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Montag, 25. März 2019

Deutschlandfunk - Interview zu #FridayForFuture mit Anton Hofreiter

Thema: Anton Hofreiter

#Hofreiter wird zerlegt! BESTES #Interview aller Zeiten! | #FridayForFuture


Heimatliebe
Am 20.03.2019 veröffentlicht

Dieses Interview macht Hoffnung. Im Mainstream sitzen doch noch ein paar anständige und aufrechte Menschen, die am seriösen Journalismus interessiert sind. Keinen Millimeter lässt Christoph Heinemann („Deutschlandfunk“) den Hofreiter Toni mit seinen Klima-Plattitüden durchkommen. Großartig!

Quelle: Christoph Heinemann / „Deutschlandfunk“
Kategorie Nachrichten & Politik

» der Kommentar des Blogschreibers «

Oh Gott! so einer will Deutschland mitregieren.

Freitag, 31. August 2018

Medienskandal in Deutschland? Rechte "Hetzjagden" frei erfunden?

Thema: Chemnitz

Weltweit „Fake News“ gestreut?
Chemnitz-Insider packt aus: Rechte „Hetzjagden“ waren erfunden

Derzeit zeichnet sich offenbar einer der größten Medienskandale der vergangenen Jahre in Deutschland ab. Brisant: Zahlreiche deutsche, österreichische und internationale Medien hatten berichtetet, es habe nach der brutalen Ermordung eines Deutschen in Chemnitz regelrechte „Hetzjagden“ in der Innenstadt gegeben! Jetzt verdichten sich immer mehr Hinweise, dass diese Geschichten frei erfunden sind. Der Chefredakteur der Chemnitzer Regionalzeitung „Freie Presse“ Torsten Kleditztsch packte nun in einem Interview mit dem „Deutschlandradio Kultur“ mutig aus! Lesen Sie hier weiter Wochenblick.at

Hören Sie hier den Podcast von Deutschlandfunk Kultur
Der Tag mit Ursula Weidenfeld -
Von "Hetzjagd" bis "Staatsversagen": Was ist in Chemnitz passiert?


zu hören bis 06.07.2019

Dienstag, 27. Februar 2018

Sahra Wagenknecht im DLF Interview auch über die Essener Tafeln

Thema: Tafeln

Linken-Politikerin Wagenknecht
"Viele Probleme haben sich auch durch die Flüchtlingskrise verschärft"

Sie empfinde die Aufregung über den Aufnahmestopp von Ausländern bei der Essener Tafel als über alle Maßen scheinheilig, sagte Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht im Dlf. Schuld an solchen Verteilungskonflikten sei in erster Linie die Bundesregierung: Die Ärmsten müssten die Lasten der Zuwanderung tragen.

Sahra Wagenknecht im Gespräch mit Stephanie Rohde

Stephanie Rohde: Nur wer einen deutschen Pass hat, wird bei der Tafel in Essen neuaufgenommen, Nicht-Deutsche haben keine Chance mehr. Die Essener Tafel begründet das damit, dass inzwischen 75 Prozent der Bedürftigen Migranten seien. Gerade ältere Tafelnutzerinnen sowie alleinerziehende Mütter hätten sich von – Zitat – den vielen fremdsprachigen jungen Männern abgeschreckt gefühlt, das hat die Tafel-Führung in Essen erklärt. Das allerdings können viele nicht nachvollziehen, die Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der Dachverband der Tafeln haben sich bereits distanziert und auch von der Bundesregierung kommt Kritik. Sozialministerin Katarina Barley von der SPD sagt, Bedürftigkeit muss das Maß sein, nicht der Pass. Darüber habe ich vor dieser Sendung gesprochen mit Sahra Wagenknecht, sie ist Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag.

Und meine erste Frage war: Frau Wagenknecht, Sie haben ja öfter dafür plädiert, die Sorgen und Nöte von Einheimischen nicht zu vernachlässigen. Macht die Essener Tafel also alles richtig? hier weiterlesen Deutschlandfunk



DER WESTEN.de
„Die Ärmsten sollen die Hauptlast der Zuwanderung tragen“ - Linkenpolitikerin Wagenknecht poltert nach Essener Tafel-Streit



Essener Tafel – Jetzt spricht eine Helferin!
Quelle: Facebook

„…Ich möchte hier ganz wertneutral jedem vorschlagen, einen Monat ehrenamtlich bei einer Tafel in einer Großstadt zu arbeiten! Bevorzugt den Kritikern der Essener Tafel. Ich tue dies, und es bringt sogar die Mitarbeiter an die Grenzen.

