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Dienstag, 4. August 2015

Wie Schäuble Griechenland erpresste

Thema: Griechenland

Yanis Varoufakis:
Wie Schäuble Griechenland erpresste

Wolfgang Schäuble und die Griechen: aus diesem Verhältnis wird wohl keine Freundschaft mehr. Zu sehr liegen die Positionen des Bundesfinanzministers und seines ehemaligen Kollegen Janis Varoufakis in der Griechenland-Krise auseinander. Schäuble schimpfte über Varoufakis und warf ihm ein: „Hin und Her ohne jeden Sinn und Verstand“ vor. Varoufakis dagegen beschuldigt Schäuble der Erpressung.

Schäuble und Varoufakis hatten sich ja schon mehrfach seit Antritt der griechischen Links-Rechts-Regierung öffentliche Wortwechsel geliefert. Vor allem Yanis Varoufakis, bis vor Kurzem Finanzminister Griechenlands, erhebt immer weiter schwere Vorwürfe gegen den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Foto: LupoCattivoblog.com
Rückblickend auf das letzte halbe Jahr bemängelte Varoufakis immer wieder Schäubles Vorgehen in der Schuldenkrise. Und Varoufakis denkt nicht daran, die öffentlichen Vorwürfe gegen Schäuble einzustellen. Jetzt holt er zu einem weiteren Angriff gegen Schäuble aus und beschreibt dessen Vorgehensweise, wie Griechenland bezüglich Grexit und Schuldenkrise erpresst wurde.

Yanis Varoufakis schildert in der Le Monde Diplomatique, wie Griechenlands Regierung erpresst, zu einer spektakulären Kapitulation gezwungen und vorgeführt wurde.
Quelle für dieses Interview gefunden auf dem Griechenland Blog.

Griechenlands ehemaliger Finanzminister Yanis Varoufakis hört nicht auf, Interviews zu geben oder Artikel zu schreiben und seine Politik zu verteidigen. In der französischen Zeitung „Le Monde Diplomatique“ bezieht er sich auf Wolfgang Schäubles Erpressungen während der Dauer der Verhandlungen in der Eurogruppe.

Wie der ehemalige Minister darlegt, wurde die griechische Regierung ständig mit der Schließung der griechischen Banken und einem damit einhergehenden Grexit bedroht, obwohl dies die Eurozone teuer zu stehen gekommen wäre. Ebenfalls erklärt Yanis Varoufakis, wann und warum er fast in Tränen ausgebrochen wäre.

Unsere Vorschläge stießen auf taube Ohren

Bei der ersten Eurogruppe am 11 Februar 2015 schickte ich meinen Gesprächspartnern nur eine simple Botschaft: Die neue griechische SYRIZA-Regierung wird ein seriöser Partner sein. Wir werden alles tun, damit gemeinsamer Boden mit der Eurogruppe gefunden wird, und dabei eine dreigleisige Strategie als Basis haben, um den wirtschaftlichen Problemen Griechenlands zu begegnen:
1. Eine Reihe signifikanter Reformen zur Verbesserung der Effizienz unserer Institutionen und der Bekämpfung der Korruption, der Steuerhinterziehung, der Oligarchie und des Zinswuchers.
2. Sanierung der Finanzen des Staates mittels eines mäßigen, jedoch tragfähigen Primärüberschusses, der keine übertriebenen Anstrengungen des privaten Sektors erfordert.
3. Rationalisierung oder Umstrukturierung der Struktur unserer Verschuldung, damit dieser Primärüberschuss und ein Wachstumsrhythmus erzielt, der für die Optimierung der Abzahlung unserer Gläubiger erforderlich ist.

Wenige Tage vorher, am 05 Februar 2015, stattete ich dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble meinen ersten Besuch ab. Ich bemühte mich, ihm zu versichern, er könne auf uns für die Formulierung von Vorschlägen bauen, die nicht nur zum Vorteil des griechischen Volkes, sondern aller europäischen Völker, der Deutschen, Franzosen, Slowenen, Finnländer, Spanier, Italiener usw. sein würden. Leider erregte keiner unserer guten Vorsätze irgendein Interesse der Menschen, die über die Zügel der Union verfügen. Diese harte Lehre sollten wir in den fünf Monaten der Verhandlungen erfahren, die folgten…

Die erste Begegnung mit Dijsselbloem

In seinem Artikel, der in der Augustausgabe der französischen Monatszeitschrift beherbergt wird, bezieht Yanis Varoufakis sich ausführlich auf die erste Begegnung, die er unmittelbar nach seinem Amtsantritt mit dem Leiter der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem hatte.

