Dienstag, 14. Februar 2017

Sie tötete über 100 IS-Kämpfer - jetzt ist ihr Leben in Gefahr

Thema: Islamischer Staat

Sie tötete 100 IS-Kämpfer
Auf sie ist 1 Million Dollar Kopfgeld ausgesetzt

Joanna Palani (23) tötete nach eigenen Angaben 100 IS-Terroristen. Nun ist ihr Leben in Gefahr.

Joanna Palani (23) kämpfte zwischen Ende 2014 und 2015 zunächst an der Seite der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG gekämpft, später bei den Peschmerga. Foto: Twitter
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ein Kopfgeld in Höhe von einer Million Dollar auf die dänische Politik-Studentin Joanna Palani (23) ausgesetzt. Der Grund: Die gebürtige Iranerin war im November 2014 nach Syrien und den Irak gereist, um dort für Frauenrechte und Demokratie zu kämpfen. Nach eigenen Angaben tötete sie während ihrer Zeit im Nahen Osten mehr als 100 Terror-Kämpfer und befreite in einem Dorf in der Nähe von Mossul sechs Sexsklavinnen.

Ihre Geschichte hat vor rund einem Monat weltweit die Runde gemacht – unter anderem, weil Palani der dänischen Regierung «Heuchelei» vorwarf. Als die junge Frau 2015 aus dem Kriegsgebiet zurückkehrte, wurde sie von dänischen Behörden verhaftet. Sie habe sich einer ausländischen, militärischen Gruppierung angeschlossen und damit dänisches Recht gebrochen, hiess es. Palani hatte zunächst an der Seite der kurdischen Volksverteidigungseinheit YPG gekämpft, später bei den Peschmerga.

«Es ist heuchlerisch»

Im Juni 2016 reiste Palani nach Qatar – und missachtete das Gesetz ein weiteres Mal. Denn Dänemark hatte ihr Ende 2015 verboten, während 12 Monaten das Land zu verlassen. «Es ist eine Schande», sagte ihr Anwalt Erbil Kaya zum «Guardian», als Palani deswegen vor Gericht gezogen wurde. «Sie kämpfte auf der gleichen Seite wie dänische Soldaten. Warum werden nicht Menschen bestraft, die ausreisen, um sich den Terroristen anzuschliessen?»

Wie «Huffington Post» berichtet, ist Palani mittlerweile wieder frei und studiert in Kopenhagen weiter. Sollte sie aber nach Syrien zurückkehren, drohen ihr sechs Jahre Haft. Die Studentin meinte kürzlich dazu: «Es tut mir leid, dass ich das Gesetz gebrochen habe, aber ich hatte zu dem Zeitpunkt keine andere Wahl. Ich hätte nie gedacht, dass ich fast alles verliere, nur weil ich für unsere Freiheit und unsere Sicherheit kämpfe.»

Joanna Palani stammt aus einer irakischen Flüchtlingsfamilie, die aufgrund des Golfkriegs aus dem Iran in den Irak geflohen war. Nach einigen Jahren in einem Flüchtlingsheim wanderten die Palanis nach Dänemark aus. Im Alter von neun Jahren soll die Freiheitskämpferin das erste Mal eine Waffe in der Hand gehabt haben. (kle)

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

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