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Sonntag, 3. März 2019

Die Kunst des Einrahmens im Ö-R-Rundfunk - Alles nur zur Meinungsmanipulation?

Thema: Framing

"Wollen wir überhaupt neutral sein?" –
Benedikt Held über moralisches Framing [DFP 21]


"Kontrollierte Demokratie statt jeder wie er will." Worte wie diese sind eines von vielen Beispielen im ARD-gesponserten Framing-Manual, in dem ein sogenanntes "moralisches Framing" vorgeschlagen wird. Linguistisch professionell umgesetzt, soll es den gesellschaftlichen Wert des Öffentlich-Rechtlichen wieder aufrappeln. Des Weiteren soll der Text befähigen, mit einer Reihe an Vorschlägen, ARD und Konsorten sowie den damit verbundenen "Beitragsservice" vor Kritikern zu verteidigen. Was genau in diesem Dokument steht, und wer dafür verantwortlich ist, erfahrt ihr in einem Beitrag von Nina Sang.

Zu Gast diese Woche beim Fehlenden Part ist Benedikt Held. Der Kommunkationstrainer studiert nebenbei Psychologie an der Universität Mannheim und betreibt seinen eigenen YouTube-Kanal namens "Redefabrik". Die wichtigste Frage, der Jasmin Kosubek und Herr Held im Gespräch auf den Grund gegangen sind, ist, wie "moralisches Framing" im Informationszeitalter einzuordnen ist. "Framing" ist also die Art eines Autors, ein Stück Information zu definieren, zu bauen und dann zu kommunizieren. Und zwar so, dass der faktische Sachverhalt direkt mit gewünschter Deutung und Sichtweise mitgegeben wird. Strenggenommen ist "Framing” ein unabdingbares Element menschlicher Verständigung an sich. Historische Beispiele aber, die großen Einfluss auf die öffentliche Meinung hatten, gibt es zuhauf. In unserem Beitrag zum Thema gibt es eine kleine Kostprobe.

Wie in letzter Zeit "Framing" bei einer kontroversen Löschung der Facebook-Seite von "In The Now" angewandt wurde, seht ihr diese Woche bei "Was läuft?" mit Margarita Bityutski

Kategorie Nachrichten & Politik

Kommentare

Blaubarschbube
Lassen wir die emotionalen Frames weg und nennen die Sache beim Namen: Der Beitrag ist eine Steuer. Aber keine progressivsteuer wie üblich sondern eine Kopfsteuer. Eine Umverteilung mit dem primären Zweck die fürstlichen Pensionen der ehemaligen Beamten zu zahlen.

ManorainjanDE
Das Problem ist gar nicht der Beitrag, den ich zahle, sondern die Qualität der Beiträge, die dafür gesendet werden.

Robert Tippmann
Framing ist eng verknüpft im bereich PR....Man sollte nicht vergessen das PR früher Propaganda war,nur dieses Wort war mit zuviel Negativem verknüpft (mit einem Frame behaftet).Edward Bernays war eine Ikone in dem Bereich. Deshalb sollte man immer auf die genaue Wortwahl achten,dann merkt man wohin die Nachricht zeigen/drängen soll.

ramalamadingdization
Ich sehe Zwangsabgabesender nur mittelbar, nämlich wenn sie im Netz thematisiert werden.
Das ist wie mit der Werbung: Wofür geworben wird, kaufe ich automatisch nicht.


Freitag, 1. Mai 2015

Sind “Putin-Trolle” die Schrecken der Kommentarspalten der westlichen "Wahrheitsmedien"?

