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Samstag, 9. Mai 2015

Fiktive Botschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel

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Thema: Ende des II. Weltkriegs

RT-Deutsch

(Fiktive) Botschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Bürger der Russischen Föderation zum 70. Jahrestag des Ende des II. Weltkrieges

Dr. Leo Ensel, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Oldenburg und Osteuropa-Experte, hat einen fiktiven Brief der Bundeskanzlerin Merkel, gerichtet an die russische Bevölkerung über die Verfehlungen des Westens in der Ukraine-Krise, verfasst. RT Deutsch dokumentiert diesen in voller Länge.

Дорогие россияне! (Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Russischen Föderation! – wörtl.: Liebe Russländer!)

Ich bin sehr froh über die Genehmigung Präsident Putins, gerade heute an diesem geschichtsträchtigen Datum und in dieser nach wie vor nicht einfachen politischen Situation im russischen Fernsehen eine Botschaft an Sie richten zu dürfen. Heute vor 70 Jahren haben die Soldaten der Roten Armee – russische, ukrainische, weißrussische Soldaten sowie Soldaten aus den kaukasischen und zentralasiatischen Sowjetrepubliken – zusammen mit Soldaten der USA, Englands, Frankreichs und anderer Staaten mein Land, Deutschland, von der Herrschaft des nationalsozialistischen Terror-Regimes befreit. Nach zwölf Jahren hatte dieses Regime weltweit 60 Millionen Tote hinterlassen.

Darunter sechs Millionen Juden, die man systematisch ermordet hatte und fast 27 Millionen Sowjetbürger. Hitler-Deutschland hatte diesen verbrecherischen Krieg begonnen und Hitler-Deutschland hat ihn fast sechs Jahre später verdient verloren. Auch wenn der 9. Mai – bei uns ist es der 8. Mai – objektiv ein Tag der Befreiung von einer mörderischen Diktatur war, so wurde er doch damals von den meisten Deutschen eher als Tag der totalen Niederlage erlebt und als „Tag der bedingungslosen Kapitulation“ ist er ja auch jahrelang in unsere Geschichtsbücher eingegangen. Mindestens vier Jahrzehnte hat es bedurft, bis die Mehrheit unseres Volkes erkannte: Ohne diese gerechte Niederlage, die uns die von uns angegriffenen Völker bereitet haben, würden wir Deutschen vermutlich bis auf den heutigen Tag noch unter der Nazi-Diktatur leben!

Wir waren nicht in der Lage gewesen, uns selbst zu befreien – und so hatten die alliierten Streitkräfte dies unter großen Opfern stellvertretend für uns tun müssen. Die schrecklichsten Verluste von allen Ländern aber hatte die Sowjetunion zu beklagen. Fast 27 Millionen Menschen: Russen, Ukrainer, Weißrussen, Armenier, Georgier, Aserbaidschaner, Kasachen, Usbeken, Kirgisen und Menschen vieler anderer Nationalitäten, nicht zu vergessen die sowjetischen Juden!

Wenn es überhaupt eine einzige Lehre aus diesem grauenhaften Gemetzel geben kann, dann die: Niemals wieder darf ein Krieg zwischen unseren Völkern ausbrechen! Und niemals wieder dürfen sich die Völker auf dem europäischen Kontinent entzweien!

Und damit komme ich zur Gegenwart.

Wie wir alle wissen, waren die letzten anderthalb Jahre keine einfache Zeit für die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen im Allgemeinen und für die Beziehungen zwischen Russen und Deutschen im Besonderen. Lassen Sie es mich gerade heute hier unverblümt aussprechen: Meiner Einschätzung nach haben alle Seiten – die Europäische Union, die NATO, die Ukraine und auch Russland – kurz: wir alle haben uns in einer Sackgasse verrannt! Und bitte nehmen Sie es mir ab: Ich bin über diese Entwicklung tief besorgt!

