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Freitag, 25. August 2017

Schon wieder eine Programmbeschwerde gegen die ARD

Thema: "neutrale Berichterstattung"

Programmbeschwerde zu Mehmet Scholl:
"Russophobie bei ARD-Aktuell"

Zwei Ex-NDR-Mitarbeiter haben eine Beschwerde gegen ARD-Aktuell eingereicht. Sie werfen dem ARD "antirussische Propaganda" vor. Der Sender tue so, als ob er nicht der Öffentlichkeit dient, sonder "unserer russlandfeindlichen Regierung."

RT Deutsch dokumentiert die Beschwerde von Ex-ARD-Redakteur Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, ehemaliger Chef des ver.di-Betriebsverbandes NDR, im Folgenden im Wortlaut.

Eingabe zur ARD-Aktuell Russophobie:

1. Protest in Sibirien: Pussy-Riot-Aktivistinnen freigelassen
2. Tagesschau vom 10.8.2017, 20.00, Mehmet Scholl

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 7.8.2017 war auf Tagesschau.de zu lesen:

Nach einigen Stunden in Polizeigewahrsam sind zwei Pussy-Riot-Mitglieder wieder auf freiem Fuß. Nach eigener Darstellung ordnete ein Richter im sibirischen Jakutsk die Freilassung an, weil Polizisten Dokumente falsch ausgefüllt hatten. Zwei Mitglieder der russischen Frauen-Punkband Pussy Riot sind nach einigen Stunden in Polizeigewahrsam wieder freigelassen worden.

Via Facebook teilte Olga Borisowa mit, nach ihrer Festnahme seien sie und Maria Aljochina mehrere Stunden Stunden festgehalten und dann wieder freigelassen worden, weil die Polizei Dokumente falsch ausgefüllt habe. Das hätte ein Richter festgestellt und deshalb die Freilassung angeordnet, so Borisowa......"
Jeder halbwegs verständige Mensch fragt sich, welche journalistische Relevanz eine derartige Meldung in den Augen der Redaktion haben kann, dass die so etwas auf der Seite der wichtigsten deutschen Nachrichtensendung platziert. Die Antwort gaben die Zuschauer: Keine. Deutlich wird das am Fehlen jeglicher Zuschauerreaktion im Forum.

Es gab foglich nur eine propagandistische Relevanz: am Ball bleiben bei der Pflege russlandfeindlicher Emotionen. Findet sich mal nichts Greifbares über den "Kreml-Chef" Putin, über russchisches Doping oder Geheimdiensteingriffe in die Wahlen in fremden Ländern, dann müssen eben die ausgelutschten Geschichten mit den Pussy-Riots herhalten, sie sind im Zweifel immer für eine Gniffke-Nummer gut.

In den maßgeblichen Richtlinien für die Arbeit von ARD-aktuell heisst es:
Die Programme und Angebote der ARD haben der Allgemeinheit einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben."
Warum und inwiefern das Ereignis um die Pussy-Riots als Teil des wesentlichen Lebensbereichs demnach berichtenswert war, dürfte auch der Chefredakteur nicht logisch erklären können. Die Auswahl dieser Null-Nachricht ist nicht einmal mit akrobatischen Verrenkungen in Einklang zu bringen mit der staatsvertraglichen Pflicht, "anerkannte journalistischen Grundsätze“ zu berücksichtigen. Antirussische Propaganda im Tagesschau-Nachrichtengewand kann man mit Anstand nicht als Journalismus ausgeben.

Ganz anders dagegen die Berichterstattung über den Fall "Mehmet Scholl". Obwohl die ARD ihren Experten Scholl offensichtlich zu nötigen versuchte, seine Fußballspiel-Kommentierung mit russophob-ausgerichteten fünf Jahre alten Doping-Verdächtigungen auszugestalten, widersetzte der sich dieser Propagandaabsicht erfreulicherweise – und warf den Bettel hin. Ein Vorgang von größtem Interesse für ein Millionenpublikum an Freunden des Fußballsports, Scholl war eine Ikone für die Fans. Dennoch gab es über seinen rauschenden Abgang als Kommentator nur eine äußerst knappe Meldung ganz am Schluss einer Tagesschau-Ausgabe.

Scholls nachvollziehbare Begründung, Auslassungen über russisches Doping hätten in der Berichterstattung über das Spiel nichts zu suchen gehabt, wurde verschleiert. Stattdessen tat die Redaktion so, als sei es bei der Vertragsauflösung lediglich um irgendeine eine nicht ganz verständliche Meinungsverschiedenheit gegangen und nicht etwa um den ARD-Versuch einer massiven, mit "ollen Kamellen" und bösartigen Verdächtigungen gespickten Instrumentalisierung der Sportberichterstattung. Eine dermaßen verzerrende Darstellung ist ebenfalls mit den Programm-Richtlinien unvereinbar.

Dass Dr. Gniffke bezüglich der Doping-Berichterstattung reichlich beschränkten Betrachtungen folgt, war bereits Gegenstand früherer Programmbeschwerden, an die wir hier erinnern wollen. Auch zum hier angesprochenen Fall meinen wir: Es geht Dr. Gniffke und den öffentlich-rechtlichen Sportjournalisten nur formal und vordergründig um den Kampf gegen das Doping. Faktisch erzeugen und verbreiten sie ein unverdientes und unangebrachtes Saubermann-Image des deutschen Sports und leben ihre antirussischen Emotionen aus.

Mit anderen Worten: Sie missbrauchen ihre Funktionen in den öffentlich-rechtlichen Sendern, als stünden sie nicht in Diensten der (zahlenden) Öffentlichkeit, sondern seien die publizistischen Vollzugsorgane unserer russlandfeindlichen Regierung. Gut, dass es noch eigenständig denkende Fussball-Idole wie Mehmet Scholl oder auch Uli Hoeneß gibt, die sich dem widersetzen. Lobenswert auch der Kapitän der Nationalmannschaft, Julian Draxler, der sich nach dem Confed-Turnier ausdrücklich im Namen der National-Mannschaft für die russische Gastfreundschaft bedankte.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=39596

Mit freundlichem Gruß

F. Klinkhammer, V. Bräutigam
Quelle: RT-Deutsch

Mittwoch, 17. Mai 2017

Ex-Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam im Gespräch über die öffentliche Berichterstattung

Thema: Öffentlich-Rechtlich

Ex-ARD-Redakteur Bräutigam über die Tagesschau:
„Die Mängel sind institutionell“

Der langjährige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam hat bereits über 200 Programmbeschwerden auf Grund der seiner Meinung nach zu tendenziösen ARD-Berichterstattung verfasst. Im Gespräch mit RT Deutsch Redakteur Kani Tuyala spricht er über seine Motivation und über Medien als Herrschaftsinstrument.

Der ehemalige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam im Gespräch mit RT Deutsch Redakteur Kani Tuyala

Der langjährige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam hat bereits über 200 Programmbeschwerden auf Grund der seiner Meinung nach zu tendenziösen ARD-Berichterstattung verfasst. Im Gespräch mit RT Deutsch Redakteur Kani Tuyala spricht er über seine Motivation und über Medien als Herrschaftsinstrument.

Er sieht weniger ein individuelles Versagen als grundsätzliche Mängel im modernen Mediensystem.


Der ehemalige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam im Gespräch mit RT Deutsch Redakteur Kani Tuyala

Der langjährige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam hat bereits über 200 Programmbeschwerden auf Grund der seiner Meinung nach zu tendenziösen ARD-Berichterstattung verfasst. Im Gespräch mit RT Deutsch Redakteur Kani Tuyala spricht er über seine Motivation und über Medien als Herrschaftsinstrument.

Er sieht weniger ein individuelles Versagen als grundsätzliche Mängel im modernen Mediensystem.

Kategorie Nachrichten & Politik
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Dienstag, 23. August 2016

Schon wieder Programmbeschwerde gegen ARD-Tagesschau

Thema: Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk

Programmbeschwerde gegen ARD-Tagesschau:
Desinformation zur Lage in Aleppo

Der ehemalige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam hat gemeinsam mit Friedhelm Klinkhammer, Ex-Vorsitzender des ver.di-Betriebsverbandes NDR, erneut Programmbeschwerde gegen die ARD eingereicht. Sie werfen der ARD Desinformation und "propagandistisch aufgezogene Halbinformation" über den Krieg in Syrien und insbesondere die Situation in Aleppo vor. RT Deutsch dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.

Programmbeschwerde: Desinformation zum Thema Luftbrücke nach Aleppo am 13.08. 2016
http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-aleppo-121.html
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-15481.html

Sehr geehrter Herr Marmor,

ARD-aktuell glänzt weiter mit propagandistisch aufgezogener Halbinformation über den Krieg in Syrien. Diesmal wird der zwar werbewirksame, ansonsten jedoch folgenlose und lediglich „menschelnde“, nicht aber menschenfreundliche Vorschlag Bundesaußenminister Steinmeiers berichtet, nach Aleppo eine Luftbrücke zur Versorgung der Bevölkerung mit Hilfsgütern einzurichten. Die Meldung verstößt gegen die staatsvertragliche Verpflichtung, wonach ARD-aktuell umfassend und vollständig zu berichten hat.

Zur Vollständigkeit des Berichts über Steinmeiers populistischen Vorstoß hätte der Hinweis gehört, dass in Aleppo zwei sehr unterschiedliche Stadtteile der Versorgung bedürften: ein größerer, von der syrischen Armee befreiter und gehaltener Teil, den die vom Westen unterstützten Söldner und Terroristen belagern; im östliches Aleppo ein Quartier, in dem die syrische Armee die Söldner und Terroristen des Westens bekämpft. Welchem Stadtteil Steinmeiers Luftbrücke Entlastung bringen soll, hat er wohl kenntlich gemacht. ARD-aktuell hingegen berichtete nicht,
    "Warum Steinmeier die rund 300 000 Menschen in dem von den Milizen gehaltenen "Allahu-akbar"-Teil Aleppos mit einer Luftbrücke versorgen will und nicht die 1,2 Millionen im syrischen Teil, das bleibt sein Geheimnis. Den 300 000 wurde mehrfach die Möglichkeit gegeben, die Kampfzonen zu verlassen. Sie konnten also gehen, aber sie wollten nicht oder sie sollten nicht. Doch das ist denen anzulasten, die für die 1,2 Millionen Menschen in Aleppo Terroristen sind.“
Zur Vollständigkeit des Berichts hätte ferner gehört, dass auch die Einrichtung einer militärisch gesicherten Luftbrücke völkerrechtswidrig ist, wenn kein entsprechendes Ersuchen und keine Einwilligung der Regierung des betroffenen Landes vorliegt. Zwingend wäre vor allem die Information gewesen, dass die Bundesregierung mit einem Verzicht auf das seit fünf Jahren bestehende EU-Embargo gegen Syrien eine sofort wirksame, sogar kostenlose und völkerrechtlich einwandfreie sowie viel effektivere humanitäre Hilfe für die Syrer – auch die in Aleppo – leisten könnte. ARD-aktuell hätte hervorheben müssen, dass die Regierung diese Chance absichtlich auslässt, obwohl sie auch ein wirksames Mittel zur „Bekämpfung der Fluchtursachen“ wäre.

Das Weglassen dieses Kontextes bewirkt beim Zuschauer vollkommen unzutreffende Vorstellungen von Wert und Ziel der Steinmeierschen Erklärung. Das journalistische Minimum, nämlich ihr ARD-Hauptstadtstudio mit einer kritischen Befragung des Außenministers im hier gemeinten Sinne zu beauftragen, leistete ARD-aktuell ebenfalls nicht. Es ist bekanntlich nicht der Stil dieses „Flaggschiffs“ der TV-Nachrichtengebung, Distanz zur Bundesregierung zu wahren und deren Politik kritisch zu hinterfragen. Die Redaktion lässt sich vielmehr mit „offiziellen“ Erklärungen der Regierung abspeisen, wie sich immer wieder zeigt; erst jüngst erwies es sich, als ARD-aktuell aufgrund eines „glasklaren Dementis“ (so Chefredakteur Gniffke) der Regierung unterließ, über glaubwürdige Hinweise auf einen illegalen Syrien-Einsatz des Bundeswehr-KSK zu informieren. Der Kontrast zu den Zielsetzungen in Programmauftrag und Programmrichtlinien des NDR-Staatsvertrags ist offensichtlich.

