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Donnerstag, 28. April 2016

Nullzins-Politik der EZB und ihre Folgen

Thema: Nullzins-Politik

Die Europäische Zentralbank (EZB) pumpt Milliarden in den Markt, brummt Banken immer höhere Strafzinsen auf, wenn sie Institute Geld bei ihr parken. Und senkt den Leitzins auf historische Null Prozent.

Die EZB hat ein klares Feindbild: Inflationsraten unter zwei Prozent. Sie – so die Überzeugung – verleiten Konsumenten und Investoren zum Abwarten. Keiner kauft, keiner investiert, weil es ja noch billiger werden könnte.

Das, so die Logik der Zentralbänker, kann jedoch mit niedrigen oder negativen Zinssätzen bekämpft werden. Motto: Lebe jetzt, spare später.

Bisher hat der gewünschte Übertragungsmechanismus von Geldpolitik in die Realwirtschaft aber irgendwie Ladehemmung, auf die Geldspritzen reagieren vor allem Börsen und Immobilienpreise.

“Die Zinsen werden lange niedrig bleiben”, sagt EZB-Chef Mario Draghi.

Das bedeutet: Wer Geld geliehen hat, etwa für den Kauf einer Immobilie, muss keine Angst haben, dass seine Raten plötzlich steigen. Andererseits: “Es steigt das Risiko, dass es in Deutschland am Immobilienmarkt zu Überhitzungen kommt,” warnt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, Frankfurt.

Für Sparer sieht die Rechnung anders aus: Sie müssen sich wohl oder übel an Niedrigzinsen gewöhnen.

Weblink: Nullzins-Politik der EZB: Wer gewinnt, wer verliert - Euronews

Von Blogger am 3/09/2016 10:00:00 vorm. unter Torpedo - kritischer Gesellschafts- und Politik-Blog eingestellt

Dienstag, 2. September 2014

Es ist sehr erschreckend zu sehen, wie hoch die Welt verschuldet ist

Thema: Weltfinanzlage
$ 280 Billionen Schulden, $ 1,5 Billiarden Derivate und ein Gold-Squeeze

Eric King im Interview mit Egon von Greyerz.

“Angesichts von $ 280 Billionen Dollar Schulden auf der Welt und $ 1,5 Billiarden Dollar an Derivaten wird dies zu einem Zusammenbruch führen, der die Welt mindestens 50 Jahre, wenn nicht mehr, zurückwerfen wird.”


Der Dollar brennt
Greyerz: “Eric, ich schaue mir den deflationären Druck an, den wir in vielen Bereichen in Europa und Japan sehen. Fortlaufende Deflation wird zu einer Implosion von Anlagepreisen und Bankschulden führen. Bei so einem Szenario werden keine Schulden zurückgezahlt und das Finanzsystem wird scheitern."

Angesichts von $ 280 Billionen Dollar Schulden auf der Welt und $ 1,5 Billiarden Dollar an Derivaten wird dies zu einem Zusammenbruch führen, der die Welt mindestens 50 Jahre, wenn nicht mehr, zurückwerfen wird. Regierungen und Zentralbanken sind die deflationären Risiken vollkommen bewußt, deswegen haben sie gedruckt und Billionen von Dollar erschaffen und die Zinsraten auf null gesenkt.

Aber bis jetzt hatten diese ganze Gelderschaffung und die Stimuli keinen Effekt. Das europäische Bankensystem ist unter enormem Druck und wird nicht ohne massiven Liquiditätszufluss überleben. Trotz der optimistischen Botschaft, die die EU und die europäischen Regierungen zu verbreiten versuchen, versinkt Südeuropa langsam im Mittelmeer – und das betrifft auch Frankreich.

Diese Gegend und andere Länder wie Japan sind hoffnungslose Fälle, die keine Chance haben die Schuldenkrise zu überleben. Selbst Deutschland fängt nun an langsamer zu werden und deutsche Zinsraten sind jetzt negativ. Und wenn wir uns die USA anschauen, da gibt es derzeit einen Optimismus, der völlig fehl am Platz ist, dass all die Probleme gelöst worden sind.

