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Dienstag, 3. November 2015

Günther Jauch - 1.11.2015 - Seehofers Ultimatum: Begrenzt Merkel jetzt den Flüchtlingszustrom


Sendung am 1.11.2015 um 21:45 Uhr
die Gäste
Foto: ARD
  • Edmund Stoiber CSU, ehemaliger Ministerpräsident Bayerns
  • Julia Klöckner CDU, stellvertretende Parteivorsitzende
  • Jaafar Abdul Karim Journalist „Deutsche Welle"
  • Michael Spreng Politikberater
  • Franz Meyer, CSU Landrat des Landkreises Passau
  • Ralf Stegner, SPD Stellvertretender Bundesvorsitzender


Link zur Sendung: (hier)
Link zum Blog: (hier)


Das Thema:
Seehofers Ultimatum: Begrenzt Merkel jetzt den Flüchtlingszustrom?

Dazu schreibt die Redaktion:
Streitthema Flüchtlingspolitik: Die Bundesregierung ist sich nach wir vor uneins, wie politisch mit dem Flüchtlingszustrom umgegangen werden sollte. Besonders zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ist die Situation angespannt.

In dieser Woche nun setzte Seehofer der Regierung in Berlin ein Ultimatum: Seine Forderung nach einem Plan zur Begrenzung der Zuwanderung müsse umgesetzt werden – und zwar jetzt. Sollte Merkel beim Krisengipfel im Kanzleramt am Sonntag nicht auf seinen Kurs einschwenken, würde er sich „andere Handlungsoptionen“ offen halten, so Seehofer.

Was hatten Sie vom Krisengipfel im Kanzleramt erwartet? Merkel oder Seehofer – wer sollte sich Ihrer Ansicht nach durchsetzen?

Kommentare aus dem Forum

Monika schrieb
Wir leben doch jetzt bereits seit Wochen im permanenten “Notstand“. Es gibt kein anderes Thema mehr als Flüchtlinge. Ich als Bürger wünsche mir einfach wieder Normalität und ich will auch keine Änderung der Gesellschaft. Dies sicherzustellen, Werte politiker, ist euer Auftrag.

Ute schrieb
Sorry, aber mich hat diese Sendung mehr verwirrt als informiert! Was bitte wurde denn nun zwischen Merkel und Seehofer entschieden? Ich hatte den Eindruck, das man bei dem Treffen völlig aneinander vorbeigeredet hat! Stoiber ist der Meinung, das Dublin wieder in Kraft tritt, aber so wie es aussah, waren Frau Glöckner und die anderen über diese Erkenntnis sehr erstaunt! Vielleicht sollte man beim nächsten Treffen genau diesen Punkt wortwörtlich zu Papier bringen um allen Missverständnissen vorzubeugen, denn wird Dublin nicht angewendet, ändert sich nichts und Merkel könnte genauso weiter "murkseln"!!!! Im Interesse Deutschland`s sollte man schnellstmöglich zu gegebenen Recht zurückkehren!

Tweety schrieb
Im August hat Deutschland die Büchse der Pandora geöffnet, indem es erklärte, Flüchtlinge wider geltenden europäischen Rechts aufzunehmen, und nun werfen wir den anderen europäischen Ländern vor, dass sie nicht das Gleiche tun und Deutschland im Stich lassen! Wie kommt Deutschland eigentlich dazu, anderen Staaaten seinen Willen aufzwingen zu wollen? Ich verstehe sehr gut, dass die Österreicher und alle anderen sauer auf uns sind!! Wir betonen immerzu das in DEUTSCHLAND geltende Asylrecht (vor allem mit dem Familiennachzug!) , das aber mitnichten in den anderen europäischen Staaten gilt!
Wenn es so weitergeht, haben wir demnächst 10 Millionen Flüchtlinge samt Familiennachzug PRO JAHR! Was sagen Sie dazu, FRAU MERKEL? WAS gedenken Sie zu tun??

