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Dienstag, 7. März 2017

Lisa Fitz - Kriege entstehen nicht zufällig - Konflikte wurden geplant

Thema: Münchner Sicherheitskonferenz

Lisa Fitz zur Sicherheitskonferenz:
"Sieben Länder in fünf Jahren"

Bei den Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz hielt die bekannte Kabarettistin Lisa Fitz eine engagierte Rede. Kriege, so Lisa Fitz, entstehen nicht zufällig. Die Konflikte im Irak, in Libyen, Syrien und der Ukraine wurden geplant.

von Lisa Fitz
Einen schönen guten Tag an alle, die sich hier versammelt haben. Ich habe heute einen Post von einem Facebook-Freund gesehen. Der hat geschrieben: die SIKO ist die Après-Ski-Hütte der Kriegsindustrie. Eine sehr schöne Bemerkung. Frieden halten wir alle hier für selbstverständlich – ist er aber nicht. Es gibt Konzerne, Gruppen und Menschen, die von Kriegen so unvorstellbar profitieren, dass sie sie schüren. Krieg ist ein Billiardengeschäft.

Und dagegen müssen wir uns wehren! Heute hab ich eine Werbung bekommen: If you have a Iphone, this War Game is a Must-Have!

MUST I NICHT HAVE.

Das Internet ist ja wie eine Schlangengrube, in die man einen Sprengsatz geworfen hat. Da fliegt einem alles um die Ohren. Aber man fragt sich: Wie entstehen Kriege? Als naiver Mensch denkt man: Ja, da streiten sich zwei Regierungen, Interessenkonflikte usw., dann eskaliert das halt und dann – Bumms!! Nee. Oft findet man im Internet doch was, das einem das naive Hirn durchbläst.

Sieben Länder innerhalb von fünf Jahren angreifen und zerstören

Wesley Clark, von 1997 bis 2000 ein 4-Sterne-NATO-General sagt auf YouTube Oktober 2007 folgendes:
    Ich wollte grade das Pentagon verlassen, da rief mich ein Offizier vom Vereinigten Generalstab ins Büro und sagte: „Ich möchte Ihnen sagen, Sir, wir beabsichtigen, den Irak anzugreifen.“

    Und ich fragte: „Warum?“

    Er sagte: „Wir wissen es nicht."

    Wollen Sie Saddam in Zusammenhang mit 9/11 bringen?

    „Nein“, sagte er. “Ich schätze, sie wissen nicht, was sie mit dem Terrorismus tun sollen, aber sie können Länder angreifen und wollen stark aussehen. Ich vermute, sie glauben, wenn sie ein Land runterkriegen, das wird die Terroristen einschüchtern.

    Na ja, Sie kennen ja den Spruch: „Wenn das einzige Werkzeug, das du hast, ein Hammer ist, dann muss jedes Problem ein Nagel sein.“ Ich war durcheinander, und dann haben wir Afghanistan angegriffen. Ich war glücklich darüber, wir sollten das tun.
 
    Und dann kam ich sechs Wochen später wieder zum Pentagon, traf denselben Offizier und sagte: „Haben wir immer noch vor, den Irak anzugreifen?“ Er sagte: „Oh Sir, es ist schlimmer als das.“ Und er nahm eine Notiz von seinem Schreibtisch und sagte:

    Ich hab grade diesem Zettel aus dem Büro des Verteidigungsministers bekommen und hier steht, wir werden sieben Länder innerhalb von fünf Jahren angreifen und zerstören. Wir beginnen mit dem Irak und dann nehmen wir uns Syrien vor, Libanon, Libyen, Somalia, den Sudan und den Iran – sieben Länder in fünf Jahren.
Zur Erinnerung, es spricht da nicht irgend jemand, sondern der Oberbefehlshaber der NATO in Europa 1997 bis 2000, einer der höchsten Offiziere in der US Army. Sie können es selber googeln, – das verschwindet bloß im unendlichen Netz. Er brachte mich zu Paul Wolfowitz und der sagte:
    Wir haben fünf bis zehn Jahre Zeit, um alle die sowjetischen Klientelregime zu beseitigen („clean up“). Syrien, Iran, Irak usw. und zwar bevor die nächste große Supermacht uns rausfordert.“ Das sagte er genau so. Na ja, ich meine, der Zweck des Militärs liegt darin, Kriege anzufangen und die Regierungen abzusetzen, nicht Konflikte beizulegen und zu befrieden. Aber diese Leute haben die Kontrolle über die Vereinigten Staaten übernommen.
Dieses Land wurde von einer Gruppe Leute durch einen politischen Staatsstreich übernommen! Das waren Paul Wolfowitz, Dick Cheney, Donald Rumsfeld und Richard Perle und ein paar andere von PNAC, dem „Project for New American Century“. Sie wollten, dass wir den Nahen Osten destabilisieren, ihn auf den Kopf stellen und unter unsere Kontrolle bringen. Sie konnten es gar nicht abwarten, bis sie im Irak fertig sind, um gleich drauf in Syrien einzufallen.

Das war wie gemeißelt: „Oh, unsere Legionen werden dort einmarschieren, YES!“

Wissen Sie, egal, ob Sie Demokrat oder Republikaner sind: Sie sollten um die Strategie der Vereinigten Staaten in dieser Region besorgt sein. Was ist unser Ziel dort, was sind unsere Absichten, warum sind wir dort, warum sterben US-Amerikaner in dieser Region? Das ist die Wurzel des Problems! Und 100.000de Iraker und andere, das hat er nicht dazu gesagt. Wesley Clark heißt der NATO-General, und Sie können das selber googeln! Sieben Länder in fünf Jahren!

