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Montag, 31. Januar 2022

Presseclub - 30.01.2022 - Missbraucht, vertuscht, gelogen: Das moralische Inferno der katholischen Kirche?

Presseclub 30.01.2022 - Missbraucht, vertuscht, gelogen: Das moralische Inferno der katholischen Kirche?
So. 30. Januar 2022, 12.03 - 13.00 Uhr

Missbraucht, vertuscht, gelogen:
Das moralische Inferno der katholischen Kirche?


Moderation
Volker Herres
Von November 2008 bis April 2021 war Volker Herres Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen. Er ist heute u.a. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Journalistenschule e.V. und arbeitet freiberuflich.
Bilder: Screenshots. Text: ARD

Auf 1900 Seiten steht es schwarz auf weiß. Im Bistum München/Freising sollen mehr als 200 katholische Würdenträger über Jahrzehnte hinweg fast 500 Kinder sexuell missbraucht haben. Jahrelang wurde versucht, die Taten zu vertuschen. Diesen Vorwurf müssen sich auch der ehemalige Papst Benedikt und Kardinal Marx gefallen lassen, der am Freitag sein persönliches Versagen eingestanden hat. Das jüngste juristische Gutachten einer Münchner Kanzlei erschüttert die katholische Kirche bis ins Mark. Dass jetzt auch noch Papst Benedikt die Unwahrheit gesagt haben soll, bringt bei vielen Katholiken das Fass zum Überlaufen. Nach immer neuen Enthüllungen in den vergangenen Jahren kehren immer mehr Menschen der Kirche den Rücken. Ist der Niedergang der katholischen Kirche noch aufzuhalten? Kann uns das als Gesellschaft egal sein oder nicht?

Kardinal Marx hat eine ehrliche Aufarbeitung der Fälle versprochen. Kann die Kirche das selber leisten oder wäre dies besser bei einer Wahrheitskommission aufgehoben wie in Irland oder Australien? Warum schweigt die Politik? Für Kardinal Marx hat der Missbrauchsskandal systemische Ursachen, die nur durch grundlegende Kirchenreformen behoben werden könnten. Deshalb wolle er den synodalen Weg zur Erneuerung der katholischen Kirche unbedingt weiter gehen. Diesen Diskussionsprozess hatten die deutschen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken 2019 angestoßen, um sich mit der kirchlichen Sexualmoral, der Stellung der Frau und mit den Machtstrukturen auseinanderzusetzen.

Wie erfolgsversprechend ist dieser Weg, dem längst nicht alle Bischöfe aufgeschlossen gegenüberstehen? Wird der Vatikan diese Reformen mittragen? Welches Interesse haben wir als Gesellschaft an dem Fortbestand der katholischen Kirche, die zahlreiche soziale Aufgaben übernimmt? Gehört das gesamte Zusammenspiel von Staat und Kirche auf den Prüfstand?

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Interessanter war die nachfolgende Phoenix-Runde mit:
  • Franz Meurer, Pfarrer Kath. Kirchengemeinde St. Theodor Köln
  • Karl Haucke, Betroffener sexualisierter Gewalt
  • Christiane Florin, Journalistin und Autorin
  • Matthias Kopp, Pressesprecher Deutsche Bischofskonferenz
Deshalb habe ich das Video unter den Kommentaren angehängt.


