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Montag, 2. Dezember 2019

Internationaler Frühschoppen - So. 01.12.2019 - Regieren um jeden Preis? - Das Dilemma der Volksparteien

Internationaler
Frühschoppen
Logo Internationaler Frühschoppen (Quelle: phoenix)

Regieren um jeden Preis? - Das Dilemma der Volksparteien
Internationaler Frühschoppen - So. 01.12.2019 12.00 - 13.00 Uhr

An diesem Wochenende fällt endlich die Entscheidung, wer den Vorsitz der SPD übernehmen wird. Unabhängig vom Wahlergebnis steht fest: Die Partei aus ihrer historischen Krise zu führen, wird eine wahre Herausforderung. Mit ihrem Schicksal sind die Sozialdemokraten nicht alleine – nach vielen Jahren des gemeinsamen Regierens haben sowohl SPD, als auch CDU, mit Profilverlust und Personalquerelen zu kämpfen. Doch nicht nur in Deutschland stecken die klassischen Volksparteien in einem Dilemma: In ganz Europa ringen sie um ihre Existenz, Parteiensysteme zersplittern und populistische Kräfte gewinnen an Zustimmung. Und nicht nur Spanien zeigt: Wenn sie weiter regieren wollen, müssen sie Koalitionen eingehen, die ihnen ein Graus sind.

Während in Ungarn und Polen mit Fidesz/PiS (Recht und Gerechtigkeit) nationalkonservative Parteien das Ruder übernommen haben, kämpfen die Regierungsparteien in den Niederlanden weiterhin gegen ihren Bedeutungsverlust an. Und in Großbritannien wird selbst das althergebrachte Zweiparteiensystem durch den Brexit durcheinandergewirbelt.

Wieso gelingt es den Volksparteien immer seltener, das Volk zu überzeugen? Wie wichtig sind die klassischen Volksparteien überhaupt? Und wie gefährlich ist eine zunehmende Zersplitterung des Parteiensystems?

Helge Fuhst diskutiert mit vier Gästen aus vier Ländern:

Fotos: Screenshots

Hintergrundinformation

Der Internationale Frühschoppen ist die traditionsreichste Talkrunde im deutschen Fernsehen. Seit der Erstsendung am 30. August 1953 heißt der Leitspruch: Sechs Journalisten/innen aus fünf Ländern diskutieren das wichtigste politische Thema der Woche. Bis 1987 moderierte Werner Höfer die Sendung, danach trat der "Presseclub" am 27. Dezember 1987 die Nachfolge an.

Am 13. Oktober 2002 hat phoenix den Internationalen Frühschoppen mit dem ursprünglichen Konzept unter dem gewohnten Titel wieder belebt. Seitdem strahlt der Ereignis- und Dokumentationskanal die Talksendung immer an Sonntagen von 12.00 bis 13.00 Uhr aus, wenn der "Presseclub" im Ersten ausfällt.

In seinem Gesamterscheinungsbild hat sich der Frühschoppen seit seinen Anfängen kaum verändert. Zwar wurde vor allem die Studio-Dekoration immer an aktuelle Trends des Fernsehdesigns angepasst. Dafür blieb aber - auch in der Neuauflage bei PHOENIX - das ursprüngliche stilbildende Konzept der Zuschauerbeteiligung durchweg erhalten: Von 12.45 Uhr an haben die Zuschauer und Zuhörer Gelegenheit, sich in die Diskussion mit Fragen einzuschalten.

Der Internationale Frühschoppen setzt in der Themenwahl stets auf hohe Aktualität. Vor allem die Mischung aus deutschen Journalisten und ausländischen Korrespondenten mit ihrer zum Teil ganz speziellen Außenansicht der diskutierten Themen macht den einzigartigen Charakter der Sendung aus.

Sonntag, 17. März 2019

Deutschland 2019 - Ein Ausblick von den Finanzexperten Weik & Friedrich

Thema: Deutschland 2019

Weik & Friedrich –
Ausblick 2019 für Deutschland und EU: Das Ende der Volksparteien wird eingeläutet


"Epoch Times Deutsch
Am 30.01.2019 veröffentlicht

Ob Deutschland, Europa, Asien, USA, Afrika, Brexit oder die Europäische Zentralbank (EZB) – die Welt spielt verrückt. Die politischen Eliten geben ein Bild ab, welches oftmals an Peinlichkeit, Weltfremdheit und Inkompetenz nicht mehr zu überbieten ist.

(c) 2018 Epoch Times
Kategorie Nachrichten & Politik

Freitag, 23. Dezember 2016

Das Ende der Volksparteien in Deutschland?

