Thema:Die Flughafen-Versager – was kosten uns planlose Politiker?
Vom Prestigeprojekt zur Skandalbaustelle: Am Berliner Großflughafen treten täglich neue Mängel auf, die Kosten haben sich verdoppelt, einen Eröffnungstermin will niemand mehr nennen. Die Verantwortung für das Debakel schieben sich Manager, Planer, Baufirmen und Politiker gegenseitig zu. Für Berlins Regierenden Bürgermeister und
Brandenburgs Ministerpräsident geht es mittlerweile auch um das politische
Überleben.
Das politische Überleben hat sich überholt. Die Vertauensabstimmung hat er überstanden.
BER - und kein Ende
Natürlich sind es Versager, natürlich ist es eine Skandalbaustelle, aber leider nicht die Einzige.
Was sollen denn die bereits mehrfach aufgezählten Großobjekte letztendlich
sein? Sollen sie irgendwie auch dem normalen Volk zugute kommen oder bauen sich
da Leute, die wichtigtuerisch von sich behaupten sie seinen Politiker,
Denkmäler auf Steuerzahlers Kosten
in einer Zeit, wo das Geld anderswo nötiger gebraucht würde als für moderne
Pyramiden aus dem Fenster geworfen zu werden?
Natürlich müsste dann das bereits erhaltene „Bakshisch“ zurückbezahlt werden.
Das ist überall das größte Problem – auch bei S21 – es war nicht mehr da! Die,
die sich bereits vor Baubeginn die Taschen gefüllt haben, wollen bestimmt
nichts zurückgeben. Deshalb müssen solche Projekte „auf Teufel komm raus“
durchgezogen werden. Na ja, Mappus wurde erwischt.
Diejenigen, die sich heutzutage Politiker nennen, sich zu einer sebsternannten
Elite zählen, sind maximal Schauspieler in der Rolle eines ferngesteuerten
Politikers. Wer kann schon innerhalb kürzester Zeit vom Gesundheits- zum
Wirtschaftsminister mutieren, oder vom Wirtschafts- zum Verteidigungsminister?
Ein Schauspieler kann das, ein Fachmann nicht!
Wie ernst die Lage um BER ist?
http://www.handelsblatt.com/politik/...l/7609990.html
BER – Berlins Epochaler Reinfall
Es ist immer das Gleiche:
scheint ein Projekt groß genug, erscheint einzig und allein sich zu
profilieren, irgendein Politikerdarsteller der sein Gesicht in jede Kamera hält
die sich ihm bietet und dazu seine hohlen Sprüche ablässt, wie wichtig genau
dieses Projekt für die Region ist, oft noch ergänzt um den Hinweis auf Arbeitsplätze. Alles so überflüssig wie sein ganzer Auftritt.
Dass bereits in der Genehmigungsphase reichlich Euros als Schmiermittel an
besondere Bremsstellen geflossen sind und schon deshalb das Projekt
durchgezogen werden muss, wird er natürlich nicht erwähnen. Das für
Großprojekte viele Stellen nur existieren um geschmiert zu werden, natürlich
auch nicht.
Es sind auch diese "Stellen", die solche Projekte so wahnsinnig
verteuern. Der Blick auf große „Provisionen“ vernebelt schon mal die Sicht auf
"Kleinigkeiten" wie ausreichenden Brandschutz. Dabei müsste gerade
der Zusammenhang Flughafen und Brandschutz seit der verherenden
Brandkatastrophe von Düsseldorf 1996 Thema Nr. 1 sein.
Bei jedem noch so kleinen Hotel, bei jedem öffentlichen Gebäude wurden die
Auflagen seitdem gewaltig verschärft, ausgerechnet bei BER soll das im Vorfeld
nicht der Fall gewesen sein?
Irgendwie interessant oder?
Ergänzung 13.01.2013
Die schwierige Suche nach dem Schwarzen Peter
Ein Zitat aus dem Tagesspiegel vom 10.05.2012:
„Bosch verantwortet unter anderem die Planung und Montage der Brandmeldeanlage,
eines elektroakustischen Notfallwarnsystems sowie der Fluchttürsteuerung. Auch
Bosch weist zurück, an der Verzögerung schuld zu sein. Ein Sprecher gab sich
aber gelassener: Man habe die Äußerungen gar nicht als Schuldzuweisung
verstanden. Der Siemens-Konzern, der einen Teil der Gebäudesteuerungsautomatik
installiert hat, fühlt sich ebenfalls nicht angesprochen – und mochte keinen
neuen Kommentar zum Thema geben.“
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaf...r/6612374.html
und dort weiter:
„Aber die juristische Aufarbeitung beginnt bereits: „Im Moment geht es um
Ursachenforschung und daran anknüpfend um die Beweissicherung“, sagte
Alexandros Chatzinerantzis von der internationalen Kanzlei Linklaters. „Sobald
der Flughafen in Betrieb genommen ist und die Parteien neue Kräfte gesammelt
haben, beginnt der Rechtsstreit“, prognostiziert der Jurist, der bereits
Erfahrung mit verzögerten Großprojekten gesammelt hat – etwa beim Mautsystem
Toll Collect.“
… und wer erinnert sich noch an Toll Collect, wer einen Großteil der Einnahmen
kassiert, warum die Maut-Verträge geheim sind?
