Mittwoch, 4. Februar 2015

Sorge vor Russland? Tagesschau verbreitet Nato-Propaganda

Thema: Propagandasender ARD
Tagesschau.de Spannungen im Verhältnis zu Russland
Sorge vor Russland:
Litauer erhalten Tipps für Kriegsfall


Litauens Regierung verteilt ihren Bürgern einen Ratgeber für den Kriegsfall. Die Meinungen dazu reichen von hilfreich bis Panikmache. Eine russische Invasion halten die Litauer trotz Ukraine-Krise für unwahrscheinlich, auch wenn sie sich bedroht fühlen.

Christoph Heinzle, NDR - Foto: ARD
Von Christoph Heinzle,
ARD-Hörfunkstudio Stockholm

"Für alle, die keine Ahnung haben, ist der neue Ratgeber schon hilfreich", meint Vytautas, "doch wer sich auskennt, der braucht das nicht“. Und Vytautas kennt sich aus. Der Litauer kauft gerade in der Hauptstadt Vilnius ein, wohnt aber auf dem Land. Dort wäre es bei einem Kriegsausbruch sicherer, sagt er, und es gebe genug zum Überleben: "Ein bisschen Vorrat habe ich schon bei mir auf dem Hof: zwei Hühner und Getreide. Ich weiß mir zu helfen, schließlich war ich bei der Sowjetarmee", erzählt er. "Putin ist wirklich unberechenbar - man weiß nie, was er plötzlich tun wird."

Doch Schüsse direkt vor dem Fenster bedeuteten nicht das Ende der Welt, heißt es in dem Ratgeber der Regierung. Erst wenn Soldaten rundherum Stellungen beziehen, müsse man fliehen - am besten zu Freunden oder Familie aufs Land, das weiß auch eine andere Litauerin: "Ich müsste dann mit meinem Mann und den Kindern raus aus der Stadt. Denn die Städte werden zuerst besetzt, das haben wir aus der Geschichte gelernt." Dennoch halte sie Krieg derzeit für wenig wahrscheinlich, trotzdem müsse man darauf vorbereitet sein.

Broschüre für den Ernstfall

Zur Vorbereitung hat das Verteidigungsministerium die 98-seitige Broschüre aufgelegt, die derzeit zunächst in Schulen und Bibliotheken verteilt wird. Misstrauisch verfolgen viele Litauer den Konflikt in der Ukraine - und so mancher fürchtet, das Baltikum könnte als nächstes dran sein. Russland sei "kein netter Nachbar", sagte Litauens Verteidigungsminister Juozas Olekas und ließ sich vom verantwortlichen Redakteur Karolis Aleksa ein Handbuch für den Ernstfall schreiben.

"Wir geben der Bevölkerung praktische Ratschläge, wie man seinen Wohnort verlassen kann, wenn der Feind ihn besetzt hat. Und: was man tut, wenn die Flucht nicht gelingt, um zu überleben", so Aleksa. Es gehe aber auch darum, wie man sich wehren könne und Widerstand leiste. Von Cyber-Attacken gegen den Feind ist in dem Handbuch die Rede, von Demonstrationen und Streiks.

Panikmache oder Schutzmaßnahme?

Reine "Panikmache“, meint der staatliche Moskauer Fernsehsender "Russia Today" und lässt den Außenpolitikexperten Srdja Trifkovic zu Wort kommen: "Viele Leute nähren die Angst vor Russland. Sie nutzen gerne jedes Ereignis aus, um auf die angeblichen Absichten Russlands hinzuweisen, damit sie so ihre eigene politische Macht weiter rechtfertigen können", legt er seine Haltung dar.

Von einer veränderten geopolitischen Lage spricht dagegen Arturas Paulauskas, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im litauischen Parlament. Mit Aufrüstung und Militärmanövern wolle Russland Macht demonstrieren. Eine Invasion sei zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber schon jetzt schon gebe es einen Informationskrieg. "Der Plan, alle russisch sprechenden Bewohner des Baltikums zu vereinen, ist keine Theorie, sondern Realität", so der Abgeordnete Paulauskas. "Es wird alles unternommen, was möglich ist, ohne Soldaten einmarschieren zu lassen. Das spüren wir hautnah."

Oder doch nur Anekdotensammlung?

Die Broschüre gibt detaillierte Tipps: Für Kontrollen an Checkpoints des Feindes sollte man immer zwei Rucksäcke dabei haben, falls man einen abgenommen bekommt. Und: wertvolle Tauschware mitnehmen, etwa Zigaretten, Schnaps oder Streichhölzer.

