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Freitag, 10. Mai 2019

Sahra Wagenknecht zur Kühnert-Debatte

Thema: Deutschland

Prekäre Jobs sind letztlich eine Enteignung der Arbeitnehmer

Im andauernden Sturm allgemeiner Entrüstung über Kevin Kühnert, dem Vorsitzenden der Jusos, hat Sahra Wagenknecht als Vorsitzende der Linksfraktion den Vorwurf, Enteignung kollidiere mit dem Grundgesetz, kommentiert. Rot-Rot-Grün sei nicht mehrheitsfähig und die SPD nicht glaubwürdig.

Eine Reihe von Politikern, sogenannte Qualitätsmedien wie Spiegel Online, aber auch Bild haben viel Wind um die Äußerungen des Vorsitzenden der Jusos Kevin Kühnert gemacht. Ungeachtet des tatsächlich Gesagten über den Verstaatlichungsgedanken, hat man sich in der Öffentlichkeit echauffiert, die Forderung greife den Kapitalismus als System an, welches allein Wohlstand und Freiheit sichern könne (Focus Online). Die Saarbrücker Zeitung wandte sich zwecks Kommentierung an die Fraktionsvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht.

Leistungslose Millioneneinkommen für Wenige

Wagenknecht betonte, dass der Vorstoß des Sozialdemokraten für die Linke nicht neu sei, da der "Wirtschaftsfeudalismus überwunden" werden müsse:
Viele (kommen) trotz harter Arbeit nicht mehr zu wirklichem Wohlstand, während andere dank ererbter Aktienpakete leistungslos Millioneneinkommen beziehen. Die Geschwister Klatten und Quandt, größte Eigner von BMW, bekommen pro Tag rund drei Millionen Euro Dividenden überwiesen. Das ist mehr, als die meisten Menschen im Leben verdienen.
Besonders drastisch seien die Verhältnisse in Unternehmen, die von Finanzinvestoren übernommen werden und in denen nur noch die kurzfristige Rendite zähle.

Auch der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann hatte Kühnerts Vorstoß angesichts wachsender sozialer Ungleichheit als "wichtigen Diskussionsbeitrag" bezeichnet, denn:
Wir erleben doch gerade, dass der Kapitalismus aus den Fugen gerät.
Und selbst der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, meinte, der Vorsitzende der Jusos habe den Finger in eine Wunde gelegt und verwies auf den Missbrauch in der "Sozialen Marktwirtschaft". Mit Blick auf die Problematik des Immobilienmarktes mahnte der Ökonom bessere Regulierung, Kontrolle und Regeln an.

Mehr zum Thema - Doppelmoralist des Tages: CSU-Minister Scheuer verantwortet 65 laufende Enteignungsverfahren

Wagenknecht dachte den Enteignungsgedanken, der Kühnert vorgeworfen wird und der angeblich das Grundgesetz ignoriere, noch weiter:
Schlechte Löhne und prekäre Jobs sind letztlich eine Enteignung der Arbeitnehmer.
Hinsichtlich des Wohneigentums meinte Wagenknecht, man müsse unterscheiden zwischen dem, "was große Immobilienkonzerne anrichten" und jenem Wohneigentum, welches sich etwa Selbständige zur Alterssicherung gekauft haben, weil es auf der Bank keine Zinsen mehr gibt.
Um dieses Eigentum geht es nicht. Aber Wohnen darf kein Spekulationsobjekt sein.
Hoffnungen auf Rot-Rot-Grün gebe es laut Wagenknecht erst, wenn es dafür entsprechende Mehrheiten gibt und die SPD wieder eine "glaubwürdige sozialdemokratische Partei" wird.

