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Donnerstag, 28. November 2013

Westerwelle und die NSA: Eine Schande für Deutschland

Thema: Diplomatie

Bei einem Besuch in Berlin machten die Amerikaner klar, dass in Deutschland weiterspioniert wird. Bundesaußenminister Guido Westerwelle vermittelte bei seinem Auftritt eine peinliche Gleichgültigkeit gegenüber seinem Amt und den Anliegen der Bürger. Jeder öffentliche Auftritt von Westerwelle ist eine mutwillige Verschwendung von Steuergeldern. Hat dieses Land denn keine Selbstachtung mehr?


Außenminister Guido Westerwelle: Dieser Mann hat nichts zu sagen, und wir müssen ihm dafür eine hohe Gage bezahlen – unzumutbar. (Foto: dpa)
Dieser Außenminister ist eine Zumutung.

Wann löst er endlich das Ticket nach Mallorca?
In Berlin sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle nach einem Gespräch mit US-Senator Christopher Murphy und dem Kongressabgeordneten Gregory Meeks in holprigen, teils falschen Worten, dass Vertrauen durch die NSA-Affäre verloren gegangen sei. Westerwelle forderte „Transparenz, für das, was in der Vergangenheit war und gleichzeitig klare Regeln für die Zukunft.“

Westerwelle stammelte auf Englisch einige Allgemeinplätze, die so nichtssagend und irrelevant waren wie die gesamte Amtszeit Westerwelles.

Womit haben wir einen Außenminister verdient, dem sein Land, sein Amt und natürlich die Bürger so offensichtlich gleichgültig sind?

Was ist das für ein Haltung, dass da offenbar einer denkt: Ich bin bald weg, mich geht das alles nichts an?

Es ist unzumutbar für den Steuerzahler, dass er derartig unfähiges Personal finanzieren muss – Westerwelles Auftritt war arrogante Arbeitsverweigerung. Im normalen Leben wird dafür man gefeuert – als Aldi-Verkäuferin und als Fußball-Millionär.

Eine US-Delegation von ausgesucht niedrigem Rang war nach Europa gereist, um die Wogen nach den Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden wieder zu glätten.

Das ist ihnen gründlich gelungen: Sie erklärten den Deutschen, dass sie die Bedenken nicht im mindesten interessieren, dass dort, wo gehobelt wird, Späne fallen; dass bei der NSA vor allem gute Menschen arbeiten; dass Herr Snowden ein schlechter Mensch ist; und dass sich die Deutschen im Übrigen bei ihren eigenen Diensten erkundigen könnten – von dort kommen nämlich die Daten.

Deutschland hat sich bis auf die Knochen blamiert: Dieser Außenminister, der nur noch die Tage zählt, bis er in die steuerfinanzierte Rente nach Mallorca gehen kann, ist der Inbegriff der spätrömischen Dekadenz der deutschen Politik: Keine Würde, kein Biss, keine Überzeugungen, keine Haltung, kein Inhalt.

Westerwelle war von Ex-Botschafter Philip Murphy vor einigen Jahren bereits als unfähig beschrieben worden (mehr dazu in den Depeschen der Botschafter aus Berlin). Es ist Westerwelle gelungen, diesem Image voll und ganz zu entsprechen.

Während in Deutschland noch die lahmen Enten quaken, sind die Dienstboten in Brüssel schon weiter: Entgegen aller Logik hat die Kommission von José Manuel Barroso bekanntgegeben, dass sie am sogenannten „Safe-Harbor“-Abkommen mit den USA festhalten will.

Mit diesem Abkommen werden Google, Facebook, Twitter, der CIA, dem FBI und der NSA alle Daten der deutschen Nutzer zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich innerhalb der strengsten Terrorschutz-Richtlinien – wie bekannt.

Die EU zeigt sich vor dem Freihandels-Abkommen mit den USA devot wie selten: Schwachstellen des bisherigen Vertrages sollten verändert werden, hieß es in dem Entwurf für eine in dieser Woche geplanten Erklärung, über den Reuters berichtet. „Die Veränderungen sollten die strukturellen Mängel in Bezug auf Transparenz und Durchsetzung ebenso betreffen wie die wesentlichen Prinzipien und Ausnahmen für nationale Sicherheitsbehörden“, hieß es darin weiter. Eine reine Beibehaltung der jetzigen Bestimmungen favorisiert die Brüsseler Behörde demnach ebenso wenig wie eine Kündigung des Abkommens.