…Sie werden dann feststellen, dass der Ausländeranteil höher ist als 75% und was Sie noch feststellen werden, ist, mit welcher brachialen Gewalt, vor allem von Migranten, vorgegangen wird. Sie werden feststellen, dass die von Gutmenschen vorgeschlagenen Mittel zur Lösung des Problems nicht greifen.

…Sie werden feststellen, dass eine ältere Dame sich so einen Einkauf nicht nur – nicht aussetzt- sondern nicht aussetzen kann! Sie werden feststellen, dass man mit Kleinkindern nicht in die Tafel gehen kann, da man Angst haben muss, sie werden niedergetrampelt, in manche Tafeln dürfen sie gar nicht rein. Sie werden feststellen, dass Migranten anderen Besuchern Lebensmittel aus der Hand reißen oder diese massiv anrempeln. Es gilt das Recht des Ellenbogens.

…Jeder spürt, dass hier wenig Respekt den Frauen, seien es Kunden oder ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, gegenüber gezollt wird. Normalerweise bräuchte man Ordner oder Türsteher die für Sicherheit im Laden sorgen. Die Mitarbeiter der Tafel müssen ständig ermahnen, nicht zu schieben und zu drängeln. Ein Einkauf, wie Sie ihn herkömmlich kennen, ist nicht mal mehr im entferntesten Sinne möglich!

…Fakt ist, es gibt auch viele Bedürftige Deutsche… und Fakt ist auch, dass sich viele Deutsche dieser neuen Einkaufs-Kultur nicht eingliedern können und wollen, da es zeitweise tatsächlich gefährlich ist und somit sind sie gezwungen reguläre Läden zum Einkauf zu nutzen. Leider sind diese „normalen“ Supermärkte viel zu teuer und sprengen das Budget der Bedürftigen.

…Deutsche Bürger und Bedürftige leiden also unter der Flüchtlingswelle auf eine besondere Art und Weise. Die Kategorie der bedürftigen deutschen Bürger, welche vor Ankunft der Flüchtlinge sich zumeist ausreichend über den Einkauf bei der Tafel ernähren konnten, da genug da war und darauf angewiesen waren, haben jetzt das Nachsehen. Denn, das Lebensmittel-Kontingent, das ja nicht mehr wurde, ist nun auch noch mit den Flüchtlingen zu teilen. Dies ist das eine.

…Das Andere ist, dass man tatsächlich einen so hohen Anteil an Ausländern hat (es dürften 93-95% sein), dass man auch den verbliebenen Deutschen doch noch ein bisschen Sozialsystem und Würde belassen sollte. Daher, bevor Sie wettern oder ihr Unverständnis zum Ausdruck für die Essener Tafel zum Ausdruck bringen, machen Sie sich ein Bild vor Ort – Helfen Sie mal ehrenamtlich!

…Nicht nur um sich ein Bild zu verschaffen, sondern schon aus dem Grund, weil die Tafeln nur mit ehrenamtlichen Mitarbeitern existieren können…“

Sonntag, 14. Mai 2017

Superverdienst aus Zwangsabgaben - wo das Geld der GEZ bleibt

Thema: Deutschland

Schlaraffenland ARD:
Im Durchschnitt 9.000 Euro Vergütung pro Mitarbeiter

Den GEZ-Gebühren sei Dank: Die Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen ARD können sich über eine monatliche Vergütung freuen, die sowohl Mitbewerber als auch DAX-Konzerne aus anderen Branchen weit in den Schatten stellt. Ein genauerer Blick auf die Personalkosten fördert Erstaunliches zu Tage.

Foto: Screenshot
Betroffen ist jeder deutsche Staatsbürger und nur die wenigsten schaffen es, sich der ungeliebten Last zu entziehen. Die GEZ-Gebühren werden gnadenlos eingetrieben. Für den einen ist es schmerzhaft viel Geld, für den anderen finanziell kaum spürbar. Doch so oder so: Im Ergebnis steht – eingezahlt auf 44 Millionen Beitragskonten – ein beeindruckendes Gesamtbudget von 9,1 Milliarden Euro für ARD, ZDF und Deutschlandfunk.

Besonders die Verschwendungssucht im Bereich der Auftragsproduktionen, bei denen ein wesentlicher Teil des Budgets an Dritte fließt, wird immer wieder kritisiert. Doch auch die Gehälter der ARD-Festangestellten haben durchaus Skandal-Potential.

