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Mittwoch, 20. März 2019

Anne Will - 17.03.2019 - Zwischen Höchstleistung und Überlastung - wann macht Arbeit krank?


Sendung am 17. März 2019 | 21:45 Uhr
Zwischen Höchstleistung und Überlastung -
wann macht Arbeit krank?

Fotos: Screenshots
    die Gäste im Studio

  • Alexander Jorde
    Auszubildender in der Gesundheits- und Krankenpflege
  • Katja Suding (FDP)
    Stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag
  • Klaus Lieb
    Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz
  • Sahra Wagenknecht (Die Linke)
    Fraktionsvorsitzende im Bundestag
  • Thomas de Maizière (CDU)
    Bundesminister a.D.

Überraschend hat Sahra Wagenknecht in dieser Woche angekündigt, nicht mehr für das Amt der Fraktionsvorsitzenden der Linken zu kandidieren. In der eigenen Fraktion galt sie seit einiger Zeit als umstritten. Nach Wagenknechts eigenen Angaben habe eine längere Krankheit, ausgelöst durch "Stress und Überlastung", ihr die Grenzen aufgezeigt und sie zu diesem Schritt bewogen. Wie hoch ist der Preis, den Politikerinnen und Politiker für ihre Arbeit zahlen? Dauerbelastung und Stress sind längst ein gesellschaftliches Problem: Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fallen wegen psychischer Erkrankungen aus. Wie kann der Überlastung von Beschäftigten vorgebeugt werden? Sind Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt Krankmacher oder doch eine Chance?

Link zur Sendungsseite: (hier)
Link zum Anne-Will-Blog: (hier)

Pressestimmen

Web.de
Überarbeitungstalk bei "Anne Will":
"Das macht unsere ganze Gesellschaft kaputt"

Überarbeitung ist längst kein exotisches Phänomen aus Japan mehr, man findet sie inzwischen überall. Den Teilrückzug von Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht nahm Anne Will am Sonntagabend zum Anlass, über Arbeitsüberlastung zu sprechen. Der wichtigsten Frage wich Anne Will aber immer wieder aus.
Sahra Wagenknecht will sich nicht nur aus ihrer Bewegung "Aufstehen" zurückziehen, sondern auch nicht mehr als Fraktionsvorsitzende der Linken kandidieren. Doch während sich die meisten Kommentare auf die politischen Folgen konzentrieren, rückten die Gründe ihres Rückzugs in den Hintergrund: Stress und Überlastung.
Diese Lücke wollte Anne Will am späten Sonntagabend nun schließen und fragte deshalb: "Zwischen Höchstleistung und Überlastung – wann macht Arbeit krank?"

FAZ.de
TV-Kritik: „Anne Will“
Wie repräsentativ sind Spitzenpolitiker wirklich?
Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht zieht sich krankheitsbedingt zurück. Anne Will nimmt das zum Anlass, um darüber zu diskutieren, wann Arbeit krank macht. Ob ausgerechnet Spitzenpolitiker dafür ein passendes Beispiel sind?
Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die Härte gegen sich selbst, und wohl auch gegen andere, als Tugend. Selbst Krebs wurde schamhaft verschwiegen, von psychischen Erkrankungen gar nicht erst zu reden. Das lag an der strikten Trennung zwischen dem Leben als Privatmensch und dem in einer sozialen Rolle. Nicht zuletzt durch den Umgang mit AIDS veränderte sich dieses Selbstverständnis. Die gesellschaftliche Stigmatisierung wich einem offeneren Umgang mit Krankheit.

SpiegelOnline.de
Wagenknecht bei "Anne Will"
"Innerlich immer ausgebrannter"
Ist es Arbeit, bei "Anne Will" zu sitzen? Für Sahra Wagenknecht, die Stress und Überlastung krank gemacht haben, offenbar nicht. Eine Debatte über die Gründe für toxische Arbeitsverhältnisse kam dennoch in Gang.
Eine öffentliche Therapiesitzung hätte es werden können, in eine Sendung zum Thema "Wann macht Arbeit krank?" mindestens einen Menschen einzuladen, den seine Arbeit krank gemacht hat. Anne Will hat einen solchen Fall in der Familie, ihre Ehefrau Miriam Meckel hat über ihren eigenen Burn-out einen Bestseller geschrieben. In ihre aktuelle Sendung lud Will nun Sahra Wagenknecht ins TV-Studio. Und eine Wagenknecht tut den Teufel, sich therapieren zu lassen.

Kommentare

Seite 8
Neutraler Beobachter schrieb am 16.03.2019 07:53 Uhr: - - - ZENSIERT - - -
@MLM
Kann man daraus schließen, dass Sie einen persönlichen E-Mailverkehr mit Wagenknecht nachweisen können?
Arme Sahra! Kein Wunder, dass sie krank geworden ist.

Seite 12
Neutraler Beobachter schrieb am 16.03.2019 11:18 Uhr: - - - ZENSIERT - - -
Niemand, der hier bisher geschrieben hat, weiß Genaueres über den Gesundheitszustand von Frau Wagenknecht - außer dem Gespann MLM/Westcoast. Die wissen es ganz genau. Da wird von Selbstmitleid und selbstschädlichen Verhaltensweisen gefaselt. Wahrscheinlich fällt auch dieser Beitrag der Zensur zum Opfer, wie die einfache Frage auf Seite 8 zum Emailverkehr der Foristin MLM mit Frau Wagenknecht, die von MLM da angedeutet wurde. Ist es nicht möglich, dass man ein unter zivilisierten Menschen übliches respektvolles Verhalten praktiziert und die Blogmoderation nach ihren eigenen Vorgaben verfährt : „Behandeln Sie andere Nutzer so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Denken Sie immer daran, dass Sie es mit Menschen und nicht mit virtuellen Persönlichkeiten zu tun haben.“ Das gilt nicht nur für die Nutzer. Auch Politiker sind Menschen!!!

Seite 33
Paulus schrieb am 17.03.2019 17:30 Uhr:
Wie krank der politisch Ansatz ist, mit dem schlichten Gemütern in D, F, NL usw. verkauft wird wie segensreich sich der Schengen-Raum mit seiner "Mobilität" für (billig) Arbeitskräfte aus dem östlichen E auswirkt wird erst deutlich, wenn dessen "Vorteile" (für wen?) in den Blick geraten (Löhne für LKW-Fahrer < 5 €). Davon kann in D niemand existieren, geschweige denn seine übrigen Rechnungen bezahlen. D könnte ein Land sein, in dem Milch und Honig nicht nur für eine kleine Elite fließt, wenn es ein sinnvolles Grenzregime und niedrigere Steuern und Sozialabgaben (was wird damit nicht alles finanziert?) gäbe. Politik macht deren Akteure krank, weil sie dem Publikum ständig dummes Zeug unterjubeln sollen. Niemand kann auf die Dauer mit der Unwahrheit leben, gegen die eigene, innere Überzeugung.
Gruß Paulus

Seite 47
Linke Wählerin schrieb am 17.03.2019 22:14 Uhr:
Nicht zu fassen! Geht es in dieser Talksendung nur um Politiker-Stress? Seit 25 Minuten geht es nur um die armen Politiker und ihre innerparteilichen Grabenkämpfe.
Können wir abschalten, Frau Will?
Wenigstens geht Fr. Wagenknecht jetzt anständig über in die Diskussion um den Stress bei den Bürgern, die sich keine "Auszeit" leisten können, es sei denn, sie möchten unter der Brücke leben. Danke Sahra, Sie sind eine kluge Politikerin, die ich mir an der Spitze der Regierung gut vorstellen könnte. Ich wünsche Ihnen gute Besserung und alles Gute. Bleiben Sie uns erhalten.

Seite 69
Wolfgang Uhl schrieb am 17.03.2019 22:55 Uhr:
Was ist denn bitte heute mit Anne Will los? Sarah Wagenknecht darf reden ohne ständig unterbrochen zu werden bzw. dass ihr die Worte im Mund herumgedreht werden.
Lediglich Thomas de Maizière scheint nicht ganz zu verstehen worum es geht.
Je weiter wir uns von der sozialen zu freien Marktwirtschaft bewegen, desto mehr werden die Angestellten zu reinen Objekten Gewinne zu generieren. Der Druck nimmt von allen Seiten her zu. Und wenn sich mit den Angestellten die erwarteten Gewinne nicht mehr erwirtschaften lassen, dann werden sie ausgewechselt, am Besten mit billigeren Arbeitskräften oder ganze Betriebsteile in Länder verlegt, in denen Menschen (noch) bereit sind unter übelsten Bedingungen zu arbeiten.
Der Mensch ist nur noch dann etwas wert, wenn er seine Leistung erbringt und funktioniert. Und dann müssen wir uns auch noch anhören, dass unsere millionenschweren Manager die Leistungsträger sind und nicht wir, die die Gewinne erwirtschaften...

