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Mittwoch, 24. Mai 2023

alphaTrio - Kapitalismus, Marxismus, Spieltheorie | Markus Krall, Diether Dehm, Christian Rieck

alphaTrio - Kapitalismus, Marxismus, Spieltheorie | Markus Krall, Diether Dehm, Christian Rieck

World of Value

13.05.2023
Die marktwirtschaftliche Politik erhardscher Prägung der alten Bundesrepublik erlebt aktuell eine Transformation hin zur Wirtschaftspolitik der „Planification“ französischer Prägung. Staatliche Eingriffe in Marktprozesse und die freie Preisbildung durch Angebot und Nachfrage sind das Gebot der Stunde. Und selbst Verstaatlichungen sind im Wirtschaftsministerium Robert Habecks aktuell kein Tabu mehr. Wie wirkt sich aber dieser wirtschaftspolitische Paradigmenwechsel auf unseren Wohlstand und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland aus? Und welchen Einfluss hat die aktuelle geopolitische Großwetterlage auf die Entscheidungen der politischen Akteure? Am Beispiel des Gesundheitssektors und der Energiepolitik werden in dieser alphaTrio Ausgabe die vorherrschenden wirtschaftlichen Dynamiken von Dr. Markus Krall, Dr. Diether Dehm und Prof. Christian Rieck debattiert. Am Ende gilt es eine Entscheidung zu treffen zwischen den beiden Alternativen: Hayek oder Marx, Markt oder Plan, Freiwilligkeit oder Zwang.

Für die Teilnehmer vor Ort stellten die Networking-Sequenzen zusammen mit der Q&A-Runde die absoluten Highlights dar: Jeder konnte sich mit seinem favorisierten Speaker unterhalten und einen Mehrwert aus der Veranstaltung ziehen. Wir freuen uns auf das nächste Mal im Juli!

Das alphaTrio April 2023 hat am 29. April 2023 stattgefunden. Die Aufzeichnung inkl. Q&A ist seit 30. April im alphaNovum Investmentportal und auf WOV Digital verfügbar.

Kommentare

BushMasterSix
Markus Krall ist einfach schlau, umfassend informiert und klug. Er versteht die Zusammenhänge ohne Dogmen, für mich immer ein Top Redner.
Alurays
Krall ist genial 😊
LotLeo Regler
Dehm und Rieck beschreiben, Krall durchschaut das Spiel und erklärt.
Gert Kreuzer
Herzlichen Dank an die Herren Dehm, Krall und Rieck für diese Diskussion. Wir brauchen dringend einen Dialog und es spielt keine Rolle, ob links oder rechts oder welche Einordnung auch immer. Das Leben besteht immer aus Kompromissen und die beste Lösung möge das Ziel sein. Vernunft, Respekt und aufeinander zugehen, so wird das etwas mit einer besseren Gesellschaft.
GMK31337
Es tut sehr gut ansehen zu dürfen, wie Personen kontrovers und respektvoll zugleich einen Diskurs führen. Jegliche Ausgrenzung spült, möglicherweise erfolgskritische, Potentiale das Klo runter. Nach 1:03 ist die Hoffnung für die Menschheit gestärkt. Danke!
Danke Wolfgang für den Link


Dienstag, 22. März 2016

Amerikas Krieg gegen die Welt - und gegen seine eigenen Ideale

Thema: US-Politik

»Mit ihrer Politik öffnen die USA dem Dritten Weltkrieg Tür und Tor!«
von Paul Craig Roberts

Die Europäer müssen die NATO abschaffen, wenn die Welt und die Europäer selbst überleben wollen -
mancher reibt sich angesichts dieser Aussage jetzt vielleicht verwundert die Augen, denn diese Erkenntnis stammt nicht etwa von einem Altlinken, sondern von Dr. Paul Craig Roberts, einem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler, der einst als Staatssekretär für Wirtschaftspolitik im US-Finanzministerium unter Präsident Ronald Reagan diente. Für den heute 76-jährigen Roberts bewegt sich die Welt mit atemberaubender Geschwindigkeit auf einen atomaren Schlagabtausch zwischen den USA einerseits und Russland andererseits zu. Und die Hauptverantwortung für diese extrem gefährliche Weltlage sieht er in Washington - und nicht, wie heute allerorten in den Mainstream-Medien zu lesen, zu hören und zu sehen ist, in Russland, dessen Präsidenten Wladimir Putin er ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und diplomatischer Zurückhaltung attestiert.

