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Freitag, 16. Dezember 2016

Nahostexperte: Der Westen will in Aleppo seine Todfeinde retten

Thema: Syrien

Nahostexperte:
«Der Westen will in Aleppo seine Todfeinde retten»

von Ann Guenter - Was bedeutet der Fall Aleppos für den Syrienkrieg? Der Nahostexperte Abdel Mottaleb el Husseini im Interview.

Die Kämpfe in Aleppo gehen weiter, die Waffenruhe ist gescheitert, der vereinbarte Abzug der Rebellen ebenso. Gleichsam ist die Einnahme der Stadt durch die Truppen von Bashar al-Assad besiegelt. Der Nahostexperte Abdel Mottaleb el Husseini erklärt, wieso das noch lange kein Ende des Syrienkriegs bedeutet, in was für einem Dilemma der Westen steckt und was die wenigen Optionen sind, die er noch hat.

Abdel Mottaleb el Husseini Der Nahostexperte und Publizist Abdel Mottaleb el Husseini wurde 1949 im Libanon geboren und lebt heute in Deutschland. Er beschäftigt sich mit der politischen Landschaft der arabischen Welt und den Beziehungen der Golfstaaten zum Westen. Seine Beiträge sind unter anderem in der «Frankfurter Rundschau», der NZZ, dem WDR oder der Deutschen Welle erschienen.
Herr Husseini, inwiefern ist die Eroberung Aleppos ein Wendepunkt im Syrienkrieg?
Ich bin froh, dass Sie die Eroberung Aleppos auch als solche bezeichnen – und nicht als Befreiung, wie das syrische Regime es darstellt. Die Eroberung bedeutet nicht automatisch das Ende des Krieges, doch der symbolische Stellenwert ist sehr hoch: Denn Aleppo ist nicht nur die zweitgrösste Stadt und das Wirtschaftszentrum im Land, es ist auch ein sunnitisches Zentrum. Für die Jihadisten, namentlich die al-Nusra-Front, die dort die Oberhand hatten, war die Stadt ein befreites Gebiet. Jetzt aber beherrscht das Assad-Regime diese wieder – ein harter Schlag für die Assad-Gegner nicht nur in Syrien, sondern auch in der Region: für Saudi Arabien, für die Türkei. Assad kann sich jetzt erholen und hat eine starke Position am Verhandlungstisch. Und natürlich ist die Eroberung Aleppos auch ein grosser Erfolg für die Russen, die jetzt endgültig die Herren im Land sind.

Alle reden von den in Ost-Aleppo eingeschlossenen Rebellen. Sind das noch die Regimegegner von 2011/12?
Nein. Die grösste Gruppierung der Rebellen, die in Aleppo auch die Überhand hat, ist die al-Nusra. Mittlerweile heisst sie Dschaisch al-Fatah, Eroberungsarmee auf Arabisch. Sie ist letztlich ein Teil von al-Qaida. Dann gibt es noch die Überreste der Freien Syrischen Armee und andere jihadistische Gruppierungen. Aber man muss klar sehen: Der bewaffnete Arm der gemässigten Opposition hat in Syrien schon lange keinen Einfluss mehr. Also: In Ost-Aleppo dominieren die Extremisten der al-Nusra-Gruppe. Es ist manchmal frustrierend zu sehen, wie das international heruntergespielt wird, obwohl diese Organisation aus Aleppo, aus ganz Syrien, vertrieben werden muss.

Also macht sich der Westen in Ost-Aleppo für Terroristen stark?
Es ist ein Dilemma sondergleichen. Die Amerikaner und der Westen haben in der Region das grosse Problem, keine Gesprächspartner mehr zu haben. Im Gegensatz zu den Russen, die von Anfang an ihre Ziele, ihre Verbündeten und das syrische Regime als Basis in der Region hatten. Das ist das Dilemma: Wenn die USA und der Westen jetzt Druck machen, um diese Rebellen in Aleppo zu retten, dann retten sie in Wahrheit ihre Todfeinde. Diese Organisationen terrorisieren nicht nur Syrien, sie sind eine Gefahr und eine Bedrohung für die ganze Welt.

