Dienstag, 27. Mai 2014

Putins Drohung lähmt die USA und Europa

Thema: lupo cattivo - gegen die Weltherrschaft
Verfasst von Maria Lourdes - 25/05/2014

Ein Artikel erschienen bei King World News, übersetzt von unserem Kommentator Lars von LQ-Services, mein Dank sagt Maria Lourdes! Erstveröffentlicht bei Blog Watch US/UK.

Heute hat der ehemalige Beamte des US-Finanzministeriums, Dr. Paul Craig Roberts, gegenüber King World News gesagt, dass die USA und Europa durch die von Putin heute ausgesprochene Drohung regelrecht gelähmt werden.

Wladimir Putin
Dr. Roberts berichtet weiter darüber, auf welche Art diese Drohung auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Russland präsentiert wurde. Lesen Sie, was Dr. Roberts in diesem starken Interview zu sagen hatte.

Eric King: “Dr. Roberts, da läuft gerade dieses Internationale Wirtschaftsforum im russischen St. Petersburg. Ich weiß, dass die USA sich davon distanziert haben, aber ist das hohe Niveau der Teilnehmer, trotz des von Washington ausgeübten Drucks, nicht ein Zeichen für den schwindenden Einfluss der USA?“

Dr. Roberts: “Eindeutig ja. Einer der Berater Putins hat sich öffentlich darüber beklagt, dass Washington bisher nie dagewesenen Druck auf amerikanische und europäische Länder ausgeübt hat, dort nicht teilzunehmen. Aber es zeigt sich, dass offizielle Delegationen aus 62 Ländern und die Chefs von 146 der weltweit größten Firmen an dem Forum, welches gestern anfing und bis morgen läuft, anwesend sind.

Im vergangenen Jahr wurden Geschäfte im Umfang von $263 Mrd. abgeschlossen. Mehr als eine viertel Billion US-Dollar! Und ich nehme an, dass es dieses Jahr eine vergleichbare Menge erfolgreicher Abschlüsse geben wird. So sind zum Beispiel die Chefs von BP, Total, Shell, Exxon, Phillips und Caterpiller vor Ort, die sind alle angesichts des von Washington ausgeübten Drucks trotzdem zum Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg gereist.

Was wir also hier erkennen ist, dass es in Ordnung ist mit Washington in Sachen seiner absurden Außenpolitik zusammenzuarbeiten, aber nur solange es das eigene Geschäft nicht berührt. (er lacht) Wenn es sich auf die eigenen Geschäftsinteressen auswirkt, verliert Deutschland (als Beispiel) das Interesse. Ihnen mag zu Ohren gekommen sein, dass Frankreich gesagt hat, dass sie auch weiterhin Waffen an Russland liefern werden – egal, was Washington dazu sagt.

Und ich denke das ist ein Indikator dafür, dass die Weltgemeinschaft der Ansicht ist Washington lehne sich mit seinem Versuch, die Angelegenheiten zu vieler Länder und zu vieler Unternehmen zu kontrollieren, zu weit aus dem Fenster. Ich glaube kaum, dass das toleriert werden wird.“

Eric King: “Was bedeutet das für die finanzielle Vormachtstellung der USA? Bei diesem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg haben quasi alle der USA die kalte Schulter gezeigt und Asien läuft da massenweise auf, wie auch ein Haufen anderer Länder und Unternehmen. Und darüber hinaus gibt es jetzt diese Bewegung weg vom US-Dollar.“

Dr. Roberts: “Nun, für mich war Präsident Putins heutige Rede bisher der interessanteste Aspekt dieses Forums. Er hat die USA ausdrücklich dafür kritisiert, dass sie eine derartige strategische Drohkulisse gegenüber Russland aufbauen. Er sprach sehr diplomatisch, aber es ließ sich draus schlussfolgern, dass er nicht willens ist, die Ukraine als NATO-Mitglied mit amerikanischen Raketenbasen an der russischen Grenze zu tolerieren.

Er benutzt dafür nicht so viele Worte, aber es war die Art und Weise wie er die Tatsache betont hat, dass Washington glaubt, Russland einfach ignorieren zu können. Und er hat die Europäer gleichermaßen ausdrücklich dafür kritisiert Washingtons Marionetten zu sein. Er benutzte das Wort ‘Marionette‘ zwar nicht, aber er kritisierte sie dafür gegenüber Russlands Anstrengungen zur Lösung der Krise unempfänglich zu sein und dafür, dass sie Russland gegenüber behaupten, das ginge die Russen nichts an.