„Am 30 Januar, wenige Tage nach meiner Ernennung zum Finanzminister, besucht mich der Vorsitzende der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem. Es waren nicht einmal einige Minuten vergangen, als er mich fragte, was genau ich bezüglich des Memorandums zu tun beabsichtige, also der Vereinbarung, welche die vorherige Regierung mit der Troika unterzeichnet hatte. Ich sagte ihm, unsere Regierung sei gewählt worden, um neu zu verhandeln. Kurz gesagt, dass sie in allgemeinen Linien die Revision der fiskalischen, politischen und jener Maßnahmen anstrebt, die in den letzten fünf Jahren dermaßen großen Schaden verursacht hatten: Rückgang des nationalen Einkommens um 1/3 und Mobilisierung der gesamten Bevölkerung gegen den Gedanken der Reformen.”

Dijsselbloems Antwort war direkt:„Das geht nicht. Entweder Memorandum oder Scheitern des Programms.“ Anders gesagt: Entweder wir (Griechenland) akzeptieren die Politiken, die den vorherigen Regierungen aufgezwungen wurden, obwohl wir gewählt worden sind, um sie angesichts der Tatsache in Frage zu stellen, dass sie mit Pauken und Trompeten gescheitert sind, oder unsere Banken würden geschlossen bleiben. Und dies, weil es – um in konkreten Terms zu sprechen – ein „Scheitern des Programms“ eines Mitgliedstaates impliziert, der keinen Zugang zum (Finanz-) Markt hat: Die EZB stellt jede Finanzierung an die (griechischen) Banken ein, die im weiteren Verlauf keine andere Wahl haben, als zu schließen und den Betrieb ihrer Bankautomaten (ATMs) einzustellen. Dieser Versuch der Erpressung einer gerade erst demokratisch gewählten Regierung war jedoch nicht der einzige, berichtet Yanis Varoufakis in seinem Artikel.

Demonstrative Missachtung demokratischer Prinzipien

Während der Konferenz der Eurogruppe, elf Tage später, bestätigte Herr Dijsselbloem seine Verachtung für die elementarsten demokratischen Prinzipien. Schäuble war jedoch in der Lage, ihm Konkurrenz zu machen. Der Finanzminister Frankreichs, Michel Sapin, ergriff das Wort mit dem Ziel, alle aufzufordern, dass ein Kompromiss zwischen der Dauer der noch in Kraft stehenden Vereinbarung und dem Recht des griechischen Volkes gefunden wird, uns einen Auftrag zu erteilen, signifikante Punkte der Vereinbarung erneut zu verhandeln.

Etwas später nach Sapins Rede verlor Schäuble keinen Augenblick, Michel Sapin zu dem zurück zu bringen, was er als Ordnung betrachtet:‚Wir können nicht zulassen, dass die Wahlen etwas ändern‘, sagte er kurz angebunden, wobei eine große Mehrheit der Minister der Meinung des Chefs zuhörte. Ich weiß nicht mehr, wie oft wir uns vor dem Gespenst der Schließung unserer Banken befanden, weil wir uns weigerten, ein Programm zu akzeptieren, das seine Ineffizienz bewiesen hatte. Die Gläubiger und die Eurogruppe verschlossen vor unseren wirtschaftlichen Argumenten die Ohren. Sie wollten, dass wir uns ergeben. Sie beschuldigten mich sogar vor, gewagt zu haben, ihnen Unterricht zu erteilen …„

Die Befürchtungen

Der Eintritt der Technokraten in die Runde der Verhandlungen bestätigte unsere schlimmsten Befürchtungen. Die Gläubiger posaunten öffentlich ihren Wunsch aus, ihr Geld zu bekommen und Griechenland Reformen vornehmen zu sehen. In Wirklichkeit hatten sie ein einziges Ziel: unsere Regierung zu demütigen und uns zwingen, zu kapitulieren, und zwar sogar auch, wenn dies das endgültige Unvermögen der Gläubiger, ihr Geld wiederzubekommen, oder das Scheitern des Reformprogramms bedeuten würde, von dem nur wir die Griechen überzeugen könnten, es zu akzeptieren …

Das vielleicht Traurigste war, dass ich mich bei der Demütigung der minimalen Anzahl der Finanzminister zugegen befand, die es gut mit uns meinten. Menschen in Stabspositionen in der Kommission und der französischen Regierung sagen zu hören, „die Kommission hat sich an die Feststellungen des Vorsitzenden der Eurogruppe zu halten“ oder „Frankreich ist nicht mehr das, was es einmal war„” ließ mir fast die Tränen kommen. Ganz zu schweigen von meiner Enttäuschung, als der deutsche Finanzminister mir am 08 Juni 2015 in seinem Büro erklärte, keine Ratschläge bezüglich der besten Weise zu erteilen, damit der „Unfall“ – sprich ein Austritt aus der Eurozone – abgewendet wird, der sich jedoch für die Eurozone als außerordentlich kostspielig erweisen könnte.