Seite 78
Westcoast schrieb am 18.03.2019 10:11 Uhr:
Sehr gut gefallen hat mir Herr de Maiziere.
Betrachtet man seine Laufbahn, so hätte er manchen Grund gehabt enttäuscht und verbittert zu sein. Die Art und Weise wie er auch mal auf Posten versetzt wurde, die nicht sein erklärtes Ziel waren, hätten genug Anlass dazu gegeben. Stattdessen hat er persönliche Eitelkeiten zurückgestellt und sich im Sinne der Sache gefügt. Er hat verstanden und akzeptiert, dass das Leben auch immer aus Kompromissen besteht und nicht immer fair ist. Die Fähigkeit gewisse Umstände zu akzeptieren schützt vor Stress und Überlastung.
Er hat Deutschland im allerpositivsten Sinne gedient. Danke dafür Herr de Maiziere.

Anmerkung Blogschreiber: Ha, ha, ha,

[einige Kommentare}

Westcoast schrieb am 18.03.2019 14:54 Uhr:
Herr Kroiß,
ich habe ja auch nicht behauptet, dass nur Politikerinnen und Politiker arbeiten würden. Auch viele Arbeitnehmer oder Selbstständige haben einen ähnlich anstrengenden Beruf. Diese verdienen auch Anerkennung und Respekt.
Ich denke aber, dass die Verantwortung in einem Regierungsamt noch mal eine ganz andere Dimension ist. Mit Herrn Steinbrück hätte ich beispielsweise während der Finanz- und Bankenkrise nicht tauschen mögen. Auch externe Berater sind eben nur Berater. Auch wenn in einer privaten Firma die IT-Technik ausgetauscht weden muss, wird mit der Umsetzung eine externe Firma beauftragt. Nichts anderes passiert in den Ministerien. Die politische Verantwortung und die letztendliche Entscheidung trägt ohnehin immer der Minister, sogar für Fehler die in seinem Ressort passieren ohne dass er selber persönliche Schuld trägt. Dafür darf man auch mal Danke sagen.

    Robert Kroiß schrieb am 18.03.2019 18:21 Uhr:
    @ Westcoast Seite 78:
    [[Auch wenn in einer privaten Firma die IT-Technik ausgetauscht weden muss, wird mit der Umsetzung eine externe Firma beauftragt. Nichts anderes passiert in den Ministerien.]]
    Sorry Herr Westcoast, schon wieder falsch und ein völlig abwegiger Vergleich. Wenn ein Selbstständiger oder ein kleines Unternehmen einen IT-Berater benötigt, dann muss er ihn selbst bezahlen und nicht die Allgemeinheit. Von seiner eigenen Tätigkeit mal ganz abgesehen. Die wird ihm ebenfalls nicht von der Allgemeinheit finanziert! Im Gegensatz zu „Ministern“ geht der Selbständige pleite, wenn seine MA oder er selbst entsprechende Fehlentscheidungen trifft. Die Abgeordneten sind (durch ihre selbst vorgegebenen, auch finanziellen Rahmenbedingungen) durch die Allgemeinheit abgesichert; egal was sie tun! Sie können oder wollen nicht darauf eingehen, was ich als gravierenden Unterschied deutlich gemacht habe!

Seite 88
K. Sonntag schrieb am 19.03.2019 09:18 Uhr:
Der interessanteste Gast: Herr Jorde. Als De Maziere dem Gejammer über den Pflegenotstand eine Liste an Maßnahmen entgegenhielt, die die Politik bereits ergriffen habe, konnte konterte Hr. Jorde, dass so gut wie nichts davon hilfreich sei. Wir lernen: Das Gejammer in der Pflege ist berechtigt.
Die Politiker in ihrer Blase haben offensichtlich keinerlei Zugang zum Alltag und zur Realität zum Beispiel in der Pflege. Ihr Radius reicht nur bis zur Industrie, bis zu den Wünschen der Konzerne, die umgesetzt werden. Das Ohr ganz nah bei den Lobbyisten.
Das scheint für alle Lebens- und Arbeitsbereiche zu gelten. Der Unterschied in diesem Fall ist, dass Herr Jorde einer ist, der sich von dem Politikergeschwätz nicht einschüchtern und kleinmachen lässt. Er macht sein Maul auf und schildert differenziert, wie die Situation wirklich ist. Ein absoluter Glücksfall vor allem für die Patienten, die unter der Unfähigkeit und Renditefixierung von Politik und Wirtschaft leiden.

Seite 89
Westcoast schrieb am 19.03.2019 14:19 Uhr:
Frau Müller,
was man wirklich als Alternative zum krankmachen, neoliberalen Kapitalismus für eine Gesellschaft haben möchte, hat auch mir noch niemand erklären können. Jeder Verweis auf das Scheitern des Sozialismus wird mit der Phrase erwidert, dass es den „echten“ Sozialismus ja noch niemals gab. Ah ja, nun bin so schlau als wie zuvor. So habe ich den Eindruck, dass es der Super-Gau für die Verfechter des Sozialismus wäre, wenn sie dann wirklich mal an die Macht kommen würden. Viele wie auch Frau Wagenknecht haben es sich in ihrer linken Nische „kommodig“ eingerichtet. Man lebt bestens mit den Segnungen der kapitalistischen Warenwelt und weckt bei den Armen wolkige unbestimmte Hoffnungen auf eine sozialistische Wende. Das reicht aus um auch nach der nächsten Wahl wieder bestens versorgt im Parlament auf der Oppositionsbank zu sitzen und eine Einladung für die nächste Talk-Show zu bekommen. Dazu schreibt man dann noch ein Buch und alles ist gut. Mehr will man gar nicht.
Westcoast
    W.Meyer schrieb am 19.03.2019 16:45 Uhr: - - - ZENSIERT - - -
    @Westcoast
    Weshalb müssen Menschen mit sozialem Gewissen nach Ihrer Meinung möglichst unter der Brücke schlafen? Eine gerechtere Gesellschaft ist kein „Super-Gau“, sondern bitter nötig gegen den "krankmachen(den), neoliberalen Kapitalismus". Das erfährt man täglich..
    Zu Ihrem 1.Absatz:“...Verweis auf das Scheitern des Sozialismus wird mit der Phrase erwidert, dass es den „echten“ Sozialismus ja noch niemals gab.“
    Wenn man nur wollte, könnte man sich dazu „schlau machen“. Ein kleiner Blick in die Geschichte hilft. CSSR 1968
    Die KPC versuchte den 3.Weg zwischen Kapitalismus und realem Sozialismus: demokratischer Sozialismus mit marktwirtschaftlichen Zügen. Das wurde von den „realen Sozialisten“ unter Breschnew niedergewalzt und als Konterrevolution diffamiert. Ihre Freundin im Osten kann Ihnen Näheres dazu erzählen, da Sie es offenbar nicht wissen. Sie sollten auch Bücher von Frau Wagenknecht lesen. Lesen bildet. Dann würden Sie nicht wie ein Blinder von der Farbe hier schreiben.


Mittwoch, 6. März 2019

Anne Will - 03.03.2019 - Niedriger Lohn, magere Rente - was ist uns Arbeit wert?


Sendung am 03. März 2019 | 21:45 Uhr
Niedriger Lohn, magere Rente - was ist uns Arbeit wert?