Elsbeth schrieb
Die deutsche Welle wird finanziert durch Steuergelder und stimmt sich in ihrem Wirken mit der Bundesregierung ab. 2002 startete die Deutsche Welle ihr arabischsprachiges TV-Angebot. Via Nilesat ist es in mehr als 20 Ländern zu empfangen.
Von daher sind m.E. die Einlassungen des jungen Journalisten einzuordnen.
Dass das Fernsehen über Satelit einen großen Anteil an der Völkerwanderung hat? Musste jedem klar sein. Aber dadurch? Fassungslosigkeit ohne Ende! Ein "hausgemachter" Run für Völkerwanderungen?
Zweite Erhellung: Was tun eigentlich "Politikberater"?
Legen den Politdarstellern die Worte in den Mund?
Entwickeln Bluffs und Finten, die Bevölkerung zu beruhigen oder gar "einzuseifen"? Für wie grenzdebil und naiv wird die Bevölkerung eigentlich eingestuft?
Und als letztes. Der bayerische Landrat mühte sich, trotz seiner Bedrängnis, den Anstand zu wahren. Sein Lagebericht scheint aber nicht wirklich zu interessieren. In Berlin verliert man sich wie üblich in Parteiengezänk und in Intrigen- und Machtspielen. Müssen die Ehrenamtlichen erst streiken, damit der Ernst der Lage erkannt wird?

Urbinia schrieb
das Geplauder in den Talkshows ist unerträglich.Es kann doch nicht so weiter gehen. Wo sollen die Leute alle wohnen? Wohnungen müssten gebaut werden und in der Zwischenzeit?
Turnhallen sind schon voll, selbst Veranstaltungshallen.
Wann kommen die Ferienparks und Hotels an die Reihe? Wann werden die ersten Zwangseinweisungen ins traute Wohnzimmerkommen?
Abgelehnte Asylbewerber dürfen klagen- auf Staatskosten und können so ihren dann geduldeten Aufenthalt über Jahre hinauszögern.Politiker haben eine Unterredung nach der anderen und es kommt nichts dabei heraus. Eine wirkliche Opposition fehlt. Die einzig Gscheiten san noch die Bayern, sagt eine aus dem Rheinland.
Diese Politik, die im Moment gefahren wird von CDU, SPD nützt weder den Asybewerbern noch den Bürgern, die schon hier wohnen. Am Ende wird niemand mehr zufrieden sein.

auslandsdeutsche schrieb
Wie bin ich froh, nicht mehr in Deutschland zu leben, wenn ich sehe was in d. Land dank Merkel abgeht. Liebe Deutsche, ihr schafft das - nur immer feste dran glauben.
Das Ansehen in Deutschland wird davon aber nicht besser, eher schlechter. Ein Beispiel wie es euch gesagt wird ist es nicht für andere Länder, die wollen sich nämlich nicht aufgeben und noch dabei ausnutzen lassen von einer Politriege, die ihnen lediglich Durchhalteparolen zuruft.

Pressestimmen

Frankfurter Allgemeine Zeitung:
TV-Kritik: Günther Jauch
Endlich streiten die Demokraten
Widersprüchlichkeiten in der Flüchtlingspolitik von CDU, CSU und SPD kann niemand mehr leugnen. Bei Jauch wurde deutlich: Das ist gut so. Und: Ein Landrat aus Passau kann besser rechnen als das politische Berlin.

web,de
Günther Jauch":
Hitzige Diskussionen über Flüchtlinge
Entscheidung vertagt: Es sollte die große Aussprache in der Flüchtlingspolitik zwischen Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Horst Seehofer werden, doch die Koalition hat sich auf Donnerstag vertagt. Pech für Günther Jauch, denn mangels Diskussionsgrundlage war die Erkenntnis der gestrigen Talk-Runde entsprechend gering. Hitzige Diskussionen gab es dennoch.


Sonntag, 25. Oktober 2015

Günther Jauch - 25.10.2015 - Flüchtlingszustrom ohne Ende – wird Europa jetzt zur Festung?

Sendung am 25.10.2015 um 21:45 Uhr
die Gäste
Foto: ARD
  • Elmar Brok CDU, Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten im EU-Parlament
  • Peter Gauweiler CSU, Jurist, ehemaliger stellvertretender Parteivorsitzender
  • Hans-Urlich Jörges Journalist, Mitglied der „Stern“-Chefredaktion
  • Melissa Fleming Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR
  • Frank A. Meyer Schweizer Journalist


Link zur Sendung: (hier)
Link zum Blog: (hier)


Das Thema:
Flüchtlingszustrom ohne Ende – wird Europa jetzt zur Festung?