Der Fachbuchautor und Analyst Dr. Victor Heese hat sich die Lohntüten der Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Unternehmens genauer angeschaut und seine Ergebnisse auf den Seiten des Deutschen Arbeitgeberverbandes veröffentlicht.

Die Untersuchung fördert erstaunliches zu Tage. Bei stattlichen 9.021 Euro liegt die monatliche Durchschnittsvergütung eines ARD-Mitarbeiters. Die Zahl setzt sich zusammen aus durchschnittlich 7.238 Euro Gehalt und einer Zuführung zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.783 Euro.

Nicht nur im Medien-Bereich sind diese Einkünfte überaus üppig. Auch viele Dax-Unternehmen aus der freien Wirtschaft stellen die Öffentlich-rechtlichen weit in den Schatten. Selbst Angestellte bei Bayer (8.216 Euro), Volkswagen VW (7.336 Euro) und Lufthansa (4.940 Euro) verdienen weniger als der stolze Besitzer eines ARD-Arbeitsvertrages.

Innerhalb der Branche vergleicht Heese die Verwendung des ARD-Budges mit der Pro7Sat1 Media AG. Während der quasi-staatliche Sender 50 Prozent seiner jährlichen Einkünfte für Löhne, Gehälter und Renten ausgibt, liegt die Personalkostenquote bei dem privaten Medienkonzern gerade einmal bei 16 Prozent.

Angesichts der Tatsache, dass die finanziellen Mittel, die die ARD aufwendet, oft unter Zwang von den Bürgern eingetrieben werden, ist die fürstliche Bezahlung auch aus Sicht von Arbeitnehmervertretern kein Grund zum Feiern. Schließlich zahlt die breite Masse für die Privilegien einer Minderheit, deren Unternehmen mehr wie eine gewaltige Umverteilungsmaschine wirkt, die nebenbei Medieninhalte anbietet.

Entnommen hat Heese die Zahlen dem alle zwei Jahre erscheinenden "Bericht über die wirtschaftliche und finanzielle Lage der Landesrundfunkanstalten", herausgegeben von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten.

Die KEF wiederum ist ein Hilfsinstrument der Ministerpräsidentenkonferenz der Länder, womit die Politik direkt Einfluss auf die Verwendung der Finanzmittel bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nimmt. Heese hält daher die Bezeichnung “Staatsfernsehen” für gerechtfertigt. Die Öffentlich-rechtlichen selbst pochen jedoch auf Unabhängigkeit, zudem seien die verpflichtend zu zahlenden Gebühren keine Steuer, weshalb ARD, ZDF und Deutschlandfunk sich als frei von staatlichem Einfluss gerieren können.

Neben den rund 11.000 freien Mitarbeitern beschäftigt die ARD rund 19.000 Festangestellte. Der Personalstamm müsste angesichts seiner Größe und Vergütung eigentlich in der Lage sein, die qualitative besten Produkte an den Markt zu bringen. Die regelmäßig formulieren Programmbeschwerden zahlreicher Zuschauer vor allem in den Bereichen Politik und Nachrichten sprechen jedoch eine andere Sprache.

Quelle: RT-Deutsch

Freitag, 28. April 2017

Deutsche Regierung will Zensur im Internet

Thema: Internet

Kampf gegen Hass im Netz
Gesetzentwurf abgesegnet

Berlin. Die Bundesregierung will den Kampf gegen Hasskommentare und Falschnachrichten im Internet verschärfen. Das Kabinett beschloss gestern einen entsprechenden Gesetzentwurf von Justizminister Maas. „Unser Problem besteht darin, dass teilweise gar nichts gelöscht wird“, sagte der SPD-Politiker. Der Entwurf sieht vor, dass Betreiber sozialer Netzwerke offensichtlich strafbare Inhalte. wie Volksverhetzung, Bedrohung, Beleidigung oder üble Nachrede binnen 24 Stunden nach Eingang der Beschwerde löschen sollen, sonstige rechtswidrige Inhalte innerhalb von sieben Tagen. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 50 Millionen Euro.

Quelle: gedruckte Westfalenpost vom 06.04.2017


Studie zu Hass im Internet
Ein gesamtgesellschaftliches Problem

Immer mehr Menschen informieren sich im Internet, bilden sich dort eine Meinung. Eine besondere Rolle spielen dabei die vermeintlich Sozialen Netzwerke. Einer Forsa-Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt NRW zufolge ist der Hass dort so verbreitet, dass er mittlerweile ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt. Die Medienwächter zeigen sich alarmiert.

