Dienstag, 25. November 2014

Wachsende Altersarmut in Deutschland

Thema: Altersarmut
Armutsgrenze
Immer mehr Rentner mit weniger als 900 Euro

19.11.2014, 14:32 Uhr | t-online.de, dpa
Immer mehr ältere Menschen in Deutschland sind von Armut bedroht. Der Anteil armutsgefährdeter Rentner ist im Osten etwas niedriger als im Westen, wo er sogar leicht über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, waren 2013 in den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) 12,5 Prozent der Menschen ab 65 Jahren von Armut bedroht. In den alten Bundesländern betrug diese Quote 14,8 Prozent.

Wachsende Altersarmut in Deutschland (Screenshot)
Im Vergleich zu 2011 ist der Anteil sowohl in West als auch in Ost um 1,1 Prozentpunkte gestiegen.

Armutsrisiko nimmt zu

Im früheren Bundesgebiet nimmt das Armutsrisiko der Rentner seit 2006 (11,0 Prozent) Jahr für Jahr zu. In den neuen Bundesländern gilt dies - mit einer Ausnahme - ebenfalls. Die Quote lag dort 2006 noch bei 8,3 Prozent. Die Armutsgefährdung beginnt in Deutschland etwa für einen Alleinlebenden, wenn sein Monatseinkommen unter 892 Euro liegt.

Und die Situation wird sich weiterhin verschärfen. Um ihren Lebensstandard zu sichern, fehlen den Ruheständlern demnach im Durchschnitt 350 Euro pro Monat netto mehr als bisher geschätzt.

Der Aktion "Finanzwissen für alle" der Fondsgesellschaften zufolge gilt als Faustregel, dass Ruheständler etwa 80 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens benötigen, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Nach Angaben der Bochumer Forscher ersetzte die gesetzliche Rente im Idealfall zuletzt aber nur knapp 60 Prozent. In der Realität sei die Situation aufgrund brüchiger Erwerbsbiografien, Teilzeitphasen und Auszeiten oft noch viel dramatischer.

Zusätzliche Vorsorge notwendig

Weil die Rentenbezüge vom Staat für viele Bürger nicht ausreichen werden, raten Experten unbedingt, zusätzlich privat fürs Alter vorzusorgen.

Um den Extra-Bedarf zu ermitteln, können Beschäftigte etwa den Rentenlücken-Rechner des deutschen Fondsverbands BVI nutzen. Der Rechner zeigt die zukünftige Höhe der gesetzlichen Rente in heutiger Kaufkraft sowie das Niveau in Prozent des letzten Nettolohns an. Bei einer Rentenhöhe von beispielsweise 60 Prozent sind etwa noch 20 Prozentpunkte aufzustocken, der Rechner gibt auch die Höhe des Betrags an.
Quelle: T-online.de

Kommentare aus dem T-Online-Forum

vorwaerts58
Eine Frau in Wernigerode fragte Frau Merkel,ob sie es gut fände, daß sie nach über 40 Jahren Arbeit so wenig Rente bekomme,daß sie trotzdem Flaschen sammeln müsse. Frau Merkel brachte mühsam hervor: " Das habe ich nicht gewußt".......Fragen??? PS........Das obige Bild ist eine Schande für eines der reichsten Länder der Welt!!!!!

Mecky56
Wie und wo von soll ein normal arbeitender Bürger sich noch privat absichern für später? Ein normaler Handwerker verdient Heute um die 1600 Euro, zahlt ca. 400 bis 600 Euro Miete und hat noch sonstige Unkosten. Dann muss er ja auch noch Leben mit seiner Frau und eventuell mir ein oder zwei Kindern. Was bleibt denn da noch übrig.
Seit der ersten Rentenreform im Jahr 2000, kam noch eine Zweite und eine Dritte und die waren Schuld daran, das die Renten Heute so niedrig sind. Nicht nur durch die Rentenformel sondern auch wegen Riester.
Die Leute und Politiker die das Private absichern fordern sind doch alles Spinner.

Beob8en
Der Witz an dieser privaten Altersvorsorge ist, dass sie nur für Leute interessant ist, deren Rente ohnedies bereits über der so genannten Grundsicherung liegt - also über diesen ominösen 892 Euro (möchte mal wissen, wie man davon leben soll, aber das ist ein anderes Thema). Denn wenn die staatliche Rente UNTER diesem Betrag liegt, dann stockt die private Altersvorsorge erstmal auf, damit man auf den Grundsicherungsbetrag kommt. Reicht das dann immer noch nicht, dann tritt wieder der Staat auf den Spielplan und stockt noch weiter auf, bis der Grundsicherungsbetrag erreicht ist. Mit anderen Worten: wenn man ohnehin nur ein geringes Monatseinkommen hat und sich eine private Altersorsorge vom Munde abspart, dann macht man deswegen, damit später der Staat nicht zu viel zahlen muss. Unter dem Strich hat man aber nicht mehr als der Nachbar, der sein ebenso geringes Einkommen jeden Monat für seinen Konsum verbraucht hat. Das nennt man "Volksverar***ung", die größte seit Bestehen der BRD.

