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Dienstag, 2. April 2019

Die ARD als Komplize beim Putschversuch in Venezuela

Thema: Venezuela

Dr. Gniffkes Macht um Acht:
ARD als Komplize beim Putschversuch in Venezuela

Die ARD begleitet widerspruchs- und kritiklos die völkerrechtswidrige Politik Washingtons und Berlins beim Versuch des Regime-Changes in Venezuela. So das Fazit die Medienexperten Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam nach Analyse der ARD-Berichterstattung zum Thema.

von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Der Zulauf zur vielgestaltigen Bürgerbewegung, die sich "Hände weg von Venezuela!" auf die Fahnen geschrieben hat, hält unvermindert an. Empörung herrscht darüber, dass sich US-Präsident Trump mit seinem "Raus aus Venezuela!" ein weiteres Mal über das Völkerrecht hinwegsetzt – auch die Androhung von Gewalt ist gemäß UN-Charta unzulässig – und dass die Bundesregierung fortgesetzt dabei assistiert. Dass die Redaktion ARD-aktuell als Schwester im rechtsverleugnenden Geiste jegliche kritische Berichterstattung über das kriegsgefährliche Treiben verweigert, geht einer wachsenden Zuschauerzahl auf die Nerven.

Soweit Tagesschau & Co. überhaupt aktuell über "Venezuela" berichten, entledigen sie sich dieser Pflicht in einer unauffälligen Nische ihres Internet-Angebots. In ihren Fernseh-Hauptausgaben findet die Thematik hingegen nicht statt. Zwar sind die Destabilisierungsversuche der CIA und generell die politische Aggression der USA gegen Venezuela nicht neu. Aber soweit die deutsche Bevölkerung Genaueres darüber weiß, erfuhr sie es nicht aus den korporierten Massenmedien. Schon gar nicht von Chefredakteur Dr. Gniffkes Qualitätsjournalisten-Garde in der Tagesschau-Redaktion.

Bereits im Juli 2017 hatte der damalige CIA-Direktor und heutige US-Außenminister Michael Pompeo sinngemäß erklärt: Die USA haben großes Interesse daran, sicherzustellen, dass ein "wirtschaftlich so fähiges Land wie Venezuela stabil" sei. Mit anderen Worten: nicht von Sozialisten regiert. Pompeo: "Wir arbeiten deshalb hart daran." Im Klartext: am Sturz der Regierung Venezuelas.

Dieser Hohn auf das Völkerrecht, die dreiste Einmischung in Angelegenheiten eines souveränen Staates, ausgesprochen vom Chef der CIA, fand in der Tagesschau keine Erwähnung. Bemerkenswert. Auf die politische Einseitigkeit, deren sich Deutschlands wichtigste Nachrichtenredaktion trotz ihrer Verpflichtung zu vollständiger und umfassender Information befleißigt, ist Verlass. Kritische Berichte über die "Freunde" unterbleiben.

Im venezolanischen Konfliktfall degenerierte die ARD-aktuell zur medialen Bühne, auf der sich die rechtsradikale CIA-Marionette Guaidó selbst zum Übergangspräsidenten aufblasen und inaugurieren lassen durfte. Gniffke und seine gleichgesinnten / gleichgeschalteten Kollegen in den deutschen Medienhäusern gaben den kriminellen Affenzirkus als nachvollziehbaren, quasi legitimen politischen "Machtkampf" gegen den gewählten Präsidenten Maduro aus.

Kein Wort ließ die Tagesschau über die Motive der seit zwei Jahrzehnten anhaltenden US-Aggression gegen Venezuela verlauten. Nichts darüber, dass in Venezuela kein Kampf "Demokratie vs. Diktatur" ausgefochten wird, sondern dass sich auch hier alles um ökonomische Interessen dreht:
Es geht hier vielmehr darum, dass die wohlhabende Klasse in Venezuela die Reformen von Chávez zugunsten der Armen nie akzeptiert hat. Es geht also um Verteilungsfragen, um die sozialpolitische Verfügung über die Einnahmen aus den reichen Ölvorkommen, um den bei erneuter Privatisierung zu befürchtenden Rückfall in die jahrhundertealte Marginalisierung der Unterschichten. Es geht um die Befürchtung, die rechte Oligarchie könne die Überbleibsel der Chávez-Revolution zerstören. Doch derartige Hintergründe sind in der Berichterstattung der Gniffke-Qualitätsjournalisten nicht vorgesehen."
In der Tat. Dort wird mit fragwürdigem Bildmaterial, Falschmeldungen, Halbwahrheiten und mieser Meinungsmache ein Bühnenbild gezimmert, in dem die von den USA erpresste und brutal sanktionierte Regierung Venezuelas und ihr Präsident Maduro als schurkische Führer eines heruntergewirtschafteten Landes figurieren sollen. Mit keiner Silbe wird hingegen über die mordenden Provokateure der Oberschicht berichtet, nichts wird über deren illegitimes Horten von wichtigen Gebrauchsgütern und ihren kriminellen Bruch der Versorgungsketten mitgeteilt; auch wird nicht darauf eingegangen und geklärt, warum das Militär nach wie vor verfassungstreu den Bestand des Staates und der Regierung Maduro garantiert – unbeirrt, trotz der wiederholten gesetzwidrigen Aufforderung Guaidós, zu meutern oder zu desertieren.

Die Halbinformationen der Tagesschau & Co. liefern keine rationale Erklärung dafür, warum die große Mehrheit der ärmeren Bevölkerung Venezuelas weiterhin loyal zu den Chávisten und zu Präsident Maduro steht, trotz der drastischen Verschlechterung ihrer Lebensverhältnisse. ARD-aktuell unterstellt indirekt und fälschlich, bei Maduros Wiederwahl im vorigen Jahr sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Die Redaktion geriert sich damit wie gewohnt als williges Agitations-Werkzeug der Merkel/Maas-Funktionselite, dient ihr als Tröte; die journalistische Unterstützung der Bundesregierung bedeutet in der Konsequenz auch Billigung und indirekte Unterstützung der verbrecherischen US-Außenpolitik.

Auf falsche beziehungsweise unterlassene Informationen angesprochen, flüchtet sich die Chefredaktion in niveaulos faule Ausreden. Als wir zum Beispiel in einer formellen Programmbeschwerde am 24. Mai 2017 bemängelten, dass zwar über Proteste der großbürgerlichen Opposition in Venezuela berichtet, im Gegensatz dazu aber Informationen über eine zeitgleiche Massendemonstration zugunsten der Regierung unterdrückt wurden, gab er zur Antwort:
Auch andere namhafte deutsche Medien gingen nicht darauf ein ... In einer kurzen Meldung wie dieser ist es uns nicht möglich, ausführlich alle Aspekte eines Themas zu beleuchten ...
Dass halbe Wahrheiten ganze Lügen sind, kümmert Dr. Gniffkes Qualitätsjournalisten nicht die Spur. Sie setzen absichtlich auf Desinformation, in vollkommenem Widerspruch zu den gesetzlichen Pflichten der ARD-aktuell, entgegen Vorgaben wie dieser:
Ziel aller Informationssendungen ist es, sachlich und umfassend zu unterrichten und damit zur selbstständigen Urteilsbildung der Bürger und Bürgerinnen beizutragen."
Ein gravierendes Beispiel für Pflichtverletzung stellt die Tagesschau-Berichterstattung über die Landung zweier russischer Militärtransportflugzeuge auf einem Flughafen bei Caracas dar. Auf tagesschau.de heißt es darüber:
In Venezuela sind russische Militärmaschinen mit 99 Soldaten und Dutzenden Tonnen Ausrüstung gelandet. Die Opposition kritisiert das scharf. Die Regierung Maduro spricht dagegen von einer normalen Militärkooperation."
Im Text findet sich zwar die formal richtige Wiedergabe des Geschehensablaufes. Was jedoch fehlte, waren konkrete Angaben über die objektiv gegebene Rechtsgrundlage des Militärtransports, einen bereits 2001 geschlossenen Vertrag zwischen Russland und Venezuela. Ersatzweise erwähnt tagesschau.de die Hinweise eines "Sprechers der russischen Botschaft", was den Vorgang jedoch unzulässig subjektiviert und die Rechtsgültigkeit der Vertragsgrundlage fragwürdig erscheinen lässt. So funktioniert eben subtile Fälschung...

Wichtigeres Versäumnis in diesem Fall ist allerdings, dass kein Wort über den politischen Kontext der russischen Militärtransporte nach Venezuela gesagt wird. Sie erfolgen als Unterstützung gegen die politische Aggression der USA, ein rund um den Globus spürbares Phänomen: Die USA unterhalten in 70 Prozent der Staaten dieser Welt Militärbasen. "America first!" Amerika über alles! Auch über das Völkerrecht: Donald Trump spricht nur unverblümt den kolonialherrschaftlichen Anspruch der militärischen Supermacht USA aus.

An diesem Punkt wird das vollständige Versagen der Tagesschau sichtbar. Während sie sonst, auch aus nichtigen Anlässen, mit Kritik an Trump nicht spart, beweist sie zuverlässig verschwiegenes Verständnis, sobald es um die Kriegstreiberei der USA geht.