Fotos: Screenshots
    die Gäste im Studio

  • Reinhold von Eben-Worlée
    Präsident des Verbandes "Die Familienunternehmer"
  • Malu Dreyer (SPD)
    Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz
  • Petra Vogel
    Reinigungskraft, Mitglied der Gewerkschaft IG BAU
  • Mike Mohring (CDU)
    Vorsitzender der CDU Thüringen
  • Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen)
    Fraktionsvorsitzende im Bundestag

Publikumsgast:
Guido Fahrendholz
Koordinator einer Notunterkunft für Obdachlose in Berlin

Immer mehr Menschen in Deutschland brauchen einen Nebenjob, um über die Runden zu kommen. Rund vier Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind im Niedriglohnsektor tätig. Und schon heute leben fast jede fünfte Rentnerin und jeder fünfte Rentner in Altersarmut. Die Große Koalition will das Problem mit einer sogenannten Grundrente lösen und die Lebensleistung der Menschen in Deutschland besser honorieren. Die SPD geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung und einen Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde. Was ist schief gelaufen in Deutschland, dass so viele Menschen von ihrem Erwerb nicht mehr leben können? Wie hoch muss der Mindestlohn sein, um vor Armut zu schützen? Und sind die SPD-Sozialstaatspläne überhaupt finanzierbar?


Link zur Sendungsseite: (hier)
Link zum Anne-Will-Blog: (hier)

Pressestimmen

T-Online.de
Talk bei "Anne Will"
"Es ist richtig, wir hätten den Mindestlohn einführen sollen"
Arm trotz Arbeit: Rund vier Millionen Menschen in Deutschland schuften im Niedriglohnsektor. Ein Sozialarbeiter berichtet von erschreckenden Zuständen in deutschen Großstädten.

Bild.de
HITZIGER TALK BEI „ANNE WILL“
SPD will Respekt-Rente durchboxen
Die GroKo will mit Wohltaten in die Erfolgsspur kommen, z.B. Geld ohne Gegenleistung oder Bedarfsprüfung. Anne Will stimmt in ihrer ARD-Sendung den sozialkritischen Grundton an: „Niedriger Lohn, magere Rente – was ist uns Arbeit wert?“

Münchner Merkur
ARD-Talk
Putzfrau knallhart bei Anne Will: „Dieser Mann sollte sich schämen“
In ihrem ARD-Talk bittet Anne Will zum Meinungsaustausch über die Rente und faire Löhne. Vor allem Petra Vogel, Reinigungskraft aus Bochum, sorgt für klare Worte.


Kommentare

Seite 24
Marie Luise Müller schrieb am 02.03.2019 22:44 Uhr:
@W. Meyer S 13
Bei den vielen „Wenns“, die Sie benötigen, um Ihr Rentenmodell zu erreichen, bleibt nichts für eine vernünftige UND machbare Rentenlösung übrig. Was bleibt? Nur ein „Meyer for president“ oder eine schöne Märchenstunde. Und für beides ist kein Platz in der Realität. @amüsierter Forist S. 13
Ihr Niveau findet sich hier. „Es gibt durchaus zur Sache interessante Kommentare, aber nicht von Lxxxx/MLM und @Westcoast. Genau dieser Umstand veranlasst mich diese Foristen zu lesen, denn ihre Stellung im Forum, eingeräumt durch die Moderation, ist doch klar ersichtlich und dient zur Qualitätsanalyse der Sendung und eben auch des Forums. Darüber muss man einfach sein Umfeld informieren, schließlich lebt Will ja auch von den Zwangsgebühren.“ Sie am 21.02.1019. Belästigen Sie also mich nicht mit Ihrem Blabla, denn Ihr Niveau liegt ja, wie von Ihnen selbst festgestellt, woanders.

    W.Meyer schrieb am 03.03.2019 09:43Uhr:
    @MLM
    Was ist daran so schwer, einen Blick nach Österreich zu werfen und sich zu informieren? Da ist viel "Platz für Realität". Es ist unser kleines südliches Nachbarland, das auch den Euro hat und ähnlich sprechende Menschen. Es ist nicht so reich wie Deutschland, aber die Rentner können ihren Lebensabend finanziell abgesichert in Würde verbringen. Es gibt da neben einer wesentlich höheren Rente als bei uns noch ein zusätzliches Weihnachtsgeld für Rentner. Eigentlich müsste jeder deutsche Rentner interessiert sein, wie das geht. Es sei denn, er gehört zu der Kategorie von Wählern, wo der Spruch von den Kälbern und den Metzgern zutrifft.
    Nachdem ich Ihren Beitrag gelesen habe, frage ich mich natürlich auch, wo liegt eigentlich Ihr Niveau? " Nur ein „Meyer for president“ oder eine schöne Märchenstunde"... aber keinerlei sachliche Diskussion. Da muss ich dem @amüsierten Foristen zustimmen. Dessen Link haben Sie auch ignoriert. Was nicht ins eigene Weltbild passt, erwähnt man nicht.

    franzi schrieb am 03.03.2019 12:41Uhr: - - - ZENSIERT - - -
    @W.Meyer
    Chapeau für die Engelsgeduld, mit der Sie die dümmlichen und unsachlichen Attacken ( „Meyer for president“, „schöne Märchenstunde“ usw.) kontern. Es ist schwer, mit solchen Forist/innen, die keinerlei Willen zu einer sachlichen Diskussion zeigen, klarzukommen. Ich könnte das nicht und würde dann sicher auch nicht veröffentlicht. Zum Glück hat dieses Forum aber auch noch andere Diskutant/innen, die eine konstruktive Diskussion führen wollen. So hat dieses Forum immer noch seine Existenzberechtigung. In Zeiten, wo durch einseitige Berichterstattungen , die den Lesern missfallen, gerade Zeitungen immer mehr Leser verlieren, wird die Meinungsvielfalt immer geringer. Man kann dann keine Auslandskorrespondenten mehr bezahlen und liest dann in allen Zeitungen/Zeitschriften die identischen Berichte, die man vom Madsack-Verlag Hannover bezieht. Zum Glück hat das ÖR-Fernsehen die sicheren GEZ-Gebühren.


auf Seite 132 nachträglich

batterietester schrieb am 05.03.2019 10:41 Uhr: - - - GELÖSCHT - - -
Schaut euch mal bitte auf abgeodrnetenwatch.de um was Politiker so nebenbei verdienen und wer sie sponsert. Da kommt ihr aus dem Staunen nicht mehr raus. Und nun die Frage, wieviel darf ein Armutsrentner nebenbei dazuverdienen, ohne das es ihm/ihr angerechnet oder von der Rente abgezogen wird? "Wir sind vor dem Gesetz alle gleich..." Ja, Denkste, Pustekuchen, manche sind viel gleicher als gleich, die sind nicht gleicher, die sind reicher. Es ist alles nur ungerecht, unsozial, unverschämt. Die Dunkelziffer der Einnahmen durch Nebenjobs von Bundes+Landespolitiker dürfte weit höher sein. Entweder werden keine Angaben gemacht von den Betroffenen, oder die Geldsummen werden gestückelt in kleinen Mengen, damit man die nicht angeben muss. Denkt euch selbst eueren Teil dazu wie wir verschaukelt werden von der ReGIERung!

Claudi schrieb am 05.03.2019 12:06 Uhr: - - - GELÖSCHT - - -
Dazu lohnen sich auch die Infos vom Bund der Deutschen Steuerzahler, wo einige Projekte aufgezeigt werden, bei denen unsere Steuergelder verbrannt wurden. Täglich werden es mehr und dennoch heißt es aus der Politik - die Steuern sprudeln.
Vor Jahren meinte mal ein Insider, wenn wir einfachen Bürger wüßten, wieviel Geld in unserem Land vorhanden ist...
Und ein anderer erklärte, es sei mehr als genug für alle da, nur dürfe das niemals öffentlich werden, ansonsten gäbe es einen Ansturm auf Deutschland. Komisch, es scheint was durchgesickert zu sein oder warum kommen immer mehr obwohl wir hier Langzeitarbeitslose und Rentenprobleme haben, es an Wohnraum, Bildung usw. fehlt?

S.W. Kraft schrieb am 05.03.2019 12:25 Uhr: - - - GELÖSCHT - - -
@Batterietester. Noch eine Anmerkung zu Ihrem Beitrag.
Wenn man sich mit der Situation der Flüchtlinge aus arabischen und afrikanischen Ländern befasst. Diese Menschen jammern nicht, zeigen ihre Bereitschaft, vorbehaltslos und ohne Anspruchsdenken in unserer Gesellschaft mitzuarbeiten. Und es wird hier auch anerkannt. Dagegen in Ländern der ehemaligen DDR werden diese Menschen bekanntlich diskriminiert. Nach dem Fall der Mauer hat in der ehemaligen DDR, bei eigenen Anspruchsdenken, das Sozialverhalten gegenüber andern offensichtlich nicht weiterentwickelt.