IngridNo1
Es ist eine groß Schande, was die Politik mit den Menschen macht. Frau Merkel, als Kanzlerin tragen Sie die Verantwortung. Der deutsche Staat sollte sich schämen, Menschen nach 40 jähriger Arbeit auf Sozialempfänger-Niveau zurückgesetzt zu haben. Bei einer Diätenerhöhung von € 500,00 oder mehr pro Monat heben alle im Bundestag ihre Hand. Was leisten sie dafür?????

kritiker1000
Die Armut der deutschen Rentner interessiert unsere Polit-Elite nicht. Sie sorgen sich nur um Ihre Pensionen und die der Beamten, weigern sich am Solidarpakt (Sozialversicherung KV, RV, AV) teilzunehmen und fragen auch nicht ob ihre Pension gegenüber der Allgemeinheit gerechtfertigt sind (Dreifache einer Rente), wo das Geld herkommt erst Recht nicht, hier wird immer kräftig in die Steuerkasse gegriffen. Maximal gibt es als Wahllockmittel ein halbseidenes Rentenpaket. Selbst der skrupelose Griff in die Rentenkasse, lässt sie kalt.--VERACHTENSWERT --

Realist-one
Hauptsache unsere Beamte erhalten hohe Pensionen.
Beispiel : Wenn jemand mit 14 Jahren angefangen hat zu arbeiten, bis 65 Jahre gearbeitet hat ohne arbeitslos gewesen zu sein und immer die Höchstgrenze wie ein Manager verdiente ( also 51 Jahre lang immer die Höchstgrenze) , so erhält man Euro 2.750 Bruttorente. Niemand in Deutschland hat dies erreicht! Jeder Lehrer erhält eine höhere Pension und ist überdies noch privat krankenversichert, mit Zuschuss des Staates zur Beihilfe.
Das nenne ich Gerechtigkeit !

xevo
900.- ist ja noch viel, rechnet mal nach was ein Hilfsarbeiter heute Rente bekommt. Der wäre froh das zu haben.
In unserer Firma müssen einige die mit 63 in Rente wollten noch arbeiten weil die Rente nicht reicht.
Da wären einige froh sie hätten 900.-

harry-B
Vor der letzten Wahl hatte Frau Merkel den Mund voll genommen mit 2,5 % Rentenerhöhung,. Und alle dummen Wähler haben sie wieder und die kleine Partei im Süden Deutschlands gewählt. Nach der Wahl waren es nur 1,67 % die dann noch durch die steigenden Abgaben aufgefresen wurden. Bereits jetzt denken unsere Politikerflaschen wieder an die nächste Wahl und haben überdurchschnittliche 4,5 %, allerdings verteilt auf zwei Jahre, in den Raum gestellt damit die Rentner nicht vergessen die CDU wieder zu wählen. Die Wahrheit wird wieder beim Flaschensammeln liegen von dem der erste Blogger geschrieben hat.

der Österreicher
Was treibt Deutschland mit seinen Rentnern? In Österreich erhält jeder Rentner gesetzlich 14 Renten (!) pro Jahr.! Das ist Kaufkraft.!
Zweimal im Jahr doppelte Rente kann in die Wirtschaft zurückfließen, indem man sich dann etwas leisten kann.!



Kommentare :


  1. Teil I
    Hallo Gerd, hallo Lesende,

    was nützen solche Feststellungen, wenn nicht grundsätzlich innerhalb der Gesellschaft und da vorallen in den Bevölkerungsschichten, die in der GRV sind, durchdacht diskutiert wird.
    Ziel müsste doch sein, die Politik zu zwingen, um der Altersarmut, die ja erst am Beginn ist, zu begegnen.
    Was mich immer wieder stört, ist der Ost/West Vergleich, dass Ausspielen von Jung gegen Alt und auch die Demografie.