Aus Sicht der USA sind die Länder Europas und viele andere auch nicht mehr als Vasallen Washingtons. Und jede Bestrebung, eine Politik der eigenen Souveränität zu betreiben, wird als Bedrohung des imperialen Machtanspruchs gesehen und entsprechend bestraft. Verfolgt Europa eine an seinen Interessen orientierte Außenpolitik? Nein, dies ist Europa verboten. Und während der amerikanische Handel mit Russland trotz der Sanktionen blüht und wächst, müssen die Europäer Exporteinbußen in Milliardenhöhe hinnehmen.

Für die Gleichschaltung der westlichen Medien hat Roberts nur Hohn und Spott übrig. Medialer Einheitsbrei und stereotype Propaganda prägen heute die Medienlandschaft, die von wenigen Konzernen kontrolliert wird.

Ein oberflächlicher Leser vermutet hier vielleicht seichten »Antiamerikanismus«. Das Gegenteil ist der Fall. Seit der Clinton-Regierung haben sich die USA von ihren Idealen entfernt und sind zu Verfechtern einer rein imperialistischen Doktrin des Strebens nach alleiniger Weltherrschaft verkommen.

Früher waren die USA für viele Menschen die Verkörperung eines Ideals: Jeder, der fleißig, erfindungsreich und lernbegierig war, konnte es hier zu Wohlstand in Freiheit bringen. Wie anders sieht die heutige Realität aus. Im Inneren entwickeln sich die USA immer mehr zu einem Überwachungs- und Polizeistaat.

Lesen Sie Roberts' eindringliche Warnungen und erfahren Sie in einer Reihe von aktuellen Essays, wie die Welt der Gefahr eines nuklearen Armageddons ausgesetzt wird, weil in den USA »wildgewordene Persönlichkeiten, Psychopathen und Soziopathen« das Sagen haben.

Quelle: Kopp-Verlag

Dienstag, 1. September 2015

Ukraine erhält Schuldenerlass von westlichen Gläubigern

Thema: Ukraine

t-online.de
Kiew feiert Erfolg gegen Russland
Ukraine erhält Schuldenerlass von westlichen Gläubigern

Die von der Staatspleite bedrohte Ukraine kann Luft holen: Nach fünfmonatigen zähen Verhandlungen beschlossen westliche Gläubiger einen Schuldenschnitt von 20 Prozent. Damit würden der Ex-Sowjetrepublik etwa 3,2 Milliarden Euro ihrer Verbindlichkeiten erlassen, teilte Finanzministerin Natalia Jaresko in Kiew mit.

Ein entsprechendes Abkommen wurde demnach mit einem Komitee von Kreditgebern unterzeichnet. Die Restschuld von rund 14,4 Milliarden Dollar soll über vier Jahre getilgt werden. Das Abkommen sieht einen erhöhten Zinssatz von 7,75 Prozent vor.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die westlichen Geldgeber hatten großen Druck auf die Privatgläubiger gemacht, die kurzfristigen Verluste hinzunehmen, um die prowestliche Regierung in Kiew nicht zu schwächen.

Signalwirkung an Russland

Regierungschef Arseni Jazenjuk feierte das Ergebnis als Sieg gegen den "Feind" Russland, der auf eine Pleite der Ukraine gesetzt habe, um seinen Einfluss wieder zu stärken.

Die Ukraine hofft nun, ähnliche Konditionen für einen russischen Kredit über drei Milliarden Dollar zu erhalten, der am 20. Dezember fällig wird. Mit den nun ausgehandelten Konditionen müsse sich auch Moskau abfinden, forderte Regierungschef Arseni Jazenjuk.