Dazu schreibt die Redaktion:
Die Bilder, die uns seit Tagen aus dem kroatisch-slowenischen Grenzgebiet erreichen, sind erschreckend: Flüchtlinge harren dort trotz Regen, Matsch und Kälte aus, haben kaum zu Essen und zu Trinken. Sie verfeuern alles, was sie finden, um wenigstens ein bisschen Wärme zu bekommen und Decken und Jacken notdürftig trocknen zu können.

Unter diesen menschenunwürdigen Bedingungen warten mittlerweile Zehntausende Flüchtlinge an den Grenzen auf dem Balkan auf ihre Weiterreise, jeden Tag werden es mehr. Während sich ihre Situation von Tag zu Tag verschärft – und der nahende Winter auch in Zeltlagern hierzulande Probleme bereitet – wird auf politischer Ebene noch immer um eine Einigung gerungen. Doch bislang gibt es kaum Ergebnisse. Die einen fordern eine Abschottung und die Schaffung einer „Festung Europa“, die anderen plädieren weiterhin für eine kaum begrenzte Aufnahme.

Wer trägt die Hauptverantwortung für die dramatische Situation auf dem Balkan? Versagt die europäische Gemeinschaft angesichts der politischen und humanitären Krise? Wie kann eine Lösung aussehen – Abschottung oder unbegrenzte Aufnahme?

Kommentare aus dem Forum

Reini schrieb am 23.10.2015 19:12 Uhr:
Der Grund für die Flüchtlingsströme sind die Kriege, die Amerika mit dem Irak führte!
Bush Jr. machte dann mit dem zweiten Krieg dann so ziemlich alles falsch, was nur ging!
Der Irak war im Frühjahr 2003 von den USA und Verbündeten in einen Krieg gestürzt worden. Die USA hatten den Krieg mit einer Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen begründet. Dies stellte sich nachträglich allerdings als falsch heraus. Hussein wurde im Dezember 2006 hingerichtet. Die Schiiten im Irak, die unter dem Diktator unterdrückt wurden, sind heute mit an der Macht. Sie pflegen enge Kontakte zur iranischen Führung. Die Sunniten, die über Jahrzehnte das Land dominiert hatten, sehen sich als Verlierer.
Seither weigerte sich die von Schiiten dominierte Zentralregierung in Bagdad allerdings beharrlich, diese sunnitischen Kämpfer adäquat auszurüsten. Das hat nun offenbar der IS übernommen. Die Dschihadisten haben die Stammeskämpfer mit allen erforderlichen Waffen und Munition ausgerüstet und sind nun die Hauptakteure beim IS!
Der Nahe Osten wird zur Zeit vom IS ins Chaos gestürzt und die Flüchtlinge die in Lagern in der Türkei und Libanon leben bekommen im Monat pro Flüchtling nur noch 19 Euro für die Nahrung!
Da würde ich auch flüchten! Die Politik in Europa und Amerika haben Jahre weggeschaut..wollen wir uns jetzt beschweren, dass Europa nun die Rechnung bekommt!??
Nicht nur Deutschland hat versagt!