Die Kapitulation

Ende Juli 2015 kapitulierten wir und akzeptierten die meisten der Forderungen der „Troika“. Mit einer Ausnahme: Wir beharrten auf einer kleinen Umstrukturierung unserer Verschuldung, ohne Schnitt, mittels des Austausches von Titeln. Am 25 Juni 2015 fand ich mich bei meiner vorletzten Eurogruppe ein. Man präsentierte mir das letzte Angebot der „Troika“, und zwar in der Form eines Ultimatums „take it or leave it„.

Wir hatten bei mehr als neun Zehnteln der Forderungen unserer Partner nachgegeben und erwarteten dass sie einen Versuch unternehmen werden, damit wir etwas erzielen, das einer fairen Vereinbarung ähnelt. Stattdessen entschieden sie sich, ihre Haltung in Zusammenhang beispielsweise mit der MwSt. zu verhärten. Es war fortan kein Zweifel mehr gestattet. Würden wir zustimmen, diesen Schriftsatz zu unterzeichnen, würde dies die letzten Überreste des griechischen Wohlfahrtstaates zerstören. Sie forderten von uns eine spektakuläre Kapitulation, die den Menschen vorführen soll, dass wir in die Knie gezwungen wurden.

Tsipras: ich wurde mit der wirtschaftlichen Vernichtung erpresst Es sei angemerkt, dass im Rahmen eines Interviews an den griechischen Radiosender „Sto Kokkino“ auch Premierminister Alexis Tsipras unter anderem erklärte, mit der wirtschaftlichen Vernichtung des Landes erpresst worden zu sein:

„Sie erpressten mich mit der wirtschaftlichen Vernichtung. Wir begegneten einem erpresserischen Dilemma. Entweder Kompromiss oder wirtschaftliche Katastrophe.”

Auch Gregor Gysi verurteilt die Vorgehensweise bezüglich der Erpressung Griechenlands



Quelle: LupoCattivoblog.com

Montag, 27. April 2015

Griechen spuren nicht - Euro-Retter verlieren die Nerven

Thema: Eurovisionen

Euro-Retter verlieren die Nerven:
Unflätige Attacken, weil Griechen nicht spuren

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 25.04.15
Bei den Euro-Rettern liegen die Nerven blank: In Riga gaben die Finanzminister jede diplomatische Zurückhaltung auf und sind über ihren griechischen Kollegen hergefallen. Sie nannten Yanis Varoufakis einen „Amateur“ und einen „Spieler“. Der Zwischenfall zeigt: Die Berufspolitiker in der EU haben massive Probleme mit abweichenden Positionen. Der Realitätsverlust könnte den Euro-Crash auslösen – mit Milliarden-Verlusten für die europäischen Steuerzahler.
Lesen Sie hier weiter: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Ein wichtiger Satz steht dort im Text:
Die Griechen haben nun einmal diese Regierung gewählt – und warum sollte die Regierung auf die Troika mehr hören als auf ihre Wähler? Tsipras und Varoufakis verdanken ihre Jobs den Griechen und nicht der Gunst von Juncker, Lagarde oder Merkel.


Gerade die Letzgenannte schwafelt immer so viel von "westlicher Wertegemeinschaft".
Zu dieser "Wertegemeinschaft" soll doch wohl auch Demokratie gehören, oder sehe ich das falsch?
Was aber hat das Vorgehen der Troika gegen andersdenkende Politiker mit Demokratie zu tun? Was haben sie dagegen, wenn die griechische Regierung ihre Wahlversprechen einhalten will?

Ekkehardt Fritz Beyer sagt in den Kommentaren bei DWN
„Bei den Euro-Rettern liegen die Nerven blank“
Könnte diese Reaktion auch daran liegen, dass sich inzwischen in “allen” EU-Ländern die Gegner der Brüsseler Union, die immer selbstherrlicher und in immer grundsätzlicheren Fragen über die Köpfe der EU-Bürger hinweg regiert, formieren und selbst Österreich seinen Bürgern bei einem „EU-Austrittsvolksbegehren“ Ende Juni die Gelegenheit zum Protest gibt?
Sehen die sogenannten „Retter“(?) etwa ihre Pfründe davonschwimmen?

Sonntag, 22. März 2015

Publikumskonferenz zeigt Jauch den Stinkefinger

Thema: Günther Jauch
RT-Deutsch
Publikumskonferenz zeigt Jauch den Stinkefinger: Programmbeschwerde wegen Sendung mit Varoufakis

Die Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien hat gegen die Sendung von Günther Jauch am 15. März formal Beschwerde “wegen der vorsätzlichen und grob verfälschenden Darstellung des griechischen Finanzministers Varoufakis“ eingelegt.

Foto: Scrennshot
Wie die Publikumskonferenz argumentiert, hat Günther Jauch in seiner Sendung vom 15. März behauptet, dass der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis geäußert hätte, „Griechenland solle seine Schulden einfach nicht bezahlen und Deutschland den Mittelfinger zeigen.“ Untermauert wurde die Behauptung mit einem entsprechenden Video, das den Minister mit dem angeblich gegen Deutschland gerichteten gestreckten Mittelfinger zeigt.

