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Sonntag, 20. Juli 2014

CSU will keine weitere Aufklärung im BayernLB-Prozess

Thema: BayernLB

BayernLB-Prozess: CSU will keine weitere Aufklärung

Der Chef der Banken-Lobby, Michael Kemmer, und weitere Ex-Vorstände der BayernLB dürfen auf ein rasches Prozess-Ende hoffen: Der wegen Untreue-Verdachts angestrengte Prozesse könnte schon bald mit einem Deal enden. Vor allem die bayrische Landespolitik hat kein Interesse an einer weitere Aufklärung, weil ihre Rolle damals mehr als dubios war. Der Vorteil der Politik: Die Staatsanwälte sind weisungsgebunden und müssen tun, was der Justizminister von ihnen verlangt. 
 
Im Untreue-Prozess gegen den Chef-Lobbyisten des Bundesverbands deutscher Banken, Michael Kemmer, und weitere Ex-Vorstände der BayernLB können die Angeklagten auf ein glimpfliches Ende hoffen. Die Staatsanwaltschaft München und die Verteidigung wollen einen möglichen Deal über eine Einstellung des Gerichtsverfahrens ausloten, wie mehrere Prozess-Beteiligte Reuters am Samstag sagten. „Die ersten Sondierungsgespräche sollen in der zweiten Wochenhälfte beginnen“, sagte einer der Insider.

Von der Staatsanwaltschaft war am Samstag keine Stellungnahme zu erhalten. Sie beschuldigt den heutigen Bankenverbands-Geschäftsführer Kemmer und fünf seiner früheren Vorstandskollegen, sie hätten die Hypo Alpe Adria 2007 blindlings gekauft und damit Geld der Bayerischen Landesbank veruntreut (mehr hier).

Die Staatsanwaltschaft wäre im Fall eines Deals die Verliererin: Denn die Bank-Manager haben kein Interesse an einer weiteren Aufarbeitung. Vor allem aber die CSU will die Sache so schnell als möglich unter den Teppich kehren. Schließlich war es der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber, der ein besonderes Interesse am Erwerb der HGAA hatte. Die Website landesbankskandal.de, die sich mit der Aufarbeitung des Falls beschäftigt schreibt im Profil des Ministerpräsidenten:

„Edmund Stoiber
War zum Zeitpunkt des Erwerbs der maroden Bank Ministerpräsident; jetzt weiß er von nichts. Dabei hätte die Geschichte vermutlich einen anderen Verlauf genommen, wenn der Ministerpräsident sich nicht aktiv in den Erwerb der Hypo Group Alpe Adria eingemischt hätte. Denn die kroatische Nationalbank hätte das Geschäft beinahe platzen lassen, weil sie der Übernahme der HGAA durch die BayernLB ihre Genehmigung verweigerte. Erst nachdem Stoiber der Republik Kroatien öffentlich mit Konsequenzen gedroht und bei Premierminister Ivo Sanader interveniert hat, hat die Nationalbank – gegen teure Auflagen- nachgegeben. Sanader hat umgehend den Bayerischen Verdienstorden verliehen bekommen. Auf diese Weise hat Stoiber die BayernLB tatkräftig darin unterstützt, das Geld der Bayerischen Steuerzahler ins Casino zu tragen.“

Die Kärntner Bank entpuppte sich als marode und wurde 2009 von Österreich notverstaatlicht – ein Milliardendesaster für die Steuerzahler in Bayern und Österreich (mehr hier). Die Angeklagten haben eine wirtschaftliche Fehlentscheidung eingeräumt, aber strafbare böse Absichten bestritten. Die Verteidiger streben Freisprüche an.

Ob es nun zu einer Einigung komme, beispielsweise zu einer, werde sich frühestens im Laufe des Sommers zeigen, sagte ein beteiligter Jurist: „Wir stehen erst ganz am Anfang.“ Zuvor hatte die SZ von Plänen der Staatsanwaltschaft berichtet, bei einem Deal den Untreuevorwurf gegen alle Angeklagten fallenzulassen und lediglich die Ex-Vorstände Werner Schmidt und Rudolf Hanisch wegen Korruption zu belangen. In Verteidigerkreisen hieß es nun allerdings, es sei auch fraglich, ob der Korruptionsvorwurf haltbar sei.