Vor allem aus dem EU-Parlament waren Forderungen laut geworden, angesichts immer neuer Enthüllungen über Spähaktionen des US-Geheimdienstes NSA das Regelwerk auszusetzen. Der „Safe Harbor“-Status unterstellt, dass für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks ein gleicher Rechtsstandard gilt.

In EU-Diplomatenkreisen hieß es, dass man von den USA 13 Maßnahmen zur Veränderung der „Safe-Harbor“-Vereinbarungen fordern werde, die bis Sommer 2014 umgesetzt werden müssten. Die Option, das Abkommen danach ganz auszusetzen, sei damit nicht ganz vom Tisch. Das berichtet auch die FT – doch das glaubt ja kein Mensch.

In dem Entwurf hieß es zudem, dass das Thema Datenschutz in den laufenden Gesprächen zum Freihandelsabkommen mit den USA nicht erörtert werden sollte. Die jeweiligen Datenschutzregeln auf beiden Seiten des Atlantiks müssten aber vollständig respektiert werden.

Das ist also Europa im 21. Jahrhundert: Ein politischer Hedonist, der als deutscher Außenminister seine Tage absitzt wie ein Sanitäter seine finale Zeit bei der Bundeswehr; ein von niemandem gewählter „Präsident“, der im Namen der Völker Europas agiert, als wäre er der Kaiser von China (von wo er gerade zurückgekehrt ist, ohne Ergebnisse, aber vom europäischen Steuerzahler finanziert).

Deutschland torkelt zwischen den Lobbyisten und wird von den Weltmächten am Nasenring durch die Manege geführt.

Es fällt einem schwer, über wen man sich mehr ärgern soll: Über die EU-Bürokraten, die sich anmaßen, sie könnten für die Bürger sprechen; oder die deutschen Politiker, die sich nicht einmal mehr die Mühe geben, die Langeweile zu verbergen, mit der sie sich durchs Amt quälen.

Die lahmen Enten und die aufgeblasenen Gockel sind jedenfalls drauf und dran, die Demokratie in Deutschland und in Europa so nachhaltig zu zersetzen, dass jedem Globalisten-Fuchs das Wasser im Munde zusammenlaufen muss, wenn er diesen Hühnerstall sieht.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

» der Kommentar des Blogschreibers «
Schaut mal am Rand, direkt unter Comedypreis 2012
Dieser Herr ist mir einen eigenen Blog-Beitrag wert, nicht nur einen Kommentar.
In den nächsten Tagen.
Solange könnt ihr euch das ansehen - und ihn hören: http://politikparadox.blogspot.de/2013/11/was-lustiges-zum-grauen-november.html

Margarete sagt:
Nicht nur er, der Westerwelle!
Auch die gesamte
selbsternannte,
beste Regierung aller Zeiten.
Schwören ihren Eid. so wahr mir Gott helfe, Schaden vom Deutschen Volk, ab zu wehren!
Und jeden Tag machen sie genau das Gegenteil.

Eulchen sagt:
Die geheuchelte deutsche Empörung über die NSA ist ja auch ein Witz.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13494509.html
Was Snowden da zwitschert, konnte man schon 1989 im Spiegel lesen. Sehr detailliert sogar. Und Merkel redet von “Neuland”. Was für ein Theater.
Warum duldet Deutschland fremde Spionageeinrichtungen ganz offen, bis heute?
Auf US – Foren wird die NSA oft mit den Paperclip – Nazis in Verbindung gebracht.
http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/4443934.stm
Die USA hatten offenbar keinerlei moralische Bedenken, sich aus diesen Quellen technisches know – how zu besorgen, und die Wissenschaftler kein Problem, die Seiten zu wechseln.
Wer im großen Spiel wirklich die Fäden zieht, ist nicht zu erkennen. Wo die Reise hingehen soll, schon. Und wenn das die “westlichen Werte” sein sollen, ist der Affenfelsen der höchste Gipfel.