Doch wie die Publikumskonferenz weiter ausführt und kritisiert, „vergaß“ Jauch nach dem Abspielen des Videos darauf hinzuweisen, dass „das Video aus einem gänzlich anderen Kontext” stammte:
Zuschauermanipulation – Programmbeschwerde gegen ZDF Maybrit Illner „Aufstand in Athen“
“Durch die mit Varoufakis Rede verschachtelte Einspielung des Sprechers wird der Eindruck erweckt, Varoufakis spräche bereits als Minister bzw. beziehe sich auf die Gegenwart. Das entsprechende Video stammt jedoch aus einer Zeit vor Varoufakis Regierungsverantwortung und entstand während einer Vorstellung des Buches ‘Der globale Minotaurus’. Der Kritiker der damaligen griechischen Regierung Varoufakis nimmt dabei Bezug auf die Anfänge der Krisenpolitik im Jahr 2010 und Argentinien und spricht sich erkennbar hypothetisch aus.” Varoufakis damaliger Redebeitrag lautete (Übersetzung RT Deutsch):
    “Jetzt lassen Sie mich aus einer griechischen Perspektive sprechen. […] Was der griechische Staat gemacht hat, was die letzten drei verschiedenen Regierungen seit der Schuldenkriste getan haben, die Schulden waren Anfang 2010 explodiert, war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. […] Mein Vorschlag war, dass Griechenland im Januar 2010 innerhalb des Euros einfach seine Zahlungsunfähigkeit hätte erklären sollen – so wie es Argentinien gemacht hat – und dann Deutschland den Stinkefinger zeigen und sagen hätte können, nun gut, jetzt könnt ihr das Problem selbst lösen.”
Wie die Publikumskonferenz in ihrer Programmbeschwerde weiter darlegt, hatte Varoufakis bereits 2013 von „Mein Vorschlag war“ [2010] , also in der Vergangenheitsform, gesprochen, und damit “lediglich eine hypothetische Situation beschrieben, die mit der heutigen Situation und seinem Ministeramt in keinem Zusammenhang steht”.

Das bewusst irreführend gekürzte und im falschen Kontext präsentierte Zitat, sei, so die Publikumskonferenz, „vom Moderator Jauch vorsätzlich dazu benutzt wurden, den griechischen Finanzminister bestimmten ehrverletzende Schlussfolgerungen des Publikums auszusetzen“. Weiter kritisiert sie:
    “Die Überleitung und die Frage Jauchs: ‘Der Stinkefinger für Deutschland, Herr Minister. Die Deutschen zahlen am meisten, und werden dafür mit Abstand am meisten kritisiert. Wie passt das zusammen?’ ergeben wegen des kontextfremden Bezuges weder Sinn, noch zeugen sie aufgrund ihrer eindeutig identifizierbaren Absicht von journalistischem Anstand.”
Familiäre Rachegelüste? WELT-Redakteur Jörg Eigendorf macht Jagd auf Publikumskonferenz
„Der wiederholte Versuch einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt durch konstruierte Inhalte Vorurteile und Ressentiments gegenüber Griechenland zu schüren, widerspricht in eklatanter Weise dem gesetzlich definierten Programmauftrag und erweckt nicht den Eindruck, dass es den Programmverantwortlichen um die Sache geht. Das immer mehr auf Sensation und Quote zielende Format Günther Jauch widerspricht mit derart unredlichen Methoden anerkannten journalistischen Grundsätze, verspielt sowohl das Vertrauen des Publikums als auch das potentieller Gesprächspartner im In- und Ausland und wirft darüber hinaus ein negatives Licht auf die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten in Deutschland.

Die Programmbeschwerde schließt mit der Feststellung:
    “Wir sehen in dem aus dem Kontext gerissenen Beitrag einen Verstoß gegen die Wahrheitspflicht und eine Täuschung des Publikums, sowie in der widerholt einseitigen und tendenziösen Berichterstattung zu Ungunsten unseres europäischen Partnerlandes Griechenland, grobe Verstöße gegen die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit. Der explizite Auftrag, die freie, individuelle und öffentliche Meinungsbildung des Publikums zu fördern, wird mit Programminhalten wie diesen deutlich verfehlt.”
Die im Februar 2014 gegründete Vereinigung hat sich zur Aufgabe gemacht, eine unabhängige und demokratische Kontrollinstanz für die öffentlich-rechtlichen Medien in der Bundesrepublik zu etablieren. Seit Februar 2014 hat sie bereits weit über 40 formale Programmbeschwerden gegen die öffentlich-rechtlichen Medien der Bundesrepublik eingereicht.
Quelle: RT-Deutsch