Thema: Demokratie

Das Ende der Volksparteien

Derzeit wird bei Wahlen das Ende der Volksparteien eingeläutet. Die Zustimmung der Bürger zu den großen Parteien nimmt immer mehr ab, da sich diese nicht mehr von den Parteien repräsentiert fühlen. Alle Parteien im Parlament haben sich von den Wünschen der Bevölkerung immer weiter entfernt.

Die Parteien müssen in Zukunft immer neue Bündnisse und Koalitionen eingehen, um die Regierungsfähigkeit zu sichern. Regierungsbildungen werden immer schwieriger. Man sollte daher ein Mehrheitswahlrecht (ähnlich GB, USA) einführen und den Regierungschef direkt wählen. Der mag dann zwar keine Mehrheit im Parlament haben, kann aber individuell mit einzlnen Abgeordneterten für jedes Vorhaben Koalitionen schmieden (übrigens auch wenn er eine Mehrheit hat).

Damit fiele der Fraktionszwang weg und die Abgeordneten sind wirklich frei, populitische/Einthemen Parteien verhindern keine Mehrheiten mehr und Regierungschef wird nur, wer auch tatsächlich gewählt ist. Gleichzeitig rücken die Parteien und Ideologien zumindest etwas in den Hintergrund, und die Persönlichkeiten stehen im Vordergrund. Hätte m.E. deutlich mehr Vor- als Nachteile. Alle Wahlkreise sollten dann nach Bevölkerungszahl zugeschnitten sein, und zwar von einer unabhängigen Kommission.

Die Rolle der Parteien und ihre Stellung in der Gesellschaft ist zunehmend geschwunden. Parteien gibt es nicht mehr als Vehikel der breiten Anhängerschaft und der aktiven Mitgliedschaft.

Sondern "schuld" ist nur die Situation: dass sich alle Parteien im Parlament von den Wünschen der Bevölkerung immer weiter entfernt haben. So gesehen, hat die AfD ihr Potential noch gar nicht ausgereizt.

Das Parlament muss dem Volk mehr direktes Mitspracherecht geben. Wie z.B. die Schweizer mit Volksabstimmungen. Oder es braucht wieder Parteien im Bundestag, die auch die verschiedenen Meinungen der Bevölkerung widerspiegeln.

Es war zu erkennen, wann sich das Volk gegen das Diktat einer Angela Merkel wehrt. Sie ist eben nur bei den sogenannten Flüchtlingen, welche durch sichere Länder reisten, die Merkel, welche geladen hatte.

Das Volk allerdings soll die Zeche zahlen, arbeiten und Steuern entrichten, damit die europäische Heilsbringerin für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wird. Das Volk will und wird sich aus der Knechtschaft des politischen Diktats befreien.

Von Blogger am 3/26/2016 10:00:00 vorm. unter Torpedo - kritischer Gesellschafts- und Politik-Blog eingestellt.
Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise des Blogbetreibers widerspiegeln.

Freitag, 23. September 2016

Maischberger - Das schwarz-rote Debakel: Volksparteien ohne Volk?

Thema: Maischberger

T-Online: Kommentar
"Maischberger" zur Parteienkrise
"Frau Petry muss nur grinsen"

Früher wählte man entweder schwarz oder rot - heute sehen die Wahlergebnisse deutlich uneinheitlicher aus. Die kleinen Parteien holen auf. Allen voran die AfD. Sandra Maischberger diskutierte in ihrer aktuellen Sendung mit den Gästen, warum das so ist. Eine Runde mit Pfeffer.
Die Gäste
  • Katarina Barley, SPD-Generalsekretärin
  • Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende, die Linke
  • Frauke Petry, Bundesvorsitzende der AfD
  • Peter Radunski (CDU)
  • Albrecht von Lucke (Politikwissenschaftler)
Das Thema

Zu Beginn stand die Frage, warum CDU und SPD das Wahlvolk davon läuft, die große Koalition in Berlin in einer Vertrauenskrise sei. Davon profitierten die Protestparteien aus dem linken und rechten Spektrum. In einem aktuellen Statement hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Aussage über die Willkommenskultur ergänzt. Das "Wir schaffen das" sei zu einer Leerformel geworden. Radunski war überzeugt: Merkel hat damit in den Wahlkampfmodus für die Bundestagswahl 2017 umgeschaltet. Sie bleibe bei ihrem Standpunkt, habe aber im Auftreten "von der AfD gelernt". Auch Barley schien schon auf Wahlkampf aus: Die Große Koalition sei für sie nach 2017 nicht mehr ihre Traumkonstellation.

