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Samstag, 19. November 2016

Obamas Abschied bei Merkel - herzzerreissend, wie von Hollywood gestaltet

Thema: Wirtswechsel

Sorgenvolles Goodbye
Ein Abschied wie von Hollywood gestaltet
Westfalenpost 18.11.2016

Bei seinem Abschiedsbesuch in Berlin lobt US-Präsident Obama Kanzlerin Merkel in den höchsten Tönen, aber Trumps Wahlerfolg überschattet die Gespräche

Berlin. Sein schönstes Abschiedsgeschenk für die Kanzlerin hält Barack Obama eine Weile zurück.

Gerade hat der US-Präsident gut zwei Stunden mit Angela Merkel gesprochen. Jetzt macht er ihr "vor laufenden“ Kameras erst mal eine politische Liebeserklärung: „Sie ist eine wunderbare Freundin und Verbündete“, säuselt Obama, er hätte sich in den acht Jahren der Zusammenarbeit keine standfestere und "zuverlässigere Partnerin" wünschen können. Und dann, auf eine Nachfrage, wird Obama überraschend sogar zum Wahlhelfer der Kanzlerin. Es sei zwar Merkels Sache, ob sie noch einmal zur Bundestagswahl antrete, aber wenn er Deutscher wäre, „wäre ich ihr Anhänger“ und: „Ich würde für sie stimmen.“

Da lässt auch die Kanzlerin ihre Zurückhaltung fahren. Erst hat Merkel dem Präsidenten sehr nüchtern für die freundschaftliche Zusammenarbeit gedankt, jetzt sagt sie: „Der Abschied fällt mir schwer, na klar.“ Doch schnell hat sich Merkel wieder unter Kontrolle und erklärt, Demokratie lebe vom Wechsel, jetzt müsse man „nach vorn gucken.“ Obama lächelt bei so viel Pragmatismus.

Es ist eine ungewöhnliche Abschiedsszene hier im Kanzleramt. Der amerikanische Präsident ist extra noch einmal nach Berlin gekommen, um sich von seiner „wichtigsten Beziehung“ zu verabschieden. Es schwingt Wehmut mit, aber plötzlich bestimmt auch Sorge die Gespräche: Obama muss Merkel und Europa beruhigen, dass es Vielleicht doch nicht so schlimm wird mit seinem Nachfolger Donald Trump. Das versucht Obama zwar, aber er macht aus seinen Bedenken auch keinen Hehl: Er warnt seinen Nachfolger etwa vor einer Aufgabe Wichtiger Prinzipien im Verhältnis zu Russland. Trump dürfe „nicht einfach Deals mit Russland“ machen, sondern müsse auch Interessensunterschiede deutlich machen.

Eigentlich hatte Obama der Kanzlerin schon im April Goodbye gesagt, damals flog er auf Merkels Bitte extra zur Eröffnung der Hannover-Messe ein und lobt ihre Flüchtlingspolitik in höchsten Tonen. Geht noch mehr? Und ob. Jetzt ist Obama knapp zwei Tage in der Hauptstadt, gleich viermal trifft er sich mit Merkel, rund zehn Stunden verbringen die beiden zusammen. Im Luxushotel Adlon isst der Präsident am Mittwoch mit Merkel zu Abend, in privater Atmosphäre wird neben Gourmetküche auch Currywurst serviert. Am Donnerstag, nach einem Interviewtermin, fährt der Präsident nachmittags am Kanzleramt vor: Lächelnd gibt er Merkel zur Begrüßung Wangenküsschen, den Fotografen winkt er lässig zu.

Dann arbeiten die beiden im Gespräch eine lange Problemliste ab: Trump, Putin, Ukraine, Terror, TTIP. Nicht bei allen Themen sind sie einer Meinung, völlig konfliktfrei war ihr Verhältnis ja nie. Aber bei allen Differenzen haben sich Merkel und Obama in acht turbulenten Jahren doch als absolut verlässlich schätzen gelernt.

Am Abend gibt Merkel ein Abschieds-Dinner für den Präsidenten im kleinen Kreis im Kanzleramt, am Freitagmorgen steht vor Obamas Abreise noch ein gemeinsames Treffen mit den Staatschefs von Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien an. Der Präsident ermahnt die Europäer, sich um den Erhalt der EU zu bemühen. „Die EU ist eine der größten Errungenschaften der Welt“, sagt er. Diese Errungenschaften müssten kultiviert und abgesichert werden.