Die Tagesschau verschweigt Motive und aggressive Methoden der Drahtzieher der Destabilisierung Venezuelas: Nichts davon, dass US-Außenminister Pompeo trotz der völkerrechtlich einwandfreien, 18 Jahre alten russisch-venezolanischen Militärkooperation seinen Außenministerkollegen Sergej Lawrow angerufen und gedroht hatte, dass
die USA und Länder der Region nicht tatenlos zusehen werden, wie Russland die Spannungen in Venezuela verschärft."
Dreist. Selbstverständlich unterließen es Dr. Gniffkes Qualitätsjournalisten auch, über die couragierte und bündige Antwort zu berichten, die der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza auf Pompeos Unverschämtheit hin gab: Es sei blanker
Zynismus, dass ein Land wie die USA mit mehr als 800 Militärbasen in der Welt, einem beachtlichen Teil davon in Lateinamerika, und einem wachsenden Militärbudget von mehr als 700 Milliarden Dollar"
sich in die militärtechnischen Kooperationsprogramme zwischen Russland und Venezuela einmische. Für "Spannungen" im Land sorge vielmehr die US-Regierung durch ihre
Drohungen mit Gewaltanwendung, die kriminelle Wirtschaftsblockade und die direkte Führung beim gescheiterten Putsch-Versuch." (ebd.)
Das von unseren Massenmedien – Gniffkes abgetakeltes "Flaggschiff" Tagesschau inklusive – verbreitete Propagandaszenario "Diktator Maduro gegen Demokrat Guaidó" und das Verniedlichen beziehungsweise Verschweigen der US-amerikanischen Rolle in dem Konflikt dienen der Täuschung des deutschen Zuschauers: Das Lügengewebe soll bemänteln, dass die Einmischung der USA allein das Ziel hat, den Zugriff US-gestützter Konzerne auf das venezolanische Öl zu ermöglichen und die Hegemonie der USA in ihrem Hinterhof zu sichern. Historische Ideen-Grundlage dafür ist die "Monroe-Doktrin" und deren Forderung "Amerika den (US-)Amerikanern".

Die agitatorisch-propagandistische Darstellung der Tagesschau gibt lediglich vor, dass es dem "Werte-Westen" um Demokratie und um das Wohlergehen der venezolanischen Bevölkerung gehe. Tatsächlich liegt jedoch der US-Politik die gleiche imperialistisch-militaristische Blaupause zugrunde wie schon ihren regionalen Kriegen der zurückliegenden 20 Jahre: gegen Jugoslawien, Irak, Somalia, Libyen, Syrien und Ukraine. Immer das gleiche Muster: funktionierende Staatswesen zerstören und chaotisieren, die sich dem US-Imperium nicht unterwerfen wollen. Nach Erlkönigs Motto:
Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt; Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.
Dass Russland – als Verbündeter Venezuelas – ganz offensichtlich nur versucht, die Reißleine zur Verhinderung einer völkerrechtswidrigen Intervention der US-Regierung zu ziehen, hat für Gniffke und Co. in diesem Propagandarahmen keinen Gebrauchswert. Trotz steigender Gefahr einer unmittelbaren militärischen Konfrontation zwischen den Atommächten USA und Russland. Mehr journalistische Ignoranz geht wirklich nicht.

Ein kurzfristig anberaumtes Treffen in der italienischen Hauptstadt zwischen dem "Sonderbeauftragten der USA" für venezolanische Angelegenheiten, Elliot Abrams, und dem stellvertretenden russischen Außenminister Sergej Rjabkow diente einem unverblümten Meinungsaustausch über die Situation in Venezuela. Auch von dieser Zusammenkunft berichte die Tagesschau nichts.

Abrams ist, wie man inzwischen weiß, kein gewöhnlicher Diplomat. Er ist ein Regime-Change-Spezialist mit krimineller Vergangenheit, verurteilt wegen Unterstützung terroristischer Operationen, insbesondere während der berüchtigten Iran-Contra-Affäre zur Destabilisierung Nicaraguas in den 1980er Jahren. Ein verurteilter Verbrecher, auf freiem Fuß nur dank eines präsidialen Gnadenaktes. Seine Ernennung durch Präsident Trump unterstreicht die kriminelle Energie in Washingtons Vorhaben, den Regimewechsel in Caracas zu erzwingen.

Viele Einzelheiten des Gesprächs in Rom wurden nicht bekannt. Als sicher gilt jedoch, dass Rjabkow seinem Gegenüber Abrams unmissverständlich die Grenzen aufzeigte: Moskau dulde keine US-amerikanische Militärintervention in Venezuela. Russlands rote Linie: Das Völkerrecht, die Souveränität der Nationen und internationales Vertragsrecht sind zu achten, wie es Moskau bereits in Bezug auf Syrien vorgeführt hat.

Es liegt nahe, dass die Landung russischer Offiziere in Caracas den US-Abenteurern vor Augen führen sollte, wie entschieden Russland sich gegen eine militärische US-Intervention in Venezuela stellt. Journalistischer Qualitätsnachweis: Gniffke und sein Propaganda-Institut bemerkten das nicht oder wollten es nicht bemerken, jedenfalls verschwiegen sie die Nachrichten über das Treffen in Rom komplett.

Der ARD-aktuell liegt es eben fern, den beabsichtigten Beutezug der USA in Venezuela medial zu problematisieren. Sie assistiert vielmehr der USA-hörigen Bundesregierung. Unübersehbar wurde das an der Art, wie sie dem perplexen Zuschauer als bare Selbstverständlichkeit verkaufte, dass Außenminister Heiko Maas den selbsternannten Gegenpräsidenten Guaidó diplomatisch anerkannt hatte. Die Hamburger Qualitätsjournalisten unternahmen keinen Versuch, diese politische Absurdität gründlich auszuleuchten.

Maas, der größte Außenminister aller Zeiten, ignorierte das Völkerrecht. Er missachtete den Grundsatz, nur Staaten, nicht Personen diplomatisch anzuerkennen. Er setzte sich darüber hinweg, dass Guaidó sich nicht nur nach venezolanischen, sondern international gültigen und auch nach deutschen Rechtsnormen strafbar gemacht hatte: Landesverrat (Umsturzplanung mit militärischer Unterstützung ausländischer Regierungen, hier der USA und Kolumbiens), Hochverrat (gewaltsamer Umsturzversuch vom Inland aus), Aufforderung an die Armee zur Meuterei, Aufforderung an die Truppen zur Desertion, unerlaubter Zugriff auf venezolanische Guthaben im Ausland, unerlaubter Grenzübertritt, Anstiftung zur gewaltsamen Grenzverletzung vom Ausland aus, Amtsanmaßung. Guaidós widerrechtliche und strafwürdige Aktivitäten benennen und problematisieren, das wäre seriöser Journalismus gewesen.

Aber die ARD-aktuell-Redaktion bot nichts dergleichen. Sie ließ keinen Verdacht aufkommen, dass es sich bei der willfährigen und schändlichen "Anerkennung" um eine deutsche Tributleistung gehandelt haben könnte: ein Gegengeschäft für Präsident Trumps Verzicht, Strafzölle auf deutsche Autoexporte zu erheben. Sie versuchte stattdessen, mit Katastrophenberichten aus Venezuela auf die Tränendrüsen des Publikums zu drücken. Dazu dienten Informationen über das angeblich massenhafte Kinderleid. Die Stichworte zu den venezolanischen Horrorszenarien stammten allerdings aus den Kampagnen des Möchte-Gern-Präsidenten Guaidó:
Seit 24 Stunden funktioniere nichts mehr, schimpft Karolina Vera, eine Enddreißigerin mit Kleinkind an der Hand. ‚Seit gestern ist der Strom weg,’"
lassen unsere großartigen ARD-Qualitätsjournalisten eine opportune Zeugin schimpfen; sie geben damit einer emotionalen Einzelstimme Raum, anstatt selbst sachlich zu berichten. Der Zweck immer der gleiche: Stimmungsmache gegen Venezuelas Regierung.

Seriöser Journalismus zeichnet sich durch Unparteilichkeit, Vollständigkeit und Kontinuität in der Krisenberichterstattung aus. Von derart zuverlässigem Nachrichtenangebot ist die Tagesschau meilenweit entfernt. Sie unterschlägt nur allzu oft Wesentliches. Beispiel:

Der vom "Übergangspräsidenten" Guaidó für Deutschland ernannte "Botschafter" Otto Gebauer wurde von Außenminister Maas nur als "Gesprächspartner" empfangen. Sogar unserem Häuptling Große Klappe scheint inzwischen zu dämmern, dass die bedenkenlose Anerkennung Guaidós eine Peinlichkeit sondergleichen ist. Gebauer, schon 2002 beim Putsch gegen Hugo Chávez ein wichtiger Strippenzieher, wurde am 13. März 2019 in Berlin nicht als Botschafter akkreditiert, sondern nur "als persönlicher Vertreter von Interimspräsident Guaidó" bezeichnet.

Als die Linkspartei-Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel wissen wollte, warum Gebauer nicht formell akkreditiert werde, ließ das Außenministerium verlauten:
Hierfür sind die politischen Rahmenbedingungen aus Sicht der Bundesregierung nicht erfüllt."
Begründung: Gemäß der venezolanischen Verfassung sei die maximale Amtszeit eines Interimspräsidenten (30 Tage) mittlerweile überschritten; innerhalb der Frist hätten Neuwahlen ausgerufen werden müssen. Warum Guaidó trotz des Fristablaufs noch als "Interimspräsident" tituliert wird, wollten oder konnten Maas und seine Leute allerdings nicht erklären.

Na bravo. Da sollte anscheinend ein von den Berliner Außenamts-Juristen geöffnetes Scheunentor als Hintertürchen für Maas fungieren. Aber der, gebückt Richtung Washington, wagte wohl nicht mal jetzt, sich unter dem schön herausgearbeiteten Vorwand aus der Affäre zu ziehen.