Kern der Diskussion

Petry hakte ein: Merkels Politik habe "die Werte der vergangenen Jahrzehnte aufgeben". Wagenknecht ging weiter: die Volksparteien böten keine Lösungen und machten Politik über die Köpfe der Bürger hinweg. Die Sozialdemokratie verkörpere keine sozialen Werte mehr. Barley ließ das nicht auf sich sitzen: Populisten schürten Unsicherheiten ohne eigene Lösungen. Was die Volksparteien dagegen ausmache sei, dass sie den Querschnitt der Gesellschaft abbildeten. Von Lucke warf ein, die SPD könne machen was sie wolle: Die Linke werde immer sagen "die Sozialdemokratie ist vom Glauben abgefallen" und Politik werde von einem "neoliberalen Kartell" gesteuert. "Das ist doch völlig absurd" empörte sich Wagenknecht. Ein kleiner Vorbote auf bevorstehende Diskussionskultur.

Die Fronten

Wagenknecht und Petry hatten tatsächlich etwas gemeinsam: das verbindende Element der Opposition. Passenderweise saßen sie nebeneinander. Von Lucke und Barley schossen ihre Pfeile ab. Vor allem der Parteienforscher kam ordentlich in Fahrt. Die SPD werde durch die Koalition mit der CDU begrenzt, müsse Kompromisse eingehen. Fragen, die sich für AfD und Linke gar nicht stellten. Die Linkspartei könne immer noch eine Schippe drauflegen. Und "Frau Petry" müsse "eigentlich gar nichts sagen", nur grinsen. "Was für einen Unsinn sie hier erzählen", sagte Wagenknecht. Der Streit nahm Fahrt auf.

Aufreger des Abends

Barley wehrte sich gegen den "Abgesang auf die Volksparteien". Was denn dann folgen solle? Wenn Wagenknecht vom Niedergang der Sozialdemokratie spreche, müsse sie "sich doch an die eigene Nase fassen". Von Lucke warf Petry vor, "Rechtsradikale reinsten Wassers" in den AfD-Reihen zu dulden. Maischberger versuchte mehrmals, sich hier dahinterzuklemmen. "Tolerieren sie Spitzenleute mit rechtsradikalem Gedankengut?", fragte sie Petry. Als Beispiel wurde ein aktuell in Berlin-Lichtenberg gewählter AfD-Politiker benannt, der Schwarze als "Bimbos" bezeichne. Björn Höckes Anleihen an Nazi-Rhetorik oder die Wiedereinführung des Begriffs "völkisch" legten den Schluss nahe. Petry kanzelte das ab. Es handele sich um Einzelpersonen, die nach dem Parteienrecht behandelt würden. Eine Einschätzung, die von Lucke nicht teilen konnte. Leider schaffte Maischberger es nicht, Petry festzunageln. Also fragte sie Barley ob die AfD eine "Nazi-reloaded-Partei" sei. Deren "ich habe eigentlich keine Lust über die AfD zu reden" half nicht, die Diskussion in diesem Punkt in Gang zu bringen.

Tiefpunkt des Abends

Den brachte Maischberger auf den Punkt: "Wenn sie beide gleichzeitig reden, versteht zu Hause keiner was", betonte sie. Dinge wie den anderen ausreden zu lassen oder zu Wort kommen zu lassen schienen der Runde völlig fremd. Diskussionschaos kann ein amüsantes Element sein und ist bei polarisierenden Gästen wie Petry, Wagenknecht und von Lucke zu erwarten. Es ermüdete hier aber schnell. Von Luckes wiederholtes Verfallen in einen Redeschwall, Wagenknechts Reinrufen oder von Barleys echauffierter Habitus über zu wenig Redezeit würgten gute Ansätze ab. Maischberger schaffte es nicht, die Dinge "ruhig zu sortieren".

Was fehlte

… war der Blick über den parteilichen Tellerrand. Radunskis These, die AfD müsse sich als regierungsfähig erweisen und könne dann auch Koalitionspartner werden bediente das noch am ehesten. Die Partei werde sich in einem zu erwartenden Sechs-Parteien-System integrieren. Von Lucke argumentierte, die AfD hätte gar kein Interesse, sich beweisen zu müssen, weil oppositionelles Fordern viel bequemer sei. Petry bestätigte das indirekt, verpackte es aber anders. Sie sprach von einem "erstmal Lernen" parlamentarischer Zusammenhänge. Barley und Wagenknecht verstrickten sich schnell wieder in die Diskussion, warum Rot-Rot eigentlich nicht funktioniert. Irgendwie bekam man das Gefühl nicht los, dass da Leute sitzen, die den Sprung über den eigenen Schatten noch nicht gelernt haben.

