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Samstag, 17. Februar 2018

Cyril Ramaphosa beim ANC-Parteitag

Cyril Ramaphosa. Südafrika
Einen Tag nach dem Rücktritt von Südafrikas Präsident Zuma ist dessen Nachfolger Ramaphosa als neuer Staatschef vereidigt worden. Damit erfüllt sich ein Herzenswunsch Mandelas.

Mit Ramaphosa bekommt Südafrika einen Präsidenten der allen Herausforderungen gewachsen ist. Als Stratege des ANC ließ er die Vertreter der Apartheidsregierung während den Unterhandlungen wie naive Kinder dastehen. Wenn Ramaphosa etwas kann, dann ist es Vertrauen zu erwecken und durch geschickte Diplomatie sein Ziel zu erreichen.

Aber eine Person, die in Südafrika quasi aus dem Nichts eine halbe Milliarde Dollar macht, ist jedoch niemand, die geeignet wäre, einen korrupten Präsidenten abzulösen und einen entsprechenden Wechsel zum Guten einzuleiten. Da hört sich eher nach einem "Weiter so!" oder noch schlimmerem an.

Wer in Südadrika, in einem Land in dem der Großteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt, innerhalb einiger Jahre eine halbe Milliarde Euros auf sein Konto transferieren konnte, ist Teil des Problems, nicht die Lösung.

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Donnerstag, 15. Februar 2018

Südafrikas Präsident Jacob Zuma soll zurücktreten

Thema: Südafrika

Foto; ARD
Der ANC hat Präsident Jacob Zuma abberufen. Das hat die südafrikanische Regierungspartei in Johannesburg bestätigt. Allerdings weiß niemand, wie es nun weitergeht. Zuma bleibt vorerst im Amt.

Präsident Jacob Zuma wird von seinem Amt abberufen. Das hat das nationale Exekutivkomitee, das höchste Gremium der Partei, beschlossen. Nun erwartet die Partei seinen Rücktritt.

Das Amt des Präsidenten soll der bisherige Vize-Präsident Cyril Ramaphosa übernehmen. Diese Entscheidung sei Zuma am Vormittag persönlich mitgeteilt worden. Allerdings weiß niemand, wie es nun weitergeht. Der ANC setzte Zuma keine Frist.

Bislang verweigerte Zuma seinen Rücktritt. Sollte er das weiterhin tun, müsste sein politisches Ende bei einem Misstrauensvotum im Parlament besiegelt werden. Dieses Prozedere ist in der Partei dem Generalsekretär zufolge aber nicht diskutiert worden. "Ich weiß nicht, was jetzt passieren wird", sagte Magashule. "Aber wir sollten es dem Präsidenten überlassen."

Die Opposition beraumte ein Misstrauensvotum gegen Zuma für den 22. Februar an, möchte diesen Termin jetzt aber vorziehen.

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Donnerstag, 19. Mai 2016

Steckte die CIA 1962 hinter Mandelas Verhaftung?

Thema: Südafrika

Südafrikas Geschichte
Steckte die CIA hinter Mandelas Verhaftung?

Die USA haben aktiv zur Festnahme von Nelson Mandela beigetragen. Das behauptet ein Ex-Spion des US-Geheimdienstes.
27 Jahre lang sass Nelson Mandela in Südafrika im Gefängnis. Dass der Freiheitskämpfer eine solch lange Leidenszeit erleben musste, könnte auch am amerikanischen Geheimdienst CIA liegen. Gemäss der «Sunday Times» hat ein US-Diplomat und Spion der CIA 1962 den entscheidenden Tipp zur Verhaftung Mandelas gegeben.

Der damalige Vizekonsul Donald Rickard hat dies dem Filmemacher John Irving gebeichtet. Der Brite hat einen Dokumentarfilm über Mandela gedreht, der am diesjährigen Filmfestival in Cannes uraufgeführt wird. Gemäss Rickard seien die Amerikaner davon ausgegangen, dass Mandela «komplett unter dem Einfluss der Sowjetunion» stehe. Die USA wollten anscheinend verhindern, dass der Freiheitskämpfer einen Krieg anzettle. Der ehemalige amerikanische Diplomat lebt nicht mehr; er starb im vergangenen März.

Erhöht sich der Druck auf die CIA?

Berichte über eine Beteiligung des US-Geheimdienstes an der Verhaftung Mandelas sind nicht neu. «Zizi Kodwa, Sprecher der südafrikanischen Regierungspartei ANC, bezeichnete den Bericht Rickards als ernstzunehmende Selbstbezichtigung», schreibt «Spiegel Online». Diese Hinweise könnten den Druck auf die CIA erhöhen, endlich Dokumente zum diesem Fall publik zu machen, vermutet die BBC.

Mandela wurde unter dem weissen Apartheidsregime in Südafrika mehrmals inhaftiert. Zu Beginn der 60er-Jahre tauchte er in den Untergrund ab, er bereiste mehrere Länder in Afrika. Nach seiner Rückkehr wurde er von den Behörden festgenommen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Erst 1990 wurde Mandela unter grossem internationalem Druck aus dem Gefängnis entlassen, was auch das Ende der Apartheid bedeutete. Nur vier Jahre später wählte ihn das Volk zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas. Der Friedensnobelpreisträger (1993) starb am 5. Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren. (fal)

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

Montag, 8. Juni 2015

Bediene beide Seiten und ziehe deine Vorteile daraus - System Rothschild

Es geht bei diesem Beitrag nicht um den G20 Gipfel, der ist ein halbes Jahr her.
Es geht um die Aufteilung der Welt und wie lange das schon läuft!


Thema: Agenda Rothschild

Posted by Maria Lourdes - 29/11/2014

Ob ihm der Appetit vergangen ist? Oder ob er einfach nur müde war? Das letzte gemeinsame Essen ließ Wladimir Putin jedenfalls sausen – auch bis zur Unterzeichnung des Abschlussprotokolls wollte er nicht warten.

Foto: Präsident Putin, Screenshot
Eilig reiste der russische Präsident vom Gipfel der 20 mächtigsten Wirtschaftsnationen (G20) im australischen Brisbane ab. “Er müsse schließlich am Montag wieder arbeiten”, sagte der Kreml-Chef in seinem Hotel in Brisbane. “Und vier bis fünf Stunden schlafen wolle er auch noch”. So und so ähnlich, beschrieben die westlichen Medien die vorzeitige Abreise Putin’s aus Brisbane. Russische Quellen berichteten über Morddrohungen gegenüber Putin.

Es ist nun allgemein bekannt, das Brasilien, Russland, Indien und China die vier aufstrebenden Mächte sind, die die BRICS-Gruppe ins Leben gerufen haben. Zu der Gruppe gehört auch Südafrika und in kurzer Zeit werden ihr andere Mächte des Großen Südens beitreten.

Die BRICS sind in Washington und seinem Think-Tankland herzlich verhasst, denn sie verkörpern die Bemühungen des Großen Südens zur Schaffung einer multipolaren Welt.

Man könnte einige Flaschen Krim-Champagner wetten, dass die Antwort der USA auf diese Bemühungen ein totaler Informationskrieg sein wird, der sich im Wesen nicht sehr viel unterscheiden wird vom “totalen Informationsbewusstsein” (Total Information Awareness-TIA), jenes entscheidende Bestandteil der Doktrin der “Gesamtspektrum-Dominanz“ (Full spectrum dominance) des Pentagons, das der Deep State NSA schon umgesetzt hat. Die BRICS werden als eine ernsthafte Bedrohung empfunden. Zu deren Bekämpfung müssen die gesamten Informationsnetze beherrscht werden.

Nicht vergessen: Bediene beide Seiten und ziehe deine Vorteile daraus. Das war und ist die Agenda des Hauses Rothschild seit rund 200 Jahren. Ich zitiere für die Leser aus der Presseseite des Hauses Rothschild…
RUSSLAND – Unser Haus hat seit 10 Jahren viele lokale Investments in Russland platziert und sieht im russischen Markt weiterhin gute Chancen […] Dabei konnten wir das uns anvertraute Vermögen unserer, aus den wohlhabendsten Kreisen der globalen Gesellschaften stammenden Kunden, zu deren Zufriedenheit erfolgreich sichern. Dazu stehen unserem Hause viele Wege zur Verfügung. […]
Es wurden beispielweise rund 30 Milliarden US Dollar im Markt über verschiedene Finanzbeteiligungen wie TPG Capital, VTB Capital und EBRD. Für die Transaktionen wurden die Geldhäuser Sberbank und DenizBank genutzt.
Quelle: rothschild.com – russia – gefunden bei iknews
Als Putin 2003 das Öl-Kartell von Rothschild-Finanzsoldat Chodorkowski zerschlug und dieser zurecht hinter Schloss und Riegel wanderte, gingen die Anteile seines Unternehmens YUKOS an Lord Jakob Rothschild über.
Ab sofort kontrollierte Rothschild die 13,5 Milliarden US-Dollar Anteile des Ölkonzerns.
Merke: Im System ROTHSCHILD gibt es keinen Staat und wenn, dann nur einen zahnlosen und willfährigen Staat. In diesem System gibt es keine Völker, Menschenrechte, Grenzen und keine Nachhaltigkeit, keine erhaltenswerte Natur, kein Kollektiv. Es gibt nur den Profit – alles dient dem Gewinn und endet letztlich in Ausbeutung und Sklaverei und hinterlässt überall verbrannte Erde.
Rothschild ist auch in China beteiligt…und das schon seit den Opiumkriegen.