Es gäbe inzwischen sogar noch eine weitere förmliche Begründung für ihn, die Biege zu machen. Guaidó dürfe in den nächsten 15 Jahren kein politisches Amt ausüben, teilte der venezolanische Staatsrechnungsprüfer Elvis Amoroso mit. Seine Begründung:
Er hat ihm nicht zustehende öffentliche Aufgaben wahrgenommen und gemeinsam mit ausländischen Regierungen Aktionen zum Schaden des venezolanischen Volkes durchgeführt."

Zudem gebe es Zweifel an der Rechtmäßigkeit seiner Einkünfte.

Es wäre dies ein weiteres von mehreren Ermittlungsverfahren gegen Guaidó In Venezuela. Aber die deutsche Qualitätsjournaille fragt einfach nicht danach. Sie reicht vielmehr unbeirrt den venezolanischen Ladenschwengel und Hampelmann der US-Amerikaner als "Präsident" ohne Land herum.

Schon gar nicht zeigt Chefredakteur und SPD-Mitglied Dr. Kay Gniffke irgendwelche Spuren professioneller Hygiene. Er lässt seine Leute wegschauen. Ein möglicher Grund: Er will seinen Parteifreund Maas nicht als die Witzfigur dastehen lassen, zu der sich Heiko I. der Große selbst aufgemandelt hat. Gniffke möchte SWR-Intendant werden. Dazu braucht er jede Stimme im Rundfunkrat, auch die der Intelligenten unter seinen Sozi-Parteigenossen.

Dieser Beitrag ist von RT-Deutsch übernommen
RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Das Autoren-Team:
Friedhelm Klinkhammer, Jahrgang 1944, Jurist. 1975 - 2008 Mitarbeiter des NDR, zeitweise Vorsitzender des NDR-Gesamtpersonalrats und des ver.di-Betriebsverbandes sowie Referent einer Funkhausdirektorin.

Volker Bräutigam, Jahrgang 1941, Journalist. 1975 - 1996 Mitarbeiter des NDR, zunächst in der ARD-Tagesschau, nach 1991 in der NDR-Hauptabteilung Kultur. Danach Lehr- und Forschungsauftrag an der Fu-Jen-Universität Taipeh.

Anmerkung der Autoren:
Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden auf der Seite https://publikumskonferenz.de/blog dokumentiert.

Dienstag, 18. Juli 2017

Presseclub 16.7.2017 - "Vom Reformer zum Autokraten - die Türkei unter Erdogan ein Jahr nach dem Putschversuch"

So. 16.07.2017, 12.03 - 13.00 Uhr

Vom Reformer zum Autokraten -
die Türkei unter Erdogan ein Jahr nach dem Putschversuch

Zu Gast:

  • Günter Seufert
    (Senior Fellow Wissenschaft und Politik)
  • Yasar Aydin
    (Publizist)
  • Canan Topçu
    (freie Journalistin)
  • Holger Stark
    (Die Zeit)

  • Moderation:
    Volker Herres
    Bilder: Screenshots

    Der Putschversuch in der Türkei jährt sich zum ersten Mal – in der Nacht von 15. auf 16. Juli 2016 wollten Teile des Militärs Präsident Recep Tayyip Erdogan stürzen. Sie erreichten das genaue Gegenteil: Präsident Erdogan ist so mächtig wie nie zuvor.

    Er ließ Kritiker ausschalten oder zumindest unter massiven Druck setzen. Landesweit wurden mehr als 100 000 Staatsbedienstete entlassen, darunter Tausende Lehrer, Polizeibeamte, Richter, Staatsanwälte oder Ärzte. 15 Universitäten wurden wegen angeblicher Verbindungen zur Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen geschlossen, den die türkische Regierung für den Putschversuch verantwortlich macht.
    Klar ist: Die globalen Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen. Aus dem Grund hat die Kanzlerin die Mächtigen der Welt am Wochenende in Hamburg zum sogenannten G20-Gipfel eingeladen, um bei der Klima- und Handelspolitik sowie bei der Bekämpfung von Terror und Fluchtursachen zusammenzuarbeiten. Die G20 repräsentieren zwei Drittel der Erdbevölkerung; sie stehen für gut drei Viertel des Welthandels und erwirtschaften rund 85 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Mehr Bedeutung geht also nicht. Sie sind aber auch das Feindbild der Globalisierungskritiker. Der Vorwurf: Die G20 seien weder willens noch in der Lage, die Probleme zu lösen. Schlimmer noch: Sie seien selber für die Ausbeutung von Mensch und Natur verantwortlich. Die Zeichen stehen also von Anfang an auf Sturm. Schon vor dem eigentlichen Gipfel kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Insgesamt 15.000 Polizisten schützen das Treffen der Staatschefs, was den Steuerzahler mindestens 100 Millionen Euro kosten wird.

    Wie autokratisch regiert Erdogan die Türkei? Hat er eine Ein-Mann-Herrschaft aufgebaut – nicht zuletzt durch das per Verfassungsreferendum eingeführte Präsidialsystem? Wie gespalten ist deshalb die Bevölkerung?
    Die Beziehungen Ankaras zu Europa und allen voran zu Deutschland wurden im Laufe der Monate aus vielerlei Gründen immer schlechter – was ist da noch wie zu kitten? Wie macht sich das unter den hier lebenden Menschen türkischer Herkunft bemerkbar? Wendet sich das NATO-Mitglied Türkei Russland zu, dem Autokraten Putin?

    Moderation: Volker Herres

    Sendungshomepage
    Gästebuch

    Kommentare

    Jochen Birske
    Die Türkei hat die zweitstaerkste Armee der NATO mit 1.375.000 Soldaten. An dem sogenannten Putsch waren ca. 1000 Leute mit sechs Kampfflugzeugen und wenigen Panzern beteiligt. Wer glaubt, dass man damit erfolgreich einen Putsch herbeiführen kann, muss schon, um es zurückhaltend zu formulieren, sehr naiv sein.

    Gerhard G.
    Ich frage mich warum wurde Erdogan in letzter Sekunde von den Russen gewarnt und nicht vor seinen Verbündeten wie die USEU-NATO? Und was hat dieser Typ von der SWP in der Sendung verloren, diese ominöse Stiftung für Politik und Wissenschaft mischt doch schon genug in Syrien mit und hat da nur Not und Elend gebracht.

    Anna
    Die Türkei ist für die Nato ein wichtiger Partne? und deshalb halten sich alle westlichen Regierungschef mit stillschweigend zurück mit einer Bewertung der Lage in der Türkei. Erdogan weiß genau, er kann seine Macht ausbauen wie er will und wenn es jemand in der westlichen Welt nicht passt dann wird er sich Russland zuwenden. Deshalb denke ich Diktatoren werden mit zwei Maßen gemessen, ob sie der westlichen Welt passen oder nicht. Sehr oft war auf einmal die Freundschaft mit solchen Diktatoren vorbei und dann mussten arme Soldaten das ehmals geliefert Waffenarsenal bekämpfen.

    Pavel Deutscher
    Das wird die EU noch bereuen, dass wir mit sehr viel Geld Erdogan groß und stark gemacht haben. Der Dank, " die Todesstrafe in der Türkei"!

    Güngör
    Die deutsche Regierung insbesondere auch die EU hat Blut in ihren Händen kleben, indem sie mit einem Diktator erdogan zusammenarbeiten. Sie sind mitverantwortlich, dafür dass die Demokratie in der Türkei zerstört wird und es sich in eine Diktatur verwandelt. Indem die Deutsche Politik immer noch erdogan hofiert. Man hat nichts aus der eigenen Geschichte gelernt. Hitler wurde auch umgarnt und es hat nichts gebracht. Mann muss endlich die Türkei komplett isolieren und alle Verbindungen abbrechen. Das Land ausbluten lassen. Alle wirtschaftlichen Verbindungen kappen, aber was ich sehe ist eine Merkel die sich auf der Nase rumtanzen läßt wegen dem Flüchtlingspakt und aus geopolitischen gründen. Kurzfristig mag das richtig sein, langfristig wird dadurch mehr schaden angerichtet. Die Ahso hochgelobten Werte in der EU verkommen zu einer lachnummer. Langfristig verliert Europa seine eigene Achtung und Bedeutung indem sie ihre eigenen Werte verkauft. Und ja das sagt ein Türke wie ich.

    Wolfgang Berlin
    Kein PC Gästebuch ohne die Neles, Doros und wie sonst die Mädels aus dem AM Pressebüro heißen. Trotzdem Madels meine Stimme bekommt meine ehemalige FDJ Jugendfreundin nicht. Freundschaft.

    sebastian
    Wenn es um die kleinen Sünden seiner Untertanen geht, kennt der strenge Staat kein Pardon. Egal, ob ein Selbständiger im Urlaub einmal seinen Steuertermin verschwitzt oder ein Händler verbotenerweise seinen Laden öffnet, ein Autofahrer bei einer Verkehrskontrolle seinen vollständigen Verbandskasten nicht vorzeigen kann, die Strafe folgt auf dem Fuß. Wenn aber Millionen Menschen, mit Merkels Hilfe, hier Illegal einreisen, bleibt das folgenlos.

