Thema: Schuldenkrise läuft aus dem Ruder
Eine neue Studie des IWF kündigt eine beispiellose Welle von Zwangs-Maßnahmen gegen die Sparer in Europa an. Die Schuldenkrise werde durch eine Mischung aus „Steuern auf Ersparnisse, Verluste der Steuerzahler durch Schuldenschnitte, Inflation, Kapitalverkehrskontrollen und anderen Maßnahmen der finanziellen Repression“ beendet. Die Politiker Europas werden aufgefordert, ihre Realitätsverweigerung aufzugeben und zu handeln.
„Working Paper“ Handlungsanweisungen für die Lösung der europäischen Staatsschuldenkrise aufzuzeigen.
Das Ergebnis liegt nun vor – und es übertrifft die bisherigen Befürchtungen über das Ausmaß und die Lösungen der europäischen Schuldenkrise.
Zuletzt hatte der IWF eine zehnprozentige Schuldensteuer auf alle Nettovermögen in Europa vorgeschlagen, um den Schuldenstand auf das Vorkrisen-Niveau von 2007 zu drücken (mehr dazu hier).
Die EU hat die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet, um dieser und einigen anderen Forderungen Genüge zu tun (mehr dazu hier).
Doch die Analyse von Reinhart und Rogoff zeigt: Alle bisher bekannten Maßnahmen werden nicht ausreichen, um die Schuldenkrise zu lösen.
Das IWF-Papier trägt den Titel: „Finanz- und Staatschulden-Krise: Lektionen, die wir aus der Vergangenheit gelernt haben – und solche, die wir vergessen haben“.
Die Kernaussage der schonungslosen Analyse: Die Lösung der europäischen Schuldenkrise wird durch brachiale Maßnahmen erfolgen. Die Idee, die europäischen Staaten könnten sich durch einen „Sparkurs“, „Verschiebung in die Zukunft“ und „Wachstum“ aus der Krise befreien, wird von den Autoren als schlichte Illusion entlarvt. Die Politik befinde sich in einem Zustand der „Leugnung“ der Realität und hoffe allen Ernstes, dass das Schulden-Desaster mit einigen wohldosierten Maßnahmen beendet werden könne.
Dies ist ein fataler Irrtum.
Reinhart und Rogoff benennen den wichtigsten Denkfehler der europäischen Politik: Diese glaube, dass wirklich brutale finanzielle Repression nur in Schwellenländern nötig und möglich sei, weil diese Staaten im Grunde keine Reputation zu verlieren hätten und sich die Auswirkung von massiven Zwangsmaßnahmen auf das Weltfinanzsystem daher in Grenzen halten würden.
Die IWF-Studie stellt jedoch klar: Die Euro-Staaten werden denselben Schock erleben wie die Staaten der Dritten Welt.
Es wird richtig hart werden.
Denn: „Die Größe des allgemeinen Schulden-Problems kann kaum überzeichnet werden. Die aktuellen Staatsschulden in den entwickelten Wirtschaften nähern sich einem in 200 Jahren nicht dagewesenen Rekord-Niveau.“
In dem Papier analysieren die Ökonomen die Krisen des vergangenen Jahrhunderts und zeigen, dass keine einzige Schulden-Krise ohne radikale Schnitte beendet werden konnte.
Die Autoren machen klar, dass die Politik zwar versuche, mit einer Form der „kollektiven Amnesie“ zu vergessen, dass Schuldenpolitik immer zu radikalen Zwangsmaßnahmen geführt habe. Doch sei klar, dass die Politik heute nur wählen könne, ob sie das Ende mit Schrecken früher wählt oder später. Je weiter eine Beendigung der Schuldenmacherei aufgeschoben werde, umso größer werden die Lasten sein, die die Bürger zu tragen haben werden: „Die Politik der Leugnung des Problems hat in einigen Fällen dazu geführt, dass sich die finalen Kosten des Schuldenabbaus verschlimmern werden.“
Das Papier fordert die Regierungen in Europa dazu auf, endlich der Realität ins Gesicht zu sehen. Mit kosmetischen Maßnahmen – für die vor allem eine technokratische Politikerin wie Angela Merkel steht – ist das Problem nicht zu lösen. Je länger das „Mantra“ von Sparkurs, Verschleppung und vager Wachstumshoffnung aufgegeben wird, umso schlimmer wird der Crash am Ende sein.
Die Geschichte gelte auch für heute – und lehrt, dass auch in hochentwickelten Staaten am Ende eines jeden Schulden-Zyklus ein brutaler Kassensturz stehen muss. Auch für das reiche Europa gilt der „Standard-Werkzeugkasten“, den der IWF in den Ländern der Dritten Welt verwendet.
Dieser Kasten enthält im Grunde nur Instrumente, mit denen Grausamkeiten begangen werden müssen: „Schuldenverzicht der Gläubiger, höhere Inflation, Kapitalkontrollen und andere Formen der finanziellen Repression“. Die Repression besteht, so die IWF-Autoren, vor allem aus einer „verdeckten Steuer auf Ersparnisse (opaque tax on savers)“.