Aber der Wahlsieg Trumps überschattet alles. Der Präsident ist jetzt als Trump-Erklärer gefragt, weil niemand in Berlin Kontakt ins Lager des Wahlsiegers hat, und er kommt als Beschwichtiger: Obama versichert, das Bekenntnis zur transatlantischen Allianz gelte genauso weiter wie die Verpflichtung, jeden Verbündeten zu verteidigen. Trump habe ihm gegenüber großes Interesse gezeigt, die entscheidenden strategischen Beziehungen aufrecht zu erhalten. Es ist aus Obamas Sicht die wichtigste Botschaft seiner Europa-Tour. Doch sagt Obama auch, der Wahlerfolg seines Nachfolgers sei der größte politische Umbruch in der jüngeren Geschichte. Die Kanzlerin ihrerseits ist bemüht, den künftigen Präsidenten nicht zu brüskieren: „Natürlich“ werde sie alles daran setzen, mit Trump „gut zusammenzuarbeiten“. Die engen Beziehungen Deutschlands und Europas zu den USA seien „ein Grundpfeiler unserer Außenpolitik.“

Aber natürlich sind beide besorgt: Das Freihandelsabkommen TTIP etwa, das Merkel und Obama noch unter Dach und Fach bringen wollten, hat unter Trumps Ägide keine Chance mehr. In einem von der "Wirtschaftswoche“ veröffentlichten Aufsatz warnen Präsident und Kanzlerin, die USA und Deutschland dürften sich nicht von der Globalisierung abwenden. Die Achse zwischen Europa und den USA sei die wichtigste weltweit, beide Regierungen seien verpflichtet, „die Zusammenarbeit zu vertiefen“, schreiben sie. Trump schweißt Obama und Merkel noch enger zusammen.

Aber beide wissen auch, dass jetzt auf Deutschland mehr Anforderungen zukommen. Schon Obama hatte auf höhere Verteidigungsausgaben der Bündnispartner gedrängt, Trump wird es noch Viel mehr tun. Merkel sagt das überraschend klar zu: Deutschland und Europa müssten sich in der Nato mehr engagieren, das Ungleichgewicht könne nicht von Dauer sein. „Deutschland hat diese Botschaft verstanden“, erklärt Merkel. So ist der Abschied von Obama auch ein bisschen der Abschied vom großen Bruder Amerika.

Privat allerdings will Obama wiederkommen nach Deutschland, zum Oktoberfest etwa. „Wieder hier zu sein“, sagt er, „ist wunderbar.“

Quelle: gedruckte Westfalenpost vom 18.11.2016

» der Kommentar des Blogschreibers «

Was wurde uns schon wieder für eine Schmierenkommödie vorgespielt?
Wundern wir uns über das "innige Verhältnis" Obama - Merkel? Wohl kaum, schließlich kennt er sie wohl besser als sie sich selber. Sie hat ja nicht sein Handy abhören lassen sondern er ihres.

Erinnern wir uns an den Anfang:
Merkel wohnte noch im Enddarm von George dabbelju und der Präsidentschaftskandidat Obama besuchte Berlin. Eine Rede vor dem Brandenburger Tor zu halten wurde ihm von der Bundeskanzlerin verweigert. Maximal die Siegessäule durfte es sein, wo er dann seine Rede hielt.
Als Präsident Obama besuchte er die Länder der Welt. Deutschland mit seiner Bundeskanzlerin Merkel liess er ein Jahr warten. Erst dann erlöste er die sehnsüchtig Wartende, die aber auch sofort bei ihm Einzug hielt und ihn, bis auf ein kurzes Gastspiel in 2016 im Hinterteil des türkischen Präsidenten Erdogan, bis zum Ende seiner Amtszeit, trotz aller Abhör- und sonstigen Affären, nicht mehr verliess, ja sich sogar von diesem "Drohnenkiller" fernsteuern liess.

Ob Obama als Abschiedsgeschenk auch Vaseline für sie und ihre Regierungsdarsteller zum Einzug in den nächsten Präsidentenpopo übergeben hat, wurde nicht bestätigt.
Sie liess auf jeden Fall schon Umzugsbereitschaft an Donald Trump signalisieren und ihr Eingleiten wird genauso geschmeidig und geräuschlos erfolgen, wie damals von George dabbelju zu Obama.
Dass sie das Paradebeispiel eines "Präsidentenzäpfchens" ist, hat sie u.A. im Juni 2016 beim sauteuren, vom Steuerzahler finanzierten, G7-Gipfel auf Schloss Elmau bewiesen.