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer

PS: Das Datum der hier berichteten Steinmeier-„Initiative“ ist historisch – an einem 13. August wurde die Berliner Mauer gebaut. Die Erinnerung an die Berliner Luftbrücke (Sommer 1948 -1949) lag da nicht mehr fern und mag Steinmeiers Eingebung bewirkt haben; damals musste ja auch eine von „Terroristen“ umzingelte Bevölkerung dringend versorgt werden. Oder gehen wir da jetzt ebenfalls auf Steinmeiers Leimrute? Die hätte dann unsere Tante Tagesschau gar wirksam ausgelegt....

Quelle: RT-Deutsch

Montag, 2. Mai 2016

Sind Sie sicher, bei der ARD wirklich in der ersten Reihe zu sitzen?

Thema: Deutschland

"Der Russe war's" -
Programmbeschwerde zur Berichterstattung über Betrug in den Pflegeeinrichtungen

Der ehemalige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam hat gemeinsam mit Friedhelm Klinkhammer, Ex-Vorsitzender des ver.di-Betriebsverbandes NDR, Programmbeschwerde gegen die ARD eingereicht. Laut ihrer Argumentation hat die ARD in ihrer Berichterstattung über den organisierten Betrug in Pflegeeinrichtungen "distanz- und kritiklos Spekulationen, Mutmaßungen und Schätzungen" wiedergegeben, ohne diese mit eigener Recherche zu verifizieren. RT Deutsch dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.

Programmbeschwerde zur Berichterstattung über Betrug in den Pflegeeinrichtungen

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,

ein paar Tage vor der rechtlichen Klarstellung, dass das BKA auf zum Teil verfassungswidriger Grundlage agiert, versuchte die Behörde in typischer Public Relation-Manier vom rechtlichen Problem abzulenken und auf die eigene Unentbehrlichkeit hinzuweisen. Und wie immer reagierten die Mainstream-Medien, inklusive ARD-aktuell, prompt und unterstützend. ARD-aktuell brachte zwischen dem 16. und 18. April in allen seinen Formaten, sowohl in der Tagesschau als auch im Internet, vom BKA initiierte Berichte über Betrügereien in der ambulanten Pflege. Zitate aus tagesschau.de, die in gleicher Weise auch in den TV-Sendungen angeboten wurden (Hervorhebungen von uns):
    „... haben Kranken- und Pflegekassen sowie Sozialämter zuletzt jährlich deutlich über 20 Milliarden Euro für die Patientenversorgung ausgegeben. Teile dieses Geldes sind allerdings in kriminelle Kanäle geflossen, schätzt das Bundeskriminalamt (BKA). ... geht die Behörde davon aus, dass vor allem russische Pflegedienste systematisch und organisiert in diesem System betrügen. ... die Behörde hat in erster Linie russische Pflegedienste im Verdacht. ... liegen interne Dokumente vor, in denen das BKA unter anderem folgendes Fazit zieht: "Beim Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen durch ambulante Pflegedienste, die mehrheitlich von Personen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion geführt werden, handelt es sich um ein bundesweites Phänomen."
Weiter heißt es in den Dokumenten:
    "In Einzelfällen sind Informationen bekannt, laut denen die Investition in russische, ambulante Pflegedienste ein Geschäftsfeld russisch-eurasischer Organisierter Kriminalität ist."
Die vertraulichen Berichte selbst kann das BKA nicht kommentieren. Schriftlich teilt es aber Grundsätzliches mit:
    "Insbesondere den kommunalen Sozialhilfeträgern sowie den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, also letztlich der Allgemeinheit, entstehen beträchtliche finanzielle Schäden. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns gemeinsam mit den Polizeibehörden der Bundesländer mit diesem Phänomen befassen und Straftaten aufklären." Aktuellen Schätzungen zufolge liegt der so entstandene Schaden bei jährlich mindestens einer Milliarde Euro. ... Bundesweit laufen Dutzende Ermittlungsverfahren."
Die Hervorhebungen machen kenntlich, was wir in diesen Berichten vor uns haben: distanz- und kritiklose Wiedergabe von Spekulationen, Mutmaßungen und Schätzungen des Bundeskriminalamts, einer längst selbst auch nicht mehr vollkommen unverdächtigen Geheimpolizei. Diese „Nachrichten“ von ARD-aktuell wurden ersichtlich nicht eigenständig überprüft, es erfolgte keine Kontrolle ihres Wahrheitsgehalts. Weder wurde nachgefragt, wieviele staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren gegen Pflegedienste tatsächlich eingeleitet wurden. Noch, in welchem Mengenverhältnis einheimische und ausländische Pflegedienste im Visier der Ermittler sind. Es wird nur von „dutzenden Ermittlungsverfahren“ berichtet. Es ist demnach noch nicht einmal eine einzige Anklage erhoben worden. Auf Basis bloß spekulativer Behauptungen einer Behörde betreibt ARD-aktuell reinsten Verlautbarungsjournalismus, wie ein Regierungsorgan das eben so macht.

Und wie selbstverständlich wird wieder die antirussische Karte gezogen. Unbedacht und unerwähnt bleibt, dass mehr als zwei Millionen ‚Russischsprachige‘ sich ins geeinte Deutschland integriert haben und nun unter Generalverdacht stehen.

Einige der "Russischstämmigen" haben möglicherweise ein Unternehmen zur Betreuung von pflegebedürftigen Deutschen aufgemacht, insbesondere wegen der im Pflegebereich gesetzlich begünstigten Ausbeutungspotentiale von billigen ausländischen Arbeitskräften. Ein „Vorteil“, den in dieser Branche allerdings nicht nur „Russen“ nutzen. Manche der privaten Pflegedienste betreiben ihr Unternehmen in äußerst fragwürdiger Weise. Aber andere als „russische“ Betrüger in diesem Geschwäftszweig (es gibt solche Schwarzen Schafe fraglos auch in anderer Nationalität) werden mit keinem Wort genannt.

Auszug aus dem NDR-Staatsvertrag, Programmauftrag, § 8, Abs. 3:

Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalistischen Grundsätzen,... zu entsprechen. Sie müssen unabhängig und sachlich sein. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen.

Bei Berichten über Betrügereien in der Pflege gehörte zu den anerkannten journalistischen Grundsätzen, die Angaben einer Regierungsbehörde auf Faktentreue und objektiven Gehalt zu überprüfen, erst recht, wenn es sich bei dem Hinweisgeber um eine Behörde handelt, die, wie die anderen Geheimdienste auch, längst keinen Ruf mehr zu verlieren hat. Weil ausdrücklich nur von „Verdacht“ die Rede war und die Behörde selbst lediglich „Einschätzungen“ liefert, ein „Fazit“ zieht und „davon ausgeht“, im übrigen aber „nicht kommentieren kann“, hätte es zu den journalistischen Grundsätzen gehört und gemäß Staatsvertragsaufgabe auf Wahrheit geprüft werden müssen, was an Konkretem hinter der antirusissischen Heißluft des BKA steht. Die bloße Bezugnahme der Tagesschau auf „vertrauliche Berichte“ einer geheimdienstlichen Behörde entspricht nicht der Verpflichtung zur Sachlichkeit, die der Staatsvertrag ausdrücklich verlangt. Die Redaktion hätte zumindest nachfragen müssen, welche weiteren Verdächtigen es gibt, wieviele Anklagen erhoben wurden, wieviele Verurteilungen vorliegen, wer die Beschuldigten sind. Stattdessen wurde nur ein Schwall von Vermutungen und allgemeinen Verdächtigungen vorgebracht.

Zu den anerkannten journalistischen Grundsätzen hätte es gehört, das Thema rational einzuordnen: Abrechnungs- und Steuerbetrug sind in unserer Gesellschaft gang und gäbe. Ein „geschätzter“ (!) Schadensumfang von 1 Mrd Euro ist, gemessen am Gesamtschaden, den dieser Form der Kriminalität unserem Gemeinwesen zufügt, nur die Spitze des Eisberges.

Mit unabhängiger und um Objektivität bemühter Berichterstattung hatte ARD-aktuell auch in diesem Fall wieder einmal nichts am Hut.

Wir stellen einen groben Verstoß gegen die Bestimmungen des Staatsvertrags fest und bitten um Überprüfung.

Höflich grüßen

Volker Bräutigam + Friedhelm Klinkhammer


Quelle: RT-Deutsch

Dienstag, 10. November 2015

Die Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien über die ARD

Thema: ARD-Berichterstattung

Deutschland
Russlandberichterstattung von ARD-aktuell – Eine Untersuchung

Die Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien hat über einen Monat lang auf der Grundlage der Programmrichtlinien des NDR-Staatsvertrages die Russlandberichterstattung der ARD umfassend untersucht. Fazit: Einseitige und vielmals tatsachenwidrige Nachrichten mit russophober Gesamtausrichtung und Betonung von Stereotypen bestimmen die Berichterstattung. Eine Einhaltung der staatsvertraglichen Verpflichtung zu Völkerverständigung, Objektivität und Wahrheit sei nicht zu erkennen

Bild: Screenshot

In fast allen eingereichten Programmbeschwerden gegenüber ARD-aktuell war festzustellen, dass die Programmverantwortlichen (Rundfunkrat und Intendant) keinen Anlass zur Selbstkritik sahen und sehen. Selbst als der ARD-Programmbeirat Mängel und Unzulänglichkeiten der Berichterstattung über Russland und die Ukraine kritisierte, waren weder Einsicht noch Änderungen erkennbar. Glaubwürdigkeitsverluste („Lügenpresse“) nahm man unbeeindruckt hin. Vorbei sind die Zeiten eines professionellen NDR, als Namen wie Eggebrecht, Gütt, Friedrichs, Lehmann, Krone-Schmalz die Berichterstattung bestimmten.

Im eigenen Selbstverständnis der Journalisten der ARD heisst es, man wolle möglichst gute journalistische Arbeit leisten und alle Aspekte des behandelten Themas angemessen beleuchten. Bei ihrer Arbeit verfolgten sie als oberstes Ziel, gründlich zu recherchieren, Fakten zu erhärten und sie verständlich darzustellen. Bei der Auswahl der Themen orientierten sich die Redaktionen an journalistischen Nachrichtenkriterien. Die Grundlage der journalistischen Arbeit ergibt sich aus den „Programmrichtlinien des NDR-Staatsvertrages“

Danach muss die Berichterstattung objektiv, vorurteils-unverdächtig, fair, ausgewogen und friedensfördernd sein. Wir haben uns die Mühe gemacht, nach diesen Kriterien die Russlandberichtersttatung über einen Monat (Juli 2015) zu beobachten und zu verifizieren.

Das Ergebnis:

Ein verschwindend kleiner Prozentsatz (10%) der Berichterstattung setzt sich mit innenpolitischen Themen Russlands auseinander. Sie ist beliebig, ohne Konstanz und Kontinuität und geprägt nach den bekannten jahrelang gepflegten Propaganda-Stereotypen: Militarisierung und Repression im russischen Alltag.

In der Außenpolitik spielt der Abschuss der MH17 quantitativ eine überragende Rolle, obwohl die Ursachen für das Unglück bisher nicht geklärt sind und wesentliche Fakten und Erkenntnisse von der „Westlichen Wertegemeinschaft“ offensichtlich verschwiegen werden (daran hat sich auch nach der Veröffentlichung des Berichtes im Oktober nichts geändert). Die Jubiläumsausführungen zu den Russland-Sanktionen sind von Mutmaßungen gefärbt und stellen Russland dar als zurecht vom Bestrafungsregimes der EU und USA erfasst. Die Schäden der Sanktionen in Westeuropa und die für die USA daraus entstandenen Handelsvorteile werden dagegen ausgeblendet.