Seite 138
Qvadis schrieb am 05.03.2019 17:51 Uhr:
Ja nur wie soll ich es verstehen wenn im gleichen Atemzug Vollbeschäftigung, Fachkräftemangel, boomende Wirtschaft gepriesen wird? Die reden doch mit gespaltener Zunge und werden so nur noch unglaubwürdiger. Auch Reden und Handeln paßt bereits nicht mehr zusammen, dann noch der Umgang mit unserer Demokratie - Opposition nur wenn mögliche Koalition zum Machterhalt, alles andere wird niedergemacht. Hoffe nur, immer mehr Wähler schauen genauer hin und Bürger werden aktiv.

Samstag, 10. März 2018

Richard Davic Precht zum Thema Digitalisierung und Zukunft der Arbeit

Thema: Digitalisierung

Spirit of Bern 2018: Richard David Precht


Spirit of Bern
Am 26.02.2018 veröffentlicht
Der deutsche Philosoph, Publizist und Bestseller-Autor Richard David Precht am Spirit of Bern 2018.
Kategorie Wissenschaft & Technik
Lizenz Standard-YouTube-Lizenz

Kommentare

N4p0
Schade, dass das alles nie in der Politik ankommen wird.
Auch wenn ich die Abscheu vor politischen Ämtern verstehe, wird sich nichts ändern, wenn Menschen wie Richard David Precht dort nicht mitmischen. Gleiches gilt z.B. auch für einen Harald Lesch.

maik mama
wieso geht unser David nicht in die Politik und übernimmt auch mal etwas Verantwortung?Bei seiner Weitsicht und diese klar verständliche aussagen,kann er es bis ganz nach oben schaffen...also ich würd ihn Wählen :)

Renate Becker
Für MICH — ist er keineswegs dogmatisch oder schulmeisternd oder dergleichen — er vertritt Argumente die er niemandem überstülpt — er weist hin und regt zum eigenständigen Denken an —und das auf seine ganz persönliche unverkennbare Weise ohne zu performen — rhetorisch brillant — buchstäblich spürbar SEINE INTRINSISCHE Motivation — Danke für das Video

Dienstag, 21. November 2017

Die Rente mit Arbeit aufstocken, wie sinnvoll ist das?

Thema: Rente

Weil oftmals die Rente nicht reicht, müssen viele Menschen nebenbei arbeiten. Werden einige Grundsätze dabei nicht beachtet, kann das Folgen für die Auszahlung haben.

Der Durchschnittsbetrag einer monatlichen Rente für einen Rentner der gesetzlichen Rentenkasse beträgt 800 Euro. Die Zeiten, als eine Monatsrente für einen ruhigen Ruhestand reichten, scheinen vorbei zu sein. Viele setzen auf die zusätzliche private Altersvorsorge, etwa Riesterrente, oder versuchen, durch Nebenjobs die Rente aufzustocken.
Wie in letzter Zeit in verschiedenen Fernsehsendungen gezeigt wurde, kann man die Riesterrente vergessen. Die Einzigen die davon was haben, sind Banken und Versicherungen. Jedenfalls nicht der Rentner, der müsste mindestens 86 Jahre alt werden, um das raus zu bekommen, was er eingezahlt hat. Vererbbar ist die Riesterrente auch nicht.

Bleibt noch der Nebenjob. Dabei sollte man genau überlegen, wieviel man arbeitet, da das Rentenrecht jede Menge Fallstricke hat. Macht man was falsch, geht am Ende ein großer Teil für Steuern und Abgaben drauf. Auf jeden Fall sollte man die Hinzuverdienstgrenzen beachten. Die Grenze ist gestaffelt, je nachdem, ob die Regelaltersgrenze erreicht wurde.

Wer die Regelaltersgrenze nicht erreicht hat und bereits Rente bekommt, sollte die Hinzuverdienstgrenze im jahr nicht überschreiten. Die Grenzwerte sind dynamisch, weil sie an die Lohnentwicklung gekoppelt sind. Ist die Hinzuverdienstgrenze überschritten, wird die Rente gekürzt. Um wie viel, rechnet die Rentenversicherung aus. Faustregel: Alles über der Grenze wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Ein Beispiel: Markus B. bezieht eine vorgezogene Altersrente in Höhe von 950 Euro. Daneben verdient er aus einer Beschäftigimg noch 1.510 Euro monatlich dazu, im Jahr also 18.120 Euro. Dieser Betrag übersteigt die Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro um 11.820 Euro.

Ein Zwölftel davon beträgt 985 Euro. Von diesem Betrag werden 40 Prozent, also 394 Euro, auf die Rente angerechnet. Die Monatsrente von 950 Euro vermindert sich also um 394 Euro auf einen Betrag von 556 Euro.
Genaue Informationen, wie viel Sie dazuverdienen dürfen, stehen im Rentenbescheid. Die individuelle Zuverdienstgrenze können Sie bei der Deutschen Rentenversichemng erfragen. Kostenloses Servicetelefon: 0800 1000 480 12
Montag bis Donnerstag: 7:30 bis 18:00 Uhr - Freitag: 7:30 bis 15:00 Uhr

Sehr viel leichter haben es Rentner, die die Regelaltersgrenze erreicht haben. Allerdings wird diese schrittweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben.
Grundsätzlich gilt: Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat, kann ohne Rentenkürzung unbegrenzt dazuverdienen.
Auch bei den Sozialabgaben gibt es Unterschiede. Bei Rentnem unter 65 Jahren müssen alle Sozialabgaben abgeführt werden wie bei jedem anderen Arbeitnehmer auch. Wer nach der Regelaltersgrenze noch arbeitet, ist von den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung und zur Rentenversicherung befreit, nicht jedoch von der Kranken- und Pflegeversicherung. Der Arbeitgeber muss seinen Teil der Sozialabgaben in jedem Fall wie gewohnt abführen.

Quelle: Westfalenpost, 18.11.2017

Montag, 11. Mai 2015

Günther Jauch - 10. Mai 2015 - Die Wut der Bauern - sind unsere Lebensmittel zu billig?

die Gäste

Foto: ARD
  • Renate Künast Bündnis 90/Die Grünen Ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin, Mitglied des Bundestags
  • Willi Schillings Landwirt, promovierter Agrarwissenschaftler
  • Jürgen Abraham Gründer von „Abraham Schinken“
  • Tanja Busse Journalistin
  • Thomas Roeb Professor für Marketing und Logistik, ehemaliger Aldi-Bereichsleiter

Link zur Sendung: (hier)
Link zum Blog: (hier)


Das Thema:
Die Wut der Bauern – sind unsere Lebensmittel zu billig?

Dazu schreibt die Redaktion:
„Heute habe ich dermaßen die Schnauze voll.“ Als „Bauer Willi“ Schillings vor einiger Zeit die Kartoffelpreise sah, platzte ihm der Kragen. „Habe heute Morgen die Abrechnung meines Nachbarn von Pommes-Kartoffeln außerhalb des Vertrages gesehen: 1 Lkw = 25 t = 250 €. Für die, die nicht rechnen können: Das ist 1 Cent pro Kilogramm!“ Seinem Unmut machte der rheinländische Landwirt umgehend Luft – und veröffentlichte auf seiner Internetseite einen Wutbrief, der es in sich hatte: „Lieber Verbraucher! Du hast keine Ahnung und davon ganz viel. Ist dir eigentlich bewusst, dass wir Landwirte von unserer Hände Arbeit leben müssen?“

Mit seiner Anklage sprach Schillings vielen seiner Kollegen aus der Seele. Mehr als 300.000-mal wurde der Wutbrief mittlerweile angeklickt, mehr als 400 Leser haben einen Kommentar hinterlassen. Viele andere Landwirte gratulierten Schillings und meinten, dass es höchste Zeit sei, dass endlich einmal Tacheles geredet werde.

Nicht nur Verbraucher machen Druck, sondern auch Discounter

Doch es gab auch andere Stimmen. Zahlreiche der im Wutbrief beschuldigten Verbraucher meldeten sich zu Wort. Besonders Menschen mit wenig Einkommen, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen, fühlten sich zu Unrecht beschuldigt. Sie seien froh, dass es im Discounter auch günstige Lebensmittel gebe, die sie sich leisten können. Nicht jeder könne die teuren Bio-Lebensmittel bezahlen.
Mit seinem Wutausbruch hat „Bauer Willi“ einen Nerv getroffen. Schon seit langer Zeit beklagen sich Landwirte über die niedrigen Preise, die sie mit ihren mühevoll erzeugten Produkten erzielten. Auf der einen Seite stünden die Kunden, die immer größere Ansprüche anmeldeten, gleichzeitig aber wenig zahlen wollen. Auf der anderen Seite machten die Discounter Druck und würden die Preise immer weiter drücken.

