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Donnerstag, 21. November 2019

USA betrachten Israels Siedlungsbau als legal


Die US-Regierung sieht im israelischen Siedlungsbau im Westjordanland keinen Verstoss gegen internationales Recht mehr – und erntet Kritik.

Die US-Regierung vollzieht eine weitere Kehrtwende in der Nahost-Politik - sie sieht im israelischen Siedlungsbau im Westjordanland keinen Verstoss gegen internationales Recht mehr.

US-Aussenminister Mike Pompeo sagte am Montag in Washington, der Bau von israelischen Siedlungen im Westjordanland «ist nicht per se unvereinbar mit internationalem Recht». Es habe den Friedensprozess im Nahen Osten nicht vorangebracht, die Siedlungen für illegal zu erklären. Der Schritt reiht sich ein in eine Serie einseitig proisraelischer Entscheidungen der Regierung von US-Präsident Donald Trump.

Pompeo sagte, die US-Position in dieser Frage habe sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach geändert. Nach eingehender Prüfung der Rechtspositionen sei man zu dem Schluss gekommen, dass es den Friedensprozess nicht vorangebracht habe, die Siedlungen illegal zu nennen. «Es wird niemals eine gerichtliche Lösung des Konflikts geben. Argumente, wer völkerrechtlich Recht hat und wer nicht, bringen keinen Frieden», sagte Pompeo. Möglich sei nur eine politische Lösung.

Lob von Netanyahu, Schelte von Palästinensern

Israel begrüsste den Kurswechsel. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sprach von der Korrektur einer «historischen Fehlentscheidung». Die Palästinenserführung warf Israel dagegen vor, mit den Siedlungen palästinensisches Land zu stehlen und das Recht auf Bewegungsfreiheit der Palästinenser einzuschränken. Nabil Abu Rudeineh, Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, sagte, die US-Regierung trage «die volle Verantwortung für jegliche Auswirkungen dieses gefährlichen Schritts».

Die US-Botschaft in Jerusalem rief US-Bürger zu erhöhter Vorsicht in Jerusalem und den Palästinensergebieten auf. Regierungsmitarbeitern wurden Reisen ins gesamte Westjordanland und Besuche in der Jerusalemer Altstadt sowie ihrer direkten Umgebung untersagt.

Die EU wird sich dem US-Kurswechsel in der Nahost-Politik nicht anschliessen. «Die Position der Europäischen Union zur israelischen Siedlungspolitik in den besetzten Palästinensergebieten ist klar und bleibt unverändert», teilte die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini am Abend in Brüssel mit. Die EU rufe Israel auf, sämtliche Siedlungsaktivitäten im Einklang mit seinen internationalen Verpflichtungen als Besatzungsmacht zu unterbinden.

Israel hatte 1967 während des Sechstagekriegs unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600'000 israelische Siedler in mehr als 200 Siedlungen. Die Palästinenser sehen beide Gebiete als Teil eines künftigen unabhängigen Staates.

Umstrittene Siedlungspolitik

Die Siedlungspolitik Israels ist hoch umstritten. Der Uno-Sicherheitsrat hatte Israel im Dezember 2016 zu einem vollständigen Siedlungsstopp in den besetzten Palästinensergebieten einschliesslich Ost-Jerusalems aufgefordert. Siedlungen wurden in der Resolution 2334 als Verstoss gegen internationales Recht und als grosses Hindernis für einen Frieden in Nahost bezeichnet. Auch die Amerikaner lehnten die Erweiterung israelischer Siedlungen in diesen Gebieten bislang ab.

Der Siedlungsbau ging jedoch weiter. Israel genehmigte nach Angaben der Friedensorganisation Peace Now allein im Oktober den Bau von 2342 Siedlerwohnungen im besetzten Westjordanland. Seit Jahresbeginn sei der Bau von insgesamt 8337 Wohnungen in israelischen Siedlungen gebilligt worden - deutlich mehr als im Vorjahr.

Mit der rechtlichen Kehrtwende der Amerikaner bekommt Israel nun kraftvolle Unterstützung für die eigene Siedlungspolitik. Die Trump-Regierung hat in den vergangenen Jahren bereits eine ganze Reihe einseitig proisraelischer Entscheidungen getroffen: Sie erkannte den israelischen Anspruch auf die besetzten Golanhöhen ebenso an wie Jerusalem als Israels Hauptstadt. Sie verlegte die US-Botschaft auch dorthin.

Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil der Stadt als Hauptstadt des von ihnen angestrebten eigenen Staates. Die Palästinenser werfen der US-Regierung vor, vor allem die Interessen Israels zu vertreten. Deshalb lehnen sie inzwischen den Vereinigten Staaten als Vermittler im Nahost-Konflikt ab.

Politische Krise in Israel

Trumps Regierung setzt sich mit ihrer Nahost-Politik konsequent vom Kurs internationaler Partner ab. Die Entscheidung fällt nun in innenpolitisch besonders bewegte Zeiten für Israel und spielt Netanyahu in die Hände, der schwer unter Druck steht.

Israel steckt in einer politischen Krise: Nachdem Netanyahu nach der Parlamentswahl im September mit dem Versuch scheiterte, eine neue Regierung zu bilden, läuft an diesem Mittwoch die Frist zur Regierungsbildung für Ex-Militärchef Benny Gantz ab. Sollte Gantz ebenfalls scheitern, droht die dritte Wahl innerhalb eines Jahres.

Pompeo beteuerte, der Zeitpunkt der Verkündung habe keinerlei Zusammenhang mit innenpolitischen Vorgängen in Israel. Ausweichend reagierte er auf die Frage, wann die USA ihren seit langem angekündigten Nahost-Friedensplan präsentieren werden. Die Vision der US-Regierung werde vorgestellt, «wenn die Zeit reif ist». Zunächst müsse in Israel der Regierungsbildungsprozess abgeschlossen sein. (sda)

Mit freundlicher Genehmigun von 20min.ch

Donnerstag, 11. April 2019

Netanyahu will Gebiete am Jordan annektieren

Thema: Israel


Er werde dafür sorgen, dass Israel das Gebiet westlich des Jordans kontrolliere, sagte Regierungschef Benjamin Netanyahu kurz vor der Wahl in Israel.