Weil sich Moskau nicht am Gläubigerausschuss beteiligt habe, werde es nun "niemals" bessere Konditionen für seine Kredite an die Ukraine erhalten als die anderen Geldgeber, betonte er. Wirtschaft schrumpft

Die ukrainische Wirtschaft wird Prognosen zufolge um zehn Prozent schrumpfen - zum Teil, weil wichtige Industriegebiete in dem von den prorussischen Rebellen kontrollierten östlichen Gebieten liegen.

Neben dem blutigen Konflikt mit den Aufständischen hat eine drastische Währungsabwertung das Land finanziell in die Knie gezwungen. Der Verzicht der Privatwirtschaft auf einen Teil ihrer Kredite gewährleistet nun immerhin, dass Kiew nicht von den globalen Finanzmärkten abgeschnitten wird.

Die Gewalt in der Ost-Ukraine dauerte derweil unvermindert an: In den zurückliegenden 24 Stunden seien sieben ukrainische Soldaten und ein Zivilist getötet worden, teilte ein Militärsprecher am Donnerstag mit. Überdies hätten russische Kampfflugzeuge die Grenze zur Ukraine überflogen.

Quelle: t-online.de
» der Kommentar des Blogschreibers «

Vor nicht langer Zeit konnten wir bei Deutsche Wirtschafts Nachrichten lesen?
    "Der ukrainische Übergangspremier Arseni „Jaz“ Jazenjuk hatte im September 2014 verkündet, eine Mauer nach dem Berliner Vorbild gegen Russland errichten zu wollen. Nur so werde eine echte Staatsgrenze entstehen, sagte Jazenjuk. Der Elektrozaun mit Minen und Stacheldraht soll eine Länge von 2000 Kilometern haben und rund 100 Millionen Euro kosten. Das Projekt soll hauptsächlich durch EU-Steuergelder finanziert werden."
Dafür bekommen sie einen Schuldennachlass? Man kann sich nur noch an den Kopf fassen!

Kommentare

walter1234dd
Die Ukraine steht kurz vor dem Staatsbankrott, dennoch kündigt Präsident Poroschenko neue Waffen für die Armee an. Möglich machen es Finanzhilfen aus dem Westen.

Meinungsfreiheit371
Wir werden von Flüchtlingen überrannt. Schmeißen Milliarden für die Griechen raus und werden als Undeutsch beschimpft weil wir uns das Recht herausnehmen, dagegen Position zu ergreifen. Wie arm ist doch dieses Deutschland mit diesen Politikern geworden.

homo_spartanis
Zitat im Bericht: "Die Ukraine hofft nun, ähnliche Konditionen für einen russischen Kredit über drei Milliarden Dollar zu erhalten, der am 20. Dezember fällig wird."
WARUM sollte Russland so bescheuert sein, der Ukraine Schulden zu erlassen? Vielleicht sollte der Herr Poroschenko einmal darüber nachdenken, wie er sich Russland gegenüber verhält.
Z.B. wenn es um angebliche Truppenbewegungen Russlands in der Ukraine geht, die auf keinem Satellitenfoto der Welt zu sehen sind.

sprachloser
Fakt ist, die Ukraine ist durch und durch korrupt. Unzählige Autos, Boote, Anhänger, Motoren sind in der Ukraine die vorher bei uns geklaut wurden. Die Staatsmacht hat da längst keine Macht mehr. Die Mafiaähnlichen Strukturen sind nicht zu leugnen.

Sivuu
Ehm ja.. Griechenland- welches wirklich in Not ist und die Bevölkerung gerade so noch um die Runden kommt, erlassen wir keine Schulden.
Aber einem Land, welches seine eigenen Bürger nieder bombardiert und von Faschisten regiert wird, erlassen wir 3,1 Milliarden Euro?
Unabhängig davon, wer wie viele Schulden bei wem hat.
Wenn ihr als Mensch die Möglichkeit hättet entweder Griechenland oder Ukraine 3,1 Milliarden zu streichen, wem würdet ihr das eher gut tun? Griechenland oder Ukraine?
Die Ukraine ist genau so zahlungsunfähig, das Geld was da gepumpt wird, werden für Waffen und Ausrüstung benutzt.