Sind unsere Lebensmittel tatsächlich zu billig? Werden Verbraucher immer anspruchsvoller? Wer ist für den Preisdruck verantwortlich? Und wozu führen Preiskampf und Effizienzstreben?

Kommentare aus dem Forum

Jolande Theisen schrieb
mir taten diese schon 07 oder 08 richtig Leid, als sie die Milch ausschütteten vor Verzweiflung, weil diese viel zu billig war. Und immer noch ist. Es hat niemand interessiert. Die Konzerne pressen. Und drücken. Auch das gehört verboten. Mit Marktwirtschaft hat das nix zu tun.
Ernst schrieb
Wenn mit Subventionen Überschüsse produziert werden, ist es doch kein Wunder, wenn die Preise fallen. Viele Landwirte leben doch nicht mehr vom Verkauf ihrer Erzeugnisse, sondern von Subventionen, also von staatlicher Umverteilung. Dadurch wird die Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt, nicht durch die Konzerne, die die Überschüsse zu günstigen Preisen abkaufen und diese an die Verbraucher weitergeben.
Lieber ERnst schrieb
bitte informieren Sie uns doch einmal, welche Subventionen in die Milchproduktion fließen. Abgesehen von EU-Zuschüssen für die private Lagerung, die nur temporär vergeben werden, ist mir da nämlich nichts bekannt. Das gilt übrigens auch für die Schweine- und Geflügelproduktion.
Hof Heidrehm schrieb
Da kann ich behilflich sein: Erstmal kommt die Basisprämie von etwa 300€/ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, die jedem Bauern zusteht. Somit auch den Milchviehhaltern. Dazu kommen 50€/ha für die ersten 30ha und noch einmal 30€/ha für die nächsten 16ha. Weitere 87€/ha für die Erfüllung von Greening-Auflagen. Die Basisprämie wird allerdings stetig sinken, so lautet der Beschluss. Dann sind da natürlich noch diverse Subventionen in Form von Bauförderungen für Stallanlagen. Je nach Bundesland bis zu 50% der Investitionssumme. Und dann gäbe es da auch noch zinsgünstige Kredite von der landwirtschaftlichen Rentenbank und anderen, die man ebenfalls als Subventionen bezeichnen könnte. Soll also niemand behaupten, die Milchproduktion würde nicht subventioniert werden.

Susanne schrieb
Die Moral eines Landwirtes ... erkennt man daran, wie er mit seinen Tieren umgeht!
Die Moral einer Gesellschaft ... erkennt man daran, wie sie mit Leben umgeht!

Ernst schrieb
"Sind unsere Lebensmittel tatsächlich zu billig?" Nein! Denn wenn Güter preiswerter werden, können sich die Menschen mehr Güter Leisten, was nichts anderes bedeutet, als dass die Menschen wohlhabender werden. Genau das ist nämlich seit der Industrialisierung der Landwirtschaft geschehen. Da hilft kein Jammern, sondern nur sich entsprechend anzupassen. Um 1800 waren noch etwa 75 % aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft tätig. Im Jahr 2012 waren nur noch 1,6% der Bevölkerung in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft in Deutschland tätig. (Quelle:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61694/erwerbstaetige-nach-wirtschaftszweigen ) Heute produzieren diese 1,6 % mehr Lebensmittel als die 75 % um das Jahr 1800. Das hat zu einer gigantischen Mehrung des Wohlstand und besserer Lebensqualität in den Industrienationen geführt. Eine Entwicklung die sich als so segensreich für die Menschen erwiesen hat, kann nun nicht schlecht sein.

Unreg1951 schrieb
Bitte erklären Sie dann auch einmal den Landwirten, wie sie überleben können, wenn sie 1 (in Worten: Einen) Cent pro Kilogramm Kartoffeln erhalten? Sie schreiben, die Landwirte sollen sich anpassen. Wie sieht die Anpassung aus? Wissen Sie, ich bin froh, daß es noch Bauern und kleinere Bauernhöfe gibt, die die Landschaft offen halten. Besonders in waldreichen und bergigen Gegenden wichtig. Die Menschen sollten wieder lernen, Lebensmittel zu achten und sie nicht als billiges Wegwerfprodukt betrachten. Geiz ist geil?

Marie schrieb
Dass man zu den ueblichen Discounterpreisen keine Lebensmittel, sondern nur noch industriell hergestellten, hormon -, antibiotika -, pestizid - und mit chemischen Pulvern verseuchten Nahrungsschrott erhaelt, muesste eigentlich auch dem Duemmsten klar sein. Die Geiz ist Gail- Mentalitaet ist keineswegs nur unter denen verbreitet, die sich vernuenftige Lebensmittel nicht leisten koennen, die immer mehr Schrott zu immer niedrigeren Preisen Lebenseinstellung ist auch unter denen weit verbreitet, die sich durchaus vernuenftige Lebensmittel zu vernuenftigen Preisen leisten koennten, aber lieber in Massen von sinnlosen immer mehr Schrott zu immer billigeren Preisen Produkten zur Befriedigung einer von diesem Wirtschaftssystem erzeugten Sucht investieren. Diese Lebensweise hat nichts mit Beduerfnissen, sondern ausschliesslich mit kuenstlich erzeugten Suechten zu tun und ist das Ergebnis der kapitalistischen Produktionsweise, die wir schon heute teuer mit immer mehr chronischen Krankheiten schon im Saeuglings - und Kindesalter bezahlen und das ueber kurz oder lang diesen Planeten und die Menschheit komplett zerstoeren wird. Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss und der letzte Acker und die letzte Biene vergiftet, der letzte Fisch gefangen und das letzte Eis geschmolzen ist, wird der Mensch in seinem kapitalistischen Wachstumsgroessenwahn merken, dass man Geld nicht essen kann.

Ecid schrieb
Ich sehe eher das Problem, dass in Deutschland vier Großkonzerne den Lebensmittelhandel dominieren: Edeka-Gruppe (EDEKA, Netto-Marken-Discount, NP-Discount), Rewe-Group (REWE, Penny), Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) und Aldi. Jene Konzerne haben fast alle regionalen Anbieter vom Markt verdrängt. Somit können sie bei Preisverhandlungen mit Herstellern/Zulieferern hohen Druck ausüben. Das bekommen dann auch kleinere Landwirtschaftsbetriebe finanziell zu spüren - besser zahlende Abnehmer existieren kaum noch.
Der Trend dieser Konzentration setzt sich leider fort - ein aktuelles Beispiel ist der Versuch der Übernahme von Kaiser's/Tengelmann durch Edeka. Hoffentlich wird dem Einhalt geboten. Ich wünsche mir regionale Discounter-/Supermarktketten, sodass lokale Produkte gleich vor Ort abgesetzt werden können. Zum Schutz lokaler Produzenten halte ich auch Importbeschränkungen für erforderlich.
Für mich ist es kein Zeichen von Wohlstand, im Supermarkt vor übervollen Regalen mit Lebensmitteln zu stehen, von denen die Hälfte entsorgt wird und welche zu Preisen verkauft werden, die den Produzenten keinen ausreichenden Lebensunterhalt generieren. Ich sehe darin eine widerwärtige Ressourcenverschwendung und bekomme das Gefühl, durch den Kauf die Lebensmittelhandelskonzerne beim Preisdumping zu unterstützen und so die für Landwirte ruinöse Marktsituation zu festigen.

CETA-TTIP-TISA schrieb
Ich freue mich schon auf den Hormondreck aus den USA wenn TTIP, CETA und TISA kommt, wie wollen da unsere Bauern mithalten, jetzt ist zum Beispiel der Schinken komplett verwässert und das in der EU, diesen billigen Hormondreck aus den USA brauche ich und will ich nicht. Wir haben genug Dreck vor unserer Haustüre da brauchen wir den Dreck wegen ein paar Blinker nicht auch noch aus Übersee heranschippern.
Apropos, die Schweizer verbieten Lebensmittel aus der EU weil es nur Dreck ist. Der Schulz von der SPD der im EU Parlament sitzt frisst sicher keinen Hormon Dreck aus den USA. Oder ein Gabriel und eine Merkel.