Kurz vor der Wahl in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanyahu die Annektierung von Teilen des Westjordanlands in Aussicht gestellt. «Ich werde nicht eine einzige Siedlung räumen und natürlich dafür sorgen, dass wir das Gebiet westlich des Jordans kontrollieren.»

Der Parteichef des rechtskonservativen Likud sagte am Samstagabend im israelischen Fernsehen, die nächste Wahlperiode werde schicksalhaft sein. «Werden wir in der Lage sein, unsere Sicherheit zu gewährleisten und die Kontrolle über das essenziell wichtige Gebiet von Judäa und Samaria (Westjordanland)? Wir haben gesehen, was wir nach einem Abzug aus dem Gazastreifen bekommen haben.»

Israelische Souveränität ausweiten

Weiter sagte Netanyahu, im Falle eines weiteren Abzugs sei ein «Gazastreifen in Judäa und Samaria» zu befürchten. Israel hatte den Gazastreifen 2005 geräumt, 2007 übernahm dort die radikalislamische Hamas gewaltsam die Kontrolle.

Netanyahu sagte, er habe erreicht, dass US-Präsident Donald Trump die Golanhöhen als israelisches Gebiet anerkenne. Man wolle nun «zur nächste Phase übergehen» und die israelische Souveränität auch auf das Westjordanland ausweiten. Dies war bisher vor allem eine Forderung ultrarechter Koalitionspartner Netanyahus. Netanyahu hatte sich in der Vergangenheit für die Einrichtung eines entmilitarisierten Palästinenserstaates ausgesprochen.

Über eine halbe Million Siedler

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600'000 israelische Siedler in mehr als 200 Siedlungen. Vor allem Erziehungsminister Naftali Bennett drängt immer wieder darauf, weite Teile des Westjordanlandes zu annektieren. Die Palästinenser wollen die Gebiete stattdessen für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Israel wählt am Dienstag ein neues Parlament. Das oppositionelle Bündnis der Mitte, Blau-Weiss von Ex-Militärchef Benny Ganz, könnte nach Umfragen stärkste Kraft werden, knapp vor Netanyahus rechtskonservativem Likud. Es ist jedoch fraglich, ob Ganz die Mehrheit im Parlament für eine Regierungsbildung erzielen kann.

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

» der Kommentar des Blogschreibers «

Was ist denn mit den vielen deutschen Annektionsexperten, die noch bei der Krim so laut aufgejault haben? Nichts? Zu feige den Mund aufzumachen? Oder ist das gaaanz was anderes, wenn Netanyahu das ankündigt? Werden die EU und Merkel umgehend Sanktionen gegen Israel verhängen?

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Jerusalem-Resolution im Sicherheitsrat - USA legen Veto dagegen ein

Thema: UNO-Resolution

18.12.2017
USA legen Veto gegen Jerusalem-Resolution im Sicherheitsrat ein

Im UN-Sicherheitsrat wurde heute über die Jerusalem-Resolution beraten. Es wurden alle Länder aufgerufen, ihre Botschaften nicht nach Jerusalem zu verlegen.

In einer aktuellen UN-Resolution, die von Ägypten eingebracht wurde, wird jegliche einseitige Entscheidung zum Status von Jerusalem als rechtlich wirkungslos bezeichnet. „Jede Entscheidung und Handlung, die vorgibt, den Charakter, Status oder die demographische Zusammensetzung“ von Jerusalem „verändert zu haben, hat keine rechtliche Wirkung, ist null und nichtig und muss widerrufen werden“, hieß es in dem Entwurf.

Zugleich wurden alle Länder aufgerufen, ihre Botschaften nicht nach Jerusalem zu verlegen, wie es die USA tun wollen.

Israels Botschafter bei der UNO, Danny Danon, verurteile den Resolutionsentwurf scharf. „Keine Abstimmung und keine Debatte wird die klare Realität ändern, dass Jerusalem immer die Hauptstadt Israels war und sein wird“, erklärte Danon.

Die USA legte ihr Veto ein, die anderen 14 Ratsmitglieder im Sicherheitsrat der UN stimmten für die Vorlage.

Frankreichs UN-Botschafter François Delattre würdigte den ägyptischen Entwurf als „guten Text“, der in „vollkommener Übereinstimmung“ mit früheren UN-Resolutionen stehe. Ähnlich äußerte sich der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft.

Rycroft äußerte die Erwartung, dass die USA „weiterhin eine extrem wichtige Rolle bei der Suche nach Frieden im Nahen Osten spielen“ würden.

US-Präsident Donald Trump hatte am 6. Dezember Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannt und den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angeordnet. Die Entscheidung hatte vor allem in muslimischen und arabischen Ländern heftige Proteste ausgelöst. (afp)

Mit freundlicher Genehmigung von EpochTimes.de


15.12.2017

EU-Chefs erkennen Jerusalem nicht als Israels Hauptstadt an

Die Haltung der EU zum Status vom Jerusalem bleibe "unverändert", bekräftigten die 28 EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Sie werden Jerusalem nicht als Israels Hauptstadt anerkennen. Unterdessen rief Bundespräsident Steinmeier "zum Kampf gegen Antisemitismus" auf.

Die EU bleibt in der Jerusalem-Frage auf Distanz zu den USA: Die Haltung der EU zum Status der Stadt bleibe „unverändert“, bekräftigten die 28 EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstagabend bei ihrem Gipfel in Brüssel.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief am Freitag angesichts des Verbrennens israelischer Flaggen in Berlin „zum Kampf gegen Antisemitismus“ auf. In Jerusalem lieferten sich palästinenische Demonstranten neue Auseinandersetzungen mit israelischen Sicherheitskräften.

„Die EU-Chefs bekräftigen ihr festes Bekenntnis zu einer Zwei-Staaten-Lösung, und in diesem Zusammenhang bleibt die Haltung der EU zu Jerusalem unverändert“, schrieb Ratspräsident Donald Tusk im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die EU reagierte damit auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt Israels anzuerkennen.

EU-Vertreter hatten bereits direkt nach Trumps Entscheidung die Befürchtung geäußert, dass damit die Chancen auf eine Zwei-Staaten-Lösung und auf „Frieden“ in Nahost weiter schwinden. Der EU-Gipfel stellte sich am Donnerstagabend erneut mit Nachdruck hinter eine solche Lösung.