Für mich heißt das:

Wir können und dürfen uns nicht – nicht mehr – auf Politiker und Medien verlassen. Wir müssen Hintergründe selbst recherchieren und aufdecken – nach und nach. Wir dürfen nicht blöd bleiben. Natürlich denkt jeder, er hätte eine eigene Meinung, bloß woher, hat er vergessen. Wenn du Frau mit Herz liest, dann bleibst du Frau ohne Hirn! Und ein Gramm Information wiegt mehr als 50 Tonnen Meinung!! Unsere Medien sind... Opium fürs Volk.
Aufstieg des IS: eine absichtsvolle Entscheidung der US-Regierung

Was wissen wir über den Syrienkonflikt? Syrien stand also bereits nach 9/11 auf einer US-Liste von sieben zu zerstörenden Ländern. Bis auf Iran wurde alles befehlsgemäß umgesetzt. Angeblich wird gegen den IS gekämpft. Aber schon August 2012 hat Geheimdienst–Chef General Michael Flynn von der "Defence Intelligence Agency" in einem Dokument festgehalten:
    Die Salafisten, die Muslim-Brüderschaft und al-Kaida im Irak, der spätere IS – sind die Hauptkräfte, die den Aufstand in Syrien anführen

    General Flynn sagte wortwörtlich: Der Aufstieg des IS war eine absichtsvolle Entscheidung der US-Regierung.
Die schlimmste Form des Terrors ist der Staatsterror

Der Ukrainekonflikt – was wissen wir?

Hier wurde der Regime-Change mit fünf Milliarden US-Dollar erkauft. Victoria Nuland – erinnern Sie sich? Die US-Diplomatin, das gehackte Telefonat von WikiLeaks zum Ukraine-Putsch mit „Fuck the EU“. Googeln Sie´s! Man findet alles, es ist unglaublich.

Ziel war es, die Ukraine in die EU und damit in die NATO zu führen. Das hat der Verteidigungsminister Robert Gates unter Bush und Obama seit 2006 versucht zu verhindern. Für ihn ist dieser Versuch eine „monumentale Provokation“ Russlands – eine Provokation, die in einem unvorstellbaren 3. Weltkrieg enden könnte – und die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren.

Nur 150 km südlich vom ehemaligen Leningrad/Petersburg stehen Panzer der NATO. Anfang Januar 2017 wurde, weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, eine US-Panzerbrigade in Bremerhaven ausgeladen und an die „Ostflanke“ in Marsch gesetzt. In unseren Medien wird die Gefahr verharmlost und nur und nur immer Putin für alle Spannungen verantwortlich gemacht.

Und wenn deine Katze verschwunden ist ... hat Putin sie gefressen!

Der Irakkrieg wurde mit einer Propagandalüge gerechtfertigt. Das Land liegt heute in Trümmern. Menschen obdachlos, krank, auf der Flucht. Millionen Tote. Wir müssen diesen Kriegsprofiteuren und ihren Handlangern immer und immer wieder die Rote Karte zeigen. Diese Sicherheitskonferenz findet seit 1963 statt. Und was ist sicherer geworden?

NICHTS! Terror kann man nicht mit Terror bekämpfen: „Die schlimmste Form des Terrors“ hat Helmut Schmidt gesagt, „die schlimmste Form des Terrors ist der Staatsterror“ - Helmut Schmidt!

Stoppen wir Waffenexporte! Stoppen wir Drohnenmorde, die über die Bundesrepublik laufen. Der exportierte Terror kommt zurück! Hören wir auf mit Doppelstandards und Belehrungen anderer Kulturen. Und lassen wir uns nicht in sinnlosen Meinungsschlachten klein spalten. Werden wir glaubwürdig! Halten wir bitte zusammen! PEACE, FREUNDE – auf einen weiteren guten Schritt!

Quelle: RT-Deutsch

Video: Lisa Fitz entlarvt Münchener Sicherheitskonferenz


Hier gehts zur Quelle vom Zitat: https://youtu.be/7CeSquAD-Sc
Kategorie Bildung
Lizenz Standard-YouTube-Lizenz

Mittwoch, 16. März 2016

AVAAZ - Somalia - Verstümmeln verbieten


In Somalia werden 98 Prozent aller Mädchen beschnitten — in keinem Land ist weibliche Genitalverstümmelung stärker verbreitet. Doch jetzt erwägt die Regierung ein Verbot des Rituals und mit Unterstützung aus aller Welt könnte das gelingen. Machen Sie jetzt mit:


unterzeichnen

Liebe Freundinnen und Freunde,

"Du bist tapfer, du bist mutig und morgen wirst du eine Frau" — mit diesen Worten wurde die sechsjährige Hibo Wardere in der somalischen Hauptstadt Mogadischu in eine Hütte geführt, wo eine "Beschneiderin" ihr mit einem Rasiermesser die Genitalien entfernte.

Hibo zählt zu den 200 Millionen Frauen und Mädchen in 30 Ländern der Welt, die Opfer weiblicher Genitalverstümmelung sind. Doch in Somalia, wo ganze 98 Prozent der Mädchen beschnitten werden, arbeitet die Frauenministerin gerade daran, die brutalen Eingriffe zu verbieten. Experten sind der Meinung, dass ein vollständiges Verbot in wenigen Wochen erzielt werden könnte, wenn die ganze Welt Nulltoleranz für weibliche Genitalverstümmelung in Somalia fordert.
In Puntland, im Nordosten Somalias, wurde gerade ein vollständiges Verbot vorgeschlagen und andere fortschrittliche Gesetze aus der Region sind in der Vergangenheit bereits von der Zentralregierung übernommen worden. Wenn wir jetzt alle diesen mutigen Einsatz für Frauen loben, können wir die Initiativen der somalischen Politiker stärken und dazu beitragen, dass in der nächsten Parlamentssitzung ein Gesetz verabschiedet wird. Machen Sie jetzt mit und verbreiten Sie die Aktion:

https://secure.avaaz.org/de/fgm_somalia_ban_loc/?baLosfb&v=73950&cl=9645083145

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine Menschenrechtsverletzung. Der Eingriff hat keinerlei medizinischen Nutzen. Er ist sogar extrem gefährlich: Die Mädchen können aufgrund der unhygienischen Bedingungen an Infektionen sterben und die Narben können bei der Geburt oder während der Menstruation zu Komplikationen führen. Viele halten weibliche Genitalverstümmelung für ein religiöses Ritual, das die Heiratsfähigkeit erhöht und den Übergang ins Erwachsenenalter ermöglicht. Doch islamische Persönlichkeiten haben klargemacht, dass dieses Ritual absolut keinen religiösen Ursprung hat.
Gesetze allein sind nicht die Lösung — um diese brutale Praxis zu beenden, ist auch öffentliche Aufklärung nötig. Dennoch könnte diese Gelegenheit in Somalia dazu beitragen, Tausende junge Mädchen vor der anstehenden Beschneidung zu retten. Die derzeitige Regierung ist fortschrittlich und letztes Jahr wurde bereits ein Teilverbot angekündigt. Experten gehen davon aus, dass ¾ der Abgeordneten diese Initiative unterstützen könnten.Die Regierung von Puntland und die Frauenministerin führen diesen Reformprozess an. Wenn unsere Gemeinschaft ihnen Mut und Hoffnung zuspricht, wird sie das dazu anspornen, den Vorstoß im Parlament auf die Tagesordnung zu bringen und durchzusetzen. UNICEF arbeitet vor Ort unermüdlich daran, weibliche Genitalverstümmelung in Somalia zu beenden, und bittet jetzt um unsere Unterstützung. Unterzeichnen Sie die Petition und leiten Sie sie weiter:

https://secure.avaaz.org/de/fgm_somalia_ban_loc/?baLosfb&v=73950&cl=9645083145

Unsere Gemeinschaft setzt sich gegen Praktiken ein, die der Unterdrückung oder dem Missbrauch von Frauen und Mädchen dienen. Diesen Traditionen ein Ende zu setzen ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit: Es geht darum, eine Welt zu schaffen, in der unsere Töchter und Schwestern die gleichen Chancen erhalten wie unsere Söhne und Brüder. In Somalia ist weibliche Genitalverstümmelung weltweit am weitesten verbreitet. Wenn das Land das Ritual verbietet, würde es damit ein starkes Zeichen der Hoffnung setzen. Helfen wir Somalia jetzt, der Welt den Weg zu weisen und diese Grausamkeit zu beenden.

Voller Hoffnung,
 Lisa, Fatima, Mike, Ricken, Alice, Ari und das ganze Avaaz-Team

WEITERE INFORMATIONEN

Unicef: 200 Millionen Frauen von Genitalverstümmelung betroffen (Spiegel Online) http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/unicef-schaetzung-genitalverstuemmelung-bei-200-millione...

Mehr als 200 Millionen Frauen betroffen (Tagesschau.de)
https://www.tagesschau.de/ausland/unicef-beschneidung-genitalverstuemmelung-101.html

Und auf Englisch:

Somali minister hints at move to ban FGM (The Guardian)
http://www.theguardian.com/world/2015/aug/13/somali-minister-hint-fgm-ban-female-genital-mutilation

7 facts you need to know about female genital mutilation (Mashable)
http://mashable.com/2015/08/09/female-genital-mutilation/




Avaaz.org ist ein weltweites Kampagnennetzwerk mit 42 Millionen Mitgliedern,
das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der Ansichten und Wertvorstellungen aller Menschen auf wichtige globale Entscheidungen durchzusetzen. ("Avaaz" bedeutet "Stimme" oder "Lied" in vielen Sprachen). Avaaz Mitglieder gibt es in jedem Land dieser Erde; unser Team verteilt sich über 18 Länder und 6 Kontinente und arbeitet in 17 verschiedenen Sprachen. Erfahren Sie hier, etwas über einige der größten Aktionen von Avaaz oder folgen Sie uns auf Facebook oder Twitter.

Um Avaaz zu kontaktieren, antworten Sie bitte nicht auf diese E-Mail.Benutzen Sie stattdessen das Formular www.avaaz.org/de/contact?ftr oder rufen Sie uns an, unter: +1 1-888-922-8229 (USA).

Montag, 19. Oktober 2015

„Neuer Snowden“ veröffentlicht geheime Dokumentensammlung zum Drohnenkrieg der USA

Thema: Drohnenkrieg

Leaks:
„Neuer Snowden“ veröffentlicht geheime Dokumentensammlung zum Drohnenkrieg der USA

Quelle: U.S. Air Force photo by Lt Col Leslie Pratt
Neu veröffentlichte und bis dato als geheim eingestufte Dokumente zeigen die inneren Abläufe des US-Drohnenkrieges in Somalia und im Jemen auf. In den Papieren, die vergangene Nacht auf The Intercept publiziert wurden, wird auch beschrieben wie Verdächtige für Erschießungen ausgewählt und zivile Opfer gezielt verschleiert werden. Es ist der umfangreichste Einblick in das System der US-Drohnenkriege, der bisher den Weg an die Öffentlichkeit fand.

Die Dokumente wurden vergangene Nacht auf der Enthüllungsplattform The Intercept um den Snowden-Vertrauten Glenn Greenwald unter dem Titel „The Drone Papers“ veröffentlicht.

Aufgrund der aggressiven Vorgehensweise der US-Regierung gegenüber Whistleblowern, zieht die Quelle es allerdings vor anonym zu bleiben. Die Leaks umfassen Dokumente, Präsentationen, Bildertafeln und Analysen.

Der anonyme Whistleblower sagt, die US-amerikanische Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, über den Prozess nach dem Menschen auf Todeslisten gelangen und ohne Gerichtsprozess auf Geheiß von Regierungsbeamten erschossen werden, Bescheid zu wissen.

Per Twitter meldete The Intercept, niemals zuvor gab es ein vergleichbares Maß an Leaks zum US-amerikanischen Drohnenkrieg.

Gegenüber der Enthüllungsplattform sagte der Whistleblower auch:
    „Der abscheuliche Ausbau von Watchlisten, des Beobachtens von Menschen und diese auf Listen zu setzen, ihnen Nummern oder Baseball-Karten zuzuordnen und sie ohne Angabe von Gründen auf einem globalen Schlachtfeld zum Tode zu verurteilen, war von Anfang an falsch.“
Die Enthüllungen enthalten zwei Pakete von Papieren, die detailliert den US-Drohnenkrieg in Somalia und im Jemen zwischen 2011 und 2013 beschreiben. Durchgeführt wurden die Kriegshandlungen von der geheimen Task Force 48-4. Glenn Greenwald kommentiert:
    „Diese Dokumente belegen, dass die Drohnenmorde zu einer Art Videospiel wurden, losgelöst von jeder Menschlichkeit.“
Zusätzliche Dokumente zu den Drohnenoperationen in Afghanistan zeigen, dass die US-Regierung auch unidentifizierte Individuen, die bei Angriffen getötet wurden als Feinde kategorisiert hat. Auf diese Art wird die Zahl ziviler Opfer gezielt verschleiert.