Wolfgang Mücke schrieb am 24.10.2015 13:55 Uhr:
Ich kann jedem nur einmal empfehlen, das Positionspapier der Pegida vom 10.12.2014 zu lesen. ("Pegida Positionspapier")
Das waren im wesentlichen CDU/CSU-Forderungen zur Verbesserung der Asylpolitik. Viele der Forderungen in diesem Papier stehen jetzt im neuen Asylverfahrenbeschleunigungsgesetz, sogar mit unterschrieben von den Grünen in den Ländern. Trotzdem findet man gleich eine Hetze der TAZ zu diesem Papier. (hier)
Die Kanzlerin sprach zu Neujahr von Hass, obwohl nichts Gehässiges in diesem Papier steht. Hr. Maas sprach von Schande. Anstatt die normalen Montags-Spaziergänger aus der Mitte der Gesellschaft ernst zu nehmen, organisierten Politik und Medien Gegendemonstration. Im Laufe der Zeit wurde Pegida von den Nazis übernommen. Es gab von beiden Seiten Hass, von beiden Seiten Hetze, von beiden Seiten Körperverletzungen. Prof. Dr. Werner Patzelt (Politikwissenschaftler TU Dresden)beschreibt die Entwicklung der Pegida in der sehenswerten Phoenix-Runde vom 20.10.15 zum Thema "Hass, Hetze und Gewalt – Rechtsextreme auf dem Vormarsch?". Übrigens die beste Sendung zu dem Thema, sachlich, ohne Emotionen, ohne einen Angeklagten. Sogar Bascha Mika (Frankfurter Rundschau) blieb sachlich. Die Sendung findet man als Video unter Phoenix in der Mediathek (hier) oder auf Youtube (hier)
[Links gesetzt durch den Blogschreiber]

Woher kamen die Gegendemonstranten? schrieb am 24.10.2015 17:20 Uhr:
Richtig, die kamen vom Westen, die wurden von der Industrie gekauft, ähnlich wie die Mehrzahl unserer Politiker und die Medien.

Horst B. schrieb am 24.10.2015 13:59 Uhr:
Unglaubwürdige Kanzlerin
Frau Merkel will den Flüchtlingszustrom begrenzen, indem sie die Fluchtursachen bekämpfen will. Gleichzeitig genehmigt sie den Export von 62 "Leopard 2"-Panzern und 24 Panzerhaubitzen in das Emirat Katar. Katar beteiligt sich mit rund tausend Soldaten an der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen gegen die Huthi-Rebellen. Der Krieg forderte bislang mehr als 4000 Todesopfer und wird weitere Flüchtlinge auf der Welt produzieren.
Mit solch einer Politik lässt sich der Flüchtlingsstrom nicht verkleinern. Frau Merkel ist völlig unglaubwürdig geworden. Sie ist eine Kanzlerin der Großindustrie, des Auslands und der leeren Worte. Ich fasse es nicht, dass es in der CDU nicht mehr Leute gibt, die Manns genug sind, ihr entschieden entgegenzutreten.

Astrid schrieb 24.10.2015 14:53 Uhr:
Bei der letzten BT-Wahl habe ich Angela Merkel und der CDU/CSU noch meine Wählerstimme im Vertrauen auf eine vernunftgesteuerte und ausgewogene Politik für die bürgerliche Mitte gegeben, was ich nun nicht mehr tun werde. Seehofer und Söder nehmen m.E. zu Recht an, dass es für die Union zukünftig kritisch werden könnte. Chaos in den Balkanländern, Österreich und Deutschland, was soll das? Wohin wird das alles noch führen?

Wolfgang Mücke schrieb am 24.10.2015 16:48 Uhr:
Angesichts dessen, dass Fr. Merkel grundlegende, tiefschürfende Entscheidungen trifft, ohne den Bundestag zu befragen, ohne sich mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer oder mit den Regierungschefs der EU-Staaten abzustimmen und angesichts dessen, dass wir keinen bundesweiten Volksentscheid haben, bin ich der Meinung, dass die Regierungsperioden für Bundeskanzler begrenzt gehören. 2 Perioden, egal ob für 4 oder für 5 Jahre sind genug. In der Zeit haben sich Netzwerke um das Kanzleramt gebildet, wie sie nicht mehr gesund für die Politik sind. Was haben wir von der "mächtigsten Frau der Welt", wenn sie einfach nur noch macht, was sie will. Aktuell könnte man natürlich fragen, wer es denn machen soll. Wenn es klar wäre, dass die Regierungszeit eines Kanzlers zu Ende ginge, dann würde auch ein Nachfolger aufgebaut. Eines ist sicher: Wenn Merkel 2017 wieder antritt, wird sie wieder Kanzlerin. Die Frage ist nur, in welcher Koalition. Sie wird noch selbstherrlicher regieren und die CDU-Fraktion noch mehr zum Abnickverein machen.

