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Donnerstag, 18. November 2021

Rubikon - Die Katastrophe von Flug MH17

Rubikon - Die Katastrophe von Flug MH17

Der Abschuss

Die Katastrophe von Flug MH17 und der Ukraine-Konflikt müssen gemeinsam betrachtet werden.
von Stefan Korinth

Der niederländische Politikwissenschaftler Kees van der Pijl hat ein Buch zum Abschuss des Verkehrsflugzeugs MH17 im Jahr 2014 über der Ostukraine geschrieben. Zumindest könnte man das beim Blick auf Titel und Buchcover glauben. Tatsächlich spielt der Abschuss des zivilen Jets mit knapp 300 Todesopfern darin eher eine Nebenrolle. Trotzdem ist das Buch höchst empfehlenswert — enthält es doch die bislang beste Gesamtdarstellung des Ukraine-Konflikts in deutscher Sprache. Van der Pijl liefert eine umfassende Analyse, die sich jeglicher politischer Naivität enthält.


Sowohl für Russland als auch für die USA gibt es andere
Prioritäten als die Wahrheit über MH 17 zu enthüllen. Sehr schnell räumt Kees van der Pijl in seinem Buch „Der Abschuss“ mit der Hoffnung auf, in diesem Werk eine Antwort auf die seit Jahren schwelende Frage nach den Tätern zu erhalten. Die militärischen Aufklärungsdienste beider Staaten wissen zwar definitiv, wer das malaysische Linienflugzeug am 17. Juli 2014 über der Ostukraine abgeschossen hat. Jedoch behalten sie dieses Wissen für sich. Für alle anderen Aufklärer verschleierte der „Nebel des Propagandakriegs“ unmittelbar nach dem Verbrechen die entscheidenden Details.

Van der Pijl, der lange Jahre Internationale Beziehungen an der University of Sussex in Großbritannien lehrte, verweist auf das US-Militär, das am Tag des Abschusses exakt über der Region einen Satelliten positioniert hatte. Dieser ist Teil der US-Raketenabwehr und sei speziell zur Feststellung und Aufzeichnung von Raketenstarts konstruiert. Der damalige US-Außenminister John Kerry betonte drei Tage nach dem Abschuss in mehreren Fernsehinterviews, dass die USA die entscheidenden Satellitenbilder besitzen (1).

Während das US-Militär jedoch in anderen Situationen hochaufgelöste Satellitenfotos von russischen Truppenkonzentrationen an der ukrainischen Grenze veröffentlichte, warten Aufklärer auf die Bilder des MH-17-Abschusses bis heute vergeblich (2).

„Obwohl die US-Überwachung in der Lage ist, alles zu überblicken und zu wissen, was in den entferntesten Ecken und Winkeln der Welt passiert, schweigt Washington beharrlich und weigert sich, eigene Informationen herauszugeben“, schreibt van der Pijl.

Die NATO, deren AWACS-Flugzeuge ebenfalls den ukrainischen Luftraum überwachten, behauptete, MH 17 sei zum Zeitpunkt des Abschusses schon außerhalb deren Beobachtungsbereichs gewesen.

Geopolitische Überlegungen sind wichtiger

Doch auch die russische Regierung habe „eine seltsame, Misstrauen erregende Position“ bei der bisherigen Auseinandersetzung mit dem Verbrechen eingenommen, schreibt der niederländische Politikwissenschaftler. Moskau legte selbst keine überzeugenden Gegenbeweise vor und überließ die Angelegenheit vor allem dem Rüstungskonzern und BUK-Raketen-Hersteller Almas-Antei sowie privaten Quellen. Van der Pijl vermutet, Russland wolle der NATO durch eine Herausgabe eigener Bilder nicht ermöglichen, Rückschlüsse über russische Radarkapazitäten zu ziehen.

Zudem habe Moskau seine eigene Unfähigkeit erkannt, die internationale Nachrichtenlage so zu beeinflussen, wie dies der Westen kann, erläutert der Autor. Diese „offenkundige Überlegenheit des Westens im Nachrichtenmanagement“ habe der MH-17-Fall deutlich dokumentiert. Klar ist letztlich: Beide Mächte hätten zwar die Möglichkeit, alle Spekulationen um MH 17 auf einen Schlag zu beseitigen, doch für sie sind geopolitische Überlegungen weitaus wichtiger als die Aufklärung des Abschusses, der womöglich hinter den Kulissen als Druckmittel eingesetzt werden kann.

Warfen westliche Akteure und Flugunfallermittler des Dutch Safety Boards (DSB) Russland gern Manipulationen an einigen vom Militär gelieferten Bildern vor, so hatten dieselben Leute kein Problem damit, dass die ukrainische Regierung solche Informationen überhaupt nicht vorlegte.

Die reguläre Luftabwehr der Ukraine war am 12. Juli, also wenige Tage vor dem Abschuss, in Alarmstufe 1 versetzt worden, unterstreicht van der Pijl. Trotzdem behauptete Kiew, dass kein ukrainisches militärisches Radar an diesem Tag aktiv gewesen sei. Dies widerspreche jedoch sämtlichen Beweisen und selbst den eigenen Befehlen, so der Wissenschaftler. Das zivile Radar der ukrainischen Flugsicherung sei übrigens ebenfalls ausgeschaltet gewesen — wegen Wartungsarbeiten.

Ukrainisches Vetorecht — ein „erstaunlicher Vorgang“

Da sich kein staatlicher Akteur mit Beweisen beteiligen will, sind Aufklärer des Verbrechens stark auf Plausibilitäten und Schlussfolgerungen angewiesen. So sei es beispielsweise ein „erstaunlicher Vorgang“ und eine „Neuheit in der modernen Luftfahrtgeschichte“, dass die Ukraine ein Vetorecht in den internationalen Strafermittlungen des Joint Investigation Teams (JIT) erhalten habe, schreibt van der Pijl. Dabei dürfte die Ukraine eigentlich nicht einmal an diesem Gremium beteiligt sein (3).

Diese Vereinbarung, nichts gegen den Willen Kiews zu veröffentlichen, sei so „dubios“, dass die niederländische Regierung die Abmachung erst Monate später öffentlich bestätigte. Die ukrainische Nachrichtenagentur Unian sah darin sogar eine Art indirektes Schuldeingeständnis. So viel Plausibilität darf sein.

Und so sei das Vetorecht zu einem beträchtlichen Teil dafür verantwortlich, dass die Ermittlungseinrichtungen bislang nur eins zu eins die Vorwürfe von einer russischen BUK als Tatwaffe wiederholten, die der ukrainische Innenminister Arsen Awakow und sein berüchtigter Mitarbeiter Anton Geraschtschenko (4) bereits unmittelbar nach dem Abschuss des Flugzeugs verbreiteten.

Auch seien die großen westlichen Medien zu keinem Zeitpunkt von dieser Version abgerückt, betont van der Pijl. „Die Mainstream-Medien schlossen die Untersuchung ab, lange bevor das offizielle Urteil veröffentlicht wurde.“ Exemplarisch erwähnt er eine vergleichende Studie der Universität Stockholm, die die Einseitigkeit von CNN in der Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt belege.

Viele Probleme mit der BUK-Theorie

Ebenso erstaunlich sei, dass es in dem dicht besiedelten Abschuss- und Absturzgebiet keine Foto- oder Videoaufnahmen des sehr lauten und spektakulären Starts einer BUK-Rakete gebe. In einem „seltsamen Kontrast“ dazu existieren jedoch viele Aufnahmen eines BUK-Fahrzeugs, das, unspektakulär auf einem Anhänger stehend, in der Region umhergefahren wurde. Diese Aufnahmen sollten laut Vertretern der BUK-Version die Tatwaffe zeigen.

Van der Pijl zitiert in einem Abschnitt weitere Ungereimtheiten der BUK-Version. Eine lautet: Erfahrungsgemäß explodierten Flugzeuge bereits in der Luft, wenn sie von einer BUK getroffen werden – so etwa die Siberia-Maschine, die im Jahr 2001 bei einem ukrainischen Militärmanöver versehentlich abgeschossen wurde oder auch die zehn russischen Kampfflugzeuge, die während des Georgienkrieges im Jahr 2008 durch georgische BUK getroffen wurden. Das Trümmerbild der MH 17 hingegen passe laut Experten wie dem früheren NVA-Offizier Bernd Biedermann oder dem ehemaligen ukrainische Luftwaffenoberst Sergej Balabanow nicht zu einem BUK-Treffer.

Gegenüber Augenzeugenberichten beider Seiten sollte man immer skeptisch sein, betont der Buchautor. Physikalische Beweise dürften hingegen nicht ignoriert werden. Die offiziellen Untersuchungsberichte sind van der Pijl zufolge jedoch „profan“ und lückenhaft. Der Niederländer befasst sich knapp mit den Lücken dieser Berichte und fasst in seinem Buch auch weitere Hypothesen über mögliche Täter und Tatwaffen zusammen, ohne sich eine davon zu eigen zu machen (5).

Dritter Kalter Krieg

Hauptgegenstand in Kees van der Pijls 358 Seiten starken Buch ist allerdings nicht der Abschuss der Maschine, sondern die umfassende Darstellung und Analyse des Ukraine-Konflikts. Dazu gehören beispielsweise dessen Vorgeschichte und die Interessen der Hauptakteure. Diese Rahmenbetrachtung ist für die Aufklärung des Abschusses durchaus wichtig, denn sie hilft, auch die Ereignisse um MH 17 besser zu verstehen und die Motive der Täter zu identifizieren. Oder mit van der Pijls Begriffen: Es gehe darum, die geopolitische Makro-Struktur des Konflikts mit der Mikro-Struktur des Abschusses von Flug MH 17 zu verbinden.

Der Politikwissenschaftler unterteilt den Kalten Krieg in drei Phasen, wobei diese Auseinandersetzung zwischen West und Ost faktisch bis heute anhält. Die aktuelle Phase ähnelt der zweiten Phase des Kalten Kriegs, die etwa Anfang der 1970er Jahre begann, erklärt er. Der politische Liberalismus wurde von da an radikal dem Markt untergeordnet. Getrieben vom westlichen spekulativen Kapital hielt die Marktlogik auch in geschützten Bereichen Einzug. Innerstaatliche Kompromisse der Nachkriegsordnung — etwa mit Gewerkschaften — wurden genauso aufgekündigt wie internationale Kompromisse.