Bis auf 6 neutrale Meldungen sind alle 40 Informationen im Bezug auf Russland negativ akzentuiert und von dem Stereotyp bestimmt:

Russland ist innenpolitisch abgefeimt undemokratisch, wirkt nach außen bedrohlich und ist in der Welt isoliert.

72 % der Nachrichten befassen sich mit der Außenpolitik Russlands. Davon sind über 90% antirussisch ausgerichtet, 41 % suggerieren eine militärische oder ökonomische Bedrohung, 55% erwecken den Eindruck, Russland befände sich in einer außenpolitisch isolierten Position. Es gab keine einzige positiv ausgerichtete Nachricht.

Das lässt nur den Schluss zu:

Die ARD- aktuell -Berichterstattung über Russland ist einseitig und vielfach tatsachenwidrig. Die russophobe Gesamtausrichtung wird mit vielen bereits bekannten Stereotypen verstärkt. Nicht zu erkennen ist die staatsvertragliche Verpflichtung zur Völkerverständigung, Objektivität und Wahrheit.

Die Russlandberichterstattung von ARD-Aktuell im Juli 2015

Die deutschen Medien konzentrieren sich in ihrer Russlandberichterstattung bereits seit Jahren und mit bemerkenswerter Einäugigkeit auf Aspekte wie das angeblich besorgniserregende Defizit an Demokratie, zensierte und gesteuerte Medien, Einflussnahme und Pressionen auf die unmittelbaren Nachbarländer Russlands und auf vermeintlich manipulative Einflussnahme auf die europäische Energieversorgung. Der Ukraine-Konflikt dient seit mehr als einem Jahr dazu, Russlands Politik zudem als destabilisierend, militärisch aggressiv und als friedensgefährdend darzustellen. Präsident Wladimir Putin, und darin zeigt sich die propagandistische und desinformative Zielsetzung dieser Berichterstattung deutlich, wird dämonisiert und mit Inbrunst als der russische Bösewicht schlechthin dargestellt.

In den Rahmen dieser Desinformationsarbeit gehört das Verschweigen von geopolitischen Fakten und Kontexten. Die Frage, wer eigentlich wen in dieser Welt bedroht, wird mit „natürlich Russland uns alle“ als etwas längst abschließend Beantwortetes behandelt, das nicht mehr gefragt werden muss und nicht geprüft zu werden braucht. Permanent ausgeblendet bleibt dabei, dass das Militärbudget der USA mit ca. 600 Mrd. Dollar mindestens achtmal so groß ist wie Russlands 80-Mrd.-Militärhaushalt. Die immense US-Überlegenheit erscheint noch einmal gesteigert bei Betrachtung der 400 Mrd. Dollar in den Kriegskassen der übrigen NATO-Staaten. Die USA unterhalten rund um den Globus 8oo Militärbasen, Flotten- und Luftwaffenstützpunkte, und mindesten in einigen davon wird bekanntlich auch schon mal gefoltert; in Deutschland sind darüber hinaus zur Zeit 179 militärische Einrichtungen der USA verzeichnet, darunter das Atomwaffenlager in Büchel.

Zur Antwort auf die Frage, wer in unserer Welt wen bedroht, gehören auch diese Feststellungen: Seit 1990 hat es unter der Führung und der Hauptverantwortung der USA 4 Mio tote Zivilisten (im „Krieg gegen den Terror“) gegeben. Seit dem Zweiten Weltkrieg haben die USA bei ihrem vorgeblichen Kampf für Freiheit, Menschenrechte und Demokratie mindestens 20 Mio. Menschenleben geopfert, andere Schätzungen sprechen sogar von 30 Mio. Allein diese Zahlenvergleiche zeigen, wem die Krone des global agierenden Aggressors zusteht: den Russen jedenfalls nicht.

Die Tagesschau und andere meinungsbildende Nachrichtenprogramme der öffentlich-rechtlichen Medien haben sich trotz dieser Gegebenheiten an der Prägung des Feindbild Russland beteiligt, sie sind dabei sogar federführend Medien-Mainstream. Und das, obwohl sie gesetzlich dazu angehalten sind, wahrheitsgemäß, objektiv und der Völkerverständigung dienlich zu berichten.

Die gängigen negativen Attribute, mit denen Nachrichten über Russland aufgefüllt werden – Demokratiegefährdung, Willkür-Justiz, Unterdrückung der Opposition, kriegsbereite Aggressivität etc. – haben gemein, Furcht vor Russland zu erzeugen und eine Bedrohung von dort zu suggerieren.

Es erscheint in diesen „Nachrichten“ bereits als gefährlich, in Russland zu leben, und eine allgegenwärtige Bedrohung wirke vehement über die Staatsgrenzen hinaus bis in die „westliche Wertegemeinschaft“ hinein. Die immanente „Botschaft“ dieser Berichterstattung ist die von einer Gefahr für unser liberales Sein. Berichte über Ereignisse, die zur Kolorierung der angeblichen Bedrohlichkeit Russlands dienen, sind zwar im Einzelfall nicht immer erfunden (wie in vielen anderen Staaten auch). Sie nicht als Mosaiksteinchen, sondern als Mosaik darzustellen, verzerrt aber das Bild von der russischen Realität. Mit Absicht, und wie schon zu Sowjetzeiten üblich und bekannt. Die Stereotypie dient dem Ziel, das deutsche Publikum glauben zu machen, die Menschen in Russland lebten unter unerträglichen Bedingungen, im Gegensatz zum vermeintlich positiven Lebenszuschnitt in unserer „demokratischen Wertegemeinschaft“.

Eine Stereotypisierung zielt auf die Struktur der Berichterstattung. Die kann auch dann verzerrt sein, wenn sie kein einziges Stereotyp verwendet bzw. kein entsprechendes Vorurteil enthält. Die manipulative Wirkung ist nur wenig auffällig. Sie wirkt aufs Unterbewusste. Ständige Wiederholungen über einen längeren Zeitraum hinweg verstärken die Beeinflussung nachhaltig; es ist das sattsam bekannte Goebbelssche Propaganda-Rezept, das dabei Anwendung findet.

Stereotype Berichterstattung in o.g. Sinne lässt sich in der Russlandberichterstattung relativ einfach nachweisen, da sie sich auf wenige Negativspots beschränkt. „Demokratiegefährdung“, „Menschenrechtsdefizit“ u. dgl. bestimmen viele Nachrichteninhalte. Je häufiger solche Schlagworte in der Berichterstattung vorkommen bzw. darin assoziiert werden, desto deutlicher ist von einer stereotypisierten und einseitigen Berichterstattung auszugehen.

Themen und Nachrichten

Die notorische Auftragsverfehlung und Rechtsverletzung der ARD-Tagesschau-Macher und ihrer Programmverantwortlichen – unter dem Aspekt des Programmauftrags und der Programmrichtlinien, die im Rundfunkstaatsvertrag festgelegt sind – wird im Folgenden empirisch ermittelt und statistisch dargestellt. Ausgewertet wurden dazu die Tagesschau-Mitteilungen eines vollen Monats, hier des Juli 2015, auf www.tagesschau.de. Von der Auswertung erfasst sind auch die auf dieser Internetseite veröffentlichten Audios und Videos. Berücksichtigt sind nur solche Beiträge, die sich unmittelbar auf die russische Innen- bzw. Außenpolitik beziehen. Ausgewählt wurden die Beiträge mit der TS-Suchfunktion, und einzeln wurden sie ausgewertet.

Insgesamt gab es im untersuchten Monat 40 Beiträge zu/über Russland. Hier gegliedert in:
  • 7 Berichte über Unglücksfälle
  • 29 international orientierte Beiträge, davon
  • 11 zu Abschuss der MH17
  • 7 zu BRICS (gemeint: Staatengruppe Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika)
  • 2 zu Gaslieferungen an Ukraine
  • 2 zu Russland-UNO-Veto Sebrenica
  • 7 zu Jahrestag der antirussischen Sanktionen
  • 4 Beiträge Russische Innenpolitik, davon
  • 1 zu Militarismus
  • 3 zu Menschenrechte
Im Einzelnen:

Unglücksmeldungen

Drei Ereignisse im Juli veranlassten ARD-aktuell, darüber 7 Unglücks-Meldungen zu produzieren, in denen Russland erwähnt wurde, bei denen es aber letztlich nur um simple Unglücksfälle ging:

Die Berichte über die fast gescheiterte Versorgung der ISS-Station und das Kasernenunglück in Sibirien mit 23 Toten behandelten keine russenspezifischen Ereignisse, sondern gehörten in den Rahmen der üblichen sensationslüsternen Unglücksberichterstattung der ARD und ihrer Pendants in der westlicher Medienwelt.

Der Grund für die redaktionelle Beliebtheit dieses Nachrichten-Genres besteht darin, dass der Erfolg des jeweiligen Senders an den Einschaltquoten gemessen wird, also lediglich quantitativ definiert ist. Medien – auch die öffentlich-rechtlichen – bedienen mit Unglücks- und Katastrophenmeldungen die Faszinationswünsche des Publikums, sie knüpfen an Angstpotentiale und Sensationsbedürfnisse gleichermaßen an und erwecken damit Aufmerksamkeit. Sie erzeugen eine „Spirale der medial-öffentlichen Erregung“, nützlich zur Steigerung von Einschaltquoten und damit verbunden der Werbeeinahmen sowie der gesellschaftlichen Relevanz des Senders. Dass es bei solchen Meldungen nur um oberflächliche Effekthascherei geht, wird z.B. daran deutlich, dass ARD-aktuell über Opfer des Kasernenunglücks und deren Angehörige kein Wort verlor; kein Wort z.B. darüber, dass der Staat den Hinterbliebenen jeweils 3,5 Mio Rubel (50 000 €) Soforthilfe gezahlt hat.

Die Nachricht über ein gesunkenes U-Boot in der Ostsee ließ sich zunächst dazu nutzen, sich der Stereotype „militärische Aggression Russlands“ zu bedienen. Ohne sorgfältige Recherche und Faktensicherheit berichtete man über ein „U-Boot mit kyrillischer Schrift“ und erzeugte damit das déjà-vu: Russisches Militär wieder einmal in westlichen Gewässern.
Erst nach Stunden erfolgte eine Klarstellung: Das U-Boot war bereits vor rund 100 Jahren in der Ostsee gesunken.

Von diesen Unglücksmeldungen sind 5 neutral, 2 negativ besetzt („militärische Bedrohung“)

Innenpolitische Themen

Dass innenpolitische Gegner in Russland der staatlichen Gewalt und systematischer Repression ausgesetzt seien, gehört ebenfalls zu den wiederkehrenden Stereotypen der westlichen Berichterstattung. ARD-aktuell setzte diese Propaganda-Tradition im Juli 2015 mit zwei Personalien fort.

Der russische Abgeordnete Ponomarjow hatte 2014 als einziger Politiker in der Duma gegen die Krim-Sezession gestimmt. Im Herbst vorigen Jahres wechselte er ins Ausland. Im März 2015 begannen strafrechtlichen Ermittlungen wegen Unterschlagung gegen ihn, und im Juli 2015 erließen die Justizbehörden Haftbefehl und schrieben ihn zur Fahndung aus. Noch vor jeder Sachaufklärung suggerierte der ARD-Bericht, dass der Beschuldigte vor allem wegen seines Abstimmverhaltens Opfer staatlicher Repression sei, Beweise dafür wurden nicht benannt.

Über den Fall Litwinenko berichtete die ARD-aktuell gleich in zwei Beiträgen (davon ein Video). Offensichtlich handelt es sich um ein TS-Lieblingsthema, da es in den anderen Leitmedien hierzu keine vergleichbaren Meldungen gab. Der Ex-KGB Spion starb 2006 in London unter ungeklärten Umständen an einer Polonium-210-Vergiftung. Das angerufene britische Gericht in London hat die Untersuchungen über den Tod zwar abgeschlossen, aber bisher keine Untersuchungsergebnisse bekanntgegeben. Dennoch wird in beiden Berichten die Verantwortung Putins suggeriert, im gleichen Modus wie in den Meldungen über die Ermordung des Wirtschaftsmagnaten Nemzow: der Staatspräsident als Mordauftraggeber…

Der Beitrag über eine Marineveranstaltung mit über 300jähriger Tradition in Kaliningrad („Putins Marineshow vor Kaliningrad“) mit 2000 Soldaten erscheint auf dem ersten Blick relativ sachlich. Aber die Diktion der Überschrift und die abschließende Frage, warum Putin auf einer derartigen Veranstaltung erscheine, gab die Intention des Berichtes zu erkennen: Russland unter der Führung Putins huldigt dem Militarismus; Russland ist gefährlich.