EU erteilt Israel eine Abfuhr

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die EU-Länder bei einem Besuch in Brüssel in der vergangenen Woche gedrängt, dem Beispiel der USA zu folgen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erteilte dem eine klare Absage und sagte, Netanjahu könne „sich seine Erwartungen für andere aufheben“.

Der Status von Jerusalem ist einer der größten Streitpunkte im israelisch-palästinensischen Konflikt. Israel proklamierte den Ost- und den Westteil der Stadt zur „ewigen, unteilbaren Hauptstadt“; für die Palästinenser ist Ost-Jerusalem hingegen die Hauptstadt ihres künftigen Staates.

In muslimischen und arabischen Ländern wird seitdem teils gewaltsam protestiert. Am Freitag demonstrierten erneut tausende Palästinenser in Jerusalem. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften.

Im indischen Hyderabad trampelten muslimische Männer vor den Freitagsgebeten auf Flaggen der USA und Israels herum. Sie riefen Slogans gegen die Entscheidung Trumps. Proteste gab es auch vor der US-Botschaft in Kuala Lumpur.

Auch in Deutschland hatte es zuletzt Proteste gegeben. Dabei waren vor der US-Botschaft in Berlin am Freitag vergangener Woche zwei israelische Fahnen verbrannt worden. Am Sonntag war bei einer Demonstration im Berliner Stadtteil Neukölln ebenfalls eine israelische Flagge angezündet worden.

Steinmeier verurteilt Flaggenverbrennung

Bundespräsident Steinmeier verurteilte die Flaggenverbrennung und rief zum Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland auf. „Der Antisemitismus ist nicht überwunden, auch nicht in unserem Land, und er zeigt sein böses Gesicht in vielfältigem Gewand“, sagte Steinmeier am Freitag in der israelischen Botschaft in Berlin.

Dass auf deutschen Plätzen israelische Fahnen brannten, „das erschreckt mich und beschämt mich“, sagte der Bundespräsident. „Antisemitismus darf keinen Platz haben in dieser Bundesrepublik“, forderte er. Steinmeier verwies auf die Verantwortung Deutschlands angesichts seiner Geschichte. „Diese Verantwortung kennt keine Schlussstriche für Nachgeborene und keine Ausnahmen für Zuwanderer.“

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sprach sich angesichts der antisemitischen Proteste dafür aus, den Holocaust in Integrationskursen für Zuwanderer stärker zu behandeln. Zur Identität Deutschlands gehöre, „dass wir keine Form von Antisemitismus akzeptieren und uns klar zum Existenzrecht Israels bekennen“, schrieb Maas in einem Beitrag für „Spiegel Online“.

Diese Grundsätze müssten nicht nur jedem deutschen Schüler vermittelt werden, sondern auch den nach Deutschland gekommenen Flüchtlingen. Jedem, der dauerhaft in Deutschland bleiben wolle, müsse klar sein, dass Deutschland „den braunen Antisemitismus der Neonazis“ bekämpfe und „auch keinen importierten Antisemitismus von Zuwanderern dulde“. (afp)

Mit freundlicher Genehmigung von EpochTimes.de

Dienstag, 19. Dezember 2017

Zum ersten Mal seit 500 Jahren - Archäologenteam öffnet das Grab Jesu Christi

Thema: Jerusalem

Zum ersten Mal seit 500 Jahren
Archäologenteam öffnet das Grab Jesu Christi


Zum ersten Mal seit Jahrhunderten legten Wissenschaftler die Oberfläche dessen frei, was der Überlieferung nach als Grabstätte von Jesus Christus betrachtet wird. Hier soll er nach der Kreuzigung drei Tage aufgebahrt worden sein. Diese befindet sich in der Grabeskirche in der Altstadt Jerusalems. Das Grab war mindestens seit 1555 von einer Marmorplatte bedeckt, vermutlich aber schon ein paar Jahrhunderte länger.

oben: Grabschlucht - unten: Grabkammer (Modell)
Foto: Screenshots Video
Archäologe Fredrik Hiebert von National Geographic beteiligte sich an der dringendenden Restaurierung des heiligen Grabes in der Kirche der heiligen Grabstätte in Jerusalem.

Hiebert erklärt: „Das Heiligtum wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals durch Feuer, Erdbeben und Invasionen zerstört. Wir wussten nicht, ob es jedes Mal an genau an der gleichen Stelle errichtet wurde.“

Der Wallfahrtsort war drastisch restaurierungsbedürftig, und um das Grab für Reparaturen zu öffnen, begannen bereits 1959 die Verhandlungen. Es musste ein einstimmiger Beschluss gefasst und von einem „Status-quo-Komitee“, bestehend aus drei religiösen Führern, verabschiedet werden.

Das Edicule, oder „Häuschen“, das sich im Inneren der Kirche befindet, wurde um den ursprünglichen Grundstein herum gebaut. Man nimmt an, dass es sich um die Grabstätte Christi handelt, die „Felsen des Kalvarienberges“ genannt wird.

Hiebert sagte: „Alles muss vom Komitee genehmigt werden, so dass selbst das Auswechseln einer Kerze sehr lange dauert. Es gibt eine Leiter am Haupteingang der Kirche, die sich seit 240 Jahren nicht bewegt hat, und so lange wurde immer noch keine Entscheidung getroffen. Man nennt sie deshalb auch ‚die unbewegliche Leiter‘. Es ist ein Triumph der Verhandlung, dass wir nun endlich diese notwendige Arbeit ausführen durften.“

Nach einem halben Jahrtausend wurde der Marmordeckel schließlich in Anwesenheit der griechischen und armenisch-orthodoxen Kirchen und der Franziskanermönche angehoben.

Darunter befand sich eine Kalksteinplatte auch als „Regals“ bezeichnet. Es wird angenommen, dass es sich um den Ort handelt, an dem einst der Leib Jesu Christi lag.

Mit Hilfe von bodendurchdringenden Radar- und Thermografiescannern zur Erfassung von Informationen brauchten 35 Experten 60 Stunden, um den Schmutz zu entfernen, Mörtel zu sammeln und den Prozess zu dokumentieren.