Es gibt aber auch Tausende eingeschlossene Zivilisten.
Natürlich! Sie sind mehrheitlich die Opfer der Extremisten. Die Zivilbevölkerung hat enorm unter der Herrschaft der Jihadisten gelitten. Denn diese haben die säkularen, oppositionellen Kräfte ausgeschaltet – mit der Unterstützung von Saudi Arabien und Qatar und der Hilfe dort ansässiger Organisationen. Das alles hat dazu geführt, dass die gemässigte, weltliche Opposition in Syrien schon lange so gut wie keinen Einfluss mehr hat. Natürlich haben die Rebellen auch Anhänger unter der Zivilbevölkerung. Die Mehrheit aber will endlich ein Ende des Schreckens und kein Schrecken ohne Ende. Wichtig wäre jetzt also die Regelung des freien Geleites für die bewaffneten Rebellen und ihre Anhänger in die Rebellengebiete im Nordosten des Landes, denn sie haben verloren.

Besiegelt das nicht gleichzeitig die Teilung Syriens?
Ja. Faktisch ist Syrien längst zwischen den Gebieten des Regimes und der Opposition geteilt, die Grenzen von Sykes-Picot zerfallen. Niemand weiss, wie es weitergeht. Kommt dazu, dass diese Krise sehr internationalisiert ist und es viele versteckte Spielchen gibt. Das syrische Regime ist jedenfalls nicht mehr in der Lage, das gesamte Land zu kontrollieren, auch wenn es nach seinem so genannten Sieg in Aleppo die wichtigsten Gebiete, die Grosstädte, beherrscht.

Kommt mit einer Teilung denn der Friede?
Davon gehe ich nicht aus. Es kommt allerdings auch sehr auf die regionalen Mächte an, ob sie in der Lage sind, die Rebellen weiter zu unterstützen. Es sieht nicht danach aus. Saudi Arabien sitzt bis zum Hals im Jemen im Dreck, mit Verlaub. Auch die Türkei hat mit dem Kurdenkonflikt grosse Probleme. Das heisst, die Gegner Assads haben mehr Schwierigkeiten am Hals als Assad selbst.

Ist jetzt der Zeitpunkt für Verhandlungen des Westens mit Assad gekommen?
Unbedingt. Das Kräfteverhältnis hat sich längst verändert. Der Westen muss klare, realistische Ziele definieren. Es gibt keine Alternative. Assad muss Teil der Lösung für Syrien sein, denn er weiss immer noch eine starke Basis hinter sich. Realistischerweise muss der Westen vor allem einen Konsens mit Assads Herren, etwa Russland und Iran, finden. Nur so kann Assad seinen Krieg nicht weiter führen. Es geht nicht anders. Der Westen beweint jetzt die Menschen in Aleppo. Aber tatsächlich ist im Westen niemand an einer politischen Lösung der Krisen in der Region interessiert. Moralisch schwingt man die Keule und ist gleichzeitig politisch untätig. So wird auch die Flüchtlingskrise nicht gemeistert, das sollte man im Westen wissen.

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

Mittwoch, 26. November 2014

Amerika will den Dollar mit einem Kalten Krieg retten

Thema: Geopolitik
Bedrohung für Europa
Britische Ex-Spionin:
Amerika will den Dollar mit einem Kalten Krieg retten


Eine ehemalige Mitarbeiterin des britischen Geheimdienstes MI5 glaubt, dass die aggressive Außenpolitik der USA vor allem ein Rückzugsgefecht sei: Die Amerikaner wissen, dass sie die globale Vorherrschaft in der Energie-Politik nicht aufrechterhalten können. Viele Staaten hinterfragen das Monopol des Petro-Dollars. Getrieben von den Neocons in Washington, riskiere Amerika einen neuen Kalten Krieg - der vor allem die Europäer hart treffen könnte.
Lesen Sie den Artikel hier:
Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Kommentare

Cerberus sagt:
Ja, der Artikel bringt die Dinge auf den Punkt. Nur bleibt die Frage, wie man das an die Allgemeinheit bringen solle. Die Mainstreamer agitieren mit großen Geschützen gegen die Wirklichkeit, quasi auf allen Kanälen. Und da werden alle solche Informationen als Verschwörungstheorien abgeledert. Bspw. gestern erst wieder mit der Blödelsendung “Heute-Show” – und das sehr geschickt. Da wurde zuerst die FIFA und der Atommüll-Fass-Skandal bearbeitet (was ja richtig war), um dann den Bogen zu spannen, zu Putin, dem irrationalen, machthungrigen Despoten, wobei man gleich noch RT-Deutsch, als Verschwörungs-irren Sender – vorzüglich – deformierte. Ansonsten… Bild bearbeitet den Stammtisch und FAZ, Spiegel und Co bearbeiten die, die sich für was besseres halten wollen. Diese Medien sind eine Armee.