Auch der Sparkurs müsse beibehalten werden. Allerdings reicht Haushalts-Konsolidierung allein „wegen der schieren Größe der Schulden“ keinesfalls aus, um das Problem zu lösen. Erschwerend komme hinzu, dass Schulden in der Regel VIEL (auch im Original in Versalien geschrieben!) höher sind als jene Schulden, die sichtbar sind. Dazu zählen die Autoren vor allem jene bereits in Gang gesetzten „Rettungsmaßnahmen“, die in Europa bereits in Milliarden-Höhe zur Brandbekämpfung eingesetzt haben. Sie haben nichts gebracht, wenn man die Arbeitslosigkeit in Europa betrachtet – haben jedoch die Schuldenstände in allen Euro-Staaten dramatisch in die Höhe getrieben.
Reinhart und Rogoff kommen bei der Betrachtung von 26 Beispielen von massiven Staatsschulden-Krisen zu dem Ergebnis, dass diese das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um durchschnittlich 1,2 Prozent nach unten gedrückt und im Durchschnitt 23 Jahre lang gedauert haben.
In bisher nicht bekannter Weise lässt der IWF hier zwei Autoren ein sehr düsteres Szenario malen. In der Regel behauptet der IWF, dass es sich bei solchen Überlegungen um „rein theoretische“ Gedankenspiele der Autoren handelt, wie der Währungsfonds auch auf dem Deckblatt der vorliegenden Studie vorsorglich vermerkt.
Der IWF hat jedoch in den vergangenen Monaten in immer klareren Worten gesagt, was zu tun ist, um aus dem Teufelskreis der Schulden-Krise zu entkommen. Die Handlungs-Vorschläge decken sich mit jenen, die etwa die Boston Consulting Group bereits in ihrer Studie „Back to Mesopotamia“ entworfen hat. Der Autor dieser Studie, Daniel Stelter, hat in seinem bemerkenswerten neuen Buch „Die Billionen Schulden Bombe“ ausgeführt, dass es kein Entrinnen gibt: Sozialleistungen werden drastisch gekürzt, Sparguthaben dramatisch rasiert werden (mehr dazu im Interview – hier).
Für Angela Merkel, die bisher versucht hatte, sich durch Lavieren in der Krise an der Macht zu halten – was ihr ja auch hervorragend gelungen ist – bedeutet die Lage jedoch, dass sie lieber früher als später vor die Deutschen tritt und ihnen, wie König Willem schon vor einiger Zeit (hier) die bittere Wahrheit verkündet.
Die IWF-Studie empfiehlt den europäischen Regierungen, sie mögen sich mit jenen harten Schnitten beschäftigen, „die bisher nur im Zusammenhang mit Schwellenländern gesehen wurden, die aber entwickelte Länder in nicht allzu ferner Vergangenheit selbst praktizierten“.
Die Zeiten des grenzenlosen Wohlstands sind vorbei.
Die Illusion ist zerplatzt.
Es kommen härtere Tage.
Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN
Kommentare
Phönix sagt:
Je schneller, desto besser!
Wie schön, dass sich das System momentan in schnellster Abfolge selbst outet und ad absurdum führt. Dadurch, dass die “herrschenden” Cliquen sich in ihrer Panik um den Erhalt von Kapital, Macht und Pfründen intern uneins sind, dringt zuviel ungewollt nach draussen, und das ist auch gut so. Nur ein Ignorant kann die Zeichen der Zeit noch übersehen. Es wird Zeit, das Unheil an der Wurzel zu packen…Umso mehr Kollateralschäden werden vermieden.
jack sagt:
Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank
Zwei Instrumente zur Zerstörung von Nationen
Die “gute” Weltbank, die vorgibt, die Armut auf der Welt zu bekämpfen, der “böse” IWF, der die Interessen des reichen Westens durchsetzen soll – beide gehören zusammen. Gemeinsam mit NATO, CIA usw. sorgen sie dafür, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer werden. Welcher Methoden sich der “demokratische Westen” dabei bedient, erfahren Sie in diesem Interview mit dem bekannten kanadischen Wirtschaftswissenschafter Professor Michel Chossudovsky.
http://tomheller.de/theholycymbal/interview/michel-chossudovsky.html
Wer Augen hat, der lese.
Wer ein Gehirn hat, der denke.
Wer denken kann, der ziehe seine eigenen Rückschlüsse.
Ekkehardt Fritz Beyer sagt:
Ich floh 1973 aus der DDR. Zu dieser Zeit dürfte unsere Frau Dr. Bundeskanzlerin in stramm kommunistischer Überzeugung noch als Agitatorin für die FDJ im Einsatz gewesen sein. Es wird sogar vermutet, dass sie damals im Auftrag des MfS den damaligen Regimekritiker Havemann mit überwachte.
http://derhonigmannsagt.wordpress.com/tag/havemann/
Enteignungen waren Anfang der 70ger Jahre schon seltener. Der dies bzgl. große Boom der Jahre 1945 – 1965 war damals schon Geschichte. Doch mit dieser Vergangenheit scheint sie sich offensichtlich „genau” beschäftigt zu haben, da das Thema der Zwangsenteignung mit dem “winzigen” (?) Unterschied schon wieder auf der Agenda steht, dass es nach 1945 auf dem Territorium der damaligen SBZ überwiegend den Großvermögen an den Kragen ging.
Inzwischen ist sie unsere Frau Dr. Bundeskanzlerin. Ihre Politik allerding erinnert mich immer mehr an längst vergangene Zeiten. http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-575-37809–f370966.html#q370966 Leider beschäftigt mich schon seit einigen Jahren immer öfter auch eine andere Frage: Will sie den Kommunismus seit ihrer Amtseinführung in reformierter Form – etwa nach dem China-Modell – nun in der Bundesrepublik einführen?