Quelle: David Heisig, t-online.de

Kommentare

TweetySchluecker
es stellt sich immer wieder die nicht gestellte Frage, ob Parteien endlich Politik machen, die das eigene Volk will, anstatt weltfremde Entscheidungen am Volk vorbei zu treffen... Man formt keine Massen mit dem permanenten Vorwurf, dass sie einem ja sowieso nicht verstehen, ihre Wünsche aber weiterhin ignoriert.
Übrigens: "Fremdenhass" entsteht im Wesentlichen durch Beobachtung und Erfahrung, nicht durch Vorurteil. Und es ist KEINE Mär, dass das Gewaltpotential eben bei jungen männlichen Muslimen deutlich höher ist als bei Menschen aus anderen sozialen Schichten... Aber auch das wird totgeschwiegen oder beschönigt....

Andreas2167
Solange wie die "etablierten" Parteien nicht begreifen wollen, warum ihnen die Wähler weglaufen, solange kann Frau Petry auch grinsen.
Außerdem sollten CDU und SPD mit der Beurteilung der Wähler der AFD als "rechte" vorsichtig sein. Die meistender AFD Wähler haben sie früher gewählt.
Da waren es keine "rechten".

blinker9
Selbstverständlich ist Frau Merkel nicht von ihrer Meinung abgewichen, sondern sie bereitet nur ihren Wahlkampf taktisch vor. Sollte sie gewählt werden, macht sie wieder da weiter - wir schaffen das, besser gesagt ich mach eh was ich will -, wo sie aufgehört hat. Jeder kritische Mensch sollte sich immer wieder das letzte Jahr anschauen und aufrichtig urteilen, dann kommt auch zu einer eigenen Meinung. Es geht längst nicht mehr allein um den Flüchtlingsstrom, sondern um die Glaubwürdigkeit von Politikern, die nicht mehr das tun, wofür sie gewählt wurden. Darum ist es sicherlich auch gut und sinnvoll, dass sich das Parteienspektrum hoffentlich langfristig verändern wird. Die noch sogenannten etablierten werden mit SIcherheit noch vom Wähler abgestraft werden, da hilft auch nicht das arrogante Gegockel und Gehabe. Die Politik hat den Bürger allein gelassen und das wird sich rächen.

Counter5
Diese 'Politshows' sehe ich mir nicht mehr an! Schade um den Abend! Schade um die vergeudete Zeit. Allgemein : Frauke Petry ist einfach top und deren Argumente lassen die Etablierten jedesmal in die Knie gehen . Weil sie recht hat und die Meinung der meisten Deutschen auf den Punkt bringt,anstatt arrogant herumzulamentieren. Anderen ins Wort zu fallen ,oder beleidigend zu werden. Die Frau hat das einfach nicht nötig!! -- Und weil es gerade so top aktuell ist -- ich lebe nicht in Thüringen,Sachsen ,Brandenburg,sondern im Süden.Ehemaliger CDU Wähler und vom einstigen Merkel Befürworter zum eisernen Gegner der Merkel Politik geworden.

ferris44
Natürlich muss da Frau Petry grinsen. Wer hat denn in den letzten 25 Jahren die Politik in Deutschland bestimmt ? Wem haben wir den die jetzigen Zustände in unserem Land zu verdanken, welche wir jetzt ertragen müssen ? Das waren ja wohl allesamt die "etablierten" Altparteien...oder liege ich da falsch. Die AfD war da nicht dabei, denn die hat es da noch nicht gegeben

Schakale
Frau Petry und Frau Wagenknecht haben vernünftig und ruhig ihre Sichtweisen dargestellt. Und die waren in der Sache nicht verkehrt. Der Dame von der SPD ist nichts Neues eingefallen, ausschließlich Rhetorik. Bei der AFD wird entscheidend sein, wer sich dieser Partei in Zukunft anschließt und dort engagiert. Wenn sich da gemäßigte Kräfte die auf der Sachebene argumentieren und handeln finden, kann diese Partei sich weiter entwickeln. Es ist eine junge Partei die sich strukturieren muss. Der einzige Vorwurf rechts und populistisch trifft nicht mehr. Populistisch ist das gesamte Spektrum und daran hapert es ja im Ergebnis. Man sollte nicht vergessen welche Hintergründe andere Partei am Anfang hatten, ich denke da an einen ehemaligen Außenminister . Im übrigen habe ich mir das Programm der AFD angesehen, rechte Positionen oder sogar nationalsozialistische Ausrichtungen konnte ich nicht erkennen. Menschen die diese Tendenzen erkannt haben, sollten diese in der Sache benennen.