Die meisten Erschießungen basieren auf geheimdienstlicher Informationsgewinnung (SIGINT). Dabei werden Metadaten von Mobilfunktelefonen genutzt. Häufig kommt es dabei zu fehlerhafter Zielauswertung, was der Hauptgrund für zivile Opfer ist, so der Whistleblower.

Auch entmenschlicht das Drohnenprogramm die Opfer gezielt und macht es den Verantwortlichen leicht, moralische Fragen zu umgehen. Die Quelle sagt über die Drohnenpiloten:
    „Sie kennen kein Recht, sie kennen keine Würde, sie haben selbst keine Menschlichkeit. Sie sind nur das ausführende Element für die Analysten.“
Dokumente die die Operation Haymaker beschreiben, die zwischen Januar 2012 und Februar 2013 im Nordosten Afghanistans durchgeführt wurde, zeigen auf, dass von den 200 dort getöteten Menschen lediglich 35 beabsichtigte Ziele waren. Doch jeder Erschosene gilt generell als als „Enemy killed in action „EIKA“; als Feind der erfolgreich eliminiert wurde.

Quelle: RT-Deutsch

Mittwoch, 5. Februar 2014

Wir werden Al-Kaida nicht mehr los

schreibt t-online

Ex-Glaubenskämpfer warnen


Militärs und Minister diskutieren an diesem Wochenende auf der Münchner Sicherheitskonferenz unter anderem den Krieg in Syrien. Doch während viele ihre Hoffnungen auf die Genfer Gespräche mit der syrischen Regierung und der Opposition setzen, greift das Terrornetzwerk Al-Kaida in dem Krisenstaat immer weiter um sich.


Al-Kaida-Anhänger im Nahen Osten demonstriert für die Freiheit eines Dschihad-Führers: Die alte Organisation ist im Niedergang, die Ideologie jedoch greift um sich. (Quelle: AFP)
Mehr und mehr junge Menschen aus Europa reisen in das Krisengebiet, um mitzukämpfen. Wie gefährlich sind die Krieger nach ihrer Rückkehr? Nistet sich Al-Kaida durch sie in Europa ein? t-online.de sprach mit Geheimdienstlern und geläuterten Dschihad-Kämpfern.
20 Jahre lang hat Manwar Ali gekämpft. Erst in Afghanistan, später in Kaschmir. In dem einst friedlichen Himalaya-Tal stand er in den Reihen der Lashkar-i-Taiba, einer Terror-Truppe, die später, im November 2008, die Anschläge von Mumbai verübte.

Heute ist Manwar Ali ein Mann des Friedens. In seiner Moschee im englischen Ipswich predigt der Scheich Liebe, Gewaltlosigkeit und interkulturelles Verständnis. Seinen Krieg nennt er heute einen Irrtum. "Wir haben alles nur noch schlimmer gemacht, als es war", sagt Ali. "Niemand hatte uns gerufen. Und den Krieg gegen den Islam, an den wir geglaubt haben, gibt es in Wahrheit gar nicht." Über Verschwörungstheorien gegen Juden und Amerikaner kann er heute nur noch lachen.

Al-Kaida in Syrien wiedererweckt

Was dem Geistlichen große Sorgen macht, ist der neue Krieg in den Köpfen einiger junger Muslime, der von Syrien aus über den Globus wandert. Allein 700 junge Männer aus Großbritannien sollen in das Kriegsland gereist sein - die meisten, um an den Kämpfen teilzunehmen. Auch rund 240 Deutsche sind dort und eine unbekannte Anzahl weiterer Europäer.

Nur die wenigsten von ihnen landen bei Milizen, die mit Al-Kaida verbündet sind. Vielen ist die Ideologie egal. Doch die anderen können Europa gefährlich werden, warnt Usama Hasan. Auch er kämpfte in Afghanistan und unterstützte 20 Jahre lang salafistische Gruppen.

Die Geiselnahme in einer Schule im russischen Beslan 2004 mit 300 Toten und erst recht die Anschläge in seiner Heimatstadt London im darauffolgenden Jahr katapultieren ihn geistig aus der Dschihad-Bewegung. Heute arbeitet Hasan als Analyst für die Londoner Quilliam Foundation, einen Think Tank, der den islamischen Radikalismus erforscht und nach Wegen sucht, junge und alte Radikale in die Gesellschaft zurückzuholen.

"Nach 9/11 wurde Al-Kaida im Krieg gegen den Terror eingestampft", sagt Hassan. Der Tod von Osama bin Laden 2011 habe sie vorläufig geköpft. "Der Syrien-Krieg", sagt Hasan, "hat sie wieder erweckt."

Und nicht nur in Syrien floriert die Ideologie: Wie eine Hydra, der für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue wachsen, greifen mit Al-Kaida verbündete Bewegungen um sich: In Somalia bekennen sich die Shabaab-Milizen zu ihrer mörderischen Philosophie, im Irak und in Syrien die "ISIS" (Islamischer Staat im Irak und Syrien) sowie die Jahbat al-Nusra (Front der Helfer), auf dem ägyptischen Sinai die Ansar Bait al-Maqdis (Helfer Jerusalems), in Saudi-Arabien und im Jemen heißt sie AQAP (Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel) und in Nordafrika und der Sahara die "AQIM" (Al-Kaida im islamischen Maghreb).

"Man muss bei Al-Kaida nicht mehr lange anstehen"

Kurz: In jedem muslimischen Land, in dem der Staat den Geist aufgegeben hat, oder, wie in Ägypten Demokratieversuche fehlschlagen, stößt Al-Kaida in die Lücke, terrorisiert die Bevölkerung und besetzt Machtnischen.