Mitleser aus den USA sagt:
Selbst schuld, wenn Europa sich davon “treffen” läßt. Frau Merkel hat es als eine der wenigen Politiker erkannt: Good old Germany braucht ordentliche Beziehungen zu seinen Nachbarn und an Europa grenzt nun mal u.a. auch Russland, wobei hier kein Ozean dazwischenliegt. Dies gehört wirtschaftlich für beide Seiten sinnvoll genutzt. So simple.

Kopfschüttler sagt:
Frau Merkel!!! Nehmen sie die Ruder in die Hand und legen sie sofort den Rückwärtsgang ein !!! Sie sind dabei Deutschland und Europa in eine Katastrophe zu führen. Denken sie an den “offenen Brief”, der ist eine hochbrisante Warnung. Die obigen Aussagen von ” Annie Machon” bestätigen dies in höchstem Maße. Leute… wir müssen auf die Strasse gehen bevor es zu spät ist !!!! Gibt es Vorschläge???

Ondoron sagt:
Kurz und knapp: Eine geopolitische Analyse, die ich vollständig teile. Wie immer ist Deutschland auf der falschen Seite. Merkel und Gauck müssen weg! Den Schaden, den sie anrichten, werden wir oder Nachfolgende später in den Geschichtsbüchern lesen können.
Gefallen hat mir insbesondere die Darstellung Brzezinkis als Psychopathen; leider gibt es da viel mehr von. Es scheint bei Politikern ein Selektionskriterium zu sein.

Carsten sagt:
“Es scheint bei Politikern ein Selektionskriterium zu sein.”
Ich denke auch, dass mittlerweile Personen ganz bewusst in bestimmte Posten gehievt werden!

stinchen sagt:
Nicht erst mittlerweile ist das mit bestimmten Personen auf bestimmten Positionen so: Wenn man sich mal vor Augen führt, wo überall seit Jahrzehnten ehemalige Goldmann-Sachs-Größen installiert sind und waren: Finanzminister der US-Regierung; Draghi; die “Spezialisten”, die die Griechenland-Bücher vor deren EU-Beitritt frisiert haben – bis hin zum Berater unserer Kanzlerin, der bis vor wenigen Wochen Deutschland-Chef von Goldmann-Sachs war (er hat den Posten geräumt) – allesamt Goldmann-Sachs-Leute. Da muss man sich nicht mehr wundern, wieso bestimmte Entscheidungen nicht erst auf den zweiten Blick eine Tendenz zu transatlantischen Vorteilen haben.

Schinderhannes sagt:
Nur so wird ein Schuh daraus. Alles was ich bis anhin in anderen Medien gehört oder gelesen habe, war für mich nie logisch genug um die zu glauben, was mir aufgetischt wurde. Nun, seit ich DWN lese, kommt endlich Licht ins dunkle. Und so langsam kriege ich auch angst, vor einer elitären Macht, die auf biegen und brechen an der Macht bleiben will.
Aber jeder kann, was tun, geben diesen Irrsinn aus dem Weißen Haus. Verbreitet diesen Artikel und das Volk. Ich werde dies bei uns am Bahnhof aufhängen, in der Bäckerei usw. verbreiten. Denn ich will keinen Krieg!

J.F.Oberlin sagt:
“Amerika will den Dollar mit einem Kalten Krieg retten” Das ist leider nur die halbe Wahrheit! Die USA will Krieg in Europa – nur so glauben sie das “System” des Lügengeldes erneut starten zu können.


Samstag, 21. Dezember 2013

Radikal-islamische Gruppierung Jabhat al-Nusra: Genf-2 wird nicht anerkannt

Worüber westliche Medien nicht gerne berichten

Thema: Die Vorbereitung der „Genf 2“-Konferenz zu Syrien

MOSKAU, 19. Dezember (RIA Novosti).
Die syrische radikal-islamische Gruppierung Jabhat al-Nusra wird die Ergebnisse der geplanten Syrien-Friedenskonferenz Genf-2 nach Angaben ihres Chefs, Abu Mohammed al-Dschawlani, nicht anerkennen.