Nun, es ist keine Überraschung Eric, dass wenn man Billionen von Dollar in den Markt gibt und die Zinsraten auf null setzt, dass man damit etwas kurzfristigen Optimismus erreicht. Die größten Nutznießer davon sind natürlich die Aktienmarkt-Investoren und die Banker und einige größere Konzerne, aber die Armen werden immer ärmer und stärker verschuldet und die Sozialhilfe-Zahlungen werden immer größer. Darüber hinaus wissen wir, dass die offiziellen US-Statistiken irreführend sind und oft vollkommen inkorrekt. Die Arbeitslosigkeit liegt, gemessen auf einer gleichbleibenden Basis, bei 22 Prozent und das um die Inflation bereinigte BIP fällt, genau wie die Einkommen.

Die FED hat aber drei wesentliche Ziele: Maximale Beschäftigung, stabile Preise und moderate langfristige Zinsen. Daneben sind sie für die Geldpolitik verantwortlich und dafür die Stabilität im Finanzsystem zu bewahren, und natürlich auch die Banken zu beaufsichtigen.

Also, mit den 22 Prozent Arbeitslosigkeit haben sie an der Front vollkommen versagt und bezüglich der Stabilität im Finanzsystem hat die FED genau das Gegenteil getan. Indem sie Geld gedruckt und die Zinsraten ständig manipuliert haben, haben sie das instabilste und gefährlichste Finanzsystem der Geschichte erschaffen.

Mit einem starken, von Liquidität befeuerten Aktienmarkt sehen die Dinge rosig aus, aber darunter ist alles am verrotten. Man schaue sich nur die kurzfristigen Zinsen für Schatzanleihen an. Im Jahr 2000 lagen die bei 6 Prozent. Dann fiel der Aktienmarkt und die Zinsen wurden 2003 in einer Serie ungeplanter, panischer Bewegungen auf unter 1 Prozent gesenkt.

Der Aktienmarkt erholte sich und die Zinsen wurden bis 2006 wieder auf bis zu 5 Prozent erhöht. Und dann kam die große Finanzkrise 2007. Die FED geriet wieder in Panik und die Zinsen wurden bis 2008 auf null gedrückt, wo sie seitdem auch stehen.

Es geht mir um folgendes, Eric; die FED hat überhaupt keinen Plan und erfüllt in keiner Weise die ihr gestellten Aufgaben. Alles was sie tun, ist auf Ereignisse zu reagieren – Ereignisse, von denen einige von uns wussten, dass sie unausweichlich sind, aber die FED nie hat kommen sehen.“ …

Greyerz: “Die Menge des Papiergolds da draußen ist unglaublich groß und wenn die Menschen einmal anfangen, dem System nicht mehr zu vertrauen und zu verstehen, dass westliche Zentralbanken kein Gold, oder nur sehr wenig Gold übrig haben, und die Bullion(Goldbarren-)banken ebenfalls, dann wird die 100 zu 1 Ratio von Papiergold zu physischem Gold dazu führen, dass massiv Shorts gedeckt werden.“

Egon von Greyerz, ist der Gründer und Manager von Matterhorn Asset Management in Zürich, Schweiz. Quelle: n8waechter.info vom 30.08.2014
Mit freundlicher Genehmingung von pravda-tv.com

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Samstag, 21. September 2013

BIZ: Die mächtigste Bank der Welt kündigt den Crash an

Thema: Geldsystem

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bezeichnet die aktuelle Lage auf den Finanzmärkten als noch schlechter als vor der Lehman-Insolvenz. Die Warnung der BIZ könnte der Grund sein, warum die US-Notenbank entschied, weiter unbegrenzt Geld zu drucken: Die Zentralbanken haben die Kontrolle über die Schulden-Flut verloren und geben auf. 



Der Spanier Jaime Caruana ist der Chef der geheimnisumwitterten Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die BIZ fürchtet, dass die Zentralbanken nicht mehr in der Lage sind, den Crash in der globalen Schuldenkrise abzuwenden. Ben Bernanke hat am Mittwoch den Beweis geliefert. (Foto: dpa)
Die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, weiter unbegrenzt Geld zu drucken (hier) könnte auf „Befehl von oben“ gefallen sein.
Offenbar dämmert den Zentralbanken, dass es eng wird.
Sehr eng.

Die mächtigste Bank der Welt, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat in ihrem vor wenigen Tagen veröffentlichten Quartals-Bericht das mögliche Ende der Geldschwemme direkt angesprochen – und gleichzeitig die Lage auf den Schulden-Märkten als äußerst kritisch beschrieben.

