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Montag, 2. November 2015

Die Ukraine und ihre Geschichtsfälscher

Frau Merkel schaffen "wir" es auch noch, die Ukraine bei ihrer Geschichtsfälschung zu helfen oder sehen "wir" nur still zu und sitzen das aus?

Thema: Ukraine

Telepolis
Bildungsministerium will den Euromaidan als neuesten Nationalmythos etablieren
Ukraine: Geschichtsunterricht mit Beigeschmack – Teil 2

Seit der Unabhängigkeit 1991 instrumentalisieren ukrainische Regierungen die Landeshistorie und den Geschichtsunterricht für sich. In jungen Nationalstaaten ist das durchaus üblich. Dabei werden historische Ereignisse zu identitätsstiftenden Nationalmythen ausgebaut. In der Ukraine gehören dazu der "Befreiungskampf" der Nationalisten oder der Holodomor. Nun hat das ukrainische Bildungsministerium ein Update für Geschichtsbücher herausgebracht. Der Euromaidan soll als "Revolution der Würde" zum neuesten Nationalmythos werden und reiht sich damit ein in das nationalistische Paradigma von Russland als ewigem Unterdrücker der Ukraine.


RT-Deutsch
Nationalmythos Maidan
– Wie die Ukraine ihre Geschichtsbücher neu schreibt

Der „Ausschuss für nationalpatriotische Erziehung“ in der Ukraine hat neue Leitlinien für die Geschichtserziehung in den Schulen herausgegeben. Zusammen mit dem Bildungsministerium wird den Lehrern vorgegeben, wie man die aktuelle Zeitgeschichte, insbesondere um den Maidan, den Schülern vermitteln soll. Darin wird beispielsweise die zuvor geplante Zollunion mit Russland als „Versuch des Völkermords“ gewertet und die Anti-Maidan-Anhänger in Odessa hätten sich laut diesem offiziellen Narrativ, im Gewerkschaftshaus „selbst angezündet“.

Geschichte ist die Grundlage der Identität einer Nation. Es ist unsere Vergangenheit welche die Gegenwart bestimmt. In Deutschland prägen die Erfahrungen des Nationalsozialismus und seine Folgen die politischen und gesellschaftlichen Strukturen. Das ist keine neue Erkenntnis. Diesen Prozess müssen auch die Länder der ehemaligen Sowjetunion durchlaufen und eine eigene Geschichte schreiben, eine eigene nationale Identität entwickeln. So stabilisiert man ein politisches System von innen heraus.

Auch lesen: Wie Hollywood und US-Diplomaten die ukrainische Innenpolitik lenken
Diesen Prozess durchläuft auch die Ukraine. Dabei wird er durch die regionale Vielfalt erschwert, denn Teile des Landes gehörten im Verlauf der Geschichte schon zum Russischen Reich, Österreich-Ungarn und auch schon mal zu Polen-Litauen. Der Historiker Grzegorz Rossoliński-Liebe verwies in einem Interview mit Stefan Korinth im Nachrichtenportal TELEPOLIS darauf, dass die Ukrainer „aufgrund ihrer Geschichte vielfältig sind“. Sie haben trotz der Sowjetisierung „verschiedene lokale und nationale Identitäten (…). Die meisten in der Ukraine lebenden Menschen definieren sich zwar als Ukrainer, aber sie sprechen nicht alle Ukrainisch und fühlen sich verschiedenen historischen Traditionen zugehörig. Galizien hat eine andere Geschichte als die Zentral- oder die Ostukraine.“

Um aber das politische System zu stabilisieren wird in der Ukraine versucht, eine gemeinsame, einheitliche Geschichte zu konstruieren, anstatt die verschiedenen regionalen Unterschiede als Teil der Identität zu belassen. Hierbei konkurrieren vor allem zwei Deutungsmuster: das Nationalistische und das Sowjetische. Während die nationalistische Identitätsdeutung vor allem davon ausgeht, dass Russland seit jeher die Ukraine zu vernichten versucht, basiert das sowjetische Narrativ auf dem „Großen Vaterländischen Krieg“. Hierbei werden Massenmorde und Kriegsverbrechen, begangen auf beiden Seiten in der Ukraine, instrumentalisiert, um die eigene Position zu stärken. Schon in den 1990er Jahren stellten die Sozialforscher Rainer Münz und Rainer Ohliger fest, dass die Vorstellungen von der Zukunft der Ukraine von der jeweiligen Interpretation der Vergangenheit abhängen.