Für Alfredo Jalife-Rahme, Professor für politische und soziale Wissenschaften an der nationalen autonomen Universität von Mexico, war der G-20 in Brisbane nicht das Theater einer Isolation Russlands, sondern eine immer stärkere ausgeprägte Kluft zwischen den Mitgliedern der BRIC-Staaten einerseits und den Verbündeten von Washington andererseits. Die Ersten konstatierten zuerst die Bösgläubigkeit der Abendländler, die sich im Jahr 2010 in Seoul zu einer nie durchgeführten Reform des IWF engagiert hatten. Daher haben sie ihre gemeinsamen Interessen und ihre Entscheidung wieder behauptet, ein alternatives internationales System zu schaffen. Außerdem scheint es, als sei die Unerbittlichkeit der atlantischen Medien, die vorzeitige Abreise von Präsident Putin zu verspotten, dazu da, um die Gerüchte über ein mögliches Attentat gegen ihn zu verbergen.

Bruch auf dem G-20 Gipfel in Brisbane
Ein Artikel von Professor Alfredo Jalife-Rahme bei Voltairenet.

Der APEC- Gipfel in Peking hatte bessere Ergebnisse als der G-20 in Brisbane, wo sich die Kluft zwischen dem G7 und den BRIC-Ländern vertieft hat.


Foto: lupocattivoblog.com
Über die angebliche Flucht von Präsident Putin, hochgespielt von den angelsächsischen Medien, die genauso wirksam in Desinformation sind wie sie streitsüchtig sind, flüstern russische Quellen, dass er tatsächlich durch Morddrohungen ins Visier genommen wäre und das ist, was Russland dazu geführt hätte, seine Kriegsschiffe – den mit Lenk-Raketen ausgestatteten Kreuzer Varyag und den Zerstörer Marschall Schaposchnikov – nahe der australischen Küste zu platzieren, eine Tatsache, die von der russischen Botschaft in Canberra bestätigt wurde [1].
Ein von Australien, von einem aggressiven Mitglied der Anglosphäre organisierter G-20-Gipfel und von russischen Kriegsschiffen subtil belagert, das ist nicht wirklich Gang und Gebe.
Präsident Putin hatte ein paar Tage zuvor berichtet, dass die russische Wirtschaft nicht durch die Dollar-Diktatur dominiert werden würde [2], und dass es sich mit den schmerzhaften Sanktionen auf einen Wirtschaftskrieg vorbereite, seitdem die Russische Zentralbank 55 Tonnen Gold im dritten Quartal gekauft hatte [3]. Der russische Präsident, der die Petrodollar boykottiert und Gold hortet, ist doppelt tollkühn; Wir wissen, was das Ende der anderen Staatsoberhäupter, Saddam Hussein und Muammar Gaddafi war, die ähnliche Manöver versucht hatten.

Luisa Corradini, von der argentinischen Tageszeitung La Nación [4], enthüllt, dass bei dem vom Mandarin Xi dem russischen Präsidenten angebotenen Festmahl, am Rande des APEC-Gipfels, er erklärt habe, dass China und Russland dem Druck von Washington wiederstehen und im Interesse der Welt vereint bleiben müssten. Aber fast nichts ist in der völlig durch die USA und die Anglosphäre kontrollierten westlichen Presse durchgesickert, über den Mini-Gipfel zu fünft den die BRIC-Staaten am Rande des G-20 hielten, wo die Haltung der USA hart angeprangert wurde, weil sie die Reform des IWF im Jahr 2010 nicht ratifiziert hatten, was ihre Legitimität und Vertrauen untergräbt [5]. Wir haben da noch eine echte Schwachstelle zwischen dem G7 und den BRIC-Ländern gesehen.

Die Spaltung innerhalb des G-20 wirkt sich auf allen Ebenen aus, und sie breitet sich in den Medien der Anglosphäre, Großbritannien, Kanada, Australien so obszön aus, wenn sie in kontinuierlichem Strom Präsident Putin beschimpfen, wegen Rechtsstreitigkeiten über die Ukraine, während die Vertreter der BRIC-Staaten sich für Zurückhaltung entschieden haben. Die chinesische inoffizielle Zeitung Global Times [6] sagt in ihrer Diagnose, dass der Gipfel G-20 in Brisbane entgleist ist, obwohl eines der wichtigsten Ziele war, das Wachstum und die Beschäftigung zu fördern, und dass die ganze öffentliche Aufmerksamkeit sich auf die Rivalität zwischen Russland und dem Westen konzentriert hat.

Das gleiche Organ ist der Auffassung, dass China den Gipfel der APEC mit 21 Ländern viel besser verwaltet hat, als Australien den G20-Gipfel. Man kann es nicht besser sagen…

Selbst die Tageszeitung Le Monde, inoffizielles Sprachrohr der französischen Diplomatie, gesteht ein, dass jenseits der intensiven rhetorischen Streitereien zwischen dem Westen und Russland, „die echte Rivalität heute zwischen China und den USA liegt“ [7]. Sylvie Kauffmann, Analyst von Le Monde, stimmt Philip Stephens vom Financial Times zu [8]: Russland ist “eine Macht im Niedergang, mit regionalen Ambitionen”, sagt sie.

Aber man muss zugeben, dass Russland auf wirtschaftlichem, militärischem und wissenschaftlichem Niveau heute weitaus mächtiger ist als Frankreich und das Vereinigte Königreich, die beiden ehemaligen Kolonialmächte, die ins Trudeln kommen. Diese hirngespinstische Verzerrung befindet sich im Herzen des Problems der Unterschätzung von Russland und der Überschätzung des Westens durch sich selbst.

Vorsichtiger als seine kriegerischen britischen Kollegen, sagt Andrew Critchlow, vom Daily Telegraph [9], dass die gesamte Wirtschaft leiden wird, trotz dem Wunschdenken des G-20 in Brisbane, von dem keine andere Spur bleiben wird, als die Erinnerung an die übereilte Abfahrt von Wladimir Putin. Wenn hier das Ziel gewesen wäre, Putin auf der Weltbühne als isoliert darstellen zu wollen, um seiner Popularität in seinem Land einen Schlag zu erteilen, wäre das Manöver gescheitert und zeige eine große Unkenntnis der russischen Mentalität.

Er fügt hinzu, dass, anstelle des Ziels des G-20 für einen weiteren Wachstumsanstieg von 2%, „die Gefahr für die Weltwirtschaft wäre, dass der Streit zwischen dem Westen und Russland, der nun als ein neuer Kalter Krieg allgemein anerkannt wird, als eine signifikante Bremse für das Wachstum in den kommenden Jahren wirken wird“, insofern Russland schon die achte Weltwirtschaft ist. Andrew Critchlow fügt noch hinzu, dass der Westen bereits die Auswirkung der schmerzhaften Isolation von Moskau fühlt, während Europa die Petrodollar mehr braucht, als Russland den zerrütteten Wirtschaftsblock der 27 Länder braucht, die sich untereinander streiten um zu entscheiden, ob sie zusammen bleiben werden (ich korrigiere: es sind 28 und nicht 27).

Abgesehen von seinem persönlichen Groll gegen Putin hat David Cameron, britischer Staatsmann des Admiralschiffs der Anglosphäre – England ist an der zehnten Stelle in Bezug auf das BIP, während Kanada den 14. Rang und Australien den 18. einnimmt – am Ende des G-20 vor einem bevorstehenden zweiten globalen Crash gewarnt, während Japan, auch ein sehr streitsüchtiges Land, das jegliche nukleare Erinnerung verloren hat, gerade wieder in eine x-te Rezession gefallen ist, und das Euro-Währungsgebiet sich am Rande einer dritten Rezession befindet [10]. Das genügt vollkommen, um die Nervenkrise des G7 zu verstehen…

Seit Peking (auf dem APEC-Gipfel) bis Brisbane (Gipfel des G-20) hat Obama vielfache Persönlichkeiten verkörpert: Er ging von der verführerischen Haltung zur rhetorischen Brutalität über, die auf der Universität von Queensland einen Höhepunkt erreichte, als er das Niveau der globalen Bedrohung von Russland auf Platz drei herabstufte (nach dem er sie schon auf den zweiten Platz gestellt hatte), nämlich nach den Dschihadisten und der Ebola, und gegenüber China über das amerikanische Management der asiatisch-pazifischen Region schwadronierte, was nach Angaben der WSWS-Website einer Kriegsdrohung entspricht. [11].

Obama hat gegen China gewettert, ohne es aber zu nennen: eine effektive Ordnung in Sachen Sicherheit für Asien sollte nicht auf Einflusssphären oder Zwang oder Einschüchterung beruhen, wo große Länder kleine zwingen sich unterzuordnen, sondern auf Allianzen, um die Sicherheit gemeinsam zu verwalten, durch das Recht und internationale Standards, sagte er.

Außerhalb der multipolaren Realität, um nichts von der neuen geostrategischen dreiseitigen Unordnung zu sagen, hat Obama sein stichfestes Engagement an Seiten seiner regionalen Verbündeten als einzige Hypermacht der Welt garantiert [12].

Frank Sieren, Analyst der Deutschen Welle, sagte seinerseits, dass der neuerliche Vertrag des Frei-Handels zwischen Australien und China die «USA entsetzt hat» [13], was seiner Meinung nach einem Mikro-Bruch innerhalb des westlichen Blocks gleichkäme im Kontext der globalen Makro-Fraktur zwischen den G-7 und den BRIC-Staaten.

Vorsichtiger als die hohle Prahlerei der Anglosphäre und der unhaltbare unipolare Solipsismus, befürworten Robert Blackwill und Dimitri Simes, von der wichtigen The National Interest Website, die Eröffnung eines privaten Kanals für eine Diskussion mit Putin, um zu versuchen, die Ukraine-Konfrontation zwischen den USA und Russland zu beenden, bevor sie außer Kontrolle kommt [14].

Ja, die Welt ist in Gefahr, es ist nicht notwendig, davor Gorbatschow und Kissinger zu warnen…

Fußnoten:

Linkverweise:

Quelle: lupocattivoblog.com - Maria Lourdes

Montag, 24. November 2014

AVAAZ: Hat Avaaz diese Kampagne gewonnen?

Liebe Avaazerinnen und Avaazer,

in letzter Zeit haben wir mehr als nur ein paar Kampagnen gewonnen. Wir haben RIESIGE Erfolge erzielt.