Ohne auf die Hintergründe und die komplizierten Details hier näher eingehen zu können, möchte ich an dieser Stelle eines deutlich feststellen: Wir alle brauchen jetzt keine weitere Eskalation der ohnehin schon sehr verfahrenen Lage! Das Wichtigste, was wir alle jetzt sofort benötigen, ist eine Politik der Schadensbegrenzung, die hoffentlich möglichst schnell zu einer Politik der Deeskalation und mittelfristig zu einer Neuen Entspannungspolitik führen wird. Und ich versichere Ihnen: Ich als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland bin dazu bereit!

Spätere Historiker werden vermutlich feststellen, dass wir alle Fehler gemacht haben. Und nicht erst seit Beginn der Ukraine-Krise, die sich mittlerweile schrecklicherweise zu einem Krieg in der Ukraine ausgewachsen hat – ein Krieg, der auf gar keinen Fall auch noch zu einem Krieg um die Ukraine oder sogar zu noch Schlimmerem eskalieren darf!

Zunächst zu unseren Fehlern, also den Fehlern ‚des Westens‘: Ich fürchte, wir haben Ihr Land, Russland nach dem für uns so glücklichen Ende des Kalten Krieges zu wenig respektiert! Statt dessen gab es sogar Stimmen, die triumphierend von einem „Sieg des Westens im Kalten Krieg“ tönten! Ich weiß, welche schwere Zeit die meisten von Ihnen Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger Jahre durchleben mussten – während wir Deutschen uns gleichzeitig über unsere Wiedervereinigung freuen konnten. Wie bitter und arrogant müssen diese Stimmen damals in Ihren Ohren geklungen haben!

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Russischen Föderation,

wie Sie alle wissen, haben wir Deutschen vor einem halben Jahr den 25. Jahrestag des Falles der Berliner Mauer gefeiert. Und ich möchte es an dieser Stelle unmissverständlich aussprechen: Ich selbst wäre heute niemals Bundeskanzlerin des vereinten Deutschland, wenn die Soldaten der Roten Armee damals im Herbst 1989 nicht in ihren Kasernen geblieben wären! Dasselbe gilt für unseren Bundespräsidenten.

Wir Deutschen haben nicht vergessen, dass die Sowjetunion nicht nur die Hauptlast des II. Weltkrieges getragen hat, sondern dass auch der Mauerfall und die Wiedervereinigung Deutschlands ohne die konstruktive Politik der damaligen Sowjetunion unmöglich gewesen wären! Und dies erfüllt uns mit großer Dankbarkeit!

Und noch einmal zu unseren Fehlern, den Fehlern ‚des Westens‘: Ich fürchte ebenfalls, dass wir in den letzten 20 Jahren auch auf die Sicherheitsbedürfnisse Russlands zu wenig Rücksicht genommen haben. Ja, im Rückblick erkennen wir, dass der Westen eine Zeit lang offenbar zu unilateral gehandelt hat. Das muss und wird sich ändern! Umgekehrt kann ich nicht umhin zu konstatieren, dass auch die russische Politik nicht immer makellos war. Ich denke hier besonders an den Krieg in der Ost-Ukraine und an die nach wie vor ungeregelte Krim-Frage.

Aber die Lage ist zu ernst, um nach hinten zu schauen oder sich mit wechselseitigen Beschuldigungen aufzuhalten. Wir sollten statt dessen endlich gemeinsam nach Wegen Ausschau halten, um aus dieser fatalen Sackgasse herauszufinden!

Meine lieben Zuschauerinnen und Zuschauer in der Russischen Föderation, es schmerzt mich sehr, dass die Beziehungen zwischen unseren Völkern, die sich nach dem Ende des Kalten Krieges so hoffnungsvoll entwickelt hatten, in der letzten Zeit eine so tragische Wendung genommen haben. Lassen Sie uns alles dafür tun, dass unsere Völker 100 Jahre nach dem Ausbruch des I. Weltkrieges und 70 Jahre nach dem Ende des II. Weltkrieges nicht noch ein drittes Mal in eine Katastrophe taumeln! Lassen Sie uns vielmehr wieder an die noch gar nicht so lange zurückliegenden Zeiten anknüpfen, als ausgerechnet wir Deutschen bei Ihnen, den Russen, eines der beliebtesten Völker waren!