Nicht nur westlichen Sicherheitsexperten macht die Entwicklung Kummer. Am meisten sorgen sich die Menschen in den muslimischen Ländern selbst: Das weltweit agierende US-Meinungsforschungsinstitut Pew-Research ermittelte, dass in den betroffenen Ländern bis zu 80 Prozent der Menschen in Angst vor dem Aufschwung der Radikalen leben. Zustimmung gibt es vor allem bei den ganz Jungen, Verzweifelten und Chancenlosen.

Die Angst ist berechtigt: "Früher war es sehr schwer, Mitglied bei Al-Kaida zu werden", sagt Noman Benotman. Auch er ist Analyst bei Quilliam. Der frühere libysche Terroristenführer und Vertraute von Osama bin Laden hat dem Dschihad nach dem tausendfachen Mord der 9/11-Anschläge abgeschworen. In einem mittlerweile legendären offenen Brief forderte er seinen "ehemaligen Waffenbruder" Bin Laden im September 2010 dazu auf, es ihm gleichzutun.

"Heute", sagt der Mittvierziger, "hat Al-Kaida eine ganz neue Rekrutierungsstrategie. Man muss nicht mehr lange anstehen und Referenzen vorlegen. Man muss überhaupt kein offizielles Mitglied sein." Man schließe sich beispielsweise in Syrien einem Amir (Befehlshaber) seiner Wahl an, von dem man wisse, auf welcher Seite er stehe - oder werde einfach auf eigene Faust im Namen der Sache aktiv.

Auf diese Weise werde sich auch in den kommenden zehn Jahren nichts ändern - und solange der Krieg in Syrien weitertobt, werde das Problem immer weiter wachsen. "Wir werden Al-Kaida nicht mehr los", sagt Benotman. "Dafür ist es zu spät."

Auch Benotman warnt vor der Gefahr der Rückkehrer für Europa. Aber auch davor, sie alle in einen Topf zu werfen: "Es gibt zwei Gruppen, die man unterscheiden muss: Gruppe A ist relativ harmlos", sagt der Libyer. Darin gebe es junge Männer, die ihre sunnitischen Glaubensbrüder gegen Assads grausame Alawiten-Milizen schützen wollten. "Gruppe B", warnt Benotman, "das sind die Bösen. Sie waren vorher schon ideologisiert, kehren dann radikalisiert zurück und gälten unter ihresgleichen als Helden. "Bei denen", so Benotman, "muss man mit allem rechnen."

Behandle man sie alle gleich, treibe man Gruppe A ebenfalls in die Arme der Radikalen.

Deutsche Dschihadisten-Dörfer in Syrien

Manwar Ali und Usama Hasan haben noch eine dritte Gruppe identifiziert: Junge Abenteurer, die mit Religion gar nichts am Hut haben, aber gerne mal in der Realität erleben wollen, was sie sonst nur in Action-Filmen sehen.

Die kennt auch Benno Köpfer vom Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg. Köpfer ist Teil der "Fachgruppe Islamismus" - einer namhaften Expertengruppe innerhalb der deutschen Geheimdienst-Community.

"Machos und Möchtegern-Rambos", sagt Köpfer, "seien eine der wichtigsten Gruppen, die in die Kriegsgebiete zögen. Im Grunde seien sie vor allem für sich selbst eine Gefahr - auch dann wenn sie völlig traumatisiert nach Deutschland zurückkehrten. An den Fronten würden sie von den Amiren gerne als williges Kanonenfutter verheizt - und seien zunächst auch noch stolz darauf.

Köpfer kennt Facebook-Seiten wie die von "Siegreiche Truppen", einem jungen Deutschen, der sich "Abu Waheed" nennt. Der posiert teils allein, teils mit anderen auf dem syrischen Kriegsschauplatz. Seine Posts wirken wie Urlaubskarten. "Mittlerweile" sagt Köpfer, gebe es richtige "deutsche Dörfer" in Syrien. Drei Grünhelme - Mitglieder einer deutschen Hilfsorganisation - die im vergangenen Sommer in Syrien über Wochen entführt worden waren, berichteten nach ihrer Freilassung von deutschsprachigen Bewachern.

Öl und Terror

Köpfer und seine Kollegen gehen vorsichtig an die Leute heran: "Wenn wir von einem hören, der mit Wunden und Schrammen von einem 'Türkei-Urlaub' zurückkommt, sprechen wir ihn erst einmal in Ruhe an und versuchen herauszufinden, was genau mit ihm los ist."

Und er sieht wesentliche Unterschiede zwischen Radikalen im Nahen Osten und denen, die aus westlichen Ländern kommen: "Dort", sagt der Analyst, "ist es die Verzweiflung angesichts der bitteren Umstände: Sie sind arbeitslos, haben keine Zukunft, können nicht heiraten."

Im Westen sei das Phänomen eher Zeichen einer "Wohlstandsverwahrlosung", spielten Drogen und Scheidungsfamilien eine größere Rolle. "Deshalb sehen wir auch deutschstämmige Jugendliche, die nicht zum Islam, sondern gleich in den Dschihadismus konvertieren." Sie ziehe vor allem die Kameradschaft und Brüderlichkeit der Dschihadisten an.

Wie Benotman ist auch Köpfer strikt dagegen, alle Rückkehrer gleich mit potenziellen Terroristen gleichzusetzen: "Manche gehen ja auch nur hin, um Milchpulver zu verteilen."

Der Geheimdienstanalyst hat eine eigene Theorie, wann Al-Kaida endlich die Luft ausgehen könnte: "Erst, wenn der Westen vom Öl wegkommt und Saudi-Arabien das Geld ausgeht, um den Terror zu finanzieren, dürfte es besser werden."
31.01.2014, 08:20 Uhr | Von Christian Kreutzer, t-online.de, München


» der Kommentar des Blogschreibers«

Wer ist denn überhaupt Al-Kaida?
Es sind von den CIA in den 1980er Jahren finanziert und ausgebildete Mudschahidin für den Kampf gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans.
Wikipedia schreibt:
    Zusammen mit Osama bin Laden eröffnete Abdallah Azzam 1984 in Peschawar ein Dienstleistungsbüro, um die aus den verschiedenen arabischen Ländern kommenden jungen Männer aufnehmen, betreuen und organisieren zu können, die nach Afghanistan in den Dschihad gehen wollten. Unterstützung erhielten die beiden vom amerikanischen Auslandsnachrichtendienst CIA im Rahmen der Operation Cyclone und aus mit den USA befreundeten islamischen Ländern, insbesondere durch den pakistanischen Nachrichtendienst ISI.