Die „außergewöhnlichen Maßnahmen der Zentralbanken“ – aka das hemmungslose Drucken – hätten auf den Märkten die Illusion geweckt, dass die massiv in den Markt gepumpte Liquidität die fundamentalen Probleme lösen könnte (mehr zu den gewaltig angestiegenen Schulden – hier).

Diese klaren Worte dürften dazu geführt haben, dass Ben Bernanke und der Offenmarkt-Ausschuss der Fed kalte Füße bekommen haben. Statt wie erwartet, das Ende der Geldschwemme nun auch formell anzukündigen, hat sich die Fed entschlossen, einfach weiterzumachen wie bisher.

Wenn man den BIZ-Experten glauben darf, wird damit kein einziges Problem gelöst.

Alle Probleme werden nur noch größer.

Weil die BIZ offenbar jedoch selbst nicht weiß, wie sie den Geist wieder in die Flasche bekommt, lohnt es sich, jenen zuzuhören, die Teil des Systems waren – nun aber keine offiziellen Funktionen mehr haben und daher klare Worte finden können.

Der frühere Chef-Ökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), William White, hat sich parallel zur BIZ ebenfalls zu Wort gemeldet.

Seine Aussagen sind nicht mehr und nicht weniger als ein Ankündigung des großen Crashs.

White warnt in ungewöhnlich deutlicher Form vor einer enormen, weltweiten Kreditblase.

Der Anteil der „leveraged loans“ oder die extreme Form des Kreditrisikos lagen Mitte 2013 bei einem Allzeithoch von 45 Prozent. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2007. Ein Jahr später, im September 2008 gingen Lehman Brothers pleite.

Demnach ist die aktuelle Lage wesentlich gefährlicher als vor der Lehman-Insolvenz.

„Alle vorherigen Ungleichgewichte sind immer noch da. Insgesamt liegt die öffentliche und private Verschuldung bei 30 Prozentpunkten, gemessen am Anteil des Bruttosozialprodukts der Industrieländer. Und wir haben ein ganz neues Problem mit Blasen in den Schwellenländern, die in einem Boom-Bust-Zyklus enden werden“, schreibt William White im britischen Telegraph.

Ursache sei die weltweite Jagd auf risikoreiche Finanzprodukte. Das kollektive Verhalten erinnere an das Phänomen der „Überschwänglichkeit“, die in die globale Finanzkrise führte.

Entscheidend sei, so warnt White, dass niemand wisse, wie hoch die globalen Fremdkapitalkosten steigen, ob die US-Notenbank ihre Geldpolitik verschärft, oder „wie ungeordnet der Prozess möglicherweise ist und die Herausforderungen vorbereitet werden soll.“

Dies bedeutet: Es ist eine Illusion zu glauben, dass der Markt unter Stress liquide bleiben würde. Die BIZ ist schon seit längerem über die außer Kontrolle geratene Entwicklung besorgt, erst vor wenigen Monaten hatte BIZ-Chef Jaime Caruana vor einer schweren Krise gewarnt (hier).

Bemerkenswerter Weise kritisierte die BIZ, die auch gerne als Bank der Zentralbanken beschrieben wird, die offenkundig unzureichenden Aktionen der Zentralbanken. Namentlich nahm sich die BIZ den Gouverneur der Bank of England, Mark Carney und seinen Amtskollegen, EZB-Chef Mario Draghi, vor.

Der Versuch, bestimmte „Richtlinien“ („forward guidance“) zu definieren, um langfristig die Zinsen für Staatsanleihen niedrig zu halten, sei allein Rhetorik, die im Wesentlichen versagte. „Es gibt Grenzen dafür, wie weit die gute Kommunikation Märkte steuern können. Diese Grenzen sind allzu offensichtlich“, sagte Claudio Borio, zuständig für Forschung und Entwicklung bei der BIZ. Die Richtlinien der EZB bestehen in der Ankündigung, unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen (OMT). Die Fed und die Bank of England hatten ihre Maßnahmen an die Arbeitslosenzahl gekopppelt.

Bereits im Jahresbericht 2012/2013 hielt die BIZ die Schuldentragfähigkeit der Industrieländer als desolat und pochte auf einen schnellen Schuldenabbau.

