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Mittwoch, 25. Oktober 2017

Kroatien in Not - ausgerechnet Putin soll vor „Finanz-Tsunami“ bewahren

Thema: Finanzprobleme

Zittern wegen Agrokor
Putin soll Rentner mitten in der EU vor „Finanz-Tsunami“ bewahren

Mitten in Europa kämpft ein kleines Nato-Land gegen einen „Finanz-Tsunami“ – und muss Hilfe in Moskau suchen.

Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic reiste nach Sotschi und wurde von Wladimir Putin empfangen. Es war kein "normaler" Besuch, denn es ging um das „Drei-Meere-Konzept“, ein umstrittenes Projekt, das von Russland als Bedrohung empfunden wird.

>Was ist passiert?

Aber nicht nur das, es ging auch um das Schicksal des mit fünf Milliarden Euro verschuldeten kroatischen Konzerns Agrokor, dem größten Lebensmittelhändler der Balkanregion. Agrokor stet alleine bei der russische Sberbank mit einer Milliarde Euro in der Kreide und ebenso ist die staatliche russische VTB Bank ein Gläubiger. Insgesamt ist der Konzern laut der Zeitung Kommersant, mit 6,5 Milliarden Dollar verschuldet – sechsmal mehr als der Wert der Assets des Unternehmens. Bereits im April 2017 musste der kroatische Oligarch Ivica Todoric der Verstaatlichung zustimmen, ansonsten wäre die Agrokor kollabiert.

Wie ist die Lage?

Wie das kroatische Portal 24sata berichtet, haben zahlreiche große Pensionsfonds in Agrokor investiert und zitiert einen Experten, demnach bei einem Zusammenbruch Agrokors eine halbe Million Rentner vom Totalverlust bedroht sind – das wäre ein „Finanz-Tsunami“. So hoffen Viele, dass der Konzern nicht pleitegeht, sondern zerschlagen wird.
Mit den Kroaten zittern auch noch österreichische und italienische Banken und der deutsche Versicherer AXA: Bei Agrokor hängen auch Kredite der österreichischen Erste Group und der Raiffeisenbank sowie der italienischen UniCredit und Intesa Sanpaolo. Anleiheninhaber sind laut FT T Rowe Price und Axa.

Wie ist die Aussicht?

Nach dem Nato-Beitritt des Balkanstaates 2009 war das Verhältnis zu Moskau abgekühlt. Zudem ist Russland eng mit dem Nachbarn Serbien verbündet, dem es jüngst sechs Kampfjets vom Typ MiG-29 geliefert hat. Nach dem Zerfall Jugoslawiens herrschte von 1991 bis 1995 Krieg zwischen den bisherigen Teilrepubliken Serbien und Kroatien.

Kommersant schreibt, dass die kroatische Präsidentin von Putin eine Lösung erreichen wolle: Die Sberbank als Hauptgläubiger kann faktisch über das Schicksal entscheiden. Die größte Sorge, die die Medien in Kroatien umtreibt: Wenn der Konzern scheitert, dann könnte Russland mit einem Schlag als Asset alle Einzelhandelsketten auf dem Balkan übernehmen. Die Sberbank hat diese Spekulationen zwar zurückgewiesen. Doch ehe die Bank ihre Kredite abschreiben muss, wird sie sich vermutlich um eine wirtschaftliche Lösung bemühen.

Um Russland günstig zu stimmen, sagte Grabar-Kitarovic, dass die EU-Sanktionen gegen Russland kroatischen Bürgern und Unternehmen geschadet hätten. Grabar-Kitarovic lud Putin zu einem Besuch nach Kroatien ein und stellte den Russen umfangreiche wirtschaftliche Kooperationen in Aussicht.
In diesem Zusammenhang dürfte Zagreb auch seine Energiepolitik überdenken: Im Jahr 2016 hatte Kroatien angekündigt, Kroatien werde die Ukraine künftig mit LNG-Gas beliefern. „Wir haben uns einer Reihe von wichtigen Fragen gewidmet, um die Zusammenarbeit mit Kroatin zu vertiefen. Wir werden insbesondere im Energiesektor zusammenarbeiten. Es gibt ein interessantes Projekt zur Gaslieferung vom LNG-Terminal in Kroatien. Dies wird unsere Energieunabhängigkeit stärken“, zitierte Ukrinform den ukrainischen Premier Wolodomyr Groisman. Zuvor hatte der kroatische Premier Andrej Plenkovic Kiew besucht.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Mittwoch, 12. Juni 2013

EU-Kommission: Beitritt Islands ist uninteressant

Brüssel schreckt vor Referendum zurück
Verhandlungen gestoppt


Präsident Ólafur Ragnar Grímsson sagte dem isländischen Parlament die EU habe kein Interesse an einem Beitritt.