Sonntag, 15. März 2015

Günther Jauch - 15.03.2015 - Forum: Der Euro-Schreck stellt sich – Varoufakis bei GÜNTHER JAUCH

die Gäste

Foto: ARD
  • Yanis Varoufakis (live aus Athen) Griechischer Finanzminister
  • Markus Söder CSU, Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat
  • Ulrike Herrmann Wirtschaftskorrespondentin der "taz"
  • Ernst Elitz Gründungsintendant des Deutschlandradios

Link zur Sendung: (hier)
Link zum Blog: (hier)


Das Thema:
Forum: Der Euro-Schreck stellt sich –
Varoufakis bei GÜNTHER JAUCH


Dazu schreibt die Redaktion:
Er ist erst sieben Wochen im Amt – doch mittlerweile kennt ihn die ganze Welt: Griechenlands neuer Finanzminister Yanis Varoufakis hat in den vergangenen Wochen für viel Wirbel gesorgt. Gemeinsam mit Regierungschef Alexis Tsipras will er Griechenland vor dem endgültigen Bankrott bewahren und vom europäischen „Spar-Diktat“ befreien. Der Regierungsstil und die Forderungen der beiden sind dabei so unkonventionell wie provokant und haben innerhalb der EU bereits heftigen Widerstand hervorgerufen.

Auch die Politik ist sich uneins, wenn es um Putin geht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) richtete Anfang dieser Woche scharfe Worte an den Kreml-Chef, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) kehrte besorgt von Gesprächen aus Moskau zurück. Der frühere brandenburgische Ministerpräsident und ehemalige SPD-Chef Matthias Platzeck hingegen wirbt für einen versöhnlichen Umgang mit Russland und fordert, die Krim-Frage völkerrechtlich so zu regeln, „dass sie für alle hinnehmbar ist“.

Über das deutsch-griechische Verhältnis spricht Yanis Varoufakis nun erstmals live (aus Athen) in einer deutschen Talkshow und stellt sich bei GÜNTHER JAUCH den Fragen rund um die aktuelle Griechenland-Politik.

Welche Ziele verfolgt die griechische Regierung mit ihren teils provokanten Forderungen? Wie sieht Varoufakis das Verhältnis zur EU und zu Deutschland? Welche Folgen hätte der „Grexit“ für den Euro? Darüber diskutiert Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.


» der Kommentar des Blogschreibers «
Oh, oh, diese Sendung war wohl ganz anders geplant.
Dass Herr Varoufakis den drei Herren geistig überlegen sein würde, hatte ich schon gedacht, aber doch nicht so weit! Na gut, bei Söder keine Kunst. An Günther Jauchs Mine war jederzeit seine Stimmung ablesbar, und die war immer um den Nullpunkt, meistens darunter. Und dann auch noch getürkte Fotos bei der ARD, ich fasse es nicht! Also doch: Lügenpresse?
Herr Söder: Bayern geht noch so grade, aber aus der Bundespolitik, erst recht aus der Politik anderer Länder halten Sie sich bitte zukünftig raus.
Und Herr Jauch: Sie sollten etwas machen wovon Sie was verstehen, Sonntagabendtalk ist es nicht.


 Kommentare aus dem Forum

Reini schrieb:
Heute habe ich wieder mal den Satz von Schäuble gehört...Die Griechen haben über ihre Verhältnisse gelebt...! Den gleichen Satz ( Nur mit dem Wort ...Deutschen..) hat Merkel zum deutschen Volk 2009 gesagt, als die Finanzkrise im vollen Gange war und keiner wusste wie man da wieder raus kommen sollte!
Da hat sie dem Volk schon mal vorsichtshalber die SCHULD für den Betrug der Banken gegeben! Glaubt bloß nicht, dass dies ein Versehen war....diesen Satz wird sie bei der nächsten Krise genüsslich wiederholen.
Wie muss man sich das vorstellen? Die Griechen gehen also auf die Bank, lassen sich einen Kredit über 10 000 Euro geben und zahlen den nicht zurück....oder...sie haben zu viel verdient? Der Mindestlohn wurde von 4 Euro auf 3Euro gesenkt! Hat wohl nichts gebracht...vielleicht sollten die Griechen Geld bringen anstatt Lohn zu fordern! Vielleicht haben sie zu viel Rente bekommen? Die heutigen Rentner leben in Armut, aber der Staat kommt einfach nicht aus den Schulden! Also die Rente vielleicht auf NULL? Die Hälfte der Krankenhäuser hat schon geschlossen...vielleicht sollte man alle schließen?? Wären die „Verhältnisse“ dann genehm für einen Schäuble?