Der Archäologe sagte: „Wir wurden alle sehr neugierig. Dann gingen wir hinein, schauten in das Grab und konnte viel Schutt erkennen. Es war also nicht leer, aber es gab keine Artefakte oder Knochen.“

Das Team entdeckte das Kalkstein-Begräbnisbett ein paar Stunden, bevor sie das Grab wieder verschließen mussten.

Laut The Mirror sagte Hiebert: „Das Erstaunlichste für mich war, dass wir die erste Staubschicht entfernt und ein zweites Stück Marmor gefunden haben. Dieses war grau, nicht cremeweiß wie das Äußere, und genau in der Mitte befand sich ein wunderschön beschriftetes Kreuz. Wir hatten keine Ahnung, dass das da war.“

Forscher glauben, dass das Kreuz von Kreuzrittern des 12. Jahrhunderts geschnitzt wurde

Das Kreuz - Foto: Videoscreenshot
Hiebert gab zu: „Als wir merkten, was wir gefunden hatten, zitterten meine Knie ein wenig.“

„In der Archäologie passiert der Eureka-Moment (‚Aha- Erlebnis‘) oft nicht auf dem Feld“, sagt Hiebert. Es kommt, wenn man nach Hause kommt und alle gesammelten Daten überprüft. Wer weiß, was uns das sagen wird.“

Das Team hat nun die Daten gesammelt, die es benötigt, um mit der virtuellen Rekonstruktion des Grabes zu beginnen.

Laut National Geographic wurden neueste Datierungsergebnisse über den Bau des Grabes in die Zeit von Konstantin, Roms erstem christlichen Kaiser, zurückdatiert.

Hiebert schloss daraus: „Ohne Knochen und Artefakte werden wir nie sicher sagen können, dass dies das Grab Christi war.“

„Es ist eine Frage des Glaubens. Es war schon immer so und wird es wohl auch immer sein.“

Mit freundlicher Genehmigung von EpochTimes.de

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Klare Absage von EU an Netanyahu wegen Jerusalem-Anerkennung

Thema: Nah-Ost

Jerusalem-Anerkennung:
EU erteilt Netanyahu eine klare Absage

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat die EU-Staaten aufgefordert, dem US-Beispiel zu folgen und Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini hat Forderungen von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nach Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels eine klare Absage erteilt. In Beirut protestierten zehntausende Libanesen und Hisbollah-Anhänger.

EU-Chefdiplomatin Mogherini sagte nach einem einem knapp zweistündigen Treffen der EU-Aussenminister mit Netanyahu in Brüssel, dass eine einseitige Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt für die EU nicht infrage komme.

Sie machte vielmehr deutlich, dass die einseitige Anerkennung Jerusalems durch die USA aus EU-Sicht eher eine Gefahr als eine Chance für den Frieden darstelle. Der Beginn neuer Friedensverhandlungen erscheine derzeit «in sehr weiter Ferne», sagte Mogherini weiter. Ihrer Einschätzung nach hätten die USA noch nicht einmal einen Rahmen und Horizont für ihren angekündigten Vorschlag für neue Friedensgespräche definiert. Ziel müsse eine Zwei-Staaten-Lösung sein, bei der Jerusalem Hauptstadt beider Seiten sein solle.

Netanyahu kritisiert EU-Staaten

Israels Ministerpräsident Netanyahu hatte die EU-Staaten zuvor aufgefordert, Jerusalem ebenfalls als Hauptstadt Israels anzuerkennen. «Grundlage für Frieden ist, die Realität anzuerkennen», sagte er. «Jerusalem ist die Hauptstadt Israels und niemand kann das verneinen.»

Mit Blick auf die EU-Forderungen nach einer Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Palästinensern verwies Netanyahu auf die US-Vorbereitungen für einen neuen Vorschlag. «Wir sollten uns anschauen, was präsentiert wird und ob wir das voranbringen können.»

Später sagte Netanyahu in einem auf Twitter veröffentlichten Video aus dem Flugzeug, er habe die EU-Aussenminister aufgefordert, «damit aufzuhören, die Palästinenser zu verhätscheln». Er glaube, «dass die Palästinenser zurück auf den Boden der Tatsachen geholt werden müssen». Dies sei die einzige Möglichkeit, Frieden zu erzielen.

Kritik an US-Entscheid

Seit der von US-Präsident Donald Trump getroffenen Entscheidung kam es im Westjordanland, in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen zu teils heftigen Unruhen. Am Montag wurden im Gazastreifen mindestens drei Palästinenser verletzt. Auch im Westjordanland gab es Verletzte. Bis anhin wurden vier Palästinenser getötet.

Ebenfalls am Montag protestierten in der libanesischen Hauptstadt Beirut zehntausende Libanesen und Hisbollah-Anhänger. «Wir werden Jerusalem niemals aufgeben», sagte der Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah in einer Rede, die auf Grossleinwänden übertragen wurde. Im Libanon leben mehr als 400'000 palästinensische Flüchtlinge.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gab den USA eine Mitschuld an dem Gewaltausbruch. Die Amerikaner seien durch ihren Entscheid zu Komplizen bei diesem Blutvergiessen geworden, sagte er in Ankara. Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas begann am Montag mit einem Besuch in Ägypten eine Abstimmungsrunde mit mehreren arabischen Staaten. Abbas sollte in Kairo auch den Vorsitz der dort ansässigen Arabischen Liga treffen.

Nächste Einladung an Abbas

Netanyahu hatte sich nach Angaben aus EU-Kreisen mit Unterstützung des litauischen Aussenministers Linas Linkevi?ius quasi selbst zu dem EU-Aussenministertreffen eingeladen.

Der letzte israelischer Premierminister war vor 22 Jahren zu Gesprächen nach Brüssel gekommen. Auch aus Protest gegen die israelische Siedlungspolitik hatte die EU die Zusammenarbeit mit dem Land nicht ausgebaut.

Um das Treffen mit Netanyahu nicht wie eine einseitige Unterstützung für Israel aussehen zu lassen, hat Mogherini bereits angekündigt, zum nächsten EU-Aussenministertreffen Palästinenserpräsident Abbas einzuladen. (fur/sda)

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

Anne Will - 10. Dezember 2017 - Jerusalem-Streit und Nordkorea-Konflikt - wie gefährlich ist Trumps Außenpolitik?