Wir Deutschen haben noch gut im Gedächtnis, dass es in den Achtziger Jahren die damalige sowjetische Administration war, die mit einer Reihe einseitiger Maßnahmen das entscheidende Startsignal zum Sieg über die Logik des Wettrüstens gesetzt hat. Diesmal ist es daher an uns, den ersten Schritt zu tun! Ich freue mich sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass die deutsche Bundesregierung als ersten einseitigen Schritt folgendes beschlossen hat: Ab sofort werden wir für alle Studierenden des postsowjetischen Raumes Visafreiheit für die Bundesrepublik Deutschland einführen! Diese Maßnahme gilt bedingungslos und ist zeitlich unbefristet. – Liebe Studentinnen und Studenten, auch bei uns in Deutschland gibt es ausgezeichnete Hochschulen.

Wenn Sie mögen, kommen Sie zu uns, lernen Sie unser Land kennen, schließen Sie Freundschaften! Deutschland steht Ihnen offen, Sie sind herzlich willkommen! Es ist meine feste Überzeugung: Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass Russen und Deutsche, die viele schreckliche Zeiten, aber noch längere Zeiten fruchtbarer Kooperation miteinander verbinden, nicht noch weiter auseinanderdriften!

Als Kanzlerin des wiedervereinten Deutschland versichere ich hiermit Ihnen, dem russischen Volk, dass die Bundesregierung alles in ihrer Macht stehende tun wird, damit diese unglückliche Entwicklung nicht nur gestoppt, sondern umgekehrt wird. Ich setze mich daher nachdrücklich für die Wiederbelebung des Petersburger Dialoges ein. Außerdem wird die Bundesregierung als weitere bedingungslose Vorleistung die bereits bestehenden Partnerschaften zwischen deutschen Städten und Städten im postsowjetischen Raum ab sofort mit einer Summe von 20 Millionen Euro jährlich fördern. Die Menschen unserer beiden Völker dürfen sich nicht noch weiter voneinander entfernen, sie dürfen sich nicht noch weiter voneinander entfremden!

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Russischen Föderation,

lassen Sie uns aber dabei nicht stehen bleiben! Lassen Sie uns vielmehr zurückgreifen auf eine kühne Vision, die in den Achtziger Jahren von der damaligen sowjetischen Administration entwickelt wurde: Die Vision unseres „Gemeinsamen Hauses Europa“! – Leider muss ich an dieser Stelle ein drittes Mal von unseren Fehlern, den Fehlern ‚des Westens‘ sprechen – und dabei schließe ich auch mich persönlich mit ein: Statt auf die zahlreichen russischen Offerten der beiden letzten Jahrzehnte einzugehen, haben wir Europa bis jetzt ohne Russland gebaut! Heute erkennen wir: Ohne Ihr großes Land, ohne Russland wird auch das Europäische Haus für immer eine „Bauruine“ bleiben!

Unser Dichter Bertolt Brecht hat einmal geschrieben:
„Wer A sagt, muss nicht B sagen – er kann auch erkennen, dass A ein Fehler war!“
Lassen Sie es uns in diesem Sinne jetzt besser machen! Lassen sie uns endlich das große „Gemeinsame Haus Europa“ bauen – und zwar von Lissabon bis Wladiwostok!

Meine lieben Zuschauerinnen und Zuschauer,

Sie alle kennen den großen russischen Dichter Fjodor Tjuttschew, der sich ja auch um die Übersetzung der deutschen Dichter Goethe, Schiller und Heine verdient gemacht hat. Und Sie wissen vermutlich, dass Fjodor Tjuttschew eine Zeit lang in die Deutsche Amalie von Lerchenberg verliebt war, die vor 160 Jahren ein Waisenhaus für die Kinder des Krimkrieges gegründet hat. Und natürlich kennen Sie alle den berühmten Satz „В Россию можно только верить!“ (An Russland muss man einfach glauben). Erlauben Sie mir, dass ich diesen Satz für unsere aktuelle Situation etwas abwandele. Lassen Sie uns alle auch an Europa, genauer: an unser „Gemeinsames Haus Europa“ glauben! Lassen Sie uns wieder zu einer Zusammenarbeit zurückfinden, die sich gegen niemanden richtet: Nicht gegen die Menschen in der Ukraine, nicht gegen die Menschen in Polen und nicht gegen die Menschen im Baltikum! Nicht gegen die USA und nicht gegen China! Gegen niemanden!