Dass die SPD derzeit keine Mehrheit, sondern gerade einmal 15 Prozent erhält, liege aber nicht an den Äußerungen von Kevin Kühnert von den Jusos, sondern an der Politik gegen die eigenen Wähler, die die Sozialdemokraten seit Jahren betreiben.
Was Kühnert angesprochen hat, war nun wirklich nichts Neues. Dass Produktiveigentum denen gehören sollte, die es erarbeiten, und nicht Hedge Fonds oder Erben-Dynastien, ist eine alte sozialdemokratische Position, die früher sogar von vielen Liberalen geteilt wurde. Schauen Sie mal ins Freiburger Programm der FDP. Ich würde mir wünschen, dass die SPD-Spitze solche Debatten nicht ihrem Juso-Chef überlässt.
Auch im Bundestag forderte Wagenknecht eine Debatte über Enteignung, allerdings über jene von der Regierungspolitik bereits vollzogene, welche Millionen von Arbeitnehmern betreffe:
Meine heutige Rede im #Bundestag in der Aktuellen Stunde zur Sozialen Marktwirtschaft: "Wir müssen über #Enteignung reden - und zwar über das, was Sie mit Ihrer Politik verursacht haben, die Enteignung von Millionen von Arbeitnehmern" https://t.co/fPdJqdNxSFpic.twitter.com/IOJXZZFm3D — Sahra Wagenknecht (@SWagenknecht) 8. Mai 2019

Quelle: RT-Deutsch

Mittwoch, 21. März 2018

ORF-Video über Naom Chomsky - "Das heutige Ausmaß an Ungleichheit ist Beispiellos..."

Thema: Noam Chomsky

Noam Chomsky - Superreichtum -
"Das heutige Ausmaß an Ungleichheit ist Beispiellos..."


MrMarxismo Am 16.11.2017 veröffentlicht Noam Chomsky "Requiem für den amerikanischen Traum"
Doku ORF2 (2016)
Mehr Infos:
https://www.oxfam.de/system/files/201...
http://isw-muenchen.de/wp-content/upl...
http://www.vermoegensteuerjetzt.de/ve...
Kategorie Nachrichten & Politik
Lizenz Standard-YouTube-Lizenz

Kommentare

Realistic Clear mind
Super Reichtum ist pure Dekadenz. Die einzigen die was dagegen tun koennen sind zu dumm, zu feige und zu korrupt. Und die doofen waehlen sie immer wieder.

geeepoint
Ein wichtiges Video von ORF2!! Das wird bestimmt bald wegen Urheberrecht gelöscht! Also Uploaden Leute.

GUDRUN JENSEN
Vielen Dank an den ORF für den wunderbaren Beitrag,

Henry Seidel
Warum bedarf es eigentlich eines österreichischen Fernsehsenders, um einen solchen Film über einen großen amerikanischer Denker zu machen ? Nicht aber in einer Gesellschaft wie der deutschen, die es wesentlich nötiger hätte, sich mit solchen Fragen zu befassen.

Samstag, 3. Februar 2018

OXFAM - Ihre Spende gegen soziale Ungleichheit




Unterstützen Sie unsere politische Kampagnenarbeit!

Zur Online-Version


Die 25-jährige Anju arbeitet als Textilarbeiterin in Bangladesch. In ihrem ganzen Leben wird sie so viel verdienen wie der Vorstandsvorsitzende eines großen Modekonzerns in nur vier Tagen.





Liebe Leser,

Anju ist 25 Jahre alt und arbeitet als Näherin in einer Textilfabrik in Dhaka, Bangladesch. Ihr Mann ist seit drei Monaten arbeitslos. Anjus Lohn ist so niedrig, dass sie davon die Miete ihrer Unterkunft im Slum nicht zahlen kann. Und als ihre kleine Tochter erkrankte, mussten sie sich das Geld für die Behandlung leihen.

Gleichzeitig verdient der Vorstandsvorsitzende eines großen Modekonzerns in nur vier Tagen so viel wie Anju in ihrem ganzen Leben. Soll das wirklich so weitergehen?

Wir finden nicht. Deshalb machen wir uns stark für Menschen wie Anju und kämpfen gegen soziale Ungleichheit. Bitte unterstützen Sie unseren Einsatz mit Ihrer Spende!
 

Jetzt spenden









Soziale Ungleichheit ist das Resultat politischer Entscheidungen. Denn die Politik lässt große Konzerne gewähren, wenn diese zur Profitmaximierung Löhne drücken oder ihre Gewinne in Steueroasen schaffen. Arbeiter/innen wie Anju zahlen den Preis.