485 Kommentare + 282 Antworten = 767 Beiträge, davon 97 gesperrt

Kommentar 488:
Regina Celeste schreibt 30.01.2022, 17:57 Uhr:
Wer erlebt hat das nach dem Tod einer Mutter ihr hinterbiebenes Kleinkind den Papa fragt: Wo ist die Mutti jetzt?,und dann die naturwissenschaftlich kalte Antwort erhält. Sie ist nicht mehr da. Sie ist "tot wie ein Türnagel"-(Dickens-Weihnachtsgeschichte), der weiß dass atheistische Positionen nur schön Wetter tauglich sind. Die metaphysische Ebene wird der Staat, bekanntlich das kälteste aller Monster(Nietzsche) nie zufriedenstellend ersetzen können. Das heißt nicht wenn wir menschlich bleiben wollen. Die katholische Kirche ist die größte globale NGO. Nach deutschem Wesen ist sie nicht reformierbar. Sie ist korrupt, der Kirchensteuereinzug ist singulär. Aber die Kirche reagiert erpressbar. Schon immer gingen die Staatskirchen konform mit den Regiemen. Bei Corona im Stefansdom zu "impfen", mit Substanzen die aus einer genetischen Embryonenforschung stammen, ist Häresie,bzw Heuchelei im Quadrat. Kranke alleine sterben zu lassen weil Christen eine Heidenangst vor Corona haben ist es auch.
Kommentar 483:
Norbert Wendland schreibt 30.01.2022, 17:54 Uhr:
„Es gibt weltweit über 1.3 Milliarden Katholiken. In Deutschland sind es ca.22 Millionen. 1,3 Milliarden-22 Millionen sind immer noch 1,3 Milliarden“ (Christoph Süß, BR). Das beschreibt die Situation der deutschen katholischen Kirche exakt, wie ich finde. Was juckt es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt?
Kommentar 479:
Karin schreibt 30.01.2022, 17:43 Uhr:
Guten Tag, erst der Missbrauch von Kindern und dann das nicht „sehen“ wollen. Durch das Wegsehen der Kirchenoberen werden die Menschen ein zweites Mal missbraucht. Deutschland schnallt den Gürtel enger: Im Rahmen des Mega-Sparpakets der Bundesregierung sollen Zuschüsse gekürzt werden, außer den Gehälter kirchlicher Würdenträger. Etwa ca. 21 Milliarden Euro zahlt der Staat für Kirchengehälter. Hier könnten jährlich mehrere Millionen Euro eingespart werden, denn die Gehälter von Bischöfen, Priestern und Vikaren werden von Steuergeldern bezahlt. Völlig unabhängig von der Kirchensteuer. Obwohl die Bistümer jährl. Kircheneinnahmen von rd. 1,2 Milliarden Euro (nur Bayern) haben, zahlt das Land die Gehälter von Bischöfen, Erzbischöfen, Weihbischöfen, Erziehern an bischöflichen Priester- und Knabenseminaren. Der Grundbesitz für die katholische Kirchebeträgt vermutlich ca. 330 Milliarden € und hierfür werden keine Grundsteuer und keine sonstigen Steuern bezahlt. Mit freundlichen Grüßen
Kommentar 470:
Silvia Zugau schreibt 30.01.2022, 17:20 Uhr:
Wo sich Geld und Macht über Jahrhunderte konzentriert, was erwartet man da? Man bedenke nur, wie viel Grund- Vermögen die Kirche allein in Deutschland hat. Was da jedes Jahr für Gelder zusammenkommen und nach 100 Jahren gehört alles wieder der Kirche, so ein Geschäftsmodell gibts auch nur bei der Kirche. Ich glaube Erbpacht oder wie sich das nennt
    Antwort von
    Karin , geschrieben am 30.01.2022, 17:48 Uhr:
    Die Kirche ist sehr reich und hatte riesiges Grundvermögen und bezahlt weder Grundsteuer noch sonstige Steuern. Man könnte meinen, die Kirchenoberen werden von der Kirchensteuer bezahlt. Nein, Bischöfe, Erzbischöfe und andere werden vom Staat bezahlt, von unsern Steuern. Das ist schon so seit 200 Jahren und keiner traut sich ran, was zu ändern. Ich dachte, Staat und Kirche sind getrennt.

Kommentar 464:
Heinz Becker schreibt 30.01.2022, 17:07 Uhr:
Ob Renate Künast auch die minderjährigen Missbrauchsopfer der katholischen Kirche im Sinn hatte, als sie 1986 in einer Diskussion im Berliner Abgeordnetenhaus, als ein CDU-Mann die Zwischenfrage stellt, wie eine Rednerin der Grünen zu einem Beschluss der Grünen in Nordrhein-Westfalen stehe, die Strafandrohung wegen sexueller Handlungen an Kindern solle aufgehoben werden, ihren Zwischenruf absetzte: „Komma, wenn keine Gewalt im Spiel ist“? Dass damals der Beschluss auch der katholischen Kirche zugute gekommen wäre ist klar, aber das sie daran gedacht hat ist doch sehr zu bezweifeln.
    Antwort von
    Werner Hellmann , geschrieben am 30.01.2022, 17:54 Uhr:
    Hessische Grüne waren ganz weit vorne, als es um die Legalisierung von Pädophilie ging. Später engagierten sich einige von ihnen gegen Israel und für die muslimischen Palästinänser. Warum sind Nouripour&Co heute Fans von Schwarz-Grün und Gegner von Russland und Putin?



Phoenix Runde am 30.01.2022
Der Missbrauchsskandal - Wie glaubwürdig ist die Kirche noch?


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Dienstag, 12. Dezember 2017

»Moral in Zeiten der Globalisierung« - von Vaclav Havel

Thema: Moral

»Moral in Zeiten der Globalisierung«
von Vaclav Havel

Moral in Zeiten der Globalisierung
In seinen Reden und Essays zeigt Vaclav Havel sich als das, was er schon immer gewesen ist: ein überzeugter Humanist, ein kompromißloser unbeugsamer Moralist, ein unerschütterlicher Idealist, der den besseren Menschen fordert und zutiefst an ihn glaubt. Havel hat seien Essays in dem Band »Moral in Zeiten der Globalisierung« zusammengefasst. Die Essays enthalten Havels Reflexionen über Moral und Politik mit humanistisch geprägten Grunderfahrungen.