Der Grund für meine Vermutung: Die Ängste und Nöte der Menschen in Deutschland und Europa sind ihr scheinbar genauso egal, wie die Menschen in China ihren dortigen Machthabern! http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-575-37809–f379691.html#q379691 Es zählt und gilt grundsätzlich „nur ihre“ Überzeugung, wobei unsere „so wahr ihr Gott helfe – den Deutschen und deren Wohl dienende“ – Frau Dr. Bundeskanzlerin“ lt. eigener Aussage für die Verwirklichung „ihrer“ Überzeugung sogar einen Krieg in Kauf nehmen würde. https://plus.google.com/+WolfgangNiederhausen/posts/PtGmLyk5Ppi
Ist Deutschland schon wieder soweit eine solche Frau Dr. verdient zu haben?
dangerous world sagt:
Glauben Sie wirklich , das Deutschland von dieser Frau geleitet wird? Ich sicher nicht!
R75/5 sagt:
Der IWF hat noch keinem Land je geholfen.
Der IWF hat immer nur in die Tasche der amerikanischen Industrie / Banken gearbeitet.
Merkel sollte damit anfangen das keine aussereuropäische Bank mehr Geld von uns bekommt.
Dann würde ich gerne hören was der IWF dazu zu sagen hat,
……………..aber die sagt ja nichts………………..
die wird sich auch nicht hinstellen und zugeben schwere Fehler gemacht zu haben.
Kokolores B sagt:
In Österreich bildet sich ein Gegengewicht zur aktuellen Europapolitik, bitte ansehen und verbreiten. Sowas wird hier auch benötigt
https://www.youtube.com/watch?v=lT7nZS9k-Ac
krisenschutz sagt:
Die Menschen sollten anfangen sich zu informieren, wenn sie nicht alles verlieren wollen. Denkt etwa jemand, es bleibt bei 10%? Wie beim “befristeten” Solidaritätszuschlag, den es nach Jahrzehnten noch immer gibt? Wie bei der LKW-Maut, die auch auf Autos ausgeweitet wird?
Den Lügen ist doch nicht zu glauben. Lest, Leute, informiert euch, sonst hilft euch nichts mehr…
http://www.krisenschutz.eu
Herle King sagt:
Momentane Stärke des Finanzbebens: 8.6
2013-11-04: letzte Änderung – von 8.5 auf 8.6 erhöht:
Massivste Enteignungs-Propaganda in allen Medien
http://www.hartgeld.com/Collapse-O-Meter.html
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Montag, 6. Januar 2014
Montag, 16. September 2013
Demütigung für Obama: Pleite-Staat Amerika kann keinen Krieg mehr führen
Thema: Schuldenkrise
Der wahre Grund für die Absage des US-Militärschlag gegen Syrien ist der verheerende wirtschaftliche Zustand der Streitkräfte: Führende Militärs haben hinter den Kulissen Präsident Obama die Gefolgschaft verweigert. Die Soldaten sind wegen des radikalen Sparkurses aufgebracht und haben dem Präsidenten erklärt: Mit den vorhandenen Mitteln ist ein Krieg gegen Syrien nicht zu gewinnen. Obama musste die Notbremse ziehen.
Der Militärschlag gegen Syrien ist nicht am Widerstand Russlands gescheitert, sondern an der offenbar verheerenden finanziellen Lage bei den US-Streitkräften.
Nach der forschen Ankündigung von Außenminister John Kerry, man wolle in Syrien die Rolle des Weltpolizisten spielen (hier), ruderte US-Präsident Barack Obama bereits einen Tag später zurück (hier).
Von da an gab es nur noch eine Maxime: Den geordneten Rückzug mit möglichst wenig Gesichtsverlust.
Denn in der US-Armee hatte sich bisher nicht dagewesener Widerstand gegen den eigenen Oberbefehlshaber formiert. Die Ablehnung des Syrien-Krieges hatte die Ausmaße einer Meuterei angenommen (hier). Die Argumente, die Generäle und einfache Soldaten ins Treffen führten, bezogen sich zum einen auf die fehlende Strategie Obamas in Syrien.
Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass die Moral der Truppe im Keller ist. Der Grund: Das US-Militär muss wegen des aus dem Ruder gelaufenen Haushalts-Defizits sparen. Dieser Sparpläne sind nicht mehr kosmetischer Natur. Marine-Staatssekretär Ray Mabus sagte vergangene Woche in Washington: „Alles muss auf den Tisch. Es gibt keine heiligen Kühe mehr. Egal wie gut wir es machen: Es wird unglaublich harte Entscheidungen geben.“
Die Marine, für den Syrien-Einsatz die wichtigste Truppeneinheit, muss radikale Schnitte machen. Der gesamte Verteidigungshaushalt muss in den kommenden zehn Jahren um 500 Milliarden Dollar zusammengekürzt werden.
Die Folge: Alle Verträge mit Dienstleistern müssen überprüft werden. Es sollen weniger neue Kriegsschiffe gekauft werden. Viele immer noch im Einsatz befindliche Schiffe sind überaltert. Wartungsintervalle werden verkürzt, die Ausbildungs- und Trainings-Einheiten werden zurückgefahren.