Mona Lisa sagt:
Westerwelle hat sich ja in beindruckender Weise als Verfechter “spätrömischer Dekadenz” geoutet. Das macht ihm keiner nach. Auch das Guido-Spaßmobil bleibt in der Erinnerung. Ansonsten bleibt von der FDP nicht viel. Vielleicht die verunglückte Hotelsteuer. Denen weint keiner eine Träne nach.
Ein “Außenminister” ist in Zeiten der globalisierten Weltinnenpolitik sowieso ein Relikt aus alten Zeiten. Der hat doch gar nichts mehr zu sagen außer Blabla. Zustimmung zu flächendeckenden Spitzelaktionen kommt aus der Zentrale, vom dicken Barroso. Also brauchen wir auf den warmherzigen Guido nicht weiter einschlagen. Das Amt ist der Witz. Im Grunde brauchte es nicht neu besetzt werden, solange es keine Weltaußenpolitik gibt. (Mit den Ufos).

Kiwi sagt:
Ein sehr guter Artikel liebe DWN !
Leider ist dem auch gar nichts mehr hinzuzufügen . Er hinterlässt einen wieder einmal sprachlos .Sie haben die Situation und die Personen bestens beschrieben .

Angie die Erste sagt:
Klasse Artikel DWN. So muss das in sämtlichen Medien kommen, vielleicht wacht dann der deutsche Schlaf-Michel endlich mal auf.
Aber für die Rente dieser “Nichtpolitiker” ist immer noch Geld da. Andere müssen sich von der deutschen Rentenversicherung Beleidigungen anhören. Wie z.B. ein schwerkranker Bekannter, der laut Rentenversicherung ja immer noch Toiletten putzen könnte. Braucht er aber nicht mehr, ist letztes Jahr gestorben. Es ist wirklich unerhört, dass man diese … auch noch mit einer satten Rente unterstützen muss.

Eve sagt:
Diesem Punktgenauen Artikel ist ansonsten nichts mehr hinzuzufügen, außer……
daß viele Menschen irgendwann sich an den ständig erneuerten Status Quo gewöhnt haben, sie hören weg und schauen weg, so als ginge sie das Ganze nichts an.
Das ganze nennt man dann Demokratie verpackt in Tüten.
Westerwelle war und ist der absolut unfähigste Mann für den Posten als Außenminister. Eine Schande für sein Land, alle lachen über ihn im Ausland, egal wo er auch auftritt, keiner nimmt diesen Kasper des Zasters wirklich ernst.

Fatson sagt:
Ja diese lahmen Enten und aufgeblasenen Gockel sprechen nicht für die Bürger!
Sie sind nur darauf bedacht das Volk im Zaum zu halten.
Man merkt es schon daran, das Europa in die falsche Richtung geht, wenn es inzwischen wie ich lese viele Aufklärungsabende im gesamten Bundesgebiet gibt, wie man sich bei Demonstrationen verhalten soll.
Menschen die willkürlich Hausdurchsuchungen ausgesetzt sind oder mutwillige Festnahmen bei Demos. Nur weil man mit dem politischen Stil nicht einverstanden ist, und dagegen protestiert.
Ich hätte nie für möglich gehalten, das so etwas in unserem Lande geschieht.
Ja Deutschland torkelt !
Und die Demokratie und Meinungsfreiheit geht vor die Hunde.

Falkenauge sagt:
Solche stelzenden Gockel werden von den EU-Strippenziehern als willfährige Marionetten benutzt. Sie sind dafür besonders geeignet, weil sie sich mit ihrer Eitelkeit und dem Selbstgenuss elitärer Machtgefühle, verbunden mit reichlichen Pfründen, leicht auf die Spur fremder Gedanken, die sie für eigene halten, setzen lassen. Solche Hohlköpfe brauchen die konspirativen Planer und Macher eines EU-Zentralstaates für ihr langfristig angelegtes Werk. Hintergründe dazu: http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/11/22/hintergrunde-der-europaischen-integrationsbewegung/