Klein-hard
Die Selbstdarstellung von Frau Barley und ihrer SPD war eine Frechheit. Sie hat wohl gar nicht registriert, dass mindestens 75% der Wähler die SPD nicht wollen. Von Lucke verrennt sich in haltlosen Belehrungen. Selbst Frau Wagenknecht läßt gebetsmühlenartig ihre Anklagen gegen die anderen raus, was langsam auch nervt. Kann eine Moderatorin nicht mehr darauf hinwirken, dass die Talk-Gäste mehr über ihre eigenen Beiträge zur Demokratisierung des Landes sprechen, ohne die Anderen in den "Dreck" zu ziehen. Diese Sendung war ein Spiegelbild der aktuellen Regierung.

Dienstag, 24. Mai 2016

Anne Will - 22.05.2016 - Die Krise der Volksparteien - Wo führt das hin?


Sendung am 22. Mai 2016 | 21:45 Uhr
Die Krise der Volksparteien - Wo führt das hin?
Die Gäste im Studio

© Will Media Fotograf: Borrs/Yunck
  • Hans-Peter Friedrich (CSU) Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • Malu Dreyer (SPD) Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz
  • Armin Laschet (CDU) Stellvertretender Bundesvorsitzender
  • Dirk Schümer Europa-Korrespondent für "DIE WELT"
  • Karl-Rudolf Korte Politikwissenschaftler

In Deutschland stecken Union und SPD weiter im Umfragetief. Und in Österreich wurde die Große Koalition aus SPÖ und ÖVP im ersten Wahlgang zur Wahl des Bundespräsidenten abgestraft. In der Stichwahl am Sonntag stehen sich jetzt ein Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ und der Grünen gegenüber. Sind die Volksparteien an ihrer Krise selbst schuld? Und drohen auch in Deutschland österreichische Verhältnisse?

Link zur Sendungsseite: (hier)
Link zum Anne-Will-Blog: (hier)


Kommentare aus dem Blog

Kikuchiyo schrieb
Die so genannte Krise der „Volksparteien“, ist die Krise des Neoliberalismus, der federführend durch diese Parteien umgesetzt wurde und wird. Auch die Steigbügelhalter (FD)P und (Grün)e , die da wesentlich mitwirkend waren, haben nun keine Konzepte mehr im Rahmen der neoliberalen Ideologie, die sich in deren Köpfen festgesetzt hat, Mißständen entgegenzuwirken. Alle Rezepte dieser Parteien verschärfen lediglich die Probleme anstatt sie zu lösen.
Da im Zuge dieser Ideologie der Privatisierungen (Der Geldgeber bestimmt letztlich über Inhalte und wer sich nicht daran hält fliegt) auch die Medien in zunehmend extremerem Maße (Privatfernsehen, das der Quote geschuldet auch Druck auf die ÖR- Medien ausübt, die zudem von den neoliberalen Parteien kontrolliert werden) für diese Ideologie werben, entsteht das Dilemma, daß die Bevölkerung ebenfalls sehr stark neoliberal ausgerichtet ist, aber auch zunehmend mit den Mißständen konfrontiert wird. Einmal direkt durch den vollzogenen Abstieg (Fast Verdoppelung der Einkommensschwachen in den letzten 30 Jahren) und der Angst der Nochmittelschicht vor dem Absturz (Schrumpfung der Mittelschicht um ca. 20 Prozent in den letzten 30 Jahren). Dieses Dilemma, zwischen medialer Berieselung, Programmatik der „Volksparteien“ und vorhandenen Mißsständen und Absturzängsten bei der Bevölkerung, zeigt sich dann zunehmend durch irrationales Verhalten der Bevölkerung auch bei Wahlen.

