Sonntag, 16. August 2015

Was wird das Jugendwort des Jahres 2015?

Thema: das Jugendwort

Jugendsprache 2015
Merkeln, Rumoxidieren oder Smombie

Wird "Merkeln" das Jugendwort 2015? Bis zum 31. Oktober kann noch abgestimmt werden. "Merkeln" steht laut Langenscheidt-Verlag für "Nichtstun" und "keine Entscheidungen treffen" und natürlich Bundeskanzlerin Merkel.

Das ist rumoxidieren: chillen war letztes Jahr ... am Bodemuseum in Berlin im Juli 2015 Foto: Carsten Koall/Getty Images
Das Jahr 2015 ist zur Hälfte vorbei und nun ist Zeit, das Jugendwort des Jahres 2015 zu finden. Das geht so: Aus einer Liste von 30 nominierten Wörtern kann man bis zum 31. Oktober wählen, welches man am besten findet.

Das Wort des Jahres ist eine Initiative von Langenscheidt-Verlages (bekannt durch Wörterbücher) in Zusammenarbeit mit BRAVO, YAEZ - die Jugendzeitung, taff, Die Arche, BR PULS und Jugendpresse. Bei Twitter erreicht man die aktuelle Diskussion unter #jugendwort. Nach dem 31. Oktober kommen die 10 meistgewählten Wörter in die nächste Runde und werden Mitte November einer Jury vorgelegt - diese wählt dann den endgütligen Gewinner.

Doch die Jugend sieht das wohl anders ...

Dieses Jahr gibt es bereits einen Skandal: das Wort, das an der Spitze stand, wurde entfernt. Es heißt "Alpha-Kevin". Damit ist der "Dümmste von allen" gemeint.

Das war den Veranstaltern - nachdem sie es nominierten und veröffentlichten - zu heikel und wurde zurückgenommen. Es war das erste Mal, dass ein bereits nominiertes Wort entfernt wurde. Damit wird den Jugendlichen ganz deutlich gezeigt, wie ernst sie von Langenscheidt genommen werden, wie sehr ihre Entscheidung respektiert wird und wie mit unliebsamen Ergebnissen umgeganen wird.

Die derzeitige Reihenfolge: Merkeln, Rumoxidieren, Earthporn und Smombie

Merkeln - mit 34 Prozent: Der Ausdruck wird erklärt mit: Nichtstun, keine Entscheidungen treffen, keine Äußerungen von sich geben, Bezug zu Angela Merkel. Unter Jugendlichen wird es jedoch auch genutzt für: im Geheimen was vorbereiten, alles andere aussitzen und dann das machen, was man will.

Rumoxidieren - mit 13 Prozent: Das steht für chillen, genau passend zum heißen Sommer.

Earthporn - mit 9 Prozent: Das Wort wird nach Langenscheidts Wörterbuch für eine schöne Landschaft verwendet.

Smombie - mit 5 Prozent: Das sind Menschen, die wie gebannt mit dem Handy über die Straße gehen und nicht gucken, wohin sie gehen, Zusammensetzung von Smartphone und Zombie.

Weitere nominierte Wörter

Tinderella (exzessiv Online-Dating Plattformen wie z.B. Tinder nutzt.), Discopumper (Trainiert nur dafür, um in der Disco gut auszusehen), bambus (cool, krass), Vaggetarier (Person, die nur aus Imagegründen vegetarisch lebt), Augentinnitus (Das unangenehme Gefühl, von dummen Menschen umgeben zu sein).

Weiterhin: krimmen (jemandem etwas wegnehmen, was man ihm vorher geschenkt hat - Bezug auf die Krim-Krise), shippen (eine Beziehung eingehen (vom Englischen: relationship) „Ich und Kevin shippen jetzt.“ Oder: sich die Beziehung zwei anderer Personen wünschen oder diese stark zu befürworten), INKOLA (Abkürzung von "inoffizieller Klassensprecher").

Noch ein paar, die derzeit bei 1 oder 2 Prozent stehen:

- Eierfeile (Fahrrad), skylern (nerven), Hayat (Türkisch für Leben, Kosewort „Du bist hayat, ich lieb dich!"), Bologna-Flüchtling (Studienabbrecher) Egoshoot (Selfie), Maulpesto (übler Mundgeruch) und Haul (Großeinkauf, der in sozialen Netzwerken präsentiert wird)

- Dia Bolo (hässliches Selfie), kompositeren (gammeln), Genussoptimierer (Koch), kirscheln (wie zwei Kirschen zusammenhängen)
Alle folgenden haben bisher überhaupt keine Votings bekommen:

Gesichtspalmieren (etwas mega peinlich finden), lockerlich (klar, natürlich, Zusammensetzung von locker und sicherlich), ORAV (Abkürzung von „Ohne Rücksicht auf Verluste“), threestaren (zu 100% perfekt machen, Begriff aus Smartphone-Spielen, bei denen man 3 Sterne gewinnen kann), Cloudophobie (Angst vor Datenklau durch internetbasierte Clouds), skyen (verliebt sein, auf Wolke 7 schweben) und flittern (über Twitter flirten). (ks)

Quelle: Epoch Times

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