Und während diese nur über eine vergleichsweise schwache Lobby verfügen, nutzen finanzstarke Unternehmen ihre sprudelnden Einnahmen, um das Handeln von Regierungen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Ein Beispiel zeigt dies deutlich: Zwischen 2009 und 2015 haben die 50 größten US-Konzerne für jeden US-Dollar, den sie in Lobbyaktivitäten steckten, 1.200 US-Dollar durch Steuerkürzungen gewonnen. Unglaublich, oder?

Auch die Ärmsten brauchen eine Stimme

Diese Ungerechtigkeit dürfen wir nicht hinnehmen. Auch Menschen wie Anju brauchen eine Stimme. Deshalb macht Oxfam mit politischer Kampagnen- und Lobbyarbeit Druck bei Politiker/innen. Wir fordern wirksame Maßnahmen, damit große Konzerne und Superreiche ihre gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und ihren fairen Beitrag leisten.

Auch Lobbyarbeit für die Ärmsten der Welt kostet Geld – deshalb brauchen wir dringend Ihre Hilfe! Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende, damit wir für Anju und viele Millionen weitere Menschen kämpfen können! Spenden Sie jetzt!

Vielen Dank, dass Sie sich mit uns gegen soziale Ungleichheit starkmachen!

Herzliche Grüße

Charlotte Becker
Kampagnenkoordinatorin „Besser gleich! Schließt die Lücke zwischen Arm und Reich!“





Donnerstag, 30. November 2017

»Die Anatomie der Ungleichheit: Woher sie kommt und wie wir sie beherrschen können« von Per Molander


Thema: Gastbeitrag

»Die Anatomie der Ungleichheit:
Woher sie kommt und wie wir sie beherrschen können« von Per Molander



Per Molander stammt aus einem Land mit einem Wohlfahrtsstaat, in dem das Vermögen durch Umverteilung von oben nach unten verteilt wird. Dies bedeutet Besteuerung des Reichtums und Bekämpfung der Armut. Die Ungleichheit hat strukturelle Ursachen und eine Anatomie.

Per Molander ist ein schwedischer Politik-Berater und -Analyst und Autor, der zu Verteilungsfragen forscht und publiziert. Analytisch und realpolitisch befasst sich Molander mit konkreten Fragen der Verteilungsgerechtigkeit, wie, weshalb in keiner Gesellschaft absolute Gleichheit herrscht? Warum in den meisten OECD-Ländern die Einkommensunterschiede wachsen? Wie lässt sich mehr gesellschaftliche Gleichheit herstellen? Molander verfasste in Schweden mehrere Bücher über politische Fragen für breiteres Publikum.

Angeregt durch die Theorie des Nash-Gleichgewichts, auf die er bei seinem Studium stiess, befasste er sich mit dem Phänomen der Ungleichheit in der Gesellschaft. Er sieht darin eine Begründung dafür, dass häufig in Gesellschaften "Stärkere stärker, Schwächere schwächer, Reiche reicher, Arme ärmer" (Susanne Mauthner-Weber) werden.

»Die Anatomie der Ungleichheit: Woher sie kommt und wie wir sie beherrschen können« von Per Molander geht der Frage nach, ob es eine Anatomie der Ungleichheit gibt. Für Per Molander gibt es eine Anatomie der Ungleichheit. Ungleiche Verhältnisse entwickeln sich in jeder Gesellschaft, unabhängig von den Fähigkeiten und dem Arbeitswillen der Menschen, sagt der Mathematiker Per Molander. Ungleichheit ist natürlich – aber sie ist kein Naturgesetz und kann mit den richtigen politischen Maßnahmen überwunden werden.

Der glühende Sozialdemokrat behauptet darin, Ungleichheit gehöre zum Menschsein. Wissenschaftlich fundiert und mit vielen anschaulichen Beispielen eröffnet Molander eine ganz neue Perspektive auf eines der weltweit größten Probleme und zeigt auch Lösungswege. Denn handeln wir nicht, geht die Schere zwischen Arm und Reich zwangsläufig immer weiter auseinander, was schließlich zum Verlust jeglichen Vertrauens innerhalb der Gesellschaft führt – zum Schaden aller.