Havel plädiert für eine geistige und moralische Dimension in der Politik. Er versteht darunter eine Politik, die aus zutieftst empfundenen persönlichen Verantwortung für die Welt hervorgeht. Eine Politik, die aus dem Bewußtsein erwächst, dass zwar keiner von uns - als einzelner- die Welt als Ganzes retten kann, jeder von uns aber dennoch so verhalten muss, als ob dies doch in seiner Macht stünde (Seite 27).

Die ausgewählten Essays und Texte in diesem Band, entstanden zwischen Anfang 1992 und Ende 1997, widmen sich einer Vielfalt von Fragen, Entwicklungen und Problemen: so beschäftigen sie sich mit dem schwierigen Erbe der posttotalitären Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa und der Schwäche der Freiheit im Westen, mit der Zukunft Europas und der multikulturellen globalen Zivilisation sowie den Werten, die ihr Überleben befördern könnten, mit dem Ende der technisch-wissenschaftlichen Moderne und der Rolle der Intellektuellen in offenen und totalitären Gesellschaften, mit dem Theatralischen in der Politik und der Einsamkeit des Dissidenten wie des Präsidenten, mit elementaren Erfahrungen angesichts der Hoffnungslosigkeit und des Todes.
Das Moralische ist schlicht allgegenwärtig, ähnlilch wie die Politik:
Und eine Politik, die sich von der Moral löst, ist eine schlechte Politik.
Sein Band »Moral in Zeiten der Globalisierung« zeigt eine Gesellschaft im Wandel, die im Zeitalter der Globallisierung und Moderne vor neuen Herausforderungen steht. Havel zeigt dabei verschiedene Perspektiven dieses Wandels auf.

Moral in Zeiten der Globalisierung
[Zur Amazon Bestellseite] "Moral in Zeiten der Globalisierung"
von Vaclav Havel
Rowohlt-Verlag,
Taschenbuch,
ISBN-13: 978-3499223821

veröffentlicht von Blogger, ehem. Torpedo - kritischer Gesellschafts- und Politik-Blog am 08.10.2011
Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise des Blogbetreibers widerspiegeln.


Samstag, 16. November 2013

Wulff-Prozess: Das System der Heuchler steht vor Gericht

Thema: Korruption und Heuchelei
 
Egal, wie der Wulff-Prozess endet: Politik und Medien werden ihn als Freispruch für ihr System deuten. Der Abschuss von Wulff sollte die moralisch verkommenen Eliten entlasten. Ein korruptes System hat einen kleinen Fisch geopfert. Denn eine ganze Klasse unterliegt dem fundamentalen Irrtum, dass nicht die Korruption an sich das Problem ist, sondern das Erwischt-Werden.


Das Bild, das Christian Wulff so fürchtete: Ein ehemaliger Bundespräsident vor dem Richter. Doch nicht er allein steht da – mit ihm wird über ein ganzes System verhandelt, das nicht im Traum daran denkt, sich zu verändern. (Foto: dpa)
Im Wulff-Prozess steht die ganze moralische Verkommenheit der politischen, wirtschaftlichen und medialen Eliten dieses Landes vor dem Richter.

Das beginnt bei Christian Wulff: Der ehemalige Bundespräsident symbolisiert wie kein anderer die kleine, unscheinbare Korruption, die zum politischen Alltag gehört – von den Playern so selbstverständlich angenommen, dass die meisten über den Wulff-Prozess nur staunen können. PR-Berater Moritz Hunzinger spricht von der „Lebenswirklichkeit“, in der Geben und Nehmen so natürlich ist wie Zahlen und Anschaffen.

Von den 17 Vorwürfen ist bis auf 800 Euro nichts übrig geblieben, was vor Gericht verhandelt hätte werden können. Das sagt nichts über die moralischen Qualitäten von Wulff aus – wie die Verteidiger des Systems jetzt behaupten.

Es zeigt – im Gegenteil – wie schwer Korruption vor ordentlichen Gerichten zu beweisen ist. Korruption ist kein Delikt wie Mord, wo es ein Opfer und einen Täter gibt. Korruption ist ein Krebsgeschwür, das sich durch ein moralisch verkommenes System frisst. Ein solches Geschwür kann man nicht zu einem Straftatbestand verdichten. Man kann es nur an der Wurzel ausrotten – in den Köpfen der Politiker, Medien und Wirtschafts-Eliten.

Doch davon sind wir weiter entfernt denn je: Die Politik ist zum Supermarkt degeneriert. Jeder hat die Möglichkeit, von Lobbyisten Geld oder Annehmlichkeiten anzunehmen. Alle verdächtigen einander, weil sie von ihresgleichen offenbar nur das Schlechteste denken wollen.