Reini schrieb
Brain...ein klares JA. Die Politik ist längst zu einer Politik der Lobbyisten verkommen. Hat die Merkel wohl gerade nicht dran gedacht, als sie ihr Gewissen bei der Flüchtlingspolitik entdeckt hatte. Hat sie aber inzwischen gründlich relativiert! Man sieht es auch an den Großprojekten wie BER oder S21 wohin die Reise geht! Konzerne wollen ans Steuergeld und die Politiker sind die willfährigen Helfer dafür!
Bei Stuttgart 21 ist es noch schlimmer als beim BER, doch das taucht nirgends mehr auf. Man hatte gar eine Volksabstimmung, bei der ein Kostendeckel von 4,5 Milliarden versprochen wurde...jetzt sind wie schon bei 8 Milliarden...wen juckts?? Was soll da eine Volksbefragung? Selbst der sogenannte Stresstest war nur Betrug! Beim BER wird der Murks ebenfalls den Steuerzahlern aufs Auge gedrückt!
Bei der Rente lässt man lieber Versicherungen und Banken am Steuergeld verdienen, anstatt es direkt der staatlichen Rente zuzuführen!
Die Schweiz und Österreich machen es uns vor...ALLE zahlen in die Rente ein und die Auszahlungen sind gedeckelt! Das beste System das es geben kann! Aber nein...unsere Politiker bekommen genügend Spenden von der Wirtschaft, um es anderes zu sehen! Von den Beamten ganz zu schweigen...die haben sich längst aus dem Sozialsystem verabschiedet und leben wie die Made im Speck!
Wir werden von der Politik gemolken zu Gunsten der Wirtschaft....und die spd sollte sich schämen hier immer wieder mitzumachen! 20% für dies Partei ist immer noch zu VIEL!

R. Kraus schrieb
Die Krise der Volksparteien liegt an deren Demokratieverständnis. Gerade heute wieder eine Meldung vom Bundestagspräsidenten Lammer über seine Zweifel an der Direktwahl des BP in Österreich und seine allgemeinen Zweifel an Volksabstimmungen. In der BRD darf z.B. eine Friede Springer den Bundespräsidenten mitwählen aber nicht der normale Bürger. Man bedient sich auch undemokratischer Elemente wie des Fraktionszwanges. Die Aussagen des Elmar Brok bezüglich seiner Abneigung zur direkten Demokratie sind auch bekannt und bei den etablierten Parteien scheut man Volksabstimmungen, zu einzelnen wichtigen Themen, wie der Teufel das Weihwasser. Bei Volksabstimmungen hätte es nie den Euro, die Auslandseinsätze der Bundeswehr, die maßlose Expansion der EU oder die ungebremste Migration gegeben. Es sieht so aus als ob der Stammtisch … verantwortungsvoller und weitblickender entschieden hätte. Darum wird die AFD weiter wachsen.

r.küpp schrieb
Zustimmung, denn wir haben eine Parteiendiktatur und keine Demokratie. Was soll diese zu erwartende Selbstbeweihräucherung der anwesenden Parteimitglieder bewirken? Nichts, da sie unfähig sind zur Selbstreflexion und ARD meint wohl, dass mit der ständigen Wiederholung, sich die Stimmung im Land ändert.
Fehlanzeige, je mehr Sendungen dieser Art kommen, desto größer wird der Widerstand gegen diese Bevormundung einiger weniger Personen, die sich Politiker nennen.
Bessere Wahlkämpfer für die AFD gibt es nicht, als die Politiker der CDU,SPD, Grüne, wenn man deren Ansichten und Meinungen hört und liest, alle gegen die Bürger gerichtet.
Beispiel: Millionen Bürger gegen TTIP und CETA Merkel, eine Bürgerin, ordnet an: das wird umgesetzt. Leben wir hier in der ehemaligen DDR? Mehr und direkte Demokratie, ein Parlament, dass alle Gesellschaftsschichten vereinigt und nicht diese Verfilzungen, die in den Kommunen jeder Bürger tagtäglich mitbekommt.
Noch ist es nicht zu spät, diese "Karre" aus dem Sumpf zu ziehen, dazu müssen die Medien mit neutralen und informativen Sendungen aber beitragen und Personen einladen, die nicht diese Regierungstreue haben, sondern einen gesunden Menschenverstand.

A.B. schrieb
Frau Dreyer sollte uns erklären, wieso die SPD noch eine Volkspartei sei. Trotz der Tatsache, dass sich die Mitglieder- und Wählerzahlen seit 1998 halbiert haben.
Ihre Antworten verstand ich als das Pfeifen im Walde. Viele Parolen, wenig Einsichten. Hochnotpeinlich die Frage nach dem Vorsitzenden. Ihr Gesicht sprach Bände!