Mattes sagt:
Genau dafür wurde Westerwelle als Außenminister doch eingesetzt…
..um in der von den USA besetzten Kolonie “Deutschland” schön den Besatzern in den Arsch zu kriechen…. und als Arschkriecher hätten sie keinen besseren finden können …*g*…
Darum werden Minister auch nicht gewählt sondern nach guter, alter diktatorischer Sitte dem Volk vor die Nase gesetzt.
Wann merken die Leute endlich das sie in keiner Demokratie leben… aber wie Goebbels schon sagte:
„Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben“
Joseph Goebbels, Reichsminister für Propaganda
Und daran hat sich bis heute nichts geändert!!!

WECKER sagt:
MEHR MUSS MAN DAZU NICHTMEHR SEHEN ODER SAGEN: http://www.youtube.com/watch?v=PSFqjB0Bzu8


Mittwoch, 11. September 2013

Bundestag: Abgeordnete wollen mehr Brüssel und weniger Deutschland

Thema: Demokratie

Politik gegen die Wähler

Eine Umfrage der Deutschen Wirtschafts Nachrichten unter den Bundestags-Abgeordneten hat ergeben: Die Politiker wollen in der Europa-Politik etwas ganz anderes als die Wähler. Quer durch die Parteien sind es gerade noch 9 (!) Prozent, die ausdrücklich mehr Souveränität für Deutschland fordern. Der Großteil will in einer Mischform die Integration vorantreiben oder ausdrücklich mehr Macht an Brüssel abgeben. Bericht von der Selbstaufgabe eines Parlaments.


Auf dem Reichstag in Berlin steht, dass die Abgeordneten zum Deutschen Bundestag niemandem verpflichtet sind als dem deutschen Volk. Bei den EU-Themen scheint es jedoch, dass die Politik zu einer Art Selbstgespräch geworden ist. (Foto: DWN/Laurence Chaperon)
Wird der Deutsche Bundestag nach dem 22. September zu einer Dependance des Deutschen Historischen Museums?

Eine Umfrage der Deutschen Wirtschafts Nachrichten unter allen 620 Bundestags-Abgeordneten hat ergeben, dass eine überwältigende Mehrheit der Abgeordneten im Grund nicht mehr an das Modell der nationalstaatlichen Souveränität glaubt. Sie wollen die Integration in Europa vorantreiben und sind zu diesem Zweck auch parteiübergreifend bereit, mehr Macht an Brüssel abzugeben.

Vertreten die Parteien damit den Willen den Bürger?

Oder verfolgen sie eine ganz andere Agenda, von der die Wähler nichts mitbekommen, weil die europäische Integration schon so weit fortgeschritten ist?

Eines steht fest: Offiziell gefragt wurden die Deutschen zu keinem Zeitpunkt, ob sie die EU in ihrer aktuellen Form als Nachfolge-Modell der Bundesrepublik Deutschland haben wollen.

Zwei kürzlich veröffentlichte Studien legen nahe, dass die Deutschen diesen Weg nicht für richtig halten.
Die Deutschen wollen nämlich eindeutig keine Souveränität an Brüssel abgeben. Sie lehnen insbesondere eine gemeinsame Haftung für die Staats-Schulden in Europa ab. Der Think-Tank Open Europe hat gemeinsam mit YouGov ermittelt, dass 55 Prozent aller Deutschen keine intensivere politische Union in Europa wünschen. Zwei Drittel der Deutschen wollen von Fiskalunion, Eurobonds und Banken-Rettungsschirmen nichts wissen (mehr dazu hier).

Die Universität Hohenheim kommt in einer Langzeitstudie zu ähnlichen Ergebnissen: Die Euro-Krise ist für die Deutschen das wichtigste politische Thema – noch deutlich vor dem Thema Arbeitslosigkeit. Diese Studie förderte noch ein anderes, interessantes Detail zu Tage: 89 Prozent der Deutschen glauben, dass die Politiker ihnen nicht die Wahrheit sagen (mehr hier).