Zwetik
Poroschenko: Ukraine ist bereit für den EU-Beitritt 2020 !! Na dann, Proleteria Aller Länder vereinigt Euch !!
Deutschland zahlt für Alle !!!

HGK110
Es ist unglaublich, wie viel Engagement und Geld in dieses marode Land mit seiner korrupten und aggressiven Regierung gesteckt wird, nur um Russland zu treffen. Mit welchem Recht und welcher Selbstverständlichkeit überträgt Jazenjuk eigentlich die Konditionen auf einen völlig anderen Gläubiger, mit dem überhaupt noch nicht darüber verhandelt wurde?

sprachloser
Na wir haben es ja.... die Russen, diese agressiven Typen sollen nun auch auf Geld verzichten... wie bekloppt müsste Putin sein? Machen wir uns nichts vor, was hier abläuft ist eine verdeckte Kriegsvorbereitung. Ob Europa danach wieder zu erkennen ist mag ich bezweifeln. Aber unser Amerikanischer Freund gibt dann wieder Geld und jede Menge guter Tips wie der neue Staat auszusehen hat.


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Russische Wirtschaftsturbulenzen - Hilfe aus China

Thema: Rubelabsturz
t-online.de
Wirtschaftsturbulenzen
China will Russland aus der Krise helfen

22.12.2014, 14:38 Uhr | dpa, dpa-AFX | t-online
In der Krise braucht man Freunde: Nach der - vorerst gebremsten - Talfahrt des Rubel erhält Russlandim Kampf gegen die jüngsten Wirtschaftsturbulenzen Hilfe aus China.

"Wenn Bedarf der russischen Seite besteht, werden wir im Rahmen die nötige Hilfe leisten", sagte Chinas Außenminister Wang Yi am Wochenende nach einem Bericht der amtlichen Zeitung "China Daily".

Die beiden Staaten hätten sich schon früher gegenseitig unterstützt. Er glaube allerdings, dass Russland die Probleme allein bewältigen kann. Einzelheiten zu möglichen Hilfen der Volksrepublik nannte er nicht.

Russland und China wollen Handelsvolumen steigern

Erst gestern wurde bekannt, dass China seinen Handel mit Russland wegen des Rubel-Absturzes verstärkt in Yuan abwickeln will. Dies könne den Warenaustausch sicherer und verlässlicher machen, erklärte der chinesische Handelsminister Gao Hucheng. Die westlichen Sanktionen hätten den seit einigen Jahren anhaltenden Trend einer intensiveren Yuan-Nutzung verstärkt, sagte Gao dem Hongkonger Sender Phoenix TV zufolge.

Russland und China könnten in diesem Jahr ihr Ziel erreichen, den Handel zwischen den beiden Ländern auf ein Volumen von 100 Milliarden Dollar zu steigern.

Rubel auf Erholungskurs

Der russische Rubel blieb zu Beginn der neuen Woche auf Erholungskurs. Am Morgen wurde 1 US-Dollar bei einem Kurs von 56,20 Rubel gehandelt, nachdem der Kurs in der vergangenen Woche zeitweise auf über 75 Rubel gestiegen war.

Der Rubel ist in diesem Jahr im Vergleich zum Dollar um etwa 45 Prozent eingebrochen. Ein Grund dafür ist der Verfall des Ölpreises, weil Energieexporte für Russland eine wichtige Einnahmequelle sind. Zudem haben vor allem westliche Staaten wegen der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt Sanktionen erlassen.

China und Russland unterhalten enge diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen. Aus der Ukraine-Krise hält sich die Volksrepublik weitgehend heraus und hat Verhandlungen über eine Beilegung des Konfliktes gefordert.



Was war denn auf einmal an der New Yorker Börse los?
Der Rubel fiel tagelang ins Bodenlose. Und während die Feinde Russlands sich schon auf das Ende des ungeliebten "Rubels" freuten, passierten interessante Dinge.
Auf einmal schien sich Alles ins Gegenteil zu kehren.