u.d. schrieb
Schluß aus -- bei dem ewig, verniedlichenden Aussagen zu der ANGST der Bürger in ,Deutschland und den Ländern der ganzen EU-geht es eben NICHT um Angst von Bürgern , niederer, ungebildeter Schichten- nein - es ist blanke ABLEHNUNG gegen die Politik der Parteien zunehmend ,seit Jahren u. Monaten. das gipfelt letztlich in der Flüchtlingskrise, im berechtigten Zusammenhang mit dem ISLAM- das lehnen die Bürger schlicht und einfach ab.!!!!!!!!!! Kein Politiker scheint sich in der Geschichte und den Zielen dieser Religion nur annähernd auszukennen.Beispiele aus der Geschichte und Gegenwart gibt es zu hauf .---die Bürger sind es , die mit ihrer Kritik den Durchblick haben und von Anfang an hatten. Die ewig,.sorry, dummen Fragen und Antworten in den Medien sind unerträglich und gerade für gebildete Bürger.-Das ist für mich , alternativlos und Fakt. So entsteht Wut, warum die Eliten das nicht sehen od. nicht sehen wollen. Die AFD greift diese Proleme nicht populistisch auf, sondern spricht sie , berechtigt , weil real, an.-Es folget eine noch nie dagewesene, dümmliche, Verleumdungsstrategie durch die regierenden Parteien.Beschämend.

Westcoast schrieb
Wenn der linkspopulistische Herr van der Bellen gewinnen sollte, so wird dies die Gräben in Österreich und auch in Deutschland weiter vertiefen, denn dieser Sieg hätte einen äußerst faden Beigeschmack. Nur durch eine beispiellose Schmutz- und Diffamierungskampagne gegen Herrn Hofer und eine massive Parteinahme und Unterstützung für Herrn van der Bellen selbst aus dem Ausland (Herr Junker, Herr Schulz und viele deutsche Politiker aus dem links-grünen Parteienspektrum), wäre dieser Sieg dann überhaupt möglich gewesen. Was wäre wohl in Deutschland los, wenn Herr Erdogan oder Herr Trump sich mit eindeutigen Wahlempfehlungen in innerdeutsche Angelegenheiten einmischen würden? Es gäbe mit Recht einen lauten Proteststurm. Mit dem linkspopulistischen Herrn van der Bellen würde sich der Kandidat der Eliten, der gutsituierten linken Intellektuellen, der Medien, der Kulturschaffenden, der Künstler und der Vermögenden durchsetzen. Der Kandidat der kleinen Leute wäre wieder mal gescheitert. Dies wird zu neuem Frust und einem Gefühl der Ausgrenzung führen und den Willen bei vielen Bürgern stärken sich nun erst recht für die FPÖ oder die AfD in Deutschland zu entscheiden noch mal verstärken.

Pressestimmen

Die Welt.de
Die "geradezu machtarrogante große Koalition ist schuld"
"Die Krise der Volksparteien – wo führt das hin?" Drei Vertreter von SPD, CDU und CSU kamen zu Anne Will. Dort demonstrierten sie, wie schwer sie damit klarkommen, von der AfD getrieben zu werden.

web.de
Anne Will: Populismus versus Überzeugung -
Sind die Volksparteien noch zu retten?
Ob die Volksparteien an ihrer Krise selbst schuld sind, wollte Anne Will am Sonntag von ihren Gästen wissen. Angesichts des österreichischen Wahlkrimis diskutierte sie, ob auch hierzulande ein Erstarken der extremistischen Ränder droht und was die Politik dagegen tun kann. Es wurde ein Abend, an dem zwei unterschiedliche politische Grundverständnisse aufeinanderprallten und zwei Schuldige identifiziert wurden - je nach Sichtweise.

t-online.de
Parteien-Talk bei Anne Will
"Dann ist es gerade egal, wen ich wähle"

"Die Krise der Volksparteien" hatte sich Anne Will als Thema für ihren Sonntags-Talk ausgesucht. Da passte es ganz gut, dass in Österreich am selben Tag ein neuer Bundespräsident vermeintlich ohne Beteiligung eben solcher Volksparteien gewählt wurde.

Aber einer der beiden Kandidaten kommt nun einmal von der FPÖ. Und das ist weder eine neue Partei, noch eine Splittergruppe. Wer wie die FPÖ bei Nationalratswahlen 20 Prozent holt - und in manchen Landtagen auch mal 30 - und damit stellenweise mehr als die deutsche SPD, der gehört eigentlich auch in den Kreis der Volksparteien.

Doch das wurde in der Runde überhaupt nicht thematisiert – ebenso wenig wie das Fehlen eines Vertreters der Linken, die immerhin in drei ostdeutschen Landtagen sitzen und mitunter ebenfalls mehr Stimmen bekommen als die SPD.

Viel Gedränge in der Mitte

Nur wenn man Volksparteien so definiert, dass sie auch mal den Kanzler oder die Kanzlerin stellen könnten, dann war die Runde mit den Dinosauriern CDU, CSU und SPD parteipolitisch richtig dafür besetzt, um über das eigene Aussterben zu diskutieren.

