Obduktionen an mit dem Virus Verstorbenen werden kaum vorgenommen — haben die Verantwortlichen Angst, die Ergebnisse könnten ihr Corona-Kartenhaus zum Einsturz bringen?
von Jörg Gastmann
Nur Obduktionen schaffen Klarheit, wie gefährlich ein Virus ist. Umso merkwürdiger ist es, dass sie in einer so gänzlich auf Corona fokussierten Gesellschaft noch immer Seltenheitswert haben. Der Petitionsausschuss des Bundestags gab unlängst eine Petition „Obduktionen als verpflichtende Maßnahme bei Epidemien“ frei. Eine Chance für Experten wie Dr. Wodarg und Prof. Bhakdi, die Hysterie zu beenden? Darüber sprach Jörg Gastmann im Interview mit dem Petenten Dirk Westerheide.
Jörg Gastmann: Herr Westerheide, warum haben Sie beim Petitionsausschuss des Bundestags eine Petition zur Obduktionspflicht von Corona-Toten eingereicht?
Dirk Westerheide: Ich habe mich schon zu Beginn der Corona-Krise
gewundert, dass so gut wie keine Obduktionen stattfanden. Nur durch
Obduktionen erhält man belastbare Daten und Erkenntnisse über die
Gefährlichkeit und Therapiemöglichkeiten bei Covid-19, und damit eine
valide politische Entscheidungsgrundlage. Dass Politik und Medien
stattdessen ohne valide Grundlagen Angst vor einer allgemeinen
Todesgefahr verbreiten, macht die Leute irre. Die alles entscheidende
politische Frage des Jahrzehnts ist daher, ob die mit COVID-19 in
Verbindung gebrachten Toten
an oder
mit
Sars-CoV-2-Infektion starben. Genauer gesagt: Wie viele tatsächlich
daran starben. Denn die offizielle Statistik ist durch die Definition
„positiver PCR Test zum Zeitpunkt des Todes oder irgendwann davor“ ohne
jegliche Aussagekraft.
Obduktionen haben zwei mögliche Ergebnisse. Entweder ist Covid-19 die
extrem gefährliche neue Krankheit, wie es Politik und Medien behaupten.
Oder Covid-19 ist nicht gefährlicher als das Influenza-Virus. Dann
bräche das Kartenhaus der buchstäblichen Schreckensherrschaft zusammen.
So oder so hätten wir endlich Klarheit.
Hinzu kommt, dass die Regierung nur durch Obduktionen ihrer
Fürsorgepflicht nachkommen kann, weil so in möglichst kurzer Zeit die
optimalen Behandlungsmöglichkeiten erforscht werden können. Da die
Bundesregierung dies nicht tut, macht sie sich meines Erachtens
mindestens der unterlassenen Hilfeleistung schuldig.
Für die Petition heißt das: Bürger, die an die Gefährlichkeit von Covid-19 glauben, können mit der
Unterzeichnung von Petition Nr. 109434
endlich allen „Coronaleugnern“ das Argument entziehen, Covid-19 sei
nicht sonderlich gefährlich, und zudem die Entwicklung von Medikamenten
und möglichst unbedenklichen Impfstoffen vorantreiben. Beim Reizwort
Impfung sei angemerkt, dass diese selbstverständlich nur freiwillig
angeboten werden darf.
Bürger, die
nicht an die Gefährlichkeit von Covid-19
glauben, können mit der Unterzeichnung von Petition Nr. 109434 allen
„Coronahysterikern“ deren Hauptargument entziehen, Covid-19 sei von
hoher Tödlichkeit. Es gibt also keinen Grund, dass nicht alle 61,5
Millionen Wahlberechtigten unterzeichnen sollten, um die wichtigste
Frage des Jahrzehnts zu klären.
Warum finden nicht mehr Obduktionen statt als bei Professor Klaus Püschel vom Hamburger Universitätsklinikum?
Es gab mehr, aber nicht viele. In meiner Recherche fand ich kaum
Berichte über Corona-Obduktionen. Pathologie-Professor Gustavo Baretton
vom Uniklinikum Dresden erklärte im April bei
Punkt.Preradovic,
dass die Zahl der Corona-Obduktionen selbst mitten in der Corona-Welle
lediglich bei durchschnittlich null bis fünf bei jeder der 36 deutschen
Universitätskliniken lag (einzige Ausnahme: Hamburg), also im kleinen
einstelligen Prozentbereich aller Todesfälle.