Von Dietmar Reiche
Die Zahlen sind erschreckend und sollen wahrscheinlich wachrütteln. In einer repräsentativen Online-Befragung haben zwei Drittel der Teilnehmer bestätigt, Hasskommentare im Internet gesehen zu haben, jeder Vierte sogar häufig. Vor allem junge Menschen (14-24 Jahre) nehmen Hassbotschaften eher wahr. Laut der Forsa-Umfrage ist es in dieser Altersgruppe jeder Zweite. Vollkommen außen vor sind Ältere. 47 Prozent der über 60-Jährigen haben noch nie einen Hasskommentar gelesen. Dies dürfte der unterschiedlichen Mediennutzung geschuldet sein.
Definition von Hate Speech in der Befragung: "Die Hassrede richtet sich gegen bestimmte Personen oder Personengruppen und beinhaltet Äußerungen von Hass, Gewaltandrohungen oder auch die Anstiftung zu Gewalt. Hate Speech kann sich gegen Personen richten aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit, nationaler Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht, religiöser Zugehörigkeit, Alter, Behinderung oder Krankheit."
Über die Hintermänner und Motive der Hass-Kommentatoren will die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen kommende Woche in einer Veranstaltung in Köln informieren. "Dann soll auch auf die Rolle der Algorithmen und deren Einfluss bei der alltäglichen Mediennutzung eingegangen werden", so LfM-Pressesprecher Peter Widlok.

Die Autoren der Forsa-Studie wollten auch wissen, welche Folgen Hassbotschaften auslösen könnten. Jeder Dritte der Befragten gab an, dass er künftig (!) den Verfasser melden würde – entweder beim entsprechenden Portal oder sogar bei der Polizei. Allerdings will eine Hälfte der Teilnehmer entsprechende Hass- Kommentare ignorieren.

Entsetzen, Relevanz und Unterhaltung beim Lesen von Hasskommentaren

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen meldet selbst Hasskommentare und appelliert an Nutzer, dem Beispiel zu folgen. "Keine Toleranz der Intoleranz!", so LfM-Pressesprecher Peter Widlok. Er wünscht sich von den Plattform-Betreibern, dass sie transparent und begründet reagieren. "Sie sollten die Löschung kenntlich machen und begründen, warum dieser Kommentar gelöscht wurde." Zugleich wirbt Widlock für ein "respektvolles Miteinander" auch im Netz. "Jeder soll sich vor dem Posten von Hasskommentaren überlegen, ob er selbst so adressiert werden möchte."

Besonders auffällig ist das aktuelle Medienverhalten. Vor allem jüngere Menschen befassen sich näher mit Hasskommentaren. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen sind es 56 Prozent.

Eine große Zahl der Teilnehmer befasst sich mit Hasskommentaren im Netz, weil sie davon "entsetzt sind" oder das Thema persönlich für relevant erachten. Laut der Studie sehen Männer auch eine Form der Unterhaltung darin. Die große Mehrheit der Teilnehmer hält anonyme Hasskommentare im Internet für feige (81 Prozent). Frauen sind eher wütend und verängstigt über Anfeindungen als Männer.

Die Landesmedienanstalt NRW will ab Juli eine Broschüre mit konkreten Handlungsempfehlungen zum Thema Hasskommentare veröffentlichen.

Quelle: Deutschlandfunk

» der Kommentar des Blogschreibers «

Einnern wir uns noch an die Olympischen Spiele in Peking und das Geschrei der deutschen Reporter wegen der chinesischen Zensur? Das sind die gleichen Personen, die jetzt ein Vorgehen fordern. Müsste dann nicht als allererstes das deutsche Nato-Hetzblatt und Regierungssprachrohr mit den vier großen Buchstaben aus dem Hause Springer ihr Erscheinen einstellen? Mehr Fake-News und Hetze verbreitet doch kaum einer.

Mittwoch, 6. April 2016

Der entfesselte Welthandel, die Armut, der Krieg

Thema: Globalisierung

Michel Chossudovsky:
Global brutal. Der entfesselte Welthandel, die Armut, der Krieg.