Ich bin sicher: Unsere gemeinsamen Interessen als europäische Nationen sind viel größer als unsere momentanen Differenzen! Als verantwortliche Politikerin werde ich mich mit aller Kraft für eine neue OSZE-Konferenz einsetzen, die spätestens in einem Vierteljahr stattfinden soll. Dort sollten wir nicht nur mit der Deeskalation beginnen und auch bei der Konzeption einer neuen Entspannungspolitik nicht stehen bleiben. Wir sollten einen mutigen Schritt weiter gehen: Nun ist die Zeit reif, die Spaltung Europas vollständig zu überwinden!

Lassen Sie uns endlich anfangen, die kühne Vision unseres „Gemeinsamen Hauses Europa“ zu verwirklichen! Ein Haus, in dem – wie damals beim Elsass – die Frage, welches Territorium zu welchem Land gehört, immer mehr an Brisanz und Relevanz verliert. Von Lissabon bis Wladiwostok! Wenn wir alle dies ernsthaft und gleichberechtigt anstreben, wenn wir alle Energie nicht mehr in eine weitere Eskalation, sondern auf die Verwirklichung dieser großen gemeinsamen Vision richten, dann werden wir nicht nur aus der gegenwärtigen fatalen Sackgasse herausfinden. Wir werden vielmehr diese schwere Krise genutzt haben, um unseren Kontinent, um uns, unsere Kinder und Kindeskinder vor weiteren schrecklichen Krisen und Kriegen zu bewahren. Wir werden Europa endlich in einen Kontinent des Friedens verwandelt haben. Und wir werden schließlich den Beweis erbracht haben, dass wir alle tatsächlich in der Lage sind, aus der Geschichte zu lernen!

Denn bei diesem Projekt kann es zum Glück nur „Sieger“ geben!
Lassen Sie uns gemeinsam anfangen!
Jetzt!
In diesem Sinne wünsche ich uns allen:
„Мирное будущее в нашем ‚Общем Доме Европа‘!“ (Eine friedliche Zukunft in unserem ‚Gemeinsamen Haus Europa!)
Quelle: RT-Deutsch

Kommentare

ronja
Niemals werden wir das aus dem Mund der amerikanischen Marionette hören! Schade eigentlich!

Schreiber
Jürgen;: Es ist eine Parodie. Dies Rede würde Frau Merkel gar nicht reden dürfen, sonst würde sie am nächsten Tag von den USA abgesetzt werden. Darum, kann man nur hoffen das es nicht noch schlimmer wird.

Heidi
mal Gratulation zu diesem Beitrag -fiktive Botschaft- .Genauso ist es. z.Zt. werden überall Gedenk-Kränze niedergelegt. Doch fehlt mir langsam der Glaube, dass der WESTEN ernsthaft daran arbeitet – allen voran die USA- eine gute Zusammenarbeit mit Russland zu forcieren. Es ist wirklich lobenswert, dass sich die russische Regierung nicht provozieren lässt. Aber die Hardliner der US-Regierung werden immer und immer wieder Unfrieden mit subtilen und auch offensichtliche Methoden zu stiften. Langsam reicht es.


Sonntag, 3. Mai 2015

Odessa: Aktivisten verfolgt, ihre Demos verboten, aber Rechtsradikale dürfen marschieren - freundlich finanziert von den EU-Steuerzahlern

Thema: Odessa
RT-Deutsch
Jahrestag des Massakers von Odessa:
Aktivisten verfolgt, ihre Demos verboten, aber Rechtsradikale dürfen marschieren


Foto: Quelle: Ruptly
Heute jährt sich das Massaker im Gewerkschaftshaus von Odessa am 2. Mai 2014. Gendenkveranstaltungen wurden „zum Schutz der Bevölkerung“ von ukrainischen Behörden verboten, zugleich aber die Gegendemonstration des Rechten Sektors erlaubt. RT Deutsch berichtet von vor Ort.

