Mittwoch, 4. Februar 2015

Anne Will - 04.02.2015 - Die Machtprobe - Tsipras gegen das alte Europa


Sendung am 4. Februar 2015 | 23:30 Uhr
Die Machtprobe - Tsipras gegen das alte Europa
Die Gäste im Studio
© Will Media Fotograf Wolfgang Borrs/Marijan Murat
  • Theodoros Paraskevopoulos Ökonomischer Berater von Syriza
  • Christoph M. Schmidt Gesandter-Botschaftsrat der Botschaft der Ukraine in Deutschland
  • Norbert Röttgen Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags
  • Ralf Stegner Stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender
  • Marion von Haaren Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio
Am Mittwoch trifft Alexis Tsipras zu seinem ersten Besuch in Brüssel ein und kommt dort mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zusammen. Mit Spannung wird dieses Treffen erwartet. Kommt es zum Showdown zwischen dem "alten Europa" und dem "neuen Linken" aus Athen?

Nachdem Griechenland die Zusammenarbeit mit der Troika aus EU, EZB und IWF für beendet erklärt hatte, bekräftigte die Bundesregierung, den Reformprozess in Griechenland weiterhin von der Kontrollgruppe überwachen zu lassen. Die neue griechische Regierung rückte unterdessen von ihrer Forderung nach einem Schuldenschnitt ab und spricht von Umschuldungen etwa durch Anleihen. Ministerpräsident Alexis Tsipras sicherte zu, dass sein Land die Schulden an IWF und EZB zurückzahlen werde. Bisher galt die europäische Reformpolitik als alternativlos.

Steht die Zerschlagung der Troika gegen den Widerstand aus Berlin bevor und wäre das ein Sieg Griechenlands gegen das "alte Europa"? Werden die Reformen in Griechenland zurückgedreht oder gar beendet? Muss Europa die "alternativlose Sparpolitik" begraben?

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Kommentare aus dem Blog

Nr. 1 von Caterina Ehlers
3. Februar 2015 um 14:34
Liebe Anne Will,
ich bin absolut froh und dankbar für den MUT der Griechen, endlich und nochmal endlich ein Staat sich traut, gegen dieses menschenverachtende System eine Partei zu wählen in demokratischer Form, die einzig wohl zur Zeit diesen Zug anhalten wird via Notbremse.
Und hoffentlich machen das die nächsten Staaten genauso, damit dieses zerstörerische Ausbeuten der wahren Arbeiter endlich ein Ende findet und das das Geld wieder in Umlauf gebracht wird, weil viele es haben und nicht ein paar wenige und alles ohne Blutvergießen, da sollte man doch froh drüber sein. Ich habe mich wirklich sehr gefreut und für mich sind die Griechen die wahren Demokraten! Und vielleicht sogar die Retter Europas.
Es beschämt mich, obwohl ich diese deutsche Regierung nie wählte, wie armselig die deutschen Bürger und die deutschen Medien sich mal wieder verhalten und sich immer ducken um bloß selbst keinen Schaden zu nehmen. Den Deutschen fehlt das Kreuz wie eh und je und das Treten von oben nach unten hat immer funktioniert und Deutschland geht es gut und dann ist doch alles gut. ICH kann es nicht mehr hören und den Griechen gehört mein größter Respekt, das will ich hier gerne gewusst wissen.
MFG