Reini schrieb:
Schätze mal dass es darauf hinaus läuft, dass unsere Populisten Varoufakis erklären wie neoliberale Politik funktioniert. Dabei hat der bestimmt die besseren Kenntnisse über eine funktionierende Wirtschaft als die meisten dieser „Experten“!
Man darf nicht vergessen Tsipras und Varoufakis wurden vom Volk gewählt, weil die Lebensumstände in Griechenland zum Horrorszenario werden!
Diese beiden können am wenigsten für die Betrügereien der Vorgängerregierungen und der asozialen Troika!
Auf Arte kam mal ein aufklärender Film....sogar bei der ARD....ausnahmsweise schon um 22:45 Uhr. „Die Spur der Troika“...sehr empfehlenswert für alle Populisten, oder kritische Bürger.
Entweder bei der Mediathek suchen. Oder diesen Link verwenden: Link
Und für das Verhältnis Griechenland zu Deutschland muss man sich bei der Boulevard Presse bedanken. Besonderes BILD tat sich mit herablassenden und abfälligen Meinungen über das griechische Volk hervor! Wohlgemerkt...DAS VOLK!! NTV und N24 sind nicht besser...die können den Austritt der Griechen kaum erwarten!
Auch in Griechenland hat die Presse daneben gelangt, aber....die beleidigten nicht pauschal das Volk, sondern unsere Regierung....und das ist ein großer Unterschied!

Marie schrieb:
Das Informationsdefizit liegt bei Ihnen. Die Troika bestimmte sehr wohl von A-Z die von Griechenland verlangten "Reformen" und hat der griechischen Regierung die Gesetze diktiert. Verschont von dem Spardiktat wurden die Milliardäre und Multimillionäre nach dem Diktat der Troika. Das war und ist weiter so gewollt. Da die jetztige griechische Regierung diese Schicht zur Kasse bitten will, laufen die deutschen Medien als Sprachrohre der Merkel-Regierung Amok. Die Gehirnwäsche vom "faulen und gierigen Griechen" durch deutsche Medien hat, ebenso, wie die seit Jahren betriebene Gehirnwäsche von der "Alternativlosigkeit" der Verelendungspolitik zum Wohle des Kapitals ja bestens funktioniert, wie man an vielen Kommentaren unschwer erkennen kann. Auf vergleichbare Art haben auch die Machthaber im sogenannten Dritten Reich gehetzt, wie heute dienten die Medien als Sprachrohre. Und wie damals fällt die Mehrzahl der deutchen Michels wieder drauf rein und hält sich gar für "informiert".

Gerhard Bruns schrieb:
Ich habe 30 Jahre Erfahrung in einer technischen ministeriellen Verwaltung, Erfahrungen als Dipl.ing in der freien Wirtschaft , und in einem afrikanischen Land in einem Weltbankprojekt. Das was Griechenland hier aufführt, spottet jeder Beschreibung. Europa zeigt sich dabei unfähig und lässt sich auf der Nase tantzen. Das ist kein Wunder, denn Brüssel hat keinerlei demokratische Legitimation! Das ist Politbüro West, so wie es ein Politbüro Ost mal gab.mder Sowjetblock ist zusammengebrochen, der Euro wird als Blase platzen, weil Wirtschaft - und Finanzpolitik nicht zusammenpassen. Prof Sinn und andere warnen schon lange, die Sozialisten Europas bereiten die nächste Währungsreform vor. Meine Großeltern haben zwei erlebt, wir, meine Kinder und Enkelkinder werden die nächsten Opfer sein. Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass in Griechenlad jetzt Hausfrauen und Arbeitslose Jagd auf Steuersünder machen. Was ist denn hier überhaupt solide? In Griechenland und in Europa? Sind wir alle besoffen? Da kann man nur noch Schäuble loben!

Marie schrieb:
Bei der Arroganz, mit der Herr Oberlehrer und schwarze-Koffer-Schäuble, der von wirtschaftlichen Zusammenhängen im Gegensatz zu Herrn Prof. Varoufakis null Ahnung hat, die Backen aufbläst, kann man sich nur noch fremdschämen. Harald Schumann,der die Machenschaften der Troika in seinem Film "Macht ohne Kontrolle - die Troika" entlarvt hat, kommentiert Schäubles unverschämte Arroganz zutreffend so: "Diesen Schäuble muss man gehört haben (der Ton ist auf Deutsch), der hässliche Deutsche, wie er leibt und lebt. Da hilft auch kein Fremdschämen mehr, nur noch abwählen." Link
Während die deutschen Medien sich seit der Wahl in einen Diffamierungsrausch gegenüber der griechischen Regierung hineingeschrieben haben ("Der Geisterfahrer" (Spiegel), "links-rechte Populistenregierung" (SZ), die Bild fordert ihre Leser auf, gegen die "gierigen Griechen" Poster im Internet hochzuladen, die Tagesthemenmoderatorin der ARD fragt Martin Schulz, ob er dem Griechen-Premier schon ordentlich "auf die Finger geklopft habe" und unzählige andere Unverschämtheiten mehr), wird im Ausland anders berichtet.
"Wagt man einen Blick in internationale Zeitungen wie den Guardian, den konservativen Telegraph, oder in die des Linksradikalismus völlig unverdächtige Financial Times und dem Wall Street Journal, dann bietet sich ein völlig anderes Bild ..." (Quelle Nachdenkseiten)