An der New Yorker Wertpapierbörse werden ca. 50 russische "Blue Chips" gehandelt, Unternehmen mit überaus hohem Wert und Grundlage der russischen Wirtschaft.
Es handelt sich dabei hauptsächlich um Firmen aus der Öl- und Gas-Industrie und fast die Hälfte der Aktien sind in den Händen von Ausländern, meist US-Finanzhaien.
Das bedeutete aber auch, dass die Hälfte der Gewinne aus Öl und Gas nicht dem russichen Haushalt zugute kam sondern den ausländischen Anteilseignern.
Mit dem Wertverlust des Rubels sank natürlich auch der Wert dieser Unternehmen.

Aber plötzlich, nach dem "Schwarzen Donnerstag" als der Rubel einen Tiefstand erreicht hatte, begann der Wert dieser Aktien zu steigen. Was war passiert?
Es konnte nur bedeuten, irgendjemand hatte begonnen die nun spottbilligen Aktien russischer Unternehmen aufzukaufen. (Wir werden aber nicht mit dem Finger auf denjenigen zeigen, der das war.) Jedenfalls kamen unter den Augen der dumm dreinschauenden Händler ca. 30% der russischen Aktien wieder zurück nach Hause.
Ach ja, Putin, ach ja Hurensohn!
Quelle: http://flaimer.ru/novosti/yekonomika/on-opjat-vseh-pereigral.html

Danke Klaus für den Link

Freitag, 11. April 2014

CDU denkt über Ende der nationalen Staats-Haushalte nach

Thema Eurovisionen

Die CDU hat am Samstag ihr EU-Wahlprogramm beschlossen. Der Euro ist demnach alternativlos. Eine gemeinsame Schuldenhaftung in Europa ist denkbar, wenn die nationalen Parlamente nicht mehr die Budget-Hoheit haben. Möglicherweise planen CDU und SPD eine entsprechende Grundgesetzänderung.

Der CDU-Bundesparteitag hat am Samstag in Berlin das Wahlprogramm für die Europawahl am 25. Mai beschlossen. Anders als bei der Bundestagswahl gibt es bei Europawahlen getrennte Programme von CDU und CSU, die deshalb in einigen Punkten voneinander abweichen. Es soll aber eine gemeinsame Wahlerklärung der Unions-Schwesterparteien geben. Ein Überblick über die wichtigsten Punkte:

Euro: Es wird ein klares Bekenntnis zum Euro abgelegt: “Eine Politik, die sich vom Euro abwendet und eine Rückkehr zu nationalen Währungen oder neue Experimente fordert, ist nicht nur rückwärtsgewandt, sondern ökonomisch und politisch völlig unverantwortlich.” Die Zusammenarbeit in der Eurozone müsse verstärkt werden, wozu langfristig auch eine Änderung der EU-Verträge nötig sei. Eine Vergemeinschaftung von Schulden etwa durch Euro-Bonds wird weiterhin abgelehnt – zumindest solange wie jeder Nationalstaat noch die Eigenverantwortung über Einnahmen und Ausgaben hat. Diese Position ist interessant, weil das Budget als Königsdisziplin bisher Teil der nationalen Souveränität gewesen ist. So hat es auch das Bundesverfassungsgericht interpretiert. Es ist gut möglich, dass CDU und SPD nach der Europawahl einen Vorstoß in Richtung einer Grundgesetz-Änderung versuchen könnten. Hilfe solle es für schwächelnde Partner weiter unter Auflagen geben. Zu den strikten Bedingungen müsse auch “die Pflicht (gehören), Schuldenberge abzubauen”.

Wirtschaftspolitik: Die CDU fordert eine Konzentration der EU-Kommission auf Zukunftsfelder wie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Forschung. Zudem wird eine aggressivere Haltung der EU gegen Marktabschottung und Subventionen auf anderen Märkten gefordert. Gleichzeitig sollen die europäischen Beihilfe-Regeln den globalen Wettbewerb berücksichtigen. So werden Ausnahmeregelung bei Strompreisen für energieintensive Unternehmen in Deutschland verteidigt. Bei Beihilfen müsse es Spielräume geben, um Schlüsselindustrien im internationalen Wettbewerb zu helfen. Dazu zählt die CDU die Mikroelektronik, die Luft- und Raumfahrt, die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie die maritime Wirtschaft. Die CDU will sich zudem etwa für den Erhalt des Meisterbriefes in der EU, einer europäischen Privatgesellschaft (Europa GmbH) sowie die Einrichtung eines Normenkontrollrats einsetzen, der bürokratische Lasten durch die EU-Gesetzgebung überprüfen soll.