So stimmt dann auch die lehrbuchmäßige Aussage der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) über Volksparteien: Sie müssten - anders als die Klientelparteien - für alle Bürger denken. Darin liege gleichzeitig die Krux, wie der "Welt"-Journalist Dirk Schümer verdeutlicht: Alle großen Parteien drängen in die Mitte, weil dort die Wahlen gewonnen werden. Sogar die Grünen wollen in die Mitte. Und dann wird es dort eng.

Auslaufmodell Große Koalition

Wähler, die nach Alternativen suchen, müssen fast zwangsläufig an die Ränder ausweichen. Die Große Koalition in Berlin verstärke diesen Effekt, gesteht auch Unions-Fraktionsvize Hans-Peter Friedrich (CSU) ein. Parteienforscher Karl-Rudolf Korte glaubt deshalb auch nicht, dass die Große Koalition noch einmal antreten wird.

Korte ist es übrigens auch, der der GroKo bescheinigt, "systematisch, geradezu macht-arrogant, bestimmte Themen“ ausgeklammert und damit die AfD gestärkt zu haben. CDU-Vize Armin Laschet muss dem Wissenschaftler an dieser Stelle zustimmen: SPD und CDU hätten in der wichtigen Flüchtlingsfrage eine eindeutige Position. Und die Opposition – Linke und Grüne - positioniere sich sogar noch stärker in der gleichen Richtung. Einzig die CSU vertrete im Bundestag noch eine andere Meinung.

Niedergang der SPD

Aber der Niedergang der Volksparteien begann ja nicht erst im Sommer 2015 mit dem Anschwellen des Flüchtlingsstroms. Anne Will führt an dieser Stelle eine Grafik mit Wahlergebnissen der SPD an. Sie zeigt, dass sich die Partei in der Wählergunst seit 1998 praktisch halbiert hat.

Journalist Schümer glaubt zu wissen, woran das liegt. Die Partei bestehe inzwischen nur noch aus Rentnern, Beschäftigten im öffentlichen Dienst und Gewerkschaftsfunktionären. Eine Putzfrau werde fast wie im Zoo vorgeführt: "So eine haben wir ja lange nicht gesehen. Die arbeitet und verdient fast kein Geld dafür - wie kommt das denn in diesem Land?"

SPD ohne Kontakt zur Basis

Die SPD sei von der Basis abgekoppelt - genau wie die französischen Sozialisten, die keine Fabrikarbeiter mehr hätten. Die fühlten sich inzwischen vom rechten Front National besser vertreten, so Schümer. Auch Korte fügt den Sozialdemokraten einen Nackenschlag zu: Er bescheinigt Parteichef Sigmar Gabriel, die SPD-Wähler nicht mobilisieren zu können. Das solle zur Bundestagswahl deshalb besser eine andere Person übernehmen. Malu Dreyer wird es nach eigener Aussage allerdings nicht sein.

Die SPD bekommt bei Anne Will also ausführlich Nachhilfe und Politikberatung, und Gleiches wäre für CDU und CSU wünschenswert gewesen. Aber da ist die Sendung leider schon fast vorbei. Anne Will kann nur noch die teils sehr unterschiedlichen Koalitionen in den Landtagen auflisten und feststellen, dass durch die dafür nötigen Kompromisse die Volksparteien "nicht mehr kenntlich" sind. "Dann ist es grade egal, wen ich wähle", so die Moderatorin. Laschet darauf: "Das entscheidet nun nicht die Volkspartei, sondern der Wähler."

Der rätselhafte Wähler

Und der ist nicht nur wählerisch, sondern auch oft schwer zu durchschauen. Denn in Umfragen sagen die Menschen seit vielen Jahren zur Hauptrolle der Opposition, sie solle mit der Regierung zusammenarbeiten, erklärt Forscher Korte: "Das kann einem guten Demokraten die Tränen in die Augen treiben."

Vielleicht ist es da ganz gut, dass sich das Parteienspektrum verbreitert und die Wähler sich neu orientieren können. Schlecht ist das nur für die großen Parteien. Sie müssen sich, darüber besteht in der Runde Einigkeit, auf ihre jeweiligen Stammwähler konzentrieren, denn die wurden in der Vergangenheit zu oft zugunsten der "Laufkundschaft" vernachlässigt. Die Dinos sollen sich also ändern, wenn sie nicht aussterben wollen. Das Experiment am lebenden Objekt hat begonnen.

Quelle letzter Beitrag: t-online.de