In dem seit mehr als fünf Monaten andauernden Prozess tat sich die Staatsanwaltschaft zunehmend schwer, Beweise für den Untreuevorwurf zu präsentieren. Zahlreiche Zeugen bescheinigten den Angeklagten beste Absichten und eine gewissenhafte Vorbereitung des Kaufs. Auch die Auffassung der Ankläger, Sponsoringgelder der BayernLB für ein Kärntner Fußballstadion seien als Bestechung des früheren Kärntner Regierungschefs Jörg Haider zu werten, wurde von mehreren Zeugen zurückgewiesen. Zuvor hatte eine Zeugin der BayernLB-Tochter DKB die Ex-Vorstände der BayernLB schwer belastet (mehr hier).

Zuletzt hatten zwei andere große Prozesse um die Rolle deutscher Landesbanken in der Finanzkrise gezeigt, dass kostspielige Fehler von Bankmanagern nicht zwangsläufig strafbar sein müssen. Im April stellte das Landgericht Stuttgart das Verfahren gegen frühere LBBW -Vorstände wegen angeblicher Bilanzfälschung gegen Geldauflagen ein, nachdem sich mehrere Anklagepunkte in Luft aufgelöst hatten. Anfang Juli sprach das Landgericht Hamburg frühere HSH-Vorstände vom Vorwurf der Untreue frei (mehr hier). „Das Signal, das von Hamburg ausgegangen ist, ist nicht ganz unbedeutend“, sagte nun ein Jurist aus dem BayernLB-Prozess.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN



» der Kommentar des Blogschreibers «

Kann man sich das vorstellen?
Ausgerechnet die wollen in eigener Sache keine Aufklärung, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf andere zeigen?
Gerade in Bayern würde es einmal Zeit die Spezln-Wirtschaft in Zusammenhang mit der speziellen Rechtsauslegung mal etwas näher zu beleuchten und an die Öffentlichkeit zu zerren.
Wäre doch ganz interessant zu sehen, was auf einmal für lichtscheues Gesindel in Erscheinung tritt und wie weit die Selbstversorgung der Großkopferten auf Kosten der Allgemeinheit schon vorangeschritten ist.


Kommentare

jay twelve sagt:
Weil Gott auf eine Erkundungsreise in fernen Galaxien war, machte sich Luzifer in seinem Bett bequem und träumten von einem Alpenland, von weisungsgebundene Justiz, wo die CSU das Sagen hat.
Geträumt-getan, extra für Edmund Stoiber nach Maß, verschenkte man Milliarden den Kriminellen zum Fraß.
Was man in Bonn gepflanzt hatte, in Berlin zum Blühte brachte, darf in München geerntet und gegessen werden. Eine Christlich-Soziale Geste der Hingabe war es alle mal.
Darf es einen “Staatsanwalt” bei einer GmbH & Co. KG geben, wenn kein “Staat” existiert? Warum nicht? Vatikan ist eine AG mit Null Haftung seit 1650 Jahren und niemand stört sich daran.

Samstag, 24. Mai 2014

Panzer-Deal: Schmiergeld-Verdacht gegen SPD-Politiker

Thema: Verdacht der Bestechung

Der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann hat im vergangenen Jahrzehnt für fast zwei Milliarden Euro Leopard-2-Panzer und Panzerhaubitzen nach Athen verkauft. Zwei ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete sollen dafür mehr als fünf Millionen Euro kassiert haben.

Der Rüstungskonzern soll den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Luuk und Heinz-Alfred Steiner zwischen 2000 und 2005 mehr als fünf Millionen Euro Schmiergeld gezahlt haben. Der Rüstungskonzern hat nach Vorwürfen der Schmiergeldzahlung eine Wirtschaftsprüfung veranlasst. So kam heraus, dass mehrere Millionen für Luuk und Steiner ohne einen nachvollziehbaren Verwendungszweck ausgezahlt wurden.