Mabus warnte davor, dass die Soldaten wegen des Spar-Kurses künftig möglicherweise nicht ausreichend ausgebildet in Kampf-Einsätze geschickt werden müssen.
Mabus deutete auch an, dass die Bedenken über die Einsatzfähigkeit der US-Armee in Syrien durch die desolate Finanzlage beeinträchtigt werden könnte. Zwar sollten die Marine-Einheiten im Nahen Osten verbleiben. Doch wegen der Kürzungen könnte der Fall eintreten, dass die Truppen dem US-Präsidenten nicht mehr alle Optionen zu einem Einsatz bieten können.
Wegen der finanziellen Lage haben die Soldaten offenbar auch keine Lust mehr zu kämpfen. In einer Umfrage der Military Times sagten 75 Prozent der befragten aktiven Soldaten vergangene Woche, dass sie einen Militärschlag ablehnen. Zwei Drittel der US-Armee hatten sich also gegen Obama gestellt.
Etwa 80 Prozent der Soldaten sagten, dass sie nicht erkennen könnten, dass der Militär-Schlag gegen Syrien im nationalen Interesse der vereinigten Staaten sei.
Damit war der Widerstand gegen einen Syrien-Einsatz unten den Soldaten größer als in der amerikanischen Zivilbevölkerung: 64 Prozent der Amerikaner waren gegen einen Militärschlag gewesen.
Die Military Times zitiert Soldaten, die vor allem das wirtschaftliche Argument gegen einen Militärschlag ins Treffen führten. Ein Offizier sagte: „Wir haben kein Geld für alles andere – aber wir haben einige hundert Millionen Dollar, um ein paar Tomahawk-Missiles auf Syrien abzufeuern und sollen eine teure Militär-Aktion starten?“
Die Zustände bei den amerikanischen Streitkräften zeigen: Die Supermacht ist keine Weltpolizei mehr, sondern ein ganz gewöhnlicher Pleite-Staat. Weiteres Schuldenmachen ist nicht mehr möglich, langfristige behutsame Korrekturen kämen zu spät. Im öffentlichen Dienst muss gespart werden – und das trifft auch die Armee. Während die gravierenden Einsparungen bei Schulen oder Krankenhäusern eher schleichend sichtbar werden, wird das Desaster bei der Armee sofort sichtbar: Die Amerikaner können sich keine Prestige- und Propaganda-Aktionen mehr leisten.
Amerika kann unter diesen Umständen keinen Krieg mehr führen, wenn er einen umfassenden Einsatz der Streitkräfte erfordert.
Bedingt einsatzbereit – das ist der Befund.
Und dieser Befund hat dazu geführt, dass Obama das Risiko eines Syrien-Krieges nicht eingehen konnte.
Das ist eine verheerende Niederlage – für die Wirtschaftspolitik der der Obama-Administration.
Um sie zu kaschieren, haben die Amerikaner es schließlich vorgezogen, den Russen einen Punkt-Sieg zuzugestehen. Die Einigung von Genf, die den Krieg vorerst abgewendet hat, ist für Obama zwar eine außenpolitische Niederlage, es wäre jedoch noch viel peinlicher für den angeschlagenen Präsidenten, wenn der wahre Grund nun öffentlich diskutiert würde.
Die Amerikaner können keinen Krieg mehr führen.
Sie können es sich einfach nicht leisten.
Die Schuldenkrise zerstört die hegemonialen Ambitionen.
Das ist auch eine gute Nachricht.
Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN
Kommentare
Farbliche Hervorhebung von mir
Man kann den in der Military Times zitierten Soldaten nur Recht geben.
Ein Großteil der Bevölkerung des "freiesten aller Länder" hungert, ernährt sich aus Mülltonnen und schläft unter Brücken.
Nur um die Gier nach immer mehr Profit einiger, geldgeiler alten Säcke zu befriedigen, sollten hunderte von Millionen Dollar teure Waffen, die natürlich nicht sie sondern die steuerzahlende Bevölkerung finanzieren, auf fremde Länder abgeschossen werden.
Geht's eigentlich noch perfider Mr. President?
Warum der Angriff ausgesetzt wurde ist letztlich egal, Putin hat den Kriegstreibern mit dem Artikel in der New York Times den Wind aus den Segeln genommen und sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen.
Hatte nicht Kriegstreiber Kerry voher wochenlang die Kriegstrommel bearbeitet und beinahe unerfüllbare Bedingungen gestellt? Ist er nicht nur deshalb dem G20-Gipfel ferngeblieben?
Jetzt auf einmal will ausgerechnet Kerry in der Rolle des Friedensengels von Genf auftreten? Wer soll das denn glauben?
Geht die Verarschung nocht weiter, nur jetzt auf einer anderen Ebene Mr. Kerry?
Zu klären bleibt trotzdem noch, weshalb beinahe alle westlichen Medien einen Krieg herbeigesehnt haben und einige immer noch hoffen.
Sammy sagt:
> Um sie zu kaschieren, haben die Amerikaner es schließlich vorgezogen,
> den Russen einen Punkt-Sieg zuzugestehen.
Ich denke, das ist der Schlüssel zum Verständnis dieser Meldung.
Die US-Regierung kann es einfach nicht ab, wenn sie mal einstecken müssen.