„Eine nach der anderen wurden die Kräfte, die als gegen das Kapital und den Westen gerichtet galten, angegriffen. Ein langwieriger Prozess des Zurückdrängens von (quasi-)sozialistischen oder anderweitig unabhängigen Regimen in der Dritten Welt wurde begonnen.“

Der Faschismus wurde für viele „Drittweltstaaten“ von Brasilien über Indonesien bis Chile wieder eine sehr reale Option, schreibt der Wissenschaftler. Die USA waren ab dieser zweiten Phase nicht mehr bereit, der Sowjetunion ihre Souveränität zuzugestehen, und sie versuchten, die wirtschaftliche Entspannung zwischen ihr und Westeuropa zu zerstören. Ziel war der Machtwechsel in Moskau. Und genau so sei es auch heute wieder.

„Gerade so wie Gorbatschow gezwungen worden war, 1991 die Kapitulationsurkunde zu unterzeichnen, zielt die derzeitige Kampagne des Westens gegen ‚Putin‘ auf eine komplette Unterwerfung Russlands, das heißt auf einen pro-westlichen Regime Change in Moskau.“
Aggressive Sondierungen und transatlantische Protektorate

Michail Gorbatschow wurde im Juli 1991 auf dem G7-Gipfel in London mitgeteilt, dass er unverzüglich eine radikale Schocktherapie in seinem Land einzuleiten habe. Diese westlichen ökonomischen Prioritäten machten Russland zu einem „sozialen Notstandsgebiet“. Van der Pijl spricht von einem „neoliberalen Blitzkrieg“. Der Aufstieg Wladimir Putins um die Jahrtausendwende resultierte letztlich aus diesem räuberischen Kapitalismus und Ausverkauf des Landes.

Der Widerstand Putins und des widererstarkten Russlands führte zu aggressiven Sondierungen von NATO und EU im postsowjetischen Raum. Die NATO charakterisiert van der Pijl als „militärischen Arm des westlichen Globalisierungs-Kapitalismus“. Die „östliche Partnerschaft“ der EU sollte seiner Ansicht nach vor allem Moskaus Projekt der eurasischen Zollunion hintertreiben. Auch wenn die östliche Partnerschaft offiziell eine EU-Initiative war, schreibt er, so war es doch „ein atlantisches Unternehmen“, bei dem die EU lediglich Subunternehmerin war. Die Ukraine wurde zum Hauptziel Washingtons.

Für die Ukraine selbst war das nie eine gute Nachricht. Das westliche Angebot hatte nicht die Interessen des Landes und seiner Bevölkerung im Auge, sondern wollte aus der Ukraine ein „nordatlantisches Protektorat“ machen. Es ging einerseits darum, die Ukraine zum militärischen Nachteil Moskaus in die NATO-Strukturen zu integrieren. US-Außenministerin Madeleine Albright hatte dies bereits im Jahr 2000 genauso erklärt, wie Victoria Nulands Vorgängerin Elissa Slotkin im Jahr 2007.

EU-Freihandelsabkommen zerstört ukrainische Wirtschaft

Während des Maidan erklärte NATO-Generalsekretär Rasmussen, dass der Assoziierungsvertrag mit der Ukraine einen großen Impuls für die „euro-atlantische Sicherheit“ darstelle. Es traf sich dabei gut, dass ukrainische Nationalisten bereits seit Zeiten des Kalten Kriegs eng mit der NATO verflochten waren — beide Gruppierungen teilten dieselben antikommunistischen und antirussischen Ziele.

Andererseits ging es aber auch darum, die Ukraine zu einem wirtschaftlichen Protektorat des Westens zu machen: Das EU-Assoziierungsabkommen sah nur eine begrenzte Souveränität für das Land vor, denn es machte Reformen nach westlich-neoliberalem Vorbild zur Vorbedingung und sollte den ukrainischen Markt vollständig dem Zugriff westlicher Konzerne öffnen. Die Ukraine sollte bestenfalls Lieferant für Primärrohstoffe werden.

Die höher entwickelten Teile der ukrainischen Industrie, die vor allem nach Russland exportierten, wären durch das Freihandelsabkommen mit der EU höchstwahrscheinlich zerstört worden, schreibt der Autor. Genauso kam es nur wenige Jahre später, als die neue ukrainische Regierung das Abkommen durchwinkte. Die Wirtschaft schrumpfte durch das Wegbrechen Russlands als Absatzmarkt extrem, die Inflation stieg stark an. Ganz zu schweigen von den sozialen Verwerfungen, die die vom IWF geforderten Reformen — Kürzungen der Renten, des Mindestlohns und des staatlichen Bildungsbudgets, Erhöhung der Tarife für Strom, Wasser, Gas, öffentlichen Nahverkehr und Abschaffung des Kindergeldes — erzeugten.

Auch die innerukrainische Konfliktebene ist wichtig

Die Ukraine war und ist jedoch nicht einfach nur ein Spielball der Großmächte, sondern es gibt Akteure in dem Land, die eigene Interessen verfolgen und immer auch versuchen, die Großmächte gegeneinander auszuspielen und für sich zu instrumentalisieren.

Van der Pijl leistet in diesem Buch etwas, dass viele Analytiker des Ukraine-Konflikts vernachlässigen: Er wirft einen dezidierten Blick auf die innerukrainische Konfliktlage, genauer gesagt auf die Interessen der verschiedenen Oligarchen-Fraktionen in dem Land. Keiner dieser mächtigen Polit- und Wirtschaftsbosse, die Dutzende Abgeordnete kontrollieren und heute zum Teil auch als Warlords mit eigenen Kampfbataillonen agieren, denkt daran, sich aus dem Ausland einfach so steuern zu lassen.

Jeder von ihnen verfolgt zuallererst eine eigene Agenda. Das galt bereits für den vermeintlich „pro-russischen“ Viktor Janukowitsch, der vor allem seine und die Interessen des Donezker Oligarchenclans im Auge hatte. Genauso verfolgten auch die jetzigen Machthaber in Kiew schon immer eigene Herrschafts- und Finanzinteressen, auch als sie sich aufseiten des Maidan stellten. Petro Poroschenkos Milliardenvermögen etwa sei allein im ersten Jahr seiner Präsidentschaft um 85 Prozent gewachsen. Die Bedürfnisse der ukrainischen Bevölkerung sind den Oligarchen hingegen egal. Mit dem Maidan sollte sich das eigentlich ändern — zumindest behaupteten das interessierte Leitmedien und Politiker immer wieder.

USA orchestrierten Maidan-Putsch

Zum Maidan selbst findet Kees van der Pijl deutliche Worte. Ihm zufolge war es ein US-geführter Putsch. Die Vereinigten Staaten hatten den Coup vorbereitet, in die Wege geleitet und dirigiert. Victoria Nuland, damals Staatssekretärin des US-Außenministeriums, wurde zur „Inspizientin des Staatsstreichs“ (6).

Auf den Massenmord an Maidankämpfern und Polizisten am 20. Februar 2014 durch Heckenschützen gingen westliche Institutionen bis heute nicht näher ein, kritisiert der Autor. In der Regel legen sie nur nahe, dass Janukowitschs Spezialpolizei die Menschen erschossen habe. Van der Pijl verweist auf die einzig valide, im Westen aber sonst gern ignorierte Studie des kanadischen Forschers Ivan Katchanovski. Dieser lokalisierte die Herkunft der meisten tödlichen Schüsse in Gebäuden unter Kontrolle der Maidanbewegung. Katchanovski zufolge war das Massaker eine „Operation unter falscher Flagge“, um die ukrainische Regierung und Präsident Janukowitsch zu stürzen.

Europäische Außenminister, darunter auch Frank-Walter Steinmeier, handelten noch in der Nacht nach den Schüssen mit Janukowitsch und der ukrainischen Opposition eine friedliche Übergangslösung aus. Während Janukowitsch vom russischen Präsidenten Wladimir Putin überzeugt wurde, zu unterschreiben, waren US-Vertreter bei der Kompromissfindung nicht dabei. Sie arrangierten stattdessen den Putsch, in dem sie die gewaltbereiten rechtsradikalen Maidankämpfer auf der Straße zur Aktion trieben, schreibt der niederländische Politikwissenschaftler.

Pikanterweise fand das entscheidende Planungstreffen dazu laut van der Pijl in der deutschen Botschaft statt.

„Bevor also Außenminister Steinmeier die Verhandlungen mit Janukowitsch begann, hatte sein Botschafter ein Treffen geleitet, an dem US-Botschafter Pyatt und andere NATO-Diplomaten teilnahmen und bei dem Andrij Parubij, der Kopf des bewaffneten Aufstandes, ebenfalls anwesend war.“

Zahlreiche Schusswaffen aus geplünderten Arsenalen in der Westukraine waren von Maidankämpfern nach Kiew transportiert worden. Parubij drohte bei dem Treffen, sie einzusetzen, wenn Janukowitsch nicht sofort entfernt werde. Tatsächlich lehnte der radikalisierte Maidan tags darauf die Verhandlungslösung ab und setzte Janukowitsch ein Ultimatum bis zum nächsten Morgen. Als die Polizisten sich wegen des Abkommens und der Schusswaffen der Gegenseite am 21. Februar aus dem Regierungsviertel zurückgezogen hatten, floh Janukowitsch. Die Maidankämpfer besetzten am Morgen des 22. Februar dessen Amtssitz und das Parlament.

Victoria Nuland und das Täterwissen

Die bereits erwähnte Victoria Nuland war es, die das berühmte „Fuck the EU“-Telefonat mit US-Botschafter Geoffrey Pyatt führte. In diesem abgehörten Gespräch berieten die beiden, wer der neue Regierungschef der Ukraine werden sollte. Besonders brisant dabei ist jedoch, dass das Telefonat spätestens am 4. Februar stattgefunden hatte (7). Da der gewalttätige Machtwechsel zu diesem Zeitpunkt noch gut zweieinhalb Wochen in der Zukunft lag und sich auch noch in keinster Weise abzeichnete, muss man hier von Vorwissen der beiden US-Offiziellen ausgehen. Auch dies unterstützt van der Pijls These vom geplanten US-Putsch.

