Freitag, 5. Dezember 2014

Mistral Hubschrauberträger für Russland

Thema: Hubschrauberträger Mistral
RIA Novosti
Ausstieg aus Mistral-Deal könnte Frankreich bis zu drei Milliarden Euro kosten

Foto: © RIA Novosti. Grigory Sysoev
PARIS, 26. November (RIA Novosti).
Frankreich wird Russland bis zu drei Milliarden Euro Entschädigung zahlen müssen, wenn es die Lieferung der beiden Kriegsschiffe der Mistral-Klasse verweigert, wie von der Zeitung „Parisien“ befragte Experten einschätzen.

Aus diplomatischen Kreisen hieß es inoffiziell, dass Russland in einem solchen Fall neben der Erstattung der Kosten des Liefervertrages in Höhe von 1,2 Milliarden Euro auch ein Abstandsgeld von rund 800 Millionen Euro für jedes der beiden zu liefernden „Mistral“-Schiffe verlangen und damit Anspruch auf nahezu drei Milliarden Euro erheben kann.

In Frankreich gibt es jedoch keine einheitliche Meinung hinsichtlich der voraussichtlichen Entschädigungssumme. So rechnet die Zeitung „Nouvel Observateur“ mit 250 Millionen Euro. Journalisten der Zeitung „Le Monde“ hingegen gehen von einem Entschädigungsbetrag von rund einer Milliarde Euro aus.

Im Falle der Kündigung des Vertrages wird Frankreich die von Russland geleistete Anzahlung von 800 Millionen Euro - drei Viertel der Vertragskosten - zurückerstatten müssen.

Der Vertrag über die Lieferung von zwei Hubschrauberträgern der Mistral-Klasse nach Russland war im Jahr 2011 vom französischen Unternehmen DCNS und dem russischen Waffenexportunternehmen Rosoboronexport geschlossen worden. Die Vertragskosten belaufen sich auf 1,2 Milliarden Euro. Das erste Kriegsschiff soll bis Ende 2014 und das zweite im Jahr 2015 in den Dienst der russischen Flotte gestellt werden. Gegen die Lieferung der Schiffe tritt das US-Außenministerium auf: Nach seiner Ansicht ist die Übergabe selbst eines der Mistral-Hubschrauberträger an Russland angesichts der Situation in der Ukraine unzulässig.

Am Dienstag wurde offiziell bekannt gegeben, dass der französische Präsident Francois Hollande die Übergabe des ersten Mistral-Schiffes, der „Wladiwostok“, an Russland wegen „der aktuellen Lage in der Ukraine“ verschoben hat. Wie der stellvertretende russische Verteidigungsminister Juri Borissow zuvor RIA Novosti gesagt hatte, wird Moskau die Aussetzung der Lieferung des Kriegsschiffes vorerst nicht beanstanden. Ursprünglich hätte die „Wladiwostok“ am 1. November an Russland ausgeliefert werden sollen. Die feierliche Übergabe des Schiffes an die russische Marine war für den 14. November angesetzt.
Quelle: RIA Novosti

Kommentar
Oh, oh - da wird aber Monsieur Hollande große Probleme haben, seinen französischen Wählern zu erklären, warum ihr Präsident die Lieferung an Russland verweigert, obwohl die Schiffe schon größtenteils bezahlt sind, dass die Anzahlung zurückgezahlt werden muss und auch sonst noch riesige Kosten auf sie als Steuerzahler zukommen. Ob er sich zu sagen traut, dass die amerikanische Regierung ihm die Auslieferung verboten hat?

RIA Novosti
Kriegsschiff für Russland: Diebstahl auf Mistral entdeckt
An Bord der „Wladiwostok“, eines Hubschrauberträgers des Typs Mistral, den Frankreich für Russland gebaut, jedoch noch immer nicht ausgeliefert hat, ist ein größerer Diebstahl entdeckt worden.