Dass das Geld für militärische Aktionen ausgegangen sein soll, kann ich noch nicht so richtig glauben. Zur Not druckt man sich neues Geld, das ist ja das praktische am Finanzbetrugssystem des Bankenkartells.
CharlyW sagt:
Die Amerikaner sind an ihre Grenzen gestoßen. Ich hoffe es ist der Anfang vom Ende der Neuen Weltordnung! Dann können die Völker der Erde wieder hoffnungsvoll in die Zukunft sehen. Der Zusammenbruch könnte aber sehr schmerzhaft werden, stehen wir zusammen und besinnen wir uns wieder auf unsere Stärken.
Umlandt Gerhard sagt:
Die Sparmaßnahmen gehen so weit, daß die amerikanischen Soldaten teilweise ihre medizinische Behandlung selber bezahlen müssen. Die Soldaten sollen ihren Kopf hinhalten, werden verwundet, – und dann zahlt ihnen der eigene amerikanische Staat nicht mal die Gesundheitsbehandlung!
Da ist es kein Wunder, wenn das Militär meutert.
Das Militär weiß auch, wer 9/11 gemacht hat und hat keine Lust mehr für dieses durchgeknallte kleine Land am östlichen Mittelmeer in irrsinnige Kriege zu ziehen, die nicht im amerikanischen Interesse sind, sondern sich die AIPAC oder Netanjahu ausgedacht haben.
Alfons sagt:
Für Armee und USA ist das ein Teufelskreis, denn die Armee ist Instrument zur Erpressung -notfalls mit Überfall- fremder Staaten um den Wohlstand Amerikas zu sichern und zu mehren.
Eine Armee, die nicht mehr in der Lage ist, weltweit Raub- und Beutezüge durchzuführen, die nicht mehr in der Lage ist, weltweit zu brandschatzen und zu morden, kann ihrem Auftrag nicht mehr nachkommen und kann gänzlich abgeschafft werden; insbesondere im Falle der US-Army, die eine reine Angriffsarmee ist und nicht der Landesverteidigung dient.
Ohne seine Armeen dürften die USA sich wirtschaftlich weiter Mexiko annähern, so dass sich für Kanada allmählich die Frage stellt, nicht ebenfalls einen Zaun zu ziehen, um Elendswanderungen und Destabilisierung durch schießwütige, kriminelle US-Horden zu unterbinden.
Der wahre Grund für die Absage des US-Militärschlag gegen Syrien ist der verheerende wirtschaftliche Zustand der Streitkräfte: Führende Militärs haben hinter den Kulissen Präsident Obama die Gefolgschaft verweigert. Die Soldaten sind wegen des radikalen Sparkurses aufgebracht und haben dem Präsidenten erklärt: Mit den vorhandenen Mitteln ist ein Krieg gegen Syrien nicht zu gewinnen. Obama musste die Notbremse ziehen.
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Der Militärschlag gegen Syrien ist nicht am Widerstand Russlands gescheitert, sondern an der offenbar verheerenden finanziellen Lage bei den US-Streitkräften.
Nach der forschen Ankündigung von Außenminister John Kerry, man wolle in Syrien die Rolle des Weltpolizisten spielen (hier), ruderte US-Präsident Barack Obama bereits einen Tag später zurück (hier).
Von da an gab es nur noch eine Maxime: Den geordneten Rückzug mit möglichst wenig Gesichtsverlust.
Denn in der US-Armee hatte sich bisher nicht dagewesener Widerstand gegen den eigenen Oberbefehlshaber formiert. Die Ablehnung des Syrien-Krieges hatte die Ausmaße einer Meuterei angenommen (hier). Die Argumente, die Generäle und einfache Soldaten ins Treffen führten, bezogen sich zum einen auf die fehlende Strategie Obamas in Syrien.
Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass die Moral der Truppe im Keller ist. Der Grund: Das US-Militär muss wegen des aus dem Ruder gelaufenen Haushalts-Defizits sparen. Dieser Sparpläne sind nicht mehr kosmetischer Natur. Marine-Staatssekretär Ray Mabus sagte vergangene Woche in Washington: „Alles muss auf den Tisch. Es gibt keine heiligen Kühe mehr. Egal wie gut wir es machen: Es wird unglaublich harte Entscheidungen geben.“
Die Marine, für den Syrien-Einsatz die wichtigste Truppeneinheit, muss radikale Schnitte machen. Der gesamte Verteidigungshaushalt muss in den kommenden zehn Jahren um 500 Milliarden Dollar zusammengekürzt werden.
Die Folge: Alle Verträge mit Dienstleistern müssen überprüft werden. Es sollen weniger neue Kriegsschiffe gekauft werden. Viele immer noch im Einsatz befindliche Schiffe sind überaltert. Wartungsintervalle werden verkürzt, die Ausbildungs- und Trainings-Einheiten werden zurückgefahren.
Mabus warnte davor, dass die Soldaten wegen des Spar-Kurses künftig möglicherweise nicht ausreichend ausgebildet in Kampf-Einsätze geschickt werden müssen.
Mabus deutete auch an, dass die Bedenken über die Einsatzfähigkeit der US-Armee in Syrien durch die desolate Finanzlage beeinträchtigt werden könnte. Zwar sollten die Marine-Einheiten im Nahen Osten verbleiben. Doch wegen der Kürzungen könnte der Fall eintreten, dass die Truppen dem US-Präsidenten nicht mehr alle Optionen zu einem Einsatz bieten können.