Deutschlandfunk
Guten Abend und herzlich willkommen. Am Mikrophon ist heute Karin Beindorff. Die Schattenseiten des kapitalistischen Siegeszugs über den gesamten Globus sind heute wieder einmal Thema. Dann geht es um eine Biographie des amtieren US-Präsidenten und um den Entwurf einer radikalen Philosophie, die den Anspruch erhebt, Aufklärung und Befreiung in der neuen Zeit zu denken. Vom ausgebliebenen Skandal über einen rechtslastigen Richterspruch in Österreich wollen wir erzählen, und eine historische Untersuchung über die Stadt Czernowitz, Geburtsort vieler jüdischer Schriftsteller und Intellektueller, wollen wir Ihnen zum Schluss vorstellen.

Globalisierung ist ein Wort, das uns täglich Dutzend Mal in den Ohren klingelt. Sie war als Verheißung gemeint und wird von ihren Verteidigern, die meist identisch mit ihren Profiteuren sind, als eine Art Naturprozess behandelt. Die Globalisierung sei so notwendig wie unausweichlich, und regulierende Eingriffe machten nur Standortvorteile zunichte. Doch nachdem ungehemmte Finanz- und Aktienspekulation, oft von Leuten betrieben, die noch nie einen Produktionsbetrieb von innen gesehen haben, ganze Volkswirtschaften in den Abgrund gerissen haben und die versprochenen Segnungen sowohl für die verarmten Menschen im Süden als auch für den Kleinanleger im Norden auf sich warten lassen, ist dieses Wirtschaftsmodell in die Kritik geraten. Mehr und mehr Bücher befassen sich mit diesem Thema. Zwei wollen wir Ihnen heute vorstellen: "Global brutal" des kanadischen Ökonomen Michel Chossudovsky und "Die Schatten der Globalisierung" des früheren Chefökonomen der Weltbank und Nobelpreisträgers Joseph Stiglitz. Hans Martin Lohmann hat beide Bücher für uns gelesen.

Längst hat sich auch in Krähwinkel herumgesprochen, dass die Globalisierung, dieses Lieblingskind der neunziger Jahre, ihre Unschuld verloren hat. Konnte noch vor ein paar Jahren fast unwidersprochen die frohe Botschaft verkündet werden, die Globalisierung des Wirtschaftslebens bedeute grenzenlosen Fortschritt und wachsenden Wohlstand – nicht zuletzt für die Armen dieser Erde –, so hat sich inzwischen die Unschuldsvermutung gegenüber diesem Prozess stark ermäßigt. Zu offenkundig und himmelschreiend sind die ökonomischen, sozialen und politischen Verwerfungen, als dass, sieht man einmal von den professionellen Schönrednern ab, noch irgendjemand ernsthaft behaupten wollte, mit der Globalisierung sei das Goldene Zeitalter angebrochen. Umstritten ist freilich, wie man den Prozess einer scheinbar unaufhaltsamen weltweiten wirtschaftlichen Verflechtung als ganzen beurteilen soll. Auf der einen Seite mehren sich die Stimmen und sammeln sich Leute – Stichwort Seattle und Genua –, die in der Globalisierung eine Fehlentwicklung sehen und nach alternativen Wegen suchen, im Sinne des Diktums von Noam Chomsky: "Nichts an diesen Entwicklungen ist unabwendbar."

Dagegen finden sich auf der anderen Seite ebenso Stimmen und Leute, die zwar die negativen Seiten der Globalisierung kritisieren und beklagen, in ihr aber gleichwohl eine Chance erkennen, die es zu ergreifen gelte. Die gegenwärtig vielleicht prominentesten Vertreter dieser Richtung sind Michael Hardt und Antonio Negri, Autoren von Empire, das kürzlich in deutscher Übersetzung bei Campus erschienen ist. Der kanadische Wirtschaftswissenschaftler Michel Chossudovsky dürfte dagegen zu den entschiedensten Gegnern der Globalisierung zählen, wie nicht zuletzt der ziemlich klotzige deutsche Titel seines Buches – Global brutal – signalisiert.

Für Chossudovsky ist der Weg der marktrationalen und marktradikalen Globalisierung ohne Wenn und Aber der Weg in die Katastrophe. In seiner umfassenden empirischen Bestandsaufnahme diverser nationaler Ökonomien gelangt er zu dem Schluss, dass Globalisierung für den weitaus größten Teil der Menschheit sowohl in den Armutsregionen der Dritten Welt als auch, mittel- und langfristig, in den Wohlstandszitadellen des reichen Nordens ein absehbares Desaster bedeutet.