Nr. 2 von Kathrin
3. Februar 2015 um 15:11
Es ist doch keine Wunder, wenn die Deutschen wie Sie, Fr. Ehlers, schreiben, kein “Kreuz” hätten. Da gehen abertausende auf die Straße und demonstrieren gegen die deutsche Politik und was passiert. Sie werden bis auf’s Übelste beleidigt und in die rechte Ecke gestellt, ihrer Würde beraubt und ihre Meinungs- und Demonstrationsfreiheit beschnitten. Und seit Wochen, nein, seit Monaten ist es eine einzige Hetze in allen Medien, schriftliche, digitale oder auch Fernsehen. Nicht eine Nachrichtensendung, nicht eine Sendung, nicht ein Bericht, sogar bereits in den – von mir so betitelten – Smalltalkrunden wird darüber gehetzt. Die Zahlen werden wie in einem Wettbüro gehandelt und wer mehr hat, war dann der bessere. Da frage ich mich nicht, warum einige aus dem deutschen Volk – das ganze wird nie auf die Straße gehen – nicht mehr auf die Straße wollen und vor allem auch nicht mehr wählen gehen. Dies war in Griechenland der Grund, daß diese Regierung jetzt zustande kam, weil die Griechen gewählt haben. Hier in Deutschland gehen die, denen es nicht recht ist, nicht wählen und schenken gerade dadurch denen ihre Stimme, die sie überhaupt nicht an bzw. in der Regierung sehen wollen. Ich bin zwar Ausländerin, lebe aber seit über 40 Jahren hier, aber ich war gegen die Einführung des Euro wie viele auch und auch bin ich gegen die EU. Man sieht es auch gerade in Deutschland. Viele Kulturen und Eigenarten der Völker kann man nicht unter ein Hut bringen, das gibt Unfrieden. Etwas mit genügend “Luft” funktioniert in Maßen, aber nicht solch Massen, wie jetzt in der EU vorhanden sind.

Nr. 9 von Caterina Ehlers
3. Februar 2015 um 15:57
“Die Machtprobe – Tsipras gegen das alte Europa”
Wäre die Frage dazu noch, was denn mit altem Europa gemeint ist. Die französische Revolution oder was? Die Geschichte Europas ist lang, wenn man sich denn dafür interessiert, allerdings gibt es eine beständige Ergebnisgeschichte und die ist immer gleich, egal was für ein System nun gerade mal dran war.
Niemals kann man soziale Ungerechtigkeit ewig verschleiern und Millionen von Menschen damit “beglücken” ohne das dies Konsequenzen hat.
Ich hab das Gefühl, dass mit Frau Merkel die DDR durch die Hintertür gelangte via Westen ganz ohne Mauer und Schießbefehl und einem Gauck, der da versucht militärisch auf zu rüsten, was mindestens mit meiner Generation gar nicht geht. Aus der DDR kommt anscheinend nicht nur Gutes.
Merkel und Gauck müssen Demokratie erst lernen und Frieden vor allem und Gerechtigkeit und soziale Marktwirtschaft die da immer eine gerechte Verteilung bedarf und nicht den ganzen Schwachsinn den da 2 Parteien sich untereinander aufteilen, plus die Grünen, die da sich wandelten wie es noch nicht mal SPD und CDU schafften.
Wir sind Menschen und um deren Fortkommen geht es und nicht um die paar Superkapitalisten die da sich auf dem Mond glauben tun und die Medien in Deutschland sollten da endlich mal hinter herkommen und nicht ständig hinter den europäischen Medien ignorierend auf dem Mond glaubend das dumme Zeug labern wie die Politiker, weil ich will gerne mal die Namen wissen, die da als Beamte in deutschem Namen eine Troika stellen, weil die sind verantwortlich für das ganze Ausmaß an Menschenverachtung.
Ich will Namen haben und keine Politiker die sich hinter der EU verstecken, weil das System hat ja Kultur, indem man die Verantwortlichkeit einfach mal abgeben will.
Sind ja alle nicht mehr zuständig die guten. Für mich sind sie das aber nach wie vor und ich will die Namen wissen der Menschen die da Troika heißen und Europa in den Abgrund stürzen!!
MFG