Der kollektive Verdacht dient den einzelnen Politiker als Freibrief: Sie unterstellen einander, dass es alle tun – wie dies der wegen Korruption verurteilte ehemalige österreichische Innenminister Ernst Strasser gesagt hat.

Und keiner will der Dumme sein: Ehrlichkeit gehört nicht zu den Tugenden der Politik. Den meisten korrupten Politikern fehlt ohnehin das grundlegende Unrechtsbewusstsein: Sie behaupten, dass alles, was sie tun, für einen guten Zweck sei. Besonders grotesk im Fall Wulff: Um Siemens für einen Film über John Rabe anzuschnorren, musste Wulff sich den Hotelaufenthalt beim Oktoberfest finanzieren lassen. Nach dem Motto: Es ging ja um die ermordeten Juden, da muss schon mal ein Bier drin sein. Wulff sagte am Donnerstag zum Prozess-Auftakt, er sei nicht bestechlich gewesen, weil ihm der Film „eine Herzensangelegenheit“ gewesen sei.

So denken sie alle: Die Klimaschützer, Autoförderer, Arzneimittel-Fans, Gentechnik-Freaks, Atomkraft-Freunde. Sie alle glauben, dass sie einem höheren Zweck dienen, wenn sie Geld von interessiertere Seite annehmen. Der Natur, der Mobilität, der Gesundheit, der Ernährung, dem Strompreis.

Wer wollte ihnen da eine kleine Gefälligkeit verübeln – wo sie doch rund um die Uhr im Dienst des Bürgers und der guten Sache unterwegs seien.

Es geht ja schließlich um Herzensangelegenheiten.

Wulff hatte in dem legendären Interview mit dem Staatsfernsehen beklagt, er habe ja leider keinen Zeit gehabt, den Job des Bundespräsidenten zu lernen, weil er so schnell Karriere gemacht habe.
Was Wulff fehlt, kann man nicht lernen: Es geht um einen eisernen, inneren Kompass, der sagt, dass Gefälligkeiten nicht deswegen unterbleiben müssen, weil sie aufgedeckt werden könnten, sondern weil sie ein Betrug am Bürger sind – auch, wenn sie unentdeckt bleiben.

Symptomatisch für den Verfall der politischen Szene ist die riesige Industrie der Lobbyisten, PR-Berater, Spin-Doctores und Manipulatoren. Sie wiegen die von ihnen beratenen Politiker nämlich in der Illusion, dass es eigentlich gar keine Korruption gäbe. Sie reden denen, denen in Erwartung unverhoffter materieller Segnungen schon das Wasser im Munde zusammenläuft, nämlich ein: Wir leben in einer „Interessendemokratie“. Es ist also geradezu eure Pflicht, unsere Wünsche zu erfüllen. Die sanfte Erpressung, wenn einmal einer in den giftigen Apfel gebissen hat, läuft dann von selber.

Die größten Heuchler an dem Wulff-Schauspiel sind die sogenannten „Leitmedien“. Wie die Lemminge haben sich alle vor den Karren der Bild-Zeitung spannen lassen. Die Bild-Zeitung ihrerseits hat die Sache brillant gespielt: Sie hatte die Wulff-Hinrichtung als Marketing-Kampagne gefahren. Nachdem sie ihren Liebling Karl Theodor zu Guttenberg nicht im Amt halten konnte, brauchte die Bild wieder eine Trophäe.

Warum recherchieren all diese Leitmedien nicht wirklich knallhart monatelang über Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Anshu Jain, Mario Draghi oder José Manuel Barroso?

Wulff war schwach, weil er persönlich angezählt war, und weil der Bundespräsident in Deutschland zwar einen klingenden Titel hat, aber keine Macht.

Ein dankbares Opfer.

Niemals würden die deutschen Leitmedien jene Energie, die sie gegen Wulff oder irgendwelche Kleinkriminelle aus der B-Prominenz verwendet, dazu einsetzen, um die wirklich großen Verbrecher, die gerade in den Zeiten der globalen Turbo-Krise aktiv sind wie noch nie, zu Fall bringen. Den Hauptdarstellern ihrer Selbst-Inszenierung hetzen die Medien keine investigativen Redakteure auf den Hals. Sie hängen ihnen – zulange sie sie für mächtig halten – Preise um den Hals.
Oder lassen sich von ihnen auszeichnen.