Literatur
Peter Molander
Die Anatomie der Ungleichheit: Woher sie kommt und wie wir sie beherrschen können

Weblinks:
Per Molander:
"Die Anatomie der Ungleichheit" - So entsteht Armut ...
"Die Anatomie der Ungleichheit"

eingestellt von Blogger - vorm. unter Torpedo - kritischer Gesellschafts- und Politik-Blog
Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise des Blogbetreibers widerspiegeln.

Freitag, 17. Februar 2017

OXFAM - Martin Schulz & Angela Merkel, stoppen Sie Steuervermeidung!




Gemeinsam machen wir 2017 zum Jahr der Steuergerechtigkeit.







Liebe Oxfam-Freundin, lieber Oxfam-Freund,

fast 9.000 Menschen haben in nur vier Wochen bei unserer Aktion „Steuervermeidung von Konzernen stoppen!“ mitgemacht. Je mehr wir sind, desto schwerer wird es für Angela Merkel und Martin Schulz, unsere Forderungen zu ignorieren. Wir bleiben dran. Du auch?
 

Jetzt Aktionspaket bestellen!

Tolle Neuigkeiten: 2017 dürfen wir die Tour der Beginner begleiten, um auf den Konzerten die Fans der Band für Steuergerechtigkeit zu mobilisieren. Und auch Du kannst unsere Forderungen weiterverbreiten: Bestelle unser Aktionspaket mit Unterschriftenlisten, Infomaterial und Buttons und werde in Deiner Nachbarschaft aktiv!

Zeitgleich mit dem Start der Beginner-Tour in Deutschland laden wir am 7. März gemeinsam mit dem Netzwerk Steuergerechtigkeit und WEED zum Steuergipfel nach Berlin ein. Hier werden Vertreter/innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik sich über Strategien zu einer angemessenen Besteuerung von Unternehmen auf internationaler Ebene beraten, um Impulse für den G20-Gipfel und die Bundestagswahlen zu setzen.

Steuergerechtigkeit ist ein wichtiges Werkzeug, um extreme soziale Ungleichheit abzubauen! Mit unseren öffentlichen Aktionen sorgen wir dafür, dass das Thema Steuervermeidung von Konzernen oben auf der politischen Tagesordnung bleibt. Ich freue mich, wenn auch Du uns dabei unterstützt. Gemeinsam machen wir 2017 zum Jahr der Steuergerechtigkeit. Jetzt Aktionspaket bestellen!

Vielen Dank und herzliche Grüße

Charlotte Becker
Kampagnenkoordinatorin „Besser gleich! Schließt die Lücke zwischen Arm und Reich!“

PS: Du hast unsere Aktion „Steuervermeidung von Konzernen stoppen!“ noch nicht unterzeichnet? Hier kannst du‘s nachholen. Jetzt unterzeichnen











Stoppe mit uns Steuervermeidung! Jetzt spenden





Mittwoch, 19. November 2014

Soziale Ungleichheit ist gefährlicher für US-Amerikaner als IS

Thema: USA
Soziale Ungleichheit ist gefährlicher für US-Amerikaner als IS
so ein Experte.
RIA Novosti
MOSKAU, 15. November (RIA Novosti)
Eine reale Gefahr für die USA stellt die wachsende Vermögensungleichheit und nicht die Bedrohung seitens der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ dar, schreibt der Chefredakteur des US-Magazins Foreign Policy, David Rothkopf.

New York - Times Square | Foto: Terabass
Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Unported
90 Prozent der Gewinne würden in den USA von zehn Prozent der Bevölkerung kontrolliert, was für die Amerikaner eine größere Gefahr als die IS-Aktivitäten bedeute.

Der Islamische Staat sei natürlich für die Amerikaner und ihre Lebensweise eine reale Gefahr, aber keine so große - wenigstens jetzt nicht, sot Rothkopf.

Es handle sich dabei eher um eine Gefahr für die amerikanischen Interessen und die US-Verbündeten im Nahen Osten und an anderen Orten.