Doch nicht alle Litauer können mit solchen Ratschlägen etwas anfangen: "Wenn Krieg ausbricht, braucht man das alles nicht mehr. Dann wird unser Atomkraftwerk bombardiert und unser Gaslager. Und dann bleibt von Litauen nichts mehr übrig", meint ein Litauer. "Der Ratgeber wäre nur noch eine Sammlung von Anekdoten."
Quelle: Tagesschau.de

Kommentare

von Agent lemon
Lach ...
Wuerde mich echt mal interessieren aus welchem "think tank" diese Propagandaidee stamnt. Die haben ja nicht mal ne gemeinsame Grenze mit Ru. Passt aber perfekt in die Anti RU Politik des Westens. Geradezu grotesk. Da muss man sich fragen , ob die wirklich noch alle Tassen im Schrank haben.

von z.zoppo Hetzprobaganda vom feinsten.
So langsam muss man sich wirklich an den Kopf fassen, was man hier geboten bekommt.

von contrazensor
gehts noch ? was soll das ? der böse iwan reloaded ?
unterirdischer artikel.
wurden die flyer von der konrad adenauer stiftung oder von der george soros stiftung gesponsort? und hat frau nuland wieder brötchen geschmiert?
das ist kein journalismus sondern unverantwortliche,auf nix gegründete bedrohungsphantasie.
für die sclecht getarnte kriegsangstschüre zahl ich gebühren?
SCHANDE

von Agent lemon @contrazensor
Na ja. Fuer diese Tatsache kann ja TS nun wirklich nix. Wird ja nur berichtet. Man kanns auch uebertreiben.Ansonsten......

von Katarina88 @contrazensor
"das ist kein journalismus sondern unverantwortliche,auf nix gegründete bedrohungsphantasie."
In Bezug auf die verteilte Broschüre haben Sie wahrscheinlich recht. Ihre etwas überzogene Reaktion auf den TS-Bericht über diese Broschüre lässt allerdings vermuten, dass Sie entweder den Inhalt der litauischen Broschüre und des journalistischen Berichts darüber nicht auseinanderhalten können, oder dass Sie ein Problem mit der Pressefreiheit haben. Manche Leute sind ja auch daran interessiert, dass möglichst wenig über die Bedrohung der baltischen Staaten berichtet wird, egal wie objektiv und in welchem Zusammenhang.

von claireannelage
Putin ist weder unberechenbar noch dumm
Putins Politik - egal ob Innen- oder Außenpolitik entspricht ganz sicher nicht der eines 'lupenreinen Demokraten', die Krim einzuverleiben war Unrecht - unberechenbar jedoch ist er nicht - solche Eigenschaften würde ich eher Machthabern wie Ghaddafi oder Ahmadinedschad zuschreiben. Und selbst die wären wohl kaum so dumm gewesen in ein Land einzumarschieren wenn sie von vornherein wissen dass sie so die gesamte Nato gegen sich haben und es nicht die geringste Chance gibt die Aktion erfolgreich zu beenden.
Putin ist es erst Recht nicht. Die Situation sieht nicht besonders rosig aus, ein weiterer militärischer Konflikt - mit Natobeteiligung - ist das Allerletzte was er sich wünschen wird.
Bleiben noch die russischstämmigen Einwohner. Wenn man sie fair behandelt, keine Unterschiede bei der Abstammung macht haben sie auch keinen Grund sich Russland zuzuwenden.
Broschüren die vor dem vermeintlich bösen Feind warnen sind da wenig hilfreich. Die EU sollte so etwas niemals mittragen.

von Klausewitz
Lächerliche Propaganda

von L.-Ludwig
wahrscheinlich ist Russland ...
... im Baltikum doch nicht so unbeliebt, dass man jetzt schon in der Bevölkerung Panik schüren muss, um die EU-Politik gegen Russland zu rechtfertigen. Denn die EU-Sanktionen sind im Baltikum nach hinten losgegangen und schaden der Baltischen Wirtschaft und also den Balten. Russische Touristen bleiben aus, Geschäfte leer, Bauern auf ihren Waren sitzen, etc.

von fridensterorist @claireannelage
"die Krim einzuverleiben war Unrecht" erzählen Sie das der Krimbevölkerung.
"Bleiben noch die russischstämmigen Einwohner. Wenn man sie fair behandelt, keine Unterschiede bei der Abstammung macht haben sie auch keinen Grund sich Russland zuzuwenden."
Litauen, das Land in dem die Russen immer noch als Bürger der zweiten Klasse behandelt werden.

