Dienstag, 1. August 2017

Frankreich ist unter Präsident Macron auf dem Weg zu Reformen

Thema: Frankreich

Frankreich auf dem Weg zu Reformen

Macron
Foto: Tagesschau.de
Frankreich ist unter Präsident Macron auf dem Weg zu Reformen. Aber welchen Weg wird das Land bei den Reformen nehmen? Der Präsident muss den Weg der Reformen einschlagen. Wie wird sich Frankreich unter dem politischen Einfluss von Macron verändern?

Wird Frankreich das deutsche Modell mit prekären Beschäftigungsverhältnissen, Dumpinglöhnen, Leiharbeit, Kürzungen im Sozialbereich übernehmen? Ist Frankreich überhaupt geeignet hierfür? Lässt sich das Volk solche Reformen widerstandslos wie in Deutschland, wo man Sozialkürzungnen einfach als Reformen verkauft hat, gefallen? - Wohl kaum, denn die Franzosen ticken anders.

Was den Franzosen jedoch droht, ist eine marktkonforme Rosskur ihrer Wirtschaft. Nicht Macrons geldgieriger Charakter, sondern seine marktwirtschaftskonforme Denkungsart ist der Grund dafür, dass des Präsidenten Politik den Kapitalinteressen dient. Um Frankreichs marodes Marktwirtschaftssystem so zu sanieren, dass französische Waren auf den Märkten dieser Welt konkurrenzfähig sind, will der wirtschaftsnahe Macron eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik exekutieren, welche die Lohnstückkosten der produzierten Waren erheblich verringert.

Zu diesem unternehmerfreundlichen Zweck soll der Arbeitsmarkt derart flexibilisiert werden, dass die französischen Lohnabhängigen für weniger Geld mehr arbeiten müssen. Gestört werden könnte die präsidiale Rosskur allerdings durch die kommunistische Gewerkschaft CGT, indem sie die Lohnabhängigen dergestalt organisiert, dass jene ihr Interesse an einem guten Leben gegen die systemischen Imperative der marktwirtschaftlichen Produktionsweise - und damit gegen ihren präsidialen Vollstrecker - geltend machen.

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1 Kommentar :

  1. Bin zwar kein intimer Kenner der französischen Gewerkschaftslandschaft aber der Beitrag enthält nach meinem Urteil einen plausiblen Gedankengang. Widerstand gegen die Obrigkeit wenn diese gewohnte Vorteile und soziale Absicherungen kassieren will sind in F ganz anders ausgeprägt als in D. Und das ist gut so. denn die neoliberale angebotsorientierte Wirtschaftspolitik honoriert eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik dann nicht, wenn Extraprofit durch Lohndumping wie die indische Circe winkt. Und das läuft eben schnell auf eine Entrechtung der Lohnabhängigen hinaus. Die Franzosen sind mit solchen Methoden der "Wiedererlangung von Wettbewerbsfähigkeit" (Merkel Diktion) nur sehr begrenzt belastbar.

    Die Schwäche der französischen Wirtschaft sehe ich in erster Linie in mangelnder Kapitalausstattung der Klein- und mittelgroßen Unternehmen (KMU). Die großen Konzerne in F arbeiten produktiv und zählen technisch zur Weltspitze - bei ihnen besteht weniger Handlungsbedarf für unvermeidbare Strukturanpassung. Die in D gern beschworenen nordafrikanischen "Fachkräfte" bilden in F anscheinend ein ganz besonderes Problem. Ihre Integration in eine hoch komplexe und extrem arbeitsteilig organisierte Ökonomie wird über Generationen hinweg vor großen Hürden stehen. Und den Bewohnern der Vorstädte werden auch künftig nur wenig geeignete Beschäftigungsangebote unterbreitet werden können. F zeichnet damit eine Entwicklung vor, der auch D folgen wird obwohl es hier (noch) einen stärkeren mittelständischen Sektor .gibt. Merkel und Schäuble arbeiten aber nach Kräften daran, ihn weiter schrumpfen zu lassen (über €, EZB u. EU Politik von devoter Konzernbemutterung): Der "Dieselgipfel" im Kanzleramt wird ein weiteres Signal

    Gruß
    Paulus

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