Der Konzern hat innerhalb der letzten zehn Jahre Leopard-2-Panzer und Panzerhaubitzen im Wert von fast zwei Milliarden Euro nach Athen verkauft. Für die Panzer-Deals sollen die beiden SPD-Politiker verantwortlich gewesen sein, berichtet die Süddeutsche. Zwischen 1980 bis 1990 war Luuk Mitglied im Deutschen Bundestag und stand in engen Kontakt mit Politikern, der damals regierenden sozialdemokratischen Partei Pasok in Griechenland. Steiner saß zwischen 1980 und 1994 im Parlament und war zeitweise Vizechef des Verteidigungsausschusses.

Bereits 2013 hatte ein früherer Rüstungsverkäufer gestanden bei den Panzer-Deals von griechischen Beratern des deutschen Konzerns bestochen worden zu sein. Die Athener Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den früheren Rüstungseinkäufer und weitere Verdächtige in Griechenland. Auch bei der Staatsanwaltschaft München I läuft gegen Ex-Mitarbeiter des Konzerns ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung. So sollen falsche Angaben bei den Zahlungen gemacht worden sein und als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt worden sein.

Der Konzern selbst dementiert die Zahlung jeglicher Bestechungsgelder und schweigt zuletzt. Als Konsequenz will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel künftig weniger Rüstungsexporte zulassen.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN

Kommentare

» der Kommentar des Blogschreibers «
Ich hatte doch tatsächlich geglaubt, das mit den weit offen gehaltenen Händen in großem Stil sei die Erfindung und das Privileg der CSU.
Gerade bei Waffengeschäften muss man aber schon besonders "cool" und abgebrüht sein, meinen einig Zeitgenossen. Das wollen sie denen, die nicht an den Trögen der Waffenindustrie sitzen, natürlich auch beweisen. Es ist parteiübergreifend und hat wohl nur mit der Gier und dem Charakter der betroffenen Personen aus Politik und Verwaltung zu tun.

Ach übrigens, so sieht man die Menschenrechte bei unseren, von der Europakanzlerin persönlich betreuten, Abnehmern von "Altmetall" aus den Häusern Rheinmetall und  Krauss Maffei Wegmann: Menschenrechte nach saudischem Verständnis.
Mit ihren Bemühungen in Abu Graib, Guantanamo und einigen anderen Orten auf der Welt, kommen die Freunde unserer Regierung diesem Verständnis von Menschenrechten doch schon ziemlich nah, oder?
Es muss sich um Altmetall handeln und nicht um Panzer. Der Export von Kriegswaffen in Krisengebiete ist nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz ja verboten. Einem Verstoss gegen das Gesetz würde doch unsere Bundeskanzlerin, und schon mal gar nicht der Vizekanzler zustimmen, oder vielleicht doch?


HeSchi sagt:
Die gesamten Parteien sind ein einziger Filz mit dubiosen Firmenverflechtungen, ob das CDU, SPD, Grüne oder Linke oder welche Partei auch immer ist.
Kein Wunder, dass Politik und Lobby total ineinander verwoben ist. Die Lobby will, die Politik führt aus, so sieht es doch aus. Es geht doch gar nicht mehr um die Menschen in diesem Land, sondern nur noch darum wie die Politiker ihre Pfründe aufbessern und ihre Posten in späteren Unternehmen sichern können. Das ist die Politik in der BRD GmbH.
Und die Bundeskanzlerin setzt sich mit ihren Freundinnen zusammen um zu bestimmen, was in den Medien gesagt oder geschrieben werden darf: Lügen, Lügen, Verschleierung!
http://www.freitag.de/autoren/soenke-paulsen/drei-freundinnen
http://www.nachdenkseiten.de/?p=8146

Wiewahr sagt:
Das mit den Zwangskauf der Quecksilberlampen war sicher auch nur ein Deal. Und mit dem Gen-Sch… ebenfalls.
Danke Sigmar.

rathals sagt:
Es ist immer wieder erschreckend, wie derartige charakterlose Typen durch die Mafiastrukturen der Parteien in hohe politische Ämter gelangen. Und die anderen “Kollegen” merken und hören nichts. Das zeigt, wie korrupt reibungslos das gesamte Parteiensystem funktioniert. Wenn man sich die sog. politische Elite genauer ansieht – Berufslügner, Funktionärstypen, 3.klassig Juristen, Staatsdiener -sucht man verzweifelt nach Persönlichkeiten mit erfolgreichem Berufsweg; also blüht die Korruption von oben geduldet unverändert weiter.