Weiter hat er die Europäer als Wichtigtuer bezeichnet, die glauben sie seien sich zu fein mit den Russen zu reden. Welche Hoffnungen Russland hinsichtlich der Geschäfte auf dem Wirtschaftstreffen auch immer hatte, so ist das wichtigste für Putin gewesen, die Botschaft an die mächtigen amerikanischen und europäischen Firmen zu senden, dass dann, wenn deren Regierungen die legitimen russischen Proteste über deren Politik ignorieren und weiter den Bezug zur Ukrainekrise und deren Bedeutung für Russland missachten, mit weiterem Ärger zu rechnen ist.

Ich glaube also, dass diese Botschaft bei den Idioten in Washington und deren Vasallen in den Merkel-, Cameron- und Hollande-Regierungen ankommt. Und die werden dann entscheiden müssen, wessen Interessen sie wirklich dienen wollen. Ist es in Deutschlands, Frankreichs und Englands Interesse eine Situation für Russland zu kreieren, von denen Deutschland, Frankreich oder England nicht profitieren, sondern nur der amerikanischen Machtausübung über die Welt dient?

Also, ich glaube, dass dies ein strategischer Zug von Putin war und das ist vermutlich der wichtigste Aspekt dieser Konferenz. Nicht so sehr, dass so viele Firmen aus 62 verschiedenen Ländern anwesend waren, bereit trotz der Sanktionsdrohungen aus Washington Geschäfte mit den Russen zu machen, sondern dass Präsident Putin die Gelegenheit genutzt hat, eine Botschaft zu senden.

Natürlich ist Washington voller Selbstüberschätzung und Arroganz und wird diese Botschaft ignorieren, aber ich glaube für Merkel und Hollande wird das schwieriger sein. Zu viele Arbeitsplätze in der Industrie hängen dort von den Wirtschaftsbeziehungen zu Russland ab und sie werden diese nicht opfern wollen, nur damit Washington weiterhin Supermacht spielen kann und andere Länder an deren Aufstieg hindert.

Das ist also das Wichtigste. Und wenn ich mit meiner Einschätzung richtig liege, wird der Dollar dadurch noch angreifbarer, weil durch die Reaktionen anderer Länder auf die öffentliche Ausübung der amerikanischen Macht, selbige im gleichen Zug verringert wurde.“

LQ: Zu gut Deutsch: Der Schuss ging mal nach hinten los.

Quelle: King World News, 23.05.2014 - Paul Craig Roberts – Putin’s Threat Just Stunned U.S. & Europe Übersetzung: LQ-Services am 24.05.2014 - Die inhaltlichen Rechte liegen vollständig beim Verfasser des Originalartikels.
Mit freundlicher Genehmigung von: lupo cattivo - gegen die Weltherrschaft

Wer ist Paul Craig Roberts?
dazu findet man hier
Paul Craig Roberts war stellvertretender Finanzminister in der Regierung Reagan. Er ist Verfasser von „Supply-Side Revolution: An Insider‘s Account of Policymaking in Washington“ (Revolution der Anbieterseite: Bericht eines Insiders über Politik in Washington), von „Alienation and the Soviet Economy“ (Entfremdung und die sowjetische Wirtschaft) und von „Meltdown: Inside the Soviet Economy“ (Kernschmelze: Innenansicht der sowjetischen Wirtschaft), sowie gemeinsam mit Lawrence M. Stratton von „The Tyranny of Good Intentions: How Prosecutors and Bureaucrats Are Trampling the Constitution in the Name of Justice“ (Tyrannei der guten Absichten: Wie Strafverfolger und Bürokraten die Verfassung im Namen der Gerechtigkeit mit Füßen treten). Er war Co-Redakteur der Kommentarseite des Wall Street Journal und Mitherausgeber der National Review.

Ein sehr interessanter Artikel von Paul Craig Roberts auf deutsch: http://principiis-obsta.blogspot.de/2009/10/warum-propaganda-die-wahrheit.html

Hier seine Blogseite: http://www.paulcraigroberts.org/

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