Und so überrascht es nicht, dass auch jetzt die Interpretation der Geschehnisse auf dem Maidan zum Politikum wird. Schon seit letztem Jahr wird, auf ausdrücklichem Geheiß von Jazenjuk, die ukrainische Geschichte als Teil einer europäischen Geschichte behandelt. Für die „national-patriotische Erziehung“ – ein Überbleibsel aus Sowjetzeiten – wurde letztes Jahr eigens ein „Ausschuss für nationalpatriotische Erziehung“ gegründet, welcher Leitlinien für die Erziehung in den Schulen herausgeben soll. Im April dieses Jahres wurde vom Bildungsministerium auch ein Dokument veröffentlicht, welches Lehrern Ratschläge gibt, wie sie die Ereignisse um den Maidan lehren sollen. Darin wird angemerkt, dass die Zollunion mit Russland ein Versuch des Völkermordes an den Ukrainern dargestellt hätte. Genauso habe sich die Anti-Maidan-Anhänger in Odessa 2014 – bei dem viele verbrannt sind – selber angezündet.

Schon seit 2010 kann man in der Ukraine eine Zunahme nationaler Strömungen wahrnehmen. Damals wurde von Präsident Janukowytsch, mit Unterstützung von Premierministerin Timoschenko, Stepan Bandera der Ehrentitel „Held der Ukraine“ verliehen. Zu dieser Zeit wurde auch die „patriotische Erziehung“ als Baustein der Identitätsbildung eingeführt und jetzt von Jazenjuk intensiviert. So wird nun auch das Fach „Nationalverteidigung“ von den Kämpfern der Anti-Terror-Operation unterrichtet.

Geschichtsschreibung und Identitätsbildung sind zentrale Bausteine für eine Politik Deutungshoheit. Wer diese dominiert der bestimmt auch in welche Richtung sich die Ukraine bewegt. Momentan ist es Richtung Europa – jedoch unter dem Vorzeichen einer zunehmenden nationalistisch-patriotischen Stimmung. Es bleibt abzuwarten, wie der Krieg sich auf die Identitätsbildung des Landes auswirkt und wie sich nach dem Krieg beide Seiten in diesem Narrativ wiederfinden können.

Sonntag, 3. Mai 2015

Odessa: Aktivisten verfolgt, ihre Demos verboten, aber Rechtsradikale dürfen marschieren - freundlich finanziert von den EU-Steuerzahlern

Thema: Odessa
RT-Deutsch
Jahrestag des Massakers von Odessa:
Aktivisten verfolgt, ihre Demos verboten, aber Rechtsradikale dürfen marschieren


Foto: Quelle: Ruptly
Heute jährt sich das Massaker im Gewerkschaftshaus von Odessa am 2. Mai 2014. Gendenkveranstaltungen wurden „zum Schutz der Bevölkerung“ von ukrainischen Behörden verboten, zugleich aber die Gegendemonstration des Rechten Sektors erlaubt. RT Deutsch berichtet von vor Ort.

Die Aktivisten-Gruppen vor Ort, die seit einem Jahr versuchen Druck auf die Behörden auszuüben, um zu einer strafrechtlichen Aufarbeitung des Massakers zu kommen werden regelmäßig drangsaliert. Festnahmen, Verschwindenlassen und Einschüchterungsversuche scheinen an der Tagesordnung.

Erst heute sprach RT Deutsch mit einer 60-jährigen Frau, die Angehörige im Gewerkschaftshaus verloren hatte und sich seitdem in einer Gruppe engagiert, die die Aufklärung des Massakers fordert. Gegenüber RT Deutsch erzählte sie, wie sie am gestrigen Abend Besuch vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU bekommen hatte. In aggressivem Ton soll sie nach ihren Verbindungen und Motiven für ihr Engagement befragt worden sein und ihr wurde mehr oder weniger unverhohlen gedroht, falls sie „damit weitermachen“ sollte.