Freizügigkeit: Während der Entwurf die Freizügigkeit von Arbeitnehmern in der EU ausdrücklich betont und einen grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt befürwortet, wird auch ausführlich vor einer Zuwanderung armer EU-Bürger in die deutschen Sozialsysteme gewarnt. Gefordert wird, in der EU-Gesetzgebung darauf Rücksicht zu nehmen, dass das Niveau der Sozialsysteme noch sehr unterschiedlich ist. Eine ungerechtfertige Inanspruchnahme von Sozialleistungen solle deshalb unterbunden werden. Dazu sollen auch Sperren von Wiedereinreisen sowie Beschränkungen beim Anspruch auf Sozialleistungen helfen.

Außengrenzen: Ausdrücklich fordert die CDU eine stärkere Sicherung der EU-Außengrenzen und die Stärkung der europäischen Grenzagentur Frontex. Neben dem Bekenntnis zur Aufnahme von Flüchtlingen findet sich die Forderung, dass Bosnien, Mazedonien und Serbien künftig als “sichere Herkunftsstaaten” eingestuft werden sollten. Dies hieße, dass Angehörige dieser Staaten kaum noch Chancen auf einen Asylantrag in Deutschland hätten. Zudem wird eine Strategie zur “konsequenten Rückführung nicht schutzbedürftiger Menschen” gefordert.

Türkei-Beitritt: Die CDU bekräftigt ihre ablehnende Haltung gegenüber einem Beitritt der Türkei zur EU. Zwar wird eine möglichst enge Partnerschaft angestrebt. “Eine Vollmitgliedschaft der Türkei lehnen wir aber ab, weil sie die Voraussetzung für einen EU-Beitritt nicht erfüllt. Angesichts der Größe des Landes und seiner Wirtschaftsstruktur wäre zudem die Europäische Union überfordert.” Ein Antrag, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen, wurde abgelehnt.

Europäische Integration: Neben dem Bekenntnis zum Langfristziel einer gemeinsamen EU-Armee sowie deutsch-französischen Technologie-Projekten vom Weltraum bis zu Schnellbahnen wird auch deutlich betont, dass nicht überall Kompetenzen auf die EU-Ebene wandern sollen. “Zur Stärkung einer bürgernahen und demokratisch verfassten Politischen Union muss auch eine Rückführung von Zuständigkeiten auf die nationale Ebene möglich sein”, heißt es ausdrücklich – was die britischen Konservativen begeistern dürfte, die ebenfalls eine Rückverlagerung fordern. Ausdrücklich werden zwischenstaatliche Regelungen als “Übergangslösung” verteidigt.

Datenschutz und Freihandel: Während die CDU das geplante transatlantische Freihandelsabkommen begrüßt, wird zugleich eine Neuverhandlung des Safe-Harbor-Status mit den USA gefordert, der den Datenaustausch zwischen Unternehmen regelt. Sowohl Bürger als auch Firmen in der EU sollen stärker vor Spionage- und Cyberangriffen von Regierungen, Firmen und Kriminellen geschützt werden. Gefordert wird eine europaweite Meldepflicht für schwerwiegende Hackerangriffe auf Firmen in der sogenannten kritischen Infrastruktur wie Wasser, Strom oder Telekommunikationsnetze, da solche Cyberattacken im vernetzten EU-Binnenmarkt alle treffen könnten. Mit Blick auf die Datensicherheit wird der Aufbau starker europäischer IT-Fähigkeiten gefordert.

EU-Kommission: Die EU-Kommission soll ihre Arbeit stärker bündeln. Dazu sollten einige der Kommissare Vizepräsidenten werden, um die Arbeit einer Gruppe von Kommissaren zu koordinieren. Eine Halbierung der Zahl von derzeit 28 EU-Kommissaren, wie sie die CSU fordert, verlangt die CDU nicht. Als Fernziel wird die Direktwahl des Kommissionspräsidenten gefordert. Langfristig soll auch das Europäische Parlament ein Initiativrecht wie die Kommission erhalten.