Bezeichnend für die ARD-Berichterstattung ist das Ausblenden einer Reihe anderer interessanter Themen der russischen Innenpolitik, die offensichtlich nicht in die gewohnten stereotypen Muster passen: Das russische Import-Verbot für Blumen, der Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 4,1% (in Deutschland: 6,3%) , das Verbot der US-amerikanischen NGO NED, die jahrelange Beobachtung Putins durch den amerikanischen Geheimdienst, die Diskussionen über die Anhebung des Rentenalters von derzeit 60 Jahren für Männer und 55 Jahre für Frauen, die Ermittlungen der USA wegen Tätigkeiten der Deutschen Bank in Moskau.

Die innenpolitischen Themen zählen zur Stereotype „Innenpolitische Repression“ und „Militarisierung“, sie sind alle „negativ“ konnotiert.

Außenpolitische Themen

Ende Juni scheiterten die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland wegen der von der Ukraine geforderten Gaspreissenkung.

Die Tagesschau berichtete: „Russland liefert Ukraine kein Gas mehr. Russland hat seine Gaslieferungen an die Ukraine gestoppt. Als Grund nannte der russische Energiekonzern Gazprom eine unbezahlte Rechnung.“

Es wird mit diesen Formulierungen suggeriert, dass der Lieferstopp auf eine einzige unbezahlte Rechnung der Ukraine zurückzuführen sei. Damit entsteht der Eindruck, Russland nutze seine energiewirtschaftlichen Handelsvorteile einseitig aus. Motto: „Russischer Bär beißt kleine Kinder“.

Verschwiegen wird in der Meldung, dass die Ukraine einen Tag zuvor wegen der bis dahin ergebnislosen Preisverhandlungen einseitig die Erdgaskäufe ausgesetzt hatte. Russland hatte seine Gaslieferung also aufgrund des von der Ukraine bewirkten Wegfalls der Geschäftsgrundlage gestoppt.

Die turnusmäßigen Verhandlungen der BRICS-Staaten in Ufa am 8.7.2015 nutzte die Tagesschau mit drei Beiträgen (davon ein audio) im üblichen Russland-Häme-Stil zu falschen Behauptungen: „Treffen der BRICS-Staaten – Putins neue Freunde.

Die G7 haben Russlands Präsident Putin wegen seiner Ukraine-Politik ausgeschlossen, jetzt sucht er neue Verbündete: Auf Putins Einladung versammeln sich fünf Schwellenländer – die BRICS-Staaten – zum zweitägigen Gipfel…“

Es ist unsinnig, die BRICS-Staaten Brasilien, Indien, China und Südafrika als „neue Freunde Putins“ zu bezeichnen. Der Zusammenschluss der fünf großen Schwellenländer war mit dem Beitritt Südafrikas 2010 abgeschlossen, jährliche Treffen gibt es seit 2009, seit einer Zeit also, als Russland noch zu den G-8-Ländern zählte. Mit faktenwidrigen Behauptungen wie hier versucht die Tagesschau den Eindruck zu erwecken, als habe Russland sich im Ukraine-Konflikt weltweit isoliert und bemühe sich nun intensiv darum, international neue Verbündete zu finden oder gar eine „neue Weltordnung“ zu initiieren. Das i-Tüpfelchen auf dieser stereotypisierten und luschigen Berichterstattung: Die Höhe der Beitragszahlungen der BRICS-Staaten war verwechselt und falsch angegeben worden, eine Korrektor erfolgte erst nach einigen Stunden.

Über die gescheiterte UN-Resolution zu Srebrenica wusste die Tagesschau zu berichten: „Russland lässt UN-Resolution platzen. Das Massaker von Srebrenica wird vom UN-Sicherheitsrat nicht als Völkermord verurteilt. Schuld daran ist Russland, das als einziges Land ein Veto einlegte.

Der Grund: Die Resolution gehe nicht genug auf Opfer auf serbischer Seite ein….“

Zum 20 jährigen Gedenktag des Massakers von Srebrenica, bei dem angeblich 8000 Männer und Jungen ermordet wurden (die Zahlengabe ist bis heute umstritten, viele Beobachter halten sie für stark übertrieben) hatte Großbritannien einen UN-Resolutionsantrag eingebracht, um das Massaker als Völkermord zu verurteilen. Der Resolutionsentwurf hatte in den Wochen zuvor für große Aufregung in Belgrad und unter den bosnischen Serben gesorgt. Serbien betrachtete den Entwurf als gegen das ganze Volk gerichtet. Alle Serben würden so des Völkermordes bezichtigt, hieß es in Belgrad. Die Regierung wandte sich mit einem Protest auch (erfolglos) an die britische Königin Elizabeth II.

Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin hatte vor der Abstimmung gewarnt, eine Annahme dieser Resolution sei kontraproduktiv. Der britische Entwurf würde Konflikte auslösen, da darin nur eine Seite beschuldigt werde. Dies sei dem Versöhnungsprozess in Bosnien-Herzegowina nicht dienlich. Aus diesem Grund legte Russland sein Veto ein und verhinderte damit die Resolution. Der Deeskalationsversuch reichte aus, Russland zu verdächtigen, Völkermorde marginalisieren zu wollen. Zu erinnern ist allerdings daran, dass Russland – im Gegensatz zu den USA und den NATO-Mächten inklusive Deutschland – an dem völkerrechtswidrigen Mordgeschehen und am Krieg auf dem Balkan nicht beteiligt war.

In der zweiten Monatshälfte befasste die Tagesschau sich in 11 Meldungen (Videos und Berichte) mit dem Abschuss der MH 17 am 17.7.2014. Pünktlich zum Jahrestag war – sicherlich zeitlich nicht zufällig – eine UNO-Resolution eingebracht worden (u.a. auch von der beteiligten Ukraine), mit der ein internationales Tribunal zur Bestrafung der für den Abschuss verantwortlichen Täter verlangt wurde. Russland hielt ein Tribunal zum gewählten Zeitpunkt für nicht gerechtfertigt, weil bis heute weder die Umstände des Abschusses geklärt sind noch ein Bericht von der schon seit über ein Jahr untersuchenden Kommission unter Vorsitz der Niederlande vorgelegt wurde.

In einem Zwischenbericht vom September 2014 hieß es lediglich, dass die Passagiermaschine „von einer Vielzahl hochenergetischer Objekte“ getroffen worden und in der Luft auseinandergebrochen sei. Seitdem herrscht das große Schweigen. Mehr Informationen gelangten bis heute nicht an die Öffentlichkeit. Die untersuchenden Behörden mauern unverändert und halten wesentliche Untersuchungsergebnisse unter Verschluss.

Kritiker vermuten, dass die Ergebnisse schon längst veröffentlichten worden wären, wenn diese beweisfest Russland als Schuldigen brandmarken könnten. Da es dafür keine Beweise gebe, werde die Bekanntgabe des Untersuchungsergebnisses auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben.

Wie der niederländische Sender RTL News berichtete, werden 147 Ermittlungsdokumente zum Absturz von MH17 Malaysia Airlines geheim gehalten. Wesentliche Passagen wurden geschwärzt, so dass sich die naheliegende Frage stellt: Was wollen die Behörden verschweigen?

„569 Dokumente sind teilweise veröffentlicht worden, aber wichtige Informationen sind darin unleserlich gemacht. 147 Dokumente werden geheim gehalten“, heißt es in der Mitteilung. Bis heute wurden zudem die Cockpitgespräche nicht veröffentlicht. Auch dafür wurde kein Grund genannt. RTL-News beabsichtigt nun, eine Klage auf Herausgabe von Informationen zu erheben. Das alles spielt aus der Sicht der „Tagesschau“ keine Rolle. Für sie standen im Vordergrund der Berichterstattung die russische Ablehnung der UN-Resolution und die fast folkloristischen Trauereinzelheiten am Unglücksort.

Es wurde zwar nicht direkt behauptet, Russland sei verantwortlich für den Abschuss der MH17. Durch die ständige Wiederholung der ablehnenden Haltung Russlands zur UN-Resolution und parallel dazu das völlige Ausblenden und Verschweigen der Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Tätigkeit der MH17-Untersuchungskommission, entsteht der Eindruck, Russland wolle eine Mitverantwortung an dem Abschuss verschleiern.

Moskau-Korrespondent Karl-Hermann Krause äußert es dann auch ziemlich unverblümt: „Ein Jahr ist seit dem Abschuss von MH17 vergangen – und noch immer setzt Russland alles daran, die Suche nach den Verantwortlichen zu behindern.“ Der Eindruck entstehe, man habe etwas zu verbergen. Die Argumente der russischen Regierung seien kaum nachzuvollziehen. Vor dem Hintergrund der schleppenden Untersuchung in den Niederlanden wird damit faktenwidrig Russland für das Aufklärungs-Fiasko verantwortlich gemacht.

Nur ein einziger Versuch objektiver Berichterstattung war im Sammelsurium der ARD-MH17-Show auszumachen. Murad Bayraktar (WDR) wies am 16.7.2015 in einem Beitrag auf die Merkwürdigkeiten der Untersuchungskommission hin, als er einen Niederländer zitierte: „Ich denke die niederländische Regierung spricht nicht deutlich aus, wer … die Schuld hat.“

Gustav Le Bon wusste es schon vor fast hundert Jahren: „Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, dass es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird.“

Zum einjährigen Jahrestag der Verhängung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland gab es auf tagesschau.de am 30. und 31. 7. 2015 sieben Berichte: Tenor: Die Sanktionen sind richtig, aber sie nützen dem Westen nur wenig. Putin habe seinen Rückhalt in der russischen Bevölkerung ausgebaut, auch wenn die Versorgungslage sich für die Bevölkerung verschlechtert habe (so ARD-Korrespondentin Golineh Atai auf Basis von Gesprächen mit einigen russischen Bürgern). Auch der Stefan Meister räumt ein, dass die Sanktionen nur begrenzt wirksam seien, aber immerhin hätten sie – so sein spekulativer Hinweis – ein weiteres militärisches Vordringen Russlands in die Ukraine verhindert. Dennoch müssten die Maßnahmen aufrechterhalten werden, weil Moskau bisher noch zu keinen Zugeständnissen bereit sei.

Man sieht: Mutmaßungen und Kaffeesatz-Lesen bestimmen den unqualifizierten politischen Journalismus der ARD. Eine informative Auseinandersetzung darüber, ob und wie die Sanktionen der deutschen Wirtschaft geschadet haben könnten, fehlt im Jubiläums-Potpourri ohnehin.

Alle außenpolitischen Themen vermitteln der Eindruck von einer russischen Bedrohung und der Isoliertheit des Landes. Sie sind, bis auf eine Ausnahme negativ ausgerichtet.

Fazit:

Ein verschwindend kleiner Prozentsatz der Berichterstattung setzt sich mit innenpolitischen Themen Russlands auseinander. Sie ist beliebig, ohne Kontinuität und geprägt von bekannten, jahrelang gepflegten Propaganda-Stereotypen: Militarisierung und Repression im russischen Alltag.

In der Außenpolitik spielt der Abschuss der MH17 eine überragende Rolle, obwohl die Ursachen für das Unglück bisher nicht geklärt sind und wesentliche Fakten und Erkenntnisse von der „Westlichen Wertegemeinschaft“ offensichtlich verschwiegen werden (daran hat sich auch nach der Veröffentlichung eines Vorberichtes im Oktober nichts geändert). Die Jubiläumsausführungen zu den Russland-Sanktionen sind von Mutmaßungen gefärbt und stellen Russland dar als zurecht vom Bestrafungsregime der EU und USA erfasst. Die Schäden der Sanktionen in Westeuropa und die für die USA daraus entstandenen Handelsvorteile werden dagegen ausgeblendet.