L.V. schrieb am 25.10.2015 15:45 Uhr:
Dass die euphorische Stimmung gegen Merkel immer schneller kippt merkt man, auch jetzt hier im Blog, an den stummen, ehemals hörigen Merkelanbeterinnen von Hamburg bis nach Niederbayern. (besser den Usern bekannt als "die Drei von der Zankstelle")



Das schreibt man bei t-online zur Sendung

Talk zur Flüchtlingskrise
Jauch diskutiert über die Festung Europa

Ist eine Festung Europa die Antwort auf den Flüchtlingsstrom? Oder wird Europa durch Zäune und Mauern nicht eher zerstört? Diesen Fragen gingen Gäste und Moderator in der Sendung von Günther Jauch am Sonntagabend nach - mit gemischten Erfolg.

Wer brennende Flüchtlingszelte, weinende Kinder und Frauen sowie Männer sieht, die durch eiskalte Grenzflüsse waten, ist erschüttert - ein normales Maß an Mitgefühl vorausgesetzt. Fragt nach Gründen, Verantwortung und Lösungen. Da passt die provokante Ausgangsfrage der aktuellen ARD-Ausgabe "Günther Jauch": "Flüchtlingsstrom ohne Ende - Wird Europa jetzt zur Festung?"

Zumindest, wenn man sich einen Denkanstoß oder gar eine Diskussion erhofft. Die ist gut besetzt: mit Melissa Fleming vom Flüchtlingshilfswerk UNHCR, Elmar Brok (Europa-Politiker der CDU), Peter Gauweiler (altgedienter CSU-Querkopf) und den beiden Journalisten Frank A. Meyer und Hans-Ulrich Jörges.

Die unerträgliche Lage

Eben Jörges ist es, der der Sendung zu Beginn einen großen Teil des Diskussions-Windes aus den Segen nimmt. Wenn er - mit leicht tränenerstickter Stimme - von seiner Reise auf die Balkanroute, von einem Lager in Slowenien erzählt. Von Flüchtlingen, die wie Häftlinge, aber ohne Essen eingepfercht werden. Es prägt sich sein Bild ein von Kindern und Frauen, die zusammengebrochen vor den Lagertoren liegen und nur notdürftig versorgt werden.

"I loose my humanity" - "Ich habe meine Menschlichkeit verloren", habe ein slowenischer Polizist zu Jörges gesagt. Jeder Europäer im warmen TV-Sessel kennt die Bilder und muss schockiert sein. Ebenso wie Jörges‘ Diskussionspartner auf dem Podium. Nur: Einer kontroversen Diskussion ist das nicht zuträglich, weil ob der Lage der Flüchtlinge alles obsolet erscheint. Machen statt Quatschen ist Jörges‘ Credo.

Jauch versucht es trotzdem. Auch wenn die Frage "Wollen die alle nach Deutschland?" naiv klingt: Natürlich sei Europa das Ziel, so das Credo des Podiums. Hier gebe es Perspektive und Bildung. Ob Europa es nicht schaffen wolle, die Krise zu lösen, geht die Frage an Brok. Der reagiert ungehalten. Die Europäische Union könne nicht lösen, was die Nationalstaaten verbockt hätten.

So habe Deutschland einst Syriens Anrainerstaaten Jordanien, Libanon und der Türkei die Unterstützung gekürzt. Eigentlich würden die meisten Menschen gerne in ihrer Region bleiben. Die Breitseite kommt nicht gut an. Immerhin verbiete sich für sie eine direkte Kritik an Deutschland, so Fleming, weil hier neben Schweden in Europa die meisten Flüchtlinge aufgenommen würden. Aber in der Tat: Es gebe in Europa sehr viel Humanität, aber auch sehr viel Angst.

EU-Sondertreffen zur Flüchtlingskrise

Viel verspricht sich CDU-Politiker Brok von dem parallel stattfindenden EU-Gipfel zur Flüchtlingskrise, der in der Nacht einen 17-Punkte-Plan beschließen sollte. "Es waren nicht mal alle da", dämpft Jörges Broks Zuversicht. Das sei laut Brok so gewollt gewesen: Immerhin ginge es in erster Linie darum, dass die Anrainerstaaten, wie Kroatien, Slowenien und Ungarn ihre Haltungen überdächten.