    Bernd Selbach
    Wichtig ist, dass ein Herr Junker nun gerade, bei einer Türkei, die ihren Kritikern die Köpfe abreissen lassen will, tatsächlich die Beitrittsperspektive aufrecht erhalten will. Bei der ernst zu nehmenden Drohung mit abgerissenen Köpfen! Aber das soll nun wirklich auch ein europäischer Wert sein? Und wie stellt sich Herr Junker diese Tätigkeiten vor? Bei so vielen Menschen, die in der Türkei laut Amnesty International ja schon grausam staatlich getötet wurden! Wie viel Menschenverachtung sollen wir denn eigentlich noch ertragen müssen?

    E.Dreier
    Ebenso Meinungsfreiheit, der tschechische Präsident Milos Zeman: "Falls Sie in einem Land leben, in den Sie für das Angeln ohne Angelschein bestraft werden, jedoch nicht für illegalen Grenzübertritt ohne gültigen Reisepass, dann haben Sie das volle Recht zu sagen, dieses Land wird von Idioten regiert.“ Wie wahr, wie wahr, trefend wie die berühmte Faust aufs Äuglein.

    Torsten
    In Bezug auf die Türken in Deutschland und anderer Zugewanderter muss man doch mal ehrlich sagen, das selbst in der dritten oder vierten Generation eine Verbundenheit zum Ursprungsland bestehen bleibt. Selbst Deutsche in den usa oder Chile bilden ihre eigenen Viertel, Vereine und Clubs. In Namibia wurden deutsche Häuser und Straßen mit deutschen Namen angelegt. Man kann es leugnen aber ein gewisser Nationalstolz wird immer bleiben. Von daher ist eine vollständige Integration in den allermeisten Fällen schlicht Wunschdenken. Auch ist gerade der Nationalstolz in anderen Ländern nichts verwerfliches, anders als in Deutschland wo man gleich ins rechte Lager abgestempelt wird.

    Dieter
    Das war ein extrem weichgespülter Presseclub. Erdogan lässt tausende Kritiker einkerkern und foltern, vernichtet Existenzen, betreibt über Wiedereinführung der Todesstrafe, schafft in einer bislang freien Türkei in ein Klima der Angst. Er beleidigt uns als Nazis und glaubt, er könnte auf deutschem Territorium herumspringen als wäre das hier sein Land. Ich vermisste im Presseclub klare Kante, deutliche Aussagen zu diesen Ungeheuerlichkeiten. Die Sendung war durchzogen von Weichzeichner-Verständnis-Gerede. Ich erwartete schonungslose Kritik and Erdogan und verstehe nicht, wie man sich wieder mit der Frage beschäftigen kann, was "wir" falsch gemacht haben. Wir haben nichts falsch gemacht! Die Türken sind im Gegensatz zu diversen anderen Zuwanderern seit 3 Generationen nicht in der Lage, sich in Deutschland zu integrieren und Erdogan ist ein Diktator. Warum sagt man es nicht so, wie es jeder Bürger erkennt?

    Mittwoch, 2. November 2016

    Debatte um die Todesstrafe - Erdogan pfeift auf die Meinung der EU

    Thema: zurück ins Mittelalter

    Wiedereinführung der Todesstrafe
    Özdemir warnt Erdogan vor Tabubruch
    Die türkische Regierung will nach dem Putschversuch die Todesstrafe wieder einführen. Das Parlament soll schon bald darüber abstimmen. Grünen-Chef Özdemir ist entsetzt. Für ihn entwickelt sich die Türkei zu einer "modernen Art von Diktatur"
    Quelle und weiterlesen: n-tv.de

    Türkei und die Todesstrafe
    Erdogan pfeift auf die Meinung der EU

    Von wegen EU-Beitritt: Die Debatte um die Todesstrafe in der Türkei zeigt, dass sich Präsident Erdogan nicht um die Reaktion der EU schert. Ein Kommentar von Susanne Güsten
    Quelle und weiterlesen Tagesspiegel.de

    Türkei:
    "Was der Westen sagt, zählt nicht"
    Präsident Erdoğan ist überzeugt, dass das Parlament für die umstrittene Wiedereinführung der Todesstrafe stimmen wird. Ein entsprechender Gesetzesentwurf sei unterwegs.
    Quelle und weiterlesen Zeit.de

    gedruckte Tageszeitung Westfalenpost

    Erdogan will "bald" die Todesstrafe
    Istanbul. Die türkische Regierung wird nach Worten von Präsident Recep Tayip Erdogan schon ”bald“ einen Gesetzentwurf zur Wiedereinführung der Todesstrafe ins Parlament einbringen: „Ich glaube, dass das Parlament zustimmen wird, und wenn mir das Gesetz vorgelegt wird, werde ich es unterschreiben‚sagte Erdogan am Samstag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede in der Hauptstadt Ankara vor jubelnden Anhängern. „Bald, bald, macht euch keine Sorgen. Bald, so Gott will“, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu zur Frage, wann die Gesetzesinitiative ins Parlament eingebracht werden soll.
    WP 31.10.16

    und dann das genaue Gegenteil

    Teheran. Irans Justizminister Mustafa Purmohammedi hat dafür plädiert, weniger Menschen zum Tode zu verurteilen und hinzurichten, Todesurteile hätten sich in den letzten Jahren „nicht immer als effektiv erwiesen“. Der Iran gehört zu den Ländern mit den meisten Hinrichtungen - 2015 waren es laut Amnesty International 977.
    WP 31.10.16

    Samstag, 13. August 2016

    PKK - „Wir werden das Leben derjenigen zur Hölle machen, die unser Leben zur Hölle machen“

    Thema: Nahost

    PKK droht:
    „Wir werden das Leben derjenigen zur Hölle machen, die unser Leben zur Hölle machen“

    Die Union der Gemeinschaften Kurdistans (KCK), eine Dachorganisation der in Deutschland und der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), hat die Türkei aufgefordert, die mehr als ein Jahr währende Isolationshaft des Kurdenführers Abdullah Öcalan aufzuheben und gedroht, ansonsten "das Leben derjenigen zur Hölle zu machen, die unser Leben zur Hölle machen“.

    „ANF“, eine kurdische Nachrichtenagentur, die als PKK-nah gilt, hat eine Erklärung der KCK veröffentlicht. Die kurdische Untergrundorganisation verlangt, dass die türkische Regierung die Isolation des inhaftierten PKK-Anführers Öcalan aufhebt. Seit dem 5. April 2015 gebe es keine Informationen mehr von ihm. Seine Anwälte und Familie würden ihn schon noch länger nicht mehr besuchen können.

    Laut der KCK ist die Isolationshaft mit der Absicht "internationaler hegemanischer Kräfte", den Nahen Osten neu zu gestalten, verbunden.

    Der gescheiterte Putschversuch am 15. Juli dieses Jahres und die darauffolgenden Entwicklungen hätten die Sorgen der KCK um die Sicherheit und Gesundheit von Öcalan gesteigert. In den türkischen Medien kursierten Berichte, nach denen die Putschisten vorhatten, Öcalan zu entführen oder zu töten.
      „Die bestehende Bedrohung und Gefahr ist riesig. Das ganze kurdische Volk in der Person unseres Anführers sowie die Friedens- und Demokratiekräfte der Türkei werden bedroht. Die Frauen, die leuchtende Zukunft unserer Länder und Völker stehen der Gefahr entgegen, massakriert zu werden.“
    Da die Türkei die Prinzipien der Europäische Menschenrechtskonvention und die Urteile des Menschenrechtsgerichtes akzeptiert habe, bedeute die Isolation Öcalans, die EU-Werte mit Füßen zu treten. Europas Schweigen mache es zu einem Komplizen der „Erdoğan-Diktatur.“ Die Kurdenorganisation rief den Europarat auf, in dieser Frage sofort zu handeln.
      „Wir bewerten ein Leben ohne die Führung [Öcalans] als ein Leben schlechter als die Hölle. Daher warnen wir: Wir werden das Leben zur Hölle machen für diejenigen, die unser Leben zur Hölle machen.“

    Quelle: RT-Deutsch

    Freitag, 5. August 2016

    In der Türkei findet eine kollektive Gehirnwäsche statt

    Thema: Türkei

    Ausnahmezustand in der Türkei:
    Nach dem Putschversuch verbietet Ankara Akademikern die Ausreise. 
    (Quelle: dpa) Akademikerin flieht nach Deutschland

    Das Aufräumen durch die Regierung in der Türkei geht weiter. Tausende Menschen sind in Haft, Zehntausende Lehrer und Akademiker entlassen. Zudem lässt Ankara gut ausgebildete Wissenschaftler nicht ausreisen. Auch die Akademikerin Ayse Yilmaz (Name von der Redaktion geändert) kam in eine heikle Situation. t-online.de hat mir ihr gesprochen.
    t-online.de: Frau Yilmaz, Sie waren während des Putschversuches des türkischen Militärs in Istanbul. Wie haben Sie die Situation erlebt?

    Ich war bei meiner Familie, als im Fernsehen und dann in den sozialen Medien mehr und mehr darüber berichtet wurde. Direkt gesehen haben wir zunächst nicht viel. Natürlich ist uns dann später die starke Militär- und Polizeipräsenz ausgefallen.

    Was war Ihr erster Gedanke?

    Nicht schon wieder. Das türkische Militär hat nämlich schon mehrmals in der Geschichte der Türkei geputscht. Jedesmal wurde das Land mehrere Jahre zurückgeworfen. Geschlafen habe ich in dieser Nacht kaum.

    Dann wollten Sie aber weg.

    Ja, ich durfte aber nicht (lacht).

    Sie haben Ihren Humor nicht verloren. Warum durften Sie nicht nach Deutschland reisen?