Und zwar handelt es sich nicht um Kleinigkeiten, sondern um große, weltbewegende Ereignisse: sei es im Klimaschutz, bei Monsanto, unseren Ozeanen, dem Internet, der Demokratie und mehr! Auf der Welt ereignen sich viele deprimierende Dinge. Doch wenn Sie herunterscrollen, sehen Sie, was die Zukunft bereithalten könnte, wenn wir alle zusammenhalten...


Nach unserer Klima-Demo: echte Fortschritte im Klimaschutz!! In Europa, den USA und China!

Progress on climate change
Eine unserer 2.600 Klima-Demos!
Beim EU-Gipfel in Brüssel haben wir kürzlich dringende, ambitionierte Klimaschutzversprechen gefordert. Ich war ernüchtert, als Insider mir sagten, dass Europa „nie im Leben” der Öl- und Kohleindustrie die Stirn bieten und CO2-Senkungen von „mindestens” 40% bis 2030 fordern würde. Doch wir haben nicht locker gelassen und dann ist es tatsächlich passiert!

So haben wir „nie im Leben” in einen großen Kampagnenerfolg verwandelt:
  • Wir haben die größte Klima-Demo aller Zeiten auf die Beine gestellt. Ganze 675.000 Menschen sind in 162 Ländern auf die Straße gegangen!
  • Wir haben den UN-Generalsekretär, 18 Kabinettsminister und zahlreiche Politiker dazu gebracht, an der Demo teilzunehmen.
  • Wir haben dem französischen Präsidenten Hollande und Politikern aus aller Welt eine Petition mit 2,2 Millionen Unterschriften für 100% erneuerbare Energien überreicht.
  • Wir haben Treffen mit den Klima- und Energieministern aus Frankreich, Deutschland, Brasilien und dem Vereinigten Königreich abgehalten.
  • Mit einer Anzeigenkampagne haben wir Druck auf Polen ausgeübt, wo man sich beim Klimaschutz bislang quer stellte. Die Anzeige wurde von den größten Zeitungen und TV-Sendern in Polen aufgegriffen. Außerdem haben Avaaz-Mitglieder aus Polen ihre Politiker angerufen.
  • Kurz vor der Entscheidung haben wir Meinungsumfragen in Deutschland, Frankreich, Polen und dem Vereinigten Königreich in Auftrag gegeben.
Die weltweite Klima-Demo hat das Blatt gewendet
30.000 Demonstranten in Melbourne
Die weltweite Klima-Demo hat das Blatt gewendet. Unzählige Politiker haben sie in ihren Reden bei der UNO erwähnt. Zwar haben Hunderte von Organisationen zu den Demos und dem Erfolg in Europa beigetragen, doch wir haben eine entscheidende Rolle gespielt. Der Nachrichtensender BBC sagte: „Bei den Demos sind, teils wegen der organisatorischen Leistung der Online-Gemeinschaft Avaaz, mehr Menschen auf die Straßen gegangen, als je zuvor." Und Umweltministerin Hendricks sagte: „Ich möchte mich bei den Millionen von Menschen bedanken, die sich Avaaz angeschlossen haben… Ohne öffentliche Unterstützung ist es unmöglich, den Klimawandel zu stoppen."

US-Präsident Obama reagierte ebenfalls auf die Demos, und zwar mit den Worten: „Unsere Bürgerinnen und Bürger demonstrieren. Wir können nicht so tun, als ob wir sie nicht hören.” Der Erfolg in Europa hat Impulse gesetzt und im Anschluss traf sich Obama diese Woche mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Obama versprach dort angemessene CO2-Senkungen und auch China sagte zum ersten Mal Emissionssenkungen zu! Endlich kommt die Sache in Fahrt — es wird höchste Zeit…

Wer hat noch weniger Herz als die Kohle- und Öl-Lobby? Richtig, Monsanto! Auch an dieser Front hat unsere Gemeinschaft zu einem großen Erfolg beigetragen.


Monsantos Mega-Fabrik aufgehalten!!

Monsantos Mega-Fabrik aufgehalten!!
Protest gegen Monsantos Saatgutfabrik
Monsanto wollte eine riesige neue Saatgutfabrik in Argentinien errichten und so seine Macht über die weltweite Lebensmittelkette ausbauen. Doch Avaaz-Mitglieder haben eine Protestbewegung vor Ort unterstützt und so dazu beigetragen, dass die größte Gensaat-Fabrik Lateinamerikas dieses Jahr nicht gebaut wird.

Monsanto ist ein 60 Milliarden Dollar schwerer Konzern, der üble Spielchen treibt. So sind wir ihm in die Quere gekommen:
  • Wir haben eine Million Unterschriften für eine Petition gesammelt und Entscheidungsträgern Tausende von Emails gesendet.
  • In Zusammenarbeit mit Top-Anwälten haben wir eine juristische Analyse verfasst, aus der hervorgeht, dass Monsantos Umweltverträglichkeitsprüfung illegal war. Das Dokument sorgte für einen Medienwirbel.
  • Mit einer Umfrage haben wir gezeigt, dass zwei Drittel der Ortseinwohner gegen die Fabrik sind.
  • Wir haben Ortseinwohnern den Rücken gestärkt und ihnen geholfen, eine Erfolgsstrategie auszuarbeiten.
Die Leiterin der Bürgerbewegung vor Ort, Celina Molina, sagte: „Nachdem mehr als eine Million Avaaz-Mitglieder den Einwohnern von Malvinas Argentinas zur Seite gestanden haben, haben wir einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen Monsanto verzeichnet! Sei es beim Zugriff auf Dokumente, die uns zuvor von den Behörden verweigert wurden, oder mit einer ausschlaggebenden Meinungsumfrage - Avaaz hat stark dazu beigetragen, den Bau der größten Gensaatfabrik in unserem Ort zu verhindern."


Weitere große Erfolge für unsere Ozeane, das Internet und die Demokratie

Großer Erfolg bei der Rettung unserer Ozeane
Offene Abstimmungen in Brasilien
„Nichts zu verstecken" - Protest in Brasília

Mehrere Tausend Avaaz-Mitglieder unterstützen unser kleines Team mit monatlichen Spenden. Dank ihrer Großzügigkeit können wir zahlreiche Themen auf einmal angehen. Hier sind ein paar weitere Erfolge, die wir in den letzten Wochen erzielt haben:

Das größte Meeresschutzgebiet der Welt ist geschaffen worden! - Um dieses wichtige Reservat zu unterstützen, haben über eine Million von uns einen Appell an die US-Regierung gerichtet. Wir haben außerdem eine Meinungsumfrage in Hawaii in Auftrag gegeben und noch viel mehr unternommen. Am Ende hat Präsident Obama den großen Fischerei-Lobbies die Stirn geboten und ein Schutzgebiet im Pazifik eingerichtet, das fast so groß ist wie Südafrika!

Netzneutralität in Europa und den USA geschützt! - 1,1 Millionen von uns haben beim EU-Parlament darauf gedrängt, dass unser freies und offenes Internet geschützt wird und starke Regeln zur Netzneutralität bestehen. Große Telekommunikationsfirmen haben sich zur Wehr gesetzt, doch wir konnten dennoch zum Erfolg beitragen! In den USA ist Präsident Obama gerade diesem Beispiel gefolgt und hat sich für den Schutz der Netzneutralität ausgesprochen. Bei Telekommunikationsfirmen sorgte er damit für Verblüffung.

Keine geheimen Abstimmungen im brasilianischen Kongress! - Nach monatelanger Kampagnenarbeit - mit Anrufen, Protesten, Medienberichten und vielen weiteren Aktionen - haben die mittlerweile 7 Millionen Avaaz-Mitglieder in Brasilien den Kongress dazu gebracht, seine dubiosen geheimen Abstimmungen fast gänzlich abzuschaffen. Dies ist ein Riesenerfolg für eine der größten Demokratien dieser Welt.

Und es kommt noch so einiges...

Diese Erfolge haben wir bereits erzielt, doch manche Kampagnen ziehen sich über Monate oder Jahre hin. Viele weitere Erfolgsgeschichten sind also noch in Arbeit. Hier finden Sie ein paar aktuelle Fortschrittsberichte:

Und es kommt noch so einiges...
ABP: Keine Investitionen in die Besetzung
  • Freiwillige gegen Ebola - Über 2.500 qualifizierte Avaaz-Mitglieder haben sich bereiterklärt, ihr Leben zu riskieren, um in Westafrika gegen das tödliche Ebola-Virus anzukämpfen. Sie beweisen damit unfassbar viel Mut und Mitmenschlichkeit.
  • Spendensammlung für Ebola - Unsere Gemeinschaft hat 2,2 Millionen Dollar für Hilfsorganisationen vor Ort gesammelt!
  • Rettet die Bienen - Wir haben unsere Petition mit 3,4 Millionen Unterschriften an einen Regierungsausschuss in den USA überreicht, der momentan überprüft, ob bienengefährdende Pestizide verboten werden sollen.
  • Palästina - Nach dem jüngsten Konflikt im Gaza-Streifen haben wir alles in Bewegung gesetzt, um große Rentenfonds und Konzerne unter Druck zu setzen: Sie sollen ihre Investitionen aus Unternehmen zurückziehen, die Israels militärische Besetzung und den illegalen Siedlungsbau in Palästina unterstützen. Wir könnten schon bald Erfolge sehen - dies wäre im derzeitigen Konflikt bahnbrechend und würde neue Hoffnung auf Frieden wecken.

Ich bin gerade von einem Treffen des Avaaz-Teams zurückgekommen. Bei einigen von uns (auch bei mir :-) sind die Tränen geflossen: Es ist solch eine Freude, im Dienst dieser Gemeinschaft zu stehen und zu erleben, was wir gemeinsam alles auf der Welt bewirken können.