Auch lesen: “Wir wissen wer die Mörder sind“ – Demo vor ukrainischer Botschaft wegen Odessa-Massaker
Zahlreichen jüngeren Odessa-Aktivisten wird nicht nur gedroht. Bis zu 35 befinden sich laut Angaben der Organisationen die sich die Aufklärung des Brandes auf die Fahne geschrieben haben, seit Monaten, oft ohne richterlichen Beschluss, in „Sicherheitsverwahrung“, die zudem in vielen Fällen ohne Angabe von Gründen alle zwei Monate verlängert wird.

Ermittlungsuntersuchungen werden bewusst verschleppt, indem regelmäßig die für den Fall verantwortlichen Richter und Staatsanwälte ausgewechselt werden, dies berichten gegenüber RT Deutsch übereinstimmend zahlreiche Aktivisten und Angehörige, die alle aus Angst vor Repressionen anonym bleiben wollen.

Von der scheinbaren Einseitigkeit der Behörden konnte sich RT Deutsch vor Ort selbst ein Bild machen. Die anlässlich des Jahrestages des Odessa-Massakers einberufene Pressekonferenz der Aktivisten wurde kurzerhand von der Stadtverwaltung ebenso verboten, wie die geplante Demonstration, da bei beiden Aktivitäten „Musik und Mikrofone“ genutzt werden sollten. Im Vorfeld war anscheinend die Nutzung von „Musikanlagen und Mikrofonen“ untersagt worden.

Dies geschehe laut den ukrainischen Behörden „zum Schutz der Bevölkerung“. Dem gingen zahlreiche Festnahmen voraus, darunter auch ein 18-jähriger, der der Rädelsführerschaft in einem “Separatistenring” angeklagt wurde.

Der SBU gab in diesem Zusammenhang am Freitag bekannt:
“Es ist uns gelungen einen Separatistenring, bestehend aus ehemaligen Polizisten, pro-russischen Kulikowo-Aktivisten sowie Kriminellen zu sprengen und festzunehmen.”
Die gleichzeitig stattfindende Gegendemonstration des ukrainischen Rechten Sektors und der rechtsradikalen Swoboda-Partei wurde jedoch im Gegenzug ohne weitere Auflagen erlaubt.

Aus der gesamten Ukraine sollen 3.000 Polizisten und Spezialkräfte nach Odessa gebracht worden sein, um für „Ruhe und Ordnung“ zu sorgen.

Der Ort des Massakers, das Gewerkschaftshaus von Odessa, soll nach dem Willen des Gouverneurs von Odessa, Igor Palitsa, entweder das Hauptquartier der ukrainischen Marine oder ein Militärkrankenhaus werden. Dies gab er am heutigen Samstag in einer Pressekonferenz bekannt.
Quelle: RT-Deutsch


Sonntag, 15. März 2015

Eine Tragödie zerreißt Odessa - Ein Film der im deutschen Fernsehen nicht gezeigt werden darf!

Thema: Ukraine

Ein Film der im deutschen Fernsehen nicht gezeigt werden darf jetzt auf Youtube!
Eine Tragödie zerreißt Odessa zu Beginn des Ukrainischen Bürgerkrieges.
[Dokumentation]

Ein Film über die Brandangriffe auf das Gewerkschaftshaus in Odessa zu Beginn des ukrainischen Bürgerkrieges, die Rolle von Ultranationalen, der Polizei und Politik im Postsowjetischen Raum.
Dies ist eine Dokumentation über ein Schlüsselereignis des ukrainischen Bürgerkrieges und eine Stadt die dadurch zerrissen wurde.
Ein Film von von Ulrich Heyden & Marco Benson produziert von leftvision.de



alle infos unter: Lauffeuer-Film.de

 Kommentare

Michael Babilinski
Danke Herr Heyden und danke Herr Benson. Danke das Sie sich als bekannter und mit Preisen überhäufter Journalist, den Anfeindungen für dieses Werk Aussetzung und ihre Karriere im deutschen Fernsehen nach aller Voraussicht, zu Gunsten der Wahrheit geopfert haben.

Michael Babilinski
+Rita Vuia: Auf die Dauer nicht! Der Mann verdient mit dem Film kein Geld, wird nie mehr wieder einen Journalistenpreis erhalten und ist als Journalist tot! Wovon soll der jetzt leben?
Bei der Gelegenheit, hier der Spendenlink für den Film, 5,- € würden reichen, wenn alle was geben! Aber das kann ja nicht die Lösung sein!