Die öffentlich-rechtlichen Medien haben schon strukturell keine Chance zu einer wirklich durchgreifenden journalistischen Kontrolle der Politik: Sie werden von den Politikern kontrolliert und von ängstlichen, angepassten und karrierebewussten Figuren geleitet. Investigative Reportagen müssen oft von mutigen, etwas altmodischen, aber leidenschaftlichen Journalisten gegen den Widerstand der Funktionäre durchgekämpft werden. Meist sind es externe Firmen oder freie Autoren, die ran müssen – damit im System der Konflikt-Level gering gehalten wird. Würden die Sender wirklich nichts anderes machen, als ohne Rücksicht auf Freundeskreise Missstände aufzeigen – die Diskussion um die GEZ würde bald verstummen.

Doch stattdessen balgen sich Talk-MasterInnen um die immer gleichen politischen Masken, die sie dann raushalten beim Demokratie-Fenster. Mit ein paar oberflächlich hingeworfenen Fragen wird kritischer Journalismus geheuchelt. Wenn die Antwort eine Lüge ist, bleibt sie im Raum stehen.

Die Wahrheit versendet sich.

Im Schaufenster sieht das dann so aus: Bei Maischberger sitzt in der ARD am Vorabend des Wulff-Prozesses als Vertreterin des investigativen Journalismus in Deutschland eine Society-Journalistin, deren erfolgreichstes Buch den Titel „Meine 30 Lippenstifte und ich“ trägt.

Und natürlich spielen die Verlage bei der großen Korruption ohne Hemmungen mit: Der Springer-Verlag, der sich jetzt der hehren Unbestechlichkeit rühmt, war natürlich Gast beim der Geburtstagsfeier von Merkel für Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann. Der Verlag beschäftigt hauptberuflich Bloggerinnen, die ganz ungeniert Werbung für Kosmetika machen. Die Korruption, wie sie in den alten Medien gang und gäbe ist, wird auch auf das Internet übertragen.

Der Krebs sucht seine Opfer. Überall.

Eine große Wirtschaftszeitung lässt sich eine ganze Rubrik von General Electric finanzieren. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken weist seine Werbeagentur an, kritische Medien von der Liste der Anzeigen zu streichen. Andere Unternehmen bestehen schriftlich darauf, dass sie nur in unkritischen „Umfeldern“ erscheinen dürfen.

Gäbe es keine massive Korruption bei den Medien – wir würden viele Werbeformate nie zu Gesicht bekommen. So aber leuchten sie von überall her. Und werfen ihre Schatten auf die Freiheit der 
Redaktionen.

Die Verlage haben ihre Lobbygruppen in Berlin und Brüssel und versuchen – wie alle anderen Industrien – ihr Kuchenstück zu sichern. Ohne dass es dazu besonderer Absprachen bedarf, bieten die Medien-Lobbyisten den Politikern besonders wertvolle Geschenke: Freundliche Berichterstattung.

Wenn ein Politiker symbolisch zum Abschuss freigegeben wird, merken die Medien nicht, dass sie alle ihn im Aufzug in den Abgrund begleiten. Das Urteil gegen Wulff wird sie nur weiter umnebeln.
Für die Bild-Zeitung hat die Übung ihren Zweck erfüllt: Sie hat als Staatsanwalt, Ankläger und Richter agiert – um nun zu heucheln, dass der Prozess unnötig sei. Die Zeitung titelt, ganz letzte Instanz für sich und alle anderen: Wulff sei bestraft genug!

Kein Wunder: Die Zeitung hat ihr Urteil längst gefällt. Da braucht es keinen echten Richter mehr.

Der Rechtsstaat – ein Anachronismus für die Heuchler.

Für die Lemminge und die politische Elite freilich ist der Prozess ganz nützlich.
Wird Wulff freigesprochen, werden Politik und Medien sagen: Seht her, wir sind sauber!
Wird Wulff verurteilt, werden beide sagen: Seht her, wir sind gerecht!

Der Prozess gegen Christian Wulff, von der Jagdgesellschaft hochgejubelt zu einem „historischen Ereignis“, ist eine banale Sache.

Der Prozess der Blick in den Spiegel. Eine durch und verkommene Politik und eine über weite Strecke zu Komplizen verkommene Öffentlichkeit steht vor dem Richter. Die sich als Richter aufspielen, sind eigentlich die Beklagten.

Vordergründig geht es um 800 Euro.

Tatsächlich geht es jedoch um die Hunderte Milliarden, die dieses System seinen Bürgern durch Fehler, kriminelle Energie, Korruption oder Dummheit entzogen hat – über Jahrzehnte hinweg.

Dieses System wird sich nicht freiwillig ändern.

Das System stärkt sich durch rituelle Opfer.

Danach geht es zurück in die Scheinwelten der Kasinos, Debattierclubs, Party-Hallen, Volksfeste, Aufsichtsräte, Stadien, Schönheitswettbewerbe, Talk-Shows.