Marie schrieb:
Juristisch ist rein gar nichts "abgehakt", das behaupten lediglich sämtliche deutschen Regierungen seit der WiederveReinigung in der typischen Arroganz des hässlichen Deutschen. Völkerrechtler sehen das anders:
"Der Völkerrechtler an der Universität Bremen, Professor Andreas Fischer-Lescano, kritisiert die Haltung der Bundesregierung zur Forderung Griechenlands nach Begleichung von Kriegsschulden. Dem ARD Politikmagazin Kontraste sagt er: “Die Argumentation der Bundesregierung ist juristisch sehr dürftig und anfechtbar. Der 2+4-Vertrag bindet Griechenland nicht, denn es ist nicht Partei dieses Vertrags. Es ist völkerrechtlich nicht zulässig, einen Vertrag zu Lasten Dritter – in diesem Falle Griechenlands – abzuschließen.” (Quelle Nachdenkseiten)
Die Kriegsschulden waren bis zur deutschen WiederveReinigung gestundet. Würde Deutschland seine Kriegsschulden endlich begleichen, wäre Griechenland komplett schuldenfrei. Das sind die Fakten.

Tweety schrieb:
Alle, die Ohren haben, sollten endlich mal hören, wie GUT Herr V. über Schäuble und die Deutschen redet!
Aber Jauch lässt nicht locker, und nach dieser armseligen Sendung wird Herr V. bestimmt seine gute Meinung revidieren!
Herr V. ist der intelligenteste Mann der Runde. Und Söder: Peinlich, peinlich!

Bayer schrieb:
Wenn man Rechtsradikale aus Regierungen werfen muss, dann wäre die Bayr. Staatsregierung wohl leer.

Dr. Anton Petter schrieb:
Herr Jauch- dieses Video und der ganze Bericht sind eine FRECHHEIT::::::::und ist ihrer nicht würdig!!! Unglaublich. Da sind Sie wohl massiv überfordert.. Die haben die Diskussion nicht im Griff. Was haben die privaten Bilder von Herrn Varoufakis mit der Diskussion zu tun. Die Hetzte ist da wohl auf Ihrer Seite.
Welche Beleidigungen hat Varoufakis gegenüber Schäuble getätigt?
und noch was.... die Arroganz von Söder ist auch unerträglich. Man schaue sich seinen Lebenslauf an und vergleiche ihn mit dem von Varoufakis und bilde sich dann ein Urteil.

Habermas schrieb:
Das ist doch jetzt der Gipfel der „Jauch“ Reihe!
Eine Inquisitions-Veranstaltung auf BILD Niveau mit einer Konstellation von Alle gegen einen, mit Ausnahme der TAZ Redakteurin!
Ich sag nur: PFUI!
Und ich bitte darum dies zu veröffentlichen, denn dieser Kommentar ist keinesfalls unter dem Niveau dieser Sendung, …
Um die Sache mal objektiver zu sehen empfehle ich jeden die ARD/ARTE Doku „Die Spur der Troika“ / „Macht ohne Kontrolle – Die Troika“, Jauch schaut sicher nicht die Dokus des „eigenen“ Senders an, und beweist hier mal wieder seine journalistische Inkompetenz, oder seine politische Orientierung als Multimillionär … und immer imer wieder die selben blödsinnigen Fragen …. unglaublich, eine SCHANDE, was sollen denn da die Griechen von uns denken …?!
Ich schäme mich als Deutscher für diese Entgleisung des deutschen Fernsehens!


 Pressestimmen

Handelsblatt
Varoufakis bei Günther Jauch
Mittelfinger, Oligarchen-Krallen und Europas Sorgen
In einer asymmetrischen Günther-Jauch-Show präsentierte sich der charismatische griechische Finanzminister nun auch dem deutschen Primetime-Publikum. Die Diskussion wurde mit Respekt geführt – aber nicht ohne Schärfe.

Spiegel-Online
Griechischer Finanzminister bei Jauch: Die Varoufakis-Monologe
Er nannte die Geldprobleme Athens ein "kleines Liquiditätsproblem" und ließ kaum jemanden ausreden: Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis bestritt den Talk von Günther Jauch praktisch allein - auch weil seine Kontrahenten schlecht vorbereitet waren.


Donnerstag, 19. Februar 2015

CSU fordert Griechenland “den Geldhahn abzudrehen”

Thema: Griechenland
RT-Deutsch
Bayrische Allmachtsfantasien:
CSU fordert Griechenland “den Geldhahn abzudrehen”


Wenn es um Griechenland geht, wird der Ton in Berlin immer rauer, droht das Land doch die diktierte Einstimmigkeit in Brüssel zu unterminieren: Die Regierungspartei CSU fordert die rigorose Bestrafung Athens, indem sie sich für den sofortigen Zahlungsstopp an Griechenland aussprach. Inzwischen vergleicht der griechische Finanzminister das umstrittene Troika-Verhalten mit CIA-Folter.