Am Uniklinikum Aachen gibt es seit April
ein Obduktionsregister,
dass aber der Öffentlichkeit keine Ergebnisse bekannt gibt, obwohl das
Virus die Welt lahmlegt. Warum halten 35 Unikliniken ihre Ergebnisse
geheim, während Professor Püschel vom Hamburger Universitätsklinikum bei
SWR 1
über seine Ergebnisse nach weit über 200 Obduktionen berichtete? Welche
andere Erklärung dieser Geheimhaltung ergibt einen Sinn, als dass es
Anweisungen aus der Politik gab, keine Ergebnisse zu veröffentlichen,
die das Schreckensnarrativ der Regierung gefährdet?
Genau das ist nämlich das Ergebnis der Hamburger Obduktionen. Professor Püschel erklärte wörtlich:
„Ohne Vorerkrankung ist in Hamburg an Covid-19 noch keiner
gestorben. Dieses Virus ist nur im Ausnahmefall eine tödliche Krankheit,
in den meisten Fällen jedoch eine überwiegend harmlos verlaufende
Virusinfektion. Alle Mutmaßungen über einzelne Todesfälle, die nicht
sachkundig überprüft worden sind, schüren nur Ängste.“
Obduktionen: Ein Zwischen-Fazit
Womit wir beim Hauptthema wären: Wie ist denn der Zwischenstand bei den Obduktionen, die bisher stattfanden?
Laut Professor Püschel starb von „weit über 200“ offiziellen
Hamburger Corona-Toten kein einziger an Covid-19, sondern alle an
tödlichen Vorerkrankungen. Covid-19 spielte bei rund der Hälfte keine
und bei der anderen Hälfte eine mal kleinere und mal größere Nebenrolle.
Das ist wie bei Krebskranken, für die eine Influenza-Erkrankung die
Lebenserwartung durchaus um ein paar Tage oder Wochen verkürzen kann,
aber nicht die primäre Todesursache ist.
Dem entgegen steht die Charité Berlin, die erklärte, man habe 11 von
173 Berliner Corona-Toten obduziert. Diese 11 seien alle an Covid-19
gestorben. Allein schon die Tatsache, dass sich die Charité 6 Prozent
der Toten herauspickt und 94 Prozent der offiziellen Berliner
Corona-Toten nicht obduziert, macht die Aussage unglaubwürdig. Hinzu
kommt der nahe liegende Verdacht, dass die Charité wie ihr
Aushängeschild Professor Christian Drosten politisch stark motiviert
ist.
Das Klinikum Lüdenscheid ordnete nach
sieben Obduktionen
von durchweg zuvor zwangsbeatmeten Verstorbenen mit „ganz erheblichen
Hauptleiden“ die Todesursache in allen Fällen Covid-19 zu. Dabei fiel
mir auf, dass die beschriebenen Symptome dem entsprechen, was ich von
Experten als typische Folge einer Zwangsbeatmung beschrieben las. Als
interessierter Laie würde ich sagen: Da wäre eine zweite, unabhängige
Meinung sinnvoll, und zwar von kompetenten Pathologen ohne Angst um den
Job. Professor Püschels Ergebnisse passen jedenfalls besser zur
Bloomberg-Meldung: „Italiens Gesundheitsbehörde sagt, 99 Prozent derer, die am Virus starben, hatten andere Krankheiten.“
Pathologie-Professor Gieri Cathomas vom Kantonsspital Baselland und
Alexandar Tzankov, Leiter des Fachbereichs Autopsie am
Universitätsspital Basel gelangten nach 21 Obduktionen zu der wertvollen
Erkenntnis, dass die für die Politik so wichtigen
Beatmungsplätze keine Lösung sind:
„Bei Covid-19 entstehen Blutgerinnsel, welche die Blutbahn in der
Lunge verstopfen. Wird der Patient nun beatmet, gelangt der Sauerstoff
zwar ins Blut, verteilt sich aber nicht mehr von der Lunge in den
Körper. Dies führt schließlich zum Tod. Nur wenige der untersuchten
Patienten wiesen Anzeichen einer Lungenentzündung auf.“
Über die hohen Todeszahlen in New York
war zu lesen,
dass 88 Prozent der zwangsbeatmeten Covid-19 Patienten starben und dass
die Tode zum Großteil auf Behandlungsfehler zurückzuführen sind, weil
Blutverdünnungsmittel statt Zwangsbeatmung die richtige Wahl gewesen
wären.