Die Klima-Demos, die Freiwilligen-Kampagne für Ebola und all die großzügigen Spenden beweisen, dass Avaaz-Mitglieder bereit sind, sich noch stärker für unsere Gemeinschaft einzusetzen. Und aus jedem Schritt, den wir gehen, schöpfen wir mehr Kraft.

Es herrscht viel Angst und Unwissen auf der Welt. Doch gemeinsam sorgen wir immer wieder für Hoffnung, Liebe und kluge Erfolgsstrategien, um etwas zu verändern. Das Potenzial ist enorm und wir stehen nur an der Spitze des Eisbergs. Unsere Gemeinschaft ist ein Hoffnungsträger, in den wir Zeit und Energie investieren sollten - denn so eine Bewegung ist etwas ganz besonderes und die Welt braucht uns mehr denn je.

Mit unglaublich viel Liebe und Respekt für diese Bewegung,

Ricken mit Nell, Pascal, Marie, Laila, Andrea und dem ganzen Avaaz-Team.




Avaaz.org ist ein weltweites Kampagnennetzwerk mit 40 Millionen Mitgliedern,
das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der Ansichten und Wertvorstellungen aller Menschen auf wichtige globale Entscheidungen durchzusetzen. ("Avaaz" bedeutet "Stimme" oder "Lied" in vielen Sprachen). Avaaz Mitglieder gibt es in jedem Land dieser Erde; unser Team verteilt sich über 18 Länder und 6 Kontinente und arbeitet in 17 verschiedenen Sprachen. Erfahren Sie hier, etwas über einige der größten Aktionen von Avaaz oder folgen Sie uns auf Facebook oder Twitter.


Um Avaaz zu kontaktieren, antworten Sie bitte nicht auf diese E-Mail.Benutzen Sie stattdessen das Formular www.avaaz.org/de/contact?ftr oder rufen Sie uns an, unter: +1 1-888-922-8229 (USA).

Dienstag, 18. November 2014

Der Ukraine geht die Kohle aus

Thema: Ukraine
RTDeutsch
Der Winter steht vor der Tür und die Kohlevorräte sind aufgebraucht. Wenn sich die Regierung Poroschenko nicht bald zum Handeln entscheidet, könnte die Westukraine schon bald kalte Füße kriegen.

Quelle: RT
Der ukrainische Energieminister Juri Prodan gab auf der jüngsten Regierungssitzung zu, dass Kiew die eigene Bevölkerung nicht mal mehr mit genügend Kohle versorgen könne, um durch den Winter zu kommen. Im Vorfeld erklärte der Minister, dass die Ukraine nur noch auf etwa 1,7 Millionen Tonnen Kohle sitze. „Diese Vorräte sind unzureichend“, bemerkte Prodan in einer Regierungssitzung.


Erst kürzlich hat Südafrika der Kiewer Regierung mitgeteilt, dass sie keine Kohle an die Ukraine liefern werden. Ebenso agierte das britische Unternehmen Seel Mont Trading und gab klar zu verstehen, dass es keinerlei Energie-Deals mehr mit dem hoch verschuldeten Staat eingehen werde. Es scheint, als sei die Regierung Poroschenko dazu gezwungen Russland oder die selbsternannten Volksrepubliken im Donbass um Kohlelieferungen zu bitten. Die Stimmung in der Bevölkerung könnte leicht umschlagen, wenn die ukrainische Regierung sich nicht mehr in der Lage zeigt, die Wohnungen in der Westukraine zu beheizen.

Im Allgemeinen ist Handel treiben mit der Ukraine zu einer äußerst unangenehmen bis kniffligen Angelegenheit geworden. „Im Zusammenhang damit, was gegenwärtig in der Ukraine geschieht, werden bekannte europäische Trader Kohlelieferungen absagen, weil entweder der Kohleversand oder die Bezahlung jeden Augenblick eingestellt werden können“, fügte Prodan hinzu.
Quelle: RTDeutsch

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Wird wieder versucht das Ebola-Virus waffenfähig zu machen wie einst "Project Coast"?

Thema: Biologische Waffen

“Project Coast”, Wouter Basson, der Giftmischer der Apartheid
und seine Experimente mit dem Marburg- und dem Ebola-Virus


Hysterie und Panikmache sind das Geschäft der US-Konzernmedien.
»In ISIS-Online-Chats wird von der Militarisierung von Ebola gesprochen«, titelte z. B. das bei konservativen Amerikanern extrem populäre Nachrichtenportal Newsmax. Statt solchen Hirngespinsten nachzugehen, wäre es selbst für Newsmax-»Journalisten« ein leichtes gewesen, etwas über die realen Bemühungen der US-Regierung herauszubekommen, den Ebola-Virus waffenfähig zu machen.


Foto: PRAVDA.TV
Bereits Anfang der 1980er Jahre beteiligten sich laut südafrikanischen Gerichts-dokumenten und einem Zeitzeugen wie dem Mediziner Wouter Basson (»Dr. Tod«) die USA und Großbritannien aktiv an dem Geheimprojekt »Coast« des Apartheid-Regimes. Es ging darum, u.a. den Marburg- und den Ebola-Virus in eine »ethnische« biologische Massenvernichtungswaffe zu verwandeln, die nur Farbige tötet und Weiße nicht angreift.

Basson war beim »Project Coast« federführend und sagte aus, dass sich ein weiteres, »wissenschaftlich und technologisch fortgeschrittenes Land, das ein großes Bevölkerungs-problem hatte«, aktiv daran beteiligte, Ebola waffenfähig zu machen. Seiner Beschreibung nach konnte es sich nur um Israel handeln. Dessen zionistische Regierungen schreckten bekanntlich noch nie vor Verbrechen schlimmster Art zurück, solange sie dem Ziel Groß-Israel dienten. Das südafrikanische Programm wurde laut Basson 1994 beendet, aber die Forschung in US-Laboren ging offenbar weiter, und zwar erfolgreich.

Denn 2010 meldete die angeblich zivile US-Behörde »Center for Disease Control« (CDC) einen speziellen Ebola-Strang (»EboBun«) als Patent Nummer CA2741523A1 angemeldet (Im Internet: http://www.google.com/patents/CA2741523A1?cl=en).

Stellt sich die Frage, warum das CDC nicht das Gegenmittel, über das es verfügen muss, den von Ebola betroffenen Ländern zur Verfügung stellt? Weil es etwa vom US-Militär »strenggeheim« gehalten wird? (jungewelt.de vom 22.10.2014)


Wouter Basson, der Giftmischer der Apardheit
Foto: timeslive.co.za
“Project Coast”: Der Giftmischer der Apartheid (ZeitOnline 02/2002)

Wouter Basson nannte sich selbst Dr. Death. Zur Bekämpfung der Schwarzen entwickelte er einst Giftstoffe und Killerkeime. Der Prozess gegen ihn ist der aufwändigste, der dem weißen Regime in Südafrika je gemacht wurde.

Nun sitzen sie im Strafhof G.C. 0.64, ganz hinten, auf dem äußersten Rand der letzten Holzbank, und schauen gebannt auf den Angeklagten. Eine gepflegte Erscheinung, dunkle Krawatte, anthrazitgrauer Anzug, gestutzter Vollbart, Halbglatze, unter den buschigen Brauen eng stehende, wachsame Augen. Sieht so ein Scheusal aus? Soll das der Mann sein, der geplant hatte, dass schwarze Mädchen, wie sie es sind, erst gar nicht geboren werden?

Der Mann heißt Wouter Basson, ist 52 Jahre alt und von Beruf Arzt. Er wird zu den kaltblütigsten Killern der Apartheid gezählt. Die Anklage beschuldigt ihn, zum Mord angestiftet zu haben, letale Substanzen für die Liquidierung von politischen Gefangenen verteilt und selber Todesspritzen gegeben zu haben. Zeugenaussagen und sichergestellten Akten zufolge hat ein Forscherteam auf seine Anweisung hin Seuchenerreger gezüchtet, um Teile der schwarzen Bevölkerung zu sterilisieren oder auszurotten. Nelson Mandela, der unbeugsamste aller Widerstandskämpfer, sollte an Krebs sterben – verursacht durch Karzinogene aus Bassons Labors. Der Deckname seiner Mission lautete “Project Coast“, “Projekt Küste”, Aufbruch zu neuen Ufern. Gemordet wurde im alten Stil. In Südafrika vergleicht man den Doktor und seine Handlanger mit Naziwissenschaftlern.

Handbuch der Grausamkeiten

Die Geschichte beginnt in den frühen achtziger Jahren, in der Hochphase des Kalten Krieges, als das weiße Regime weltweit isoliert war und sich von Feinden umgeben sah: von der roten Gefahr des Weltkommunismus und von der swart gevaar aus Afrika. In Namibia, Angola und Mosambik erstarkten die Befreiungsbewegungen. Es war eine Zeit des kollektiven Verfolgungswahns, in der die Burenrepublik alle Regeln eines zivilisierten Staates aufhob. Damals beschloss der Generalstab der südafrikanischen Streitkräfte das Project Coast, die Aufrüstung mit chemischen und biologischen Kampfstoffen. Das streng geheime Militärprogramm der Apartheid war ursprünglich defensiv angelegt, aber bald schon kam die Produktion offensiver B- und C-Waffen hinzu. Mit der Umsetzung dieser Pläne wurde Oberstleutnant Wouter Basson betraut, ein junger, ebenso ehrgeiziger wie scharfsinniger Kardiologe und Militärmediziner. Er leistete ganze Arbeit: Am Ende besaßen die Südafrikaner eines der umfassendsten Arsenale an Biokillern, die seit dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurden.

Sieben Jahre ermitteln die Strafverfolgungsbehörden in Sachen Basson und Project Coast. Die Anklageschrift, 400 Seiten dick, liest sich wie ein Handbuch der Grausamkeiten. Wouter Basson ist in 63 Punkten angeklagt, unter anderem wegen vielfachen Mordes, wegen Beihilfe zum Mord, wegen schweren Betrugs und Drogenhandels. Am Montag, dem 4. Oktober 1999, eröffnet das Oberste Gericht in Pretoria die Verhandlung. Es beginnt der aufwändigste Prozess, der der Apartheid je gemacht wurde – und vermutlich der letzte.