Von besonderer Brisanz erwies sich mitten im Wahlkampf eine völlig unerwartet aufgebrochene Debatte um die deutsche Souveränität. Ausgelöst von dem NSA-Skandal, in dessen Gefolge Bundeskanzlerin Angela Merkel einräumen musste, dass die deutsche Souveränität tatsächlich nicht voll hergestellt ist, zeigten sich viele Deutsche überrascht und enttäuscht: Die meisten waren davon ausgegangen, dass mit der Wiedervereinigung das Thema vom Tisch sein müsste. Merkel sagte nun, dass ein kleines, in Vergessenheit geratenes Gesetz – das sogenannte G-10-Gesetz – nun gekündigt worden sei: Man habe Amerikanern und Briten mitgeteilt, dass die Deutschen dieses Gesetz nicht mehr für gültig erachten. Und damit, so Merkel bei einer Veranstaltung in Stuttgart, sei endgültig alles klar: „Damit ist auch in diesem letzten Bereich unsere Souveränität hergestellt. Und ich glaube, damit haben wir eigentlich das Problem gelöst.“ (mehr hier).

Das ist jedoch nicht der Fall: Historiker und Juristen haben nachgewiesen, dass die deutsche Souveränität durch den Nato-Vertrag und in der Folge durch verschiedene diplomatische Noten und Vereinbarungen nach dem 11. September 2001 nach wie vor in wesentlichen Punkten beschnitten ist.

Diese Erkenntnis hätte jene Politiker, die sich der Wahl zum Deutschen Bundestag gestellt haben, eigentlich aufschrecken müssen. Man hätte erwartet, dass nun ein Aufschrei quer durch die Parteien gehen würde. Die wahlwerbenden Politiker hätten sich geradezu überbieten müssen im Bemühen um die Wiederherstellung der Souveränität Deutschlands.

Doch das Gegenteil ist der Fall: Eine Umfrage der Deutschen Wirtschafts Nachrichten bei allen Abgeordneten aus dem Deutschen Bundestag ergab, dass nur neun Prozent der Abgeordneten wollen, dass innerhalb der EU wieder mehr Macht an die Nationalstaaten abgegeben wird. 91 Prozent sind der Auffassung, dass entweder mehr Macht nach Brüssel gehen soll oder aber eine Mischform bestehen soll, deren wesentlichstes Merkmal eine vertiefte Integration der EU sein soll.

Das Herzstück der Integration soll, wenn es nach den Politikern geht, eine gemeinsame Haftung für die Schulden in der EU sein: Zwei Drittel der Abgeordneten befürworten genau jene Maßnahmen, die von zwei Dritteln der Bürger abgelehnt werden: Rettungsschirme, Eurobonds, Schuldenschnitt und Schuldentilgungsfonds.
Dieses Ergebnis zeigt eine gravierende Diskrepanz: Es bedeutet, dass die Politiker in einer anderen Welt leben als ihre Wähler. Denn auch in einem anderen Punkt denken die Abgeordneten fundamental anders: Während die Bürger ohnmächtig sich über die fortgesetzte Verschwendung von Steuergeldern ärgert – Berliner Großflughafen, Hamburger Elbphilharmonie, Stuttgart 21 – können die Abgeordneten keine Versäumnisse bei der Politik erkennen: Drei Viertel aller Abgeordneten lehnen eine Bestrafung von nachgewiesener Steuerverschwendung ab.

Die Umfrage, die wir im Detail in der aktuellen Ausgabe des DWN-Magazins vorstellen werden (zum Abo geht es hier), sagt im Kern nichts anderes, als dass die deutschen Bundestags-Abgeordneten sich selbst weniger trauen als der EU. Sie wollen die Macht, die ihnen vom Souverän bei Bundestagswahlen übertragen wird, wie eine heiße Kartoffel weiterreichen. Es regiert sich bequem, wenn man sagen kann, dass andere für die Fehlentwicklungen zuständig sind.

Die deutschen Politiker haben es sich gemütlich eingerichtet im Zustand der von Kanzlerin Angela Merkel beschworenen „Alternativlosigkeit“.