Abgesehen von diesen wenigen Ausnahmen mit widersprüchlichen Ergebnissen stelle ich mir die Frage:
Warum ordnen Bundesregierung und Bundestag im Infektionsschutzgesetz
keine Obduktionen an? Warum werden sie von den Medien nicht gefordert?
Beweist das nicht, dass gar kein Interesse am wahren Ausmaß der Gefahr
besteht?
Stattdessen unternahm das dem Bundesgesundheitsminister unterstellte
Robert Koch-Institut alles, um Obduktionen zu verhindern. Der
Bundesverband Deutscher Pathologen
widersprach dem RKI jedoch ausdrücklich.
Wenn Covid-19 nicht neu und auch nicht sonderlich gefährlich ist, würde das durch
Obduktionen wie bei Professor Püschel
auf einer extrem breiten Datenbasis dokumentiert. Dann stehen
Regierungen in aller Welt ebenso wie die hetzenden Massenmedien
bestenfalls als kopflose Narren da.
Mal angenommen, Ihre Petition hätte Erfolg und Obduktionen
würden Pflicht bei Pandemien: Welches Gesamt-Obduktionsergebnis halten
Sie bei Covid-19 für realistisch?
Als Journalist und medizinischer Laie kann ich es nur mit dieser
Antwort versuchen: Heute stehen wir bei 9.253 offiziellen Corona-Toten.
Das sind 0,011 Prozent der Bevölkerung, was ohnehin keine Größenordnung
für eine Pandemie und die völlig überzogenen Maßnahmen ist.
Davon abzuziehen sind alle, die zum Zeitpunkt des Todes oder längere
Zeit davor einen positiven PCR-Test hatten und dann an etwas ganz
anderem verstarben, wie es zum Beispiel die Stadt Krefeld in ihrem
Nachrichtenarchiv vom 6. Juli 2020 erfrischend offen dokumentierte:
„Obwohl es laut Feststellung des städtischen Fachbereichs
Gesundheit keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 zu
verzeichnen gibt, muss die Zahl der Verstorbenen systemrelevant um einen
Fall auf nun 23 heraufgesetzt werden, um die Statistik an die des
Robert Koch-Institutes anzupassen. Grund ist, dass Personen, die einmal
positiv auf das Coronavirus getestet wurden und später versterben,
grundsätzlich in dieser Statistik aufgeführt werden. Im vorliegenden
Krefelder Todesfall galt die Person (mittleren Alters und mit multiplen
Vorerkrankungen), nachdem es mehrfach negative Testergebnisse gab,
inzwischen seit längerem als genesen.“
Ich halte es für realistisch, dass 60 bis 80 Prozent der Personen,
die in einer aus politischen Gründen konstruierten „Verbindung mit
Corona“ starben, an anderen Todesursachen starben. Gehen wir also von
etwa 3.000 Personen aus, die zum Zeitpunkt des Todes nicht nur
Test-positiv, sondern tatsächlich auch an Covid-19 erkrankt waren.
Nehmen wir nun die einzige größere Corona-Obduktionsstudie, die mir
bekannt ist, nämlich die vom Universitätsklinikum Hamburg. Demnach starb
keiner der „weit über 200“ offiziellen Hamburger Corona-Toten an
Covid-19, sondern alle primär an ihren schweren beziehungsweise
tödlichen Vorerkrankungen. Dann wären wir bei null Prozent Personen, die
an Covid-19 starben.
Vielleicht ist es aber so, dass man in Hamburg nicht an Covid-19
stirbt, in der Berliner Charité bei Professor Drostens Kollegen hingegen
schon, wo angeblich genau die 11 von 173 Corona-Toten, die man
herausgepickt hat, ausnahmslos alle an Covid-19 gestorben sein sollen.
Realistisch erscheint mir, dass nicht mehr als 10 Prozent der
offiziellen Corona-Toten primär an Covid-19 starben. Das wären
bundesweit etwa 300 Tote beziehungsweise 0,0004 Prozent der Bevölkerung,
also noch weiter entfernt von jeglichem Grund für diese Hysterie.
Dann muss man noch berücksichtigen, dass das Durchschnittsalter der
Corona-Toten der durchschnittlichen Lebenserwartung entspricht.
Kombiniert man das mit der Tatsache, dass alle angeblichen Corona-Toten
schwere Vorerkrankungen hatten, bleibt die auch von Pathologen nicht
exakt zu beantwortende Frage: Wie viele Tage oder Wochen wären die Toten
ohne Corona-Infektion später gestorben?