Gauweiler sieht die "milliardenschwere EU" mehr in der Pflicht. "Wo ist Juncker? Wo ist Schulz?", fragt er. Es müsste mehr angepackt werden. Es gebe keine europäische Solidarität, wenn alle Flüchtlinge nach Deutschland durchgewinkt würden.

Jörges sieht gar den europäischen Gedanken bedroht. Europa sei keine Wertegemeinschaft mehr, sondern nur noch ein Wirtschaftsgebilde. Den Balkanstaaten sei es bei der Aufnahme nur um europäisches Geld gegangen. Auch die Türkei erpresse nun Vorteile für den eigenen EU-Beitritt gegen Flüchtlingshilfe. "Wenn wir eine Kette von Zäunen durch Europa bauen, ist Europa zerstört", sagt er.

Gerade der aus der Schweiz stammende Meyer springt hier in die Bresche. Europa sie „die“ Wertegemeinschaft in der Welt. Das verstehe er unter Festung.Allein die Politik habe die Kontrolle verloren.

Kaum Diskussionskultur

Wer als Zuschauer nach 60 Minuten Sendung keinen Aha-Effekt für die eigene Meinung erwartet, kann sich getrost zurücklehnen. Viel Neues gibt es nicht zu hören. Gewiss ist nur ein anderer Unterhaltungswert: dass sich die Gäste an die Gurgel gehen, man vor lauter Durcheinander kein Wort mehr versteht und der Moderator schwerlich Ordnung halten, gar Fäden aus dem Streitknäul in die weitere Diskussion einweben kann.

Die Teams Gauweiler/Brok und Jörges/Meyer sind hierfür gute Kandidaten. Da fallen Sätze wie "Lassen Sie mich doch auch mal zu Ende reden." Oder "Jetzt rede ich." Allein: Gegenseitige Erkenntnis bleibt Fehlanzeige. Nur eine deutsche Fahne hatte - zum Glück - keiner dabei.

Fazit: eine Lösung ist nicht in Sicht

Wenn zum Ende der Sendung Jauch Gauweiler fast flehentlich um eine Lösung bittet, wird das Dilemma der jetzigen Situation deutlich: Gauweiler kann sie nicht geben. Was soll der Jurist anderes tun, als sich auf das zu berufen, mit dem er sich auskennt: dem Grundgesetz und europäischen Verträgen.

Auch die anderen Gäste auf dem Podium vermögen das Meinungssüppchen der anderen nicht zu würzen. Unisono ist nur die Erkenntnis, dass die Situation entlang der Balkanroute eine humanitäre Katastrophe ist. Auch ist man sich einig, dass mehr Hilfe nach Griechenland fließen müsse, um dort eine schnellere Registrierung von Flüchtlingen zu ermöglichen.

Brok meint zu Gauweiler, er gebe ihm "ein Bier aus", wenn er ihn ausreden lasse. Vielleicht ist das neben der Frage nach Verantwortlichkeiten und Versagen in der Krise ein Ansatz: einfach an der Theke mal miteinander sprechen.

Quelle: t-online.de

Freitag, 4. September 2015

De Maizière will Verfassung ändern - Flüchtlingszustrom überfordert Kommunen

Thema: Kalter Krieg

t-online.de
Kommunen von Flüchtlingszustrom überfordert
De Maizière erwägt Änderungen der Verfassung

Die Flüchtlingsproblematik spitzt sich immer weiter zu, die Kommunen sind überfordert: Im August verzeichnete Deutschland erstmals mehr als 100.000 Neuankömmlinge. Innenminister Thomas de Maizière will nun notfalls mit einer Verfassungsreform die Probleme entschärfen.

Mit einer Änderung des Grundgesetzes sollen die Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge in Deutschland erleichtert werden.

Wenn der Bund auf der Grundlage der geltenden Gesetze nicht wie gewünscht helfen könne, solle geprüft werden, ob durch eine Grundgesetzänderung "andere Finanzierungswege" geschaffen werden, sagte de Maizère.

Direkte Finanzhilfen vom Bund

Der Minister bezog sich damit auf Überlegungen aus der Unionsfraktion, dass der Bund den Kommunen direkte Finanzhilfen für die Flüchtlinge zukommen lassen soll, was das Grundgesetz bislang nicht zulässt. Bislang kann der Bund nur den Ländern Geld überweisen.