In seinem informationsgesättigten Buch, das durchaus das Zeug hat, zur Bibel der Globalisierungskritiker zu avancieren, legt der Autor penibel dar, nach welchem Muster der Prozess der wirtschaftlichen Globalisierung verläuft. Seit den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts, also seit dem Ende des keynesianischen Zeitalters, werden die vormals - wenn auch auf niedrigem Niveau - autarken Selbstversorgungsökonomien der armen Länder, die ohnehin schon durch koloniales Wirtschaftsdiktat an eigenständiger Entwicklung gehindert waren, von den kapitalistischen Zentren des Nordens im Verein mit der Weltbank, der Welthandelsorganisation und dem Internationalen Währungsfonds mit massiven Mitteln gezwungen, ihre Märkte zu öffnen, Import- und Handelsbeschränkungen aufzugeben und staatliche Regulierungen, etwa im Bereich des Bildungs- und Gesundheitswesens, rigoros abzubauen.

Diese "Marktreformen" zeitigen in aller Regel den Effekt – wie Chossudovsky am Beispiel Somalias, Äthiopiens und Bangladeschs nachweist –, dass einerseits der heimische Markt mit importierten (und vielfach staatlich subventionierten) Agrarprodukten aus den Industrieländern überschwemmt wird, während andererseits die heimische Agrarproduktion mehr oder weniger auf den Export ausgerichtet wird, was unterm Strich zu einer völligen Abhängigkeit vom Weltmarkt und von den durch diesen diktierten Bedingungen führt. Umso zynischer klingt es, wenn Ökonomen und Politiker aus den reichen Ländern, die zugleich an den Schaltstellen von Weltbank, IWF und WHO sitzen, diesen desaströsen Prozess euphemistisch als "Strukturanpassung" bezeichnen, so, als wolle man den armen Ländern Afrikas, Südasiens und Lateinamerikas nur die faire Gelegenheit bieten, mit den reichen gleichzuziehen. Chossudovsky führt solchen Euphemismus ad absurdum:

Strukturanpassung verwandelt die Volkswirtschaften in offene Wirtschaftsräume. Länder werden zu bloßen Territorien, zu Billiglohn- und Rohstoffreservoirs. Aber weil dieser Prozess auf der Globalisierung der Armut und der weltweiten Verminderung der Verbrauchernachfrage beruht, kann die Exportförderung in der unterentwickelten Welt nur in einer begrenzten Zahl von Ländern Erfolg haben. Die gleichzeitige Ausweitung der Exporttätigkeit in einer großen Anzahl von Ländern führt...zu größerer Konkurrenz zwischen den Entwicklungsländern, sowohl bei der Rohstoffproduktion als auch in der Fertigung. Soweit die Weltnachfrage nicht steigt, steht der Schaffung neuer Produktionskapazitäten in einigen Ländern der wirtschaftliche Niedergang und Zerfall an anderen Standorten der Dritten Welt gegenüber...Daher hat in vielen exportorientierten Billiglohnländern der Anteil der Löhne am Bruttoinlandsprodukt dramatisch abgenommen. Während die Löhne der Beschäftigten in den Industrieländern annähernd 4o Prozent der Wertschöpfung in der Produktion ausmachen, liegt der entsprechende Prozentsatz in Lateinamerika und Südostasien nur etwa bei 15 Prozent.

Um, so wäre hinzuzufügen, von Afrika ganz zu schweigen. Man zerschlage eine lokale Selbstversorgungsökonomie im Namen des "freien Marktes", degradiere den Staat zum Empfänger von Weltbankkrediten (die natürlich an strenge Auflagen im Sinne eines globalen Marktliberalismus gebunden sind), zwinge den Staat zu einem permanenten Schuldendienst, der nur mit immer neuen Krediten, also neuer Verschuldung, aufrecht erhalten werden kann, zwinge ihn weiterhin zur Deregulierung staatlicher Daseinsvorsorge und zu deren Privatisierung – und nenne das Ganze "Marktreform", Demokratisierung und good governance. Chossudovsky spricht angemessenerweise von "Marktkolonialismus" und "ökonomischem Völkermord", der nebenbei von enormen Umweltzerstörungen begleitet und im Bedarfsfall – die Ereignisse des 11. September 2001 lieferten den geeigneten Anlass – um den Modus des Krieges ergänzt wird.

Quelle: Deutschlandfunk.de

Professor Michel Chossudovsky
Michel Evgenij Chossudovsky ist ein kanadischer Professor der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Ottawa. Bekanntheit erlangte er durch seine globalisierungskritischen Publikationen.
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