Der Politikwissenschaftler betont hierbei auch einen weiteren Aspekt, der sonst gern vergessen wird: Mit dem Maidan-Putsch brachen die USA das Budapester Memorandum. Dieses Abkommen aus dem Jahr 1994 wird im Westen gern erwähnt, um Russlands Vertragsverletzung zu betonen. Mit dem Anschluss der Krim an die Russländische Föderation habe Moskau die Staatsgrenzen der Ukraine missachtet, die es ihr in dem Memorandum noch garantierte, heißt es dann.

In dem Vertrag ging es neben den Grenzen jedoch auch um die Souveränität und die politische Unabhängigkeit der Ukraine. All das garantierten auch Großbritannien und die USA. Doch wenn US-Offizielle einen Putsch gegen die demokratisch gewählte Staatsführung anzetteln und vorher bereits besprechen, wen sie als künftigen Statthalter einsetzen, dann kann von Achtung vor Unabhängigkeit und Souveränität der Ukrainer keine Rede sein (8).

Verfassungswidrig setzten pro-westliche Parlamentarier Janukowitsch noch am 22. Februar als Präsidenten ab und lösten zwei Tage später ebenso verfassungswidrig das oberste Gericht des Landes auf.

„Sowohl Brüssel als auch Washington erkannten prompt die neue Regierung an, als ob eine reguläre Regierungsumbildung stattgefunden hätte.“
Schlüsselfigur Andrij Parubij

Für Kees van der Pijl ist der ukrainische Rechtsaußenpolitiker Andrij Parubij die ukrainische Schlüsselfigur des Konflikts. Er bezeichnet Parubij als „Faschisten“, der als militärischer Kommandant des Maidan nicht nur für die tödlichen Schüsse vom 18. und 20. Februar 2014 in Kiew, sondern als Organisator auch für die Massaker von Odessa und Mariupol verantwortlich war. Und an dieser Stelle kommt MH 17 wieder ins Spiel.

Parubij, der erst kürzlich Adolf Hitler als großen Verfechter direkter Demokratie bezeichnete, wurde nach dem Staatsstreich im Februar 2014 Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine. In diese Zeit fielen nicht nur die oben genannten Massenmorde und der Beginn des ukrainischen Militärangriffs auf die Zivilbevölkerung des Donbass, sondern auch der Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs. Drei Wochen danach trat Parubij zurück.

Kees van der Pijl vermutet, es könne sich hierbei um einen Deal hinter den Kulissen gehandelt haben, bei dem Parubij von dieser Schlüsselposition für Geheimdienst und Militär entfernt wurde und die Ukraine dafür das Vetorecht in den Untersuchungen erhalten habe, um sich schadlos zu halten. Der Wissenschaftler schreibt:

„Wenn wir diejenigen identifizieren wollen, die potentiell in Massenmorde wie den Abschuss von MH 17 verwickelt sein könnten, würden sicherlich jene ins Bild passen, die das Massaker vom 2. Mai 2014 in Odessa geplant hatten und verantwortlich dafür waren, was in Mariupol am 9. Mai passierte, falls weitere Beweise nach den Schüssen auf dem Maidan überhaupt noch notwendig sein sollten.“

Da hierzulande umfassend über die russische Schuld am Abschuss diskutiert wurde, ist es durchaus interessant, auch einmal mögliche Motive ukrainischer Tatverdächtiger durchzugehen. Van der Pijl hält es für denkbar, dass ukrainische Akteure Russland direkt in den ostukrainischen Krieg hineinziehen wollten, um dann umso einfacher auch eine NATO-Intervention herbeizuführen. Dies hatten die Putsch-Kräfte schon zuvor mehrmals unter anderem mit Meldungen von vermeintlich russischen Invasionen versucht.

Die „Putschregierung in Kiew“ habe bei vielen Gelegenheiten demonstriert, „dass ihr faschistisches Erbe sehr lebendig ist“, schreibt van der Pijl. Kiew habe Gelegenheit, Fähigkeit und Motiv für einen Abschuss gehabt.

Sachlichkeit statt Freiheitspathos

Alle Schlussfolgerungen des Buches können hier nicht widergegeben; sämtliche Themenfelder an dieser Stelle nicht zusammengefasst werden. Kees van der Pijl hat ein Buch geschrieben, das umfassend über Hintergründe und Vorgänge des Ukraine-Konflikts informiert. Schade nur, dass Titel und Cover die Arbeit zu sehr auf den Flugzeugabschuss verengen. Das Buch leistet weitaus mehr.

Der Autor beleuchtet einige Aspekte, die in vielen Analysen zum Ukraine-Konflikt unterbelichtet bleiben. Sein Verdienst ist es zudem, auch die Informationen zu berücksichtigen, die von westlichen Leitmedien aus politischen Gründen ignoriert werden. Besonders wohltuend: Im Gegensatz zu so manchem deutschen Intellektuellen, der vom Maidan geradezu euphorisiert erscheint, setzt der niederländische Politikwissenschaftler auf nüchtern-kritische Analyse statt auf Anti-Putin-Erregung und naives Freiheitspathos. Gut fünf Jahre nach dem Maidan sollte sich van der Pijls Herangehensweise endlich allgemein durchsetzen.


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Kees van der Pijl: Der Abschuss. Flug MH17, die Ukraine und der neue Kalte Krieg. Papyrossa, 358 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-89438-649-8.
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Der niederländische Politikwissenschaftler Kees van der Pijl. Foto: Universität Leiden.

Quellen und Anmerkungen:

(1) Der Leiter des Dutch Safety Boards (DSB) Tjibbe Joustra durfte die US-Satellitenbilder nach eigener Aussage unter der Bedingung der Geheimhaltung einsehen. Das DSB ist für die Flugunfalluntersuchung verantwortlich gewesen. Die zweite Ermittlungseinrichtung – das Joint Investigation Team (JIT) – ist für die Strafuntersuchung des Falls zuständig.
(2) Auch US-Präsident Donald Trump, auf den manche ihre Hoffnungen in diesem Fall setzten, gab die Satellitenbilder bislang nicht heraus. Eine internationale Gruppe von Juristen, Wissenschaftlern und Militärexperten hatte ihn Ende 2016 kurz nach seiner Wahl in einem offenen Brief zur Freigabe der Fotos aufgefordert.
(3) Im JIT haben sich die Staaten zusammengefunden, die Bürger bei dem Absturz verloren haben. Es starb jedoch kein ukrainischer Staatsbürger bei der Flugzeugkatastrophe. Zudem steht das JIT unter Aufsicht der EU-Einrichtung Eurojust, in der die Ukraine ebenfalls nicht Mitglied ist.
(4) Geraschtschenko ist beteiligt an dem rechtsradikalen Projekt „Mirotworez“, das unter anderem eine Liste mit sogenannten „Feinden der Ukraine“ betreibt, in der die Betroffenen namentlich mit allen möglichen persönlichen Daten veröffentlicht werden. Mehre kritische Journalisten in der Ukraine wurden bereits ermordet, kurz nachdem ihre Adresse in der Mirotworez-Liste auftauchte. Laut van der Pijl konnte ein unabhängiges Hacker-Kollektiv auch die Einbindung der NATO in das Projekt nachweisen.
(5) Wer an diesen Details näheres Interesse hat, sollte in das Büchlein von Bernd Biedermann und Wolfgang Kerner schauen, in dem die beiden früheren NVA-Offiziere der Flugabwehr-Raketentruppen den Abschuss und die folgenden Ermittlungsversuche chronologisch dokumentieren: „Absturz der MH-17: Auf der Suche nach der Wahrheit“, Helios 2018.
(6) Victoria Nuland und ihr Ehemann Paul Kagan sind Mitbegründer des „Project For A New American Century“. Beide sind laut van der Pijl Teil eines transatlantischen „neokonservativen Klüngels“, zu dem auch der damalige polnische Außenminister Radoslaw Sikorski oder Carl Bildt, früherer schwedischer Außenminister und neoliberaler Erzfeind Olof Palmes, gehören. Zu diesem Kreis ließe sich sicherlich auch der CDU-Mann Elmar Brok zählen, den die Bild-Zeitung während des Euromaidan als „Brüssels heimlichen Strippenzieher in Kiew“ bezeichnete. Diese europäischen Politiker sind während und nach dem Maidan immer wieder mit scharfen anti-russischen Statements aufgefallen.
(7) Das abgehörte Gespräch wurde am 4. Februar 2014 bei YouTube veröffentlicht – kann also auch bereits einen oder mehrere Tage zuvor geführt worden sein.
(8) Dies gilt besonders, wenn man zusätzlich noch die massiven finanziellen Interventionen zur „Demokratieförderung“ in der Ukraine durch die USA und die EU mitbedenkt. Hierzu zählen nicht nur die berühmten fünf Milliarden US-Dollar seit 1991, von denen Victoria Nuland im Dezember 2013 sprach, und die vor allem pro-westlichen und russlandkritischen Organisationen zugutekamen. Dazu kommen auch direkte und indirekte Zahlungen der EU, etwa durch den European Endowment for Democracy (EED), die sich insgesamt mindestens im dreistelligen Millionenbereich bewegen. Einzelne EU-Staaten wie Großbritannien und die Niederlande initiierten zusätzlich PR-Kampagnen in der Ukraine für das Assoziierungsabkommen, für den Euromaidan und für maidannahe Bürgersender, schreibt van der Pijl. Zahlreiche westliche Politiker wie John McCain, Guy Verhofstadt, Frans Timmermans, Guido Westerwelle und andere spornten die Menschen auf dem Maidan zum Kampf gegen Janukowitsch an. Der kanadische Botschafter hatte der Swoboda-Kampfeinheit C14 laut van der Pijl sogar erlaubt, die kanadische Botschaft als Basis zu nutzen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte zuvor den Maidananführer Vitali Klitschko und seine kleine Partei massiv gefördert. Nach Poroschenkos Wahl zum ukrainischen Präsidenten habe sich dieser regelmäßig alle zwei Wochen mit US-Botschafter Pyatt getroffen, um politische Maßnahmen und Personalfragen zu besprechen. Auch der antirussische Oligarch, Finanzspekulant und Putschfinanzier George Soros ließ im März 2014 mehrere ukrainische Minister in Kiew zum Rapport antreten. All dies zeigt, wie stark westliche Machteliten in die politische Souveränität der Ukraine eingriffen.