Montag, 4. Mai 2015

Günther Jauch - 03.05.2015

die Gäste

Foto: ARD
  • Gregor Gysi, Die Linke, Vorsitzender der Bundestagsfraktion
  • Reiner Hoffmann Vorsitzender Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
  • Michael Hüther Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
  • Katja Suding FDP, Fraktionsvorsitzende in der Hamburgischen Bürgerschaft
  • Rainer Voss Ehemaliger Investmentbanker

Link zur Sendung: (hier)
Link zum Blog: (hier)


Das Thema:
Deutschlands Löhne - was ist unsere Arbeit wert?

Dazu schreibt die Redaktion:
Welchen Job machen Sie? Was verdienen Sie mit dieser Arbeit? Und fühlen Sie sich damit gerecht bezahlt? Wovon hängt für Sie eine gerechte Bezahlung ab?

Deutschlands Löhne - was ist unsere Arbeit wert?
Ob Erzieherin, Postzusteller oder Busfahrer: Sie alle gehen derzeit für mehr Lohn auf die Straße. Besonders die Erzieher verleihen ihren Forderungen Nachdruck – nachdem die Tarifverhandlungen gescheitert sind, stimmen sie nun über einen unbefristeten Streik ab. Ab Ende kommender Woche könnten Kitas bundesweit geschlossen bleiben.

Hinter den Demonstrationen und Streiks steckt jedoch nicht nur der Wunsch nach mehr Gehalt, sondern auch die Forderung nach mehr Wertschätzung ihrer Arbeit. Viele der derzeit Protestierenden halten ihren Lohn für ungerecht und nicht fair – ihre Arbeit sei deutlich mehr wert. Das müsse anerkannt werden, nicht zuletzt durch mehr Lohn am Monatsende.

Wer verdient in Deutschland wie viel? Welche Arbeit wird angemessen honoriert? Sind die Löhne fair? Was ist überhaupt ein „gerechter“ Lohn?

Der Kommentar des Blogschreibers



Kommentare aus dem Forum

Paulus schrieb auf Seite 4
Das Thema, wenn es in einer Talk-Show behandelt wird, fungiert als Beruhigungspille (der 1. Mai lässt grüßen), denn wir erleben gegenwärtig den Zynismus zur Lohn- bzw. Verteilungsgerechtigkeit, insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der funktionalen (nach Einkommensarten) Einkommensverteilung für gesellschaftlich (und damit ökonomisch) so relevanten Fragen, wie die nach Bestimmungsgründen der Lohnfindung..
Aber das Thema ist nur Teilaspekt der allgemeineren Frage nach der Gerechtigkeit in einem Staate. In Platons Konzept (dem ältesten europäischen, aufgezeichneten Vorstellungen zur Problematik einer politischen Ordnung) ist "Gerechtigkeit" unverzichtbar für den Bestand des Gemeinwesens (obwohl Platon - kein Freund demokratischer Empfindungen - unter Gerechtigkeit ("jedem das Seine")) anderes verstand, als die politischen Akteure unserer Tage.
Nicht nur Karl Marx lange vor ihm , auch der (alt-neoliberale) Wilhelm Röpke war davon überzeugt, (abweichend von Platons Konzeption) der kapitalistische Staat wird nie die Interessen der Allgemeinheit (was immer das sei) durchsetzen, er kann nur Büttel einflussreicher Kräfte sein - unter welcher Partei-Fahne auch immer. Hier wird ein der politischer Grundirrtum von Willy Brandt sichtbar: "durch die Wahl der SPD wird der Staat zur Schutzmacht der kleinen Leute". Eine Abwandlung des Satzes von August Bebel: " Die SPD sei die Schutzmacht der kleinen Leute"
(wird fortgesetzt) Gruß Paulus

Paulus schrieb auf Seite 4
Fortsetzung:
Absolut gültige und berechenbare Formeln zur Lohnbestimmung kann es nicht geben. Ideen zur Gerechtigkeit sind dem Wandel unterworfen. Wenn aber die Daten zur funktionale Einkommensverteilung eine wachsende Spreizung von "oben" und "unten" anzeigen, wird die Empfindung von einer Zunahme der Ungerechtigkeit zur politischen Fragen wie "Was ist hier los?", "Wo wird das enden?" "Wohin gehrt die Reise?". Placebo`s und weiße Salbe wie von Frau Merkel gern ausgeteilt: "Es gab noch nie soviel sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deutschland wie zur Zeit", wirken wie blanker Zynismus. Paradoxer Weise klammert die Frage nach der Gerechtigkeit der Lohnhöhe die wichtigere Frage nach dem Reservat der "Souveränität", wie es für die EZB interstaatlich inzwischen eingerichtet wurde, aus und geht damit am Kern des Verteilungsmechanismus vorbei. Mit der Geldmengen- und Zinspolitik kann mühelos jede Form der Lohnfindung - sei sie als gerecht oder nicht empfunden - in ihrer Wirkung überspielt werden.
Gruß Paulus

Maria schrieb auf Seite 4
Ich finde, dass Günther Jauch überbezahlt ist, und nicht nur Günther Jauch sondern auch alle anderen, die soviel verdienen wie er oder mehr. Dazu gehören sicher auch die obersten Banker und Industriebosse.
Keiner arbeitet zehn oder hundertfach mehr als ein einfacher Arbeiter, und hat darum auch nicht ein so exorbitantes Vielfaches verdient. Fast jeder ist auf die Arbeit anderer angewiesen und wäre ohne diese gar nichts.
Natürlich müssen aber auch Ausbildung und Leistung in die Bewertung mit einfließen.
Nichts gegen Günther Jauch persönlich.Er macht seine Arbeit gut. Es ist nur eine allgemeine Beurteilung, dass die da oben (z. B. Richter, Politiker, Medienfachleute, Banker) zu viel verdienen, so dass die unten von ihrem Gehalt nicht mehr leben können und aufstocken müssen, von späteren Renten ganz zu schweigen.
Kindergärtner sind weit unterbezahlt. Ebenso wichtig wie deren Lohnerhöhung ist eine Halbierung der Gruppenstärke, auch zum Wohle der Kinder.Urvertrauen muss in den beiden ersten Lebensjahren von der Mutter vermittelt werden,dadurch dass sie immer zur Stelle ist. Das kann eine Kindergärtnerin nicht leisten, obwohl man es vielfach von ihr verlangt.
Traurig finde ich es, dass ebenso wie bei der Bahn dafür längere Zeit gestreikt werden muss. Das belastet die Menschen und ihre Wirtschaft über die Maßen und sollte verboten werden. Für vieles andere wie Waffen und Ukraine ist ein Vielfaches an Geld da.

leevancleef schrieb auf Seite 6
Jobwunder Deutschland.
Geleistete Arbeitsstunden:
2000 57,7 Mio.
2014 58,5 Mio.
Reife Leistung der Politik, aber nachvollziehbar.
Millionen Arbeitsplätze wurden vernichtet und durch unterbezahlte Dreckarbeitsplätze ersetzt. Die Gewinne der Wirtschaft sind explodiert und der Pöbel verarmt immer weiter. H. Hüther, als Büttel der Unternehmer, wird's freuen. Aber es gibt auch Menschen, die gerne in Würde leben würden. Nun ja, jetzt kommen ja weitere Millionen Fachkräfte aus Afrika oder Ostblock. Werden die Löhne noch weiter fallen und - mit der FDP zu reden - alles wird gut.