Sendung am 10. Dezember 2017 | 21:45 Uhr
Jerusalem-Streit und Nordkorea-Konflikt -
wie gefährlich ist Trumps Außenpolitik?

Foto: Screenshot
    die Gäste im Studio

  • Stefan Niemann
    Leiter ARD-Studio Washington
  • Michael Wolffsohn
    Historiker und Publizist
  • Jean Asselborn
    Außenminister von Luxemburg
  • Cem Özdemir
    (Bündnis 90/Die Grünen)
    Parteivorsitzender und Spitzenkandidat
  • Irene Dische
    Deutsch-amerikanische Schriftstellerin

Donald Trumps Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, polarisiert die Weltgemeinschaft. Gießt Trump mit seinem Handeln Öl ins Feuer oder ist es schlicht eine Anerkennung der Realität in Nahost? Auch die Drohungen des US-Präsidenten gegen Nordkorea rufen geteilte Reaktionen hervor. Wie gefährlich ist Trumps Außenpolitik und wie sollten die europäischen Partner reagieren?

Link zur Sendungsseite: (hier)
Link zum Anne-Will-Blog: (hier)

Pressestimmen

FAZ.de
Das Recht des Stärkeren
Bei Anne Will geht es um die Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem. Es kommt zu schrägen Vergleichen. Man redet von der „Anerkennung von Realitäten.“ Doch welche sollen das sein?

t-online.de
Nahost-Talk bei "Anne Will"
Wolffsohn spricht von einem "schlechten Witz"
Wie viel Öl gießt die Anerkennung von Jerusalem als israelische Hauptstadt ins Feuer im Nahen Osten? Und wie heiß ist der Konflikt um Nordkorea? Ein Talk-Abend bei „Anne Will“ in außenpolitischen Krisenzeiten.

focus.de
Bei Anne Will
„Was Sie alles wissen, Hammer!"
Moderatorin Anne Will witzelt über Historiker
Das politische Talkshow-Geschäft schwächelt stark. Weil es seit fast drei Monaten nach der Wahl keine neue Regierung gibt, plätschern die Themen in den TV-Sendungen. Die Außenpolitik Trumps mag abenteuerlich sein. Die Diskussion darüber ist lähmend.

Kommentare aus dem Blog

zensiert
Gerd 49 schrieb, 09.12.2017 um 21:27 Uhr
"Wie gefährlich ist Trumps Außenpolitik?"
Na, gefährlicher als die von Hillary bestimmt nicht.
Kann es sein, dass die deutschen Medien immer noch nicht verkraftet haben, dass sie mit ihrer Unterstützung von Hillary Clinton auf das total falsche Pferd, und jede Menge "Kohle" in den Sand gesetzt haben?
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern hat Donald Trump einen ganz anderen Stil und lässt chronische Rektalbewohner und "Präsidentenzäpfchen" erst gar nicht in die Nähe seines Hintereingangs kommen. Selbst Versuche, Kontakt über seine Tochter aufzunehmen, sind gescheitert.
Dazu kommt, ganz ungewöhnlich für deutsche Politiker, dieser Präsident hält zum großen Teil, was er im Wahlkampf versprochen hat. Für ihn gilt "America first". Na ja, für unsere Kanzlerin galt das vor Trump ja auch mal.
Jetzt allerdings, wo sie der "mächtigste Mann der Welt" verschmäht, müssen die Hofberichterstatter der "mächtigsten Frau der Welt" wohl oder übel Trump-Bashing betreiben.
Jeder der da mitmachen möchte, sollte vorher allerdings die gesamte Rede lesen und sich nicht nur auf die Ausschnitte verlassen, die ihm hierzulande serviert werden. Eine deutsche Übersetzung der gesamten Rede findet man hier:
Trumps Jerusalemrede auf deutsch

zensiert
W.Meyer schrieb am 09.12.2017 15:14 Uhr:
Etwas über DEMOKRATIE
Israel ist der einzige DEMOKRATISCHE Staat im Nahen Osten, wie einige Foristen hier verkünden. Dieser Staat kümmert sich völlig „DEMOKRATISCH“ überhaupt nicht um UNO-Resolutionen, die die Siedlungspolitik auf Palästinensergebiet verurteilen. Nach Trumps Verlegung der Botschaft nach Jerusalem will man den Bau von Siedlerwohnungen in Jerusalem vorantreiben. 14.000 neue Wohnungen sollen entstehen, davon 6.000 in Ost-Jerusalem, berichtete die Zeitung "Maariv“.
Der Autokrat Putin hatte vor der Annexion der Krim die Krimbevölkerung befragt. 95% waren bei einer Wahlbeteiligung von 80% für den Anschluss an Russland. Es gibt auch keine Flüchtlinge von da nach Westeuropa. Man will lieber in Russland als in der Ukraine leben. Durch einen Putsch wurde der DEMOKRATISCH gewählte Präsident Janukowitsch verjagt, obwohl durch Verhandlungen zwischen J. und der Opposition unter Regie der EU eine friedliche Lösung gefunden wurde.
Im Gegensatz zur Krim gab es bzgl. Kosovo kein Referendum. Er wurde völkerrechtswidrig ohne UNO-Mandat durch DEMOKRATISCHE NATO-Staaten von Serbien abgespalten. Aber die meisten Flüchtlinge vor den Syrern 2015 kamen aus dem Kosovo zu uns. Russland bekam für die Krim-Annexion heftige Sanktionen vom DEMOKRATISCHEN Westen zu spüren, aber Israels Annexionspolitik wird vom US-Präsidenten noch honoriert und Israel bekommt Waffen aus unseren DEMOKRATIEN geliefert. Waffen reichlich bekommt auch Saudi-Arabien, ein Musterland bzgl." DEMOKRATIE". Trump machte erst kürzlich einen Waffendeal über 100 Mrd.$. Der Wahhabismus ist da die Staatsdoktrin, die auch von den IS-Terroristen praktiziert wird. Ganz "DEMOKRATISCH" werden Frauen unterdrückt und Ungläubige massakriert mit Waffen, die unsere DEMOKRATIEN an die Saudis liefern. Es schließt sich der Kreis, weil die IS-Terroristen mit diesen Waffen auch in Europa tätig werden. Es lebe die DEMOKRATIE!