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Stefan Korinth Stefan Korinth, Jahrgang 1983, ist freiberuflicher Journalist. Er lebt und arbeitet als Autor und Redakteur in Hannover. Dort studierte er Politikwissenschaften und Soziologie. Für seine Abschlussarbeit forschte er in der Ukraine. Seine journalistischen Arbeitsschwerpunkte sind politische und historische Themen sowie der Ukraine-Konflikt.
Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

Der Artikel ist erschienen am 10.11.2018 bei:Rubikon-News

Sonntag, 14. November 2021

MH17 - Bericht: "Die Beweise sind absurd!"


Dieser Beitrag sollte eigentlich schon im Juni 2018 erscheinen

Das hier vorgesehende Video wurde von Youtube zensiert
gemerkt habe ich das am 28.09.2021

Der Offizier der NVA-Luftverteidigung bei Flugabwehrraketen Bernd Biedermann erläuterte im Video die wesentlichen Merkmale eines Abschusses durch eine Rakete wie die eines BUK-Systems. Im Interview mit Maria Janssen erzählte er, warum er es für ausgeschlossen hält, dass der Abschuss der malaysischen Boeing von einem solchen System durchgeführt worden sein

Thema: MH 17

Spricht man noch über die MH 17 Tragödie?
oder ist es, wie so vieles in der heitigen Zeit, aus den Augen, aus dem Sinn?

Am 17. Juli 2014 befanden sich 298 Menschen an Bord der Boeing 777 auf dem Flug MH17 von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Alle Passagiere und die Bord-Crew kamen beim Absturz über dem ukrainischen Gebiet Donezk ums Leben. Kiew beschuldigte die Donezker Volkswehr, für die Tragödie verantwortlich zu sein. Diese beteuerte jedoch, über keine Waffen zu verfügen, die ein Flugzeug in einer solchen Höhe abschießen könnten.

Experten zufolge führte die Verantwortungslosigkeit der Ukraine zum Tod von 298 Menschen. Warum? Weil die Ukraine den eigenen Luftraum nicht sperrte, wobei sie absichtlich die Tatsache der großangelegten Kampfhandlungen auf ihrem Territorium ignorierte. Ob es sich um die Angst handelte, die Fluggebühren einzubüßen, oder einfach um Fahrlässigkeit, ist eine offene Frage.

Die niederländischen Behörden vertuschen die Schuld der Ukraine für die Nicht-Sperrung ihres Luftraums und schieben die Verantwortung in Richtung internationale Organisationen und Flugunternehmen. Allerdings wäre es nicht zu der Tragödie gekommen, hätte Kiew den Luftraum gesperrt, wie dies das Chicagoer Abkommen von 1944 erfordert, meinen Experten.

Spezialisten im Bereich des internationalen Flugrechtes weisen außerdem darauf hin, dass die Untersuchung in einem geschlossenen Bereich erfolgt und sich in die Länge zieht. Dabei bekommt die Öffentlichkeit nur einen leisen Nachhall davon, womit sich die Gemeinsame Ermittlungsgruppe unter Leitung der niederländischen Staatsanwaltschaft befasst. Den Verwandten der Opfer wurden nur wenig aussagekräftige Videos über den Verlauf der Untersuchung gezeigt.

Von Anfang an dominierten bei diesem Fall die politische Voreingenommenheit, die Ausrichtung auf ein bestimmtes Sujet, das für den Westen und die Ukraine vorteilhaft sein würde, wobei der gesunde Menschenverstand in den Hintergrund geschoben wurde. Bei den niederländischen Ermittlern gab es zahlreiche Ungenauigkeiten, Manipulationen und offen unglaubwürdige Angaben.

Das niederländische Ministerium für Sicherheit und Justiz soll eine Reihe von Dokumenten, die den Absturz einer Boeing 777 im Osten der Ukraine im Juli 2014 betreffen, nicht freigeben. Eine entsprechende Empfehlung gab der Behörde am Mittwoch nach Angaben des niederländischen Fernsehens der Staatsrat des Landes.

Dem Beschluss der Behörde zufolge „überwiegen das Recht der Regierung auf Vertraulichkeit ihrer Tätigkeit, die Einheit der Staatspolitik und die Sensibilität der Frage die Wichtigkeit der Freigabe der Information“.

Laut dem ehemaligen Major der ukrainischen Streitkräfte, Juri Baturin, ist die malaysische Boeing 777/Flug MH17, die im Juli 2014 im Gebiet Donezk abgestürzt war, von dem damals von Kiew kontrollierten Territorium des Dorfes Saroschtschenskoje aus abgeschossen worden. Das geht aus einem Interview Baturins für den TV-Sender Swesda hervor.

Baturin, der zum Zeitpunkt der Flugzeugkatastrophe den Befehlsstand des Truppenteils A-1215 der Fla-Raketentruppen bei Charkow geleitet hatte, will die Boeing am Unglückstag auf Radarbildschirmen gesehen haben.

Man habe alle Flugzeuge beobachtet, die über dem Kampfgebiet geflogen seien, so Baturin. Das Verschwinden der Boeing sei bemerkt worden, als die entsprechende Kennungsmarke plötzlich vom Bildschirm verschwunden sei, so Baturin.

Wenige Tage nach dem Boeing-Absturz sei eine Militärkolonne, die Kampftechnik des 156. Fla-Raketenregiments ins Dorf Saroschtschenskoje verlegen sollte, im Befehlsstand bei Charkow eingetroffen. Unter den Waffen habe sich ein Fla-Raketenkomplex Buk befunden.

Durch die Zusammenstellung der Fakten ist der Ex-Major nach eigenen Worten zu dem Schluss gelangt, dass die auf dem Radarbildschirm angezeigte Boeing „im Wirkungsbereich einer gelenkten Rakete des Fla-Raketenkomplexes Buk verschwunden war, zu dem auch der Punkt ‚Dorf Saroschtschenskoje‘ gehörte“.

„Eben damals wurde alles klar“, sagte der Ex-Major. Die Medien in aller Welt hätten faktisch gleichzeitig und mit gleichen Worten an die große Glocke gehängt, dass Russland ein Verkehrsflugzeug abgeschossen habe, ergänzte er.

Baturin, der gegenwärtig in Russland lebt, betonte, er trage die volle Verantwortung für jedes seiner Worte.

Inzwischen hat der Konzern Almas-Antej, der Hersteller von Fla-Raketenkomplexen Buk, nach drei Experimenten die Version bestätigt, laut der die besagte Buk-Rakete vom Ort Saroschtschenskoje abgefeuert worden war.


MH-17: Weiter Streit um russische Primär-Radardaten
Russland hat nun die Daten im geforderten ASTERIX-Format geschickt, russische Medien schießen nach, das Gemeinsame Ermittlungsteam (JIT) werde sie weiterhin wahrscheinlich ignorieren
[...]
So aber bleibt alles im Nebel von Behauptungen beider Seiten, auch wenn man den Eindruck gewinnen kann, dass das JIT die Analyse der angeblichen Primärdaten hinauszieht. Hätte die russische Seite Interesse an einer Aufklärung, könnte sie Daten beispielsweise von einer unabhängigen Expertengruppe auf Authentizität prüfen und auswerten lassen. Offiziell unbeantwortet ist bislang auch die Frage, warum in der Ukraine kein Radarsystem aktiv war. Eine Wartung in Kriegszeiten, als noch ukrainische Militärmaschinen Ziele in der Ostukraine angriffen und dort von Artillerie zwei Maschinen abgeschossen worden waren, klingt kaum glaubhaft.
(Florian Rötzer)
Lesen Sie den sshr interessanten Artikel - hier - bei Heise.

Die damals noch nicht zensierten Links zu Sputniknews habe ich entfernt

Ein Leserkommentar

Hallo Gerd,

Nun wird wieder - wie vor ein paar Monaten - dieselbe Story aufgetischt. Die Fußball-WM in Russland steht unmittelbar bevor, der Skripal-Fall war ein Flop, dann kam am Pfingstsonntag Seppelt auf der ARD mit den angeblich gedopten russischen Fußballern. Das führte auch nicht zum gewünschten Erfolg. Das ist nun die letzte Möglichkeit, die Russen unmöglich zu machen und ihnen die WM noch wegzunehmen.

1. Die JIT ist eine internationale Kommission mit der Ukraine, ohne Russland. Da kann doch nie ein Ergebnis rauskommen, das die Ukraine belastet. Die Gruppe der Ermittler vereinbarte, dass kein Dokument veröffentlicht werden darf, wenn eines der Mitglieder dem widerspricht. Das ist so, als ob ein Mordverdächtiger sich selbst die Fakten aussuchen darf, über die das Gericht verhandelt. JIT hat bei der Pressekonferenz am Donnerstag den größten Teil der von Russland zur Verfügung gestellten Informationen ignoriert. Außerdem, nicht alle Wrackteile wurden nach Holland geschafft und untersucht. Kreisrunde Ein-,Austrittslöcher im Cockpit, die nicht von Schrapnells einer BUK-Rakete stammen können, wurden ignoriert. JIT stützt sich auf Bellingcat-Filmchen und Fotos. Selbst SPIEGEL Online war nicht von der Seriosität überzeugt und schrieb am 3.6.2015:„Bellingcat betreibt Kaffeesatzleserei“. Und am 5.6.2015:„Bellingcat-Autor war hauptamtlicher Stasimitarbeiter“ .Und die sind ja für besonders seriöse Recherchen bekannt. (Ironie aus)

2. Es wurde berichtet, dass am 17.7.14 früh von den Russen die BUK-Abschussvorrichtung in das Gebiet der Separatisten gefahren wurde, die MH17 wurde 16:20 Uhr Ortszeit abgeschossen und danach die Abschussvorrichtung wieder rausgefahren. Nun sollte allerdings die MH17 eine südlichere Route fliegen, nicht über das Kampfgebiet. Erst durch ein Unwetter wurde sie von der ukrainischen Luftüberwachung über das Kampfgebiet geleitet und genau über die Stelle, wo sie von der BUK-Rakete abgeschossen wurde.
( Wikipedia:“In der Umgebung der MH17-Flugroute gab es mehrere Gewitter. Gegen 13:00 Uhr [UTC-Zeit = 16:00 Ortszeit] genehmigte die Flugverkehrskontrolle eine wetterbedingte Abweichung von der vorgesehenen Route in nördliche Richtung,“)
Welch merkwürdiger Zufall! Oder haben die Russen hellseherische Fähigkeiten?