von hkl001
Sind die Litauer dumm - oder ist Putin größenwahnsinnig?
Wenn ich in Litauen leben würde, hätte ich eine Heidenangst. Ich schätze Herrn Putin so ein, dass er Landgewinne machen möchte, um sein Bedürfnis nach Macht zu befriedigen. Die Leute hier, die der Meinung sind, dass das lachhaft wäre: auch 1939 hat keiner mit so einer Tat gerechnet. Wenn die Polen, die Ungarn und alle anderen Länder, insbesondere die Juden in diesen Ländern, vorbereitet gewesen wären, hätte es weniger Tote gegeben. Insofern ist das, was Litauen tut, vielleicht aus heutiger Sicht an den Haaren herbeigezogen. Mag sein. Aber wer kann dafür garantieren, dass das nicht mal Realität wird? Wer von den Leuten, die das lachhaft finden, kann das garantieren? Wenn es keine Garantie gibt, dann sollte das Lachen besser unterbleiben!
Putin ist nicht kalkulierbar! Jeder, der das auch nur ansatzweise glaubt, ist in großer Gefahr. Es ist besser, sich zu schützen, als zu vertrauen. Gerade bei Herrn Putin, einem Geheimdienstmann, stimmt das zu 200 %.

von Werweisswas
Warum befürchtet Lettland einen russischen Angriff? Doch nur deshalb weil man ständig auf Russland verbal einschlägt.

von Royal Palm Estate So Kann man auch die russische Minderheit
Im eigenen Land diskreditieren, indem man sie kollektiv zu Staatsfeinden erklärt. Kann man den Flyer hier in Deutschland bekommen? Würde mir das Machwerk gern anschauen.

von skydiver-sr
Warum sollte RU angreifen
LT ist NATO Gebiet-was gibt es zu erobern,außer militärischen Widerstand zivilen Ungehorsam und Untergrundtätigkeit.
Das will RU erobern?Ich glaube nicht. Aber was gefährlich ist,sind Länder wo der Russenhass Staatsdoktrie ist und die unter dem Schutzmantel der NATO eine große Lippe riskieren oder auch Grenzzwischenfälle...
Schade das DE da mitmacht.Denn die NATO wurde noch nie aus Richtung RU angegriffen.

von skydiver-sr
Und noch was
...klar ist die SU damals in das Baltikum einmarschiert.Der geneigte Forist sollte auch mal fragen warum.
Es gab damals massivste Übergriffe aus dem Baltikum heraus auf das Staatsgebiet der SU. Da darf die deutsche Halbwarheitenpresse auch mal erwähnen

von europeo @ fridensterorist
"Litauen, das Land in dem die Russen immer noch als Bürger der zweiten Klasse behandelt werden."
Das kritisiere ich ebenfalls in meinen Gesprächen mit Litauischen Freunden. Beiße aber stets auf Granit. Vielleicht haben sie sich in den Jahrzehnten Sowjetischer Unterdrückung schon deren Menthalität angepaßt.
Denn Putin-Rußland behandelt ja nicht-russische, anderen Volksstämmen zugehörige russische Bürger, ebenfalls als zweite oder sogar dritte Klasse.
Warum bietet Putin den im Baltikum lebenden Russen nicht eine Rückführung an? So, wie Deutschland es in den 90 iger Jahren mit russischen Bürgern mit deutschem Migrationshintergrund gemacht hat. Kann er sich das finanziell nicht leisten oder paßt das nicht in seine strategischen Überlegungen, weil sie dann als Druckmittel wegfallen?

von Azichan
Rückführung @europeo
"Warum bietet Putin den im Baltikum lebenden Russen nicht eine Rückführung an? So, wie Deutschland es in den 90 iger Jahren mit russischen Bürgern mit deutschem Migrationshintergrund gemacht hat."
Die Rückführung der Russlandddeutschen wurde von Deutschland initiiert. Gelockt wurde mit wirt. Wohlstand, in Zeiten der Krise. Hauptgrund ist die schwache demographische Entwicklung gewesen und ein gewisses völkisches Denken. Glauben Sie mir, die meisten Russlanddeutschen sind definitiv viel mehr Russen als Deutsche, nach einigen Jahrhunderten auch nicht verwunderbar. Viele kommen auch gar nicht aus Russland, sondern Kasachstan.
Wieso sollten die Russen aus dem Baltikum auswandern? Viele sehen es als ihre Heimat an, da die meisten dort geboren wurden, in x-ter Generation. Und im Gegensatz zu den Russlanddeutschen handelt es sich hier um bis zu 1/3 der Bevölkerung. Das wäre der wirtschaftliche Todesstoß für das Baltikum, ohne Arbeitskräfte und Menschen zweiter Klasse!

noch mehr Kommentare: http://meta.tagesschau.de/id/94718/sorge-vor-russland-litauer-erhalten-tipps-fuer-kriegsfall

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