Westcoast schrieb am 10.12.2017 12:44 Uhr:
Da habe ich eine vollkommen andere Sichtweise.
Mit einem Russland, das von einem autoritären Despoten regiert wird, der Krieg als Mittel der Politik betrachtet und seine Nachbarn bedroht, gibt es keine gemeinsamen Interessen. Deutschlands Platz ist an der Seite der USA. Nur die USA sichern den Frieden und die Freiheit der westlichen Welt. Auch im Konflikt mit Nordkorea steht Russland an der Seite Nordkoreas und zeigt damit seine antidemokratische Ausrichtung. Wer mit stalinistischen Diktaturen paktiert, kann kein Partner Deutschlands sein.
Gruß Westcoast

zensiert
Peter Fischer schrieb
"Typisch Westcoast! Fernab jeglicher Realität bezeichnet Forist Westcoast die Kriegsnation Nummer eins, nämlich die VSA, als Garant für den Frieden. Forist Westcoast wäre für mich der beste Kandidat für den noch zu schaffenden Nobelpreis für Realitätsverweigerung. Vielleicht sollte er sich bei der ARD als Journalist bewerben? Dort werden solche Typen gesucht!

Klaus Keller schrieb am 09.12.2017 23:33 Uhr:
Ich schlage vor, sich die Geschichte von Jerusalem mal bei Wikipedia anzusehen. Die Hälfte der Welt und die Hälfte der Religionen können eine Anspruch aus der Geschichte ableiten. Der Ursprung liegt sicher im Judentum. Italien könnte einen Anspruch aus der römischen Besatzung herleiten. Der Islam kam erst etwa sechs Jahrhunderten nach Christus nach Jerusalem. Die Christen hätten wieder Anspruch aus der Zeit der Kreuzritter, die dann wieder von Arabern verdrängt wurden bis zur Kolonialzeit. Das liest man sich mal besser selber durch, das dauert nicht so lange.
Den Dauerkonflikt seit Jahrzehnten würde ich schon an einer starren Haltung aus dem islamisch arabischen Raum festmachen. Das hilft jetzt alles nicht weiter.
Das Thema ist aber (mal wieder) Trump. Diese Entscheidung von ihm finde ich auch nicht gut, dafür bin ich begeistert von seinen Attacken gegen die Globalisierung; "Freihandel" ist nur eine Umschreibung für Lohndumping und Entdemokratisierung.
Im Forum können wir innerhalb der Regeln (fast) allen Blödsinn schreiben; das ist Teil der Meinungsfreiheit. Ich möchte aber aus der Erfahrung heraus daran erinnern, dass man für fast jeden Beruf eine professionelle Distanz zum Thema braucht. Also bitte sortieren was gut ist und was nicht so gelungen ist. Mit blinden Trump-Bashing disqualifiziert man sich nur selbst.

Willy Freud schrieb am 10.12.2017 21:30 Uhr:
Ich weiß nicht worum es eigentlich geht, in dieser Diskussion. Geht es nun um Israel, was die richtige Entscheidung für Israel ist, oder geht es um Donald Trumps gefährliche Fehlentscheidung?
Über Trump kann ich nur sagen, die Amerikaner sollten zusehen, dass sie diesen Mann in drei Jahren aus dem Amt jagen. Ihm bei der nächsten Wahl erklären, dass er endgültig gefeuert Ist.
Das ist die Sprache, die Herr Trump sehr gut versteht.
Inzwischen müssen wir abwarten, dass bis dahin alles gut geht und dieser Trump keinen Atomkrieg auslöst. Ansonsten braucht man über Herrn Trump nicht großartig zu diskutieren. Herr Trump macht sowieso was er will und daran wird sich nichts ändern, so lange dieser Mann im Amt sitzt.
Trump wird auch keinen Wohlstand für alle Amerikaner bringen, wie er behauptet hat. Er macht eine Steuerreform, die nur Reiche erfreuen. Für die ärmeren Amerikaner macht er natürlich gar nichts. Für diese Leute wird sich nichts ändern. Der Ami hat den falschen Mann gesetzt. Aber ein ähnliches Problem haben wir hier in Deutschland auch.
Wir sollten uns lieber mit unseren eigenen Problemen befassen. Deutschland ist kein Schlaraffenland und uns Deutschen geht es auch nicht allen gut. Wir sollten uns mal über den Pflegenotstand unterhalten, den unsere Regierungen der letzten Jahre zu verantworten haben. Aber über solche Angelegenheiten gibt es keine Diskussion mehr. Unsere Probleme sollen offensichtlich nicht mehr angesprochen werden. Da können wir lange drauf warten.

Moserer schrieb am 10.12.2017 22:07 Uhr:
In arabischen Hauptstädten brennen nun wieder amerikanische und israelische Fahnen auf öffentlichen Plätzen, begleitet von Wutgeschrei wie "Tod den Amerikanern" und "Vernichtet Israel".
Ja, und? Das machend die doch andauernd, seit ich denken kann. Ganz genau deswegen ist es völlig egal, was Trump oder irgendjemand sonst tut, es gibt immer dieses Wutgeschrei und die deutsche Presse und gewisse politische Kreise heulen im Zweifel mit. Ich finde Trump hat richtig gehandelt

Rudolf schrieb am 10.12.2017 22:31 Uhr:
Ad1: Herr Asselborn weist zu Recht auf die unterschiedlichen Maßstäbe hin. Wenn Israel annektieren darf, warum darf Russland das nicht.
Ad2: Herr Özdemir sollte besser schweigen. Worthülsen helfen nicht weiter. Ad3: Um was geht es wirklich bei der Aktivität von Herrn Trump, besser den Menschen hinter ihm, hinter dem Vorhang?
Ich glaube es geht darum weiter einen Grund für die USA Präsenz im Nahen Osten zu finden. Also Israel gen die nun aufgebrachten Islamisten zu verteidigen.