3. Es ist schon interessant, dass Wrackteile eines Flugzeugs, das mit 900km/h in 10.000 m Höhe fliegt und mit einer BUK-Rakete mit Näherungszünder abgeschossen wird, nach hinten fliegen.
Spiegel Online 6.8.2014: „Frust im Trümmerfeld : Der westliche Teil des Trümmerfeldes befindet sich in der Hand der Ukrainer, der östliche liegt im Rebellengebiet“.
Wo landet z.B. ein abgeschossener Vogel, vor oder hinter der Abschussstelle?

Diese 3 simplen Dinge müssten eigentlich jedem zu denken geben, der nun nach fast 4 Jahren das Ergebnis hört, das der SPIEGEL schon nach paar Tagen im Heft 31/2014 verkündete: STOPPT PUTIN JETZT! Damals war schon klar, was rauskommen musste.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Steht der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Abschussberichts von MH 17 im Zusammenhang mit Syrien

Thema: MH 17

„Untersuchungsbericht“ zu MH 17
und andere Lügen der Kriegstreiber

von Peter Haisenko
Man muss sich fragen, warum gerade jetzt wieder die BUK-Saga vom Raketenabschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs MH 17 ausgepackt wird. Dazu sollte man auch einen Blick auf Syrien richten.
Man stelle sich einen Strafprozess vor, bei dem einem Tatverdächtigen das Recht zugesichert wird, darüber zu bestimmen, was gegen ihn verwendet oder davon veröffentlicht werden darf. Das würde jedem Rechtsverständnis und Rechtsstaat Hohn sprechen. Genau das ist aber geschehen im Fall des Abschusses der MH 17. Kiew, das zweifellos in den Vorgang verwickelt ist, ist das Recht zugesichert worden, darüber zu entscheiden, was an Untersuchungsergebnissen veröffentlicht werden darf. Wer kann sich da noch wundern über die „Qualität“ des Berichts der holländischen Kommission?

Alle Berichte der Kommission strotzen folglich mit Auslassungen von harten Fakten und erfundenen „Beweisen“. Es geht los mit der „BUK-Saga“. Unabhängige Fachleute sind sich einig, dass MH 17 nicht von einer BUK abgeschossen worden sein kann. Dennoch dreht sich die öffentliche Diskussion nur darum, wer die nicht-existente Rakete abgefeuert hat.

Das folgt der Logik der Kriegstreiber, denn nur mithilfe dieses Märchens ist es möglich, Russland die Schuld für diese Gräueltat in die Schuhe zu schieben, Sanktionen zu verhängen und deren Verlängerung auf ewig zu begründen. Ja, letztlich wohl einen Grund für einen „gerechten Krieg“ gegen das böse und aggressive Russland anzuzetteln. Wir sind die Guten und die sitzen selbstverständlich auch in Kiew.

Warum wird die BUK-Saga um MH 17 gerade jetzt ausgepackt?

Diese runden Löcher auf der linken Cockpitseite können nur durch direkten Beschuss entstanden sein.


In keiner Version der „Kommissionsberichte“ wird auch nur am Rande auf die kreisrunden Löcher eingegangen, die im Cockpitbereich unübersehbar sind. Sie werden schlicht ignoriert. Kein Wunder, denn sie sind mit einem BUK-Treffer nicht zu erklären. Sie können nur durch direkten Beschuss von einem Kampfflugzeug entstanden sein. Der kanadische OSZE-Beobachter Michael Bociurkiw war als einer der ersten vor Ort und hat seine Beobachtungen an den Trümmern der vorderen Sektion nur mit „very, very heavy mashinegunfire“ (Schwerstem Beschuss mit Maschinengewehren) erklären können, wie er in einem Interview mitgeteilt hat. Dieser Teil des Interviews ist mittlerweile aus dem Netz entfernt worden. Es darf nicht sein, dass unabhängige und unangreifbar glaubwürdige Zeugenaussagen bestätigen, dass es nur ein ukrainisches Kampfflugzeug gewesen sein kann, dass die MH 17 abgeschossen hat.

Man muss sich fragen, warum gerade jetzt wieder dieser anti-russische Lügenkanon ausgepackt wird. Dazu sollte man auch einen Blick auf Syrien richten. In Aleppo spitzt sich die Lage zu und zwar zu Ungunsten der vom Westen unterstütztenTerroristen. Nachdem die Versorgungsrouten der islamistischen Schlächter dorthin abgeschnitten sind, also kein Nachschub an Waffen und Munition geliefert werden kann, hat die Bodenoffensive der syrischen Armee gute Chancen, auch diesen Teil der Stadt vom Terror zu befreien.

Dann wird es dasselbe sein wie mit dem befreiten Homs, nämlich dass keine Propagandabilder mehr aus Aleppo geliefert werden können, die die angeblichen Gräueltaten der syrischen Armee und der russischen Luftwaffe in unsere Köpfe hämmern sollen.

Ein Ende der Kampfhandlungen in Aleppo steht bevor

Die geschickt zurückhaltende Politik Moskaus hat bis jetzt einen direkten Waffengang mit der NATO/USA verhindern können, obwohl gerade der Militärisch-Industrielle-Komplex in den USA nichts unversucht gelassen hat, einen Kriegsgrund herzustellen. Eben mit dem Abschuss der MH 17 und dem Abschuss der russischen SU 24 durch die türkische F 16. Seit einem Jahr mindestens sind aus den USA die Stimmen zu hören mit den Forderungen, den Islamisten in Syrien Waffen in die Hand zu geben, mit denen sie russische Flugzeuge abschießen können und sollen. „Es muss russisches Blut fließen“, sagen die Kriegstreiber.

Nichts davon konnte Putin zu unbedachten Handlungen verleiten und jetzt entwickelt sich die Situation in Syrien dahingehend, dass ein Ende der Kampfhandlungen in greifbare Nähe gerückt ist. Nicht umsonst haben die US-Militärs „aus Versehen“ ausgerechnet die Stellung der syrischen Armee bombardiert, die eine Schlüsselstelle ist, um den Nachschub an Kriegsmaterial nach Aleppo zu unterbinden. Spätestens hieran sollte man sehen, wer ein Ende der Kämpfe und des Mordens in Aleppo unbedingt verhindern will.

Der nächste Blick richtet sich auf den Wahlkampf in USA. Die Prognosen der Wahlforscher zeigen auf, dass meine Vorhersage für den Wahlsieg Trumps eine geradezu zwingende Wahrscheinlichkeit erreicht. Das wäre für den Militärisch-Industriellen-Komplex mit seiner Gallionsfigur Clinton die Katastrophe schlechthin, denn Trump will im Gegensatz zu Clinton ein ordentliches und entspanntes Verhältnis zu Russland und die weltweiten militärischen Interventionen der USA einstellen.

Das letzte Mittel, um einen Präsident Trump zu verhindern, dürfte wohl der heiße Krieg, der direkte Waffengang gegen Moskau sein. Dann könnte Obama das Kriegsrecht in den USA verhängen und so die Wahl einfach absagen, respektive verschieben auf unbestimmte Zeit. Hier sind wir zurück bei MH 17, mithilfe derer eben ein weiteres Argument für einen „gerechten Krieg“ gegen Russland geschaffen werden soll.

Die absurde Logik der BUK-Saga

Bei allem, was in der Politik geschieht, muss immer die Frage gestellt werden, wem es nutzt. Das gilt für den Angriff auf das „World Trade Center“ (9/11), der die Stellung der USA in der Welt von „zweifelhaft“ verändert hat zu „uneingeschränkter Solidarität“ (Kanzler Schröder). MH 17 war die offizielle Begründung für die Sanktionen gegen Russland (Der Spiegel: „Stoppt Putin jetzt!). So sollte man sich überlegen, welch hanebüchener Mist die Geschichte mit der BUK ist. Kann wirklich jemand ernsthaft glauben, dass die Russen ein BUK-System in die Ostukraine verbringen, nur um ein malaysisches Zivilflugzeug abzuschießen, dann das BUK-System wieder einpacken und nach Russland zurück bringen? Welchen Nutzen könnte Russland daraus ziehen? Welch eine absurde Logik verbirgt sich hinter diesem Konstrukt?

Das theoretisch mögliche Argument, dass mit dieser (nicht-existenten) BUK ein ukrainisches Flugzeug hätte abgeschossen werden sollen, ist auch nicht schlüssig. Da gibt es kleinere, handlichere, unauffälligere und billigere Waffensysteme, mit denen Kampfflugzeuge vom Himmel geholt werden können und worden sind.

Deswegen, weil diese Systeme in der Ostukraine zur Verfügung stehen, hat die Kiewer Luftwaffe ihre Angriffe auf die Städte im Donbass eingestellt. Diese Systeme haben aber nur eine höhenmäßig geringfügige Reichweite. Sie sind untauglich für den Abschuss eines Verkehrsflugzeugs. Die ganze BUK-Saga wird begründet mit Bezug auf Elliot Higgins und „Bellingcat“. Diese Einmannshow eines CIA-Agenten, der bereits bekannt war als „Moses Brown“, als er Falschmeldungen aus Syrien lanciert hat, bezieht seine „Recherchen“ auf angebliches Internet-Material, das keiner ernsthaften Überprüfung standhält.

Aber so kann unsere Transatlantiker-Presse die Diskussion in die falsche Richtung lenken. Die Diskussion, wer nun verantwortlich wäre für den Einsatz eines BUK-Systems, den es nie gegeben hat. So wird verhindert, darüber zu befinden, wer in Kiew zur Verantwortung zu ziehen ist für den Einsatz der SU 25, die die MH 17 abgeschossen hat.