Offenbar haben die Abgeordneten vor der Komplexität der Probleme kapituliert. Sie sind froh, dass ihnen alle wichtigen Entscheidungen abgenommen werden. Sie fügen sich willfährig in die Rolle der Bedeutungslosigkeit, die ihnen von Lobbyisten, Beratern, Experten und Medien tagtäglich suggeriert wird.

Die DWN-Umfrage hat daher folgerichtig ergeben, dass in einigen Fraktionen das eigenständige Denken bereits an der Garderobe abgegeben wird: Grüne, SPD und Linke haben „Sprachregelungen“ ausgegeben, als die jeweilige Fraktionsführung von der DWN-Umfrage Kenntnis erlangte. Bei CDU und FDP herrscht zumindest eine gewisse Meinungsvielfalt: Hier haben viele Abgeordnete sichtlich nachgedacht und eigene Argumente angeführt. Bei Rot-Rot-Grün erfreute sich dagegen die Copy-and-Paste-Methode großer Beliebtheit. Besonders originell: Viele Abgeordnete haben die Textbausteine, die ihnen vorgekaut wurden, in liebevoller Kleinarbeit umformuliert, ohne in der Sache auch nur ein Jota von der Parteilinie abzuweichen. Damit sollte der Eindruck erweckt werden, dass es sich um eigenständige gedankliche Leistungen handelt. Das sollte in der Nach-Guttenberg-Ära eigentlich nicht mehr passieren.

Zahlreiche Abgeordnete haben sich nicht die Mühe gemacht, zu antworten – trotz mehrmaliger Bitten der DWN-Redaktion.

Ein besonders eklatantes Beispiel der Abgehobenheit lieferte der Grüne Abgeordnete Ströbele.

Er verweigerte simple Antworten zu zentralen Fragen der Demokratie (Souveränität, Schuldenhaftung, Steuerverschwendung) mit formvollendeter Arroganz. Sein Büro teilte uns mit:
    Christian Ströbele nimmt prinzipiell an keinen allgemeinen Umfragen teil. Uns erreichen pro Woche mehrere (manchmal dutzende) Anfragen wegen Fragebögen für Magister- oder Doktorarbeiten, Umfragen zu allen möglichen Themen von Medien, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Blogs, Internetforen uswusf. Würde Christian Ströbele das alles bearbeiten, käme er sonst zu nicht mehr viel. Ausnahmen können aus Gerechtigkeitsgründen leider nicht gemacht werden, und um keine Präzedenzfälle zu schaffen.“
Wenn man sich mit den Fragen der Bürger „prinzipiell“ nicht beschäftigen will, kann man natürlich die Meinung der Bürger kaum noch kennenlernen. Wenn man die Meinung der Bürger freilich unter „uswusf.“ einordnet, muss man sich nicht wundern, dass Herr Ströbele „sonst zu nicht mehr viel“ kommt.

Diese Haltung sowie das Ergebnis der Umfrage markiert eine für die Demokratie gefährliche Entfremdung zwischen dem Souverän und den von ihm gewählten Repräsentanten.

Hier wird eine der großen Weisheiten des Grundgesetzes zerstört, nämlich das freie Mandat:
Im Artikel 38 heißt es:
    (1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.
    Nie war genau dieser Passus wichtiger: „Vertreter des ganzen Volkes“, „an Weisungen nicht gebunden“, „nur ihrem Gewissen unterworfen“.
Und leider wird just in der Zeit größter Bedrängnis, da auch Deutschland vom Schulden-Tsunami bedroht wird, dieses hehre Prinzip mit Füssen getreten.

Die Politiker verraten mit ihrer Selbstaufgabe gegenüber Brüssel und gegenüber den eigenen Fraktionen ihren wichtigsten Auftrag: Dass sie nämlich als Einzelne mit Mut, Tatkraft, Engagement, Wissensdurst, Haltung und Charakter jenem dienen, dessen Name auf dem Reichstags-Gebäude witterungsbeständig eingraviert ist: dem Deutschen Volke.