Rita Vuia
Und damit dieser Mensch nicht finanziell ruiniert wird hier der
Spendenlink

Danke Klaus für den Link

Dienstag, 4. November 2014

Gedenkveranstaltung in Berlin - in den Medien verschwiegen

Thema: die Toten von Odessa

Berlin: Odessa-Gedenkveranstaltung-
für die Opfer des Massakers im Gewerkschaftshaus in Odessa


Warum hört oder liest man in unseren Medien davon absolut nichts?


Ein Bundespräsident, der meint überall seinen Senf dabei tun zu müssen, verliert über diese Veranstaltung nicht ein Wort.
Zu was für einer Heuchelrepublik ist Deutschland dank seiner Regierungsdarsteller nur verkommen!
Danke Klaus für den Link

Samstag, 13. September 2014

Wie die Regierung Kiew die Aufklärung der Brand-Tragödie in Odessa sabotiert

Genau wie bei MH17 und den Scharfschützen des Maidan hat das Putschregime anscheinend was dagegen, dass die Öffentlichkeit die Wahrheit erfährt.

Thema: Odessa
Gewerkschaftshaus am 02. Mai 2014 in Odessa.
Da RT live aus Odessa übertragen hat und ich von nachmittags bis spät abends zugeschaut habe, konnte ich die Horde sehen, wie sie zuerst die Zelte stürmte, die Leute in das Gewerkschaftsgebäude trieb, die Türen versperrten und Molotowcocktails hineinwarfen.
(Geben Sie als Suchbegriff ein "Odessa Massaker" und suchen Sie mit Google)
Mit Erschrecken habe ich dann gelesen, was sich die Medien in Deutschland zusammenlügen und wie sie die Tatsachen infrage stellen, z.B.
DIE WELT
Was geschah in Odessa? Protokoll einer Eskalation
Spiegel-Online
In der südukrainischen Millionenstadt Odessa eskaliert die Gewalt. Bei Straßenschlachten geriet ein Gebäude in Brand, Dutzende Menschen kamen dabei qualvoll ums Leben.
Kein Wort davon, dass die Leute gezielt, bei lebendigem Leib, verbrannt wurden, dass die Polizei tatenlos zuschaute und der Feuerwehr der Zugang versperrt wurde!

Und jetzt?
Wie die Regierung Kiew die Aufklärung der Brand-Tragödie in Odessa sabotiert

Der Untersuchungsausschuss der Stadtratsabgeordneten von Odessa löste sich auf, weil die Innenbehörde keine Informationen rausrückte. Drei verhaftete rechte Gewalttäter wurden freigelassen.

Am letzten Donnerstag stellte der von Abgeordneten des Stadtrates Odessa gebildete Untersuchungsausschuss zum Brand im Gewerkschaftshaus von Odessa, bei dem mindestens 48 Menschen starben, seine Arbeit ein. Dies berichtete das regierungskritische Nachrichtenportal “Tajmer”.
Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Innenbehörde und die Generalstaatsanwaltschaft wichtige Informationen und Dokumente der Ermittlungen zurückhalten.

Nun gibt es nur noch zwei Ausschüsse, welche den Brand im Gewerkschaftshaus, bei dem nach Meinung von Regierungskritikern über 100 Menschen starben, untersuchen, einen Ermittlungsausschuss von Journalisten aus Odessa und einen Ermittlungsausschuss des Parlaments in Kiew. Doch es drängt sich der Eindruck auf, dass die ukrainischen Behörden kein Interesse an der Aufklärung des Brands im Gewerkschaftshaus haben.

Gründliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu dem Brand hatte es offenbar nicht gegeben. Die Ermittler arbeiteten nur einige Tage nach dem Brand in dem Gebäude. Den ganzen Mai über stand das ausgebrannte Gewerkschaftshaus faktisch unbewacht und war für Trauernde und für Neugierige zugänglich.

Wie Juri Tkatschew, Mitglied des von Journalisten gebildeten Untersuchungsausschusses, in einem Beitrag im “Tajmer” schreibt, würden wichtige Informationen von der Innen-behörde “absichtlich vor der Öffentlichkeit versteckt”. Die Polizei argumentiere mit dem “Schutz der Ermittlungen”.