Bis auf 6 neutrale Meldungen sind alle 40 Informationen im Bezug auf Russland negativ akzentuiert und von dem Stereotyp bestimmt: Russland ist innenpolitisch abgefeimt undemokratisch, wirkt nach außen bedrohlich und ist in der Welt isoliert.

Nur 10% der Meldungen betreffen innenpolitische Themen. Verwendet werden dabei ausschließlich die Stereotypen „ Militarisierung der Gesellschaft“ und „Unrechtsstaat“. Alle Nachrichten sind negativ tenoriert.

72 % der Nachrichten befassen sich mit der Außenpolitik Russlands. Davon sind über 90% antirussisch ausgerichtet, 41 % suggerieren eine militärische oder ökonomische Bedrohung, 55% erwecken den Eindruck, Russland befinde sich in einer außenpolitisch isolierten Position.

Das Genre „Katastrophen/Unglücksmeldungen“ wird mit 17% aller Meldungen unangemessen hoch bedient. Ein besonderer Erkenntniswert ist dabei nicht ersichtlich.

Ergebnis:

Die ARD- aktuell -Berichterstattung über Russland ist einseitig und vielmals tatsachenwidrig. Die russophobe Gesamtausrichtung wird mit vielen bereits bekannten Stereotypen verstärkt. Nicht zu erkennen ist die staatsvertragliche Verpflichtung der Nachrichtenredaktion ARD-aktuell zur Völkerverständigung, Objektivität und Wahrheit.

Quelle: RT-Deutsch

Donnerstag, 5. November 2015

Programmbeschwerde gegen ARD wegen Nachrichtenunterdrückung zu Russland und Saudi-Arabien

Thema: Öffentlich Rechtlich

Deutschland
Programmbeschwerde gegen ARD wegen Nachrichtenunterdrückung zu Russland und Saudi-Arabien

Quelle: https://www.facebook.com/groups/404845622967542/
Der ehemalige TAGESSCHAU-Redakteur Volker Bräutigam hat gemeinsam mit dem langjährigen Vorsitzenden des ver.di-Betriebsverbandes NDR, Friedhelm Klinkhammer, Programmbeschwerde gegen die ARD eingereicht. Der Vorwurf lautet auf "tendenziöse Nachrichtengebung" im Falle unbewiesener Angriffe russischer Kampfflieger auf syrische Krankenhäuser sowie Nachrichtenunterdrückung bei belegten Angriffen Saudi-Arabiens auf ein MSF-Krankenhaus im Jemen. RT Deutsch dokumentiert die Beschwerde im Wortlaut.

Programmbeschwerde wegen Nachrichtenunterdrückung

Sehr geehrte Frau Pohl-Laukamp,
Sehr geehrter Herr Marmor,

ARD-aktuell hat es erneut unterlassen, über wichtige Ereignisse im Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen im Nahen Osten zu informieren und damit seine im Staatsvertrag festgelegten Aufgaben verletzt.

Wir nennen pars pro toto:

1.
Am 26.10. 15 bestellte das russische Verteidigungsministerium in Moskau die Militärattachés sämtlicher NATO-Mitgliedsstaaten ein, voran den der USA sowie den Militärattaché der Türkei. Bei diesem in der Diplomatie höchst ungewöhnlichen Vorgang verlangte Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow ultimativ Beweise für die im Westen verbreitete Behauptung, die russische Luftwaffe habe in Syrien ein Krankenhaus bombardiert (auch ARD-aktuell hatte sich in dieser Gerüchteküche bewegt, s. dazu unsere gesonderte Programmbeschwerde vom 23.10.15 wg. Falschberichterstattung).

Minister Antonow unterrichtete auf einer Pressekonferenz über den diplomatischen Vorstoß. Die Nachrichtenagenturen zitierten Antonow: „Sollte die US-geführte Koalition innerhalb der nächsten Tage keine Beweise für die angeblichen russischen Luftschläge gegen Krankenhäuser und Zivilobjekte in Syrien liefern, wird Russlands Außenministerium diese Beschuldigungen als bewusste Falschmeldungen betrachten. Wir haben heute (...) dazu aufgerufen, eine offizielle Begründung der davor gemachten Aussagen zu geben, oder ein Dementi zu liefern.“ Es sei bedauernswert, dass „einige offizielle Persönlichkeiten und Politiker einer ganzen Reihe von Ländern derartige Äußerungen von sich geben“.

Moskau sei der Meinung, dass einige Tage ausreichen sollten, um Beweise oder Dementis für die angeblichen Opfer unter der Zivilbevölkerung und die Luftschläge gegen syrische Zivilobjekte, darunter Moscheen, Krankenhäuser und Schulen, zu liefern. "Falls jedoch keine Beweise vorgelegt werden oder offizielle Dementis erfolgen sollten, gehen wir davon aus, dass diese antirussischen Lügenmeldungen ein Teil des Informationskriegs gegen Russland sind."

Es entbehrt nicht einer immanenten propagandistischen Logik, dass ARD-aktuell sich zwar aktiv an der Verbreitung der Gerüchte beteiligt hatte, aber es unterließ, darüber zu informieren, dass Moskau nun auf internationaler Bühne Beweisführung für solche Beschuldigungen verlangt – und dass nicht Moskau allein von Lügenmeldungen auszugehen hat, wenn solch eine Beweisführung nicht erfolgen kann. Darin, dass ARD-aktuell zwar problematische „Informationen“ über das angebliche Krankenhaus-Bombardement verbreitete, nicht aber Nachrichten über Russlands Verlangen nach Beweisführung oder Dementi, ist ein weiterer Fall tendenziöser Nachrichtengebung zu erkennen und ein Fall gezielter Nachrichtenunterdrückung.

Falls ARD-Chefredakteur Dr. Gniffke wider Erwarten doch über gesicherte und objektiv zutreffende Erkenntnisse verfügt und nachweisen kann, dass die russische Luftwaffe tatsächlich ein syrisches Krankenhaus bombardierte, schlagen wir gem. § 13 Staatsvertrag vor, ihn diese Beweise im Rahmen eines eigenen Blocks in der Tagesschau vorlegen zu lassen; falls er nichts belegen kann, sollte er veranlasst werden, die Bombardement-Berichte im Rahmen der Sendungen von Tagesschau und Tagesthemen zu dementieren. Für die ARD ergäbe sich damit eine wirksamere Darbietung, verlorenes Vertrauen des Publikums zurückzugewinnen, als bei den als „Faktenchecks“ ausgegebenen aufwändigen Selbstinszenierungen der Intendanten.

2.
In der Nacht vom 26.10. auf den 27.10. 15 bombardierte das von Saudi-Arabien angeführte Bündnis in der jemenitischen Provinz Sadaa ein Krankenhaus der Organisation "Ärzte ohne Grenzen“ mehrmals und legte es vollständig in Trümmer. Über dieses von der Ärzteorganisation - von Riad bestrittene - sofort mit Videodokumentation bewiesene Bombardement – Angriffe auf Krankenhäuser sind Kriegsverbrechen – berichteten zwar die Agenturen. Nicht aber ARD-aktuell (aber erfreulicherweise NDR-Info). Ein klarer Fall von Nachrichtenunterdrückung, wie wir meinen.

Provokative Frage: Erachtet Dr. Gniffke die Saudis, Verbündete des Westens und Empfänger von Wohltaten der Berliner Regierung sowie der deutschen Rüstungsindustrie, als die „Guten“, über deren Untaten und Verbrechen tunlichst hinweggeschwiegen werden sollte?

Erlauben Sie bitte noch eine Nachbemerkung zu dem Schreiben, mit dem Dr. Gniffke unsere vorige Programmbeschwerde über Tendenzberichterstattung zurückwies: Er macht darin das frappierende Eingeständnis, die Lage in Syrien sei „mehr als unübersichtlich“, die Angaben der „syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ seien deshalb „... von unabhängiger Stelle nicht zu überprüfen“. Ach ja? Aber Tagesschau und Tagesthemen versenden die dubiosen Informationen dieser „Beobachtungsstelle" mit Sitz in einem Londoner Hinterhof trotzdem? Auf die Gefahr hin, propagandistischen Gerüchten aufzusitzen und das eigene Millionenpublikum an der Nase herumführen zu lassen?

Wir hätten für Herrn Marmor statt der Beobachtungsstelle einen Alternativvorschlag im Blick: Es gibt sie ja, die unabhängigen deutschen Journalisten, die sich in Syrien-Fragen hervorragend auskennen und auch schon im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufgetreten sind: z. B. Karin Leukefeld oder Michael Lüders. Denen sind in ihrer Korrespondententätigkeit in Bezug auf Syrien solche Fehlleistungen nicht unterlaufen. Sie haben aber vermutlich ein Manko: Sie schreiben nicht USA- und regierungsfromm und überdies für eher linke Publikationen. In unseren Systemmedien, ganz besonders in ARD-aktuell, herrscht aber der hierzulande übliche Rechtsverkehr. Schade, nicht?

Mit besten Grüßen

Volker Bräutigam
F. Klinkhammer
Quelle: RT-Deutsch

Montag, 19. Oktober 2015

Schon wieder Programmbeschwerde gegen Tagesschau

Thema: Propaganda

Programmbeschwerde gegen Tagesschau wegen falscher Tatsachenbehauptung und Panikmache zum Einsatz russischer Marschflugkörper

Programmbeschwerde wegen kritikloser Übernahme von „US-Kriegspropaganda“ auf tagesschau.de
Die Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien hat erneut Programmbeschwerde gegen tagesschau.de gestellt. Hintergrund ist die Berichterstattung zu den russischen Marschflugkörpern die gegen den IS in Syrien eingesetzt wurden. Die Publikumskonferenz wirft der ARD in diesem Zusammenhang „irreführende Behauptungen und Bewertungen, fehlende Logik und Faktengrundlagen sowie pure Panikmache“ vor. RT dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.

Norddeutscher Rundfunk
Intendant
Herrn Marmor
Rothenbaumchaussee 132

20149 Hamburg

Programmbeschwerde

Tagesschau.de vom 12.10.2015: EASA warnt vor russischen Raketen im Luftraum – Die Angst vor einer Wiederholung von MH17
Sehr geehrter Herr Marmor, der Beitrag auf der Seite von Tagesschau.de vom 12.10.2015 enthält unzutreffende und damit irreführende Behauptungen und Bewertungen, die wegen fehlender Logik und Faktengrundlagen als pure Panikmache für potentielle Air-Touristen zu sehen sind, mit schädlichen Folgen auch für die betroffenen Air-Lines.

Falsch war die Behauptung, dass es sich bei den von Russland eingesetzten Waffen um Boden-Luft-Raketen gehandelt hat. Boden-Luft Raketen werden, wie der Name schon sagt, vom Boden gegen angreifende Flugzeuge in größerer Höhe eingesetzt.

Russland dagegen startet von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer aus Marschflugkörper, besser bekannt als Cruise Missiles, die IS-Ziele in Syrien treffen sollen. Dass als Abschussbasen außer raketenbestückten Zerstörern auch Flugzeugträger eingesetzt sind, ist eine blanke Erfindung der ARD.

Die Behauptung der Redaktion von tagesschau.de über den Einsatz von Boden/Luftraketen wurde wegen ihrer ersichtlichen Unhaltbarkeit zwar korrigiert, trotzdem wird der Vorwurf aufrechterhalten, Russland gefährde mit den Waffen die zivile Luftfahrt über dem Kampfgebiet Syrien/Irak. Ein unsinniger Vorwurf, weil Marschflugkörper (200m) die Überflughöhe von 10 000 m für Zivilflugzeuge nicht annähernd erreichen und deshalb auch keine Gefährdung darstellen können.

Dass der Beitrag trotz der zwingenden Korrektur nicht vollständig von der Web-Site genommen wurde, stellt unter Beweis, dass es der Tagesschau allein um die übliche Agitation gegen Russland geht.