    Den braucht man, um nicht durchzudrehen. Ich war mehrere Jahre als Lehrerin tätig, bis ich mich entschied zu promovieren. Dazu musste ich mich aber vom Bildungsministerium freistellen lassen. Eingeschrieben habe ich mich dann an einer Universität in Deutschland. Die Doktorarbeit ist fertig. Am Flughafen ließ man mich nicht fliegen. Aufgrund des Ausnahmezustands müsse die Freistellung durch das Bildungsministerium aktualisiert werden, hieß es.

    Ihren Flug haben Sie verpasst, wie ging es weiter?

    Ich war natürlich im ersten Moment geschockt. Ich bin dann direkt zu einer Nebenstelle des Bildungsministeriums. Dort wollte man mir den Schein aber nicht aktualisieren. Kein Beamter dort wollte die Verantwortung dafür übernehmen. Es war ein chaotischer Zustand. Ich war wie gelähmt.

    Was ist dann passiert?

    Es gab viele endlose Diskussionen: Wie alle Wissenschaftler müssen überprüft werden, warum ich überhaupt das Land verlassen wolle usw. . Ein Freund von mir hat sich dann eingeschaltet. Durch seine Beziehungen bekam ich dann mehrere Tage später den aktualisierten Schein. Ich kaufte mir ein neues Ticket, fuhr zum Flughafen und war froh im Flieger zu sitzen

    Wie glauben Sie, wird sich die Situation in der Türkei entwickeln?

    Ich kann es nicht sagen. Derzeit findet eine kollektive Gehirnwäsche statt. Ob in der Metro, in Bussen, Schiffen oder öffentlichen Plätzen: Überall werden Bilder und Videos des gescheiterten Putsches gezeigt. Mit dramatischer Hintergrundmusik. Ich selbst habe mich dabei erwischt, als ich die inoffizielle türkische Nationalhymne der Nationalisten "Ich würde für meine Türkei sterben..." gesummt habe. Zudem leben viele Menschen in ständiger Angst davor, denunziert zu werden. Ihre Existenz steht auf dem Spiel. Kurzum: Ich bin sehr pessimistisch was die Zukunft angeht. Ich glaube, es wird noch schlimmer und hoffe, dass ich in Deutschland bleiben kann.

    Die Fragen stellte Özkan Canel Altintop

    Quelle: 01.08.2016, 10:53 Uhr | Özkan Canel Altintop, t-online.de

    Montag, 1. August 2016

    Presseclub - So. 31.07.2016 - Spaltung und „Säuberung“: Wie die Konflikte in der Türkei zu uns kommen

    Thema: Türkei


    Spaltung und „Säuberung“:
    Wie die Konflikte in der Türkei zu uns kommen

    Presseclub - So. So. 31.07.2016, 12.00 - 13.00 Uhr
    Zwei Wochen nach dem Putschversuch kommt die Türkei nicht zur Ruhe. Präsident Erdogan entlässt Richter und Lehrer, schließt mehr als 100 Zeitungen, Nachrichtenagenturen, Radio- und Fernsehsender. Der inner-türkische Konflikt schwappt nun nach Deutschland über. Die Stimmung ist aufgeheizt.

    Zu Gast:

  • Rainer Hermann, Politik-Redakteur, Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Özlem Topçu, Redakteurin im Ressort Politik, Die Zeit
  • Rahmi Turan, freier Journalist
  • Bettina Gaus, Politische Korrespondentin, "taz.die tageszeitung"
  • Bilder: Screenshots

    Am Wochenende sind in Köln große Demonstrationen angekündigt. Zudem fordert die türkische Regierung von Deutschland die Auslieferung von Anhängern von Erdogans Rivalen Gülen, den er für den Putschversuch verantwortlich macht. Bundeskanzlerin Merkel zeigt sich besorgt über die jüngsten Entwicklungen in der Türkei und mahnt den türkischen Präsidenten zur Verhältnismäßigkeit.

    Wie steht es um die Demokratie in der Türkei? Wie viel türkische Innenpolitik gehört nach Deutschland? Welche Chancen gibt es für das deutsch-türkische Verhältnis überhaupt?

    Kommentare

    Thomas Bassier,
    Sehr geehrte Damen und Herren der Runde, Frau Gaus hat es deutlich gesagt, es hat nie eine Integration der Türkischen Einwanderer gegeben, man hat es einfach "laufen lassen". Hierzu muss man nur ins Ruhrgebiet schauen. Die damaligen Einwanderer aus Anatolien waren doch nur für die Hilfsarbeiten gebraucht worden, Es wurde doch damals nie so weit geschaut. dass diese Menschen hier bleiben würden. Es wurde nie eine Deutschsprachigkeit aller Familielmitglieder der Einwanderer gefordert. Patriachische Grundeinstellungen durch den Glauben wurden nie hinterfragt. Ein Umdenken nach der Festtstellung in den Niederlanden "Die Multikuligesellschaft hat nicht funktioniert" hat nie stattgefunden. Wie soll da eine Interesseneinstellung der heutigen türkischen Generation für Deutschland entstanden sein? Herr Erdogan kann doch keine Interlektuellen im Staat gebrauchen weil diese sein Tun vielleicht in Frage stellen würden.

    K.Schindler
    Ausländer, ob Türken oder andere Nationalitäten haben in Deutschland nicht für Innenpolitische Belange ihrer Herkunftsländern zu demonstrieren ! Versuchen Sie einmal in der Türkei für Frau Merkel zu demonstrieren ! Was glauben sie was dann passiert ! Wenn sie für Erdogan sind und ihm die Füsse küssen wollen, sollten Sie doch in die Türkei zurückgehen und ihm dort huldigen ! Türkische Innenpolitik hat in Deutschland nichts zu suchen !

    ulli
    So wichtig kann kein europäisches Land sein, als dass man dazu schweigen müsste, dass nahezu sämtliche Errrungenschaften der Aufklärung ignoriert werden. Es fragt sich doch, ob z.B. dieser Stützpunkt Incirlik denn wirklich so notwendig ist für den Kampf gegen die Terrormiliz IS und auch, was die Anwesenheit von Bundeswehrsoldaten in der Türkei eigentlich so unentbehrlich macht, dass sie trotzdem bleiben sollen, wenn sogar deutsche Parlamentsabgeordnete sie nicht mal besuchen dürfen. Und es fragt sich noch viel mehr, warum die EU für eine selbstverständliche, weil humanitäre Maßnahme eigentlich überhaupt Milliarden Euro zahlt. Diese Gesamtkonstellation ist nur noch absurd und es wird Zeit, dass die EU sich nicht mehr von diplomatischen Sachzwängen rumschubsen lässt. Irgenwann ist es mal gut mit der Gutmütigkeit.

    Doro
    Dass die Türkei kein EU-Mitglied ist, gibt der EU heute wenigstens ein wenig Handlungsspielraum. Wie schwer es ist, etwas dagegen zu machen, wenn erstmal ein EU-Mitglied sich ethisch danebenbenimmt wie u.a. Ungarn gegenüber den Flüchtlingen, haben wir ja gesehen. Dass die Türkei kein EU-Mitglied ist, hat bekanntlich mit der amtierenden Bundeskanzlerin zu tun. Da lag die Kanzlerin genau richtig, das muss man auch mal sagen.

    Alexander Graber
    Ja, ich finde Türken eigentlich sympathisch ... zumindest die in der Türkei lebenden, die ich dort kennenlernte. In puncto Gastfreundlichkeit können wir egomanisch-drögen Deutschen da einiges hinzulernen. Allerdings haben wir mit unserem "Wesen" unsere Heimat zu dem wohlhabenden Land erschaffen, in dem wir uns mehrheitlich wohl fühlen. Ständig fordernde "Nassauer" und gar kulturfremde Störenfriede aber sind Gift für unseren Gesellschaftsfrieden und müssen endlich demontiert werden. Ein muslimischer Kulturkampf in DE ist mehr als nur überflüssig und gehört strikt unterbunden.

    Renate
    Es ist völlig unangebracht was sich die hier lebenden mit türkischen Wurzeln erlauben, es sind Ferien warum gehen die nicht wie immer in ihr gelobtes Heimatland Türkei und demonstrieren dort?

    Peter Willmann
    Was haben wir denn bei der Integration der früheren "Gastarbeiter" aus der Türkei anders gemacht als bei der Integration der noch früheren "Gastarbeiter" aus Italien, aus Spanien und aus Griechenland? Haben wir denn nicht sehr viele sehr gut integrierte Bürger mit türkischen Wurzeln, eingebürgert oder nicht? Wollen oder können sich vielleicht nur diejenigen gar nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren, die aus einem besonders altertümlichen Weltbild stammen oder aus einer Glaubensrichtung, die die christliche und humanistische Prägung unseres Landes grundsätzlich verachtet? Wenn es nun gerade die Enkelgeneration sein sollte, die sich von Deutschland ab- und der Türkei zuwendet, dann ist das nichts ungewöhnliches, denn "die Kinder wachsen vom Herzen weg, die Enkel zum Herzen hin". Es war z.B. auch in den Niederlanden die Enkelgeneration, die die deutsche Kriegsschuld wieder besonders betont hat und den Deutsche ablehnend gegenüberstand.


    Dienstag, 26. Juli 2016

    Wemove.eu - EU: Handelt endlich, um Erdoğan zu stoppen.