In der Union gibt es Vorwürfe, dass die Länder dies nicht immer an die Kommunen weiterleiten. Für eine Grundgesetzänderung ist jeweils eine Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag und im Bundesrat erforderlich.

Zudem werde laut de Maizière diskutiert, die Einstufung "sicherer Herkunftsstaaten" künftig direkt an eine besonders niedrige Schutzquote zu knüpfen.

"Wir werden uns überall auf Veränderungen einstellen müssen: Schule, Polizei, Wohnungsbau, Gerichte, Gesundheitswesen, überall", sagte deMaizière der "Zeit". "Das alles muss sehr schnell gehen, binnen Wochen! Für einen Teil unserer verkrusteten gesellschaftlichen Abläufe könnte das einen enormen Aufbruch bedeuten."

Gesetzesänderungen sollen schnell kommen

Zudem sollen die geplanten Gesetzesänderungen zur Flüchtlingspolitik innerhalb weniger Wochen fertiggestellt werden.

Ziel sei, das Gesamtpaket dazu am Sonntag im Koalitionsausschuss und am 24. September beim Flüchtlingsgipfel mit den Ländern zu verabschieden und das gesamte Gesetzgebungsverfahren möglichst noch im Oktober abzuschließen, sagte deMaizière in Berlin. "Der Zeitplan ist ehrgeizig", sagte er, betonte aber: "Wir haben keine Zeit zu verlieren. Die Sache verlangt schnelle Entscheidungen."

De Maizière bittet um Amtshilfe

Die "Wirtschaftswoche" berichtet, dass das Innenministerium bei de Maizières Kabinettskollegen um Amtshilfe gebeten. "Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind aufgefordert, sich freiwillig für eine Abordnung von sechs Monaten zu melden“, teilte das Ministerium dem Magazin mit.

Er selbst habe nicht genug Personal, um nach Deutschland kommende Asylbewerber erfassen und über deren Anträge entscheiden zu können.

Nach der Wiederaufnahme der Polizeikontrollen am Budapester Ostbahnhof sind unterdessen kaum noch Flüchtlinge aus Ungarn und Österreich in Bayern angekommen. Ein Sprecher der Bundespolizei am Münchner Hauptbahnhof sprach am Mittag von lediglich 50 Flüchtlingen, die bislang eingetroffen seien. In Rosenheim waren es am Vormittag ebenfalls nur 60 bis 70. Man rechne auch damit, dass es den ganzen Tag über ruhig bleibe, sagte der Sprecher.

Am Dienstag waren in der Landeshauptstadt noch 2400 Flüchtlinge per Zug angekommen, in Rosenheim 300. Grund dafür war, dass die ungarischen Behörden ihre Kontrollen am Budapester Bahnhof zeitweilig gestoppt hatten und Flüchtlinge ungehindert in Züge gen Westen steigen konnten.

Quelle: t-online.de
» der Kommentar des Blogschreibers «
Ist denn das ganze Ensemble unserer Regierungsdarsteller zu feige, dem Verursacher der Flüchtlingsströme endlich einmal Einhalt zu gebieten?
Traut sich niemend aus der Truppe in den USA mal auf den Tisch zu hauen?
Wenn die mit ihrer Zerstörung ganzer Länder durch ihre Bomberei aufhören, dann hören auch die Flüchtlingsströme auf.
Aber leider hat keiner dieser Laiendarsteller den Hauch eines Rückgrats; lieber wird das Grundgesetz geändert, lieber sämtliche Kosten den Steuerzahlern aufgebürdet aber bloss niemanden von jenseits der Atlantikbrücke verärgern - könnte ja die eigene Pension kosten.