Quelle: Michael Lucan
CSU-Finanzpolitiker Hans Michelbach verlangt laut Nachrichtenagentur Reuters, Griechenland einen Denkzettel zu verpassen. Denn nach wie vor sieht Athen eine Abkehr vom strikten Austeritätsprogramm vor, das die Eurogruppe Griechenland aufgenötigt hatte, um dem Land einen Verbleib im Euroverbund zu sichern. Die EU hingegen, vor allem Deutschland, ist jedoch nicht kompromissbereit. Finanzpolitiker Michelbach fordert vielmehr, alle Zahlungen an Athen zu stoppen, um die Regierung wieder auf Linie zu bringen.

Am Montagabend drohte der Politiker:
    „Das griechische Njet (das russische Wort für Nein) muss Konsequenzen haben. Die EU-Gelder müssen als Sicherheit für die Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen Griechenlands an seine europäischen Partner zurückgehalten werden.”
Eine härtere Gangart gegen Griechenland verteidigt der Obmann der Unionsfraktion im Finanzausschuss allein mit dem jüngsten Scheitern der Gespräche zwischen der EU und Athen. Kurzerhand schlussfolgerte Michelbach:
    „Der EZB bleibt nach ihren Statuten jetzt gar keine andere Wahl, als Athen endgültig den Geldhahn zuzudrehen.”
Zudem argumentiert der bayerische Politiker, dass sich die Südeuropäer einfach zu viel Zeit ließen und es schon rein deswegen keine Möglichkeit mehr gebe, auch nur zu einem „Übergangsprogramm“ zu kommen:
    „Athen hat die letzte Frist ungenutzt verstreichen lassen. Jede Einigung, selbst wenn sie zustande käme, könnte nicht mehr vor Monatsende in den nationalen Parlamenten beraten und abgestimmt werden. Angesichts der verstockten Haltung der griechischen Regierung ist aber ohnehin nicht erkennbar, wie ein solches Programm aussehen könnte.“
Giannis Varoufakis, Finanzminister Griechenlands, reagiert angesichts des massiven Drucks aus Deutschland und andernorts in Europa mit Unverständnis. Der Wirtschaftswissenschaftler erhebt schwere Vorwürfe gegen die Vorgehensweise der EU-Troika, die Griechenland laut eigenen Aussagen unter Wasser drückt. Im Interview mit dem Magazin „Der Spiegel“ beklagte er:
    „Kurz vor dem Herzstillstand wird uns gestattet, ein paar Atemzüge zu nehmen. Dann drückt man uns wieder unter Wasser, und alles geht von vorn los.“

CDU droht Tsipras mit EU-Rausschmiss bei pro-russischer Haltung
Die Praktiken der EU-Troika gegenüber Griechenland erinnern den Finanzminister an die CIA. Laut eigenen Aussagen zog er den Vergleich mit dem Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten deshalb, weil Geheimdienste grundsätzlich anständige Leute in ihren Reihen haben – so auch die Troika, doch ihre Arbeit richte große Schäden an. Er sagte:
    „Es gab auch bei der CIA sehr gute Menschen, die gegen ihren Willen beim Waterboarding eingesetzt wurden und sich deshalb in einem schrecklichen moralischen Dilemma befanden.”
Nichtsdestotrotz wolle Athen nicht aufgeben, den für die Konjunktur des Landes wichtigen Schuldenschnitt von Berlin einzufordern. Am Donnerstag sagte er schließlich:
    „Jeder weiß, dass Griechenland seine derzeitige Schuldenlast ohne einen neuen Vertrag niemals wird tragen können. Ich verstehe, dass die Bundesregierung das Wort ‘Schuldenschnitt’ vermeiden will. Tatsächlich aber wäre ein solcher besser und am Ende für die Gläubiger sogar günstiger als eine Verlängerung der Kredite.”
In einem Gespräch mit der „Tagesschau“ wies der Historiker Hagen Fleischer unterdessen darauf hin, dass Griechenland selbst noch offene Forderungen gegenüber Deutschland hätte. So sei das Thema der Zwangskredite, die seitens der Hitlerfaschisten während ihrer Besetzung Griechenlands 1941-44 dessen Nationalbank neben den Besatzungskosten abgenötigt worden wären, noch zu keiner Zeit in Deutschland erörtert worden. Alleine schon auf Grund dieser Vorfälle, über die selbst seitens der Nazis selbst Buch geführt worden wäre, bestünden hohe Forderungen Athens gegenüber Berlin zu Recht.
Quelle: RT-Deutsch