Drohungen gegen Russland: Neu aufgenommen wurde eine Passage zu Russland. Dort wird einerseits die Bereitschaft zu einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis betont. Andererseits wird der Abzug aller russischer Truppen auch von der Halbinsel Krim gefordert, sofern diese nicht Teil des ukrainisch-russischen Abkommens über die Stationierung der russischen Schwarzmeerflotte sind. Russland wird vorgeworfen, separatistische Bewegungen in seinen Nachbarländern zu fördern. “Wir sind jedoch zu weiteren Sanktionen bereit, wenn Russland seinen Kurs nicht ändert”, heißt es.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Missy sagt:
Seit 2013 glaube ich nicht mehr an fairen Wahlen , Frau Merkel und die Altparteien verlieren immer mehr an Symphatie und trotzdem soll angeblich die beliebtheit von Frau Merkel bei 80% liegen? Hier ist doch was oberfaul !!

PecuniaOlet sagt:
Die EU ist ein Nichts, weder völkerrechtlich noch demokratisch legitimiert. Alle Gesetze und Vereinbarungen sind für die Völker daher nicht bindend, weil allein (idealiter) das Volk der Souverän ist.
Ausschließlich durch Wahlen wird dieser private Verein nachträglich durch konkludentes Handeln von den Völkern anerkannt.
Die Wahlen entsprechen daher einer Art Annahme und Akzeptanz der EU als solche.
Die vereinigten Staaten von Europa mit Aufgabe aller nationalen Souveränität sind ein Traum der weltweiten Hochfinanz und sollte auch einer bleiben.
Die Nationen (natus=geboren) sind als große Familien mit innerem Zusammenhalt, gemeinsamer Sprache und Denken, gemeinsamen Werten und gemeinsamer Mentalität (mens= Sinn, Geist, Verstand) der internationalen Hochfinanz ein Dorn im Auge und sollen daher unterminiert werden.
Je weniger die Völker in Tradition und gemeinsamen Zielen einen inneren Zusammenhalt durch nationale Kohäsionskräfte bilden, desto anfälliger werden sie für Indoktrination und Konditionierung von Paradigmen, die ausschließlich den Zielen oligarcher, plutokratischer Strukturen dienen.
“Nationalismus” wird daher im Sinne der politischen Korrektheit als etwas Schlechtes, Rückwärtsgewandtes und Destruktives dargestellt, ebenso wie die traditionelle Familie als Hort der Geborgenheit und erster politischer Willensbildung infrage gestellt wird. “Patchwork” ist nicht nur im familiären, sondern auch “nationalen” Sinne und in Bezug auf sexuelle Orientierung die zu bevorzugende Alternative.
Hinzu kommt die Ausdünnung und Verwässerung nationaler Identität durch massenweise Zuwanderung von Menschen aus Kulturkreisen, die unsere in Jahrhunderten gewachsenen Werte nicht anerkennen und abgeschottete Gemeinschaften bilden, die die Gesellschaft spalten.
Nationales Bewusstsein ist nichts Schlechtes und conditio sine qua non einer europäischen Identität.
Der negativ konnotierte Begriff “Nationalismus” hingegen wurde von jenen ins Leben gerufen, deren Zielen selbstbewusste Völker seit jeher im Wege waren.
Zudem wurden nationale Gefühle und nationales Selbstbewusstsein immer wieder zu Machtzwecken von der “Gegenseite” missbraucht.
Europa hat seinen wirtschaftlichen Aufstieg starken, konkurrierenden Regionen und Städten zu verdanken ( z.B. Löwenrepublik Venedig etc).
Großen zusammenhängenden und zentralistisch regierten Reichen wie z.B. China blieben hingegen lange Zeit wirtschaftlich rückständige Regionen.
Zu bedenken ist, dass Nationalismus in den USA eine Tugend ist und die Nationalhymne bei allen Gelegenheiten gesungen und gespielt wird.
Bei Imperien stellt dies offensichtlich kein Problem dar.
Ein zentralistisch regiertes Europa ist kein Europa der Völker.