Wegen der finanziellen Lage haben die Soldaten offenbar auch keine Lust mehr zu kämpfen. In einer Umfrage der Military Times sagten 75 Prozent der befragten aktiven Soldaten vergangene Woche, dass sie einen Militärschlag ablehnen. Zwei Drittel der US-Armee hatten sich also gegen Obama gestellt.
Etwa 80 Prozent der Soldaten sagten, dass sie nicht erkennen könnten, dass der Militär-Schlag gegen Syrien im nationalen Interesse der vereinigten Staaten sei.
Damit war der Widerstand gegen einen Syrien-Einsatz unten den Soldaten größer als in der amerikanischen Zivilbevölkerung: 64 Prozent der Amerikaner waren gegen einen Militärschlag gewesen.
Die Military Times zitiert Soldaten, die vor allem das wirtschaftliche Argument gegen einen Militärschlag ins Treffen führten. Ein Offizier sagte: „Wir haben kein Geld für alles andere – aber wir haben einige hundert Millionen Dollar, um ein paar Tomahawk-Missiles auf Syrien abzufeuern und sollen eine teure Militär-Aktion starten?“
Die Zustände bei den amerikanischen Streitkräften zeigen: Die Supermacht ist keine Weltpolizei mehr, sondern ein ganz gewöhnlicher Pleite-Staat. Weiteres Schuldenmachen ist nicht mehr möglich, langfristige behutsame Korrekturen kämen zu spät. Im öffentlichen Dienst muss gespart werden – und das trifft auch die Armee. Während die gravierenden Einsparungen bei Schulen oder Krankenhäusern eher schleichend sichtbar werden, wird das Desaster bei der Armee sofort sichtbar: Die Amerikaner können sich keine Prestige- und Propaganda-Aktionen mehr leisten.
Amerika kann unter diesen Umständen keinen Krieg mehr führen, wenn er einen umfassenden Einsatz der Streitkräfte erfordert.
Bedingt einsatzbereit – das ist der Befund.
Und dieser Befund hat dazu geführt, dass Obama das Risiko eines Syrien-Krieges nicht eingehen konnte.
Das ist eine verheerende Niederlage – für die Wirtschaftspolitik der der Obama-Administration.
Um sie zu kaschieren, haben die Amerikaner es schließlich vorgezogen, den Russen einen Punkt-Sieg zuzugestehen. Die Einigung von Genf, die den Krieg vorerst abgewendet hat, ist für Obama zwar eine außenpolitische Niederlage, es wäre jedoch noch viel peinlicher für den angeschlagenen Präsidenten, wenn der wahre Grund nun öffentlich diskutiert würde.
Die Amerikaner können keinen Krieg mehr führen.
Sie können es sich einfach nicht leisten.
Die Schuldenkrise zerstört die hegemonialen Ambitionen.
Das ist auch eine gute Nachricht.
Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN
Kommentare
Farbliche Hervorhebung von mir
Man kann den in der Military Times zitierten Soldaten nur Recht geben.
Ein Großteil der Bevölkerung des "freiesten aller Länder" hungert, ernährt sich aus Mülltonnen und schläft unter Brücken.
Nur um die Gier nach immer mehr Profit einiger, geldgeiler alten Säcke zu befriedigen, sollten hunderte von Millionen Dollar teure Waffen, die natürlich nicht sie sondern die steuerzahlende Bevölkerung finanzieren, auf fremde Länder abgeschossen werden.
Geht's eigentlich noch perfider Mr. President?
Warum der Angriff ausgesetzt wurde ist letztlich egal, Putin hat den Kriegstreibern mit dem Artikel in der New York Times den Wind aus den Segeln genommen und sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen.
Hatte nicht Kriegstreiber Kerry voher wochenlang die Kriegstrommel bearbeitet und beinahe unerfüllbare Bedingungen gestellt? Ist er nicht nur deshalb dem G20-Gipfel ferngeblieben?
Jetzt auf einmal will ausgerechnet Kerry in der Rolle des Friedensengels von Genf auftreten? Wer soll das denn glauben?
Geht die Verarschung nocht weiter, nur jetzt auf einer anderen Ebene Mr. Kerry?
Zu klären bleibt trotzdem noch, weshalb beinahe alle westlichen Medien einen Krieg herbeigesehnt haben und einige immer noch hoffen.
Sammy sagt:
> Um sie zu kaschieren, haben die Amerikaner es schließlich vorgezogen,
> den Russen einen Punkt-Sieg zuzugestehen.
Ich denke, das ist der Schlüssel zum Verständnis dieser Meldung.
Die US-Regierung kann es einfach nicht ab, wenn sie mal einstecken müssen.
Dass das Geld für militärische Aktionen ausgegangen sein soll, kann ich noch nicht so richtig glauben. Zur Not druckt man sich neues Geld, das ist ja das praktische am Finanzbetrugssystem des Bankenkartells.
CharlyW sagt:
Die Amerikaner sind an ihre Grenzen gestoßen. Ich hoffe es ist der Anfang vom Ende der Neuen Weltordnung! Dann können die Völker der Erde wieder hoffnungsvoll in die Zukunft sehen. Der Zusammenbruch könnte aber sehr schmerzhaft werden, stehen wir zusammen und besinnen wir uns wieder auf unsere Stärken.