Foto: (Screenshot:DWN)
Der isländische Präsident Ólafur Ragnar Grímsson teilte mit, dass die Verhandlungsführer der EU das Interesse an einem Beitritt seines Landes verloren haben. Hauptgrund ist eine mögliche Ablehnung im Falle einer Volksabstimmung.

Die Europäische Union ist nicht „sehr interessiert“ an einem Abschluss der Beitritts-Verhandlungen mit Island in den kommenden paar Jahren, sagte Präsident Ólafur Ragnar Grímsson dem Parlament am Donnerstag. Brüssel wolle sich nicht dem Risiko einer Ablehnung durch das isländische Volk mittels Referendum aussetzen, berichtet der EUObserver. Auch sei unwahrscheinlich, dass die EU eine permanente Fischereipolitik ausarbeitet, die Island akzeptieren könnte.

Islands neu gewählte konservative Koalitionsregierung einigte sich erst vor wenigen Wochen auf ein Regierungsabkommen. Darin wurde vereinbart, alle Gespräche mit der EU über einen möglichen Beitritt erst nach einem Referendum über eine Fortsetzung des Prozesses weiterzuführen.
Im Lichte des heute endgültig fixierten EU-Beitritts von Kroatien wirkt das Desinteresse Brüssels an einer Aufnahme Islands bezeichnend. Die zahlreichen Bedenken wegen der schleppenden Korruptionsbekämpfung und Mängeln im Justizwesen wurden im Falle Kroatiens den wirtschaftlichen Interessen an einem neuen Zielmarkt untergeordnet. Bei Island reicht nun offenbar schon die Aussicht auf eine direktdemokratische Abstimmung und die Möglichkeit herausfordernder Verhandlungen über die Fischereirechte, um von den ursprünglichen Plänen abzuweichen.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN

Kommentare
 
Munnie sagt:
Man kann den Isländern nur raten, diesem Misthaufen EU fern zu bleiben. Kein Wunder, dass Brüssel kein Interesse daran hat, Island aufzunehmen. Nichts fürchten sie so sehr, wie die in Island praktizierte direkte Demokratie. Da hätte Brüssel keine Schnitte und sie würden sich ein Kuckucksei ins Nest legen, welches immer wieder Brüssels Beschlüsse boykottieren würde. Keine schönen Aussichten für eine Diktatur.
 
Buerger67 sagt:
Bravo, liebe Isländer!
Ihr seid ein Vorbild für alle Bürger in allen EU-Ländern und für die ganze Welt!
Diese direkte Demokratie könnte es auf Grund des Art. 146 GG auch hier geben, aber “Vereine für eine direkte Demokratie” haben dazu offensichtlich nicht den Mut oder verfolgen offensichtlich nur das Ziel, die Bevölkerung mit ein bißchen mehr angeblichen Freiheiten ruhig zu stellen.
Nun ja, vielleicht wachen die Mitglieder dieser Vereine auch irgendwann auf und erkennen, das wir kein Staat sind und keine Verfassung haben, wie Herr Dr. Carlo Schmid (SPD) bereits am 08.09.1949 öffentlich sagte und von Herrn Schäuble öffentlich bestätigt wurde (wer lesen kann, kann es auch in Art. 133 und 146 GG selbst nachlesen).
 
J.J.Rousseau sagt:
Die EU-Junta zeigt ihr wahres Gesicht. Die Vereinigung der Bankster, Konzerne und ihrer gekauften Politiker können nur nichtdemokratische Strukturen gebrauchen. Wenn das Volk frei wählen kann, sind das Feinde des System von Ausbeutung, Korruption und Sklaverei. Das ist die EU.