Alle Details der Umfrage, nach Parteien ausgewertet, finden Sie in der neuen Ausgabe des Magazins der DWN – zum Abo hier.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

auf einmal meldet sich einer zu Wort, den wir hier schon fast vergessen haben. (hier
Einer von Muttis "Lieblinglingen".  Sie hatte ihm doch noch in "ihrem grenzenlosen Vertrauen" den Rücken gestärkt. Da wird sie sich aber "freuen" von ihm zu lesen.
Dass der sich sowas zu schreiben traut, wo wir doch die "Freiheitsstatue dieser Republik" als Aussenminister haben.

12:58


Siegfried Hermann sagt:
Abgeordnete wollen mehr Brüssel…..
Kein Wunder, gibt es denn in Brüssel 70.000 !!! Lobbyisten, (soviel wie eine deutsche Mittelstadt Einwohner hat) die die EU-Entscheider / -Abgeordnete für den Profit ihrer Auftraggeber mit Champus, Kaviar, Nutten u. “Aufsichtratspöstchen” besinnungslos machen.

Wech damit!!! Sowatt braucht KEIN deutscher Steuerzahler.

peter sagt:
Die BT-Wahl ist nur eine Show,unsere Politiker sind nur noch Abnicker!

Angie sagt:
@ peter
Das sehe ich auch so!

Steuersklave sagt:
Sind Sie es Frau Merkel?
Haben Sie schon wieder eine 180 Grad Wende hingelegt und wie lange dauert es bis Sie wieder eine Wende rückwärts machen?

Informant sagt:

@sam

Nein , die meisten Bewohner [Deutschlands] sind keine Penner , sie haben nur noch immer nicht begriffen , das es keinen Neuanfang mit Parteien geben kann , die einem illegalen unverantwortlichen Parteiengesetz untergeordnet sind , ob das jetzt die AfD oder eine sonstoge Partei ist , bleibt völlig irrelevant !

Der einzige Weg eines echten NEUANFANGES sind durch die Nationalversammlung zu bestimmende vorübergehende Volkssouveräne mit Regierungsgewalt , die als aller erstes ein Verbot und die Zwangsauflösung ALLER PARTEIEN anordnet!!! Das völlig überflüssige Parteiensystem ist die WURZEL ALLEN ÜBELS , und zwar auf der GANZEN WELT!!!

Die Demokratie als solche MUSS ABGESCHAFFT WERDEN … FÜR IMMER!!! Warum …. Sehen sich Sam das nachstehende Video ganz genau an!
http://brd-schwindel.org/die-illusion-von-wahlen-und-demokratie/
WANN ??? .. begreifen das die Menschen endlich ?!

Rübezahl 99 sagt:
kurze Frage- Konkrete Antwort:
“Die Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag (EUD PG DB) ist eine Parlamentarische Gruppe der überparteilichen Europa-Union Deutschland, ”
http://de.wikipedia.org/wiki/Europa-Union_Parlamentariergruppe_Deutscher_Bundestag

Und da man nichts dem Zufall überlässt – “Bewiesen – Wahlfälschung im vereintem Deutschland normal”
http://antilobby.wordpress.com/2013/09/09/bewiesen-wahlfalschung-im-vereintem-deutschland-normal/

Man beachte lange Liste der “Geringfügigkeiten” :-)

kneipier sagt:
Die Verdummung der Bürger durch eine verbrecherische Regierung nimmt ein immer grösseres Ausmass an:
http://www.radio-utopie.de/2011/08/26/die-schatten-fraktion-des-deutschen-bundestages/
Klammheimlich wurde der Art.23 GG in alter Fassung 1990 in einen neuen Text gekleidet. Allein das verlangt gelebten Widerstand!

Das war Hochverrat pur.

In Kenntnis dieser Tatsache werde ich am 13.9.2013 in Berlin vor dem Reichstag mit vielen anderen Bürgern (noch) friedlich demonstrieren und die Umsetzung des Art.146 GG einfordern.