Hysteriker antworten darauf, dass jedes Todesrisiko vermieden
werden muss und deshalb die strengsten Maßnahmen auch für Menschen
gerechtfertigt seien, die gar nicht zur Risikogruppe gehören, sogar
Kinder, bei denen es keinen einzigen Covid-19-Todesfall gab.
Dem ist entgegenzuhalten, dass man dann konsequenterweise jede Art
von tödlichem Risiko ausschalten müsste. Es dürfte also niemand mehr
rauchen, Alkohol trinken, schwimmen, Ski fahren oder am Straßenverkehr
teilnehmen, nicht einmal als Fußgänger. Jegliche Art ungesunder
Ernährung müsste verboten werden, wobei eine Schlacht darüber toben
würde, was genau in welcher Menge ungesund ist.
Zu Hause bleiben nützt auch nichts: Wenn alle zu Hause bleiben, damit
niemand mehr das Risiko eines tödlichen Verkehrs- oder Arbeitsunfalls
eingehen muss, sind wir alle binnen kürzester Zeit verhungert.
Wenn wir nicht vorher einen Haushaltsunfall hatten, denn auch
Haushalte sind Todesfallen: Stürze von Leitern, Treppen und
Fensterbänken fordern laut Statistischem Bundesamt mehr Tote als
Covid-19. Krankenhäuser müssten geschlossen werden, denn schließlich
sterben jährlich mehr als 20.000 Menschen an Krankenhauskeimen.
Todesgefahr durch Viren und Bakterien droht überall außerhalb von
Reinräumen. In jedem Kubikzentimeter Meerwasser befinden sich
rund 10 Millionen Viren.
Selbst wenn sich Hysteriker mit Lebensmittelkonserven,
Wasservorräten, Treibstoffvorräten und Ersatzteilen für ihre
Notstromaggregate als perfekte Prepper auf eine lebenslange Isolation in
einer Gummizelle vorbereiten, kann es ihnen gehen wie Fußball-Legende
Schorsch Volkert, der vor ein paar Tagen mit 74
an Herzversagen starb,
obwohl er keinen Alkohol trank, nicht rauchte, sich gesund ernährte und
sich sein Leben lang an der frischen Luft bewegte. Wer nicht
akzeptieren kann, dass ein minimales Todesrisiko jeden Tag zum Leben
gehört, wird verrückt. Wie man ja an der Massenhysterie sieht.
Es ist also wahrscheinlich, dass bei einer Obduktionspflicht für
vermutete Pandemieopfer die Pathologen in Deutschland herausfinden, dass
von den offiziell rund 9.000 nur etwa 300 tatsächlich an Covid-19 und
nicht nur mit einem positiven PCR-Test starben. Die Zahl der
Vorerkrankten, die durch Covid-19 früher starben, schätze ich als
„educated guess“ auf 2.000 bis 3.000, also etwa auf ein Zehntel der
Grippewelle 2018, die niemanden interessierte.
Petition steckt Bundesregierung in der Zwickmühle
Wie schätzen Sie die Chancen der Petition ein?
So oder so stecken der Petitionsausschuss und die Regierungsparteien nun
in einer Zwickmühle: Sofern es gelingt, zumindest 50.000 Unterzeichner
zu mobilisieren, ist das Quorum erreicht. Dann muss eine Anhörung
stattfinden. Der Petitionsausschuss schreibt auf
seiner Website:
„Wird eine Petition nach Eingang innerhalb von vier Wochen — bei
öffentlichen Petitionen rechnet die Frist ab der Veröffentlichung im
Internet — von 50.000 oder mehr Personen unterstützt, wird über sie im
Regelfall im Petitionsausschuss öffentlich beraten. Das Besondere daran:
Der Petent wird zu dieser Beratung eingeladen und darf sein Anliegen
persönlich vor den Abgeordneten des Petitionsausschusses vorbringen.
Dies ist aber nur der Regelfall, denn das Erreichen des Quorums führt
nicht zwingend zu einer öffentlichen Beratung; die Abgeordneten des
Petitionsausschusses können sich mit einer zweidrittel Mehrheit gegen
die Beratung einer Petition in einer öffentlichen Sitzung entscheiden.