Alles wird weitergehen, als hätte es Herrn Wulff nie gegeben.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Das passende Video:

 
» der Kommentar des Blogschreibers «
Diesmal kein Kommentar weil der ganze Artikel zu 100 Prozent seiner Meinung entspricht.
Man sollte vielleicht die selbsternannte "Elite", unsere "Excellenzen", einmal fragen, ob sich ihre Kinder nicht schämen, so verlogen heuchlerische Eltern zu haben, oder ob das schon gar keine Rolle mehr spielt und die meinen, das müsste so sein.

Egon Soppesagt:
Zuerst einmal – ein Vortrag, den die Deutsche Wirtschafts Nachrichten geschrieben hat, wie ich ihn in seiner Wahrheit und Aufrichtigkeit noch nie gelesen habe und auch von der Presse nie für möglich gehalten hätte.
Danke DWN.
Der letzte Satz : “Alles wird weitergehen, als hätte es Herrn Wulf nie gegeben.”

Dieser Satz ist richtig und falsch zugleich.
Es wird noch eine kurze Zeit weitergehen – aber nicht mehr lange.
Dieses verrottete System hat sich derartig überfressen und ist derartig verkommen, daß es seinem Ende zustrebt.

Dieses Eine-Hand-wäscht-die-andere-Hand-System, das jegliches Staatsrecht ad absurdum geführt hat, das Staatsverträge bricht, wie immer es will. (z.B. Maastricht-Vertrag) Dieses morsche und total verkommene System hat es soweit getrieben, daß es sich selbst derartig hohl gemacht hat, daß es allein finanziell in Kürze zusammen bricht.

Wir wollen hier nicht von Moral sprechen. Dieses System ist auch moralisch am Ende. Dieses System hat es nur noch nicht begriffen.

Wie wenig dieses System noch vom Volk getragen wird hat man am Sonntag in Bayern gesehen, wo das Volk – das sonst sportliche Großereignisse gern hat, einfach die Olympiabewerbung abgelehnt hat. Nicht wegen der Olympiade, sondern, es kann die verkommenen Sportverbände nicht mehr riechen. Es ekelt sich vor diesen Menschen.
Diese verkommene sogen. Elite hat jedoch die Währungen derartig manipuliert, daß dieses System sein Ende erreicht hat und vor dem Kollaps steht.

Wenn es so weit ist, dann kann die Elite nur noch beten, daß sie nur eingesperrt wird. Ansonsten wird diese Elite sehen, wie sie wie winselnde Würstchen dem Volk zum Fraße vorgeworfen wird.
Es dauert nicht mehr lange.

heide sagt:
du hast eine weltweitbekannte Persönlichkeit an deiner Seite, KAREN HUDES (ex Weltbank; es gab kürzlich einen Bericht hier auf den DWN über sie).
sie deckt in dem unten verlinkten Video die Korruption des Banken Kartells auf und dessen Einflussnahme über Medien, Politik und film. our daily brainwashing!
60% der Steuergelder der USA gehen an den Vatikan und die Jesuiten, 40% an die Banken in England.

die Korruption in den USA soll laut hudes – sie scheint eine vertrauenswürdige frau zu sein – soweit gegangen sein, daß man tatsächlich einen nuklearen Anschlag auf Süd Carolina vorhatte, der dann patzte, weil sich zwei top Militärs querstellten, die prompt entlassen wurden. 180 Leute aus dem Militär sollen entlassen worden sein, allesamt WEIL SIE SICH SCHÜTZEND vor das Volk gestellt haben. Infowars hatte auch darüber berichtet (undeklarierte atomar bestückte Raketen etc.).

kurz und gut, sie ist sehr positiv gestimmt, dass sich die dinge doch dorthin bewegen lassen, wo sie hingehören….
sehr hörenswert:
http://beforeitsnews.com/alternative/2013/11/karen-hudes-secret-plot-to-nuke-parts-of-usa-exposed-2821254.html

Henry sagt:
Wulff hatte sich öffentlich mehrmals kritisch über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) geäußert: “Was vermeintlich immer gut ging – neue Schulden zu machen -, geht eben nicht ewig gut. Es muss ein Ende haben, sich an der jungen Generation zu versündigen”, so Wulff in seiner Rede vom 24.11.2011. Es war zu befürchten, dass Wulff die Unterschrift unter das Gesetz zur Ratifizierung des ESM-Vertrages verweigern würde. Man musste sich etwas einfallen lassen, um einen potenziellen Störer der ESM-Pläne kaltzustellen. Es ist gelungen. Herr Wulff kann froh sein, dass es für ihn so ausgegangen ist. Andere Politiker, die sich den Interessen der “Power to be” entgegenstellen, haben mit ihrem Leben bezahlt.