Der im vorliegenden Beitrag enthaltene Vergleich mit dem MH 17-Abschuss sagt inzidenter aus, Russland wiederhole und riskiere ein Gefährdungsrisiko für Passagiere in Verkehrsmaschinen, eine Vermutung, die bisher nicht einmal von der Untersuchungskommission in den Niederlanden gegenüber Russland im Hinblick auf die MH 17 erhoben wurde.

Bezeichnend für die ARD-Berichterstattung ist auch, dass keinem der Journalisten bisher aufgefallen war, dass die US-Allianz ein Jahr lang insgesamt 7000 IS-Angriffe – in teilweise großen Höhen – geflogen hat und niemand auf die Idee kam, darin ein Gefährdungsrisiko für die internationale Zivilluftfahrt zu sehen.

Die erwähnten Falschbehauptungen und propagandatypischen Bewertungen im beanstandeten Bericht verstoßen gegen die NDR-Programmgrundsätze lt. Staatsvertrag.

Wir erheben dagegen Beschwerde und fordern Überprüfung.
Zum Zwecke der Transparenz werden diese Beschwerde und weiterführender Schriftverkehr auf der Webseite des Vereins veröffentlicht.

Mit freundlichen Grüßen
A. Maren Müller
Vorsitzende

Auch lesen: Programmbeschwerde wegen kritikloser Übernahme von „US-Kriegspropaganda“ auf tagesschau.de
Auch lesen: „Unterdrückung des Amnesty-Berichtes zu Kriegsverbrechen von Saudi-Arabien im Jemen“

Quelle für Text und Fotos: RT-Deutsch

Kommentare

Bezahler
Noch sind unsere Qualitsmedien fest in transatlantischer Hand . Aber dass kann sich sehr schnell und sehr gründlich ändern.

DerEine
Das man sich bei der Raketenart mal vertut kann passieren und wurde auch korrigiert. Dieser Fehler wurde nach dem er im Kommentarbereich kritisiert wurde direkt korrigiert. Im Gegensatz zu anderen Medien wie RT sogar mit Hinweis auf die Korrektur. Frau Müller muss scheinbar echt nichts zutun haben wenn sie trotzdem der Meinung ist nun noch solch einen Aufriss zu machen.

„Die Behauptung der Redaktion von tagesschau.de über den Einsatz von Boden/Luftraketen wurde wegen ihrer ersichtlichen Unhaltbarkeit zwar korrigiert, trotzdem wird der Vorwurf aufrechterhalten, Russland gefährde mit den Waffen die zivile Luftfahrt über dem Kampfgebiet Syrien/Irak. Ein unsinniger Vorwurf, weil Marschflugkörper (200m) die Überflughöhe von 10 000 m für Zivilflugzeuge nicht annähernd erreichen und deshalb auch keine Gefährdung darstellen können.“ Totaler Quatsch. Es wird sogar deutlich daraufhin gewiesen dass die Raketen in 200M Höhe fliegen und die Airlines in 9000-12000M. Desweiteren wird gesagt dass es sich nicht um eine Sicherheitswarnung sondern um einen Hinweis auf diese Tatsache handelt.

„Bezeichnend für die ARD-Berichterstattung ist auch, dass keinem der Journalisten bisher aufgefallen war, dass die US-Allianz ein Jahr lang insgesamt 7000 IS-Angriffe – in teilweise großen Höhen – geflogen hat und niemand auf die Idee kam, darin ein Gefährdungsrisiko für die internationale Zivilluftfahrt zu sehen.“ Bezeichnend für Maren Müller ist dass Sie den Umstand dass die ARD auch bei russischen Angriffen auf die IS nicht von einer Gefährdung für die zivile Luftfahrt spricht total außen vor lässt. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen und somit ein völlig sinnloser Vorwurf kreiert.

Zeitzeuge
Da schießt Russland genau 1x in der jüngeren Geschichte Marschflugkörper ab, und schon gibt es die tollsten Horrorszenarien in unserer Presse. Komisch, dass solche Gefährdungen nie Thema waren, wenn westliche Militärs solche Angriffe in der Vergangenheit durchgeführt haben, vornehmlich im Nahen Osten.
Und wenn Sie schon einmal so in Erklärungsfahrt sind, dann bitte mal das erklären!

DerEine
Nenne mir doch mal solch ein Horrorszenario. Ich sehe keine also was soll ich da dann erklären? Im übrigen ist man immer sensibler wenn vor kurzem noch ein Flugzeug über einem Krisengebiet abgeschossen wurde. Dort steh eindeutig dass die EASA nur einen Hinweis aber keine Warnung gibt dass aber dennoch eine Fluglinie ihre Routen ändert. Desweiteren wird wie schon oben geschrieben gesagt dass die Marschflugkörper aufgrund ihrer Flughöhe keine Gefahr darstellen.

Auch folgende Aussage ist meilenweit von einem Horrorszenario entfernt. Aber man liest halt was man lesen möchte… Oder was RT einem vorgibt?

„Eine Lufthansa-Sprecherin sagte der Zeitung, nach aktueller Erkenntnis bestehe keine Erfordernis, auf alternative Routen auszuweichen. Grundsätzlich sei die Lage aber volatil. Deshalb stehe die Fluggesellschaft in ständigem Austausch mit den deutschen und europäischen Flugsicherheitsbehörden, um reagieren zu können, falls die Lage dies erforderlich mache.“


Samstag, 17. Oktober 2015

Programmbeschwerde gegen ARD Tagesschau

Diesmal kein Beitrag zur Anne-Will Sendung, drei Kommentare stehen unter Dies und Das

Thema: Öffentlich Rechtlich

Programmbeschwerde wegen kritikloser Übernahme von „US-Kriegspropaganda“ auf tagesschau.de


Quelle: Screenshot tagesschau.de
Friedhelm Klinkhammer, langjähriger Vorsitzender des ver.di-Betriebsverbandes NDR und der ehemalige TAGESSCHAU-Redakteur Volker Bräutigam haben erneut Programmbeschwerde gegen den NDR eingereicht. Der Vorwurf lautet auf kontextlose Übernahme von „US-Propagandameldungen“ zu russischen Operation in Syrien sowie „absichtliche Irreführung im Verschweigen vollständiger Quellenangaben und Auftragsziele anlässlich eines Berichs über die Studie „Die Angst der Syrer vor dem Assad-Regime“. RT dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.

Programmbeschwerde

1. 08.10.2015 11:16 Uhr – US-Jets weichen russischen Jets aus
2. 07.10.2015 15:47 Uhr – Neue Studie: Die Angst der Syrer vor dem Assad-Regime

Sehr geehrter Herr Marmor,

die erste der Nachrichten, über die wir hier Beschwerde einreichen, ist eine von der US-Propaganda geprägte Meldung und verstößt aufgrund ihrer in der kontextbefreiten Darstellung beruhenden Einseitigkeit gegen wesentliche Bestimmungen des Programmauftrags bzw. der Programmrichtlinien im Staatsvertrag über den NDR.

Die Formulierungen im Text drücken zusammenhanglos die Sorge aus, dass es zu Zwischenfällen zwischen US-amerikanischen und russischen Kampfjets über Syrien kommen könnte. Die US-Maschinen seien genötigt gewesen, von ihrem Kurs abzuweichen, um russischen Flugzeugen nicht zu nahe zu kommen; sie hätten ihre Kampfziele nicht erreicht und ihren Auftrag abbrechen müssen. Mit dieser das Lagebild Syrien verfälschenden Darstellung wird insinuiert, der böse Russe habe die instabile Situation verursacht. Ein übler Propagandatrick, den nur die von ARD, ZDF &Co noch nicht vernebelten Hirne erkennen können. Deshalb sei, zugleich als Begründung dieser Programmbeschwerde, den transatlantisch verbogenen ARD-aktuell-Qualitätsjournalisten als Nachhilfematerial vermerkt:

Die russischen Maschinen befinden sich auf Anforderung des demokratisch gewählten und damit legitimen syrischen Präsidenten Assad im syrischen Luftraum. Ihre Präsenz ist also völkerrechtlich gedeckt. Die US-Maschinen dagegen haben keine entsprechende Erlaubnis, genauso wenig wie die anderen Kampfflugzeuge der „Werte-Allianz“ aus vergleichbaren Kriegstreiber-Nationen (z.B. Frankreich, Türkei, Katar oder Saudi-Arabien).

Ohne syrische Erlaubnis und ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats haben die im vorliegenden Fall düpierten US-Amerikaner im syrischen Luftraum überhaupt nichts zu suchen. Wenn es unter diesen Umständen zu Zwischenfällen käme, dann wären die USA der Provokateur, eine kriminelle Rolle, die sie in den meisten Kriegen der neueren Zeit ausfüllen. Es hätte dem Gebot der Sachlichkeit und Objektivität und der Vollständigkeit entsprochen, das dem ARD-Publikum so auch mitzuteilen. Warum aber stellt ARD-aktuell das nicht klar, zumal die Redaktion nach den Bestimmungen des NDR-Staatsvertrages auch verpflichtet ist, ausgewogen und friedensfördernd zu berichten?
So schwer ist das doch nicht.

Lieber Herr Marmor, stellen Sie sich bitte vor, ARD-aktuell-Chefredakteur Gniffke käme in Ihr Intendantenbüro, gösse Benzin über Ihren schönen teuren Schreibtisch und zückte eine Schachtel Streichhölzer. Stellen Sie sich weiter vor, Sie riefen uns um Hilfe und wir versuchten, dem Gniffke die Zündhölzer abzunehmen: Hätten wir damit einen gefährlichen Zwischenfall provoziert? In Gniffkes Augen offenkundig. In Ihren auch? Wer im genannten Personenkreis sollte hier um psychiatrische Hilfe ersuchen?

Eine weitere Agit-Prop-Aktion stellt auch der zweite o.g. tagesschau.de-Artikel dar: „Neue Studie: Die Angst der Syrer vor dem Assad-Regime“ (7.10.15). Hier liegt die absichtliche Irreführung im Verschweigen vollständiger Quellenangaben über das beauftragte Umfrageinstitut, den Auftraggeber und das Auftragsziel, zu schweigen von Angaben zur Methodik im Detail. Diese Angaben wären jedoch für eine sachgerechte Beurteilung des Belangs der „Studie“ zwingend erforderlich gewesen. Holen wir das hier also beschwerdeführend nach:

Die nicht-repräsentative (und damit für keine vertretbare Urteilsbildung nützliche) Umfrage wurde von der Organisation „Adopt a Revolution“ durchgeführt, die alles andere als unparteiisch ist und deren Gemeinnützigkeit selbst von den Leipziger Behörden angezweifelt wurde. Konstantin Wecker äußerte über den Verein:
„(…) von Freunden der Friedensbewegung wurde ich auf eine Aussage von Ferhad Ahma, Beiratsmitglied und einer der Hauptinitiatoren von „adopt a revolution“, hingewiesen. Herr Ahma hat am 03.12. im DLF gesagt: „Ich glaube, um schnellstmöglich einen Sturz des Regimes herbeizuführen, brauchen die Rebellen nach wie vor effiziente und bessere Waffen. Ansonsten wird dieser Kampf sich noch in die Länge ziehen.“ Unter diesen Umständen muss ich meine Unterschrift unter den Syrien-Appell zurückziehen. (…). Im Lichte dieses Zitats wird dann leider auch der Appell interpretiert werden und dessen Beklagen der „anhaltenden Selbstblockade im UN-Sicherheitsrat“ – einer Blockade des Bombardements Syriens, das ich keinesfalls unterstütze. (…)“ Wohlgemerkt: Konstantin Wecker meinte das völkerrechtswidrige Bombardement der USA in Syrien, Washington hält schließlich das Monopol auf Völkerrechtsbruch per „Luftschläge“.
Unsere friedensverpflichteten ARD-Aktuell-Qualitätsjournalisten wird das nicht beeindrucken. Bemühen um sachgerechte und neutrale Konfliktdarstellung ohne Schlagseite setzte schließlich ein bisschen Eigenständigkeit und Rückgrat voraus. Und das ist Mangelware im NDR.