Darüber hinaus ist es aber auch möglich, eine Petition öffentlich zu
beraten, obwohl sie das nötige Quorum von 50.000 Unterstützern nicht
erreicht hat. Entscheidend ist letztlich der Inhalt der Petition.“
Die Zwickmühle entsteht, wenn ausreichend viele Menschen endlich
Klarheit durch Obduktionen fordern. Dann haben der Petitionsausschuss
und die Regierungsparteien zwei Möglichkeiten:
Entweder sie lassen eine öffentliche Anhörung zu und machen den Weg
zur Wahrheitsfindung frei, indem sie als Sachverständige diejenigen
zulassen, die ich als Petent (und Nicht-Virologe/Nicht-Epidemiologe)
einlade. Das wären zum Beispiel Professor Klaus Püschel, Professor
Sucharit Bhakdi, Dr. Wolfgang Wodarg, Professor Karin Mölling und
Professor Martin Haditsch, die ich im ursprünglichen Text meiner
Petition genannt habe.
Oder sie lassen keine öffentliche Anhörung zu und verweigern mir die
Möglichkeit, Sachverständige meiner Wahl zu Wort kommen zu lassen. Das
wäre das Eingestehen einer Farce. Millionen Wähler würden sich nun erst
recht fragen, warum die Regierungsparteien keine öffentliche Diskussion
der qualifiziertesten Experten beider Lager zulassen. Wer wirklich
überzeugt ist, recht zu haben, scheut keine Diskussion mit hochkarätigen
Vertretern von Gegenmeinungen.
Inwiefern war der Petitionstext „ursprünglich“? Gibt es mehrere Versionen?
Ja, denn der Petitionsausschuss schrieb uns über seinen
Ausschussdienst zwei Monate nach der Einreichung, dass die Petition
gemäß den „Richtlinien für die Behandlung von öffentlichen Petitionen“
nicht angenommen werden könne, weil ich „zur Begründung meines Anliegens
die Namen verschiedenster Personen ohne entsprechende Autorisierung
aufführe“. Daher musste ich den Text ändern, die Passage mit den
Experten streichen und sie erneut einreichen.
Die
ursprüngliche Version hatte 923 Worte. Die
veröffentlichte Version hat nur noch 348 Worte. Und aus irgendeinem Grund haben sie meinen Namen entfernt.
War der Einwand Ihrer Meinung nach berechtigt?
Ich fand diesen Ablehnungsgrund konstruiert und unlogisch, denn ich
habe Namen von öffentlichen Personen genannt, die sich in ihrer Haltung
zum Thema öffentlich positioniert haben und ausdrücklich an einer
Verbreitung ihrer Meinung interessiert sind. Und zwar Professor em.
Sucharit Bhakdi, Professor John Ioannidis, Professor em. Karin Mölling,
Professor Carsten Scheller, Professor Hendrik Streeck, Professor Martin
Haditsch, Professor em. Stefan Hockertz, Professor Eran Bendavid, Dr.
Jay Bhattacharya und Dr. David Katz. Diese Namen finden sich übrigens
auch alle im Rubikon-Artikel „
120 Expertenstimmen zu Corona“.
Die meines Erachtens einzige logische Erklärung ist, dass der
Petitionsausschuss Gründe konstruieren wollte, um die Petition nicht
anzunehmen. Dafür spricht auch das viermonatige Hinauszögern.
Und dafür spricht auch, dass der Bundestag keinerlei Eigeninitiative
zeigt, durch Obduktionen beim wichtigsten politischen Thema des Jahres
endlich belastbare Daten und Fakten zu schaffen.
Wie hoch sind Ihre Erwartungen an den Petitionsausschuss?
Meines Wissens gab es in der Geschichte der Bundesrepublik keine
erfolgreiche Petition beim Petitionsausschuss des Bundestags, wenn das
Ziel der Petition im Konflikt mit den Zielen der Regierung stand. Anders
ausgedrückt:
Petitionen haben nur dann eine Chance auf Erfolg, wenn sie
überflüssig sind, weil die Regierungsparteien ohnehin die gleichen Ziele
haben.
Warum sollte es einen Weg zu einer erfolgreichen politischen
Initiative von einfachen Bürgern geben, wenn diese gar nicht erwünscht
ist? Ich habe also gar keine Erwartungen, aber auch eine Ablehnung wäre
ein Erfolg. Denn es würde der Öffentlichkeit demonstrieren, dass der
Ausschuss und die involvierten Parteien ein Anliegen ablehnen, dass man
sachlich betrachtet gar nicht ablehnen kann. Wie kann man bei einer
neuen und gefährlichen Krankheit die einzige Methode ablehnen, um
belastbare politische Entscheidungsgrundlagen zu schaffen?