August 2000. Alle, die im Gerichtssaal Platz genommen haben, sind weiß und männlich, ausgenommen die beiden schwarzen Zuhörerinnen. Die Männer sind Buren. Da ist Jaap Cilliers, der Chef des Verteidigerstabes, der sich einen Namen gemacht hat als Rechts-beistand für rassistische Totschläger und Armeegenerale, die eines Massakers an Zivilisten beschuldigt wurden. Da sind die Staatsanwälte Anton Ackermann und Torie Pretorius, die früher schwarze Oppositionelle ins Gefängnis brachten. Und da ist der grauhaarige Richter in der karminroten Robe, Willie Hartzenberg. Auch er war ein treuer Mandarin des untergegangenen Regimes. Er wird demnächst das Urteil fällen, ganz allein, es gibt keine neutralen Geschworenen. Verhandelt wird in Afrikaans, der Sprache der Täter. Der kahle, düstere Saal, das traditionelle Procedere, die Akteure – alles wirkt so, als wäre man in die siebziger Jahre zurückversetzt. Hier, im Strafhof G.C. 0.64, richtet die Apartheid über sich selbst. Die Kosten des Mammutverfahrens, Verteidigung inklusive, trägt die neue, demokratische Regierung. Sie hat nicht einmal einen Beobachter in den Prozess entsandt.

Wouter Basson unterhält sich flüsternd mit seinem Hauptverteidiger. Gerade wird ein Belgier zu diversen Immobiliengeschäften vernommen, ein mühseliges Frage-und-Antwort-Spiel, das den Angeklagten sichtlich amüsiert. Was kann ihm dieser halbseidene Geschäftsmann – er ist einer von 200 Zeugen – schon anhaben? Wer könnte je sein Imperium durchschauen? Dieses Geflecht aus hundert Niederlassungen und Scheinfirmen auf drei Kontinenten, bestehend aus Golfplätzen, Jagdfarmen, Luxusvillen, Reisebüros, Bürohäusern und Pharmaunternehmen. In Brüssel, Windsor und Basel, in Florida und in Transvaal, in den Ardennen und auf den Kaimaninseln. Das globale Netzwerk des Dr. Basson diente der Verschleierung eines kriminellen Großprojekts und der persönlichen Bereicherung. Man schätzt, der Angeklagte habe umgerechnet rund 24 Millionen Mark auf seine Privatkonten abgezweigt.

Die Hintermänner hatten den Spezialagenten Basson mit einer Carte blanche ausgestattet. Er konnte reisen, wohin er wollte, reden, mit wem er wollte, Geld ausgeben, so viel und wofür er wollte. Einzige Dienstauflage: “Ich sollte darauf achten, stets mehr zu nehmen als zu geben.” Basson wechselte seine Identitäten wie die Anzüge, benutzte vier Pässe, seinen südafrikanischen und drei weitere, die er sich durch Scheinehen mit Frauen aus Bulgarien, Belgien und Russland beschafft hatte. Gestern Banker, heute Internist, morgen Unternehmer, ein globetrottender Verwandlungskünstler, der wie E.T.A. Hoffmanns Dottore Dapperdutto an mehreren Orten gleichzeitig aufzutauchen schien.

Seine Reisen führten in den Iran, nach Nordkorea, Syrien, Pakistan, auf die Philippinen. Libysche Wüstennester gehören dazu, die Chefetagen amerikanischer Pharmakonzerne, deutsche Chemielabors, irakische Giftgasfabriken, sowjetische Waffenschmieden, medizinische Forschungsstationen irgendwo im Dschungel des Kongobeckens. Basson pflegte Verbindungen zu britischen Agenten und Drogenbaronen aus Kolumbien und auch zu Offizieren der Nato.

Seine Recherchen begann Basson, heißt es, 1981 in Washington, an den Computern der Library of Congress. Im Laufe der Jahre wurde ihm allerorten mit Informationen, Technologie und Material geholfen. Zum Beispiel in Atlanta, beim Center for Desease Control. Dort habe er achtmal eine Auswahl von Viren bestellt – und problemlos erhalten. Wie Spielzeug aus einem Versandhaus. Basson brüstet sich, sogar die Bio- und Chemiewaffenprogramme des Westens geknackt zu haben und ins Innere der militärischen Forschungszitadellen von Fort Detrick, USA, und Porton Down, England, vorgedrungen zu sein.

Dem Gericht wird schwindlig, in hundert Masken, hundert Rollen jagt er es durch seine Labyrinthe, und man fragt sich, ob er selber noch Schein und Sein, Fakten und Fiktionen auseinander halten kann. Existiert Abdul Razak, der Topspion aus Tripolis? Haben ihm die Chinesen Aufträge für Experimente mit Schimpansen erteilt? Wenn Basson das Gefühl hat, dass Zweifel an seinen Darstellungen aufkommen, schiebt er schnell real existierende Personen auf die Bühne, dienstbare Kontaktleute wie Peter Regli, den abgesetzten Chef des Schweizer Geheimdienstes. Bitte schön, in Bern läuft eine Untersuchung, um die Connections des eidgenössischen Spionagechefs nach Südafrika zu durchleuchten ...

Verhandlungspause. “Wenn Sie bei diesem Prozess nicht mehr durchblicken, dann geht es Ihnen wie mir”, sagt Wouter Basson auf dem Gerichtsflur. Er wirkt charmant, gewitzt, schlagfertig. Sein Händedruck ist sanft, wie der eines Arztes, dem man Vertrauen schenken will. Ein feiner, ein sympathischer Mensch. Dies sagt auch die Studentin, die ihn in Mickey’s Steakhouse bediente, und die Krankenschwester, die ihm assistierte. Auch der Kommissar, der ihn vernahm, redet so. Man stellt sich vor, wie Basson Herzkatheter legt. Oder wie er seinem zehnjährigen Sohn beim Cricket zuschaut. Es fällt schwer, diesen Zeitgenossen mit den ungeheuren Anschuldigungen in Verbindung zu bringen, die gegen ihn erhoben werden.

Vielleicht wäre ein ganz Großer aus Wouter Basson geworden, wenn sein Vater, ein Polizeibrigadier, nicht 1967 aus dem freisinnigen Kapstadt nach Pretoria versetzt worden wäre, in die Hauptstadt der Apartheid. Vielleicht wären die Träume des schmächtigen Jungen wahr geworden, der vom Blaubergstrand über die Tafelbucht hinüber nach Kapstadt sah, zu den alabasterweißen Hochhäusern, zur Universität, zum berühmten Groote Schuur Hospital. Er, der Hochbegabte unter den Mittelmäßigen, die in der Arbeitervorstadt Milnerton die Schulbank drückten, wollte diese Welt erobern. Wollte Gynäkologe werden. Oder eine Koryphäe wie Christiaan Barnard, der Herzverpflanzer. Oder ein mächtiger Politiker. “Ich könnte heute Gesundheitsminister sein, wenn es anders gelaufen wäre”, meint Basson.

Er studierte Medizin in der Wagenburg Pretoria, erwarb Zusatzdiplome in Physiologie und Chemie und machte Karriere beim Militär. Das markanteste Zeichen, das der tag-träumende Junge in seinem Geburtsort Kapstadt setzen sollte, ist die Wandinschrift in einem Café. “Die Wahrheit über alles”, steht da zu lesen. Gezeichnet: “Dr. Death” – Doktor Tod.

Käfige hinter Stacheldraht

Staubige Straßen, dürres, karges Hochfeld, von Buschfeuern geschwärzte Erde. Das nördliche Hinterland von Pretoria, dreißig Autominuten vom Gericht entfernt, ist eine Gegend, in der die Farmer misstrauisch schweigen und Schwarze zur Seite treten, wenn ein Weißer des Weges kommt. Dr. Basson und sein Labor? Kennt keiner. Es gibt nur das Navorsingsinstituut vir Plantbeskerming, das Institut für Pflanzenschutz, unten am Stausee. Der Wachmann am Haupttor dort ist irritiert. Ja, sagt er, dies sei der gesuchte Ort, aber es gäbe nichts mehr zu sehen.

Hinter Stacheldraht und Schirmakazien sind einfache Klinkerbauten mit blauen Blech-dächern und Regentraufen zu erkennen. Irgendwo darunter müssen sich die Eiweiß-zentrifugen befunden haben, die Schlangenkühler und Primatenkäfige, der provisorische OP, die 40 Quadratmeter große Isolationskammer, die Sektionen für Mikrobiologie, Toxikologie, Biochemie, Molekularbiologie: die unterirdischen Roodeplaat Research Laboratories. Hier begann im Jahre 1982 unter strengster Geheimhaltung das Project Coast. Die Operation war so geheim, dass viele der 110 Mitarbeiter gar nicht wussten, woran sie da mitwirkten.

Dr. Daan Goosen wusste es. Goosen ist Veterinärmediziner, ein wohlbeleibter, leutseliger Mann mit Schnauzbart und hellen Augen, der genau so aussieht, wie man sich einen Tierarzt im Busch vorstellt. Wir treffen ihn im Einkaufszentrum von Centurion, der umgetauften Vorstadt Pretorias, die früher einmal Verwoerdburg hieß zu Ehren von Hendrik Verwoerd, dem Architekten der Apartheid. Fünf Jahre lang, von 1983 bis 1988, war Goosen Manager von Roodeplaat. “Schon bald hatten wir alles, was wir brauchten, insgesamt 600 Mikroorganismen.”