Happy Pingu schrieb auf Seite 7:
Um welches Vielfaches mehr man sich heute mehr leisten kann als früher, zeigen auch gerne diese Beispiele, wie lange man mit einem Durchschnittsberuf im Büro oder an der Werkbank für diese Produkte 1960 und 2009 arbeiten musste:

Bezeichnung 1960 2009
250 g Butter 39 Min 4 Min
Herren-Anzug 68 Std 17 Std
1 Liter Benzin 14 Min 5 Min
Flaschenbier 15 Min 3 Min
500 g Bohnenkaffee 213 Min 19 Min
Briefporto 5 Min 2 Min
10 Eier 51 Min 8 Min
Fernseher 351 Std 38 Min 13 Std 23 Min
1 kg Edamer 112 Min 33 Min
2,5 kg Kartoffeln 17 Min 11 Min
1 Liter Vollmilch 11 Min 3 Min
1 Kinokarte 38 Min 28 Min
Damenkleid 26 Std 28 Min 6 Std 35 Min
Kühlschrank   156 Std 30 Min     23 Std 46 Min  
  1 kg Schweinekotelett   2 Std 37 Min 32 Min
200 kWh Strom 10 Std 7 Min 3 Std 29 Min
Damenstrümpfe 1 Std 13 Min 17 Min
Waschmaschine   224 Std 30 Min   32 Std 4 Min
1 kg Zucker 30 Min 4 Min

Alle obigen Beispiele gelten für „Durchschnittsverdiener!
krümelchen schrieb
Es ist kaum zu fassen. Ich arbeite als Vertretungslehrer (Seiteneinsteiger)mit abgeschlossenem Hochschuldiplom und unterliege einer Willkür vom Staat, der mit dem Mittelalter vergleichbar ist. Am Gymnasium hatte ich 2!! Gehaltsstufen E12 mehr, als Hauptschullehrer mit E 10 darf ich mehr Stunden arbeiten, bekomme eine schlechtere Bezahlung und schlechtere Lohnerhöhungen als vorher. Die Krönung ist aber, dass ich sogar meine Stufe die ich beim Gymnasium bezahlt bekam verliere, wenn ich 3 Jahre nicht am Gymnasium war. Was ist das für ein Schwachsinn? Mein Studium ist das gleiche geblieben, ich habe nur den Schultyp gewechselt, die Schüler mit über 90% Migranten sind super stressig. Die sind in Klasse 5 bereits sehr schwierig, die Pubertät beginnt immer früher. Sogar die Schulsekretärin bekommt weniger Gehalt als am Gymnasium. Wieso? Die Arbeit ist doch die gleiche!
Diese bescheuerte Gleichmacherei: jedem Kind die gleiche Chance...nette Idee aber schlicht unmöglich!!Die Elternhäuser sind nun mal verschieden und das lässt sich nicht mit anderen Einrichtungen auffangen.Man sollte die Eltern entsprechend in die Pflicht nehmen, die mal erziehen lernen sollten und konsequent in der Erziehung sein sollten. Das Elternhaus

Pressestimmen
TV-Kritik:
Günther Jauch
Die soziale Lage von Günther Jauch
In der Sendung von Günther Jauch wird über „gerechten Lohn“ gestritten. Leider verwechselte Jauch den Arbeitsmarkt mit Statusfragen. Diesen Fehler machen aber nicht nur gut bezahlte Fernseh-Moderatoren.
F.A.Z.

„Deutschlands Löhne – was ist unsere Arbeit wert?“
Gehälter-Striptease bei Günther Jauch
Bei „Günther Jauch“ wird der Lohnzettel transparent gemacht: In der Debatte geht es um fette Banker-Boni und Niedriglohn-Empfänger. Im Laufe der Diskussion kristallisieren sich schnell sechs verschiedene Typen heraus
Focus

Danke Klaus für die Tabelle

Montag, 23. September 2013

Verhöhnung der Bürger: Parteien zweigen illegal Steuergelder für Wahlkampf ab

Thema: Demokratie

Die im Bundestag vertretenen Parteien haben illegal Gelder aus der Staatskasse entwendet. Alle Parteien haben Mitarbeiter aus dem Bundestag für den Wahlkampf eingesetzt, obwohl dies ausdrücklich verboten ist. Diese Parteien verachten den Bürger und lassen sich sogar die kleine Show, die man Wahl nennt, durch einen rechtswidrigen Griff in die Taschen der Steuerzahler finanzieren. Eine Kontrolle ist ausdrücklich nicht vorgesehen.

Diese Dame und Herren hätten es eigentlich in der Hand, dem fortgesetzten Rechtsbruch der missbräuchlichen Verwendung von Steuergelden im Wahlkampf ein Ende zu bereiten. Sie tun es nicht – und fügen damit der Demokratie in Deutschland schweren Schaden zu. (Fotos: dpa)

Alle im Bundestag vertretenen Parteien haben im Bundestags-Wahlkampf illegal Gelder der Steuerzahler verwendet, obwohl dies ein eindeutiger Rechts- und Verfassungsbruch ist.

Das Magazin „Report Mainz“ deckte auf, dass CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke in einem bemerkenswerten Gleichklang der Unverschämtheit Parlaments-Mitarbeiter für den Wahlkampf eingesetzt haben. Jedem Abgeordneten stehen 20.000 Euro monatlich zu, damit er seine Parlamentsarbeit verrichten kann. Wie der Verfassungsrechtler Hans-Herbert von Arnim feststellt, dürfen diese Mitarbeiter ausdrücklich nur für die Arbeit im Deutschen Bundestag eingesetzt werden. Der Einsatz für andere Zwecke, insbesondere für Partei-Zwecke, sei, so von Arnim, ein glatter Rechts- und Verfassungsbruch.

Es liegt der Tatbestand der illegalen Parteien-Finanzierung vor – und das ist einem Wahljahr, in dem sich die Parteien bereits durch Trickserei eine Gesamtsumme von 154 Millionen Euro aus der Staatskasse genehmigt haben (mehr hier).

Die Partei der Vernunft (PdV), die ebenfalls für den Bundestag kandidiert, hat bei der Staatsanwaltschaft Koblenz Strafanzeige eingereicht. Die Partei der Vernunft fordert eine sofortige Aufklärung von allen Abgeordneten über den Einsatz der vom Bundestag finanzierten Mitarbeiter der Wahlkreisbüros. Der Chef der PdV, Johannes Roßmanith, sagte: „In Deutschland werden Jahr für Jahr Milliarden an Steuergeldern zweckentfremdet. Wir sehen darin den spiegelbildlichen Vorgang zur Steuerhinterziehung. Und dieser wird in Deutschland schließlich massiv geahndet.“

In der Sendung hat das Team des SWR die Abgeordneten der verschiedenen Parteien begleitet: Martin Burkert (SPD), Steffen Bilger (CDU), Bettina Herlitzius (Die Grünen; sie kommt in dem Beitrag interessanterweise nicht vor, aber ihr Mitarbeiter Jonas Paul. Er sagt: Ehrenamtliche Überstunden macht er im Job keine. Er ist jedoch gleichzeitig als Grüner Lokal-Politiker in Aachen tätig – wann eigentlich und doch nicht etwa auch auf Kosten der Steuerzahler?); Pascal Kober (FDP: „Machen Sie die Kamera aus! Kein Ton ist freigegeben, kein Bild ist freigegeben!“); Steffen Bockkahn (Die Linke).

Das Ergebnis: Die Bundestags-Abgeordneten aus allen Parteien – CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke – setzten die hauptamtlichen Mitarbeiter für den Wahlkampf ein – und verstoßen damit gegen das Grundgesetz und das Abgeordneten-Gesetz.

Der Jurist von Arnim sieht das als einen Skandal an. Doch der fast noch größere Skandal besteht daran, dass diese illegale Parteienfinanzierung im Zustand der völligen „völlige Kontroll-Losigkeit“ stattfinde. Der Bundestag verweigere sogar dem Bundesrechnungshof die Herausgabe der Zahlen über den Missbrauch der Steuergelder.

Die Bundestags-Abgeordneten agieren zunehmend jenseits der Kontrolle durch die Öffentlichkeit. Erst kürzlich hat der Berliner Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass die Abgeordneten von niemandem kontrolliert werden dürfen, weil dies die Ausübung des „freien Mandats“ gefährde (hier).

Eine solche Rechtsmeinung mag durch den Buchstaben des Gesetzes gedeckt sein. Dem Geist einer Demokratie entspricht sie nicht.

Die Beschäftigung von Staatsangestellten für den Wahlkampf von Parteien ist vor allem aus Gründen des gerechten Wettbewerbs für alle Parteien unzulässig: Denn neue Parteien, die noch keine Abgeordneten im Bundestag haben, können nicht einfach in die Staatskasse greifen, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Die Praxis zeigt, dass die Abgeordneten offenbar flächendeckend jeden Sinn für Recht und Gesetz verloren haben. Sie bedienen sich an den Geldern der Steuerzahler und entwickeln immer mehr einen hermetisch abgeriegelten Staat im Staat. Sie machen sich selbst Gesetze, die sie dann knallhart brechen – weil sie sich einfach weigern, eine Kontrolle zu akzeptieren.