Es liegt im ureigensten Interesse des Bundestags, sich nicht
entmachten zu lassen, sondern verfassungsgemäß als echte Legislative
selbst Gesetze zu initiieren und zu beschließen. Mit
Paragraf 5 Absatz 2 Nummer 3 Infektionsschutzgesetz,
den Kritiker als „Ermächtigungsgesetz“ für einen allmächtigen
Gesundheitsminister bezeichnen, hat sich der Bundestag komplett in der
Frage entmachtet, wie mit Pandemien umzugehen ist.
Zusammenbruch des politischen und medialen Establishments?
Wie kommen Bundestag und Bundesregierung aus der Nummer wieder heraus?
Eigentlich gar nicht. Denn nun sitzt die Bundesregierung in der Zwickmühle:
Wenn Covid-19 tatsächlich eine erstens neue und zweitens gefährliche
Krankheit ist, führt gar kein Weg an einer gesetzlichen Pflicht zu
Obduktionen vorbei, damit Experten die biologischen Wirkungen verstehen,
die Pandemie eindämmen und Therapien entwickeln können. Ordnet die
Regierung bei einer neuen und gefährlichen Krankheit keine Obduktionen
an, gefährdet sie vorsätzlich das Leben aller Menschen.
Was wäre die politische Konsequenz, wenn Ihre Petition Erfolg hat?
Robert Lynd formulierte Möglichkeit 1: „Es ist leichter eine Lüge zu
glauben, die man schon hundertmal gehört hat, als die Wahrheit, die man
noch nie gehört hat.“ Insofern ist es nicht unwahrscheinlich, dass die
Menschen wie bei den Fehlalarmen bei Sars-CoV-1 2003 oder bei der
Schweinegrippe 2009 schon wieder nichts lernen.
Möglichkeit 2: Wähler, Zuschauer, Zuhörer und Leser wenden sich mit
großer Enttäuschung von Regierungsparteien und Massenmedien ab, sobald
ihnen bewusst wird, dass ihr Urvertrauen so schamlos manipuliert und
missbraucht wurde. Es könnte zu einem völligen Zusammenbruch des
politischen und medialen Establishments kommen, sobald sich die Wahrheit
nicht mehr durch Desinformation und „Gaslighting“-Psychotricks
verbergen lässt. Das Kartenhaus der Angst könnte einstürzen. Diese
Petition könnte helfen, die kritische Masse für die Widerstandsbewegung
zu erreichen.
Petition mitzeichnen: Bis zum 14. September 2020 kann die Petition „Obduktionen als verpflichtende Maßnahme bei Epidemien“
hier mitgezeichnet werden.
Dirk Westerheide, Jahrgang 1957, begann seine
Laufbahn als Journalist bei Tageszeitungen in Nordrhein-Westfalen und
Schleswig-Holstein, arbeitete dann als Sportjournalist bei
kicker-Sportmagazin.
Bis 2012 war er Herausgeber des „Inside Magazin“ im Bergischen Land.
Seit 2013 leitet er eine Event-Agentur, die Messen veranstaltet, deren
Durchführung durch Corona-Maßnahmen fast unmöglich geworden ist. Seit
2018 ist er Pressesprecher von economy4mankind.
|
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.
Jetzt spenden
oder klicken Sie hier
oder senden Sie einfach eine SMS mit dem Stichwort Rubikon5 oder Rubikon10 an die 81190 und mit Ihrer nächsten Handyrechnung werden Ihnen 5 oder 10 Euro in Rechnung gestellt, die abzüglich einer Gebühr von 17 Cent unmittelbar unserer Arbeit zugutekommen.
|
|
Jörg Gastmann, Jahrgang 1964, wunderte sich bereits in den 1980er Jahren beim Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum über die Widersprüche zwischen Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft. Er lebt in Bergisch Gladbach und ist Sprecher der NGO economy4mankind.org sowie Autor des Buches „Die Geldlawine“. Von 2009 bis 2011 war er Bundesvorsitzender der sozialliberalen Kleinpartei „Deutsche Demokratische Partei“. Hauptberuflich arbeitet er als Suchmaschinenoptimierer.
|
|
Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.
|
|
Der Artikel ist erschienen bei :
Rubikon-News