    Thema: Wemove.eu

    Hallo liebe Leser,

    der Putschversuch war der willkommene Anlass: Der türkische Staatspräsident Erdoğan hat die Macht vollständig ergriffen. Er nutzt sie erbarmungslos aus und inhaftiert alle, die ihm gefährlich werden könnten. Zehntausende Lehrer, Richter und Leiter von Universitätsfakultäten sind bereits entlassen, viele missliebige Soldaten sind inhaftiert. Die Säuberungen gehen weiter. [1]

    Die Europäische Union fußt auf gemeinsamen Werten: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit sowie das Recht sich frei zu versammeln, sich friedlich zu äußern oder der eigenen Religion nachzugehen. Noch erhält die Türkei den Wunsch aufrecht, Mitglied der EU zu werden. Es ist also jetzt an der EU, ihren Einfluss geltend zu machen. Sie muss helfen, diesen Angriff auf die Demokratie zu stoppen.

    Wir Bürgerinnen und Bürger der EU müssen jetzt deutlich machen, dass wir eine klare Haltung der EU erwarten. Wir müssen von der Union und von unseren Regierungen fordern, dass sie sich klar gegen Erdoğans Aktionen aussprechen und die Beitrittsverhandlungen so lange aussetzen, bis Rechtsstaatlichkeit und Demokratie wieder hergestellt sind.

    Unterzeichnen Sie unseren Appell und rufen mit uns zum Handeln auf.

    Die Säuberungen bedeuten nicht allein Entlassung oder gar Inhaftierung, sie zielen auch direkt darauf, den Menschen die Würde zu nehmen. Inhaftierte werden vorgeführt: In Unterwäsche und offensichtlich geschlagen. Ein Recht auf einen Anwalt ist ihnen entzogen. Den Toten wird ein Begräbnis nach islamischem Ritus verweigert - ein Tabubruch in der türkischen Gesellschaft.

    Die ersten Säuberungen waren erst der Anfang. Am Mittwoch hat Erdoğan den Notstand ausgerufen und gestern folgte die befristete Aufhebung der Europäischen Konvention für Menschenrechte.[2] Diese Rechtsakte verbunden mit dem erbarmungslosen Vorgehen von Polizei und Militär bedeuten das Ende von Demokratie und Rechtsstaat. Die Zahl der Betroffenen kann sich rasch erhöhen. Es wird nicht nur Konkurrenten aus dem religiösen Lager treffen, sondern Gewerkschafter, linke Intellektuelle und Kurdinnen und Kurden.

    Der Punkt ist erreicht, an dem ein besorgter aber windelweicher Kommentar nicht mehr ausreicht. Wer Mitglied der EU werden will, muss die Werte teilen und sie achten. Die EU muss jetzt handeln und die Beitrittsverhandlungen auf Eis legen. Lassen wir die EU wissen, dass es uns reicht und wir eine klare Ansage an Erdoğan erwarten.

    Unterzeichnen Sie unseren Appell und rufen mit uns zum Handeln auf.

    Wir zerschneiden nicht das Band zu den Türkinnen und Türken in Deutschland, der Türkei oder anderswo - wir protestieren gegen eine türkische Staatsführung, die jedes Maß verloren hat.

    Mika Leandro
    und das gesamte WeMove-Team

    PS: So sieht eine komplette Einschüchterung der Bevölkerung aus: Überall in der Türkei stehen Polizisten an öffentlichen Plätzen. Sie lassen sich die Smartphones geben, prüfen WhatsApp und Facebook auf Nachrichten, die sich gegen das Regime richten. Augenzeugen berichten: Einzelne werden rausgegriffen und abgeführt. Wir müssen aktiv werden und das tun, was uns möglich ist. Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition


    [1] http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-07-20/erdogan-convenes-turkey-s-top-security-heads-as-purges-continue
    https://www.theguardian.com/world/2016/jul/19/turkey-sacks-15000-education-workers-in-purge
    [2] http://www.independent.co.uk/news/world/europe/turkey-coup-attempt-human-rights-president-erdogan-purge-turkish-military-a7148166.html


    WeMove.EU ist eine Bürgerbewegung, die sich für ein besseres Europa einsetzt; für eine Europäische Union, die sich sozialer Gerechtigkeit verpflichtet fühlt; die für ökologische Nachhaltigkeit und bürgernahe Demokratie steht. Wir sind Menschen unterschiedlicher Lebensläufe, Kulturen und Religionen, die Europa ihr Zuhause nennen – egal, ob wir in Europa geboren wurden oder anderswo. Wenn Sie sich aus unserem Verteiler austragen möchten, klicken Sie bitte hier.

    WeMove.EU finanziert sich aus Spenden unserer Unterstützer aus ganz Europa. Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere unabhängige Arbeit finanzieren helfen. Spenden

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    Freitag, 22. Juli 2016

    Massenverhaftungen in der Türkei - Schiesst sich Erdogan ins eigene Knie?

    Thema: Putschversuch

    Massenverhaftungen
    Schiesst sich Erdogan ins eigene Knie?

    von Ann Guenter
    Präsident Erdogan lässt Polizei und Armee säubern. Tausende Namen stehen auf Verhaftungslisten. Wieso waren die so schnell zur Hand – und wirkt sich das auf die Sicherheit aus?

    Nach der Niederschlagung des Putschversuchs durch regierungstreue Soldaten und Polizisten kündigte Präsident Recep Tayyip Erdogan ein hartes Vorgehen gegen die Putschisten sowie die «Säuberung» der Armee an. Er sprach von einem «Krebsgeschwür» im Staat, das es zu bekämpfen gelte.

    Nach Angaben eines ranghohen Informanten werden rund 8000 Polizisten suspendiert. Etliche hochrangige Armeeangehörige wurden verhaftet. Einige am Putschversuch Beteiligte sollen inzwischen ins Ausland geflohen sein. Staatliche Medien meldeten, die Vernehmung von 27 Generälen habe begonnen, unter ihnen der mutmassliche Anführer des Staatsstreichs, Akin Öztürk.

    Vorbereitete Verhaftungslisten?

    EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn, der mit der Türkei über einen Beitritt des Landes zur EU verhandelt, warf der türkischen Regierung vor, den Putschversuch zur Ausschaltung innenpolitischer Gegner zu nutzen. Offenbar seien bereits Verhaftungslisten für einen günstigen Augenblick vorbereitet gewesen. Dieser Moment scheine am Wochenende gekommen zu sein. «Dass die Listen schon kurz nach dem Ereignis verfügbar waren, weist darauf hin, dass sie vorbereitet waren und sie zu einem bestimmten Zeitpunkt genutzt werden sollten», sagte Hahn. Und weiter: «Es ist genau das, was wir befürchtet haben.»

    Türkei-Experte Kristian Brakel, Direktor der Instanbuler Heinrich-Böll-Stiftung, präzisiert gegenüber 20 Minuten indes: «Der türkische Justizsektor gilt seit Jahren als Hochburg der Gülen-Bewegung. Dass man in Ankara schon Listen von unliebsamen Personen in der Schublade hatte, wundert mich nicht.»

    «Sicherheitspolitische Handlungsmöglichkeiten in Frage gestellt»

    Fragt sich, wie es künftig um die Sicherheit in der Türkei bestellt ist, wenn im ganzen Land rund 8000 Polizeibeamte suspendiert und etliche hochrangige Armeeangehörige verhaftet werden – schiesst sich Erdogan sicherheitpolitisch so nicht selbst ins Knie? «Es gibt da zwei verschiedene Dimensionen: Natürlich muss die Regierung gegen diejenigen vorgehen, die versucht haben, eine demokratisch gewählte Regierung zu stürzen», sagt Brakel. «Andererseits werden mit den Säuberungen natürlich die Strukturen aufgerüttelt und die sicherheitspolitischen Handlungsmöglichkeiten in Frage gestellt.»

    Vor allem bleibt die Frage, ob all diejenigen, die jetzt verhaftet werden, wirklich in den Putschversuch verwickelt waren. Erdogan muss vorsichtig sein, den Bogen nicht zu überspannen – doch für bedachtes Vorgehen ist er nicht gerade bekannt. «Wenn er das überschreitet, was die Soldaten als gerechtfertigt ansehen, wird das Misstrauen auch unter loyalen Offizieren zunehmen. Das zu riskieren, kann nicht das Ziel der Regierung sein», sagt Brakel.

    Unbekannte Helikopter ohne Vorwarnung abschiessen

    Erdogan steckt der Putschversuch noch in den Knochen. Das lässt sich auch daran ablesen, dass er zusätzliche Spezialkräfte der Polizei in Istanbul zusammenziehen lässt. Diese Kräfte werden mit gepanzerten Fahrzeugen an strategisch wichtigen Einrichtungen und Strassen der Metropole eingesetzt, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

    Der Polizeichef Istanbuls, Mustafa Caliskan, habe zudem den Befehl gegeben, unbekannte Helikopter ohne Vorwarnung abzuschiessen. Putschisten hatten bei ihrem Umsturzversuch in der Nacht zum Samstag Kampfjets sowie Helikopter gekapert und unter anderem das Parlament in Ankara bombardiert.

    Sicher ist: Die Säuberungen in der Reihen der Sicherheitskräfte hinterlassen ein Vakuum. Und gerade in den niederen Chargen wird man vermutlich nicht sofort Ersatz haben. Aber, so Türkei-Experte Brakel, «die Arbeitslosenrate in der Türkei ist hoch – an Bewerbern mangelt es nicht.»

    Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

    Kommentare

    Troll
    Wenn so viele beteiligt gewesen wären, wie nun verfolgt werden, wäre der Putsch geglückt!