Damit aber wird deutlich, dass die Bundestagsabgeordneten im großen Stil gegen die Gesetze verstoßen.

Wenn die Moral bereits derart verkommen ist, dann kann man auch nicht erwarten, dass die Abgeordneten sich sonst an Gesetze halten.

Man fragt sich unwillkürlich: Was berechtigt diese Leute eigentlich, Gesetze zu erlassen, die für die anderen Bürger gelten sollen? Und was verpflichtet die Bürger, Gesetze zu befolgen, die von Gesetzesbrechern beschlossen wurden?

Verstehen diese Abgeordneten nicht, dass sie damit den Keim zur Zerstörung der Demokratie legen?

In heuchlerischer Weise haben alle Parteien stets die Steuerhinterzieher gebrandmarkt. Mit nicht viel weniger Pathos haben diese Parteien Banken und Finanz-Institutionen attackiert, weil die Banken sich fortwährend über Gesetze hinwegsetzen.

Doch wer soll diesen Leuten glauben?

Der Wahlkampf war geprägt von Nichtigkeiten: Das Duell der Phrasen-Drescher (hier), Steinbrücks Stinkefinger (hier), und parallel zum Wahlkampf wird der Sündenbock Christian Wulff geschlachtet, dessen Vergehen im Vergleich zu dem Millionen-Schaden, den die Parteien im Wahlkampf angerichtet haben, eine Petitesse ist.

Die Parteien haben versucht, sich in der Kulisse einer Show zu verstecken – um nicht über das wichtigste Thema Deutschlands im Jahr 2013 sprechen zu müssen: der milliardenschweren Euro-Rettung, die in den kommenden Jahren auf die Deutschen zukommt.

Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt hat in einem Interview mit der Bild-Zeitung gesagt:
    „Was in diesem Wahlkampf zu kurz kommt: Die Zukunft der Europäischen Union und unserer gemeinsamen Währungsgruppe aus 17 Staaten ist höchst zweifelhaft. Spätestens im Laufe des Jahres 2014 werden wir Deutschen – vor allem wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Griechenland, in Portugal und in anderen Ländern Südeuropas – von allen Seiten zur Kasse gebeten. Und das, obwohl Frau Merkel das Volk darauf eingestimmt hat, dass wir nicht zahlen werden. Das ist eine sehr unerfreuliche Situation und viele werden das nicht gerne hören. Aber es wird sich schon in wenigen Monaten herausstellen, dass es die Wahrheit ist.“
Kann man von Gesetzesbrechern die Wahrheit erwarten? Kann man von Leuten, die schamlos und offenbar massiv in die Staats-Kasse greifen, um sich ihren eigenen Job zu sichern, erwarten, dass sie eine ehrliche Politik machen?

Der Schaden, der dem Steuerzahler durch den illegalen Wahlkampf aller Parteien entstanden ist, wird vom SWR auf mindestens 15 Millionen Euro geschätzt. Vermutlich liegt der Schaden jedoch viel höher.

Der Schaden, der den Deutschen durch die einfallslose Euro-Rettung entstehen wird, wird in die Milliarden gehen.
70 Prozent der Bundestagsabgeordneten antworten auf die Frage, ob es strenge Strafen wie etwa Bussgelder für den Fall der Steuerverschwendung geben soll, mit Nein. Nur 16 Prozent sagen ja, 14 Prozent haben keine Meinung. (Quelle: DWN-Umfrage unter 218 Abgeordneten von allen im Bundestag vertretenen Parteien) hinzufügen

Man kann angesichts der jüngste Erkenntnisse nicht anders als zu glauben, dass es diesen Politikern nicht um das Volk geht. Es geht ihnen darum, dass sie keiner geregelten Arbeit nachgehen wollen, sondern jeder für sich sein kleines, griechisches Geschäftsmodell entwickelt hat: Wir leben auf Kosten der anderen, notabene der Steuerzahler, und alle vier Jahre veranstalten wir eine Show, die wir Wahl nennen. Und selbst für diese rein egoistische Show wird dem Steuerzahler das Geld aus der Tasche gezogen, ohne dass man dagegen etwas machen könnte.

Am Ende werden wir den Steuerzahlern dann sagen: Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt.

Wir!

Eine Umfrage der DWN hat ergeben, dass die im Bundestag vertretenen Parteien in einem Punkt geschlossen sind wie früher das Brandenburger Tor in der Mauer: Es darf keine strengen Strafen für Steuerverschwendung geben (mehr dazu im Magazin der DWN – hier).

Die Begründung: Wir haben schon genug Strafen.

Und schließlich kontrollieren wir uns selbst.

Wer sollte da misstrauisch werden?

Die Parteien betrachten das mühsam erarbeitete Geld der Steuerzahler als ihr Eigentum, als einen Tribut, den der Pöbel zu leisten hat, damit die Politiker in Sitzungen, bei Weinverkostungen und im Bierzelt die jovialen Kasper geben können. Sie fahren mit den schwarzen Dienst-Limousinen zu Veranstaltungen, die kein Mensch braucht. Sie informieren sich nicht in mühevoller Nachtarbeit über die Komplexität, die sie selbst erfunden haben. Sie bilden sich keine eigene Meinung, keine Courage und keinen Anstand.

Bei allen wichtigen Entscheidungen – wie dem ESM oder den Milliarden-Verschwendungen der Euro-Rettung – gebärden sie sich wie blökendes Stimmvieh und machen einfach, was ihnen die Fraktions-Führer, diese Oberzuchtmeister der Uniformität, einhämmern.

Das ist natürlich ein angenehmes Leben. Jede Verkäuferin, die einen Schoko-Riegel stiehlt, wird gefeuert. Jeder Angestellte, der Privatvergnügen auf Firmenkosten abrechnet, wird gefeuert. Jeder Steuersünder, der erwischt wird, muss mit harten Strafen rechnen.

Doch die Politiker der etablierten Parteien, die am Sonntag zur Wahl für den Deutschen Bundestag stehen, verhalten sich wie Hehler-Banden, organisierte Kriminelle oder Finanz-Gauner, deren schärfste Waffen das Kleingedruckte und die Gutgläubigkeit der Kunden sind.

Mit dieser Parteien-Oligarchie ist kein Staat zu machen. Diese Ladendiebe der Demokratie zerstören das System, dem sie ihren privilegierten Status verdanken. Sie sind die größte Gefahr für die Demokratie in Deutschland: Die immer noch beste Gesellschafts-Ordnung der Welt wird von jenen ausgehöhlt, die nicht mehr dem Staat dienen, sondern am Geld der Steuerzahler verdienen wollen.

Wie sagten die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich im Interview: „Es wundert uns sehr, dass nicht Millionen Menschen auf der Straße sind und dagegen protestieren“ (hier).

Wir wundern uns nicht.

Am Samstag trifft Bayern auf Schalke, Nürnberg empfängt Dortmund und Hamburg bekommt es im Nord-Derby mit Werder Bremen zu tun.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare


Selbstdenker sagt:

Noch zwei Tage vor der Wahl wurden von den “Meinungsforschungsinstituten” noch mal alle Register gezogen. Hier der Bericht eines Kommentators bei hartgeld.com:

“Ein guter Freund wurde diese Woche auch vom Callcenter zur BT-Wahl angerufen und befragt. Die einzige Frage war: Welche der heute im Bundestag vertretenen Parteien würden Sie wählen?

Er antwortete keine von denen, sondern eine Partei, die noch nicht im BT ist.
Die Dame vom CC fragte nach, welche Partei er wählen würde.

Er antwortete: Natürlich die AfD!

Darauf meinte die CC-Mitarbeiterin: Das Gleiche sagt mir jeder 2. Befragte! Aber ich kann das nicht erfassen, weil auf meiner Liste nur die, aktuell im BT vertretenen Parteien stehen. Die AfD, Piraten usw. stehen gar nicht als Option zur Auswahl. Soll ich Sie nun als „unentschlossen” oder „Nichtwähler” registrieren?”

Natürlich, von Manipulation keine Spur…


Adlerauge sagt:
Letzte Kommentare so kurz vor der Wahl.
Und dennoch überlegenswert.
Wie groß muss wohl bei den Parteien der KED (Kapitalistische Einheitspartei Deutschlands CDUCSUSPDFDPGRÜNE) der Psychoterror in diesen letzten Stunden sein:

http://stopesm.blogspot.de/2013/09/die-afd-bedrohung.html#.Uj3wnsg61SE