Die Aktivisten-Gruppen vor Ort, die seit einem Jahr versuchen Druck auf die Behörden auszuüben, um zu einer strafrechtlichen Aufarbeitung des Massakers zu kommen werden regelmäßig drangsaliert. Festnahmen, Verschwindenlassen und Einschüchterungsversuche scheinen an der Tagesordnung.

Erst heute sprach RT Deutsch mit einer 60-jährigen Frau, die Angehörige im Gewerkschaftshaus verloren hatte und sich seitdem in einer Gruppe engagiert, die die Aufklärung des Massakers fordert. Gegenüber RT Deutsch erzählte sie, wie sie am gestrigen Abend Besuch vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU bekommen hatte. In aggressivem Ton soll sie nach ihren Verbindungen und Motiven für ihr Engagement befragt worden sein und ihr wurde mehr oder weniger unverhohlen gedroht, falls sie „damit weitermachen“ sollte.

Auch lesen: “Wir wissen wer die Mörder sind“ – Demo vor ukrainischer Botschaft wegen Odessa-Massaker
Zahlreichen jüngeren Odessa-Aktivisten wird nicht nur gedroht. Bis zu 35 befinden sich laut Angaben der Organisationen die sich die Aufklärung des Brandes auf die Fahne geschrieben haben, seit Monaten, oft ohne richterlichen Beschluss, in „Sicherheitsverwahrung“, die zudem in vielen Fällen ohne Angabe von Gründen alle zwei Monate verlängert wird.

Ermittlungsuntersuchungen werden bewusst verschleppt, indem regelmäßig die für den Fall verantwortlichen Richter und Staatsanwälte ausgewechselt werden, dies berichten gegenüber RT Deutsch übereinstimmend zahlreiche Aktivisten und Angehörige, die alle aus Angst vor Repressionen anonym bleiben wollen.

Von der scheinbaren Einseitigkeit der Behörden konnte sich RT Deutsch vor Ort selbst ein Bild machen. Die anlässlich des Jahrestages des Odessa-Massakers einberufene Pressekonferenz der Aktivisten wurde kurzerhand von der Stadtverwaltung ebenso verboten, wie die geplante Demonstration, da bei beiden Aktivitäten „Musik und Mikrofone“ genutzt werden sollten. Im Vorfeld war anscheinend die Nutzung von „Musikanlagen und Mikrofonen“ untersagt worden.

Dies geschehe laut den ukrainischen Behörden „zum Schutz der Bevölkerung“. Dem gingen zahlreiche Festnahmen voraus, darunter auch ein 18-jähriger, der der Rädelsführerschaft in einem “Separatistenring” angeklagt wurde.

Der SBU gab in diesem Zusammenhang am Freitag bekannt:
“Es ist uns gelungen einen Separatistenring, bestehend aus ehemaligen Polizisten, pro-russischen Kulikowo-Aktivisten sowie Kriminellen zu sprengen und festzunehmen.”
Die gleichzeitig stattfindende Gegendemonstration des ukrainischen Rechten Sektors und der rechtsradikalen Swoboda-Partei wurde jedoch im Gegenzug ohne weitere Auflagen erlaubt.

Aus der gesamten Ukraine sollen 3.000 Polizisten und Spezialkräfte nach Odessa gebracht worden sein, um für „Ruhe und Ordnung“ zu sorgen.

Der Ort des Massakers, das Gewerkschaftshaus von Odessa, soll nach dem Willen des Gouverneurs von Odessa, Igor Palitsa, entweder das Hauptquartier der ukrainischen Marine oder ein Militärkrankenhaus werden. Dies gab er am heutigen Samstag in einer Pressekonferenz bekannt.
Quelle: RT-Deutsch


Montag, 23. Februar 2015

Schon wieder - Propagandamärchen aus Kiew in der ARD

Thema: Jahrestag des Maidanmassakers

Die öffentlich-rechtlichen Propaganda-Medien feuern wieder aus allen Rohren. Zum Jahrestag der Schüsse auf dem Maidan in Kiew verbreiten die sogenannten Journalisten der ARD folgende altbekannte Lüge: Der Russe war's. - Eine Berichterstattung die nicht nur der Realität spottet, sondern die obendrein eine Verhöhnung der Opfer darstellt.