Kommentare

DTLX2011
Na klasse, auf einmal und ohne grosses Palaver soll die Verfassung geändert werden. Und das alles auf einmal. Diese Flüchtlingswelle muss kanalisiert werden. Vor allen Dingen muss es hier eine strikte Unterscheidung geben zwischen wirklich bedürftigen Kriegsflüchtlingen aus Syrien etc, und dann den Wirtschaftsflüchtlingen. Die Länder, aus denen die Wirtschaftsflüchtlinge kommen, müssten ähnlich hart angefasst werden, wie Griechenland.Was passiert aber mit den Kriegsflüchtlineg. Das sind zum Teil urstämmige Arabe mit einer strengen Kultur etc. Wie wird sich dort die Integration gestalten? Was wird sein, wenn die erste Hilfseuphorie vorbei ist? Was wird sein, wenn man merkt, es ist doch nicht alles "easy" das mit der Integration, weil es große kulturelle Unterschiede gibt? Wie wird man damit seitens der Regierung umgehen? Es wird Riesenprobleme geben!!! Dürfen wir Deutsche unsere Befürchtungen künftig auch ungeschminkt äußern, ohne als Pack von Populistenpolitikern bezeichnet zu werden?

Neues-Buch2016
Da war doch was!!! Ach ja ein Buch mit dem Titel"Deutschland schafft sich ab" und er hat recht!!! 50% dieses Weges sind schon geschafft.Alle die diese Regierung gewählt haben, sollten hier Schreien, und schon mal Platz für die Migranten machen.( in Ihren Häusern) Achso und die Kosten bitte übernehmen.

smilla
Was müssen wir noch alles ertragen? Wir werden einfach übergangen.

wwgw
Hajo007, an sich bin ich nicht auf Ihrer Linie, doch Sie werfen eine gute Frage auf, nämlich, was kommt noch- Zwangsenteignung. Nach dem Krieg gab es ein Lastenausgleichsgesetz und eine Zwangseinweisung von Vertriebenen. Das waren Mitmenschen die sprachen die deutsche Sprache, kamen aus demselben Kulturkreis und kümmerten sich sofort um eine Arbeit. Um auf Ihre Frage einzugehen, es gibt viele Möglichkeiten den Platzbedarf zu mindern, Zwangseinweisung in Eigentumswohnungen in denen zwei Rentner auf über 100m² wohnen, Zwangsabgaben für kinderlose Ehepaare über 60 die keine unter 20 jährigen Migranten aufnehmen wollen, Zwangsbelegung von Ferienwohnungen die nicht mindestens 5 Monaten bewohnt werden, usw.

gelki
Die Ölstaaten des Nahen Ostens sind so reich. Sie könnten doch locker ihre sunnitischen oder schiitischen Glaubensbrüder aufnehmen. Dort müssten sich doch diese Migranten sehr wohl fühlen. Europa könnte dann Christen, Jesiden und anderen Minderheiten Asyl gewähren.

sifreud
Deutschland fremdenfeindlich? Seit mehr als einem Jahr steigt der Menschenstrom aus unterschiedlichsten Gründen und Woche für Woche werden es mehr. Die Politiker agieren nicht, sondern werfen nur leere Worthülsen in den Raum wie, Deutschland ist bunt, der Islam gehört zu Deutschland etc., wie soll man das verstehen. Jetzt nach dem das Kind langsam in den Brunnen fällt und es bereits fünf nach zwölf ist, verfallen die Damen und Herren im Bundestag plötzlich in einen Aktionismus und binnen Wochen müssen Lösungen her. Nein die Deutschen sind nicht fremdenfeindlich, nur die Politik hat völlig den Sinn für die Realität verloren.

keltengrab
Hab da einige MdBs mal angeschrieben, ab welcher Anzahl an Flüchtlingen Schluss ist. 1 Mio im Jahr oder 5 Mio pro Jahr.....Da gibt keiner ne Antwort. Die haben null Plan !
ostalbler
Jahrzehnte lang war das Grundgesetz, die Verfassung unser aller höchstes Gut. Jetzt auf einmal wagt sich jeder - ob lange etablierter oder einfach so daher gelaufener - Politiker daran, dieses hohe Gut der Bürger dieses Landes ändern zu wollen ! Schon während der meist irrsinnigen "Griechenland-Debatten" kam von obigen . . . . . immer wieder diese Forderung.
Innerhalb weniger Monate, bei 2 völlig verschiedenen Themen ! Was haben wir Einwohner, Bürger, Steuerzahler, . . . . verbrochen, dass wir mit solchem unqualifizierten Politiker-Personal auskommen müssen ?