Heute stellen sie nur das willige Feindbild dar, das den USA den Grund für den Unterhalt einer riesigen Streitmacht liefert und was als Vorwand dient, die ganze Welt abzuhören.
Je nach Bedarf werden sie bekämft, wie in Afghanistan, oder auch als "Freiheitskämpfer der Opposition" mit Geld und Waffen versorgt, wie in Syrien.

Man darf daraus schließen: Al-Kaida will man gar nicht los werden. Wie will man dem amerikanischen Steuerzahler beibringen, dass er weiterhin eine solch riesige Armee finanzieren soll, wenn weit und breit kein Feind da ist, wie nach dem Untergang der Sowjetunion. Auch deshalb musste 9/11 einfach passieren und der Ersatzfeind "weltweiter Terror" geschaffen werden.


Kommentare

Sollanek
Frei nach Goethe :"Die Geister die ich rief werd ich nun nicht mehr los." Als es gegen die Russen ging, hat man diese Banden hofiert, ausgebildet mit Geld und Waffen unterstützt. In Syrien kämpfen sie heute noch als " demokratische Opposition " gegen Ordnung und Sicherheit. Da es nun jeder weiß, wer da am Werke ist, nennt man sie nun Rebellen. Kriminelle Banden wäre zwar der richtige Ausdruck Doch wenn sie Rußland schwächen, sind es in jeden Fall unsere Verbündeten. Im " Arabischen Frühling" haben sie all die Länder in den Abgrund geführt.Mit dem Resultat,dass dort praktisch kein selbstständiger und selbstbewußter Staat existiert. Wenn Iran noch im Chaos versinkt, hätten diese Drahtzieher ihr Ziel zu 100 Prozent erfüllt. Nur gut, dass Kriegsverbrecher Nr.1 keine 3. Amtszeit im Weißen Haus antreten durfte. Trotzdem, die Propagandamaschine läuft, das neue Ziel ist schon im Visier.

Varus1
Die USA hat die Al Kaida erst stark gemacht. Sie wurde damals in Afghanistan gesponsort, um Russland ein zweites Vietnam zu bescheren. Als sich Russland zurück zog, waren die USA ganz fix vor Ort und führten die " russischen Bemühungen" im eigenen Interesse fort. Nun stellten sie sich gegen die Al Kaida ...

Jiskoko
für mich eine fragliche geschichte, wenn ex-terroristen die vermutlich schuld am tod vieler unschuldiger menschen sind nach 20 jahren ihre ideologie wechseln und in england einen friedlichen job nachgehen.
menschen die nach syrien gehen, gehen dort nicht aus humanitären gründen hin. die wollen kämpfen und töten und sind somit mörder. die einfach wieder in die gesellschaft zurück lassen ist purer leichtsinn.
bei youtube kommen zu den tausend videoclips täglich neue greultaten der rebellen hinzu, wie will man diese untaten sühnen wenn man sie nicht verfolgt. dieser artikel vermittelt ein völlig falschen bild von der terrorszene und versucht auf grund einer falschen ideologie diese zu entschuldigen!

Tabula-Rasa
Nachdem wir ja ständig einen Fachkräftemangel beklagen, weil Firmenchefs aus Profitgier nicht ausbildeten und die wenigen Ausgebildeten wegen der deutschen Minilohnpolitik lieber ins lukrativere Ausland abwendern, dürfen wir uns über den erwarteten Zustrom dieser Spezialarbeitskräfte freuen. Die haben ihr Praktikum zum Halsabschneider-Experten alle mit Bravour bestanden und werden unseren Sozialsystemen sicher die viel beschworene kulturelle Bereicherung bringen, weil sie auch hier tun, was sie dort lernten: massenweise Leute umbringen. Der extreme Islam ist das Nazitum der Gegenwart! Die propagieren dieselbe eigene Überbewertung und Entmenschlichung anderer wie einst der Nationalsozialismus! Wann kapiert ihr dämlichen Gutmenschen das endlich? Nix verstehen, aber für alles Verständnis haben - wie naiv ist das denn?

Mjoelnir1999
Wenn diese Leute dort "mitkämpfen" wollen, schön und gut. Aber dann laßt die nicht mehr nach Europa rein. Dann sollen die gefälligst auch dort bleiben. Am Besten ist natürlich wenn die sich ihre Köpfe gegenseitig wegschießen. Problem gelöst.

Sonntag, 18. August 2013

Zu gefährlich: Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zieht sich aus Somalia zurück - nach 22 Jahren

Hunderttausende Kranke und Verletzte werden nun nicht mehr versorgt.

16 tote Mitarbeiter, MSF wendet sich von Somalia ab

Nach 22 Jahren zieht sich die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) aus Somalia zurück. Gründe für den Rückzug sind die dauernden Übergriffe auf Mitarbeiter und die große Unsicherheit in der Krisenregion.

Die Hilfsprojekte würden beendet, «weil die Situation im Land zu einem unhaltbaren Ungleichgewicht geführt hat zwischen den Risiken, die unsere Mitarbeiter eingehen müssen, und unseren Möglichkeiten, der somalischen Bevölkerung zu helfen», sagte MSF-Präsident Unni Karunakara. Die Gruppe beschäftigte in Somalia zuletzt rund 1500 Menschen, die hunderttausende Kranke und Verletzte versorgten.



Der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wird es in Somalia zu heiss. (Bild: Keystone/AP/Khalil Senosi)
«Indem bewaffnete Gruppen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen töten, angreifen oder entführen, haben sie und die zivilen Autoritäten, die deren Vorgehen tolerieren, das Schicksal unzähliger Menschen in Somalia besiegelt», fügte Karunakara hinzu.