Paulus schrieb am 10.12.2017 22:33 Uhr:
Die Runde ist schlecht besetzt. Wolffsohn spreizt sich als "Historiker" um seinen Argumenten mehr Autorität zu verleihen - peinlich weil er trotzdem dürftig, im gewohnten Fahrwasser bleibt. Man hätte seine Beiträge aus zurückliegenden Sendungen 1:1 einblenden können. Nichts Neues von ihm. Auch für Wolffsohn sollte gelten "die Realität" der er glaubt zu ihrem Recht auf Anerkennung verhelfen zu müssen, gibt es nur als Konstruktion der Wahrnehmung "einer Realität" (von vielen möglichen) aus partiellem Interesse. Was Frau Dische aus einer Familie mit bunter ethischer und staatsbürgerlicher Herkunft stammend, als Antwort zur Frage der Hauptstadtfunktion von J beisteuern kann, erschließt sich nicht aus ihren Sätzen. Asselborn sollte in Luxemburg in eine Talk Show marschieren. Um Klarheit zu gewinnen brauchen wir keinen Helfer für Steuertrickser aus Luxemburg - die haben wir schon.
Gruß Paulus

Freitag, 8. Dezember 2017

Er zündelt schon wieder - Die Welt versteht ihn nicht

Thema: Donald Trump

US-Botschaft in Jerusalem
Die Welt versteht Trumps Entscheid nicht

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, sorgt weltweit für Beunruhigung.

Die Weltgemeinschaft hat mit grösster Besorgnis auf den historischen Alleingang Donald Trumps zur Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt reagiert. Für Freitag wurde eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats zu dem Thema angesetzt.

Der US-Verbündete Saudiarabien rief die USA auf, die Entscheidung zurückzunehmen. Die Nato-Partner Frankreich und Grossbritannien als Vetomächte sowie weitere Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates beantragten eine Sondersitzung des Gremiums in New York. Sie soll bereits am Freitag stattfinden.

«Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass es Zeit ist, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen», hatte Trump am Mittwoch in Washington gesagt. Die Entscheidung des Weissen Hauses erfuhr auch die Rückendeckung des US-Aussenministeriums.

Applaus kam von jüdischen Verbänden in den USA sowie aus Israel. Premierminister Benjamin Netanyahu sprach von einem «historischen Tag für Jerusalem». Jerusalem sei unter anderem Sitz von Regierung und Parlament Israels.

Kritik im Nahen Osten und Europa

Neben Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte sich besonders auch die Führung des Irans kritisch geäussert. «Die amerikanische Regierung hat sich mit dieser Erklärung dazu entschlossen, alle internationalen und bilateralen Resolutionen und Vereinbarungen zu verletzen», sagte Abbas. Die Palästinenser haben zu einem Generalstreik und Kundgebungen am Donnerstag aufgerufen.

«Diese irrationale und provokante Entscheidung wird zu einer weiteren Intifada sowie mehr Extremismus und Gewalt führen», hiess es vom Aussenministerium in Teheran. Die radikal-islamische Hamas erklärte, das palästinensische Volk werde angemessen reagieren. Ein Hamas-Führer sprach offen von einer «Kriegserklärung». Die Türkei warf Trump vor, internationales Recht zu brechen.

Auch in Europa reagierten die Regierungen mit Besorgnis. «Ich glaube, dass sie (die Entscheidung Trumps) wirklich das Risiko beinhaltet, dass eine ohnehin schon schwierige Lage dort im Nahen Osten und in dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern jetzt noch weiter eskaliert», sagte der deutsche Aussenminister Sigmar Gabriel in den ARD-«Tagesthemen».

Auch Kanzlerin Angela Merkel liess über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert via Twitter kundtun: «Die Bundesregierung unterstützt diese Haltung nicht, weil der Status von Jerusalem im Rahmen einer 2-Staaten-Lösung auszuhandeln ist.»


Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wurde deutlicher: «Diese Entscheidung verletzt internationales Recht und alle UNO-Resolutionen.»

Kritik aus der Schweiz

Die Gesellschaft Schweiz-Palästina hat das Vorhaben von US-Präsident Donald Trump, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, verurteilt. Der Schritt verstosse gegen eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates und breche internationales Recht.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit, es habe die Entscheidung der USA zur Kenntnis genommen, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Die Schweizer Reaktion darauf werde der Geschäftsträgerin der US-Botschaft in Bern am Donnerstagmorgen mitgeteilt. Nach diesem Treffen werde auch die Öffentlichkeit über die offizielle Stellungnahme der Schweiz informiert.

«Worldwide Caution»

Das US-Aussenministerium hat indessen in einer «Worldwide Caution» zu erhöhter Wachsamkeit vor Terrorattacken aufgerufen. US-Bürger wurden augefordert, im Ausland besonders vorsichtig zu sein und sich vor Reiseantritt über etwaige Reisewarnungen für das Zielland zu informieren.

Israel hatte 1967 während des Sechs-Tage-Kriegs den arabisch geprägten Ostteil der Stadt erobert und später annektiert. Es beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt.

Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Unter anderem erkennen die Vereinten Nationen nicht ganz Jerusalem als Israels Hauptstadt an. Die Palästinenser sehen in Ost-Jerusalem ihre künftige Hauptstadt. (chk/sda/ap/afp)

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Mittwoch, 26. April 2017

Netanyahu lies Treffen mit Gabriel platzen

Thema: Israel

Wirbel um Antrittsbesuch
Netanyahu sagt Treffen mit Gabriel ab

Israels Premier passt es nicht, dass der deutsche Aussenminister in Jerusalem israelische Menschenrechtsorganisationen treffen will.

Eklat bei Israel-Besuch: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sein Treffen mit dem deutschen Aussenminister Sigmar Gabriel in Jerusalem kurzfristig abgesagt. Das sagte Gabriel am Dienstag. Hintergrund ist eine geplante Gesprächsrunde des Aussenministers mit Vertretern von regierungskritischen Menschenrechtsorganisationen.

Der Aussenminister hat seine Diskussionsrunde mit «Vertretern der Zivilgesellschaft» für den Nachmittag in Jerusalem geplant. Unter den Teilnehmern sind die Organisationen Breaking the Silence (Das Schweigen brechen) und Betselem, die sich kritisch mit der israelischen Siedlungspolitik auseinandersetzen.

Auf Siedlergesetz zurückzuführen

Im Februar hatte bereits ein Treffen des belgischen Ministerpräsidenten Charles Michel mit den beiden Organisationen zu einem Eklat geführt. Israel bestellte im Anschluss den belgischen Botschafter ein und übermittelte eine Rüge. Netanyahu sprach von einem schwerwiegenden Affront.