Zu welchen Konsequenzen es führt, wenn die Industriestaaten den Schuldenabbau nicht in den Griff bekommen, wird am Beispiel der USA klar: Vorausgesetzt, das Rendit-Niveau der US-Staatsanleihen wächst über die gesamte Laufzeit um drei Prozent an, so müssten Investoren dieser Staatsanleihen einen Verlust von über einer Billion US-Dollar in Kauf nehmen.

In Italien, Frankreich, Großbritannien und Japan würden in diesem Fall die Verluste etwa zwischen 15 und 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen, warnte die BIZ bereits im August dieses Jahres.

Eine weitere Folge sei, dass Zentralbanken und Banken mit großen Beständen an US-Staatsanleihen zu den am meisten Geschädigten gehörten. Sie wären damit insolvent.

Bisher war es nützlich, Vorhersagen der BIZ ernst zu nehmen. Die BIZ hatte vor sechs Jahren auf das Eintreten der globalen Finanzkrise und auf die damit verbundenen Gefahren hingewiesen.

Ende vergangenen Jahres warnte auch Kaushik Basu, Chefökonom der Weltbank: „Eine Schuldenwand kommt auf uns zu“.

Er bezog sich damit auf die von der EZB den Banken zur Verfügung gestellten rund eine Billion Euro LTRO (longer-term refinancing operations). Ziel der EZB war, damit einen „Transmissionsriemen der Geldpolitik“ herzustellen, der vor allem den kleinen und mittleren Unternehmen in Südeuropa zugutekäme und somit die Eurokrise zu stoppen.

Dabei handelt es sich um Kredite für die Banken mit einer dreijährigen Laufzeit, die jeweils Ende 2014 und Anfang 2015 zur Rückzahlung fällig werden. Ob dies gewährleistet ist, in welcher Höhe die Kredite von den Banken in Anspruch genommen wurden und wie und ob sie an die EZB zurückgezahlt werden, ist vollkommen intransparent.

Der Chefökonom der Weltbank, Kaushik Basu, sprach in diesem Zusammenhang davon, dass man in den Jahren 2014 und 2015 mit einer „weiteren großen Erschütterung“ für die Weltwirtschaft rechnen müsse.

BIZ und Weltbank sind die zentralen globalen Instanzen, die über die wirtschaftliche Entwicklung der Welt bestimmen (mehr zu diesem gespenstischen Geflecht – hier). Beide Banken haben, gemeinsam mit dem IWF, theoretisch die Aufgabe, die Zentralbanken zu beaufsichtigen.

Tatsächlich besteht das Personal in den Zentralbanken jedoch aus einer Kombination von Wirtschafts-Wissenschaftlern und Investment-Bankern, namentlich von Goldman Sachs: Draghi und Carney kommen von Goldman. Bernanke arbeitete für Harvard, Stanford und Princeton.

Wissenschaftler und Investment-Banker haben in der Regel wenig Ahnung von der realen Wirtschaft. Die einen sind der Theorie verpflichtet, die anderen den handfesten Interessen der elitären Welt der Investment-Banken. Sie haben niemals auch nur einen Tag wie normale Menschen gearbeitet, sagt der Investor Marc Faber.

Mit der ungebremsten Geldschwemme kommt der giftige Cocktail aus wissenschaftlicher Theorie und Dauer-Party für die Spekulanten nun an seinem Bodensatz angelangt.

Der Tagesanzeiger aus Zürich glaubt, dass Bernanke und seine Kollegen durch das Gelddrucken „eine weltweite Depression verhindert“ hätten.

Aber:
„Es ist ihnen aber nicht gelungen, damit eine nachhaltige Erholung der realen Wirtschaft zu bewerkstelligen. Zudem hat die unkonventionelle Geldpolitik ihren Preis. Die damit verbundene Geldflut gefährdet das Vertrauen der Menschen in die Währungen. Obwohl es keine Anzeichen dafür gibt, dass die Teuerung ansteigt, nimmt die Angst vor Inflation zu. Der politische Druck auf die Notenbanken, die Geldschleusen wieder zu schließen, ist daher sehr groß geworden.“

Das Problem: Die Zentralbanken haben vor dem Schließen der Schleusen offenbar noch mehr Angst aus vor dem vermeintlich sicheren „Weiter so!“.