Der Eidgenosse sagt:
Was hier abläuft, ist ein Staatsstreich von oben, gegen den Willen der Bevölkerung, gegen das deutsche Grundgesetz, ohne jegliche demokratische Legitimation.
Die CDU ist eine extremistische Partei geworden, ein Werkzeug einer kriminellen luziferischen Freimaurer-Elite mit dem Bestreben eine totalitäre Weltherrschaft zu errichten.
Geschickt werden diese Parteien der extremistischen Mitte zwischen Parteien platziert, die links oder rechts von der CDU stehen, um auf diese Weise die Illusion zu kreieren, Parteien wie die CDU, CSU, Grüne, Linke seien nicht extremistisch.
“Wenn sich sowohl die CDU als auch die SPD einer Meinung sind, dann muss es ja richtig sein, dann kann es ja nicht radikal sein”, denkt sich das dumme Schaf.
Dass diese Parteien der extremistischen Mitte alle von derselben luziferischen Elite aus dem Hintergrund koordiniert und kontrolliert werden, kommt dem deutschen Wähler nicht in den Sinn.
Parteien im Spektrum links- und rechtsaussen werden nur deswegen toleriert, um auf diese Weise den extremistischen Parteien der Mitte ein Alibi zu verschaffen, die Illusion zu kreieren sie seien nicht radikal.
Das gegenwärtige Verhalten der BRD gegenüber Russland ist schlimmer, als was man je von irgend einer extremistischen Partei in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg gehört hat.
Diese Parteien der extremistischen Mitte haben in den letzten zehn Jahren öfters vorsätzlich und böswillig gegen das Grundgesetz, gegen den Willen der Bevölkerung und gegen geltendes Recht verstossen, als alle so genannt radikalen Parteien zusammen. Die kriminelle Energie dieser Parteien ist einfach unglaublich.
Extremistisch ist, wer extremistische Dinge tut, und radikal ist, wer radikal handelt.
Es wurde alles in der Bibel prophezeit, schon vor langer Zeit. Die Weltherrschaft unter dem Antichristen.
Und genau deswegen werden Christen auch zunehmend ausgegrenzt, bekämpft und als Fundamentalisten beschimpft – gerade weil sie die Wahrheit sagen. Und Muslime müssen als Alibi herhalten für die Repression gegen Christen.
Nichts bedroht die Elite mehr als die Wahrheit, und deswegen wird in den Massenmedien auch so viel gelogen. Die Wahrheit ist politisch nicht korrekt – nur die Lüge ist es.
Politische Korrektheit ist ein Werkzeug der geistigen Manipulation, das Herrschaftsinstrument ein Denkverbot zu etablieren.

Curley sagt:
Wenn doch sowieso alles in Brüssel geregelt wird, warum brauchen wir dann noch ca. 650 Bundestagsabgeordnete und ca. 1868 Landtagsabgeordnete in den 16 Ländern. WEG DAMIT, Frau Merkel. Ja, so geht das nciht, wird die Bundesregierung antworten. Dann verlieren wir ja unsere hochdotierten Pöstchen, bei denen wir uns jedes Jahr eine kräftige Diätenerhöhung gönnen und auch unsere Pesnionen von ein paar tausend Euro. Die Abgeordneten müssen und bedingt bleiben, auch wenn sie nichts mehr zu bestimmen haben.

Politicus sagt:
Um das einmal auf den Punkt zu bringen. Das plant nicht das deutsche Parlament und ihre Parteien sondern die, welche die WK II “Siegermacht” USA beherrschen!
Deutsche Politiker haben keinerlei Befugnis das Grundgesetz zu ändern, das allein obligt den damaligen Auftraggebern des GG. Also den Siegermächten!
Die BRD ist eine einzige Veralberung!
Keine Souveränität und die gewählt sind haben nichts zu sagen!
Wann legt ihr endlich los? Es könnte überall nach Maidan riechen.
Für Deutschland, nicht für die BRD!