Nr. 17 von Reini
3. Februar 2015 um 17:11
Meiner Meinung nach wird Europa NIE zu einer Einheit werden, so lange man die armen Staaten durch Ausbeutung und Erpressung zu „domestizieren“ versucht. Die EU sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass es niemals gleich starke Länder geben kann!
Würde man solidarisch mit den anderen sein hätte man eine Chance. Dazu müsste man sich vorstellen dass Europa auf die Größe Deutschlands schrumpft und alle 28 Staaten der EU……Bundesländer in diesem Staat wären.
In Deutschland geht kein Staat Pleite….Reiche Länder geben den armen Ländern über den Finanzausgleich finanzielle Hilfe. Bayern und BW beschweren sich zwar immer….aber es hilft nichts, sie müssen zahlen! Ist auch völlig in Ordnung…wie soll das Saarland, Bremen oder Berlin die gleiche Wirtschaftskraft haben wie die großen Länder! Leider gibt es in den Ländern mit florierender Wirtschaft genügend Gierhälse die teilen nicht gelernt haben und lieber die anderen verrecken lassen würden! Selbst wenn es ihnen durch die Abgaben kein bisschen schlechter gehen würde….sie wollen ALLES für sich!
So ist der Zustand von Europa! Griechenland hat völlig Recht, dass sie die mit der Geldeintreiber-Troika nicht verhandelt haben! Man kann doch nicht sein Volk ausbeuten, damit die Banken Geld für die nächsten Betrügereien haben! Die EZB druckt doch gerade Geld für die Banken….da sollen sie doch gleich einige Milliarden für Griechenland mit drucken….
Es gäbe keine Erpressung wie es mit Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und all den noch folgenden Ländern geschieht, wären die Politiker an einem vereinten Europa interessiert! Dann nämlich hätten sie schon längst den Plan des TEILENS in Angriff genommen. Anscheinend gibt der reale Marktkapitalismus das nicht her! Der besteht nämlich einzig und allein aus G I E R ! Nicht teilen, sondern besser als der Andere sein und so viel wie möglich Gewinn realisieren….so funktioniert Europa! Und das ist für mich eine SCHANDE!!

Nr. 18 von Greedy
3. Februar 2015 um 17:48
@Nr. 13 von Caterina Ehlers,
Große Klasse,Frau Ehlers.Bitte weiter so.
Liebe Grüße.
Greedy

Nr. 20 von Marie
3. Februar 2015 um 18:13
Es waren viele Milliarden, echte Reformen, wie Besteuerung der griechischen Millionärsclique sind von Merkel/der Troika nicht gewollt. Deshab wurden sie im Vertrag nicht zur Bedingung gemacht. Bedingung sind Maßnahmen zur Verelendung breiter Bevölkerungsschichten und zum weiteren Anwachsen der Schulden des griechischen Staates, dessen Wirtschaft vorsätzlich abgewürgt wurde, damit die Schulden steigen und Griechenland raffgierigen Investoren zum Frass vorgeworfen werden kann. Alles verlief planmäßig, man jubelte, Griechenland sei auf einem guten Weg, weil planmäßig die Schulden weiter stiegen und die Bevölkerung verarmte. Arbeitslosenraten der Jugend von mehr als 50 %, immer mehr Obdachlose, Menschen, die nicht heizen oder kochen können, weil sie Energie nicht bezahlen können, Kranke, die nicht behandelt werden, weil ohne Krankenversicherung, Armenküchen, das ist von der Troika unter Führung von Frau Merkel gewollt, deshalb wurde gejubelt und das zeigt die menschenverachtende Skrupellosigkeit der korrumpierten Akteure, die Milliarden zulasten des Steuerzahlers Banken und Zockern in den Rachen warfen und die Demokratie zum Wohle des Finanzkapitals schon lange abgeschafft haben. Deshalb sind in der „Krise“ die Vermögen oben exorbitant gestiegen, während nicht nur in Griechenland breite Bevölkerungsschichten immer mehr verarmen. Das ist nicht „alternativlos“, wie uns korrupte Politiker und deren mediale Sprachrohre ohne Unterlass eintrichtern. Die griechische Wahl macht Hoffnung, auch die Entwicklung in Spanien. Das laute Gejaule, die Beschimpfung der griechischen Wähler und deren Regierung zeigt: Die Interessenvertreter des Finanzkapitals sind nervös. Man sollte allerdings nicht ihre menschenverachtende Skrupellosigkeit, ihre Manipulationsmacht und ihr machtmissbräuchliches Erpressungspotential unterschätzen. Dass zu einer Alibiveranstaltung missbrauchte Wahlen in einer marktkonformen Schein-Demokratie etwas im Kern verändern können, ist unwahrscheinlich.