Die FT kam kürzlich zu einer radikalen Schlussfolgerung: „Die Zentralbanken haben die Hoffnung aufgegeben, dass sie das Weltfinanz-System wieder in Ordnung bringen können.“ Vom jährlichen Treffen der Fed in Kansas nahm die Zeitung das Fazit mit: „Die Welt ist zu einem endlosen Zyklus von Blasen, finanziellen Krisen und Währungs-Kollapsen verdammt.“ Die Zentralbanken hätten keine Werkzeuge, um die globalen Ungleichgewichte auszubalancieren.

Hélène Rey von der London Business School hat in einem Arbeitspapier für Jackson Hole die Folgen als „hoffnungslos“ beschrieben: Die Zentralbanken könnten nicht mehr steuern, wie sich die Weltwirtschaft entwickelt. In einem von der Geldschwemme der Fed ausgelösten globalen Kredit-System seien die Kapitalflüsse nicht mehr zu kontrollieren. Selbst bei flexiblen Wechselkursen verlieren die Staaten der Welt die Möglichkeit, Herren über ihr eigenes Schicksal zu sein. Die einzige Lösungen, von der Rey nicht erwartet, dass die Welt sie akzeptieren würde, wäre die Verhängung von weltweiten Kapitalverkehrskontrollen oder die totale Kontrolle der US-Notenbank über die Weltwirtschaft.

Es wäre illegal, wenn die Fed ihre Politik auf die Entwicklungen in anderen Staaten abstellen würde.

Doch auch alle anderen Lösungen sind unwahrscheinlich: Es gibt massive Widerstände gegen die freiwillige Rückkehr zum Gold-Standard. Die Einführung von strengen Kapitalverkehrskontrollen, strenge Regulierung der Banken und ein Verzicht der Politik in aller Welt auf das Schuldenmachen, wie von Rey vorgeschlagen, werden in der Praxis nicht stattfinden. Das Scheitern der Finanztraktionssteuer (hier) und des Verbots des Short-Sellings (hier) zeigen: Die Entwicklung ist aus dem Ruder gelaufen.

Die BIZ weiß das und bereitet die Märkte auf das Schlimmste vor.

Die aktuelle Entscheidung der Fed zum weiteren Gelddrucken ist daher nichts anderes als der Befehl „Schotten dicht!“, und somit die Rückkehr zum Primat der nationalen Interessen Amerikas.

Was diese Entscheidung weltweit auslösen wird, können die Amerikaner nicht mehr beeinflussen.

Ab jetzt gelten folgende Losungen: Jeder ist sich jeder selbst der Nächste! Rette sich, wer kann! Frauen, Kinder und Banker zuerst! Mehr Öl ins Feuer!

Wir haben nun das Eingeständnis der Zentralbanken, dass sie den Schulden-Tsunami nicht mehr stoppen können.

Sie versuchen nur noch eines: Einen Zustand zu erreichen, bei dem sie noch sagen können: „Nach uns die Sintflut!“

Gerade dieses Rennen aber wird eng, verdammt eng.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare


Pinky sagt:
Es gibt eine Lösung des Problems!!!
Die Wiedereinführung des Glass-Steagall Trennbankensystems!
In den USA setzten sich schon einige Senatoren entschlossen dafür ein, die Schweiz versucht es in den nächsten Wochen einzuführen.
Damit würde die Casinowirschaft beendet sein und wir könnten endlich die Welt neu und menschengerecht aufbauen.
Der Durchbruch am Finanzplatz Schweiz mit dem Trennbankensystem ist extrem wichtig; auch die Niederlage von Larry Summers als neuem Chef der Federal Reserve zeigt, daß der Wind sich dreht. Summers war immerhin derjenige, der 1999 als Finanzminister für die Abschaffung des Glass-Steagall-Gesetzes 1999 verantwortlich zeichnete. Und selbst der Lehman-Insolvenzverwalter spricht sich für die strikte Bankentrennung nach Glass-Steagall aus!


