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Sonntag, 3. April 2016

campact - Große TTIP-Demo: Wir brauchen jetzt ganz Norddeutschland

 


 
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Liebe Leser,
gedruckt sind sie, jetzt müssen die mehr als 250.000 Flugblätter auch verteilt werden – damit am Samstag, den 23. April in Hannover Zehntausende gegen TTIP demonstrieren. Am Tag danach verhandeln US-Präsident Barack Obama und Kanzlerin Angela Merkel nämlich über das Konzernabkommen.

Damit die Demo riesig wird und die Nachrichten bestimmt, haben wir bereits am Samstag, den 16. April Großes vor – und brauchen Ihre Unterstützung. Unser Plan: An mindestens tausend Orten in Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern verteilen Campact-Aktive viele zehntausend Demo-Flyer – und zwar direkt dort, wo sie wohnen.

Bitte machen Sie mit! Verteilen Sie eine halbe, eine oder gar mehrere Stunden Info-Flyer am Supermarkt oder am Bioladen um die Ecke, vor der nächsten Bankfiliale, an der nächsten Haltestelle von Bus und Straßenbahn, in der Fußgängerzone oder wo immer Sie wollen.

Bestellen Sie jetzt online Ihr Paket mit Demo-Flyern. Sie erhalten es kostenlos per Post. Wenn Sie lieber an einem anderen Tag als dem 16. April verteilen möchten, können Sie dies natürlich auch tun.
Bereits zu den Demonstrationen gegen TTIP und CETA in München und Berlin verteilten Campact-Aktive jeweils an tausenden Orten Flyer. Zumeist wurden sie ihnen aus den Händen gerissen – und eine Woche später gingen dann tatsächlich unglaublich viele Menschen auf die Straße. Diesen Erfolg wollen wir jetzt wiederholen.

Wir sind davon überzeugt: Die allerbeste Form, viele Menschen für die Demo zu erreichen, ist und bleibt der persönliche Kontakt. Deshalb setzen wir auf Sie: Verteilen Sie am Samstag, 16. April, Demo-Flyer bei Ihnen vor Ort – oder gerne auch an einem anderen Tag.
Weitere Infos zur Demonstration finden Sie hier
Mit herzlichen Grüßen
Christoph Bautz, Campact-Vorstand

PS: Aus ganz Deutschland machen sich Menschen auf den Weg nach Hannover. Aber die meisten werden aus der Region kommen. Es kommt also darauf an, dass so viele Menschen wie möglich aus Niedersachsen und den umliegenden Bundesländern den kurzen Anreiseweg nutzen und mitdemonstrieren. Machen Sie daher mit bei unserer Verteil-Aktion!
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Freitag, 20. März 2015

Ganz starker Auftritt: Snowden auf der CeBIT per Video

Thema: NSA
www.ard.de

Starker Auftritt: Snowden auf der CeBIT

Der berühmteste Whistleblower der Welt wird in Hannover gefeiert wie ein Popstar. Edward Snowden ist im Rahmen der Global Conferences auf der CeBIT live auf einer Videowand zugeschaltet. Auf der Bühne sitzt sein "Gatekeeper" (Torwächter), der Journalist Glenn Greenwald. Greenwald hat auf seiner Enthüllungsseite "The Intercept" viele Geheimnisse veröffentlicht, die er von Snowden zugespielt bekam. Seitdem ist Snowden auf der Flucht. Aktuell hält er sich irgendwo in Moskau auf. Einen Mitschnitt des Auftritts von Snowden und Greenwald sehen Sie hier - sowohl in der deutschen Simultanübersetzung als auch in der englischen Originalfassung.

"Die NSA hat euch im Visier"
18.03.2015 17:00 Uhr Autor/in: Deutsche Messe

Auf der CeBIT wandte sich Edward Snowden an die zahlreichen IT-Experten im Publikum. Die Geheimdienste forschten nicht nur nach Terroristen: "Sie suchen gezielt nach Leuten wie euch."