Wenn Verdächtige selbst das Verfahren kontrollieren…!

In Syrien steht ein Ende der Kämpfe um den kleinen Teil von Aleppo bevor, der noch von den Terroristen gehalten wird. Wenn das vorbei ist, gibt es nur noch die Stadt Rakka und die wird vom IS gehalten. Hier gibt es aber keinerlei Dissens, dass der IS terroristisch ist, und mit allen Mitteln von allen Parteien bekämpft werden muss. Dann ist es vorbei mit ungerechtfertigten Anschuldigungen an Russland und es wird auch keine propagandistischen Bilder mehr geben.

Es besteht dann sogar die Gefahr, dass sich die westliche Presse an den Jemen erinnert, wo die Saudis und die USA Kriegsverbrechen en Masse begehen. Wie soll dann noch ein „gerechter Krieg“ gegen Russland begründet werden?

Die perfiden Pläne des Militärisch-Industriellen-Komplex’ der USA zerbröseln mehr und mehr an der rational vernünftigen Haltung Russlands. Es ist wie vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg: Die Kriegstreiber haben ein Zeitproblem. Wohl deswegen haben sie jetzt die MH 17 aus der Mottenkiste geholt, weil ihnen ansonsten die Argumente gegen Russland ausgegangen und neue kaum zu konstruieren sind.

Die „Berichte“ zu MH 17 aus Holland sind solange als hässliche Propaganda einzustufen, wie sie keine Erklärung für die etwa 30 Millimeter großen runden Einschusslöcher anbieten können. Da hilft auch wenig, dass die Berichte seitenlang auf die erstaunliche Erkenntnis eingehen, dass MH 17 von keinem Meteor getroffen worden ist. Wie gesagt: Was kann von einem Bericht erwartet werden, über den Verdächtige selbst die Kontrolle haben?

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.epochtimes.de

Die Kriegstreiber des Militärisch-Industriellen-Komplexes der USA steuern auf einen direkten Waffengang gegen Russland in Syrien zu:

deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/09/30/usa-erwaegen-den-direkten-kampf-gegen-russland-in-syrien/

deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/10/01/grossmaechte-treiben-in-syrien-auf-einen-globalen-krieg-zu/

Hier die Analyse, was wirklich mit MH 17 geschehen ist:

Schockierende Analyse zum Abschuss der Malaysian MH 017  

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Der falsche Eindruck über die Lage in Syrien 

Peter Haisenko absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung an der Lufthansa-Flugschule zum Verkehrspiloten. Die folgenden 30 Jahre war er im weltweiten Einsatz als Copilot und Kapitän auf den Mustern B727, DC 8, B747, B737, DC 10 und A 340. Seit 2004 ist er tätig als Autor und Journalist. Er gründete den Anderwelt Verlag. www.anderweltonline.com/

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.


Sonntag, 22. November 2015

Wem nutzt der Absturz des russischen Passagierflugzeugs?

Thema: Flugzeugabsturz

Russischer Metrojet wurde von Bombe an Bord zerfetzt

Von Peter Haisenko
Das Bild des Trümmerfelds lässt keinen anderen Schluss zu: Der russische Metrojet A 321 ist in der Luft auseinander gebrochen und hat 224 Menschen in den Tod gerissen. Ein Airbus zerbricht nicht einfach so, im Gegensatz zu Boeing-Flugzeugen, von denen derartige Vorfälle bekannt geworden sind. Es kann folglich nur eine Bombe an Bord gewesen sein, die die Katastrophe verursacht hat. Und es muss eine sehr kräftige Bombe gewesen sein, sorgfältig platziert. Es bleibt nur eine Frage offen: Wer hat die Bombe an Bord gebracht?

Während von London und Washington bereits gemeldet wird, dass eine Bombe das Unglück verursacht hat, zeigt sich Moskau mit derartigen Aussagen noch zurückhaltend. Auch diese Katastrophe hat eine komplexe politische Dimension. In den zurückliegenden Jahren wurde bei einigen Abstürzen viel zu schnell eine Bombe ausgeschlossen, wenn die Ursache nicht sofort klar erkennbar war. Das hat einen Grund. Die Security-Maßnahmen sind kaum noch zu steigern und letztlich müsste zugegeben werden, dass Bombenanschläge auf Verkehrsflugzeuge nicht zuverlässig verhindert werden können. Um vollkommene Sicherheit vor Anschlägen herzustellen, müsste man den Flugverkehr einstellen. Warum also wird in diesem Fall die Bombe vor Abschluss der Untersuchungen der Öffentlichkeit als Fakt präsentiert?

Die Frage nach der Verantwortung ist höchst kompliziert

Betrachten wir die unterschiedlichen Interessenlagen der Beteiligten. Allen voran der Leidtragende Russland hat hier ein Problem. Die Zerstörung eines russischen Flugzeugs durch eine Bombe an Bord lässt Russland angreifbar erscheinen, vor allem angesichts der konkreten Drohungen durch den IS. Ägypten wäre es ebenfalls lieber, der Absturz wäre an einer technischen Ursache festzumachen. Die sowieso schon schlechte Lage des Tourismus im Land sollte nicht noch weiter durch einen neuerlichen Terroranschlag beschädigt werden.

Airbus selbst ist natürlich daran interessiert, eine flugzeugeigene – technische – Ursache auszuschließen. Washington und London wiederum erfreuen sich an der Gelegenheit, ihren erklärten Feind Russland angreifbar darstellen zu können. Der IS braucht wieder einmal eine Erfolgsmeldung, nachdem Russland mit seinen Angriffen auf Stellungen der Terrormiliz große Erfolge verbuchen kann. Kein Wunder also, dass sofort ein Bekennerschreiben aufgetaucht ist, das eine Täterschaft des IS proklamiert. Dabei hat die islamistische Mörderbande allerdings grobe Fehler gemacht, woraus der Schluss zu ziehen ist, dass sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts mit der Katastrophe zu tun hat. Das macht die Angelegenheit noch undurchsichtiger.

Wieso gibt es hier Satelliten-Aufzeichnungen – im Fall der MH 17 aber nicht?

Wer hat die Bombe platziert? Ehe ich näher auf diese schwierige Frage eingehe, möchte ich einige grundsätzliche Bemerkungen, die Qualität der Bombe betreffend, voranstellen. Um ein Flugzeug in der Luft zerreißen zu können, muss die Sprengkraft sehr groß sein und die Erfahrung hat gezeigt, dass eine im Frachtraum platzierte Bombe das Auseinanderbrechen eines Flugzeugs in der Luft eher nicht bewirken kann. Ich gehe folglich davon aus, dass der Sprengsatz in diesem Fall in der hinteren Galley (=Küche - wo Getränke, Speisen und zollfreie Waren in Wagen aufbewahrt sind) platziert worden ist. Die Explosion war so stark, dass die USA gemeldet haben, sie hätten den Explosionsblitz auf ihren Satelliten-Aufzeichnungen identifizieren können. Gleichzeitig wollten sie ausschließen, dass eine Boden-Luft-Rakete beteiligt gewesen sein könnte. Es gab keine zugehörige Aufzeichnung über die Hitzespur einer solchen Waffe. An der Stelle müssen wir einen „Ausflug“ zum Abschuss der MH 17 im Juli 2014 über der Ostukraine machen.

Was militärische Beobachtung anlangt, ist der Sinai derzeit eher uninteressant. Dennoch konnten US-Satelliten eine Explosion in diesem Gebiet aufzeichnen, ganz einfach deswegen, weil sie darauf programmiert sind, eben solche Explosionen oder Raketenstarts zu entdecken und zu melden. Zum Zeitpunkt des Abschusses der MH 17 über der Ostukraine war die Situation hinsichtlich der Überwachungs- und Aufklärungsaktivitäten der USA zweifelsohne eine ganz andere. Man darf sicher sein, dass gerade diese Gegend zu dieser Zeit unter besonders genauer Beobachtung durch US-Satelliten stand. Schließlich wollte Washington der Kiew-Regierung mit besten Informationen hilfreich sein. Wieso also konnte oder wollte Washington den Start und die zweifellos sehr heftige und notgedrungen sichtbare Explosion einer BUK nicht durch Satellitenaufklärung beweisen? Ganz einfach, weil es weder einen Start noch einen Treffer von einer BUK-Rakete gegeben hat.

Über die Frage „Wer war es?“ kann nur spekuliert werden

Die USA spekulieren auf die Gutgläubigkeit ihrer Anhänger und die Unterstützung durch die Medien. Man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, wie die USA ihre Glaubwürdigkeit Stück für Stück weiter zerlegen. Washington hat natürlich großes Interesse, die Verwundbarkeit Russlands zu beweisen. Mit diesem kurzfristigen Ziel vor Augen, hat man übersehen – oder einfach im Vertrauen auf die kritiklose Gefolgschaft der Medien – ignoriert, dass die Meldung über die Aufzeichnung der Explosion über dem Sinai die noch immer unbeantwortete Frage wiederbeleben muss: Warum gibt es keine Satelliten-Aufzeichnungen, die den angeblichen Treffer einer BUK-Rakete an der MH 17 belegen?

Es fällt mir schwer zu glauben, dass der IS über die Mittel verfügt, eine Bombe dieser Qualität aus eigenen Mitteln herzustellen und auch noch zu platzieren. Der ägyptische Sicherheitsapparat ist besser als sein Ruf. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wenn also der IS überhaupt beteiligt war, dann muss er zumindest Unterstützung von echten Profis gehabt haben. Der übliche Aufschrei „Putin war´s“ kann diesmal nicht verfangen – und so blieb er denn auch aus. Aber wer war es dann? Hier zu spekulieren fällt schwer, denn die Interessenlagen mehrerer internationaler Akteure sind kaum zu unterscheiden. Ich will hierzu nur die Aussage eines Ex-Mossad-Chefs zitieren, die er im amerikanischen Fernsehen nur wenige Stunden nach dem Einschlag der Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers gemacht hat: „Bin Laden? Das kann der nicht. So etwas können nur wir oder die CIA.“ Kein Wunder, dass dieses Live-Interview kein zweites Mal in irgendeiner Nachrichtensendung gezeigt wurde.