Er zählt wahllos einige Killerkeime und Giftstoffe auf, Krankheiten, die sich erzeugen ließen: Pest, Gelbfieber, Cholera, Pocken, Hepatitis A, Botulinum, Tularämie, Staphylococcus-Enterotoxin, E. coli, Ebola, Marburg, Rift Valley, HI-Viren, Ricin, Nekrotisierende Fasciitis, Organophosphate, hoch konzentrierte Gifte von Mambas und Skorpionen, dazu Nervengase, Sarin, VX und so weiter. “Und natürlich Milzbrand. Wir hatten einen der potentesten Stränge der Welt.” Fachleute vermuten, dass es sich dabei um Erreger des Ames-Stranges handelte, die in der fraglichen Zeit aus Fort Detrick in Maryland gestohlen wurden – jenen Hochsicherheitslabors der U. S. Army, zu denen sich Basson Zugang verschafft haben will.

Goosen nimmt ein Zuckertütchen aus dem Kaffeegedeck. “Es ist einfach, das mit Salmonellen zu infizieren, Kinderkram.” Das Forscherteam habe vielerlei “toxische Spezialitäten” fabriziert. Schokoriegel, Zigarettenfilter und Klebeflächen von Brief-couverts, die mit Anthraxsporen bestäubt wurden; Thallium, verborgen unter Kronkorken; Paratyphusbazillen in Deodorants und Zyanid in Lippenstiften; Regenschirme, Schraubenzieher und Spazierstöcke mit tödlichen Substanzen. Die speziell für Nelson Mandela entwickelten Karzinogene sollten in seine Gefängniskost gemixt werden. Nebenbei erprobte man neue Techniken der psychologischen Kriegsführung. An einen Baum im Garten des Erzbischofs Desmond Tutu wurde der Fötus eines Pavians drapiert; er sei aus Roodeplaat geliefert worden, behauptet der Geheimpolizist, der die Aktion ausführte.

“Wir waren im Krieg, seinerzeit”, erklärt Goosen und steckt das Zuckertütchen zurück ins Tischset. “We had to take these guys out” – “Wir mussten diese Kerle auslöschen.” Kerle wie den prominenten Kirchenmann Frank Chikane. “Als alles vorbei war, sagte ich zu ihm: ,Frank, du hast Schwein gehabt. Eigentlich solltest du längst tot sein.’ Wir lachten.” Chikane überlebte vier Attentate; bei einem Anschlag war seine Unterwäsche mit einem Hautkontaktgift durchtränkt worden.

Und was ist mit den so genannten rassespezifischen Erregern? “Man erklärte uns”, sagt Goosen, “dass die hohe Geburtenrate der Kaffern die Ressourcen unseres Landes aufzehre. Doc Wouter beauftragte mich, ein Bakterium zu entwickeln, das schwarze Frauen unfruchtbar macht. Das ist durchaus möglich, in Amerika war damals zum Beispiel ein Serum zur Sterilisierung von Katzen im Handel.” Es habe auch sehr konkrete Überlegungen gegeben, die Mikroben über das getrennte Trinkwassersystem der Townships und in Grundnahrungsmittel der schwarzen Bevölkerung zu applizieren.

Einmal wurde erörtert, eine Seuche am Eastern Cape auszulösen, einer Hochburg des Widerstands. Jedenfalls will das Mitglied einer Todesschwadron gehört haben, wie Dr. Basson anregte, die Aufständischen zu erledigen – mittels einer Cholera-Epidemie. Außerdem gab es Gedankenspiele zu einer Art “ethnischen Bombe”, wie es Goosen ausdrückt. “1983 war uns aus London ein Bakterium angeboten worden, das nur Menschen mit spezifischen Hautpigmenten befallen würde. Es stammte angeblich aus einem deutschen Labor.” Von Krankheitserregern als ethnischen Waffen waren die Forscher der Apartheid offenbar besonders fasziniert. 1996 musste sich hier, ebenfalls vor der Strafkammer G.C. 0.64, bereits Eugene de Kock verantworten, ein bekennender und zu lebenslanger Haft verurteilter Serienmörder im Solde der Polizei. Er berichtete von Experimenten mit einer Mixtur, die weiße Agenten in Schwarze verwandeln sollte, um inkognito ANC-Zellen zu infiltrieren. Oder umgekehrt. “Warum wird nicht eine Pille erfunden, die Schwarze weiß macht?”, fragte de Kock. “Dann wären wir die ganze Scheiße in unserem Land los.”

Experten halten die Forscher von Roodeplaat für infantile Alchemisten mit eher unbedeutenden Erkenntnissen. Auch Basson sei kein herausragender Wissenschaftler gewesen, sondern ein gemeiner Krimineller, sagt Daan Goosen. “Manchmal schäme ich mich. Der ganze Wahnsinn, die grausamen Tierversuche …” Und die Menschen? “Ja, natürlich. Es war schrecklich und unmoralisch, was wir taten.”

Eine kurze Teepause lang war der Gerichtssaal verwaist und der Sicherheitsbeamte offenbar wieder einmal eingenickt. Als die Prozessbeteiligten zurückkehren, ist ein Laptop der Verteidigung spurlos verschwunden. Prozessprotokolle, Randnotizen, entlastende Dokumente – alles weg. Die Advokaten sind perplex. Nur ihr Mandant reagiert sofort. Wouter Basson alarmiert den Wachdienst, hastet durch die Gänge, durchsucht die Toiletten. Vergeblich. Der Laptop ist nicht zu finden. “Der dritte seit Prozessbeginn”, bilanziert der Verteidiger – als seien solche Diebstähle ganz normal.

Aber was heißt schon normal in einem Prozess, der die Hintergründe eines potenziellen Massenmordes erhellen will? Bei dem Armeegeneralen Beweismittel zugespielt werden, ehe die Staatsanwälte sie erhalten? Der mehrfach wegen Bombendrohungen unterbrochen werden musste? Der ein Lehrstück inszenieren wollte und zur großen Schaubühne des Angeklagten wurde?

Experimente am lebenden Objekt

Wouter Basson überfliegt die Pretoria News. Das macht er jeden Tag, und in fast jeder Ausgabe findet er einen Artikel über Wouter Basson. “Was muss das für ein schlechter Mensch sein”, sagt er und blättert weiter zum Sportteil. Er liest die Geschichten über sich, als würde dort ein ganz anderer beschrieben, ein Unhold, ein Erzbösewicht, ein Monstrum, das zufällig so heißt wie er.

Szenenwechsel: Tygerberg bei Kapstadt, ein kleiner verlotterter Privatzoo, den Basson einst angemietet hatte. Ein junger Tiger springt in den Felsenpool in der Mitte des Geheges, um seinen wasserscheuen Verfolgern, zwei Löwen, zu entwischen. Rein und raus, hin und her, drei Raubkatzen, wie Pawlowsche Hunde auf ein Verfolgungsritual konditioniert – man könnte fast glauben, hier sei eine Versuchsanordnung des Project Coast stehen geblieben. Für seine mutmaßlichen Auftraggeber aus Libyen, Russland und der DDR experimentierte Basson hier am lebenden Objekt. Hier testete er nach eigenen Angaben die Wirkung von Schwermetallen auf Geparden, ein Experiment in Zusammen-arbeit mit der benachbarten Universität Stellenbosch. Er habe auch Pheromone extrahiert, überwiegend von Grysböcken. Den Zweck verschweigt Basson. Ein Mitarbeiter berichtet von Plänen, Tierherden mit angsterzeugenden Pheromonen zu traktieren, um daraus Schlüsse auf das Panikverhalten von Menschenmassen abzuleiten.

“Lauter Dreck! Zeitungsdreck!”, ereifert sich Lothar Neethling und droht sogleich: “Wir kriegen dich, wenn du auch so ein Zeug schreibst!” Der Polizeigeneral i. R. ist ein verbitterter Pensionär; er stolperte über ein Mordkomplott, in das er verwickelt gewesen sein soll. Neethling hat auf dem Feld chemischer Waffen eng mit Basson zusammen-gearbeitet. “Ein harmloses Nervengas, ein bisschen schärfer als CS, sollte entwickelt werden, zugegeben. Wir wollten, dass sich die Schwarzen in die Hosen scheißen und aufhören, zu demonstrieren. Ha! Ha! Ha!” Dröhnendes Gelächter, neugierige Blicke aus dem Halbdunkel einer Bierkneipe in Pretoria. “Aber Wouter hat nichts Unrechtes getan. Warum wohl haben ihn die Kaffern weiterbeschäftigt?” Neethling erinnert daran, dass Basson von Frederik de Klerk, dem letzten weißen Präsidenten, Weihnachten 1992, also kurz vor dem Machtwechsel, vom Militärdienst suspendiert worden war, aber von Nelson Mandela, dem ersten schwarzen Präsidenten, 1995 wieder eingestellt wurde. Es heißt, die CIA und der britische Geheimdienst MI6 hätten Mandela dazu gedrängt. Mutmaßliche Begründung: Dieser Geheimnisträger mit besten Verbindungen sowohl zu Giftküchen von Schurkenstaaten als auch zu Forschungszentren des Westens müsse irgendwie weiterbeschäftigt und auf diese Weise neutralisiert werden.

Beim dritten Glas Whiskey erzählt Neethling von gemeinsamen Recherchen in Europa, “wo ich Wouter manche Tür geöffnet habe”. Es fällt der Name einer Schweizer Firma: Huber & Suhner aus Pfäffikon, der Hersteller von Gasmasken für die eidgenössische Armee. Personen werden genannt: Nikolaus Schleiffer, Beschaffer von ABC-Schutz-kleidung; Dr. David Chu, Pharmakologe, Mitglied der Falun-Gong-Sekte, intimer Kenner der Basler Chemiebranche; Jürg Jacomet, Spion und Kontaktstifter aus Zürich. Sie knüpften alle am Nebennetzwerk, das Basson in der Schweiz auswarf, um Know-how und Rohstoffe für sein Projekt zu beschaffen und eigene Produkte aus Roodeplaat zu vermarkten. Oder sie halfen, andernorts Fuß zu fassen. “Jacomet hat uns nach Russland geführt”, verrät Neethling. Aber, keine falschen Schlüsse! Das seien alles ganz normale Dienstreisen gewesen, bei denen Basson stets absolut seriös aufgetreten sei.