Foto: © RIA Novosti. Grigory Sysoev
Wie die Zeitung „Le Point“ am Freitag berichtet, sind Computer-Festplatten aber auch High-Tech-Ausrüstung verschwunden, die von der Firma Thales installiert worden waren. Der Diebstahl auf dem Schiff im Hafen Saint-Nazaire wurde am 25. November entdeckt. Die Kriminalpolizei von Rennes, die zu dem Vorfall ermittelt, hat keine Spuren eines Einbruchs gefunden. Auch gebe es keine Hinweise darauf, dass die unmittelbare Umgebung des Schiffes verwickelt sein könnte. Die Russen seien außer Verdacht, zitierte die Zeitung einen nicht näher bezeichneten Sprecher im französischen Verteidigungsministerium.

Russland hatte 2011 in Frankreich zwei Hubschrauberträger dieses Typs im Gesamtwert von 1,2 Milliarden Euro bestellt. Die USA stemmen sich gegen den Deal. Ende August 2014 versicherte der französische Präsident Francois Hollande, dass nichts Frankreich davon abhalten könne, die Hubschrauberträger an Russland zu liefern. Doch schon zwei Wochen später drohte er auf Druck aus Washington, den Deal zu stoppen.

Das erste Kriegsschiff, die „Wladiwostok“, hätte am 14. November an die russische Kriegsmarine übergeben werden sollen. Der Termin wurde abgesagt. Beim G20-Gipfel in Australien versicherte Hollande, er werde über den Mistral-Deal ohne Druck von außen und im Interesse Frankreichs entscheiden. Am Dienstag ließ Hollande die Auslieferung des ersten Schiffes bis auf weiteres aussetzen. Russland stellte daraufhin eine Gerichtsklage in Aussicht.
Quelle: RIA Novosti

RIA Novosti
Mistral-Kriegsschiffe für Russland: DCNS feuert Projektleiter
MOSKAU, 01. November (RIA Novosti).
Der französische Industriekonzern DCNS, der zwei Mistral-Hubschrauberträger für Russland baut, hat den für dieses Projekt zuständigen Mitarbeiter Yves Destefanis entlassen. Der Grund dafür war ein Brief, den Destefanis nach Moskau geschickt hatte.

Foto: © RIA Novosti. Aleksei Filippov
Nach Angaben der französischen Zeitung Echos hatte Destefanis im Namen des Konzerns russische Verantwortliche zur Übergabe des ersten der beiden Kriegsschiffe am 14. November im französischen Hafen Saint-Nazaire eingeladen. Einen Tag später bestritt Paris eine entsprechende Einigung. Aus der französischen Hauptstadt hieß es, dass die Lieferung wegen der aktuellen politischen Bedingungen derzeit nicht möglich sei.

Wie Echos berichtet, hat DCNS-Direktor Hervé Guillou am Donnerstagabend die Entlassung von Yves Destefanis verfügt. Zur Begründung hieß es, dass Destefanis Schritte unternommen habe, die „negative Konsequenzen für das Unternehmen“ haben könnten. Der Brief nach Moskau wurde nicht als Grund erwähnt. Journalistenanfragen an DCNS und die Werft STX blieben zunächst ohne Antwort.

Russland hatte 2011 in Frankreich zwei Hubschrauberträger vom Typ Mistral im Gesamtwert von 1,2 Milliarden Euro bestellt. Das erste Kriegsschiff soll noch in diesem Jahr und das zweite 2015 bei der russischen Kriegsmarine den Dienst antreten. Die USA stemmen sich gegen den Deal. Noch Ende August versicherte der französische Präsident Francois Hollande, dass nichts Frankreich davon abhalten könne, die Hubschrauberträger an Russland zu liefern. Doch schon zwei Wochen später drohte er auf Druck aus Washington, den Deal zu stoppen.

Am Dienstag teilte der russische Vizepremier Dmitri Rogosin mit, dass der staatliche Rüstungskonzern Rosoboronexport für den 14. November eine Einladung zur Übergabe des ersten Hubschrauberträgers, der „Wladiwostok“, im französischen Hafen Saint-Nazaire erhalten habe.

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