CHRIS sagt:
super starker artikel!!!
es wird sich nie was ändern!

sonst wär dies schon längst passiert. Gelegenheiten gab's en masse…
nur Naturkatastrophen haben’s drauf, siehe Philippinen = Anarchie.
erst wenn die letzten Feiglinge ihren Job und cheque verloren haben, wird's für die interessant, die sich nach Umsturz und Gerechtigkeit sehnen.

die Masse fügt sich ihrem Schicksal, sind halt auch nur Menschen. war noch nie anders…

das leben hat mehr zu bieten! begreift es endlich. all the best things are for free!!!

Cassandra sagt:
Ich kann es nicht oft genug wiederholen, Wulff wurde gejagt weil er den ESM nicht unterschreiben wollte. Bitte mal ermitteln woher die Bild, Spiegel etc. den Anfangsverdacht hatten. Denen ist 100% das Dossier über Wulff von der NSA zugespielt worden.


Montag, 29. April 2013

Günther Jauch, 28.04.2013, Mia san Mia – Uli Hoeneß und die Moral der Mächtigen

Thema der Sendung:
Mia san mia – Uli Hoeneß und die Moral der Mächtigen

Vom Vorbild zum Scheinheiligen und schließlich zum Politikum: Im "Fall Uli Hoeneß" geht es nicht mehr nur um Steuern, sondern um die ganz großen Themen – Moral und Macht, Arm und Reich. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück warnt gar vor einem "Zerfall der Gesellschaft" und kritisiert fehlende Verantwortung und Solidarität bei Deutschlands Eliten.

mein Beitrag #111 : bayerische Moral?
Gewiss, schon seit Generationen ist überliefert, dass Gott selbst die Bayern schuf, auch dass in Bayern tatsächlich alles ein klein wenig anders ist - die Sonne scheint heller, das Gras ist grüner, das Wetter ist besser … die Gesetze werden großzügiger ausgelegt…
aber irgendwann kommt es dann knüppeldick:
Der CSU-Abgeordnete Georg Schmidt hatte seine Frau für monatlich 5000 Euro beschäftigt, sein Parteigenosse Georg Winter, seit Ende 2000 seine beiden damals 13- und 14- jährigen Söhne unter Vertrag genommen - als dies gerade noch erlaubt war.
Wie bitte? Arbeitsvertrag für 13-jährigen?
Mit anderen Worten: "Abzocken wo eben möglich."
Man konnte es der Presse entnehmen.
Von Uli Hoeneß konnte man am 24.05.2003 schon lesen: "Wer jetzt mauert, verlängert die Wirtschaftskrise!" Letzter Spieltag: Bayern-Manager unterstützt Reform-Aktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
http://www.presseportal.de/pm/39474/...bayern-manager
Auch hier sollte über so Einiges hinweg gesehen werden: Uli Hoeneß will Sonderregeln für den FC Bayern
http://duckhome.de/tb/archives/779-U...FC-Bayern.html
Natürlich ist das nicht auf Bayern beschränkt, zeigt aber schon deutlich, je höher die vermeintliche Stellung in der Gesellschaft, desto niedriger die Moral.

mein Beitrag #116 : Kavaliersdelikt

Zitat von MeinerEiner
Über „die da oben” zu schimpfen ist natürlich ein wohlfeiler Quotenbringer. Mich stört dabei die Heuchelei manches „kleinen Mannes”, denn dem Staat etwas abzuluchsen, gilt in s e i n e n Kreisen oft als Kavaliersdelikt. Aber wenn „Besserverdienende” das gleiche tun, werden sie vom Stammtisch lautstark an den Pranger gestellt.
Na Sie „Besserverdiener“,
als was gilt Steuerhinterziehung denn in Ihren Kreisen?
Was meinen Sie denn wohl, wieviele „kleine Männer“ es braucht um etwa die Größenordnung eines Hoeneß oder Zumwinkels an hinterzogenen Steuern zu erreichen? […]

Nach der Sendung

schrieb Gabriele Fladrich in #559
„Herzlichen Glückwunsch, Herr Hoeneß,
Sie sind die Oberliga, wir ja nur die kleinen Lichter!
Es gab vor einiger Zeit bei uns das Vorbeikommen der Abteilung Flankenschutz, um unsere Einkünfte und unsere Anlagen zu überprüfen.
Dabei stellte sich heraus, dass wir noch über alte Sparbücher verfügten, deren Zinseinkünfte nicht in unserer Steuererklärung nicht angegeben haben. Diese Überprüfung ergab, dass wir insgesamt 1,37 Euro nach deklarierten mussten. Also, ich verstehe absolut, dass eine solche Abteilung ihre Berechtigung hat, aber wie können dann diese "großen" Fische durch das Netz gehen?
Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Fladrich“ 

und Greta antwortete in #649:
Wir haben wirklich mal vergessen, innerhalb 14 Tagen eine Steuernachzahlung von 12,50Euro vorzunehmen. Nach weiteren 14 Tagen kam sofort eine Androhung mit Fristsetzung! Auch wir fragen uns, warum hier sofort geprüft wird, aber die Großen davonkommen. Und warum erhalten jetzt Rentner in Bayern Steuerforderungen von 2010 und 2011 auf bereits versteuerte Renten? Ein Schelm wer Böses dabei denkt ...... 