Snowden wollte nicht ins Rampenlicht

Dass er selbst so im Rampenlicht steht, versteht Snowden nach eigenen Angaben gar nicht. "Ich habe mich darüber gewundert, dass so viel über die Quelle nachgedacht wurde", sagt Snowden. "Meine Meinung ist ja nicht wichtig, ich war nur der Mechanismus der Enthüllungen." Greenwald lächelt. "Wir haben darüber bereits von Anfang an in Hong Kong gesprochen, aber dass er sich aus dem Rampenlicht raushält, ist nicht realistisch gewesen." Wir denken manchmal, dass wir uns mit Ungerechtigkeiten nicht auseinander setzen können, dass wir nicht die Macht dazu hätten, sagt Greenwald. "Snowden hat uns gezeigt, dass es geht."

Greenwald: "Deutschland hat die Freiheit fallen gelassen"

Vor allem in der deutschen Öffentlichkeit genießt Snowden große Sympathien. Bereits im vergangenen Jahr haben ihn Apple-Mitgründer Steve Wozniak und Wikipedia-Gründer Jimmy Wales auf der CeBIT als Helden bezeichnet und wurden dafür mit Applaus überschüttet. Aber die deutsche Öffentlichkeit denkt offenbar anders als die deutsche Regierung. Diese lehnt es weiterhin ab, Edward Snowden Asyl zu gewähren. Greenwald und Snowden glauben, aus Angst vor möglichen Konsequenzen seitens der US-Regierung. "Die US-Regierung wäre sicherlich erbost", sagt Snowden in Hannover, "aber ich glaube nicht dass es ernste Konsequenzen der USA geben würde." Dazu habe Deutschland ein zu hohes Gewicht als mächtiges, führendes Mitglied der Europäischen Union. In diesem Zusammenhang erhebt auch Greenwald einen schweren Vorwurf: "Deutschland hat die Freiheit fallen gelassen, indem es Snowden kein Asyl gewährt hat."

Snowden will zurück nach Hause

Snowden will Russland verlassen. Will zurück in seine Heimat. Obwohl es Morddrohungen gegen ihn gibt. Aber er glaubt nicht, dass das Rechtssystem in Amerika eine faire Gerichtsverhandlung ermöglichen würde. Gerne würde er sich einer Jury stellen, aber bei Geheimnisverrat sei dies nicht vorgesehen. Eine weitere Möglichkeit, über die zurzeit in den USA diskutiert wird, ist, dass Präsident Barack Obama ihn als eine der letzten Amtshandlungen begnadigen könnte. "Darüber kann ich in einer öffentlichen Konferenz leider nicht sprechen", antwortet Snowden auf die Frage, ob seine Anwälte vielleicht bereits an einer solchen Möglichkeit arbeiten. "Ich würde sogar ins Gefängnis gehen, um das Ganze zu lösen", sagt Snowden. Allerdings für eine seiner Ansicht nach verhältnismäßige Zeit. "Die Geheimdienste werden jedoch weiterhin auf einer lebenslangen Haftstrafe bestehen, um damit weiter abschrecken zu können."

Kein "goldener Schlüssel" für die "guten Geheimdienste"

Die Arbeit dieser Geheimdienste sei unglaublich gefährlich. "Wir sehen systematische Angriffe auf die Textur des Internets", warnt Snowden. "Es geht nicht um das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Privatsphäre, sondern es geht um das Verhältnis zwischen Überwachung und Privatsphäre." Milliarden von Menschen seien betroffen. Es passiere immer öfter, in immer größerem Ausmaß. Und: "Es gibt keinen goldenen Schlüssel, der nur von den guten Geheimdiensten benutzt werden kann."

Snowden verspricht, nach Hannover zu kommen

Schließlich hat Edward Snowden noch eine Botschaft für die vielen technikbegeisterten CeBIT-Besucher, die ihm gespannt zuhören. "Die Geheimdienste suchen nicht nur nach Terroristen, sie suchen nach Personen, die Zugänge auf geschlossene Systeme haben, sie haben Systemadministratoren wie Sie als Ziel." Nicht, weil man denke, dass diese Leute kriminell seien, sondern nur weil sie Zugang auf private Daten hätten. "Das müssen wir verhindern, wir brauchen Standards für sichere Verschlüsselungsmechanismen. Es wird keine magische Befreiung von dieser Gefahr geben. Wir müssen unsere Rechte selbst durchsetzen."

Und ganz am Ende verspricht er noch etwas: Wenn er Russland verlassen kann, dann werde er "natürlich" im nächsten Jahr live auf der Bühne der CeBIT Global Conferences dabei sein.