Spitzer Stachel sagt: Nur gut, dass Herr Schäuble solche hochkarätigen Experten wie den Herrn Horn an seiner Seite hat. Gemeinsam sind diese Figuren alle “auf einem guten Weg”: http://www.extremnews.com/berichte/weltgeschehen/fe85148ed07da3d


Montag, 19. August 2013

Kein Vertrauen in Obama: China und Japan stoßen US-Anleihen ab

Thema: Staatsanleihen

Investoren aus Asien ziehen so viel Geld aus dem Markt für US-Staatsanleihen ab wie nie zuvor. Niemand außer der Fed selbst investiert noch in US-Staatsanleihen. Die Anleger befürchten den großen Crash.


Zehnjährige US- Staatsanleihen (rot) haben einen wesentlich höheren Ertrag als Aktien aus dem S&P- Index (grün). (Grafik: Zero Hedge/TIC)
China und Japan zogen im Juni die Rekordsumme von 40,8 Milliarden Dollar aus langfristigen US-Bonds ab, belegen die Daten des US-Finanzministeriums. Aus dem Rest der Welt wurden noch 26,1 Milliarden Dollar abgezogen. Der Trend setzt sich fort. Ein Massenverkauf könnte den Wert der Anleihe in den Keller treiben (mehr hier).

Ben Bernanke hat mit seiner Ankündigung im Mai für Wirbel auf dem Bond-Markt der USA ausgelöst. In den Monaten, nachdem der Chef verkündet hatte, die Geldschwemme bis zum Ende des Jahres eindämmen und bis 2014 stoppen zu wollen, haben sich ausländische Investoren von US-Staatsanleihen getrennt.


Nur noch die Fed investiert in die heimischen Staatsanleihen. Halter von US-Schatzanleihen, Laufzeit fünf bis 30 Jahre. (Grafik: Zero Hedge/BofAML)
China hält immer noch 1,27 Billionen Dollar in US-Staatsanleihen. Japans Bestand hat noch einen Wert von 1,08 Billionen Dollar. Sie sind die größten Gläubiger der USA. Beide könnten mit den zusätzlichen Milliarden die eigene Wirtschaft unterstützen. Im Falle Japans wird das Geld vermutlich dazu beitragen, den Yen zu schwächen und den Exportsektor durch einen vorteilhaften Wechselkurs zu stärken (mehr hier).

Der Juni war bereits der fünfte Monat in Folge, in dem Investoren ihr Geld aus dem US-Anleihenmarkt abziehen. Die Nachfrage nach US-Wertpapieren sinkt dramatisch. Nur die Fed selbst investiert noch in die heimischen Schuldscheine. Sie hält bereits 30 Prozent der heimischen Schulden. Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, dass Bernanke die Geldschwemme beenden will. Seit 2011 stagniert das Niveau der Halter von US-Staatsanleihen außerhalb der Zentralbank (siehe Grafik oben).

Dass die ausländischen Investoren gerade dann aus US-Staatsanleihen flüchten, wenn die Zinsen bald wieder steigen könnten, ist kein gutes Zeichen. Vor allem weil der Ertrag der Zehnjahres-Anleihen auch jetzt noch weit über der Dividende aus Aktien im Standard & Poor’s Index S&P 500 liegt (siehe unten). Vor diesem Hintergrund hatte Bernanke seine Ankündigung relativiert. Es werde so lange wie möglich weitergehen, mit der Flut aus billigem Geld (hier). Das Aktiengeschäft ist dadurch aber nicht attraktiver geworden (siehe Grafik unten).

Die Schulden der USA sind nicht tragfähig. Die versteckte Schuldenlast ist bis zu sechs Mal höher, als offizielle Angaben glauben machen wollen. Die Großinvestoren reagieren immer zuerst. Aber auch Private ziehen sich immer mehr aus US-Anleihen zurück.

Hält der Kapitalabfluss an, könnten einige Fonds zu Notverkäufen gezwungen sein. Die Folge wäre ein Massenverkauf und die Beschleunigung des Preisverfalles (hier). Die Anleger merken, dass Staatsanleihen seit der Manipulation durch die Fed kein sicheres Investment mehr sind. Zum Schluss haftet der Steuerzahler, wenn die Schuldenlast der USA zu groß wird (mehr hier).

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare


Öko-Gnom sagt:
Wir sind drauf und dran eine neue Eskalationsstufe in diesem Spiel, mit historisch gesichertem Ausgang, live zu erleben. Wie die Sache ausgehen wird, ist absolut gewiß.
Die einzige Frage ist noch, wann genau und wie die Gesamtauswirkungen sein werden.