Anruf des Chefanklägers Anton Ackermann, Juli 2001. “Kennen Sie einen Blucher oder Blücher? Nie gehört? Er soll Chef der deutschen Biowaffen-Mafia sein, behauptet Basson. Können Sie darüber irgendetwas in Ihren Archiven herausfinden? Am Montag nehme ich Basson ins Kreuzverhör.” Der Staatsanwalt bittet die Presse um Amtshilfe. Warum tut er das? Um den Berichterstatter vom oftmals bezweifelten Aufklärungswillen der Anklage zu überzeugen?

Ein Killeragent als Zeuge

Im Gericht ist die Atmosphäre noch familiärer geworden. Die Verhandlung wurde nach 8.D verlegt, in einen kleinen, fensterlosen Saal im achten Stock. Man braucht den Strafhof G.C. 0.64 für andere Prozesse; zu Basson kommt niemand mehr, kaum Journalisten, keine Zuschauer, nicht mal Freunde. Das Neonlicht, die dunklen Lattenrostwände, die zur Stirnseite abfallende gipsgraue Plastikgussdecke verleihen dem Raum die Aura eines Bunkers. Diesmal geht es um einen Mandrax-Deal in Kroatien, um gefälschte Vatikan-bonds und um 1040 Ecstasy-Kapseln, die bei seiner Festnahme im Januar 1997 konfisziert wurden.

Der Beschuldigte lächelt sardonisch vom Zeugenstand auf die Staatsanwälte herunter, die ihn aus einem Wald von Akten heraus attackieren. “Nee” wird sein meistgebrauchtes Wort in den nächsten Tagen sein, “nein” auf Afrikaans. Er soll Mordaufträge erteilt haben? Soll, wie ein Hauptmann der Armee gesehen haben will, selber Giftspritzen verabreicht haben? Soll Killerkommandos mit tödlichen Cocktails versorgt haben, wie Johan Theron aussagt, ein Agent, der, nach eigenem Eingeständnis, mindestens 200 Gefangene der namibischen Befreiungsbewegung Swapo umgebracht hat? Die Leichen der Opfer seien in Kleinflug-zeuge verladen und aus 4000 Meter Höhe in den Atlantik geworfen worden. Nein und nochmals nein! Mit derlei Gräueltaten hat ein Dr. Basson nichts zu tun. Er habe gelegentlich Beruhigungsmittel ausgeteilt, entgegnet er, Valium zum Beispiel, mehr nicht.

Mitunter aber gibt Basson Händel preis, die nicht in dieses Unschuldsgemälde passen wollen. So erzählt er einmal stolz, wie er in der Sowjetunion Wachstumshormone erworben habe, 250 Gramm, extrahiert aus “etwa 30 000 toten Menschenkörpern”. Gezielte Ungereimtheiten, fein dosierte Widersprüche, irreführende Andeutungen gehören zu seinem Versteckspiel. Die Advokaten folgen ihm dabei – so wie sie ihm nachgerannt sind, als er nach dem Laptop fahndete. Auch sie verirren sich immer wieder in den Hinterzimmern und Geheimgängen seines Lügengebäudes.

Um keine Antwort, keine Ausflucht ist Basson im Kreuzverhör verlegen, er passt seinen Gesichtsausdruck der jeweiligen Frage an. Wechselt vom Unschuldsblick zur Angriffs-miene. Mimt den arroganten Wissenschaftler, den harten Elitesoldaten, den feinsinnigen Herzchirurgen. Wenn er seine Nase hoch schiebt und die Augenbrauen wölbt, blitzt etwas Komödiantisches aus seinen Zügen. Seine Meisterrolle aber ist die des loyalen Staats-dieners, der seine Aussagen durch Reinlichkeitsgebärden untermalt: Er klopft auf seine Manschettenknöpfe, als wolle er sie vom Staub befreien. Oder er führt das Wasserglas so rituell zum Mund wie ein Priester den Messkelch.

Dieser rätselhafte Mann wurde oft als “Mengele vom Kap” bezeichnet. Er wurde zu einer Projektionsfigur, die alle Perversionen der Apartheid verkörpert. Doch die Taten des weißen Regimes mit denen der Naziverbrecher auf eine Stufe zu stellen, das wies Expräsident de Klerk vor Jahren schon gegenüber der ZEIT zornig zurück: “Vergessen Sie nicht, wir haben keinen Völkermord verschuldet und nicht Millionen umgebracht.” Aber wie viele Opfer waren es dann?

Niemand kennt die Zahl der Toten; sie geht vermutlich in die Tausende und Aber-tausende. “Wir haben uns immer gewundert, wenn ein kerngesunder Genosse von 35 Jahren aus unerfindlichen Gründen an Herzversagen starb”, sagt Indres Naidoo. Der ANC-Aktivist schaut von seinem Balkon im Kapstädter Viertel Vredehoek auf die Tafelbucht hinunter. Im Abenddunst ist die Kerkerinsel Robben Island zu erkennen, auf der er zehn Jahre lang eingesperrt war. Vor drei Jahren meldete sich ein Unbekannter, der ihn einst töten sollte. “Er erzählte vom brillanten Doktor Basson und von den Mord-instrumenten, die seine Leute bastelten.” Bierdosen zum Beispiel, deren Blechlaschen mit Gift präpariert wurden – ein tödlicher Trank für einige von Naidoos Mitstreitern. Er selber hat überlebt, aber Fragen quälen ihn bis heute: “Wer und wie viele wurden mit diesen Methoden umgebracht? Und wer sollte noch sterben? Wir werden es nie erfahren.” Naidoo glaubt nicht, dass der Basson-Prozess viel Licht ins Dunkel bringt. Das Gros der Beweis-mittel wurde vernichtet, die Auftraggeber waschen ihre Hände in Unschuld, die Mörder beschuldigen sich gegenseitig.

Auf dem Hügel gegenüber dem Vortrekker-Monument, dem nationalen Heiligtum der burischen Siedler, erhebt sich der graue Komplex des One Military Hospital. Davor eine Bronzestatue: ein verwundeter Soldat, gestützt von einem Feldscher. “Curamus” steht darunter. Wir heilen. Dies ist die letzte Wirkungsstätte des Herzspezialisten Dr. Basson. “Er fehlt uns sehr”, klagt die Oberschwester in der Kardiologie. “Er ist ein brillanter Mediziner. Unsere Patienten haben ihn angebetet.” Dr. Jekyll wird vermisst. Von einem Mr. Hyde, der den hippokratischen Eid gebrochen hat, will man hier nichts wissen.

Basson praktizierte bis 1993 im One Military Hospital. Er war zugleich Kommandeur des Seventh Medical Battalion, das die insgeheim in Angola, Namibia und Mosambik kämpfende Truppe sowie verbündete Rebellen versorgte. Basson kehrte noch einmal in die Kardiologie zurück, ehe er endgültig gefeuert wurde. Im Juli 2001 verlor er seine Approbation als Arzt. Im Jahr zuvor assistierte er noch bei der Bypassoperation, der sich ein gewisser Niels Knobel unterziehen musste. Knobel war als Oberster Stabsarzt der Streitkräfte Bassons unmittelbarer Vorgesetzter; er sollte kurz nach der Eingriff nicht zugunsten seines Kriegskameraden aussagen.

Basson erwartet nichts von seinen Auftraggebern. Er nennt sie zwar Feiglinge oder Hühnerschädel, aber namhaft gemacht und belastet hat er bislang keinen einzigen. Er bleibt rabentreu, weil er sich seinerseits auf das Stillschweigen der weißen Militärs verlassen kann. Seine Umtriebe wurden gedeckt von höchsten Regierungsleuten bis hinauf zum damaligen Präsidenten Pieter Botha, dessen Leibarzt Basson war. Aber was er im Einzelnen alles tat, wissen sie nicht. Die Mehrzweckwaffe ist ihren Erfindern irgendwann entglitten.

“Ein Ring aus Stahl umgibt diese Person”, berichtet Wendy Orr, ein Mitglied der Wahrheitskommission, die die Verbrechen der Apartheid außergerichtlich aufklärt. Auf massiven Druck der schwarzen Regierung und der weißen Militärs durfte die Anhörung Bassons nur in camera stattfinden; den Kommissaren wurde untersagt, ausländische Verwicklungen genauer zu ergründen. “Es lag auf der Hand, dass die CIA und der britische Geheimdienst MI6 involviert waren, und es gab Verbindungen zu Westdeutschland, Israel, Taiwan … Man wollte die Beziehungen zu diesen Staaten nicht belasten.”

Basson trat im Juli 1997 vor die Kommission, verkleidet als “neuer Südafrikaner”, in einem jener bunten Ethnohemden, wie sie auch Mandela gerne trägt. “Er war aufgeräumt und kooperativ, seine Aussagen wirkten plausibel”, erinnert sich Wendy Orr. Der Vorgeladene hatte wenig zu befürchten. Belastende Akten waren auf Druck Washingtons und Londons schon vor der Wende im Jahre 1994 vernichtet worden – um zu verhindern, dass sie Mandela und der ANC-Regierung in die Hände fallen, wie Basson zu Protokoll gab. Die restlichen Geheimdokumente wurden auf CD-ROMs gespeichert. Der Experte, der die Datenkonversion überwachte, hieß Wouter Basson.

Aber da waren noch die vier blauen Stahltruhen, die Basson bei seinem Bankmanager untergestellt und offenbar vergessen hatte. Sie enthielten Fachliteratur über Sarin, Soman, Tabun und VX, die vier gefährlichsten Nervengase, sowie jede Menge Material über das Project Coast. Er habe die Truhen nie gesehen, insistierte Basson. Wie aber private Fotos und Unterlagen dort hineingerieten, konnte er nicht erklären.