Damascus © AFP/ Louai Beshara
„Egal, welche Resultate die Konferenz bringt - wir werden sie nicht akzeptieren“, erklärte Al-Dschawlani am Donnerstag in einem Interview für den TV-Sender Al Dschasira. „In dieser Konferenz sind Menschen nicht vertreten, die im Kampf gegen (Syriens Präsident Baschar al-)Assad ihr Leben opfern. Die Teilnehmer der Konferenz hatten Konfliktorte nicht besucht. Deshalb wird die Organisation es ihnen nicht gestatten, die Syrer zu betrügen“, fuhr der Anführer fort.

In seinem ersten TV-Interview sagte Al-Dschawlani weiter, dass seine Gruppierung keine Alleinherrschaft in Syrien anstrebt. Das künftige Gesetz im Land solle sich auf die Scharia-Normen gründen, betonte er. Jabhat al-Nusra war von der internationalen Gemeinschaft als ein Terrornetzwerk eingestuft worden.

Assad-Gegner gefährden Genf-2-Konferenz

MOSKAU, 13. Dezember (RIA Novosti).
Die syrische Opposition droht endgültig in zwei Lager zu zerfallen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

Der Kampf zwischen gemäßigten und radikalen Oppositionellen veranlasste die USA und Großbritannien, ihre Hilfe für die Freie Syrische Armee (FSA) einzustellen. Das geschah, nachdem sunnitische Radikale der „Islamischen Front“ FSA-Stützpunkte erobert und den Befehlshaber der FSA, Salim Idriss, zur Flucht nach Katar getrieben hatten. Die USA können somit keine vollwertige Präsenz der syrischen Opposition auf der bevorstehenden Genf-2-Konferenz gewährleisten.

Die Auseinandersetzungen zwischen den gemäßigten Oppositionellen und den sunnitischen Radikalen halten bereits seit anderthalb Jahren an. Dutzende Gruppierungen kämpfen für die FSA, sogar Al-Qaida-nahe radikale Gruppierungen wie „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ und „Dschabhat al-Nusra“. Als gemäßigt radikal gilt die „Islamische Front“, die vor allem aus Syrern besteht. Die „Islamische Front“ und ihre 45.000 Kämpfer fordern ein härteres Vorgehen der FSA. Dem nach Katar geflohenen Salim Idriss wird vorgeworfen, er habe sich an den Westen verkauft.

Die Kämpfer der „Islamischen Front“ übernahmen vor einigen Tagen die Kontrolle über einige FSA-Stützpunkte an der Grenze zur Türkei, darunter den strategisch wichtigen Grenzübergang von Bab al-Hawa.

Dass die Radikalen gefährliche Waffen in ihre Hände bekommen, ist durchaus möglich. Deshalb stellten London und Washington ihre Rüstungslieferungen im Wert von 283 Millionen Dollar an die Freie Syrische Armee ein.

Die Freie Syrische Armee protestierte gegen die Einstellung der Zusammenarbeit. Laut Alexej Malaschenko vom Moskauer Carnegie-Zentrum war der Zusammenbruch der Freien Syrischen Armee vorhersehbar. Zur Genf-2-Konferenz würden die USA oppositionelle Kämpfer einladen, die konsequenter vorgehen, so der Experte.

Kommentar
Moment mal, Jabhat al-Nusra, sind das nicht diejenigen, die von den USA und England mit Waffen und Munition versorgt wurden? Ist das nicht eine Gruppe der al-Qaida, die nach neuesten Berichten Zugriff auf das Giftgas Sarin hatten und die aus Syrien einen salafistischen Gottesstaaat machen und alle Andersgläubigen, Alawiten und Christen, aus dem Land verbannen wollen?
Was für eine illustre Truppe die Freunde unserer Regierung da unterstützt haben, kann man bei Wikipedia nachlesen und staunen: http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Nusra-Front


Freitag, 6. September 2013

G20-Gipfel in St. Petersburg - Kerry kommt nicht

Thema: G20-Gipfel in Sankt Petersburg
Einige Meldungen, die Sie so bestimmt nicht in westlichen Medien lesen werden

BRICS-Staatschefs vergleichen elektronische Bespitzelung mit Terrorismus

SANKT PETERSBURG, 05. September (RIA Novosti).
Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) haben bei einem Treffen am Donnerstag die elektronische Bespitzelung hoher Politiker scharf verurteilt und mit dem Terrorismus verglichen. 
 