Um ein Mindestmaß an Objektivität (Begriffsbestimmung in der einschlägigen Literatur) zu wahren, hätte zwingend auf die Parteilichkeit der Organisation „Adopt a Revolution“ hingewiesen werden müssen. Damit wäre zugleich aber und nach professionellen Maßstäben der ganze Beitrag wegen seines Pipi-Nachrichtenwertes erkennbar nur noch für die Schüssel geeignet gewesen. Doch was heißt für ARD-aktuell schon Professionalität?

Wir bitten um Prüfung der beiden Beschwerden.

Beste Grüße

F.Klinkhammer

V. Bräutigam

P.S.: Um Legendenbildungen vorzubeugen: Wir führen mit unserer wiederholten Programmkritik keinen, wie man in Ihren Reihen irrig meint, „rachsüchtigen Feldzug“ gegen den NDR. Richtig ist vielmehr: Wir brauchen wegen unserer Verbindung zum (nicht: Verbundenheit mit dem!) Sender gelegentlich einen Luftreiniger, um den NDR-Mief wegzublasen. Produkte von Gniffke & Co. sind für uns regelrechter Initialreiz zur Ganzkörperhygiene. Zufolge unserer Rentenbezüge bleiben wir zwar bis zum Tod mit dem Sender verbunden. Aber das Geld ist es in diesem Fall nicht, was stinkt.

Quelle: RT-Deutsch

Samstag, 4. Juli 2015

Programmbeschwerde gegen ARD: Grobe Verfälschung eines Zitates

Thema: Zitatverfälschung und Manipulation bei der ARD

RT-Deutsch
Programmbeschwerde gegen ARD:
Grobe Verfälschung eines Zitates des Tsipras Beraters Paraskevopoulos bei Günther Jauch

Foto: Screenshot
Die Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien hat Programmbeschwerde gegen die ARD wegen „grober Verfälschung“ der Aussagen des Tsipras Beraters Theodoros Paraskevopoulos in der Sendung „Günther Jauch“ eingereicht. Seine Aussage „Herr Stoiber, sie sollten hier mal in Deutschland eine Volksabstimmung über Rentenkürzungen durchführen“ wurde von der Social-Media Redaktion der ARD umgedeutet in: „Tsipras-Berater Theodoros Paraskevopoulos empfiehlt bei Günther Jauch: Auch Deutschland sollte über Rentenkürzungen nachdenken.“
RT dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.


Norddeutscher Rundfunk
Herrn
Lutz Marmor
Rothenbaumchaussee 132

20149 Hamburg


Sehr geehrter Herr Marmor,

hiermit wird Beschwerde erhoben wegen der groben Verfälschung der wörtlichen Rede des griechischen Podiumsgastes in der Sendung „Günther Jauch“ vom 28.06.2015, Theodoros Paraskevopoulos, auf der Facebookseite Das Erste.

Theodoros Paraskevopoulos äußerte sich in der Sendung ab Minute 23:22 wie folgt:
    „Eine Volksabstimmung, Herr Stoiber, in Deutschland über die Sparpolitik der deutschen Regierung in Deutschland sollten Sie mal durchführen. Über die Rentenkürzungen hier, sollten sie mal durchführen, über die Lohnkürzungen hier!“
Die Social-Media Redaktion von Das Erste deutete auf der Facebookseite des Senders die wörtliche Rede des griechischen Podiumsgastes in verfälschender Weise wie folgt um:

„Tsipras-Berater Theodoros Paraskevopoulos empfiehlt bei „Günther Jauch“:
    „Auch Deutschland sollte über Rentenkürzungen nachdenken.“

Dieser reißerische und vor allem falsche Aufmacher gefiel 135 Usern, wurde bislang 22-mal geteilt und zog bis zum 29.06.2015 um die 160 [mittlerweile 190] entsprechend empörte Kommentare nach sich.

Es stellt sich die Frage, aus welchem Grund die Social-Media-Redaktion des Ersten Deutschen Fernsehens die bereits aufgeheizte Stimmung, welche wiederholt in dieser Talkreihe gegen Griechenland geschürt wurde, mit Hilfe dieser vorsätzlichen Manipulation zu verlängern suchte. Theodoros Paraskevopoulos hat diese Aussage definitiv nicht getätigt.

Ein Beitrag zur Völkerverständigung, zu deren Förderung öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten laut Rundfunkstaatsvertrag verpflichtet sind, kann sicherlich ausgeschlossen werden.

Wir bitten um zügige und gemäß journalistischen Standards transparent zu erfolgende Korrektur der entsprechenden Inhalte auf Ihrer Facebookseite.

Zum Zwecke der Transparenz werden wir diese Beschwerde sowie die Antwort der Programmverantwortlichen auf der Webseite des Vereins veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

i. A. Maren Müller


Mehr lesen: Programmbeschwerde gegen ARD wegen Nachrichtenunterdrückung über US-Gesetz, welches weitere Unterstützung des Asow-Bataillions verbietet

Das US-Repräsentantenhaus hatte am 11. Juni einem Änderungsantrag zugestimmt, welcher untersagt das ukrainische Asow-Bataillon weiterhin finanziell zu unterstützen und auszubilden. Das Bataillon wurde in diesem Zusammenhang von Kongressabgeordneten als „ekelhaft“ und „neonazistisch“ bezeichnet. Die im Kontext des aktuellen Ukraine-Konfliktes bedeutende Kehrtwende in der US-Politik wurde von den Öffentlich-Rechtlichen Medien in der Bundesrepublik verschwiegen. In Reaktion darauf wurde nun eine Programmbeschwerde gegen die ARD wegen „Nachrichtenunterdrückung“ eingereicht.

Montag, 23. Februar 2015

Eine "Doku" des ZDF über die "Geheimnisse" des russischen Präsidenten

Thema: Putin

Sendung vom 17.02.2015  Mensch Putin! beim ZDF

Über die Geheimnisse des russischen Präsidenten

Der Ukraine-Konflikt hat die Rolle des russischen Präsidenten Wladimir Putin in den vergangenen Monaten noch stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Umstrittene Begriffe wie "Putinversteher" sind ebenso Ausdruck davon wie andere Diskussionsbeiträge, die an überwunden geglaubte Kalte-Kriegs-Zeiten erinnern. Dabei stellt sich vielen die Frage: Was treibt Putin eigentlich an? Die "ZDFzeit"-Dokumentation "Mensch Putin!" gibt einen Einblick, was ihn geprägt hat und welche Geheimnisse den Machthaber im Kreml umgeben.

Mensch Putin!

Was treibt Putin eigentlich an? Die ZDFzeit-Doku "Mensch Putin!" gibt einen Einblick, was ihn geprägt hat und welche Geheimnisse den Machthaber im Kreml umgeben. So entsteht mit bislang geheimen Dokumenten und Aussagen enger Vertrauter das Psychogramm eines Mannes, der seine Macht erhalten will.


Mensch Putin!
Wladimir Putin, der geheimnisvolle, russische Präsident - hier 2008 mit einem Betäubungsgewehr. Foto: ZDF
Putin - der geheimnisvolle Präsident

"Neue Erkenntnisse über Putin und seine Karriere" - Die ZDFzeit-Dokumentation "Mensch Putin!" gibt einen Einblick, was ihn geprägt hat und welche Geheimnisse den Machthaber im Kreml umgeben.
Altkanzler Gerhard Schröder nannte Putin einen "lupenreinen Demokraten". US-Präsident Barack Obama sieht in ihm eine "Gefahr für die Welt". Wladimir Putin polarisiert wie kein zweiter unter den Mächtigen der Welt. Doch über seine Persönlichkeit ist auffallend wenig bekannt - auch weil der Präsident selbst mit aller Macht die Deutungshoheit über die eigene Biografie an sich gerissen hat.


Putin - der geheimnisvolle Präsident
näheres zum Foto: über ZDF
Die Geheimnisse rund um den russischen Präsidenten

"ZDFzeit" liegen Dossiers mehrerer westlicher Geheimdienste über Wladimir Putin vor. Sie zeichnen ein bislang unbekanntes und teilweise irritierendes Bild des starken Manns im Kreml. Maßgeblich in seinen Agentenjahren beim KGB geprägt, war Putin demnach keinesfalls der Superspion, als den er sich selbst gern darstellt. Er war eher ein feierfreudiger Schreibtischspion, ein Macho in der sicheren Etappe. Auch ist er offenbar längst nicht so unermüdlich fleißig, wie ihn die Staatsmedien inszenieren, sondern eher ein notorischer Langschläfer, der Gäste gern warten lässt und auffallend viel Zeit in die sportliche Ertüchtigung investiert.

Mensch Putin!


Ein Film von Michael Renz
Kamera: Zeljko Pehar
Schnitt: Matthias Heep, Walter Freund
Redaktion: Udo Frank

Exklusive Dokumente belegen, dass Putin mehrere Attentatsversuche überstand. Er schaffte es, aus einem Haufen aufsässiger und milliardenschwerer Oligarchen eine gefügige Anhängerschaft zu formen. Dass dabei rohe Gewalt zum Einsatz kam, hat seiner Popularität im Land nicht geschadet. Die Dokumentation zeigt, wie sehr die Furcht vor Verrat und der brutale politische Kampf im postsowjetischen Russland Putin geprägt haben - für westliche Demokraten schwer nachvollziehbare Erfahrungen. Mit bislang geheimen Dokumenten und Aussagen enger Vertrauter entsteht das Psychogramm eines Mannes, dessen stärkste Leidenschaft nicht im Privaten liegt - sondern im Erhalt seiner Macht.

Zitate von und über Putin aus der Doku

Nina Khrushcheva:
„Er ist der James Bond des neuen Russland.“
Ben Yudah:
„Putin ist regelmäßig zu spät. Er sieht das Zeichen der macht, der Dominanz. Du brauchst mich, aber ich brauche dich nicht, darum kannst du warten.“
 „Vladimir Putin hat Angst vor dem körperlichen Verfall, vor dem Altern. Für ihn ist Altern ein Zeichen der Schwäche.“


Masha Gessen:
„Wir haben einen Präsidenten, der nur ein Ziel verfolgt: An der Macht zu bleiben!“

Wladimir Putin selbst:
„Lobe niemals deine Frau! Das bekommt ihr nicht."
„Schwache werden geschlagen!“
„Das Ende der Sowjetunion ist die größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts.“
„Bei uns in Russland heißt Demokratie Demokratur.“


Filmautor Michael Renz im Gespräch

Zum Anlass des Psychogramms


Hat die Annexion der Krim im März 2014 und die daran deutlich gewordene Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Russland und dem Westen den Anlass gegeben zu fragen: Was ist eigentlich der Mensch Putin für einer?

Wladimir Putin stand tatsächlich im vergangenen Jahr so sehr im Rampenlicht des öffentlichen Interesses wie kaum ein anderer europäischer Politiker – und dieses Rampenlicht war sehr zwiespältiger Natur. Es hat uns diese zentrale Figur auf der europäischen Bühne auch nicht unbedingt näher gebracht. So fragen sich viele: Wer ist dieser Mensch Putin eigentlich, der seit 2000 – mit Unterbrechungen – an der Spitze Russlands steht? Und das beleuchten wir – nicht in einer klassischen Biografie, sondern in einem Psychogramm, das die Wendepunkte in Putins Leben herausarbeitet.

Zu Putin als KGB-Offizier in der DDR


Welchen Wendepunkt-Charakter weisen die Jahre 1985 bis 1990 auf, in denen Putin als KGB-Offizier in der DDR, vornehmlich in Dresden, tätig war?

