum für die Regierungen bei Reformen. "Wir brauchen Flexibilität", sagte Padoan im Europaparlament in Brüssel. Diese sei nötig, "um das Beste aus Wachstumsstrategien zu machen, die eine solide Haushaltsführung mit Schuldenabbau und Reformen für Wachstum kombinieren." Reformen bräuchten Zeit, um Früchte zu tragen. Italien hat Anfang Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernommen.


» der Kommentar des Blogschreibers «

Ach ja, nebenbei bemerkt: Im weltweiten Wettbewerb der höchsten Staatsschuldenquote liegt Japan auf Platz 1 gefolgt von Griechenland auf Platz 2, USA Platz 13, Deutschland Platz 33 - und Russland? Liegt mit 13% weit abgeschlagen auf Platz 164. Noch Fragen?
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Staatsschuldenquote


Kommentare aus dem T-Online-Forum

voogt
...es ist doch nicht der kleine Mann,der die Milliarden und Abermilliarden Schulden macht! Es sind unsere ,,gewählten" Volksverräter! Zig Milliarden für Griechenland,Zypern,Portugal,Spanien,Ukraine,16 Mrd$ für 2 alte,asbestverseuchte Türme ,Abermilliarden für U-Boote, die verschenkt werden, die dann gen USA steuern.. und mit Atomraketen ausgerüstet werden! ade Geheim! Und schon blökt der Krake EU,noch mehr pleitestaaten aufzunehmen! Deutschland schafft sich ab!

Pfeiffer
Jeder versucht sich auf Kosten des Anderen zu bereichern - das ist EU Finanz und Wirtschaftspolitik - der Kleine Mann fällt dabei unter den Tisch.

Reflektorin
habe gerade auf ARTE die Reportage über die Steuerfluchtbewegungen gesehen. Dort erhält man die Antworten auf die Schuldenfragen. Klar ist, dass das Kapital und die Reichen und Mächtigen, die dahinter stehen, bestimmen können, wo es lang geht. Die Demokratie innerhalb der EU und auch außerhalb ist längst flöten; das wird uns noch sauer aufstoßen. Merkel allein kann gar nichts ändern, selbst wenn sie wollte. Im Zusammenspiel der Regierenden kommt allerdings nichts zustande, weil ja Leute wie Juncker auch aus Ländern kommen, die so ein Geschäftsmodell haben, in dem nichts produziert wird sondern die anderswo entzogenen Steuern als Finanzpolster vermehrt werden. Österreich und Holland beispielsweise locken die Firmen auch mit niedrigen Steuern. Selbst unter den deutschen Bundesländern läuft das so. Es ist ein Teufelskreis, dessen effiziente Bekämpfung niemand wirklich angehen will. Alle müssten gleichzeitig loslegen, und es wäre für die, die nur Finanzgeschäfte betreiben, anfangs bitter.

lemmon
wir machens inzwischen wie die Amis: Leben auf Pump, mal ne Blase aufpusten und platzen lassen. Das Problem dabei ist: es zahlen immer die, die am wenigsten haben. Kapiert? Na?