BRICS-Staatschefs © Agencia oficial de imágenes/ Igor Russack
Dies teilte Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, mit. Die BRICS-Staats- und Regierungschefs trafen sich am Rande des Gipfels der führenden Industrie- und Schwellennationen (G20) in Sankt Petersburg.  Sie betonten, dass die Freiheit im Internet die Sicherheit von Staaten nicht gefährden dürfe.
Der „Guardian“ hatte im Juni berichtet, dass der britische Geheimdienst gemeinsam mit US-Kollegen im Jahr 2009 die Telefone und Computer von G20-Teilnehmern, darunter auch des damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, ausspioniert hatte. Laut Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden, dass der US-Spionagedienst NSA zudem die Telefonate und Internetkommunikation der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff sowie des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto bespitzelt habe.

Kerry kommt nicht zum G20-Gipfel nach St. Petersburg

STRELNA, 04. September (RIA Novosti). US-Außenminister John Kerry hat diplomatischen Quellen zufolge keine Pläne, zu dem am 5. und 6. September nach St. Petersburg einberufenen G20-Gipfel zu reisen.
US-Außenminister John Kerry

"Kerry wird nicht zu der von US-Präsident Barack Obama geleiteten Delegation gehören", teilte ein Diplomat, der anonym bleiben wollte, am Mittwoch der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit. Statt ihm komme Obamas Sicherheitsberaterin Susan Rice. Zu den Gründen für diese Entscheidung machte der Gesprächspartner keine Angaben. Zuvor war mitgeteilt worden, dass in St. Petersburg bislang kein bilaterales Treffen Obamas mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin geplant war.


US-Senator: Obama macht USA zum Fliegerverband von Al-Qaida

WASHINGTON, 04. September (RIA Novosti).
Der US-Senator Ted Cruz, potentieller Präsidentschaftskandidat 2016, hat den Vorschlag von Präsident Barack Obama kritisiert, in Syrien einzugreifen, berichtet die Zeitung „Politico“ am Mittwoch. 

Al-Kaida Foto: Reuters
Ein solcher Schlag wäre im Interesse der Extremisten, die gegen die Regierung Syriens kämpfen, darunter von Al-Qaida, betonte er. „In diesem Spiel haben wir keine Einsätze gemacht“, so der Senator vom Bundesstaat Texas. „Wir müssen uns auf den Schutz der USA konzentrieren. Gerade zu diesem Zweck treten junge Männer und Frauen der Armee bei und nicht etwa, um als Fliegerverband von Al-Qaida zu dienen.“

Präsident Obama werde faktisch zu Kampfhandlungen gezwungen, nachdem er vor den unumgänglichen Folgen eines C-Waffen-Einsatzes in Syrien gewarnt hatte. 

„Anscheinend setzt sich der Präsident für ein Eingreifen ein, um sein Image zu wahren: Er hat eine ‚rote Linie’ gezogen und wurde nun beim Bluff ertappt“, betonte der Politiker.    

Barack Obama hatte seinerzeit erklärt, ein C-Waffen-Einsatz in Syrien wäre die „Rote Linie“, hinter der ein Eingreifen der USA unvermeidlich sein würde. 

Gegen ein Eingreifen in Syrien äußerten sich auch einige Politiker aus der Demokratischen Partei, die befürchten, dass für die Begründung dieser Entscheidung nicht verifizierte Geheimdienst-Daten benutzt werden, wie dies beim Überfall auf den Irak 2003 der Fall war. Die Führungen der beiden Kongress-Parteien unterstützen allerdings die Idee des US-Präsidenten. Der Senat und das Repräsentantenhaus sollen demnächst darüber abstimme

Russisches Verteidigungsministerium warnt vor Aggression gegen Syrien
Thema: Eingreifen in Syrien bahnt sich an

MOSKAU, 05. September (RIA Novosti).
Kampfhandlungen gegen einen unabhängigen Staat, die ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrats beginnen, sind eine Aggression - damit kommentierte der russische Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow die mögliche militärische Intervention der USA in Syrien.
Russisches Verteidigungsministerium
© RIA Novosti. Anton Denisow
„Nur der Weltsicherheitsrat ist berechtigt, einen Gewalteinsatz gegen einen souveränen Staat zu autorisieren“, sagte Antonow am Donnerstag.  Er rief das israelische und das US-amerikanische Verteidigungsministerium zu Zurückhaltung und Vernunft auf. „Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Frieden und Stabilität in dieser Region zu sichern.“