Insider und Spezialisten müssen beteiligt gewesen sein

Es besteht kein Zweifel, dass die 224 Toten an Bord des russischen A 321 mit einer Bombe ermordet worden sind. Ob es ihnen gefällt oder nicht, die russischen Behörden werden das eingestehen müssen und wir werden diesbezüglich irgendwann Klarheit haben. Ich bezweifle allerdings, dass ein Schuldiger für diesen Massenmord jemals benannt wird – oder werden kann. Woran ich indes ganz und gar nicht zweifle, ist, dass Insider und Spezialisten an dieser mörderischen Aktion beteiligt waren. Die vorausgehende Logistik ist viel zu komplex, als dass ein derartiger Anschlag ohne die Hilfe von Profis durchführbar erscheint. Wir werden also wieder einmal damit leben müssen, dass jeder dem glauben darf, den er nach seiner politischen Ausrichtung für glaubwürdig hält. Mit diesem grässlichen Verbrechen kann der nächste Grabstein aufgestellt werden für den Tod der Wahrheit.

Mit freundlicher Genehmigung von Peter Haisenko AnderweltOnline.com

Dienstag, 10. März 2015

MH 17 - Der Abschuss durch ukrainische SU 25 ist bewiesen

Thema: MH 17
AnderweltOnline.com

MH 17 - Der Abschuss durch ukrainische SU 25 ist bewiesen

Der erste „Bericht“ der holländischen Kommission zum Absturz der MH 17 über der Ostukraine war beschämend nichtssagend. Er konnte sich auch nicht auf Fakten stützen, die nur belegt werden können, wenn die Wrackteile ordentlich untersucht werden. Ein Teil der Flugzeugreste ist seit einigen Monaten nach Holland gebracht worden und jetzt lässt sich zweifelsfrei belegen, was an diesem schrecklichen 17. Juli 2014 geschehen ist: Die „Haisenko-Analyse“ ist vollständig bestätigt. weiter lesen

Ergänzung 14.03.2015
Siehe auch hier: http://www.globalresearch.ca/how-the-malaysian-airlines-mh17-boeing-was-shot-down-examination-of-the-wreckage/5435094


Ergänzung 15.03.2015 13:00 Uhr

MH17: Lügenpresse schiesst zurück

Sonderbare Änderungen bei Wikipedia

Wir wissen, dass zum Beispiel Wikipedia bereits vor dem Abschuss der MH 17 manipuliert worden ist, was die Dienstgipfelhöhe der SU 25 angeht. Selbst die Seite http://www.fliegerweb.com/aktuell/ hat ihre Angaben zu den Leistungen der SU 25 vom August zum September 2014 „angepasst“. Original: Dienstgipfelhöhe 14.600 Meter, ohne Einschränkungen. Ab September 2014: Dienstgipfelhöhe 7.500 Meter, maximal erreichte Höhe (flight test) 14.600 Meter. Ganz nebenbei bemerkt: Schon die ME 262 konnte auf 14 Kilometer Höhe aufsteigen und schießen.



Zusätzlich wird im „Bericht“ der ARD etwas Falsches ausgesagt: Die Boeing wäre „in der Mitte auseinander gebrochen“. Selbst der nichtssagende Bericht der Untersuchungskommission stellt fest, dass die Boeing eben nicht in der Mitte auseinandergebrochen ist, sondern weit vorne, kurz hinter dem Cockpit.

mehr hier: http://www.mmnews.de/index.php/politik/39553-leugenpresse-mh17

Sonntag, 11. Januar 2015

MH 17 – Erschütternde Zeugenaussage

Thema: MH17
Ukrainer packt aus, was er am 17. Juli erlebte
Epoch Times
MH 17 – Erschütternde Zeugenaussage:
„Ich kannte den Piloten, der MH 17 abschoss“


Die russische Zeitung Komsomolskaja Prawda interviewte einen anonymen Zeugen zum MH 17-Abschuss. Die Glaubwürdigkeit des Mannes war zuvor mit einem Lügendetektor überprüft worden.
Am 17. Juli 2014 wurde die Malaysia Airlines MH 17 über der Ostukraine abgeschossen. Ein halbes Jahr später ist nur eines klar: Die Umstände des Abschusses werden von den Westmächten gezielt verschleiert – die 298 Menschen an Bord dürften einem ausgefeilten Komplott zum Opfer gefallen sein. Russland war bisher der einzige Player, der stichhaltiges Satelliten-Material veröffentlichte – und das gleich nach der Katastrophe. (Siehe hier.)

Vor Weihnachten tauchte nun ein Zeuge auf, der zum Abschuss der Malaysia Airlines eine detaillierte Aussage machte. Am 17. Juli hatte er Merkwürdiges auf einer ukrainischen Militärbasis beobachtet: Ein sichtlich verstörter Kampfjet-Pilot kam von einem Routineflug zurück und sagte: "Es war nicht das richtige Flugzeug“. Als das Unglück wenig später bekannt wurde, folgerte der Zeuge, dass jener „Hauptmann Wladislaw Woloshin“ die Passagiermaschine irrtümlich abgeschossen haben musste.

Er bestand den Lügendetektor-Test

Im Dezember erzählte der Zeuge, dessen Name zu seinem Schutz geheim gehalten wird, seine Erlebnisse der russischen Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. Die Redaktion und die russischen Behörden prüften seine Identität und seine Glaubwürdigkeit mit einem Lügendetektor, bevor sie ein ausführliches Interview veröffentlichten, das EPOCH TIMES hier in deutscher Übersetzung im Wortlaut wiedergibt.

Deutsche Medien hatten zwar vom Auftauchen des Zeugen berichtet, aber tunlichst vermieden, die Knackpunkte seiner Aussage aufzuzählen: Zu sehr erschüttern diese die Theorie vom BUK-Raketen-Abschuss durch die ostukrainischen Rebellen. Vielmehr bestätigt die Aussage jene Indizien, die auf eine „von oben“ eingefädelte False Flag-Operation hindeuten. „Sie folgten den Befehlen“, so der Zeuge. „Nur wessen Befehlen, war unklar.“ Er zeichnet ein tristes Bild von der routinemäßigen Zerstörung der Ostukraine.

Ein Video des Interviews kann man hier sehen: Um den Zeugen zu schützen, wurde er verpixelt und seine Stimme manipuliert.

Ein Kampfjet kam ohne Raketen zurück

- Wo waren Sie am 17. Juli 2014, dem Tag, an dem die malaysische Boeing abgeschossen wurde?

- Ich war auf dem Territorium der Ukraine, in der Stadt Dnepropetrowsk, im Dorf Aviatorskoye. Das ist ein regulärer Flughafen. Es waren dort zu diesem Zeitpunkt Kampfflugzeuge und Hubschrauber stationiert. Flugzeuge flogen regelmäßig Bombenangriffe, Su-25 Kampfflugzeuge bombardierten Donezk und Lugansk. Das ging lange Zeit so.

- Die Flugzeuge flogen jeden Tag?

- Täglich.

- Warum nahmen Sie an, dass diese Flugzeuge etwas mit dem Abschuss der Boeing zu tun haben könnten?

- Aus ein paar Gründen. Von den acht Flugzeugen, die dort stationiert waren, hatten nur zwei "Luft-zu-Luft-Raketen“. Sie waren daran aufgehängt.

- Warum? Gab es irgendwelche Luftkämpfe?

- Nein, die Flugzeuge waren mit Raketen ausgestattet, um sich damit notfalls selbst in der Luft decken zu können. Meistens hatten sie Luft-Boden-Munition. NURS, Bomben.

-Erzählen Sie uns vom 17. Juli.

- Die Flugzeuge flogen planmäßig. Den ganzen Tag seit dem Morgen. Am Nachmittag, etwa eine Stunde vor dem Abschuss der Boeing, gingen drei Kampfjets in die Luft. Ich erinnere mich nicht an den genauen Zeitpunkt. Eins der Flugzeuge war mit solchen Raketen ausgerüstet. Es war eine Su-25.

- Haben Sie die persönlich gesehen?

- Ja.

- Wo war Ihr Aussichtsspunkt?

- Vor Ort. Wo, darf ich nicht genau sagen.

- Hatten Sie die Möglichkeit zu erkennen, was genau in die Außenlaststationen des Flugzeugs gehängt war? Hätten Sie "Luft-zu-Luft" und "Luft-Boden"-Raketen verwechseln können?

- Nein, die konnte ich nicht verwechseln. Sie variieren in Größe, Außenhülle und Bemalung. Mit einem Lenkkopf. Sehr leicht zu erkennen. Wie auch immer, nach kurzer Zeit kam nur ein Flugzeug zurück, zwei wurden abgeschossen. Irgendwo im Osten der Ukraine, wurde mir gesagt. Das Flugzeug, das zurückkam, war das mit den angehängten Raketen.

- Es kam ohne die Raketen zurück?

- Ohne die Raketen. Das Pilot war sehr verstört.

- Kannten Sie diesen Piloten, haben Sie ihn gesehen?

- Ja.

- Können Sie uns seinen Namen sagen?

- Familienname Voloshin.

- War er allein im Flugzeug?

- Ja. Das Flugzeug ist für eine Person ausgelegt.

- Kennen Sie seinen Vornamen?

- Vladislav, denke ich. Kann mich nicht mehr genau erinnern. Hauptmann.

- Hauptmann Voloshin kam zurück. Was geschah dann?

- Er kam mit leerer Munition.

- Keine Raketen mehr übrig?

- Ja.

"Nicht das richtige FLUGZEUG"

- Können Sie uns das erklären, Alexander, das Flugzeug kam von seinem Kampfeinsatz ohne Munition zurück, Sie wussten zwar noch nichts vom Verlust der Boeing, aber irgendwie waren Sie doch vom Fehlen der "Luft-zu-Luft"-Raketen überrascht. Warum?