Umlandt Gerhard sagt:
Die Sparmaßnahmen gehen so weit, daß die amerikanischen Soldaten teilweise ihre medizinische Behandlung selber bezahlen müssen. Die Soldaten sollen ihren Kopf hinhalten, werden verwundet, – und dann zahlt ihnen der eigene amerikanische Staat nicht mal die Gesundheitsbehandlung!
Da ist es kein Wunder, wenn das Militär meutert.
Das Militär weiß auch, wer 9/11 gemacht hat und hat keine Lust mehr für dieses durchgeknallte kleine Land am östlichen Mittelmeer in irrsinnige Kriege zu ziehen, die nicht im amerikanischen Interesse sind, sondern sich die AIPAC oder Netanjahu ausgedacht haben.
Alfons sagt:
Für Armee und USA ist das ein Teufelskreis, denn die Armee ist Instrument zur Erpressung -notfalls mit Überfall- fremder Staaten um den Wohlstand Amerikas zu sichern und zu mehren.
Eine Armee, die nicht mehr in der Lage ist, weltweit Raub- und Beutezüge durchzuführen, die nicht mehr in der Lage ist, weltweit zu brandschatzen und zu morden, kann ihrem Auftrag nicht mehr nachkommen und kann gänzlich abgeschafft werden; insbesondere im Falle der US-Army, die eine reine Angriffsarmee ist und nicht der Landesverteidigung dient.
Ohne seine Armeen dürften die USA sich wirtschaftlich weiter Mexiko annähern, so dass sich für Kanada allmählich die Frage stellt, nicht ebenfalls einen Zaun zu ziehen, um Elendswanderungen und Destabilisierung durch schießwütige, kriminelle US-Horden zu unterbinden.
Donnerstag, 30. Mai 2013
EU in Panik: Angst vor sozialen Unruhen, Sparkurs abgebrochen
Schuldenfalle
Die Europäische Kommission zieht in Panik die Reißleine und hat allen Schuldenstaaten erlaubt, noch mehr Schulden zu machen. Die EU warnt die Länder zugleich, dass sich die wirtschaftliche Lage immer schneller verschlechtert. Die EU will mit dem Ende des Sparkurses verhindern, dass es zu sozialen und politischen Unruhen kommt.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat am Mittwoch wie erwartet das vorläufige Ende des Sparkurses in Europa verkündet. Nach Einschätzung der EU verstoßen 20 der 27 Mitgliedsländer in der einen oder anderen Form gegen die Schuldenobergrenzen.
Überraschend: De facto sind drei Viertel der EU-Staaten nicht in der Lage, ihre Defizite abzubauen.
Die EU erlaubt Frankreich, Polen, Slowenien, Portugal, den Niederlande, Spanien, Lettland, Rumänien und Italien ihre bisherigen Sparbemühungen zu lockern.
Für die EU ist die Verlautbarung eine Bankrott-Erklärung. Sie zeigt, dass die EU nicht sparen kann, weil sie bereits so hoch verschuldet ist, dass nur noch eine Fortsetzung des Drogen-Rauschs durch neue Schulden den Crash verhindern kann.
Der Grund für die abgesagte Reform, so wie Barroso ihn schildert: Die EU befürchtet, dass es bei weiterem Sparen zu „sozialen und politischen Unruhen“ kommen könnte. Daher verpackte Barroso sein Scheitern auch in einen Appell: Die Verschiebung der Sparziele sei keinesfalls eine Dauerlösung. Die Staaten müssten sich bemühen, die Struktur-Reformen so schnell als möglich umzusetzen.
Barroso fürchtet, dass es in der EU „über Jahre kein Wachstum mehr geben“ könnte. Die schlechte Lage am Arbeitsmarkt werde die Sozialsysteme auf die Probe stellen.
Tatsächlich bedeutet die Entscheidung, dass die Enteignung der wohlhabenden Europäer fortgesetzt wird. Durch die niedrigen Zinsen ist dieser Prozess seit geraumer Zeit im Gang (hier). Eine weitere Zinssenkung durch Mario Draghis EZB wird im Lichte der Kapitulation der EU wahrscheinlicher.
Die Staaten wollen also weiter versuchen, sich über die Politik des billigen Geldes zu sanieren. Das kann ihnen jedoch wegen des Ausmaßes der Schulden kaum gelingen.
Die Folgen dürften eine Deflation sein, wie wir sie jetzt bereits in Japan beobachten. Das japanische Spiel zeigt im übrigen, wie es weitergeht: Die Deflation wird doch noch mehr Gelddrucken bekämpft. In der Regel kippt eine solche Maßnahme früher oder später und endet in einer Hyperinflation.
Was die Situation für Europa gänzlich unberechenbar macht, ist die Tatsache, dass die Japaner schon eine Runde weiter sind im Todeszyklus. Jeder Crash auf dem japanischen Bond-Markt hätte jedoch unmittelbare Auswirkungen auf den europäischen Bond Markt.
Die EU-Entscheidung ist von historischer Bedeutung, weil sie faktisch aus Angst vor dem Zerfall der EU alle Prinzipien außer Kraft setzt, die der leidgeplagten Bevölkerung in den Staaten Europas in den vergangenen Jahren als Allheilmittel verkauft wurden.