Die Amerikaner sind laut Rothkopf mit viel ernsteren Bedrohungen konfrontiert, die oft übersehen werden. Trotz des Wirtschaftswachstums während der Präsidentschaft von Bill Clinton, des wachsenden US-Aktienmarktes und der Zunahme des Bruttoinlandsprodukts steigen die Löhne nicht und die Qualität der Arbeit sei nicht gut.

Eine solche Situation sei für viele Länder kennzeichnend, aber in den USA sei sie dadurch verschärft, dass die Ungleichheit bei den Löhnen von Durchschnittsarbeitern und Topmanagern eines Unternehmens gravierender ist, als in jedem anderen Land der Welt.

„Die reale Gefahr, die den Amerikanern keine Ruhe lässt, (…) schließt nicht nur Terroristen und nicht kontrollierbare Staaten ein, sondern viel mehr politische und finanzielle Institute im Land, deren sich einige Menschen bemächtigten, die sich von ihren eigenen Interessen leiten lassen“, so Rothkopf. Diese Menschen streben danach, die amerikanische Hoffnung zu unterdrücken, wie es kein Terrorist besser tun könnte.
Quelle: RIA Novosti



Anti-IS-Kampf und Sturz Assads: Obama eröffnet zwei Fronten

US-Präsident Barack Obama schwenkt nach CNN-Angaben in seiner Syrien-Politik um, um die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) effizienter bekämpfen zu können, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

(Credit: Wikimedia Commons)
Laut CNN hat sich die US-Administration zwei Ziele gesetzt: die Bekämpfung der IS-Extremisten und einen Machtwechsel in Damaskus. Wie es aus der US-Botschaft in Moskau hieß, handelt es sich jedoch nicht um einen radikalen Kurswechsel. Der syrische Präsident Baschar al-Assad werde weiterhin unter Druck gesetzt.

Wegen des Kampfes gegen die radikalen Islamisten im Irak und in Syrien sieht sich die Obama-Administration gezwungen, ihre Syrien-Politik zu ändern. In der vergangenen Woche sollen im Weißen Haus vier Sitzungen zum Thema Syrien stattgefunden haben. Eine der Sitzungen leitete Präsident Barack Obama persönlich.

Die Aufgabe, den syrischen Präsidenten al-Assad zu stürzen, wurde bereits lange bevor die Terrorgruppe IS eine ernsthafte Gefahr für die USA und den Westen darstellte gestellt. Als IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi die Schaffung eines weltumspannenden Kalifats ausrief, wurde der Kampf gegen die militanten Islamisten eine der Prioritäten für die USA und ihre Verbündeten.

Gleichzeitig geriet das Projekt zum „demokratischen Umbau“ Syriens in die Sackgasse. Assad schaffte es, die Kontrolle über mehrere Gebiete seines Landes aufrechtzuerhalten und bei der Präsidentschaftswahl im Juni wiedergewählt zu werden. Die Einheiten der gemäßigten Oppositionellen, auf die der Westen zunächst setzte, wurden von den Islamisten zerschlagen. Die Treffen der „Freunde Syriens“, die den Sturz des Assad-Regimes anstreben, wurden seitdem seltener.

Trotz der Bedrohungen durch die IS hält Washington weiter an der „Demokratisierung“ Syriens fest. US-Diplomaten zufolge handelt es sich um keinen Kurswechsel in der Syrien-Politik, sondern eher um eine Anpassung. „Das Vorgehen hat sich nicht geändert. Als vorrangige Aufgabe gilt nach wie vor die Vertreibung der IS aus dem Irak. Wir und unsere Koalitionspartner versetzen Angriffe gegen den „Islamischen Staat“ in Syrien, damit er sich nicht sicher fühlen kann und um seine Kampfstärke zu zerstören“, sagte William Stevens, Sprecher der US-Botschaft in Moskau. „Assad bleibt der größte Magnet für Extremismus in Syrien. Präsident Obama gab deutlich zu verstehen, dass diese Person ihre Legitimität als Präsident verloren hat. Deswegen streben wir zusammen mit unseren Verbündeten neben der Isolierung des Assad-Regimes die Stärkung der gemäßigten Opposition an“, ergänzte der Botschaftssprecher.