Thema: Kriegspropaganda

RT-Deutsch
Putin-Trolle allerorten?
Wie deutsche Mainstream-Medien Kritik aus dem Weg gehen und westliche Geheimdienste das Internet manipulieren

Putin-Meme. Quelle: Internet
Deutsche Mainstream-Medien haben eine neue Lieblings-Verschwörungstheorie: Die Kritik an ihrer Arbeit stamme nicht von den eigenen Lesern, sondern sei das Ergebnis einer perfiden Kreml-Strategie. Mit einer Armee so genannter “Putin-Trolle” habe es Moskau auf die wertvollen Kommentarspalten deutscher Leitmedien abgesehen. Was dabei unerwähnt bleibt: Genau eine solche Strategie der Meinungsmanipulation verfolgen westliche Geheimdienste seit Jahren mit ausgefeilten Programmen. Auch Rufmord an kritischen Journalisten oder Aktivisten wird dabei gezielt eingesetzt.

Der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit muss schon sehr groß sein, glaubt man den teils absurden Theorien, mit denen der deutsche mediale Mainstream versucht sich gegen Kritik an seiner eigenen Arbeit zu immunisieren. Ein besonders beliebtes Narrativ ist dabei die Mär der Horden von “Putin-Trollen”, die angeblich – na klar: in Chefsache vom Kreml – eingesetzt werden, um die Kommentarspalten der deutschsprachigen Leitmedien mit Desinformation und Propaganda (meint: Widerspruch) zu fluten. Nicht einmal den Chefredakteuren großer Redaktionshäuser, wie dem stellvertretenden Chefredakteur des ZDF, Elmar Theveßen oder auch Gero von Randow, dem Ex-Chefredakteur von Zeit Online, ebenso wie der FAZ-Mitherausgeber Günther Nonnenmacher ist es peinlich in der Öffentlichkeit mit derlei abenteuerlichen Geschichten hausieren zu gehen.

Auch lesen: Kritik an Mainstream-Medien wächst: Berichterstattung zum Germanwingsabsturz führt zu Beschwerderekord beim Presserat
In BILD, FAZ, Die Welt, Focus Online und weiteren Mainstream-Publikationen wurde jüngst eingängig über “Putins Trollfabrik”, “Cyberattacken” und “Kommentar-Armeen” fabuliert. In einer offensichtlich konzertierten Aktion des deutschen Kampagnen-Journalismus wurde Russland ein orchestriertes Vorgehen in Sachen Meinungsmache vorgeworfen. Auch durften angebliche “Ex-Trolle” auspacken, die ihr karges Online-Krieger-Leben in muffigen russischen Büroräumen, im Stile eines Sweatshops, fristen und, so das gängige Narrativ, mit kalter postsowjetischer Strenge unter Druck gesetzt wurden, die wertvollen Kommentarspalten deutschsprachiger “Qualitätsmedien” zu “zertrollen”. Geschichten die sich mittlerweile jedoch entweder als Fälschungen herausgestellt haben, oder ganz einfach falsch wiedergegeben wurden, wie im Falle der angeblichen Ex-Trollin Ljudmilla Sawtschuk, die in ihren Offenbarungen kein Sterbenswörtchen davon berichtet, dass die vermeintlich systemgefährdende Trollarbeit in deutscher Sprache stattfindet. Auch sind die angeblichen Verbindungen zu offiziellen russischen Behördern oder gar der Regierung allenfalls wage erleutert und bleiben im Bereich der reinen Spekulation.

Eine viel logischere Erklärung für die seit einem Jahr nicht mehr weg zu diskutierende Flut ablehnender Kommentare im deutschen Medienmainstream scheint den Zeitungsmachern nicht in den Sinn zu kommen: Vielleicht fußt die Reaktion der Leser ganz einfach darauf, dass ein Großteil der im deutschen Mainstream veröffentlichten Artikel, selbst für politische Einsteiger, eine ganz klar erkennbare transatlantische und neoliberale Färbung hat? Vielleicht fühlen sich die Leser ganz einfach deshalb belogen, weil sie belogen werden? Vielleicht lehnt es die Mehrheit der Leserschaft ganz einfach ab, sich für plumpe Feindbildpropaganda und Anti-Russland-Hetze einspannen zu lassen? Vielleicht sind die Medienkonsumenten vielen Medienmachern längst überlegen in Sachen Reflexionsvermögen und Abstraktionsfähigkeit? All das kann offenbar nicht sein. Dann doch lieber die Putin-Trolle.