Eine mögliche westliche Intervention in Syrien ist nach den Meldungen über einen C-Waffen-Einsatz nahe Damaskus in greifbare Nähe gerückt. Am 21. August war östlich der syrischen Hauptstadt vermutlich Giftgas eingesetzt worden. Die syrische Regierung und die bewaffnete Opposition, die sich seit März 2011 blutige Gefechte liefern, beschuldigen sich gegenseitig, hinter der Attacke zu stecken. Die USA geben der syrischen Regierung die Schuld. US-Präsident Barack Obama ersuchte am Samstag den Kongress um die Billigung eines Militärschlages gegen Syrien.

Dienstag, 4. Juni 2013

Die Wahrheit über US-Kriegsverbrechen: „Freiheit für Bradley Manning!“

Auf vier Kontinenten protestierten Unterstützer für Bradley Manning. Dem US-Soldaten wird vorgeworfen, tausende Geheim-Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks übermittelt zu haben. Er muss möglicherweise für den Rest seines Lebens in ein Militärgefängnis.

Mehr als 3.000 Unterstützer demonstrierten am Samstag für die Freilassung von Bradley Manning. (Foto: bradleymanning.org)
Weltweit wird an diesem Wochenende protestiert, um Bradley Manning zu unterstützen, den US-Soldaten, der tausende geheime US-Dokumente öffentlich gemacht hatte. Am Montag beginnt der Prozess gegen ihn vor einem Militärgericht.

Manning-Unterstützer demonstrierten am Samstag in den USA, in Deutschland, in Großbritannien und in Frankreich, berichtet RT Auch in der Nähe der Militärbasis, wo am Montag der Prozess gegen Manning beginnen wird, protestierten 3.000 Sympathisanten mit dem Slogan „Freiheit für Bradley Manning – Die Wahrheit über Kriegsverbrechen zu verbreiten, ist kein Verbrechen“. Zudem wurde in Australien, Kanada, Italien und Südkorea protestiert.

Das Militärgericht gegen den 25-jährigen Soldaten findet in Fort Mead im Bundesstaat Maryland statt und wird voraussichtlich bis zum Sommer dauern. Bradley droht eine lebenslange Haftstrafe. Er ist bereits seit mehr als drei Jahren in Haft – ohne ein Gerichtsverfahren. Neun Monate verbrachte er allein und unter harten Haftbedingungen in einem Gefängnis der US-Marine. Zwei Monate wurde er in Kuwait in einem Käfig eingesperrt, bevor er in eine Militärbasis in den USA verlegt wurde.

Der US-Soldat Manning hatte sich Ende Februar in zehn minder schweren Anklagepunkten schuldig bekannt. Zudem hatte er gestanden, im Januar 2010 tausende Seiten geheimer Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks übermittelt zu haben. Mit dem Geständnis wollte er der Todesstrafe entgehen, denn von den USA ihm wird vorgeworfen, Al-Qaida unterstützt zu haben (mehrhier).
Daniel Ellsberg, ein früherer Angestellter des US-Verteidigungsministeriums, der während des Vietnamkriegs die sogenannten Pentagon-Papiere an die Öffentlichkeit brachte, sagte: „Ich denke, die Geschichte ist auf der Seite jener, die die Wahrheit verbreiten wollen, nicht auf der Seite jener, die sie verbergen wollen.“

Das Unterstützungsnetzwerk für Bradley Manning schrieb auf seiner Webseite: „Bradley glaubte, dass das amerikanische Volk das Recht hat, die Wahrheit darüber zu erfahren, was unsere Regierung in der ganzen Welt in unserem Namen macht.“

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN

Ich glaube, die Vorstellung eines "Helden" liegt zwischen unseren "transatlantischen Freunden" und uns Europäern weit auseinander. Sie betrachten jemanden als Held, wenn er draufhaut, zerstört und vernichtet, es muss nur patriotisch genug dargestellt werden.
Einer wie Manning ist in ihren Augen ein Weichei und Nestbeschmutzer.
Die Hubschrauber-Piloten, die die unbewaffneten Zivilisten aus großer Entfernung erschossen haben, sind amerikanische Helden.
Die jahrelange Gehirnwäsche und das patriotische Gehabe zeigen ihre Wirkung.