Dagmar sagt:
“Als Konsequenz will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel künftig weniger Rüstungsexporte zulassen.”
Ach, unser Erzengel hat die Weisheit doch mit dem Schaumlöffel gefressen. Die Konsequenz sollte eine gnadenlose Verfolgung mit anschließender, harter Bestrafung der Darsteller sein. Alles andere ist doch wieder Volksverarschung.

Ekkehardt Fritz Beyer sagt:
Spätesten nachdem ich las: - „Sigmar Gabriel will eigentlich die Rüstungsexporte beschneiden – und genehmigt ausgerechnet den Verkauf von Waffen an Saudi-Arabien oder Brunei, wo Menschenrechte immer wieder missachtet werden.“ –
http://www.derwesten.de/politik/brisante-zwischenbilanz-der-deutschen-ruestungsexporte-id9362893.html#plx1935364003 ,
dies dann mit den Erkenntnissen des DWN-Artikels vom 7.4.2013 http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/07/spd-gabriel-fordert-bundesweite-steuer-fahndungen/comment-page-2/ verband und mit den hier gegebenen Informationen zusammenfügte, war mir das Wesen unseres doch so sauberen Vizekanzler, seiner Parteioberen und damit der gesamten GroKo vollkommen klar!

Donnerstag, 2. Januar 2014

Schwere Vorwürfe gegen Krauss-Maffei Wegmann

Thema: Schmiergeld für deutsche Panzer?
28.12.2013, 11:36 Uhr | AFP | t-online

Schwere Vorwürfe: Beim Verkauf von 170 Panzern vom Typ Leopard 2 für insgesamt 1,7 Milliarden Euro aus Deutschland nach Griechenland soll nach Presseinformationen Schmiergeld geflossen sein. Ein ehemaliger Spitzenbeamter des Verteidigungsministeriums in Athen habe dies bei der dortigen Staatsanwaltschaft ausgesagt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).


Der Kampfpanzer Leopard 2 (Quelle: dpa)
Antonios Kantas, der im Ministerium von 1992 bis 2002 das Direktorat Rüstung geleitet hatte, legte demnach kurz vor Weihnachten ein umfassendes Geständnis ab. Er habe zugegeben, für Waffeneinkäufe aus Deutschland, Frankreich, Russland, den USA und Israel insgesamt acht Millionen Euro Schmiergeld kassiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft Athen wolle nun offenbar gegen zahlreiche weitere Verdächtige ermitteln.

1,7 Millionen Euro von Krauss-Maffei Wegmann?

Kantas war Mitte Dezember verhaftet worden, nachdem die Behörden auf Geheimkonten von ihm fast 14 Millionen Euro entdeckt hatten. Der frühere Spitzenbeamte räumte dem Bericht zufolge ein, dass das Vermögen aus Schmiergeld stammte, das er zinsbringend angelegt habe. Für das Panzergeschäft mit der deutschen Rüstungsfirma Krauss-Maffei Wegmann (KMW) habe er von einem griechischen KMW-Vertreter 1,7 Millionen Euro bekommen. Den Mittelsmann, der jetzt ebenfalls zu den Verdächtigen zählt, nannte Kantas laut "Süddeutscher Zeitung" mit Namen.

Krauss-Maffei Wegmann teilte auf Anfrage der Zeitung mit, man habe weder an Kantas noch an sonst jemanden "Schmiergeld gezahlt oder zahlen lassen". KMW verpflichte alle Mitarbeiter und Geschäftspartner, sich strikt rechtmäßig zu verhalten. Der Auftrag aus Griechenland sei sorgfältig überwacht worden. Der Kaufvertrag datiere vom 20. März 2003. Griechenland sei dabei nicht von Kantas vertreten worden, erklärte Krauss-Maffei Wegmann.