Nr. 36 von Reini
3. Februar 2015 um 20:43
Die Schulden von Deutschland betragen 2 000 Milliarden….
die der USA 14 000 Milliarden! Meint einer von euch, dass diese Schulden jemals zurück gezahlt werden können!
KEINER will die Schulden zurück zahlen, nur die Zinsen! Sonst würde das ganze kapitalistische System zusammenbrechen.
Die Menschen Griechenlands werden ausgebeutet, damit Banken und die Reichen weiter ihre Geschäfte machen können! Und Merkel macht als treibende Kraft natürlich mit! Sie fordert nicht höhere Steuern für die Reichen, oder die Jagd nach Steuerverbrechern, sondern sie nimmt den Menschen ihre Existenz!! Wie soll ein Menschen leben können wenn ihm die Rente, oder der Lohn um 50% gekürzt wird??
Jedem Land wird es früher oder später ebenso gehen! Nicht das Volk gibt zu viel Geld aus, sonder das Volk wird von der Wirtschaft, den Reichen und seinen korrupten Politiker betrogen!!
Doch die Medien spielen mit…die führen uns die Griechen als faules Volk vor, dass nicht arbeiten will! Und der Deutsche glaubt es mal wieder…so wie er gern alles glaubt was von den käuflichen Medien als „Wahrheit“ verbreitet wird!
Nicht die Linken haben Griechenland in den Ruin getrieben, sondern korrupte KONSERVATIVE POLITIKER!

Nr. 67 von Till Eulenspiegel (Robert Kroiß)
4. Februar 2015 um 11:04
[[„Werden die Reformen in Griechenland zurückgedreht oder gar beendet? Muss Europa die “alternativlose Sparpolitik” begraben?“]]
Dazu hätte ich nur eine kurze Frage? Wenn die „alternativlose SPARpolitik“ der EZB und Draghis so erfolgreich ist und war, weshalb muss „man“ dann nun „neues Geld“ drucken?! Wo ist all das „erfolgreich AngeSPARte“ abgeblieben?! Evtl. bei den Krisengewinnern?! Und wer sind diese?!

Nr. 84 von Till Eulenspiegel (Robert Kroiß)
4. Februar 2015 um 13:49
Die Verlogenheit dieses ganzen „Systems“ beginnt doch schon da, wo von Hilfe gesprochen wird, obwohl es sich in Wahrheit um ein (Tausch)Geschäft handelt. Es wird doch nicht wegen der Not und dem Leid der Menschen und damit der Hilfe wegen geholfen. Sondern es wird versucht, auch aus der Not und dem Elend Anderer noch ein Geschäft zu machen! Kapital- und Gewinnerträge daraus zu generieren. Was hat derartiges mit „Hilfe“ zu tun?! Interessant dabei ist, dass es sich vorwiegend um „konservativ, christliche“ Entscheidungsträger handelt, welche die/ihre Hilfe und damit die/ihre Nächstenliebe zu einem Geschäft gemacht haben und immer noch machen. Deren „geben“ statt „nehmen“ nur dann seliger macht, wenn aus der „Hilfe“ ein gewinnbringendes Geschäft wird! Und ganz wichtig für diese „christlichen Entscheidungsträger, welche das „Christentum“ schon in ihren Parteinamen wie eine Monstranz vor sich hertragen“! Es bedarf immer eines „Schuldigen“!
„In der Regierung angekommen, ging Tsipras in den Tempel und fing an die Händler und die Troika und die, die bei ihnen kauften hinauszujagen. Die Tische der Geldwechsler und Sitze der Statistiker stieß er um. Er duldete auch nicht, dass Jemand etwas über den Tempelhof und aus dem Lande hinfort trug. Sein Tempel sollte ein Tempel für alle (griechischen) Menschen sein. Aber sie hatten eine Räuberhöhle daraus gemacht.“ Diesen Text sollten all die „christlichen Entscheidungsträger doch kennen. Er steht – wenn auch ein wenig anders formuliert – als Gleichnis in der Bibel, im Markusevangelium 11.

Wer die Sendung nicht gesehen hat, hat nicht viel verpasst.
80% hohles Politikergeschwafel

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