Was teilweise amüsant bis lächerlich klingen mag, hat einen ernsten Hintergrund. Denn tatsächlich ist Meinungsmanipulation im Internet gang und gäbe. Im großen Stil zweifelsfrei belegt allerdings erst auf Seiten der NATO-Staaten. Bereits 2011 wurde aufgedeckt, dass die USA eine Spezialeinheit unterhalten, um die Meinungsbildung im Internet zu manipulieren. Auch Großbritannien ist mit der “Joint Threat Research Intelligence Group” des britisches Geheimdienstes GCHQ dabei. In einem als geheim eingestuften Papier heißt es, Ziel der Operation sei es:
    “Internet-Techniken zu benutzen, damit etwas in der realen oder der Cyber-Welt geschieht.”
Zu den angewandten Taktiken gehöre die Umsteuerung von Online-Diskussionen nach gewünschtem Muster, aber auch die Verbreitung falscher Informationen, um Reputation und Ruf der Zielpersonen zu zerstören. Die Informationen stammen aus geleakten Dokumenten von Edward Snowden und wurden auf der Enthüllungsplattform “The Intercept” des britischen Journalisten und Snowden-Vertrauen Glenn Greenwald veröffentlicht.

Obwohl auch der sonst viel gescholtene deutsche Mainstream – in Teilen – offen über diese Praktiken berichtete, blieb die Kritik, oder gar eine gesellschaftliche Empörung über derartige demokratiefeindliche geheimdienstliche Umtriebe aus.

Jörg Wellbrock widmet sich in einem aktuellen Beitrag auf dem Blog “Der Spiegelfechter” ebenfalls der Thematik der gezielten Zersetzung von politischen Bewegungen und dem willentlichen Rufmord an kritischen Journalisten und Aktivisten. Ob ein Zusammenhang zwischen den von Wellbrock aufgedeckten so genannten “Watch”-Seiten auf Facebook und den Programmen der GCHQ und anderen westlichen Geheimdiensten besteht, muss noch untersucht werden.
Quelle: RT-Deutsch


» der Kommentar des Blogschreibers «
Sind es tatsächlich "Putintrolle", die die Nachrichtenredaktionen zu solchen Maßnahmen veranlassen:
Liebe Leserin, lieber Leser, bei t-online.de können Sie die meisten Artikel kommentieren. Einige Themen sind allerdings nicht kommentierbar. Warum das so ist, erfahren Sie in einer Stellungnahme der Chefredaktion. Weitere Hinweise finden Sie in unserer Netiquette. Wir danken für Ihr Verständnis.

Aber was haben "Putintrolle" mit so einem Artikel bei t-online.de zu tun?
Zeugin aufgetaucht
Mary Jane Veloso entgeht in letzter Sekunde der Hinrichtung

29.04.2015, 08:57 Uhr | Christoph Sydow, Spiegel Online

Auch darunter steht der magische Satz mit der Netiquette.
Ist vielleicht doch der wahre Grund die wachsende Zahl der Leser, die sich die einseitige, manipulative Berichterstattung nicht mehr gefallen lassen?



Montag, 14. April 2014

Günther Jauch - die Sendungen in 2014 - Wandel zum Boulevardfernsehen

Thema:
der Wandel der Öffentlich-Rechtlichen-Fernsehanstalten von Informationssendern mit Bildungsauftrag zu Boulevardmedien zur Volksverdummung und Meinungsmanipulation

Liebe Leser,
an der Sonntagabend-Talkshow "Günther Jauch" kann man deutlich sehen, wie das Niveau der ARD immer mehr verflacht und gezielt den Privaten anpasst wird. Wenn man noch die einseitige Berichterstattung dazu nimmt, muss man fragen: "Was ist nur in den letzten 20 Jahren aus dem Deutschen Fernsehen geworden?"