Kein Gedanke an ein Geständnis

Zwölf Stunden dauerte die nichtöffentliche Vernehmung vor der Wahrheitskommission. “Es entstand das Bild einer nepotistischen, sich selbst bereichernden Gruppe von Leuten”, heißt es im Abschlussbericht. Der Zweck ihres Projekts sei gewesen, “Individuen zu ermorden und ganze Bevölkerungsgruppen gesundheitlich zu schädigen, ja auszurotten.” Basson hätte womöglich seinen Kopf aus der Schlinge ziehen können, wenn er vor der Kommission ein volles Geständnis abgelegt und Antrag auf Amnestie gestellt hätte. Doch er hält sich nicht nur für unschuldig, sondern auch für unantastbar.

Man kann sich vorstellen, dass es Leute gibt, die wenig Interesse daran haben, die wahre Geschichte des Project Coast öffentlich zu machen. Und es mehren sich die Zweifel, ob der Richter die Wahrheit überhaupt herausfinden will. Willie Hartzenberg ließ bereits 15 Anklagepunkte fallen; einen Antrag, wegen Befangenheit ausgetauscht zu werden, wehrte er erfolgreich ab. Wie die Karikatur eines Richters sitzt er auf seinem Sessel, man sieht nur den Kopf mit der schweren braunen Hornbrille, die Schulterpartie, die belehrende Hand, steif und hölzern. Wochen, Monate, Jahre hat er den Angeklagten beobachtet, und manche seiner Anmerkungen deuten darauf hin, dass er ihm allzu viel Verständnis entgegenbringt. Hat Basson nicht an vorderster Front für die gleichen Ziele gekämpft? Für die Bewahrung einer Enklave der europäischen Zivilisation im barbarischen Afrika?

Die Verteidiger zeigen ihre Verachtung für dieses Gerichtsverfahren ganz unverhohlen – und ebenso für den neuen Staat, der sie bezahlt. Die Staatsanwälte scheinen in der opaken Welt des Doktor Basson ohnehin die Orientierung verloren zu haben; allein das Protokoll seiner Vernehmung umfasst 6000 Seiten. Hinter dem Chefankläger Ackermann liegen Aktenordner in wildem Durcheinander. Er stöhnt: “Ich kann Ihnen sagen, dieser Prozess ist eine langweilige Hölle.”

“Lügen! Lügen! Lügen!”, fährt Marlene Burger hoch. Das Centre for Conflict Resolutions, ein unabhängiges Institut der Universität Kapstadt, hat sie als Prozessbeobachterin nach Pretoria entsandt. “Ich bin völlig erschöpft. Man muss aufpassen, dass man hier nicht selber wahnsinnig wird.” Wer ist dieser Wouter Basson? Die Frage hat sie sich tausendmal gestellt, aber sie fand keine Antwort. Ist er ein politischer Fanatiker? Auf keinen Fall. Haben ihn, wie die Mehrzahl der weißen Täter, rassistische Obsessionen getrieben, der lodernde Hass gegen die Schwarzen? Es deutet wenig darauf hin. Ist er ein vom Allmachtswahn besessener Mephistopheles? Auch das ist möglich. Aber es erklärt nicht seinen Hang zur Grausamkeit. “Basson ist ein gefährlicher Psychopath”, befindet Marlene Burger. “Ich zweifle daran”, fährt sie fort, “ob uns dieser Prozess der Wahrheit näher gebracht hat.”
* * *
Am 18. Dezember 2013 wurde Basson von der südafrikanischen Ärztekammer HPCSA wegen standeswidrigen Verhaltens in vier Anklagepunkten schuldig gesprochen.[5] Die Verkündung des Strafmaßes sollte im Februar 2014 erfolgen, wurde aber kurzfristig verschoben.

Video: Die Anthrax-Dealer von arte


Zum Abschluss noch eine gute Nachricht: WHO erklärt Nigeria für ebolafrei
Quellen: PRAVDA TV/Wikipedia/jungewelt.de/ZeitOnline vom 22.10.2014
Mit freundlicher Genehmigung von pravda-tv.com
Ergänzung 29.10.2014, 07:00 Uhr - Passend zum Beitrag:
http://lupocattivoblog.com/2014/10/29/ebola-der-depopulationsplan-der-elite-steht-fest/
Klaus danke für den Link

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Donnerstag, 5. Juni 2014

Das schleichende Ende einer Weltmacht? Die Geburt eines eurasischen Jahrhunderts?

Thema: Kalter Krieg 2.0
Russland und China gestalten Pipelineistan

Ein Gespenst geht um in Washington, eine beunruhigende Vision einer chinesisch-russischen Allianz, die zu einer expansiven Symbiose aus Handel und Gewerbe in weiten Teilen der eurasischen Landmasse miteinander verheiratet ist – auf Kosten der Vereinigten Staaten ...

Grafik: Pravda.TV
... kein Wunder, dass Washington besorgt ist.

Diese Allianz ist bereits beschlossene Sache bei einer Vielzahl von Möglichkeiten: durch die BRICS-Gruppe der Schwellenländer (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika); in der Shanghaier Organisation für Kooperation (Shanghai Cooperation Organization, SCO), dem asiatischen Gegengewicht zur NATO; innerhalb der G20; und über die 120 Mitgliedernationen der Bewegung der blockfreien Staaten (Non-Aligned Movement, NAM). Handel und Gewerbe sind nur ein Teil des künftigen Schnäppchens.

Auch locken Synergien in der Entwicklung neuer Militärtechnologien. Nach Russlands Star Wars-Stil kommen 2018 ultra-ausgefeilte S-500 Luftabwehrraketensysteme an den Start; Peking will sicher eine Version davon für sich bekommen. In der Zwischenzeit ist Russland dabei, Dutzende Sukhoi Su-35-Kampfjets neuester Machart an die Chinesen zu verkaufen, indem sich Peking und Moskau dahinbewegen, eine Luftverkehrsindustrie-Partnerschaft zu besiegeln.

Letzte Woche sollte das erste wirkliche Feuerwerk bei den Feierlichkeiten eines neuen Eurasischen Jahrhunderts in der Herstellung bieten, als der russische Präsident Wladimir Putin in Peking auf den chinesischen Präsidenten Xi Jinping traf (hier). Sie erinnern sich an “Pipelineistan”, all diese entscheidenden Öl- und Gas-Pipelines kreuz und quer durch Eurasien, die das wahre Kreislaufsystem für das Leben in der Region ausmachen.

Nun, es sieht so aus, als ob der ultimative Pipelineistan-Deal im Wert von 10 Milliarden USD und 10 Jahren Vorbereitungszeit ebenfalls unterschrieben ist. Dabei vereinbart der gigantische, staatlich kontrollierte russische Energieriese Gazprom, die gigantische, staatlich kontrollierte China National Petroleum Corporation (CNPC) 30 Jahre lang täglich mit 3,75 Milliarden Kubikmeter verflüssigten Erdgas zu versorgen, beginnend im Jahre 2018. Das ist das Äquivalent eines Viertels der massiven russischen Gasexporte nach ganz Europa. Chinas derzeitige tägliche Gasnachfrage beläuft sich auf rund 16 Milliarden Kubikmeter pro Tag, und Importe machen 31,6% des Gesamtverbrauchs aus.

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Montag, 2. Juni 2014

Brics-Länder starten Konkurrenz zu IWF und Weltbank

Thema: EU-Konkurrenz

Pravda.TV berichtet:

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika haben sich auf die Einrichtung einer gemeinsamen Entwicklungsbank geeinigt. Diese soll ein Gegengewicht zu IWF und Weltbank bilden, die von den USA und Europa dominiert werden. Sie könnte 2016 mit einem Kapital im Umfang von 50 Milliarden Dollar starten.


Foto: Die Chefs der Brics-Länder, hier beim G20-Treffen in St. Petersburg, gründen eine eigene Entwicklungsbank, http://pravdatvcom.files.wordpress.com/
Der Start einer gemeinsamen Entwicklungsbank der großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika (Brics) rückt näher. Die fünf Staaten einigten sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters vom Freitag darauf, sich zu jeweils gleichen Teilen an der Bank zu beteiligen. Damit könnte diese 2016 an den Start gehen und ein Gegengewicht zu Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank bilden, die von den USA und Europa dominiert werden.

„Die Mehrheit möchte eine paritätische Beteiligung am Kapital“, sagt ein ranghoher Mitarbeiter der Regierung Brasiliens, der direkt an den Verhandlungen beteiligt ist. Ein anderer Vorschlag liege nicht auf dem Tisch. China – nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt – hat lange versucht, einen größeren Anteil und damit mehr Gewicht zu bekommen.

Die Entwicklungsbank soll mit einem Kapital von 50 Milliarden Dollar ausgestattet werden. Davon sollen zehn Milliarden Dollar von den fünf Ländern in bar eingezahlt werden. Die restlichen 40 Milliarden sollen Garantien sein, durch die sich das Institut Geld an den Finanzmärkten besorgen kann. In fünf Jahren soll das Kapital dann auf 100 Milliarden Dollar verdoppelt werden. Die Pläne müssen noch von den Parlamenten der fünf Staaten durchgewunken werden.

Die Brics-Bank soll vor allem Projekte finanzieren, für die die internationalen Finanzinstitute nicht genügend Geld bereitstellen oder dafür im Gegenzug politische Zugeständnisse verlangen.

„Die Bank wird sich die Finanzen der Kreditnehmer ansehen, sich aber niemals in deren wirtschaftliche Angelegenheiten einmischen“, sagte der Regierungsmitarbeiter. Die Idee dahinter sei, dass sie Kredite zu günstigeren Konditionen als am Markt erhalten können. Die Bank stehe überdies auch anderen Ländern offen, doch solle eine Mehrheit von mindestens 55 Prozent bei den Brics-Ländern verbleiben.
Quellen: dpa/Deutsche-Mittelstands-Nachrichten vom 30.05.2014
Mit freundlicher Genehmigung von Pravda.TV

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