Mit der Maßnahme bezweckt die EU nämlich nicht, den kleinen Leuten zu helfen. Es ist der Schlachtruf „Rette sich, wer kann!“. Die Staaten versuchen, ihren sozialen Frieden zu retten – und legen die Lunte unter das Dynamit ihrer Haushalte.
Die Staaten müssen aber auch versuchen, einen Crash im Banken-Sektor zu verhindern. Zahlreiche Banken in Spanien, Italien und Frankreich sind mit Schrott-Anleihen aufgepumpt, zu derer Kauf sie von den Staaten gezwungen wurden. Fällt ein Staat, fällt eine Bank. Fällt eine Bank, fallen alle Banken.
Der große Showdown in der Staats-Schuldenkrise hat begonnen.
Nun hat wieder Mario Draghi das Wort.
Seine Antwort wird lauten: „Die EZB wird unternehmen, was immer nötig ist!“
Der Ankündigung werden nun Taten folgen.
Das sind keine guten Nachrichten für die deutschen Sparer.
Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN
Die Europäische Kommission zieht in Panik die Reißleine und hat allen Schuldenstaaten erlaubt, noch mehr Schulden zu machen. Die EU warnt die Länder zugleich, dass sich die wirtschaftliche Lage immer schneller verschlechtert. Die EU will mit dem Ende des Sparkurses verhindern, dass es zu sozialen und politischen Unruhen kommt.
Van Rompuy zu Barroso: Was, ich soll Sparen gesagt haben??
Du träumst wohl! Ich doch nicht! (Foto: consilium) |
Überraschend: De facto sind drei Viertel der EU-Staaten nicht in der Lage, ihre Defizite abzubauen.
Die EU erlaubt Frankreich, Polen, Slowenien, Portugal, den Niederlande, Spanien, Lettland, Rumänien und Italien ihre bisherigen Sparbemühungen zu lockern.
Für die EU ist die Verlautbarung eine Bankrott-Erklärung. Sie zeigt, dass die EU nicht sparen kann, weil sie bereits so hoch verschuldet ist, dass nur noch eine Fortsetzung des Drogen-Rauschs durch neue Schulden den Crash verhindern kann.
Der Grund für die abgesagte Reform, so wie Barroso ihn schildert: Die EU befürchtet, dass es bei weiterem Sparen zu „sozialen und politischen Unruhen“ kommen könnte. Daher verpackte Barroso sein Scheitern auch in einen Appell: Die Verschiebung der Sparziele sei keinesfalls eine Dauerlösung. Die Staaten müssten sich bemühen, die Struktur-Reformen so schnell als möglich umzusetzen.
Barroso fürchtet, dass es in der EU „über Jahre kein Wachstum mehr geben“ könnte. Die schlechte Lage am Arbeitsmarkt werde die Sozialsysteme auf die Probe stellen.
Tatsächlich bedeutet die Entscheidung, dass die Enteignung der wohlhabenden Europäer fortgesetzt wird. Durch die niedrigen Zinsen ist dieser Prozess seit geraumer Zeit im Gang (hier). Eine weitere Zinssenkung durch Mario Draghis EZB wird im Lichte der Kapitulation der EU wahrscheinlicher.
Die Staaten wollen also weiter versuchen, sich über die Politik des billigen Geldes zu sanieren. Das kann ihnen jedoch wegen des Ausmaßes der Schulden kaum gelingen.
Die Folgen dürften eine Deflation sein, wie wir sie jetzt bereits in Japan beobachten. Das japanische Spiel zeigt im übrigen, wie es weitergeht: Die Deflation wird doch noch mehr Gelddrucken bekämpft. In der Regel kippt eine solche Maßnahme früher oder später und endet in einer Hyperinflation.
Was die Situation für Europa gänzlich unberechenbar macht, ist die Tatsache, dass die Japaner schon eine Runde weiter sind im Todeszyklus. Jeder Crash auf dem japanischen Bond-Markt hätte jedoch unmittelbare Auswirkungen auf den europäischen Bond Markt.
Die EU-Entscheidung ist von historischer Bedeutung, weil sie faktisch aus Angst vor dem Zerfall der EU alle Prinzipien außer Kraft setzt, die der leidgeplagten Bevölkerung in den Staaten Europas in den vergangenen Jahren als Allheilmittel verkauft wurden.
Mit der Maßnahme bezweckt die EU nämlich nicht, den kleinen Leuten zu helfen. Es ist der Schlachtruf „Rette sich, wer kann!“. Die Staaten versuchen, ihren sozialen Frieden zu retten – und legen die Lunte unter das Dynamit ihrer Haushalte.
Die Staaten müssen aber auch versuchen, einen Crash im Banken-Sektor zu verhindern. Zahlreiche Banken in Spanien, Italien und Frankreich sind mit Schrott-Anleihen aufgepumpt, zu derer Kauf sie von den Staaten gezwungen wurden. Fällt ein Staat, fällt eine Bank. Fällt eine Bank, fallen alle Banken.
Der große Showdown in der Staats-Schuldenkrise hat begonnen.
Nun hat wieder Mario Draghi das Wort.
Seine Antwort wird lauten: „Die EZB wird unternehmen, was immer nötig ist!“
Der Ankündigung werden nun Taten folgen.
Das sind keine guten Nachrichten für die deutschen Sparer.
Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN
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