Ob die Themen der Sendung der Jagd nach Quote, dem Diktat aus der Politik oder einfach nur der Bequemlichkeit der Redaktion geschuldet sind, sei dahingestellt. Die Redaktion müsste schon von sich aus dafür sorgen, dass Jauchs Heimatsender keine Konkurrenz durch die ÖR bekommt und die unten stehenden, gelb und grün markierten Themen für RTL vorbehalten werden, wenn sie es denn dürfte. Hier werden die Themen eindeutig den journalistischen Fähigkeiten des Moderators angepasst und nicht den Zuschauerwünschen oder dem Tagesgeschehen.

Es ist traurig genug, dass die Ränkespiele zwischen den Einflussnehmern aus der Politik und den Programm-Verantwortlichen bei den Sendern zu Lasten der Zuschauer gehen. Wenn eine halbwegs politisch aufgestellte Sendung wie "Anne Will" einem Boulevardformat wie "Günther Jauch" weichen muss und auf Mittwochs gegen Mitternacht verschoben wird, ist das gegen die politisch interessierten Zuschauer und gegen die Moderatorin gerichtet und scheint dem allgemeinen Trend der ÖR, weg von der Information, hin zur seichten Unterhaltung, zu folgen.

Vergebens wird von vielen Blogteilnehmern das Thema "Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP)" gefordert. Aber genau wie seinerzeit das Thema "ESM", treffen auch diese Forderungen auf taube Ohren.
Politisch nicht gewollt, es wird geheim verhandelt, die Europäer müssen das nehmen, was Profit für die Wirtschaft der USA bringt. Interessen der Menschen? Wo kämen wir denn hin, wenn die eine Rollen spielen würden? Die sollen das konsumieren was ihnen vorgesetzt wird, ansonsten still sein.

Man kann ohne weiteres den Eindruck gewinnen dass die Fernsehanstalten, nicht wie ursprünglich geplant, Politik vermitteln sollen, sie wollen aktiv mitgestalten. Warum sonst sind immer wieder Leute von der FDP in Sendungen als Gäste? Damals, als die beiden Lindners im Studio zu wohnen schienen hiess es, sie sind an der Regierung beteiligt. Heute, wo die Partei nicht mal mehr im Bundestag vertreten ist, aber immer noch welche von denen in Sendungen auftauchen, kann es nur der krampfhafte Versuch der Ö-R sein, ihnen eine Plattforn zur Darstellung für den Wiedereinzug zu geben.
Auf Gäste von der Opposition wird gerne verzichtet, auch wenn sie, im Gegensatz zur FDP, im Bundestag vertreten sind.

Ein weiteres untrügliches Zeichen für einen stetigen Niveauverlust ist der in letzter Zeit verstärkte Auftritt von Experten des Springerverlages, besonders derjenigen aus der Abteilung für Manipulation und Volksverarschung, "BILD". Die Macher dieses Blattes wähnten sich ja zeitweise schon handlungsbefugt, als für sie noch ihr fernsteuerbarer Ex-Doktor "Copy-Karl" in der Regierung saß.

Hier eine Aufstellung der Sendungsthemen von 2014 bei Günther Jauch.
Was der ADAC, Alice Schwarzer, Uli Hoeneß und jetzt Michael Schumacher, wirklich alles nur Boulevardthemen, in einer politischen Talk-Sendung des ÖR-Fernsehens zu suchen haben, ist mir ein Rätsel.
Ich habe die von mir dem politischen Bereich zugeordneten Themen rot, dem Boulevard gelb und die Themen, die ich in beide Bereiche einordne, grün markiert.

B = Boulevardthema, grün = naja, rot = politisches Thema


Also ich meine, die gelb markierten Themen haben im ÖR-Fernsehen nichts zu suchen. Bei den grün markierten kann man es so grade gelten lassen und die roten sind politische Themen.