Die deutsch-israelischen Beziehungen sind ohnehin schon angespannt. Die deutsche Regierung hat das im Februar verabschiedete israelische Gesetz zur rückwirkenden Legalisierung von 4000 Siedlerwohnungen auf palästinensischem Privatland scharf kritisiert.

Friedensgespräche neu aufleben lassen

Kurze Zeit später wurden die für Mai geplanten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen verschoben – aus Termingründen, wie es hiess. In israelischen Medien wurde aber gemutmasst, die Verschiebung sei auf die deutsche Verärgerung über das Siedlergesetz zurückzuführen.

Gabriel wollte bei seinem Antrittsbesuch vor allem für eine Wiederbelebung der Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern werben. Dazu wollte er sich in Ramallah auch mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah treffen. Präsident Mahmud Abbas ist verhindert.

Gabriel plädiert für eine «aktive Rolle» Deutschlands bei den Friedensbemühungen, die seit Jahren auf Eis liegen. Zuletzt hatte sich der damals noch amtierende US-Aussenminister John Kerry intensiv um eine Zwei-Staaten-Lösung bemüht. Die Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern scheiterten 2014. Der Nahost-Kurs der neuen US-Regierung ist noch unklar.

Gelassener Gabriel

«Ich bedaure das sehr», sagte Gabriel nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Jerusalem zu der Absage und betonte, «dass wir jetzt hier nicht zum Spielball der Innenpolitik Israels werden dürfen». Andererseits halte er die Absage «nicht für eine Katastrophe», sagte Gabriel. «Mein Verhältnis und das Verhältnis Deutschlands zu Israel wird jetzt dadurch in keiner Weise sich ändern.»

Gabriel hatte zuvor im ZDF gesagt, er könne sich eine Absage eines Gesprächs mit Netanyahu «fast nicht vorstellen, weil es ausserordentlich bedauerlich wäre». Umgekehrt wäre es «undenkbar», ein Gespräch mit Netanyahu abzusagen, wenn er in Deutschland Regierungskritiker treffe.

Die Erklärung aus Israel

Netanjahus Büro rechtfertigte die Absage in einer Erklärung. «Stellen Sie sich vor, dass ausländische Diplomaten beim Besuch in den USA oder Grossbritannien sich mit NGOs treffen, die amerikanische oder britische Soldaten Kriegsverbrecher nennen», hiess es darin.

Netanyahu werde sich nicht «mit denjenigen treffen, die Organisationen Legitimität verleihen, die zur Kriminalisierung von israelischen Soldaten aufrufen». Nichtsdestotrotz seien Israels Beziehungen zu Deutschland «sehr wichtig und werden dadurch nicht beeinträchtigt». (chk/jdr/oli/sda/afp)

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Dienstag, 25. April 2017

Wirbel um Antrittsbesuch in Israel: Deutscher Aussenminister Sigmar Gabriel in Jerusalem

Thema: Israel

Wirbel um Antrittsbesuch
Netanyahu stellt Gabriel ein Ultimatum

Der deutsche Aussenminister will in Israel Menschenrechtler treffen. Das passt Präsident Netanyahu überhaupt nicht.

Ein geplantes Treffen des deutschen Aussenministers Sigmar Gabriel mit linken Menschenrechtsorganisationen während seines Antrittsbesuchs in Israel sorgt für Wirbel. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erwägt eine Absage eines Gesprächs mit Gabriel am Dienstag.

Der private Sender Channel 2 meldete, der israelische Regierungschef habe seinen Gast aus Deutschland vor die Wahl gestellt, sich mit den Menschenrechtlern oder mit ihm zu treffen. Gabriel wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äussern. Auch von Netanyahus Büro gab es keine Stellungnahme. Es verschickte aber einen Terminplan des Ministerpräsidenten für Dienstag, auf dem ein Treffen mit Gabriel fehlt.

Der Aussenminister hat seine Diskussionsrunde mit «Vertretern der Zivilgesellschaft» für den Nachmittag in Jerusalem geplant. Unter den Teilnehmern ist die Organisation Breaking the Silence (Das Schweigen brechen), die sich kritisch mit der israelischen Siedlungspolitik auseinandersetzt.

Sie stützt sich dabei auf Aussagen von Soldaten und Reservisten über deren Dienst in den Palästinensergebieten. Die Berichte werden anonym veröffentlicht. Auch Betselem ist zu der Gesprächsrunde mit Gabriel eingeladen, eine seit fast 30 Jahren existierende Menschenrechtsorganisation, die ebenfalls Missstände in den palästinensischen Gebieten anprangert.

Als Nestbeschmutzer gebrandmarkt

Im Februar hatte ein Treffen des belgischen Ministerpräsidenten Charles Michel mit den beiden Organisationen zu einem Eklat geführt. Israel bestellte im Anschluss den belgischen Botschafter ein und übermittelte eine Rüge. Netanyahu sprach von einem schwerwiegenden Affront.

Breaking the Silence und andere linke Organisationen werden in Israel oft als Nestbeschmutzer oder Verräter gebrandmarkt. Israel hat im vergangenen Jahr auch das umstrittene «Transparenz»-Gesetz erlassen. Danach müssen alle Organisationen in Israel, die mehr als die Hälfte ihres Geldes von ausländischen Regierungen erhalten, dies in allen ihren Veröffentlichungen ausweisen. Kritiker sagen, das Gesetz richtet sich vor allem gegen linke regierungskritische Organisationen.

Friedensgespräche neu aufleben lassen

Gabriel will bei seinem Antrittsbesuch vor allem für eine Wiederbelebung der Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern werben. Dazu will er sich in Ramallah auch mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah treffen. Präsident Mahmud Abbas ist verhindert.

Gabriel plädiert für eine «aktive Rolle» Deutschlands bei den Friedensbemühungen, die seit Jahren auf Eis liegen. Zuletzt hatte sich der damals noch amtierende US-Aussenminister John Kerry intensiv um eine Zwei-Staaten-Lösung bemüht. Die Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern scheiterten 2014. Der Nahost-Kurs der neuen US-Regierung ist noch unklar. (chk/sda)

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