Kommentar der FAZ vom 29.04.2013 in Auszügen:

Jauch beschäftigte sich unter dem Titel „Mia san mia – Uli Hoeneß und die Moral der Mächtigen“ abermals mit dem Präsidenten des FC Bayern München und seiner eingestandenen Steuerhinterziehung. Immerhin machte Jauch gegenüber der vergangenen Sendung Fortschritte. Er verzichtete auf Oliver Pocher und beschränkte sich auf vier Gäste. Das machte die Debatte für den Zuschauer überschaubarer - und ermöglichte den Gästen sogar die Chance, Argumente zu entwickeln, anstatt bloß Schlagworte in die Runde zu werfen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Dokumentation und einer Talk-Show? In einer Dokumentation geht es primär um die Aufklärung eines Sachverhalts. Interviews dienen dazu, dem Zuschauer eine Einordnung der geschilderten Tatbestände zu ermöglichen. In Talk-Shows werden dagegen Meinungen sogar über ungeklärte Sachverhalte geäußert. Daher ist in Dokumentationen auch nur selten der warnende Hinweis von Ehefrauen nötig, man könne sich dort um „Kopf und Kragen reden“. Nun wird zum Glück in zivilisierten Gesellschaften niemandem mehr der Kopf abgeschlagen. So konnte Thomas Gottschalk am Sonntagabend bei Günther Jauch erhobenen Hauptes das Studio verlassen, trotz der entsprechenden Warnung seiner Ehefrau. Gottschalks Teilnahme war nämlich unverzichtbar.

Mit Hilfe von Heribert Prantl, Ressortleiter Innenpolitik bei der „Süddeutschen Zeitung“, versuchte Jauch das Dickicht um die Steuerhinterziehung des Uli Hoeneß zu entwirren. Kurz gesagt: Prantl diagnostizierte auf Basis der ihm offenkundig möglichen Einsicht in die entsprechenden Unterlagen eine Steuerschuld von 3,2 Millionen Euro auf das Vermögen, das sich auf einem Schweizer Bankkonto befindet. Ob die Selbstanzeige zur Aufhebung der Strafbarkeit führen wird, vermochte Prantl nicht zu sagen.

So werden sich wahrscheinlich mehr notorische ÖPNV-„Schwarzfahrer“ in deutschen Gefängnissen befinden als Steuerhinterzieher. Der Grund liegt vor allem in jenem Unikat namens „Selbstanzeige“ in der Strafrechtsordnung. Ein Schwarzfahrer kann nämlich nicht durch Selbstanzeige Straffreiheit erlangen. Das ist nur bei Steuerdelikten möglich. Schwarzfahrer sollten sich also nicht erwischen lassen. Steuerhinterzieher können dagegen vor Gericht darüber streiten, ob sie denn schon erwischt worden sind. Ein kleiner Unterschied – mit großen Folgen.

Selbstvergessenheit und Realitätsverlust
„Mia san mia“: Dieser Grundsatz sollte bei Uli Hoeneß immer bayerisches Selbstbewusstsein ausdrücken. Tatsächlich zeigt sein Fall etwas anderes: Selbstvergessenheit und Realitätsverlust. Etwa dass es sich als Millionär in Deutschland nicht lohne zu arbeiten. Es ging ihnen in Wirklichkeit noch so so gut wie heute. Ob sich Thomas Gottschalk um „Kopf und Kragen“ geredet hat, wie es seine Ehefrau vor der Sendung befürchtete? Keineswegs. Er konnte erhobenen Hauptes aus der Sendung gehen. An ihm wurde nämlich deutlich, was schief läuft in Deutschland.
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Leider schreibt die FAZ nichts davon, dass sich Huber wie ein Aal wand als die typisch bayerische Überheblichkeit von CSU, Abgeordneten und Oberschicht vor den Augen der Öffentlichkeit aufgezeigt wurde.
Steinbrück bereitete es sichtlich Vergnügen, ihn auf die politisch gewollten Personaldefizite in allen Bereichen des bayerischen Finanzwesens hinzuweisen.
Da nutzte es Huber am Ende nichts mehr zu betonen, dass Betriebsprüfer in Bayern erfolgreicher seien als Anderswo, denn damit bestätigte er nur, dass in bayerischen Betrieben oberflächlich gearbeitet wird, ansonsten gäbe es nicht viel zu beanstanden.

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