Aber da kommen wir auch noch hin, wir sind auf dem besten Weg.
Politik und Medien geben sich reichlich Mühe.
Selbst von unseren Sicherheitsorganen werden die Täter besser geschützt als die Opfer!


Kommentare bei DWN

 K L sagt:
Nobel würde sich wohl gerne im Grab drehen. Friedensnobelpreis für Obama. Einem schlimmeren Despoten gibt es derzeit wohl kaum

Massaker von My Lai -16.3.1968 sagt:
Der Soldat Manning wird ,davon müssen wir ausgehen,Jahrzehnte,wenn nicht sogar sein
ganzes Leben hinter Gittern verbringen müssen.Sie werden ihm nur ausreichend Luft zum Atmen lassen!!!
Richtige amerikanische “”Helden”",wie zum Beispiel Leutnant William L.Calley,der ausführende Menschenschlächter von My Lai(Vietnam),werden zu “Lebenslang” verurteilt und nach 3 Jahren begnadigt!!! Vorher hatte der ehrenwerte Präsident Nixon die Strafe schon nach 3 Tagen in Hausarrest umgewandelt.

In My Lai wurden 504 Zivilisten, in der Mehrzahl Frauen und Kinder abgeschlachtet!!!

Bei Massakern auf dem Balkan, haben die beteiligten Kriegsparteien sich dann später an
dem amerikanischen “”Helden”" orientiert.

Meines Wissens nach war Calley der einzige Beteiligte des Massakers,der zur “Verantwortung” gezogen wurde!!

Kugelblitz HB sagt:
Bradley Manning ist für mich ein moderner Held der Selbstverantwortung übernommen hat. Er handelt im Namen der — WAHRHEIT — des Lichtes, der Empathie mit den vielen unschuldigen Opfern, die unter dem Deckmantel des “Kampf gegen den Terror” getötet, gefoltert, vergiftet und verstümmelt werden.

Es heisst ja auch : “Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd”.

…..Was ist denn mit Julian Assange? Er ist auch ein Andersdenkender der die westlichen Regierungen kritisiert und ihre Machenschaften mit Wikileaks offenlegt. Nach dem er jahrelang unter Hausarrest in England stand flüchtete er im Juni 2012 in die Botschaft Ecuadors in London, wo er auch wie Guangcheng Schutz vor Verfolgung suchte und sich seitdem aufhält…..

…Es ist bald ein Jahr vergangen aber Assange darf nicht Grossbritannien verlassen. Die Anschuldigung gegen ihn sind genau so konstruiert und fadenscheinig wie die mit denen man Guangcheng verurteilt hat….
…Der eine ist ein Held, weil es sich um einen Chinesen handelt, dessen Schicksal man propagandistisch voll ausschlachten kann. Seht doch wie schlimm China mit Andersdenkenden umgeht und wie gut doch die USA ist weil sie ihn aufnehmen. Der andere ist ein Verräter, der in die USA ausgeliefert werden muss, wo ihm wegen der Veröffentlichung von geheimen Diplomatendepeschen die Todesstrafe droht.

Robert sagt:
Warum steht die Welt überhaupt noch zu Amerika und löst sich nicht endlich aus deren Umklammerung? Die USA – ein Land, welches die internationale Definition von Terrorismus nicht anerkennt und der Grund dafür ist, dass gemäß dieser Definition genau die USA der Terrorist Nr. 1 sind.
Würde die restliche Welt sich von den USA trennen gäbe es endlich Frieden auf Erden.

Gerd sagt:
Leider gibt es viel zu wenige die sich das öffentlich zu sagen trauen, dass bei nahezu jedem Krieg auf der Welt die USA die Finger im Spiel haben. Mal ganz offen, mal verdeckt über Stellvertreter, aber immer steckt die geldgeile Wirtschafts- und Waffenmafia dahinter. Einerseits geht es um Rohstoffe, in erster Linie Öl und Gas, wobei sie auch noch meinen einen Anspruch drauf zu haben, andererseits um die Weltwirtschaft und die weltweite Bankenkontrolle. Um das Ziel “Weltherrschaft” zu erreichen, gehen sie über Leichen, – auch über Leichen von Landsleuten.