Anschläge, Entführungen und Plünderungen

Seit Beginn des MSF-Einsatzes in Somalia im Jahr 1991 sind den Angaben zufolge 16 Mitarbeiter ums Leben gekommen. Zu den jüngeren Vorfällen zählten die Tötung eines belgischen und eines indonesischen Mitarbeiters in Mogadischu im Dezember 2011 und die gewaltsame Entführung von zwei Mitarbeiterinnen aus dem Flüchtlingslager Dadaab in Kenia. Die beiden Spanierinnen waren erst im Juli nach 21 Monaten Geiselhaft in Süd- und Mittelsomalia freigekommen.

In dem durch einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg zerrütteten Land am Horn von Afrika kämpft die radikalislamische Al-Schabaab-Miliz unvermindert gegen die Regierung. Obwohl sie von der Armee und der Einsatztruppe der Afrikanischen Union AMISOM weitgehend aus Mogadischu vertrieben werden konnte, verübt die Organisation vor allem im Zentrum und im Süden des Landes weiterhin brutale Anschläge.

Regierung in Sorge

Die somalische Regierung zeigte sich besorgt und bat die Organisation, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. «Das ist genau das, was Al-Schabaab und Al-Kaida wollten, weil sie die Bürger jetzt noch mehr terrorisieren können», sagte Präsidentensprecher Abdirahman Omar Osman.




Augenzeugen zufolge plünderten Mitglieder der Miliz im Distrikt Diinsoor südwestlich von Mogadischu bereits am Nachmittag alle medizinischen Geräte und weitere Materialien von Ärzte ohne Grenzen. Aus dem südlichen Ort Mareerey gab es ähnliche Berichte.

«Die Menschen leiden schrecklich, und trotz unserer Bemühungen um Fortschritte verschlechtert sich die humanitäre Lage weiter», betonte Osman. Er rufe MSF und alle anderen Hilfsorganisationen auf, die Menschen, die dringend Hilfe benötigten, weiter zu unterstützen. Ärzte ohne Grenzen solle sich nicht komplett zurückziehen, sondern zumindest dort weiterarbeiten, wo es derzeit möglich sei, forderte Osman.

Zivilbevölkerung als Opfer
MSF betonte jedoch, in Somalia zu arbeiten, bedeutete auch, stets auf bewaffnete Sicherheitsleute zurückgreifen zu müssen. «Dies tut die Organisation in keinem anderen Land.» Die Zivilbevölkerung zahle nun - wie so oft in Konfliktregionen der Welt - den höchsten Preis und verliere noch den letzten Zugang zu medizinischer Versorgung, hiess es weiter.

MSF hatte den Menschen jahrzehntelang eine kostenlose medizinische Grundversorgung angeboten, mangelernährte Kinder und Schwangere behandelt, Patienten operiert und Impfungen organisiert.

mit freundlicher Genehmigung von www.20min.ch


Kommentare


shame on us
Was in Somalia passiert, dafür sind WIR ALLE verantwortlich! Was tun wir aber hier? Essen friedlich unser Steak und die Bratwurst und denken, ja da wird schon jemand helfen...


Genau DAS ist das Problem!!
Verstehe das sehr gut, diesen Entscheid! IMMER das Gleiche: Korruption, Gewalt, Krieg...alles wird zerstört, zusammengeballert...und wir in Europa helfen und setzen unser Leben aufs Spiel, war mit Jugoslawien auch so!


Tragödie!!
...und wir machen uns Sorgen ob das Wirtschaftswachstum ein paar Prozentchen rauf oder runter geht... dort spielen sich die Tragödien ab, die uns zu kümmern hätten....


Schlimmer als Tiere
MSF ist so eine tolle, weder politische noch religiöse Gruppe. Menschen die man bewundern muss, richtige Vorbilder für jeden Menschen. Doch der Abschaum der Menschheit hat nichts besseres zu tun und MSF zu vertreiben. Bei dem Bild kommen mir die Tränen. Armes Afrika!


tragische aber richtige entscheidung
ein weiterer wichtiger grund wurde hier nicht genannt: sämtliche organisationen müssen in somalia "schutzzölle" an bewaffnete gruppen bezahlen,damit sie der bevölkerung helfen dürfen.humanitäre hilfe unterstützt also auch lokale warlords und ist somit ein hinderniss für den frieden.die verantwortlichen mussten eine schwierige entscheidung treffen-in meinen augen jedoch die richtige.



Freitag, 22. Februar 2013

AVAAZ: Die Befugnis, zu vergewaltigen

Email von Laila Ali vom 22.02.2013

Liebe Freundinnen und Freunde,
Ich habe einen Artikel über eine junge Somalierin geschrieben, die brutal von Regierungssoldaten vergewaltigt wurde. Ihre Geschichte sollte auf die vielen grausamen Vergewaltigungen in ganz Somalia aufmerksam machen. Doch stattdessen hat die Regierung meinen Artikel benutzt, um ein Vergewaltigungsopfer zu inhaftieren, weil sie ‘den Staat beleidigt’ habe! Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die Vergewaltigungsepidemie durch Sicherheitskräfte in meinem Land ein Ende nimmt. Machen Sie mit!

mein Name ist Laila und ich bin Journalistin. Ich habe vor Kurzem einen Artikel über eine junge Frau geschrieben, die brutal von mehreren Regierungssoldaten in Somalia vergewaltigt wurde -- in der Hoffnung, dass ihre Geschichte auf die schreckliche Vergewaltigungsepidemie in Somalia aufmerksam machen würde. Stattdessen hat die Regierung meinen Artikel benutzt, um ein Vergewaltigungsopfer und einen Journalisten, der auch über die Ereignisse berichtet hatte, zu inhaftieren! Der Grund: Sie hättten ‘den Staat beleidigt’.

