Samstag, 22. August 2015

VSA - Verarmte Staaten von Amerika

Thema: "Das reichste Land der Welt?"

Verarmte Staaten von Amerika:
Land der Freien - Heimat der Hungernden

Freiheit Freiheit über alles, über alles in der Welt – das rattert die amerikanische Politik seit Jahrzehnten rauf und runter. Wessen Freiheit ist egal – hauptsache Freiheit.

Bettler in den USA - Foto aus LupoCattivoblog.com
Fragt man ca. jeden 7. Amerikaner wird er freudig miteinstimmen – oder ihnen den Vogel zeigen. Der Bettler im Bild rechts muss tagtäglich in New York um sein Überleben kämpfen. Ihm geht es wie 15% der Amerikaner. Willkommen im Land der Freiheit.

Nie zuvor waren in Amerika so viele Minderjährige ohne Dach über dem Kopf.
2,5 Millionen Kinder sind in den USA obdachlos.
Landesweit ist die Zahl der Betroffenen im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozentpunkte gestiegen. Laut einer Studie leben in den USA 2,5 Millionen Kinder auf der Straße und damit so viele wie nie zuvor – mehr dazu hier.


Wer meint: Bei uns in der BRiD wäre das anders, irrt – und zwar gewaltig! In der Bundesrepublik wachsen seit der Jahrtausendwende immer mehr Kinder und Jugendliche in Armut auf. Sie bilden mittlerweile die Altersgruppe, die am häufigsten und stärksten davon bedroht ist – mehr dazu hier.

Doch zurück in die USA – ins Land der Freiheit, des Wohlstands und des Friedens: Vom Tellerwäscher zum Millionär – das geht nur im Land des Friedens und der Freiheit – Den Vereinigten Staaten von Amerika. Es kann ausnahmelos jeder schaffen – egal wie die familiären Stukturen aussehen, wieviel Startkapital man in der Tasche hat oder welche Hautfarbe man besitzt. Wer es dann nicht schafft, für den bleibt dann immer noch die Tafel…

46 Millionen Amerikaner gehen zur Tafel und die langen Schlangen für schnell schwindende Nahrungsmittel beginnen um 6:30 Uhr in der Früh!

Verarmte Staaten von Amerika: Land der Freien, Heimat der Hungernden – Ein Beitrag von Michael Snyder – Übersetzt und Erstveröffentlicht beim Nachtwächter.



Die Tafel-Betreiber in ganz Amerika sagen, dass die Nachfrage nach ihrer Dienstleistung geradezu explodiert. Es verblüfft mich immer wieder, dass es immer noch Menschen da draußen gibt die behaupten, dass ein “wirtschaftlicher Zusammenbruch“ nicht stattfindet. Aus ihren klimatisierten Häusern in ihren kuscheligen Vororten spotten sie über den Gedanken, dass die US-Wirtschaft zerfällt. Wenn sie jedoch einfach mal hingehen und die lokalen Tafeln in ihrer Nähe besuchen würden, dann würden sie sehen, wie sehr die Menschen leiden.

Nach Aussage des Sprechers von Feeding America, Ross Fraser, haben im Laufe des Jahres 2014 46 Millionen Amerikaner mindestens ein Mal Essen von der Tafel bekommen. [*] Weil die Nachfrage so überwältigend geworden ist, kürzen einige Tafeln die Öffnungstage und die Menge an Nahrungsmitteln, die jeder Familie ausgehändigt wird. Wie Sie unten sehen werden, stellen sich viele verarmte Amerikaner bereits ab 6:30 Uhr in der Früh bei den Tafeln an, um sicherzugehen, dass sie etwas bekommen, bevor das Essen ausgeht.

[*AdÜ.: Die USA haben offiziell 318,9 Millionen Einwohner, 46 Millionen davon entsprechen 14,4 % – demnach reden wir hier von fast jedem 7ten US-Amerikaner! Laut www.tafel.de werden in der BRD regelmäßig 1,5 Millionen Menschen von den deutschen Tafeln unterstützt – das entspricht 1,9 % der Bevölkerung, also nicht einmal 1 von 50.]