Die Opfer werden zu Schuldigen erklärt

Tkatschew sieht die Gefahr, dass die Schuld an dem Brand jetzt auf die Opfer abgewälzt wird. Er verweist auf Erklärung der Innenbehörde, nach der sich die Regierungskritiker, die sich am 2. Mai vor dem angreifenden rechten Mob in das Gewerkschaftshaus flüchteten, “selbst angesteckt” haben sollen.

Der Druck auf die Ermittlungsausschüsse ist groß, denn führende ukrainische Politiker haben die Ereignisse vom 2. Mai in einer Weise bewertet, die eine unvoreingenommene Untersuchung fast unmöglich machen.

Parlamentspräsident Aleksandr Turtschinow erklärte, für die Unruhen am 2. Mai in Odessa sei Russland verantwortlich. Beweise für diese Behauptung wurden – wiedermal -nicht vorgelegt. Keines der Opfer im Gewerkschaftshaus war russischer Staatsbürger. Der inzwischen abgesetzte Gouverneur von Odessa, Wladimir Nemirowski, bezeichnete das Vorgehen der Pro-Kiew-Demonstranten am 2. Mai als “rechtmäßig”, denn die “Demonstranten” hätten “bewaffnete Terroristen neutralisiert”. Die Politikerin Julia Timoschenko dankte auf einer Pressekonferenz in Odessa den Pro-Kiew-Demonstranten, dass sie die Besetzung von Verwaltungsgebäuden “wie in Lugansk” verhindert hätten.

Drei rechte Täter wurden festgenommen und dann wieder freigelassen

Die zwölf Personen, welche wegen den Ereignissen am 2. Mai in Odessa im Gefängnis sitzen, sind allesamt Regierungsgegner. Vom Rechten Sektor ist niemand in Haft. 43 Personen stehen wegen der Ereignisse am 2. Mai unter Hausarrest. Darunter sind nur zwei Rechte. Und was ist mit den rechten Angreifern, die Molotow-Cocktails warfen und Menschen, die aus dem brennenden Gewerkschaftshaus sprangen, krankenhausreif prügelten? Seit dem 2. Mai 2014 wurden nur drei Maidan-Anhänger verhaftet. Alle drei sind – trotz schwerwiegender Beweise für strafrechtliche Taten – inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Fall 1: Wsjewolod Gontscharewski

Der Maidan-Aktivist Gontscharewski soll am 2. Mai auf Menschen eingeschlagen haben, die sich mit einem Sprung aus dem brennenden Gewerkschaftshaus retteten und wehrlos am Boden lagen. Am 30. August wurde der Maidan-Aktivist von einem Gericht im süd-ukrainischen Cherson-Gebiet freigesprochen. Eine zuvor verhängte zweimonatige Gefängnisstrafe wurde aufgehoben.

Video-Filmer hatten ermittelt, dass Gontscharewski am 2. Mai zunächst im Straßenanzug an der Demonstration “Für eine einige Ukraine” teilgenommen. Am frühen Abend taucht Gontascharewski dann in einem Trainingsanzug vor dem brennenden Gewerkschaftshaus auf, wo er mit einem langen Gegenstand auf am Boden liegende Menschen einschlug.

Fall 2: “Hundertschaftler Mykola”

Der Maidan-Hundertschaftler Mykola (“Sotnik Mykola” mit bürgerlichem Namen Nikolai Wolkow) hatte am 2. Mai während der Unruhen vor dem Gewerkschaftshaus mit einer Pistole auf das vierstöckige Gebäude geschossen. Zuvor hatte Mykola die Anreise von so genannten Maidan-Selbstverteidigungskräften aus Kiew nach Odessa organisiert. Am 29. Mai wurde der verhaftete Hundertschaftler aus einem Untersuchungsgefängnis in Kiew entlassen.

Kiew schätzte den Mann offenbar als verlässliche Person ein. Am 29. April besuchte der inzwischen zurückgetretene Chef des ukrainischen Sicherheitsrates, Andrej Parubi, einem von Mykola geleiteten Straßenkontrollpunkt am Rand von Odessa persönlich einen und schenkte den Maidan-Aktivisten am Straßenkontrollpunkt zwanzig moderne, schuss-sichere Westen.