Für Ausschreibung zuständig

Nach den Erkenntnissen der Athener Ermittler soll der ehemalige Rüstungsdirektor allerdings zuvor für die Ausschreibung des Milliarden-Auftrags zuständig gewesen sein und so großen Einfluss auf die spätere Vergabe gehabt haben. Die 170 Panzer wurden Ende des vergangenen Jahrzehnts von KMW geliefert und sind inzwischen bis auf wenige zehn Millionen Euro bezahlt. Das Unternehmen KMW, das früher Kraus-Maffei hieß, hat über Jahrzehnte hinweg mehr als 5000 Leopard-Panzer gebaut und in zahlreiche Länder geliefert.

Kantas nannte dem Blatt zufolge bei seiner Vernehmung weitere Geschäfte mit deutschen Firmen, für die er Schmiergeld bekommen habe. Es sei dabei um die Modernisierung von U-Booten der Poseidon-Klasse durch die Unternehmen Rheinmetall und Atlas sowie um das Flugabwehrsystem Asrad von Rheinmetall gegangen. Rheinmetall gehört wie KMW zu den führenden deutschen Rüstungsfirmen.

Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt seit längerem wegen mutmaßlicher Bestechung griechischer Amtsträger durch Rheinmetall und Atlas bei Poseidon und Asrad. Im Zuge dieser Untersuchung war auch das Rheinmetall-Büro in Athen durchsucht worden. Dadurch kam die Staatsanwaltschaft Kantas auf die Spur.
28.12.2013, 11:36 Uhr | AFP | t-online

Schmiergeld: Manager von Rüstungskonzern KMW in Athen verhaftet Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 31.12.13, 02:29

In Athen wurde am Montag der für das Griechenland-Geschäft zuständige Manager der Rüstungsfirma Kraus-Maffei Wegman verhaftet. Der Vorwurf: Schmiergeldzahlungen an einen griechischen Beamten.

Der für Griechenland der deutschen Rüstungsfirma Kraus-Maffei Wegman (KMW) zuständige Manager Dimitris Papachristou wurde am Montag in Athen verhaftet.

Er wird von dem hochrangigen Beamten des griechischen Verteidigungsministerium beschuldigt, Schmierzahlungen an den Beamten gezahlt zu haben, berichtet Kathimerini. Der Beamte, Antonis Kantas, gab an, von KMW 750.000 Euro Schmiergeld für den Ankauf von 24 Selbsfahrer-Haubitzen von KWM erhalten zu haben. Das Geld wurde an eine deutsche und an eine Schweizer Bank überweisen, einen Teil soll Kantas in bar erhalten haben.

KMW ist auch wegen eines Verkaufs von 170 Leopard Panzern an die Griechen ins Gerede gekommen: Auch hier ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Schmiergeldzahlungen.

Das Unternehmen bestreitet, Kantas Geld überwiesen zu haben.

Erst kürzlich hatte der Vorstandsvorsitzende von KMW, Frank Haun, in einem Gastbeitrag für die Nachrichtenagentur Reuters gefordert, dass die EU den „gordische Knoten aus nationalem Eigensinn, Protektionismus und Geldmangel“ in der Rüstungspolitik durchtrennen müssen.

Haun schrieb:
    „Wir brauchen europaweit einheitliche Standards, Normen, Zertifizierungs- und Beschaffungsverfahren für militärisches Gerät sowie international abgestimmte Beschaffungszyklen. Das verkürzt Entwicklungszeiten und senkt Fertigungskosten. Wir brauchen drittens eine durchgreifende Marktöffnung: Der Staat sollte auf Aufsichtsratsfunktionen in Rüstungsunternehmen verzichten; der Staat sollte nichts konservieren, was in einer freien Wirtschaft untergehen würde; der Staat sollte sich nicht einmischen, wenn Unternehmen über Ländergrenzen hinweg ihre Potenziale zusammenführen wollen; der Staat sollte Marktkräfte nicht durch Kompensationsforderungen aushebeln. Gute Industriepolitik setzt auf Wettbewerb, nicht auf Intervention.“
Schöne Worte.