    Wenn zum Beispiel über Ostrentner gesprochen wird, muss man grundsätzlich folgendes betrachten, was wesentlich ist. In der DDR waren/mussten viele Ehepaare durchgängig berufstätig sein. Einmal vom Staat so gewollt, aber auch finanziell, durch die Löhne bestimmt. Ein weitere Punkt war, dass die Frauen sich nicht mit ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau zufrieden geben wollten.
    Bei der Berechnung der Renten der Ostrentner wurde die freiwillige Zusatzrentenversicherung einfach Bestandteil für die Berechnung der gesetzlichen Rente. Streng genommen würden sich die Zahlen sofort relativieren, wenn man die Betriebsrenten der Westrentner als Bestandteil der gesetzlichen Rente mit einbeziehen würde, oder anders gesagt, die freiwillige Zusatzrente aus den DDR Rentensystem herausrechnen würde.Ein anders Bild ergebe sich auch, wenn man nur die Renten von alleinstehenden, geschiedenen Menschen betrachten würde. Bei geschiedenen Menschen wurde ja bei den Beitrittsverhandlungen schlicht und einfach die Entgeltpunkteteilung vergessen und auch nicht nachgeholt.
    Es ist allerdings sekundär sich über solche nicht mehr zu korrigierenden Dinge zu unterhalten.
    Vielmehr muss der Fokus auf die Generationen gerichtet werden, die nun gesamtdeutsch unter der verheerenden Rentenpolitik von den letzten Regierungen leiden werden.
    Es ist schon erstaunlich, wie wenige Menschen sich mit der Rentenproblematik auseinandersetzen und genau diese Desinteresse unterstützt durch gezielte Meinungsmache, erlaubt den Regenten ihre Schandtaten ungestraft durchzusetzen.
    Es ist doch viel einfacher auf einen Norbert Blüm einzuschlagen, ihn zu verhöhnen, als auf Verbrecher und Verräter einer ehemals stolzen SPD, die sich mal Arbeiterpartei nannte, hinzuweisen.
    Als Verbrecher bezeichne ich Schröder und Riester, als willfähige Marionetten die nachfolgende Generation zur Zeit an der Spitze Frau Nahles.

    Blüm wollte mit seinen Reformmaßnahmen das Rentensystem bei 60-62% halten. Dabei wäre das Beitragsaufkommen bei maximal 22%, paritätisch 11 zu 11,geblieben.Ein Schritt der zwar das Rentenproblem nicht grundsätzlich löst, aber zu mindestens in Verbindung mit ordentlichen Löhnen, Altersarmut wesentlich eindämmt.
    Schröder und Riester haben dieses System zum Scheitern verurteilt.
    Wer heute immer noch der Riesterrente vertraut , dem ist ganz einfach nicht mehr zu helfen. Die 4% Beiträge sind raus geschmissenes Geld. Was Schröder und auch Riester für sich persönlich erreicht haben ist ja nun auch in den Medien lang und breit erörtert wurden. Alleine die Verbindung Schröder Maschmeyer und AWD Riester müssten doch auch den Letzten zu denken geben ,
    warum er/sie in die Altersarmut fällt.

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  2. Teil II
    Einige Sätze zum Nachdenken.
    Nun wird immer wieder über die Rente mit 63 fabuliert. Sie wird immer noch der Öffentlichkeit als solche dem Sinn nach, also Rente mit 63 suggeriert.
    Ist sie aber nicht, es betrifft zwei Jahrgänge, danach geht es um 63+x und endet bei 65 und die abschlagsfreie Rente erhält man nur nach den bekannten Voraussetzungen. Erreicht man diese nicht, erfolgen die Abzüge.

    Mütterrente die nächste große Täuschung. Ich habe mit Sicherheit nichts gegen eine Mütterrente, aber nicht so. Mütterente ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen und gehört steuerfinanziert.

    Jeder Rentner/in muss sich im Klaren sein, dass grundsätzlich Leistungen von den Beitragszahlern erbracht werden. Die Rentenformel mit ihren Faktoren sorgt dafür, dass auch derartige Leistungen die normale jährliche Rentenerhöhungen, soweit sie diese durch die Lohnentwicklung begründen, mindern. Es erfolgt also eine Dämpfung der eigentlichen Zahlungen. Alleine die Mütterrente wird nach Berechnungen unabhängiger Rentenexperten zu einer Minderung von 0,8 % der eigentlichen möglichen Rentenerhöhung in 2015 führen.

    Was hier von Seiten der Politik gemacht wird ist und bleibt ein Flickenteppich.
    Nur ein grundsätzliches Umdenken unter Beachtung des Wandels der Gesellschaft im allgemeinen( nicht nur Demografie) kann Altersarmut bekämpfen.
    Warum weigern sich Politiker und die sie im Hintergrund führenden Lobbyisten auf eine Altersvorsorge nach zum Beispiel des Schweizer Modells?
    Nur wenn diese Fragen in der Öffentlichkeit gesteuert von neutralen Medien, offen und ehrlich diskutiert werden, wird das Interesse der breiten betroffenen Bevölkerungsschicht geweckt und könnte Veränderungen erzwingen. Sonst schlittert D. mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine Katastrophe mit nicht voraus zusehenden Folgen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ralf Nietzschmann

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