- Diese "Luft-zu-Luft"-Raketen gehören nicht zur Grundbewaffnung.
Sie werden nur auf speziellen Befehl verwendet. Typischerweise wurde den Kampfjets nicht erlaubt, mit solchen Raketen in die Luft zu gehen. Da diese Raketen nicht häufig in der Luft transportiert werden sollten.
Insgesamt können zwei solche Raketen an einem Flugzeug angebracht werden. Nie zuvor waren sie verwendet worden. Sie waren zuvor sogar abgeschrieben worden. Aber buchstäblich am Vorabend, eine Woche vor diesem Zwischenfall [dem Absturz der Boeing] wurde der Einsatz dieser Raketen im Eilverfahren wieder eingeführt. Und sie gingen wieder in Betrieb. Sie waren seit vielen Jahren nicht verwendet worden.

- Warum?

- Ihre Haltbarkeit war abgelaufen. Sie waren noch in der Sowjetzeit gebaut. Aber wegen des dringenden Befehls war ihr Verfallsdatum verlängert worden.

- Und an diesem Tag war das Flugzeug damit bestückt worden?

- Sie [die Flugzeuge] standen mit diesen Raketen immer [am Boden].

- Aber sie flogen nicht?

- Es wurde versucht, sie weniger häufig in die Luft zu schicken - jeder Flug erschöpft die Ressourcen. Doch an diesem Tag flog das Flugzeug.

- Und kam ohne [Raketen] zurück ?

- Ja. Da ich diesen Piloten ein wenig kannte ... sehr wahrscheinlich, wenn die anderen zwei Flugzeuge vor ihm abgeschossen wurden ... dass er eine Angst-Reaktion hatte und unangemessen handelte. Er könnte aus Angst oder Rache die Raketen auf eine Boeing gelenkt haben. Möglicherweise verwechselte er sie mit einem anderen Kampfflugzeug.
- Haben diese Raketen selbstzielende Köpfe?

- Ja.

- Als er sie abgefeuert hatte, begannen sie, sich ein Ziel zu suchen?

- Nein, der Piloten findet selbst das Ziel. Dann startet er die Rakete, die an ihr Ziel fliegt.

- Kann der Pilot die Raketen auch gegen Ziele am Boden einsetzten?

- Ausgeschlossen.

- Woran erinnern sie sich noch bezüglich dieses Tages? Was hat der Pilot gesagt?

- Er sagte einen Satz, als er aus dem Kampfjet ausstieg: "Es war nicht das richtige Flugzeug." Und am Abend gab es noch einen Satz von ihm, auf die Frage eines anderen Piloten hin, zu ihm, Voloshin: "Was ist los mit dem Flugzeug?". Worauf er antwortete: "Das Flugzeug war am falschen Ort zur falschen Zeit."
"Nach der Tragödie gingen die Flüge weiter“

- Hat dieser Pilot dort lange Zeit gedient? Wie alt ist er?

- Voloshin ist etwa 30 Jahre alt. Seine Basis ist in Nikolaev. Sie [die Männer seiner Einheit] wurden nach Dnepropetrovsk beordert. Davor waren sie nach Chuguev bei Charkow geschickt worden. Und die ganze Zeit bombardierten sie Donezk und Lugansk. Und laut einem Offizier der Nikolaev-Basis, tun sie das auch jetzt noch.

- Haben die Piloten viel Kampferfahrung?

- Diejenigen, die da waren, hatten Erfahrung. Die Nikolaev-Basis war auch ein Jahr lang – meiner Meinung nach 2013 – beste Basis der Ukraine.

- Wurde die Geschichte mit der Boeing unter den Piloten diskutiert?

- Alle Versuche, darüber zu sprechen, wurden sofort unterbunden. Und die Piloten sprachen meist eh nur untereinander. Sie sind so, hochnäsig ...

- Nachdem jeder von der Boeing erfahren hatte – wie ging es dann mit Pilot Hauptmann Voloshin weiter?

- Danach gingen die Flüge weiter. Und auch die Piloten wurden nicht ausgewechselt. Die gleichen Gesichter.

Wie konnte das passieren?

- Lassen Sie uns versuchen, die Ereignisse zu rekapitulieren. Wie konnte es sich dazu entwickeln? Drei Flugzeuge gingen auf einen Kampfeinsatz. Sie waren in etwa in der gleichen Gegend wie die Boeing. Zwei Flugzeuge wurden abgeschossen. Dieser Hauptmann Voloshin wurde nervös, stand unter Schock und verwechselte möglicherweise die Boeing mit einem Kampfflugzeug?
- Möglicherweise. Der Abstand war weit, möglicherweise sah er nicht genau, um welche Art von Flugzeug es sich handelte.

- Welche Entfernung brauchen die Raketen?

- Sie finden ihr Ziel in 3-5 Kilometern Entfernung.

- Und was ist der Geschwindigkeitsunterschied zwischen einem Kampfflugzeug und einer Boeing?

- Kein Unterschied: Die Raketen haben eine ziemlich hohe Geschwindigkeit. [Es sind] sehr schnelle Raketen.

- Sie holen also auf. Und die Höhe?

- [Der Kampfjet] kann leicht in seiner maximalen Höhe - auf 7000 Metern - sein Ziel fokussieren.

- Um etwas noch Höheres zu erreichen?

- Ja. Das Flugzeug kann einfach seine Nase anheben, das Ziel ohne Probleme finden und die Rakete abfeuern. Die Reichweite solch einer Rakete ist mehr als 10 Kilometer.

- In welchem Abstand zum Ziel explodiert die Rakete? Trifft sie den Rumpf und explodiert dann?

- Je nach der Modifikation. Buchstäblich könnte sie den Körper treffen oder in einem Abstand von 500 Metern [explodieren].

- Wir arbeiteten an der Absturzstelle und bemerkten, dass die Splitter den Rumpf des Flugzeugs sehr genau trafen. Es schien, als explodierte [der Gefechtskopf] buchstäblich zwei Meter von der Boeing entfernt.

- Es gibt eine solche Rakete. Das Prinzip der Fragmente – sie zerbrechen, und die Fragmente schlagen ein. Und dann trifft der Hauptsprengkopf der Rakete.

- Die Ukraine sagte, dass an diesem Tag keine Kampfflüge stattgefunden hätten. Wir überprüften eine Menge verschiedener Quellen zu den abgestürzten Flugzeugen. Die Ukraine leugnete stets, dass ihre Militärflugzeuge an diesem Tag im Einsatz waren.

- Ich weiß darüber bescheid. Die Ukraine verkündete auch, dass zwei ihrer Kampfjets am 16. – und nicht am 17. – abgeschossen wurden. Und dieses Datum wurde oft hin und her geändert. Tatsächlich fanden die Flüge aber täglich statt. Ich habe es selbst gesehen. Auch während der Waffenruhe gab es Flüge, wenngleich weniger häufig.

Verbotene Bomben

Welche Munition hatten die Flugzeug an Ihrem Flugplatz? Waren Phosphorbomben und Brandsätze dabei? Die ukrainische Artillerie hat diese sehr aktiv am Boden eingesetzt.

- Phosphorbomben habe ich nicht gesehen. Aber Streubomben wurden verwendet.

- Sind diese verboten?

- Ja. Diese Bombe war für Afghanistan gedacht. Sie war verboten und wurde erst in letzter Zeit verwendet. Sie wurde durch eine bestimmte Konvention verboten, [durch welche] weiß ich nicht mehr, kann ich nicht sagen. Diese Bombe ist unmenschlich, verbrennt alles. Verbrennt absolut alles.

- [Diese Bomben] wurden angebracht und während der Auseinandersetzungen eingesetzt?

- Ja. Und es gab auch verbotene Schüttbomben. Flugzeug-Schüttbomben - je nach Größe kann damit ein sehr umfangreiches Ziel bekämpft werden. Eine Bombe umfasst ein Stadion. Komplett, eine ganze Gegend - zwei Hektar.

- Warum hat man diese Waffen benutzt?

- Sie folgten den Befehlen. Nur wessen Befehl, ist unklar.

- Was ist der Zweck solcher Waffen - Abschreckung?

- Maximale Vernichtung menschlicher Kräfte.

Man kann für jedes unbedachte Wort verprügelt werden

- Warum haben Sie sich entschlossen, nach Russland zu gehen und das zu erzählen? Warum hat dies niemand zuvor erfahren? Sie sind nicht der einzige Zeuge!

- Jeder ist vom SBU [Geheimdienst der Ukraine] und der Nationalgarde eingeschüchtert. Man kann für jedes unbedachte Wort verprügelt, für jeden noch so unbedeutenden Verdacht der Sympathie für Russland oder die Milizen inhaftiert werden. Ich war von Anfang an gegen diese "Anti-Terror-Operation". Habe die Politik des ukrainischen Staates abgelehnt. Der Bürgerkrieg ist falsch. Das eigene Volk zu töten ist nicht normal. Und einen zu einem gewissen Teil auf der ukrainischen Seite dabei mitmachen, das will ich nicht, von vorne herein nicht.

Quelle:
Das Interview führten Vladimir Sungorkin, Dmitry Steshin und Nikolay Varsegov.

Die Komsomolskaja Prawda ist Russlands auflagenstärkste Zeitung und ein modernes Boulevardblatt – sie erscheint in 62 Regionen Russlands und erreicht auch russischsprachige Minderheiten in umliegenden, ex-sowjetischen Ländern.

(Übersetzung einer Übersetzung vom Russischen ins Englische von Kristina Rus für Fortruss: http://fortruss.blogspot.de/2014/12/meet-pilot-who-shot-down-malysian.html)
(Deutsch von rf)

Der ukrainische Pilot Wladislaw Woloschin steht unter Verdacht, die Boeing abgeschossen zu haben.
Foto: Screenshot kp.ru
Mit freundlicher Genehmigung von http://www.epochtimes.de

Dagegen Spiegel-online vom 19.10.2014
Ostukraine: BND macht Separatisten für MH17-Absturz verantwortlich
Wer steckt hinter dem Abschuss von MH17 mit 298 Toten in der Ostukraine? Der Bundesnachrichtendienst legt sich laut SPIEGEL fest: Verantwortlich sind prorussische Rebellen. Diese feuerten demnach mit einer Luftabwehrrakete auf den Jet.

Focus-online
06.12.2014
Waren es doch nicht Separatisten?
Ermittler: Ein Kampfjet könnte MH17 abgeschossen haben.