An dieser Phase ist besonders interessant, wie Putin sie selbst sieht. Er zeichnet von sich das Bild eines Frontkämpfers im Kalten Krieg, eines Spions an der Nahtstelle der Blöcke im Einsatz gegen den Klassenfeind. Putin wäre damals gerne in Westdeutschland zum Einsatz gekommen, seine Deutsch-Kenntnisse waren dafür auch geeignet. Deshalb war geplant, dass er unter der Tarnung eines Tass-Korrespondenten nach Bonn gehen sollte. Nachweislich ist er damals auch zweimal in Nordrhein-Westfalen gewesen, doch zum geplanten längerfristigen Spionage-Einsatz kam es nicht, weil die KGB-Führung von Putins charakterlichen Eigenschaften nicht sonderlich erbaut war. So galt er als Einzelkämpfer, der manche Operationen alleine durchzieht, weswegen die Stasi sich auch mehrfach über ihn beim KGB beschwert hatte. Zudem soll Putin versucht haben, eigene Agentenringe aufzubauen, Westquellen zu erschließen und eigenmächtig Journalisten anzuheuern. Wir sind im Zuge der Filmrecherchen an Geheimdienstpapiere gelangt und konnten mit Zeitzeugen sprechen, die sagen, Putin habe zu häuslicher Gewalt geneigt, was die KGB-Führung nicht guthieß. So kam es nicht zum Westeinsatz und er musste als Schreibtischtäter in Dresden agieren, wo er nach Studenten aus Mittelamerika Ausschau hielt, um sie anzuwerben.

Zur Quellenlage rund um Putins Biografie


Ein filmisches Psychogramm ist in seiner Ausgestaltung abhängig von der Grundfrage: Erhält man von dem Protagonisten ein Interview oder nicht? Gab es eine Chance, dass Putin auch selbst seine biografischen Stationen kommentieren würde?

Wir haben natürlich ein Interview angefragt, aber die Gesprächszusage erhielt im vergangenen November Hubert Seipel für die ARD. Wir haben nicht nur von Putin kein Interview bekommen, aus seiner persönlichen Entourage hat niemand mit uns sprechen wollen, der Kreml hat komplett dicht gemacht. Wir haben stattdessen ein Interview mit Alexander Dugin geführt, dem Propagandisten eines großrussischen Reiches, dessen früherer Einfluss auf Putin umstritten ist. Zudem haben wir viele weitere Gesprächspartner, mit denen Putin in seiner KGB-Zeit viel zu tun hatte. So spricht zum ersten Mal vor einer Kamera sein damaliger Vorgesetzter über den heutigen Präsidenten Russlands. Darüber hinaus stand uns Nina Chruschtschowa, Enkelin des Stalin-Nachfolgers Nikita Chruschtschow, für ein Interview zur Verfügung – sie lebt heute in den USA und lehrt dort als Fachfrau für internationale Politik. Auch die in Moskau geborene und heute ebenfalls in den USA lebende Journalistin Masha Gessen schildert ihre Sicht auf Putin. Und zu guter Letzt können wir aus Dossiers zitieren, die westliche Geheimdienste über Putin angelegt haben – da sind wirklich einige neue Erkenntnisse zu erfahren.

Gab es bei den Dreharbeiten Ihres Filmes auch Situationen, die Sie sich leichter gewünscht hätten?

Es war wie gesagt schon schwierig, an die Interviewpartner heranzukommen – nicht nur in Moskau. Gerade bei Leuten aus dem ehemaligen Geheimdienstmilieu, die uns fest zugesagt hatten, erlebten wir es mehrmals, dass diese dann plötzlich ins Krankenhaus mussten, dort aber nie aufgetaucht sind. Einer hat auch direkt gesagt, dass er unter Druck gesetzt worden sei. Es sind also einige Interviews nicht zustande gekommen und auch Unterlagen, die uns zugesagt worden waren, bekamen wir plötzlich nicht mehr.

Warum Putin Fitness so wichtig ist


Sind das vornehmlich Erkenntnisse über den Langschläfer und Fitnessfreund Putin?

Solche Erkenntnisse bietet unser Film auch. Putin hat mal gesagt, er würde für Russland schuften wie ein Galeerensklave, sei Tag und Nacht im Einsatz für sein Land. Doch wenn man sich den Tagesablauf dieses Mannes anschaut und den Mythos mit der Wahrheit abgleicht, sieht es schon anders aus: Putin schläft morgens gerne lange und hat seinen Lebensmittelpunkt nicht im Kreml, sondern in seiner Datscha im Moskauer Vorort, gut gesichert und top-ausgestattet. Dort geht er­ nach der ausgedehnten Nachtruhe ausgiebig schwimmen und anschließend in sein komplett eingerichtetes Fitnessstudio. Er verwendet einige Stunden des Tages für seine körperliche Fitness.

Haben Sie auch herausgefunden, warum er das so intensiv betreibt?
Das Körperliche hat viel mit seinem Verständnis von Macht zu tun. Zugleich zeugt es von der Angst vor dem Älterwerden und von der Sorge, dass es ihm an den Kragen gehen könnte, wenn er Schwäche zeigt und der Macht verlustig geht.

Über Putin und den Wodka


Und wie hält es der Fitnessfreund mit dem Nationalgetränk der Russen? Gehört der Wodka zum Entspannungsprogramm des Präsidenten?

Putin soll heute um das „Wässerchen“, wie es die Russen nennen, einen großen Bogen machen. Das war nicht immer so. In seiner Dresdner Zeit galt er als einer, der gerne gefeiert und tief ins Glas geschaut hat. Auch der holden Weiblichkeit soll er damals sehr zugeneigt gewesen sein. Heute trinkt er immer noch gerne deutsches Bier, das Radeberger ist sein Lieblingsbier geblieben. Während er früher allerdings ordentlich getrunken haben soll, geschieht das heute sehr in Maßen. Wir haben ältere Bilder gefunden, auf denen Putin als kleiner Mann zu sehen ist, der deutlich zu viele Pfunde mit sich herumtrug.

Zum geheimnisvollen Menschen Putin


Sie gehen auch der Frage nach, ob es Attentatsversuche auf Putin gegeben hat. Was haben Sie zu diesem Thema herausgefunden?
Ein Attentat sollte am Londoner Flughafen Heathrow von einem ehemaligen Major des KGB ausgeführt werden. Dieser wurde von den britischen Behörden aufgrund eines Tipps aus dem russischen Geheimdienst verhaftet. Mindestens einen weiteren Attentatsversuch soll es gegeben haben, wohl auch aus den Machtkämpfen innerhalb des Geheimdienstes resultierend. Die Annahme, dass Putin Zugriff auf seinen Geheimdienst habe, trog gerade in der Anfangszeit seiner Präsidentschaft, als es dort noch rivalisierende Strömungen gab.

Was würden Sie demnach nun den Zuschauern antworten, die danach fragen, was sie in dem Film "Mensch Putin!" erwartet?

Wer einige der Geheimnisse des russischen Präsidenten erfahren möchte, sieht nach diesem Film klarer und kann eher nachvollziehen, warum der Präsident so handelt wie er handelt. Die Zuschauer werden einiges über Wladimir Putin erfahren, was sie vorher noch nicht wussten.
Mit Michael Renz sprach Thomas Hagedorn.
Quelle: ZDF


» der Kommentar des Blogschreibers «
Wie gerne hätte ich eine genauso ausführliche Dokumentation über George dabbelju gesehen und gelesen. Aber inklusive seiner Vorliebe für Whiskey und seine angebliche Heilung vom Suff durch keinen geringeren als Gott persönlich.
Wie sehr muss er unter Wahnvorstellungen gelitten haben, wenn er nach diesem Wunder trotzdem noch Massenvernichtungswaffen im Irak gesehen hat und seine ganze Regierungsmanschaft davon überzeugen konnte.
Der Suff muss seinen Geist ziemlich verändert haben denn bei jeder Rede faselte er: "We want peace, we want Freedom" während sein Militär das nächste Land angriff. Und hellseherische Fähigkeiten hat er erlangt, denn kurze Zeit nach 9/11 konnte er schon den Schuldigen benennen obwohl der niemals dafür auf der Fahndungsliste des FBI stand.

Die Menschheit kann sich doch glücklich schätzen, dass Russland von Putin und nicht von einem aggressiven Ex-Alkoholiker mit Weltmachtallüren, wie damals die USA, oder von einem von der NRA (National Rifle Association), Banken und Wallstreet gesteuerten Drohnenkiller, regiert wird. Der weltvernichtende Atomkrieg wäre mit Sicherheit bereits ausgebrochen.
Das Video gib es Hier zu sehen.


Die Reaktion bei Facebook auf das Video sieht man hier auf Reaktionen auf Facebook
nur 200 von über 600 Kommentaren

Danke Klaus für den Link und die Vorbereitung

Nachtrag 23.02.2015 22:04 Uhr
RT-Deutsch
Falscher Zeitzeuge?
Formale Programmbeschwerde gegen ZDF-Doku „Mensch Putin“


Die Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien hat formal Beschwerde gegen die ZDF Dokumentation „Mensch Putin“ vom 17. Februar 2015 eingereicht. Hintergrund sind Zweifel an der Authentizität eines Schlüssel-Zeitzeugens der ZDF-Doku, der sowohl als Anti-Stasi Demonstrant als auch Nachbar Putins im Stasi- und KGB-Wohnkomplex in Dresden vorgestellt wird.

Quelle: Screenshot ZDF
Auf der Basis von zahlreichen Zuschauerhinweisen formuliert die Publikumskonferenz in ihrer Programmbeschwerde zwei zentrale Kritiken und Fragen:

1. In der Sendung wird mehrfach der Plattenbau gezeigt, in welchem die Familie Putin gewohnt haben soll. Die Familie wohnte während ihres gesamten Aufenthaltes in der Radeberger Straße 101. Das ZDF zeigte jedoch ausschließlich einen Wohnblock „Am Jägerpark“. Der in der ZDF-Dokumentation dem Zuschauer gezeigte Wohnkomplex war noch nicht einmal gebaut, als die Familie Putin in die Radeberger Straße einzog. In diesem Zusammenhang stellt sich für die Publikumskonferenz die Frage, wieso das ZDF nicht den tatsächlichen Wohnblock in der Radeberger Straße zeigte.

2. In der Dokumentation wird ab Minute 9:00 ein Herr Dannath als Demonstrant und Augenzeuge präsentiert, der laut dem ZDF an der Stürmung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Dresden an der Bautzner Straße beteiligt war und im weiteren Verlauf mit anderen Demonstranten die KGB Villa in der Angelika Straße 4 besetzen wollte.

Ab Minute 18:14 wird der gleiche „Zeitzeuge“ als Putins Nachbar vorgestellt, der berichtet wie Putin einmal seinen Schlüsselbund verloren hatte, „vermutlich mit all den Sicherheitsschlüsseln des KGBs“.

Die Publikumskonferenz argumentiert nun in Folge, dass zu DDR-Zeiten, laut Angaben ehemaliger Anwohner, in den Aufgängen der direkten Nachbarschaft (Eingänge 101, 103 ff.) ausschließlich Familien wohnten, von denen mindestens ein Elternteil offiziell beim MfS angestellt war.

Den damaligen unmittelbaren Nachbarn sowie einem Zeitzeugen der im Nachbaraufgang (103) aufwuchs, ist laut der Publikumskonferenz ein Herr Dannath „gänzlich unbekannt“. Herr Dannath oder seine Frau hätten Mitarbeiter des MfS sein müssen, wenn sie tatsächlich, wie im ZDF-Beitrag behauptet, Nachbarn der Familie Putin gewesen wären.

Weiter argumentiert die Publikumskonferenz, dass es ein „spannendes Konstrukt“ wäre, wenn besagter Herr Dannath unter diesen Voraussetzungen die Stasi Zentrale mitgestürmt und später die KGB Zentrale ebenfalls mit besetzen wollte.

Laut Aussagen von damaligen Nachbarn, soll niemand Wladimir Putin als „dicklich“ oder „fett“ in Erinnerung haben, ebenso sei von Alkoholeskapaden niemandem etwas bekannt gewesen. Auch in diesem Fall stellt sich die Frage, auf welchen Quellen die Aussagen in der ZDF-Doku bezüglich des Dresden-Aufenthaltes des aktuellen Präsidenten der Russischen Föderation beruhen.

Abschließend verweist die Publikumskonferenz auf die Programmrichtlinie des ZDF:
    „Die Berichterstattung muss von vorbehaltlosem Willen zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit bestimmt sein. Zweifel an der Zuverlässigkeit einer Nachricht sind zum Ausdruck zu bringen.“