Vergewaltigung ist fürchterlich. Aber in dem Wissen vergewaltigt zu werden, dass die einzigen Behörden, die für Gerechtigkeit sorgen können, selbst die Vergewaltiger sind -- das hinterlässt ein erdrückendes Gefühl der Machtlosigkeit. Doch gemeinsam können wir ihr Hoffnung geben: Ich habe diese globale Bürgerpetition auf der Internetseite von Avaaz gestartet, weil Somalias Regierung stark auf finanzielle Mittel von anderen Regierungen angewiesen ist. Dadurch kann die internationale Gemeinschaft Druck auf Somalias Politiker ausüben, damit sie aufhören, diese Ereignisse zu vertuschen und echte Reformen einleiten, um die Vergewaltigungen durch Sicherheitskräfte zu beenden.

Unsere Forderung könnte tatsächlich einen Wandel bewirken. Doch sie muss stark genug sein. Die UNO-Beauftragte Zainab Bangura hat uns gesagt, dass sie unsere Petition direkt an Geberländer und Somalias Präsidenten überreichen wird. Helfen Sie uns, indem Sie unterzeichnen und diese E-Mail weiterleiten -- lassen Sie uns den Frauen Somalias zeigen, dass sie nicht allein sind und dass niemand das Recht hat, sie zu vergewaltigen:

http://www.avaaz.org/de/petition/Somalia_No_Authority_to_Rape/?bviusbb&v=22193

Der mutigen jungen Frau wurde vorgeworfen, ihre eigene Vergewaltigung durch Regierungsbeamte erfunden zu haben, bevor überhaupt ein Prozess stattfand. Dann weigerte sich der Richter, Zeugen zu vernehmen oder medizinische Beweise zu akzeptieren, die ihre Vergewaltigung bestätigten. Und sie ist nicht die Einzige: Ich habe hier mit zu vielen Frauen gesprochen, die in der ständigen Angst leben, erschossen oder vergewaltigt zu werden. Und das oftmals durch diejenigen, die eigentlich zu ihrem Schutz da sind.

Doch es besteht mehr Hoffnung für Somalia als je zuvor. In nur 18 Monaten hat das Land eine neue Verfassung bewilligt, einen neuen Präsidenten ausgewählt und gewinnt jetzt endlich den Kampf gegen Extremisten. Präsident Hassan Sheikh Mohamoud kann Maßnahmen ergreifen, um Frauen vor seinen eigenen Streitkräften zu beschützen, wenn wir ihm gemeinsam einen wichtigen Grund geben, gegen diese staatliche Gewalt vorzugehen.

Dem unschuldigen Vergewaltigungsopfer und dem Journalisten Abdiaziz Abdinur, der mit ihr gesprochen hat, droht ein Jahr im Gefängnis. Geldgeber haben großen Einfluss darauf, wie Somalias eigene Soldaten und Sicherheitskräfte mit Frauen umgehen. Unterzeichnen Sie meine Petition und leiten Sie diese E-Mail weiter, um einen Aufruf zu starten, der stark genug ist, um einen langfristigen Wandel in Somalia zu erreichen:

http://www.avaaz.org/de/petition/Somalia_No_Authority_to_Rape/?bviusbb&v=22193

Die Avaaz-Gemeinschaft hat sich mutig dafür eingesetzt, Gewalt an Frauen weltweit zu stoppen. Nach dem tragischen Tod eines Vergewaltigungsopfers in Delhi, haben letzten Monat über eine Million von uns eine Petition unterzeichnet, um Gerechtigkeit und echte Veränderungen in Indien zu fordern. Und wir haben ermutigende Anzeichen von hohen Regierungsministern erhalten, dass sie unseren Aufruf beherzigen. Nun können wir unsere Bürgerstimmen in Somalia einsetzen, um das Land auf einen neuen Weg zu bringen.

Mit Hoffnung und Entschlossenheit,

Laila Ali, mit dem Team von Avaaz

*Laila ist eine britisch-somalische Journalistin in Nairobi

PS: Diese Petition wurde auf der neuen Avaaz-Webseite für Bürgerpetitionen gestartet. Sie können dort schnell und einfach eine Petition zu einem Thema starten, das Ihnen am Herzen liegt. Klicken Sie hier: http://avaaz.org/de/petition/start_a_petition/?22193

WEITERE INFORMATIONEN:

Somalia - Vergewaltigungsopfer zu Gefängnisstrafe verurteilt (Spiegel)
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/somalia-vergewaltigungsopfer-zu-gefaengnisstrafe-verurteilt-a-881699.html

Ich bin schockiert, dass mein Bericht über Vergewaltigung in Somalia zur Inhaftierung eines angeblichen Opfers und eines Journalisten geführt hat (The Guardian) (Englisch)
http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/feb/05/jailing-somali-women-rape-affront-justice

UN besorgt über Vergewaltigungen in Somalia (Focus)
http://www.focus.de/politik/ausland/hunger-un-besorgt-ueber-vergewaltigungen-in-somalia_aid_654905.html

Somalia: Die Polizei muss Vergewaltigungsfälle untersuchen (HRW) (Englisch)
http://www.hrw.org/node/112472

Bei ihrem Treffen mit dem somalischem Präsidenten, sollte Clinton für Vergewaltigungsopfer Stellung nehmen (New York Times Blog) (Englisch)
http://kristof.blogs.nytimes.com/2013/01/16/in-meeting-with-somali-president-clinton-should-stand-up-for-rape-victims/

Somalische Regierung will Vergewaltigungsfälle in Angriff nehmen (Al Jazeera) (Englisch)
http://www.aljazeera.com/news/africa/2013/02/20132315946687205.html

Somalia: Freiberuflicher Journalist ist der Verunglimpfung einer staatlichen Institution schuldig befunden worden (Amnesty)
http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-009-2013-2/verurteilung?destination=node%2F5309

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Das sollte doch wohl keine Frage sein, da zu unterschreiben

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Danke für das Unterzeichnen meiner Petition: Somalia: Kein Recht zur Vergewaltigung!

Jede einzelne Person, die sich beteiligt, stärkt unseren Aufruf zum Handeln. Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit und und leiten Sie diesen Link an alle, die Sie kennen, weiter:

http://www.avaaz.org/de/petition/Somalia_No_Authority_to_Rape/?tviusbb

Lassen Sie uns zusammen etwas verändern.
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