Screenshot vom Video
Von Propagandaschau

Zum Jahrestag des Massakers auf dem Maidan, zur Aufklärung dessen Hintergründe die Strippenzieher selbst, die heute an der Macht sind, aus verständlichen Gründen nichts beitragen wollen, präsentiert die ARD eine neue hanebüchene Propagandageschichte aus dem Hause Poroschenko, die nicht nur der Realität spottet, sondern die obendrein eine Verhöhnung der Opfer darstellt.

Es ist grotesk und selbsterklärend, dass es bis heute keinerlei ernsthafte Ermittlungen im Fall der Schüsse auf Demonstranten und Sicherheitskräfte gibt. Es ist DAS Schlüsselereignis des militanten Putsches. Es waren augenscheinlich nicht die Demonstranten, die Janukowitsch zur Flucht veranlasst haben. Die haben seit Wochen demonstriert und auch wenn sie zeitweise zahlreich waren, so repräsentierten sie niemals auch nur annähernd die Mehrheit des 44-Millionen-Volkes. Der gewaltsame Putsch, den all jene im Westen, die heute lauthals angebliche Rechtsverstöße der Separatisten oder Russlands anklagen, als demokratische Revolution verbrämen, dieser gewaltsame Putsch fand in den Stunden der Schießerei auf dem Maidan statt und die Eskalation, die offene, gewaltsame Bedrohung des Lebens Janukowitsch’, geht auf das Konto einer Bande von Mördern.

Es wurde also alles unternommen, um die Hintergründe dieses Massakers – gegen großen Druck aus der Bevölkerung – zu vertuschen. Ein Interesse daran können nur die Täter und ihre Hintermänner selbst haben.

Horst Kläuser, Foto: WDR
Golineh Atai, Foto: Screenshot
Auch wenn die Namen der Täter nicht bekannt sein mögen: die Intention ihrer Taten, das Ergebnis ihrer Taten und der Unwille der heute regierenden Junta, diese Taten aufzuklären, sind unzweifelhafte Indizien, wer da gemordet hat und jetzt geschützt wird. Gäbe es auch nur halbwegs ernsthafte Gründe, zu glauben, es wären die ukrainischen Sicherheitskräfte gewesen, die für das Massaker verantwortlich sind, die heutige Junta hätte – unterstützt von der EU – einen öffentlichen Prozess abgehalten. Weil die Schüsse aber aus Kreisen der Putschisten kamen, gibt es keinerlei ernsthafte Ermittlungen, die EU schweigt die Morde tot und die sogenannte “Übergangsregierung” setzte nach dem Putsch einen Generalstaatsanwalt ins Amt, dessen faschistische Herkunft auf eine Nähe zu den Tätern schließen lässt.

Um diese alles andere als komplizierten Erwägungen zu konterkarieren, hat sich der Maidan-Oligarch und heutige Präsident Poroschenko eine neue wirre Geschichte ausgedacht, die von den sogenannten Journalisten der ARD nur allzu gerne aufgenommen und verbreitet wird:

“Der Russe war’s!”

Es spottet jedem Verstand, aber es ist offensichtlich nicht zu irre, als dass es die Berufslügner Horst Kläuser vom WDR und Golineh Atai in der tagesschau, den deutschen Zuschauern nicht als neueste “Erklärung” unterjubeln könnten. Schließlich hat man seit Monaten schon andere, wahnwitzige und unbelegte Geschichten von russischen Panzerbataillonen in die Welt gelogen, da macht eine weitere krude Lügengeschichte den Braten auch nicht mehr ungenießbarer.

Noch mehr zum Thema lesen Sie hier: https://propagandaschau.wordpress.com/


Dienstag, 13. Mai 2014

Qualitätsjournalismus? - Mainstreammedien machen sich nur noch lächerlich

Thema: Russlands Feiertag, der 9. Mai

In Moskau wurde am 9. Mai eine Militärparade abgehalten.
An der Parade 2010 nahm die deutsche Kanzlerin teil und die deutschen Medien tun jetzt gerade so, als sei die Parade ganz neu und solle provozieren.
Darf man sämtliche, zukünftige Berichterstattung über Russland in deutschen Medien nur noch als Satire auffassen?