    Aschi Bern
    Drahtzieher?
    War das Ganze etwa getürkt??? Um dann die vorbereiteten Verhaftungslisten aus der Schublade zu ziehen?

    Donna M.
    Ein Gedanke
    Ins eigene Knie wird er sich nicht schiessen. Aber, langsam kommt bei mir den Verdacht auf, Erdogan will nicht in die EU, um sein eigenes Ding durchziehen. Oder wieso liefert er mit der EU seit Monaten, wegen Kleinigkeiten, Verbale Scharmützel? Aber wie gesagt, es ist nur so ein Gedanke..

    lexy
    Können wir die nicht ignoriere?
    Irgendwie kommt es mir vor als würden alle der Türkei zufiel Aufmerksamkeit schenken. Sollen die doch machen was sie wollen in ihrem Land. Nur weil sie sich für so wichtig nehmen oder Frau Merkel es tut ist es noch lange nicht so. Wir könne ganz gut ohne ein Land das Entwicklungstechnik noch in den Kinderschuhen steckt auskommen. Denke sogar das wir auf eine zusammen Arbeit verzichten müssen da das Land nicht stabil ist und wir uns nicht auf sie verlassen können. Fileicht sind sie in 50 - 100 Jahren soweit, würde es ihnen wünschen.

    Jong
    ..eine Frage..
    sorry aber sowas hat die Welt ja schon mal erlebt. Für mich ist es eine ganz gefährliche Zeit. Erleben wir einen weiteren Weltkrieg?

      flower_kings
      @Jong
      Ja, wir haben ihn bereits...

      Oha80
      @Jong
      Wir stehen kurz davor. Bürgerkriegsähnliche Zustände wo man hinsieht. Russland, Syrien und die Türkei, inkl. Nato, die bestens vorbereitet sind. Und wir alle als Europäische Staatenbürger hängen genauso mit drin wie die USA. Und ja, auch die Schweiz. Dann gibt es "den" Knall... Asien hat ähnliche Scharmützel am laufen. Ein Krieg der um Rest-Ressourcen geht und die Weltherrschaft, die Dezimierung der Überbevölkerung. Aber eben, glaubt ja leider eh keiner...musste trotzdem mal raus. Passt auf euch auf...

    Mittwoch, 20. Juli 2016

    Anne Will - 17.07.2016 - Putschversuch in der Türkei


    Sendung am 17. Juii 2016 | 21:45 Uhr
    Putschversuch in der Türkei - Was macht Erdoğan jetzt?
    Die Gäste im Studio

    © Will Media Fotograf: Borrs/Yunck
    Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) Parteivorsitzender
    Norbert Röttgen (CDU)Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags
    Fatih Zingal Stellvertretender Vorsitzender der Union Europäisch-Türkischer Demokraten
    Harald Kujat Ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr
    Seyran Ateş Rechtsanwältin und Autorin

    Nach einer dramatischen Nacht erklärt die türkische Regierung den Putschversuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan für gescheitert. Der kündigte bereits ein hartes Vorgehen gegen die aufständischen Militärs an. Wie konnte es zu diesem Putsch kommen? Wird Erdoğan seine Macht jetzt noch weiter ausbauen? Und ist er für Deutschland noch ein vertrauenswürdiger Partner?

    Link zur Sendungsseite: (hier)
    Link zum Anne-Will-Blog: (hier)


    Kommentare aus dem Blog

    Michael schrieb
    Herr Zingal hat behauptet, dass das ganze Volk den Putsch verhindert hat (1. Lüge) und er hat behauptet, dass dies eine Sternstunde der Demoktratie war (2. Lüge). Wie kann man diese Lügen durchgehen lassen? Erdogan ist ein Demokrat, die Türkei auf dem Weg zur Demokratie?
    das ganze Volk war auf der Strasse? nein nur die Erdogan-Fans waren auf der Strasse!! Die Fakten sind: Erdogan ist ein Diktator, er lässt alle Kritiker und Journalisten einsperren, die seine Politik kritisieren, er zensiert Medien, er tötet Kurden (angeblich pkk) um Wahlen zu gewinnen, er lässt Neuwahlen ausrufen wenn ihm das Wahlergebnis nicht passt - und jetzt "säubert" er den Staat, das Militär und die Justiz, nachdem er wahrscheinlich selbst den Putsch inszeniert hat.
    Undemokratischer geht es gar nicht mehr. Die "Wahlen" sind nur inszenierte Scheinwahlen, diese sind in vielen Diktaturen üblich, um eine demokratische Gesinnung vorzutäuschen. Aber eine Demokratie ohne Meinungsfreiheit, ohne Pressefreiheit, ohne unabhängige Justiz , ist KEINE Demokratie. Das ist eine DIKTATUR.
    Peinlich dass die die deutschen Politiker von CDU und Grüne sich nicht trauen Klartext zu reden! Sie deutschen Politiker kuscheln immer mit Diktatoren, das macht die Diktatoren so stark. wir brauchen den Erdogan NICHT, auch wenn er Nato-Partner ist, die Nato ist nicht Gottes Wort und die Migranten können wir selbst managen!

    Stefan Heinzmann
    Wenn das Thema Putsch und Türkei derzeit in den Medien so heftig diskutiert wird, dann sollte jetzt auch dringend Aufklärung stattfinden, damit Erdogan keine Lügen verbreiten kann. Es sollten DRINGEND OSZE Beobachter in die Türkei geschickt werden, die die Hintergründe erforschen und auch die Menschenrechte der nun festgenommenen sicherstellen. Bildern zeigen, dass Menschen halbnackt in Hallen zusammengefercht werden, das sind moderne Konzentrationslager. Merkt denn niemand, wie sehr Erdogan Adolf Hitler 1:1 kopiert?

    Totestrafe auch mit Gulen schrieb
    Nach der WDR-Fernsehdokumentation „Der lange Arm des Imam – Das Netzwerk des Fethullah Gülen“ von 2013 wächst die Zahl der Kritiker auch in Deutschland. Die Soziologin und Journalistin Necla Kelek bezeichnete Fethullah Gülen bereits vor einigen Jahren als „Führer einer Sekte mit Konzernstruktur", der weltweit ein reaktionäres und chauvinistisches Islamverständnis durchzusetzen versuche. Für Irritation sorgen in der Tat Textstellen, in denen Gülen die Todesstrafe für vom Islam Abgefallene fordert. In der WDR-Dokumentation berichten ehemalige Gülen-Anhänger von sektenähnlichen Strukturen; in den sogenannten Lichthäusern (studentische Wohngemeinschaften) seien sie einer regelrechten Gehirnwäsche unterzogen und auf Schritt und Tritt überwacht worden.
    PS: EU hat Totesstrafe im Lissabon Vertrag 2009 in Europa eingefuehrt.

    s.b. schrieb
    Möglicherweise war der Putschversuch tatsächlich ein Geschenk Gottes. Und das gerade für Deutschland und der EU. Sprichwörtlich in letzter Minute wurde vielen Menschen die Augen geöffnet. Sie bekommen eine letzte Chance, ihre Einstellung zur Türkei aber auch zum Islam zu überdenken. Wenn das kein Fingerzeig Gottes ist, was soll es dann sein? Jeder gute Christ sollte es so sehen.

    Thomas schrieb
    Die Ähnlichkeiten mit dem Reichstagsbrand sind unübersehbar- die Schauprozresse werden bald folgen. Der Satz "Die Demokratie hat einen Sieg davon getragen" (von Steinmeier und Medien) wird sich bald als blanker Hohn erweisen.

    Ein Mensch schrieb
    Ich kenne die Wahrheit nicht, glaube aber es ist eine Aktion wie einst bei Stalin. Peter Scholl-Latour Meinung über die türkische Armee bestärkt mich darin: „Ich habe die Türkei 1951 mit dem Bus kennen gelernt. Damals gab es keine Moschee, die offen war, keine Koran¬schulen, Sie sahen in der Stadt keine Frau mit einem Kopftuch. Die Armee wachte darüber, dass der Laizismus eingehalten wurde. Es durfte kein Muezzin zum Gebet rufen. Heute schießen in der Türkei dagegen die Minarette überall aus dem Boden. Man kann den Türken jedoch nicht vorwerfen, dass sie zum Islam zurückfinden. Aber da werden noch viele Konzessionen gemacht werden. Die türkische Armee stellte früher die europäische Ausrichtung der Türkei sicher. Wenn ein Offizier in der Moschee gesehen wurde, flog er aus der Armee. Ebenso ein Offizier, dessen Frau ein Kopftuch trug. Der Einfluss der türkischen Generäle im Nationalen Sicherheitsrat entspricht aber nicht unseren demokratischen Vorstellungen. Also fordert die EU immer wieder, dass die Militärs entmachtet werden. Dabei sind sie der letzte Widerstand gegen die Re-Islamisierung der Türkei.
    Wünsche allen eine wunderbare Woche!