Weil jedoch der Staat der Kunde bei Rüstungsgütern ist, wäre es eigentlich noch einfacher, wenn sich alle Beteiligten einfach an Recht und Gesetz halten würden.

Schmiergeld-Zahlungen gehören nicht zu dem, was eine „freie Wirtschaft“ ausmacht.

So lange die Konzerne sich nicht an die Regeln halten, werden sie den Staat nicht loswerden.

Wer sich mit einem korrupten Staat gemein macht, wenn es um die Durchsetzung der eigenen Interessen geht, braucht sich nicht zu wundern, wenn sich statt der freien Wirtschaft eine unappetitliche, globale Komplizenschaft als Standard etabliert.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

» der Kommentar des Blogschreibers «

Was sagt denn die Wirtschafts- und Waffenexport- Kanzlerin dazu?
Ich denke Griechenland sei so gut wie konkurs und sie hat ihnen ein eisernes Spardiktat verordnet? Wie können sie da noch für 1,7 Milliarden Euro Panzer in Deutschland kaufen?

Oder galt wohlmöglich die Aufforderung zum Sparen nur den kleinen Leute aber nicht dem Waffenkauf in Deutschland? Alles was der deutschen Wirtschaft Profit bringt, ist immer erlaubt?
Oder ist gar Target2 um 1,7 Milliarden angewachsen?


Tomy76
Aber Spendengelder an unsere Parteien von allen großen Deutschen Konzernen ist ja keine Bestechung *haha*

annamax
nichts neues - alle hohen Beamten sind korrupt warum sollen das die hohen Angestellten bei der Firmen nicht sein??? passiert nichts wetten

Felix_H
Ich denke Deutschland hat gut an diesem Deal verdient. Vermutlich wesentlich mehr, als es zur Rettung der Griechischen Bevölkerung beigetragen hat. (Das gilt natürlich nicht für die Banken die diesen Deal abgewickelt haben.)

sulla
Diese Art von "Bestechung" ist international doch üblich. Braucht sich keiner was vorzumachen. Aber warum verkauft man einem Staat wie Griechenland eigentlich 170 Leopard 2? Verantwortungsvolles handeln hätte damals bereits gesehen, dass dieses Land sich solche Ausgaben gar nicht leisten kann!! Und die Perversion geht weiter, denn Athen muss auch heute noch sämtliche mit deutschen Rüstungsfirmen geschlossene Verträge zu 100% erfüllen. Macht so etwas Sinn?

Holzkiste
Die Griechen haben die 170 Panzer vom Typ Leopard 2 mit unseren deutschen Steuergeldern bezahlt. So wird einSchuh daraus

anetterpreuss
An T-online: Es geht hier um zwei Berichte. 1.CSU will gegen Armutsmigranten vorgehen und den Bericht über NSA - Aktivitäten laut US-Gericht legal. Diese und in der Vergangenheit verschiedene andere Artikel sind erschienen ohne einer Möglichkeit diese zu kommentieren.
Wie interessant ist das denn? Wieso habt ihr so ein Fracksausen hinter euren Schreibtischen ? Wir sind mündige Bürger , zahlen immer mehr Steuern, müssen uns mit immer schlechteren ärztlichen Dienstleistungen zu frieden geben.Das ist auch interessant !
Mich kotzt das doch hier bei Euch voll an, ich schätze mal das sich das auch im Neuen Jahr nicht ändern wird.

zugezogen
Also da die ganzen Ermittlungen von meinen Steuern bezahlt werden und betrügereien und Bestechungen mitterweile an der Tagesordnung sind und man nichts mehr anrüchiges daran findet (früher hat man Betrüger ganz schnell aufgeknüpft), würde ich vorschlagen, man belegt gleich jede Firma mit einer Abgabe 10 % vom Umsatz, dann ist das Ganze ohne Umwege und unnötige Kosten geklärt :-)