Die von „Kommersant“ befragten Experten betrachten den US-Versuch, Assad zu stürzen und gleichzeitig den „Islamischen Staat“ zu bekämpfen, mit Skepsis. „Der Zeitpunkt zum Sturz Assads wurde verpasst. Das Weiße Haus hat zurzeit kaum eine klare Vorstellung davon, wie dieses Ziel erreicht werden kann“, sagte der Sicherheitsexperte Wladimir Sotnikow. Die Änderung der Syrien-Strategie habe für Obama eine politische Bedeutung. Es handele sich eher um einen Versuch, das Gesicht vor den Republikanern im Kongress und den am feindlichsten gegenüber Assad gestimmten Mitgliedern der von den USA geführten Koalition zu wahren, so der Experte.
Quelle: RIA Novosti

Sonntag, 15. Dezember 2013

Soziale Verhältnisse beeinflussen Wählerverhalten immer mehr

Foto: Screenshot
Thema: Bundestagswahl "sozial prekär"

t-online schreibt

11.12.2013, 19:53 Uhr | dpa
Die soziale Spaltung in Deutschland macht sich immer mehr im Wählerverhalten bemerkbar. Schichten mit hoher Arbeitslosigkeit und geringerer Bildung gehen weniger wählen und haben darum unverhältnismäßig wenig Einfluss auf das Wahlergebnis. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Bundestagswahl 2013 im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Foto: SPD-Fraktion

Demnach kommen die 17 Millionen Nichtwähler überdurchschnittlich oft aus prekären Milieus.
"Arbeitslosigkeit, Bildungsstand und Kaufkraft haben nachweislich maßgeblichen Einfluss auf die Wahlbeteiligung", sagte Jörg Dräger vom Stiftungsvorstand. Die Studie, erstellt von dem Politologen Armin Schäfer vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und dem Meinungsforschungsinstitut infratest-dimap, bezeichnet die diesjährige Wahl daher als "sozial prekär".

Köln: Hier 42,5 Prozent, dort 88,7

Für die Studie wurden das Wahlverhalten in 28 deutschen Großstädten und zusätzlich 640 Stimmbezirke analysiert, die repräsentativ für Deutschland sind und auch für die Prognosen am Wahltag genutzt wurden. Dabei wurde auch ermittelt, wo die Nichtwähler wohnen. Ergebnis: "Je prekärer die soziale Situation in einem Stadtviertel, desto niedriger die Wahlbeteiligung."

Beispiel Köln: Dort wurde der größte Unterschied in der Wahlbeteiligung zwischen einzelnen Vierteln einer Stadt ermittelt, nämlich 46 Prozentpunkte. In Köln-Chorweiler gaben nur 42,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, in Köln-Hahnwald hingegen 88,7 Prozent.

Hier zeigte sich auch der stärkste statistische Zusammen

Hier zeigte sich auch der stärkste statistische Zusammenhang zwischen Wahlbeteiligung und Arbeitslosigkeit: In Chorweiler liegt die Arbeitslosigkeit bei mehr als 19 Prozent, in Hahnwald bei gerade mal einem Prozent.

Soziale Spaltung trifft nicht nur Städte

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen die Forscher für alle untersuchten Städte von Aachen bis Wuppertal, und unabhängig davon ob in West- oder Ostdeutschland. Die soziale Spaltung betrifft nicht nur die Städte.
Die Ergebnisse der 640 analysierten Stimmbezirke zeigen, dass auch in den ländlichen Gebieten die Wahlbeteiligung stark an den Sozialstatus gekoppelt ist.

"Ungleichheit hat sich verdreifacht"

"Noch nie war das Gefälle in der Wahlbeteiligung so groß wie bei den Bundestagswahlen 2009 und 2013", sagte Dräger. 1998 lagen bundesweit die Stimmbezirke mit der jeweils höchsten und niedrigsten Beteiligung bei der Bundestagswahl 19,1 Prozentpunkte auseinander. 2013 betrug diese Differenz bereits 29,5 Prozentpunkte.

"Die Ungleichheit der Wahlbeteiligung hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten verdreifacht", hieß es weiter. 11.12.2013, 19:53 Uhr | dpa

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schreibt t-online. Warum wohl?