    Pressestimmen

    "Meint dieser Erdogan-Fanboy den Blödsinn wirklich ernst?"
    Eigentlich waren sich bei "Anne Will" alle einig: Die Reaktion von Präsident Erdogan auf den Putschversuch in der Türkei ist zu verurteilen. Nur einer in der Runde sah das ganz anders - und zog damit den Zorn vieler Zuschauer auf sich.
    "Stern"

    Ex-General zum Putschversuch:
    "Totalitäres System"
    Nach dem Putschversuch in der Türkei und der vom Staatspräsident angeordneten Verhaftungswelle will Anne Will wissen, ob Erdogan noch ein vertrauenswürdiger Partner sei. Der Erdogan-Fürsprecher, Rechtsanwalt Fatih Zingal, bringt den CDU-Politiker Norbert Röttgen auf die Palme. Ex-General Harald Kujat würde die Bundeswehrsoldaten aus der Türkei abziehen.
    Focus.de

    TV-Kritik zu Anne Will
    Erdogan-Anhänger aus Solingen redet sich alles schön
    Berlin - Eigentlich hatte Anne Will ihre Sondersendung dem Terrorakt von Nizza widmen wollen. Es wäre allemal gerechtfertigt gewesen. Doch einen Tag später folgte in diesen irren Zeiten der Putschversuch in der Türkei. So sattelte die ARD um.
    Kölner Stadt-Anzeiger

    Sonntag, 17. Juli 2016

    Presseclub - So. 17.07.2016 - Putschversuch gegen Erdogan - Wie geht es weiter in der Türkei?

    Thema: Putschversuch in der Türkei


    Putschversuch gegen Erdogan
    Wie geht es weiter in der Türkei?

    Presseclub - So. So. 17.07.2016, 12.00 - 13.00 Uhr
    In der Türkei ist ein Kampf um die Macht entbrannt: Teile der Streitkräfte haben am Freitagabend versucht, gegen den Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu putschen.

    Gäste:

  • Ahmet Külahçi, (Kolumnist und "Hürriyet"-Korrespondent)
  • Brigitte Fehrle, (Chefredakteurin der "Berliner Zeitung")
  • Hasnain Kazim, (Auslandskorrespondent des "Spiegel")
  • Daniel Brössler, (Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Brüssel)

  • Fotos: Screenshots

    Zunächst hieß es, das Militär hätte die Macht übernommen, die Putschisten verhängten das Kriegsrecht. Von Seiten der türkischen Regierung wurde dies bestritten: Der Präsident sei nicht abgesetzt, hieß es. Am Samstagmittag verkündete Ministerpräsident Binali Yildirim, die türkische Regierung habe die Lage im Land nun wieder vollständig im Griff. Insgesamt 194 Menschen sollen ums Leben gekommen sein, darunter auch 47 Zivilisten. Mehr als 1.500 Militärangehörige sollen Festgenommen worden sein.

    Was genau passiert gerade in der Türkei? Wer steht hinter diesem Putsch? Wie verändert dies Demokratie und Gesellschaft in der Türkei? Und was bedeutet es für die Zusammenarbeit der Türkei mit Europa?

    Kommentare

    Peter Rodner, 58 Jahre
    Knapp 24 Stunden nach dem gescheiterten Putschversuch entläßt der türkische Staatspräsident knapp 3.000 Richter aus ihren Ämtern. Was will uns das sagen? Antwort: Es war alles von langer Hand vorbereitet, vom Präsidenten selbst! Oder? Erdogan ist seinem Ziel der Errichtung einer (...) Diktatur einen großen Schritt näher gekommen. Und das Volk jubelt ihm zu... Wie war das doch vor 83 Jahren?!!

    Ulrich W.,
    Ich bin sprachlos. Europa wird immer stärker bedroht.Deutsche Politiker schließen nicht mehr nicht nur nicht aus sondern sie gehen davon aus dass es bei uns auch bald zu Anschlägen kommt.Und der Presseclub, der beschäftigt sich mit der Türkei. Was interessieren uns jetzt noch die Toten von Nizza, richtig??? Wir gewöhnen uns wohl so langsam daran.
    Alfred E. Krauss
    Wetten, dass die "Experten" zu dem Schluss kommen, dass Putin hinter allem steckt oder dass Putin der einzige wirkliche Profiteur ist? Man muss auch kein Prophet sein, um zu sehen, dass die europäischen Länder, die sich gegen Veränderungen sperren, immer stärker unter Druck geraten. Dazu gehören auch Deutschland und Frankreich, die zusehends auf Militarismus und, im Inland, auf Verelendung und Verarmung setzen. UK macht sich gerade auf den Weg in eine andere, in eine bessere Zukunft. Diese Zukunft gestalten nicht, wie in Deutschland, radikale rechte Splitterparteien, sondern der Mainstream - Konservative und Labour.

    Reinhard Löffler
    Toll, dass unsere nicht deutschstämmigen Mitbürger stets so spontan auf die Straße gehen und für Ihre Meinungen demonstrieren können, wenn es um Ereignisse in ihrem Herkunftsland geht. Da fragt niemand nach Anmeldung der Demo und so bürokratische Vorgänge. Schon eigenartig.

    Udo Lehmann
    Ich bin auch der Meinung von Herrn Hyngar dieser sog. Putsch war m.M. von der Regierung organisiert um kritische Verfassungsrichter, intelligente Militärs, denkende Beamte und kluge Politiker aus den Ämtern zu jagen und um das kritische Bürgertum zu maßregeln, was folgen wird: die Verfassung bleibt zwar formal in Kraft aber ein willfähriges Parlament wird den Weg in die Präsidialherrschaft ebnen, welch' Leid wird jetzt auch über viele Familien gebracht, es ist zum Wegrennen, was dort passieren wird. Wollen wir solch eine Türkei in der EU?

    Franz Bröschke
    Zu Frank Roßdeutscher aus Berlin, heute, 00:29 Uhr. - Sie haben es korrekt beschrieben. Seit Jahrzehnten hat man im demokratischen Westen mit Diktatoren aus Nordafrika zusammen gearbeitet. So wurde auch der Putsch-General al-Sisi von der christlichen Bundeskanzlerin empfangen. Der soziale Demokrat Gabriel hat ihn hofiert. Deutschland liefert weiter Waffen an das blutrünstige Regime in Saudi-Arabien. In der Türkei wird es weiter gehen wie bisher: Verhaftungen, Krieg und Mord. Ein feines NATO-Mitglied haben wir da. Wann endlich wird die Heuchelei und Verlogenheit der westlichen Wertegemeinschaft von führenden Politikern und Journalisten verurteilt?

    Gerda Fürch
    Frage für "Nachgefragt": Wer hat die nächtlichen türkischen Spontandemos gegen den angeblichen und sehr fragwürdigen Putsch vor der Türkischen Botschaft im schlafenden Botschaftsviertel des Bezirks Tiergarten eiligst organisiert, zu nachtschlafender Zeit angemeldet und von der nachtschlafenden Polizeibehörde genehmigt? Von wem wurden in anderen deutschen Großstädten die türkischen Spontandemos eiligst organisiert, angemeldet und eiligst genehmigt? Das passierte erstaunlicherweise alles innerhalb von wenigen Nachtstunden bis 4.00 Uhr morgens!

    die folgenden 4 Beiträge wurden zensiert
    Boelitz, 17.07.2016, 11:26 Uhr:
    Das ist jetzt das Ende der Beitrittsbemühungen der Türkei zur EU. Der Putschversuch galt dem Ziel, Erdogan zu stürzen, da er das Ziel eines islamisch- diktatorischen Staates verfolgt, in dem er eines Sultans gleich eine Art Präsidialmacht mit Rundumdiktatur das alleinige Sagen hat. Und das will die Mehrheit des türkischen Volkes gewiss nicht. Man wird sehen, was jetzt folgt, besonders was mit jenen geschieht, die als Anführer ausgemacht werden. Erdogan ist ein machtbesessener Despot, dem zuzutrauen ist, dass er die Todesstrafe wieder einführt, um ein Exempel an jenen zu statuieren, die ihn stürzen wollten und eine Warnung an die zu geben, die den Gedanken hegen könnten, das erneut zu versuchen.

    Hansi K., 17.07.2016, 11:27 Uhr:
    könnte man die Frage stellen, was besser gewesen wäre: Der vorübergehende Militärputsch gegen Erdogan oder der jetzige Militärputsch durch Erdogan. Mich erinnert alles an die Geschichte. Sehe immer einen netten Mann mit "Schnauzbart" vor meinen Augen. Einmal in der UdSSR und einmal in Deutschland. Ach ja, da war auch noch einer in Italien und einer in Spanien zur etwa gleichen Zeit. Anscheinend mögen die Türken ihren eigenen Untergang.

    Olaf, 17.07.2016, 11:28 Uhr:
    Was für eine Farce! Europa und der Westen stehen völlig hilflos dabei und sehen zu wie ein neuer Despot die totale Macht ansich reisst. Frau Merkel forder hilflos die Beachtung demokratischer Prinzipien in der Türkei und weiss breits um die Absurdität fieser Rethorik. Die Stärke Erdogans ist die Schwäche Europas. Erdogan ist der lose Colt im Orient den man stoppen muss bevorer er Europa in den Abgrund reisst. Wer wird das für uns regeln wenn nich wir selber? Ich denke es ist höchste Zeit für einen Ausschluss der Türkei aus der Nato, ein Waffenembargo und für die Einleitung von Wirtschaftssanktionen sowie eine Bodenoffensive der Nato in Syrien

    Liv Ulrich, 17.07.2016, 11:29 Uhr:
    Ich hätte eine Frage an die Journalisten. Warum wird immer wieder gesagt, die Türkei sei eine Demokratie? Sie war eine Demokratie, aber jetzt haben sie einen Diktator. Keine Pressefreiheit, Verhaftungen, Absetzung der Richter etc. Ist das Demokratie? Warum wird das weiter gesagt. Um den Deal von Frau merkel zu schützen? Nein, es ist alles unehrlich.

    Alle Kommentare können Sie hier im Gästebuch lesen.