Ansonsten ist darüber nachzudenken, statt Wahlbeteiligung das “Lumpenpack” aus dem Berliner Tempel zu jagen…

rathals sagt:
Solange es für die Abgeordneten in Bund und Länder kein Anforderungssprofil gibt: fachliche und charakterliche Voraussetzung für hochbezahlte Posten- und dies über das Persönlichkeitswahlrecht abgesichert – müssen wir mit dem jetzigen Schrott leben. Unsere Selbstbediener, i.d.R. Staatsdiener, dubiose Juristen, Funktionärstypen, div. verkrachte Existenzen ohne beruflichen, erfolgreichen Werdegang, haben sich den Staat zur Beute gemacht. Geduldet und gefördert wird dies von Typen, wie Dr.?? Lammert , seinen div. Stellvertretern und über die Mafiastrukturen der Parteien.
Die Umfrageergebnisse sind erschreckend; entsprechen aber dem Niveau unserer sog. Volksvertreter. Diesen bereits jetzt stark aufgeblähten Abnickerverein -der ja nochmals um ca. 80 Schmarotzer ansteigt – kann nur mittels Volksentscheide die Grenzen aufgezeigt werden.
Hoffentlich wird das Wahlergebnis für die AfD entsprechend stark, damit wieder Persönlichkeiten in den BT einziehen, die auch wissen, über was abgestimmt wird und welche Konsequenzen daraus entstehen. 80 % der jetzigen Figuren haben nur die eigenen Taschen vor Augen; bei deren “Ausbildung” reicht es eben nur zum Politiker!

FRAGT DAS VOLK ! sagt:
kein “mehr Brüssel” oder gravierende Entscheidungen ohne Volksbefragung!
Die lösen die BRD schneller auf, als uns lieb ist. Das ist genau die Wende in die falsche Richtung! Nicht mehr EU sondern weniger EU wollen wir.
Wenn wir etwas zahlen SOLLEN, MÜSSEN wir auch vorher gefragt werden, wo gibt es denn sowas, dass andere Leute für uns Schulden machen ?!
Hier ist schon mal mein klares NEIN zu einer EU Regierung, EU Gesetzen und Übergehung des Bürgers.





  • Wir wollen all das nicht, kein Gen-Food, eigene Lebensmittelrichtlinien, eigene Kindererziehungsideale, die sich an traditionellen Werten und Familie orientieren.





  • Wir wollen keine Quecksilberlampen, keine Privatisierungen von Essentiellem und auch alles andere, will ich nicht schlechter als vorher.





  • Und vor allem, will ich mehr Selbstbestimmung als freier Bürger!





  • Ich will keine verlogenen Volksvertreter, die von den GEZ-Medien gedeckt und unterstützt werden.





  • Schlechtes muss als solches benannt werden dürfen und abgeschafft werden können.





  • Diese Speckmaden in der Regierung sind unwürdig für uns Verträge abzuschliessen und Meinungen kundzutun, die wissentlich nicht den der Bürger entsprechen!





  • Und Umweltschutz sollte auch keine leere Hülse sein, die Partei hierfür hiesse nämlich Tierschutzpartei, Mensch, Umwelt, Tier, jedoch kennt die keiner. Davon berichtet das korrupte TV nämlich nicht, denn die werden ja alle von der Lobby bezahlt, meinen die. Obwohl wir Unsummen an GEZ zahlen!!

  • Wie schön, dass es kostenloses Alternativ youtube gibt, wo man endlich mal echte Menschen und Ansichten bekommt, andere Sichtweise. Wahrheiten, die verdeckt sind…
    Tja, das Beste ist meistens KOSTENLOS!! Und wenn wir was bezahlen sollen, wollen wir wenigstens auch bewusst dahinter stehen können und wollen. :-)

    emma sagt:
    Wer Merkel wählt, wählt die Zerstörung seiner bürgerlicher Rechte, seinen finanziellen Ruin, seinen Tod und den Untergang Deutschlands
    http://krisenfrei.wordpress.com/2013/09/09/wer-merkel-wahlt-wahlt-die-zerstorung-seiner-burgerlicher-rechte/"

    logos sagt:
    Emma, Sie haben Recht.
    Aber Sie dürfen nicht nur von dieser CDU/CSU sprechen, Sie müssen ALLE gegenwärtigen Parteien, die im Bundestag sitzen und sich über unseren Untergang freuen, einbeziehen.
    Das gesamte System ist unser aller Todfeind.