Und trotzdem haben immer noch viele Menschen da draußen die Dreistigkeit zu sagen, dass in Amerika alles in bester Ordnung ist. Sie sollten sich schämen, dass sie das Leid von Abermillionen ihrer eigenen Landsleute ignorieren.

Die Armut in Amerika wird schlimmer, nicht besser. Und keine noch so große Meinungsmache von Barack Obama oder seinen Fürsprechern kann diese Tatsache ändern. Für das laufende Jahr wird prognostiziert, dass die Tafeln in den Vereinigten Staaten die Rekordmenge von 4 Milliarden Pfund [1 US-pound = 0,453 592 37 kg, also rund 1,81 Mrd. kg oder 1,81 Mio. Tonnen] an Nahrungsmitteln abgeben. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt.

Und die Zahl wäre sogar noch höher, wenn die Tafeln mehr Nahrungsmittel zum Verteilen hätten. Die Nachfrage ist inzwischen so erdrückend, dass einige Tafeln tatsächlich die Menge an Nahrungsmitteln reduziert haben, die jede Familie bekommt. Tafeln im ganzen Land sehen sich, trotz der wachsenden Wirtschaft, einer steigenden Nachfrage nach kostenlosen Nahrungsmitteln gegenüber, was einige Wohltätigkeitsorganisationen dazu veranlasst, die Menge der jeder Familie angebotenen Nahrungsmittel zu reduzieren.

Die Bedürftigen beginnen zu erkennen was geschieht, also kommen sie immer früher zu den Tafeln. Eine Tafel in New Mexico hat jetzt bereits jeden einzelnen Tag ab 6:30 Uhr in der Früh lange Menschenschlangen vor der Tür. “Die Menschen stehen bei uns jeden Tag ab 6:30 Uhr morgens Schlange“, sagt Sheila Moore, die die Essensverteilung bei The Storehouse leitet, der größten Tafel in Albuquerque, New Mexico und einer, bei der die Nahrungsmittel-Verteilung im vergangenen Jahr um 15 Prozent angestiegen ist.

Hört sich das für Sie nach “wirtschaftlichem Aufschwung“ an? Nur weil Ihre Familie nicht für Essen anstehen muss, heißt das nicht, dass in Amerika alles in Ordnung ist. Das gleiche wie in New Mexico geschieht auch in Ohio. Bedürftige Menschen stehen bei Tagesanbruch Schlange, damit sie sicher sein können auch etwas zu bekommen, “bevor das Essen ausgeht“…

Lisa Hamler-Fugitt, Vorsitzende der Ohio Association of Food Banks [Vereinigung der Tafeln in Ohio], die seit 1980 in der karitativen Essensausgabe arbeitet, sagte, dass die Nahrungsmittel-Nachfrage früher zurückging, wenn der Abschwung vorbei war. Aber nicht dieses Mal.

“Die Menschen kommen immer früher und stehen in der Hoffnung Schlange, dass sie etwas bekommen, bevor das Essen ausgeht“, sagte Hamler-Fugitt.

Und bedenken Sie, dass wir gerade erst am Anfang der nächsten globalen Finanzkrise und der nächsten großen Rezession stehen. Wie schlimm wird es also erst sein, wenn weitere Millionen von Amerikanern ihre Arbeitsplätze und ihre Häuser verloren haben?

Die steigende Armut spiegelt sich auch in der Zahl der amerikanischen Lebensmittelmarken-Bezieher wider. Das folgende Diagramm wurde vom Economic Policy Journal veröffentlicht und zeigt, wie der Bedarf an Lebensmittelmarken in den fünf am stärksten bevölkerten Bundesstaaten absolut explodiert ist.

Quelle: LupoCattivoblog.com

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