Fall 3: Sergej Chodjak

Am 20. Mai 2014 wurde auf Beschluss des Petscherski-Gerichtes in Kiew der Maidan-Aktivist Sergej Chodijak , aus der Haft entlassen. Chodijak soll nach Ermittlungen am 2. Mai auf der Griechen-Straße in Odessa mit einer abgesägten Jagdflinte mehrere Polizisten, Regierungsgegner und Journalisten, darunter den Chefredakteur der Internetzeitung “Dumskaja”, verletzt haben. Einer der Opfer, Jewgeni Losinski, starb an seinen Verletzungen.

Verfolgung von Anti-Maidan-Aktivisten

Während rechte Schläger nicht verfolgt oder nach kurzer Haft freigelassen werden, geht die Polizei in Odessa immer wieder gegen Personen vor, welche das schwarz-orange St. Georg-Bändchen an der Jacke tragen, das Erkennungszeichen der Russland-freundlichen Aktivisten. Wer das Bändchen trägt, wird aufgefordert, es abzunehmen. Die von Ange-hörigen der Brand-Opfer improvisierte Gedenkstelle vor dem Gewerkschaftshaus wurde schon mehrmals von der Stadtreinigung abgeräumt.

Als Aktivistinnen am 2. September vor dem Gewerkschaftshaus von Odessa mit einem Straßentheater an das Massaker vom 2. Mai erinnern wollten, wurden sie von Polizisten rüde bedrängt, konnten ihr Kurz-Schauspiel dann aber doch noch aufführen.

Die Aktivitäten der Aktivistinnen vor dem Gewerkschaftshaus waren der Stadtverwaltung wohl auch deshalb ein Dorn im Auge, weil Odessa am 2. September seinen 220ten Stadt-Geburtstag feierte. Auf der berühmten Potjemkin-Treppe fand ein Rockkonzert statt, das mit einer Gedenkminute für die bei der “Anti-Terror-Operation” in der Ost-Ukraine gefallenen ukrainischen Soldaten begann. Jugendliche riefen Reime gegen Putin und Swjatoslaw Bakartschuk, der Sänger der beliebten Rockband “Okean Else”, beschwor in seinen Liedern den Patriotismus der Ukrainer.

Mit Anti-Islam-Propaganda für eine “europäische Ukraine”

Odessa ist für die ukrainische Regierung nach wie vor eine der strategisch wichtigsten Städte. Unruhen soll es in der Hafenstadt, über welche die Ukraine einen großen Teil ihres Handels abwickelt, nicht geben. Und immer wieder gibt es Signale, welche den Bürgern klarmachen sollen, dass es zu nichts führt, sich an Protestkundgebungen zu beteiligen. So sah man am 1. September zwei Schützenpanzerwagen mit der ukrainischen Flagge und aufsitzenden Soldaten durch die Stadt fahren. “So leben wir im friedlichen Odessa”, war der sarkastische Kommentar des Augenzeugen, der die Szene filmte.

Für alle Fälle wird den Bürgern, die auf Russland hoffen, erklärt, dass es aus ist mit ihrem Traum. So tauchte am 5. September im Internet ein Video auf, in dem Russland-Sympathisanten gewarnt werden: “Du träumst von einer russischen Welt und Du erhältst den tschetschenischen Krieg.” Untermalt wird die Warnung mit Bildern von Tschetschenen, die angeblich auf Seiten der Separatisten in der Ost-Ukraine kämpfen. Anti-Islam-Propaganda ist offenbar als Mittel für eine “europäische Ukraine” durchaus geeignet.

Rechter Sektor greift Beamten an, der sich um Flüchtlinge kümmerte

Der Rechte Sektor in Odessa ist unterdessen weiter aktiv. Letzte Woche tauchte im Internet ein Video auf, das die Bestrafung eines angeblich korrupten Beamten durch Aktivisten des Rechten Sektors zeigt. Die Aktivisten lauerten dem Beamten vor seiner Behörde auf, um ihn dann mit Gewalt zu “verhören” und in einen Müll-Container zu stecken.

Bei dem überfallenen Beamten handelt es sich um einen Leiter der Sozialversorgung von Odessa, Oleg Rudenko. Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU hatten den Beamten bereits kurzzeitig festgenommen, weil er angeblich Geld für die Unterbringung von Flüchtlingskindern aus Donezk und Lugansk in die eigene Tasche abgezweigt hatte. Dass tatsächlich ein Fall von Korruption vorliegt, ist eher unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist, dass Beamten, welche Flüchtlinge aus der Ost-Ukraine in Odessa unterbringen, das Leben schwer gemacht wird.