Dazu erst einmal Wikipedia:
Der Tag des Sieges, 9. Mai, ist ein gesetzlicher Feiertag in Russland, Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Georgien, Montenegro und der Ukraine.


9. Mai 2010 vor dem Kreml Foto: commons
Am 9. Mai 2010 wurde der 65. Jahrestag des Sieges in großem Format gefeiert. Erstmals nahmen auch britische, französische und US-amerikanische Truppen an der Moskauer Parade teil, weiterhin Abordnungen aus osteuropäischen Staaten, die mit den Alliierten gekämpft hatten.

Auf Seiten der Russischen Streitkräfte marschierten 10.500 Soldaten auf, teilweise in historischen Uniformen. Es war damit die größte Parade in Moskau seit 1945. In 71 weiteren russischen Städten fanden ebenfalls Paraden statt, insgesamt waren etwa 100.000 Soldaten daran beteiligt.
An militärischem Gerät wurden 159 verschiedene Kampffahrzeuge und 127 Luftfahrzeuge präsentiert.

Die Parade wurde weiterhin von einer Anzahl hochstehender internationaler Würdenträger und Politiker besucht, darunter die Staatsoberhäupter Bronisław Komorowski aus Polen und Hu Jintao aus China. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel war erneut ein deutscher Regierungschef anwesend, sie verfolgte die Parade neben Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin sitzend. Der erste Besuch eines Bundeskanzlers zur Siegesparade auf dem Roten Platz fand im Jahr 2005 durch Gerhard Schröder statt.

Spiegel-online:
Militärparade in Moskau: Putin feiert Sieg über Nazi-Deutschland
Russland begeht den wichtigsten Feiertag des Jahres - das 69. Jubiläum des Sieges über Nazi-Deutschland. Inmitten der Ukraine-Krise nutzte Präsident Putin die Militärparade als Demonstration der eigenen Stärke.
Moskau - Die russische Hauptstadt erlebte eine Militärparade der Superlative: 11.000 Soldaten, 151 Einheiten schwerer Militärtechnik und 69 Kampfflugzeuge und Hubschrauber nahmen an der Waffenschau teil.

Was will uns Spiegel-Online damit sagen? War das wirklich eine Militärparade der Superlative, wenn bereits die Parade 2010 größer war? Haben sie vielleicht gehofft, dass sich niemand mehr an 2010 erinnert?

Stern:
Putin fährt für Mütterchen Russland auf
Während die Ukraine um ihre Zukunft ringt, lässt Putin gewaltige Militärparaden abhalten. Russland feiert: das Ende des Zweiten Weltkriegs, das Militär - und sich selbst.

FAZ:
Russland am Tag des Sieges
Putin provoziert den Westen mit Besuch auf der Krim
Erstmals seit der Annexion der Schwarzmeerhalbinsel besucht der russische Präsident die Krim. Am Tag des Sieges über Nazi-Deutschland nahm er dort eine Truppenparade - wie schon am Morgen in Moskau, wo tausende Soldaten an Putin vorbeizogen.

Das seriöseste was zu finden war:
Postillon
Pfui! 
Hinterhältige Russen wagen es, wie jedes Jahr eine Militärparade abzuhalten

Ist das Qualitätsjournalismus oder schreiben die Journalisten nur was die Regierung wünscht?
Ist es dem duckmäuserischem Verhalten gegenüber den USA geschuldet oder denken die Chefredakteure wirklich so?
Ich verzichte darauf, die Zeitung mit den vier großen Buchstaben zu nennen. In einem Beitrag, in dem das Wort "Qualitätsjournalismus" vorkommt, verbietet sich das von selber.

Werte Journalisten,
wie fühlt sich das an, wenn man etwas mit den eigenen Sinnen erfasst, es deutet, aber auf Zuruf seine Wahrnehmungen verleugnen und das genaue Gegenteil schreiben muss?
Frustrierend?
Können wir Gott danken dass ihr "nur" Journalisten und keine Notärzte seid?