http://www.heise.de/ct/artikel/LKW-M...im-869372.html
zwischenzeitlich
schrieb „Ernst“ unter #113:
#103 @wolf
Haben Sie schon mal mit erlebt, wie solche Aufträge vergeben
werden?
Haben Sie schon mal erlebt, wie die Anbieter von Gewerken unter Druck gesetzt
werden, bestimmte Leistungen anzubieten, die nur mit großem Risiko zu erbringen
sind?
Da lässt sich der eine oder andere Anbieter schon mal auf etwas ein, nur um den
Auftrag zu erhalten und nicht leer auszugehen.
Also so einfach, wie Sie das hier schildern sind die Dinge nicht.
Aber das alles wäre ja nicht so schlimm, wenn nicht unbeteiligte Bürger nachher
haften müsste.
Solche Projekte sollte von privaten Investoren und Unternehmen finanziert und
betrieben werden. Es zeigt sich auch hier wieder mal: Privat vor Staat ist die
bessere Lösung!
worauf ich ungefragt
antwortete unter #132
Werter Ernst
Ihr Beitrag #113:
Warum bieten Anbieter Leistungen an, die nur mit großem Risiko zu erbringen
sind?
Bergen nicht vielmehr die ungenau definierten Positionen des
Leistungsverzeichnisses, über die am Ende die „Provisionen“ für die
Genehmigungsstellen und Handaufhalter abgerechnet werden sollen, das „große
Risiko“?
Vielleicht könnten Sie uns am Beispiel von Toll Collect erklären, weshalb ein
privat gebaut und betriebener Flughafen besser wäre.
Toll Collect hat sich ja auch immer wieder verzögert. Hier können Sie uns auch
erklären, wie das mit der Schadenersatzzahlung in Höhe von etwa 5 Milliarden
Euro wegen der entgangenen Mauteinnahmen gelaufen ist.
Wie würde das beim Flughafen laufen? wobei hier noch viel mehr private
Unternehmen betroffen wären.
Woran ein großer Teil der Misere liegt?
unter #137 beschreibt es Einer treffend
:
Deutsche Ingenieurskunst gibt es nur noch in China, der Ex-UDSSR, Indien und Brasilien.
Deutsche Ingenieure in Deutschland sind fast ausschließlich entweder Leiharbeiter, Aufstocker oder 400-Euro-Jobber. Sie werden tagein, tagaus demotiviert und frustriert. Von ihnen ist nicht zu erwarten, dass sie sie einen Sinn darin sehen, sich anzustrengen und weiterzubilden. Wozu auch?
Großprojekte wie der BER müssen zwangsläufig scheitern. Das liegt in der Natur der Ausbeutung.
Ergänzung 14.01.2013. Nach der Sendung der Kommentar von
"Nichtbürger #323"
Man hat drüber gesprochen...
... und im Abspann wurde gelacht!
Auftrag ausgeführt - weiterwurschteln.
Erkenntnisgewinn - Null.
Einzig dieses Forum führt eine vernünftige Diskussion.
@ Reini - flügel tv ist immer noch aktuell, wie du aus meinen Beiträgen herauslesen kannst. Wäre aber 2013 nur Thema Nr.1 wenn es Rot/Grün/Links schaden würde.
Da sitzt aber Miss-Erfolg* mit im Kreis der Verantwortlichen.
( Leipzig = Schwarz/Rotes Projekt = Schweigen)
Nach 14mal "Aschenbrödel" über Weihnachten im ÖR, darf auch nicht gleich eine knallharte und aufklärende Politshow kommen.
Es verwirrt den unwissenden Mitmenschen. Sanft aufwecken, oder doch lieber weiter schlummern lassen ?
*Anmerkung: (ein Kosename für unsere Rettungskanzlerin)
Die Diskussion geht noch weiter --> HIER