Bereits Mitte Juli hatte der Gouverneur von Odessa, Igor Paliza, verkündet, in Odessa gäbe es kein Geld für Flüchtlinge aus der Ost-Ukraine. Die Flüchtlinge müssten in die Ost-Ukraine zurückkehren. Dort sei ein Großteil des Gebietes bereits “befreit”.

Leftvision arbeitet mit Ulrich Heyden an einen Dokumentarfilm über das Massaker von Odessa. Mit einem Crowdfunding-Trailer wird für die Finanzierung des Films geworben. Spendenseite.
Quelle: heise.de vom 08.09.2014
Mit freundlicher Genehmigung von pravda-tv.com

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Dienstag, 20. Mai 2014

Giftgas-Tote bei Tragödie in Odessa? – Lawrow fordert Aufklärung

RIA Novosti Thema: Entwicklung in Ostukraine

MOSKAU, 19. Mai (RIA Novosti).
Moskau fordert eine gründliche Aufklärung der Umstände der Tragödie am 2. Mai in Odessa, bei der laut offiziellen Angaben 48 Menschen ums Leben gekommen sind, betonte Außenminister Sergej Lawrow am Montag in Moskau.

„Wir möchten, dass all die zahllosen Fakten, die jetzt auftauchen, geklärt werden. Einschließlich der Berichte, laut denen am Vorabend der Tragödie rund 1000 Schläger in Odessa eingetroffen waren, darunter mutmaßliche Söldner aus anderen Ländern, die von bekannten, in diesen Berichten namentlich erwähnten Figuren, bezahlt wurden“, so Lawrow. „Wir möchten, dass all das gründlich untersucht wird, darunter auch die Informationen, denen zufolge Menschen nicht an Kohlenoxyd-Vergiftung starben, sondern infolge der Einwirkung eines chemischen Giftstoffs sowie an Schusswunden. Viele von denen, die sich aus dem brennenden Gebäude retten konnten, wurden außerdem laut diesen Informationen totgeschlagen.“

Russland könne zwar nicht die Funktion eines Gerichts übernehmen, „die Ermittlungen jedoch, die vom ukrainischen Parlament eingeleitet wurden, können uns in keiner Weise zufrieden stellen“, betonte der Minister.

Blumen und Kerzen: Trauer um die Toten von Odessa
Foto: © RIA Novosti. Anton Kruglov
Bei dem Brand am 2. Mai im Gewerkschaftshaus in Odessa sollen mehrere Dutzend „AntiMaidan“-Aktivisten ums Leben gekommen sein. Laut den jüngsten Angaben gab es dabei 48 Tote und 214 Verletzte. Weitere 48 Menschen sollen außerdem als vermisst gelten, wobei die Polizei diese Angaben nicht bestätigt. Einige ukrainische Abgeordnete teilten mit, dass im Gewerkschaftshaus ein gefährlicher Chemiestoff angewendet worden sei. Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU bestätigte ebenfalls, dass es in dem Haus einen unbekannten Stoff gegeben hat, der einer internationalen Untersuchung unterzogen wird.


Thema: Petersburger Internationales Wirtschaftsforum 2014
Mehr als 1700 Journalisten für St. Petersburger Wirtschaftsforum akkreditiert

MOSKAU, 19. Mai (RIA Novosti).
Mehr als 1700 Journalisten haben ihre Zulassung für das dreitägige Internationale Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg beantragt, das am Donnerstag in der Stadt an der Newa beginnt. Dies erfuhr RIA Novosti aus dem Akkreditierungszentrums des Forums.

„Per 16. Mai haben 1704 Medienleute Akkreditierungsanträge gestellt, darunter 340 Vertreter ausländischer Medien“, hieß es. Im vergangenen Jahr habe es sechs Tage vor Beginn des Petersburger Forums insgesamt 1497 Anträge gegeben.

Das Internationale Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg findet seit 1997 alljährlich statt. Mehr als 5000 Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft treffen in der Stadt an der Newa zusammen, um über Probleme der russischen und der Weltwirtschaft zu beraten. An den Diskussionen der vergangenen Jahre hat auch Präsident Wladimir Putin teilgenommen.