Die Marktregeln lassen sich langfristig nicht außer Kraft setzen.

Von nichts kommt nichts. Geld, das nicht durch Leistung und Produktion gedeckt ist, kann langfristig nur ins Verderben führen, insbesondere, wenn es in einem historisch nie gekannten Ausmaß gedruckt wird. Der erhoffte Stimulus auf die Realwirtschaft ist fast gänzlich ausgeblieben. Erst wurden die Zinsen im Minutentakt gesenkt, und als das auch nichts half, dann monatlich Geld in Rekordhöhe gedruckt.
Was für eine wahnsinnige Theorie!

Aber der dahinterstehende Masterplan heißt, “Europa“ in einem neoliberalen Zwangsstaat mit “marktgerechter“ Pseudo-Demokratie zu vereinigen. Auf dem Weg dahin, kann man durch eine sichtlich ausgelöste Krise noch ein bisschen für Umverteilung sorgen.

Ich freue mich nicht darüber Recht zu haben, sondern fürchte mich davor, was der Ausgang dieses Spiels für die Gesellschaften und Menschen bedeutet.

Merkel & Co. wollen nur den Leuten so kurz vor den Wahlen keinen reinen Wein einschenken. Das ist aber sehr kurzfristig gedacht, da hierdurch viele Menschen der Möglichkeit beraubt werden, die jetzt dringend notwendige Eigenvorsorge voranzutreiben.

Das soll keine Panikmache sein – das Leben geht nach dem Crash weiter – sondern eine Mahnung an die, die sie hören möchten, in angemessener Weise für sich und ihre Familien vorzusorgen.

Bedenken Sie bitte, dass das was sie in den Zeitungen lesen, nicht unbedingt die reine, komplette und vor allen Dingen ungeschminkte Wahrheit ist. Insider ziehen momentan gehäuft die Reißleine, schichten um, und stoßen riskante Positionen ab.

Informieren Sie sich selbst bei einem neutralen und professionellen Berater, studieren sie die Fachmedien und das Internet.

Hinweis:
Selbstverständlich ist dieser Beitrag keine Beratung oder Empfehlung, sondern lediglich die bescheidene Meinung des Verfassers. Jeder ist für die von ihm getroffenen Entscheidungen selbst verantwortlich.

Ramos sagt:
Zitat: “Ich freue mich nicht darüber Recht zu haben, sondern fürchte mich davor, was der Ausgang dieses Spiels für die Gesellschaften und Menschen bedeutet.”

Genauso geht es mir bei der ganzen Geschichte, es ist unglaublich wie blind die Menschen zum Ende der Klippe rennen. Die wachen erst auf, wenn sie im Wasser kurz vor dem Ertrinken sind.

Klartextrednerin sagt:
Das Endspiel des Dollars geht in die entscheidene Phase. Es dürfen schon Wetten abgeschlossen werden, ob der Rubel oder der chin. Remimbi die neue Weltleitwährung wird.
Ramos sagt:
Sunzis Kunst des Krieges – Die US Amerikaner sollten sich dieses Buch mal genauer anschauen und auf die momentane Lage übertragen. Die USA haben sehr clever den Dollar genutzt um sich auf Kosten der restlichen Welt zu bereichern. Alles, wirklich alles wurde getan und diese Position zu verteidigen. Menschenleben waren egal, selbst ganze Völker hatte man durch inszenierte Kriege in Hass und Blut ertrinken lassen.
Die Chinesen haben sich die Droge der US Amerikaner in hohen Dosen selbst gespritzt. Die US amerikanische Elite versucht sich mit “Beschaffungskriminalität” über Wasser zu halten und wie echte Drogensüchte gestehen sie sich nicht ein, dass sie krank sind. Doch die Chinesen haben sich im Laufe der Zeit ein Gegenmittel zusammengebraut. Wenn die Währungen der westlichen Welt zusammenbrechen werden, spritzen sich die Chinesen das Gegenmittel, eine mit Gold gedeckte Währung! Zurück zu Sunzi, man schlägt also den Gegner mit den Mitteln des Feindes und wenn die Gelegenheit sich bietet, gibt man ihm den Gnadenstoß! (Der Rückkauf der Staatsanleihen)