Mittwoch, 15. April 2015

Türkei und Iran planen Abschied vom US-Dollar

Thema: US-Dollar
RT-Deutsch
Neue strategische Partnerschaft?
Türkei und Iran planen Abschied vom US-Dollar

Bei seinem Arbeitsbesuch in Teheran hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Dienstag erklärt, dass die Türkei und der Iran künftig „eine Vermittlerrolle“ im syrischen und irakischen Bürgerkrieg spielen sollten. Darüber hinaus planen beide Länder, ihren milliardenschweren Handel künftig in den nationalen Währungen abzuwickeln. Insbesondere soll dabei die Abhängigkeit vom US-Dollar reduziert werden.

Foto Quelle: Ruptly
Während einer Pressekonferenz mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani räumte der türkische Präsident ein, „Geschichte und Kultur im Irak werden niedergemetzelt“. Überdies seien im Irak seit Ausbruch der Konflikte mehr als 100.000 Menschen getötet worden, in Syrien seien es mittlerweile gar 300.000. An die Partner aus der Islamischen Republik gerichtet sagte Erdoğan:
    „Wir müssen das Blutvergießen stoppen.“

Hassan Ruhani forderte zudem ein Ende der saudischen Intervention im Jemen, während die Türkei diese mit der Begründung, Iran habe mit seiner Unterstützung der schiitischen Huthis im Land einen weiteren Stellvertreterkonflikt in der Region erst provoziert, befürwortet. Der iranische Präsident machte jedoch deutlich, dass die Entwicklung im Land auch nicht im Interesse der Türkei liegen könne:
    „Wir beide [Iran und die Türkei] glauben, dass es auch im Jemen so früh wie nur möglich ein Ende des Blutvergießens geben muss.“
Nach der Bedeutung der türkisch-iranischen Beziehungen gefragt, antwortete Ruhani:
    „Wir sind uns einig, dass es keinerlei Toleranz für Instabilität und Misstrauen in unseren Beziehungen gibt.“

Am Dienstag unterzeichneten beide Nachbarländer acht Wirtschaftsabkommen und unterstrichen so ihr großes Interesse an einem regen bilateralen Austausch. Lag das zwischenstaatliche Handelsvolumen im letzten Jahr noch bei 14 Milliarden US-Dollar, erklärten die Vertreter beider Staaten, dieses 2015 auf 30 Milliarden US-Dollar anheben zu wollen.

Nachdem sowohl die Türkei wie der Iran beschlossen haben, mehr politische Verantwortung unabhängig von westlichen Interessen in Nahost zu übernehmen, planen die Türkei und Iran zudem ihren zwischenstaatlichen Handel entweder mit der türkischen Lira oder dem iranischen Rial abzuwickeln. Damit möchte man sich nach eigenem Bekunden von der US-amerikanischen Dollar-Währung verabschieden und damit geldpolitische Abhängigkeiten abstreifen sowie letztlich die heimischen Währungen stärken.

Diesbezüglich betonte der türkische Präsident Erdoğan:
    „Wir wollen nicht unter dem Druck des Dollars oder Euros sowie deren Einflüsse auf Wechselkurse stehen. Wir haben vereinbart, dass wir unsere nationalen Währungen verwenden werden. Das wird unseren Ländern zusätzliche Stärke verleihen.“
Quelle: RT-Deutsch


Kommentare

Marquis de Pombal
das wird die “Westler”-Fraktion erzürnen … Ich hoffe inständig, dass es geschiet, aber Vorsicht ist geboten … Es kursieren Gerüchte Saddam und Gaddafi haben es versucht, das Ergebnis kennen wir … die zwei letzten Präsidenten Amerikas, welche versuchten das Geld zu verstaatlichen und aus den privaten Händen der FED zu reißen, haben das zeitliche gesegnet und zwar nicht aufgrund von Alterserscheinungen … Die Spuren führten eindeutig zum Vatikan über die Jesuiten-Malteserritter-Connection, die sich in Politik, Bankwesen und vor allem CIA und FBI prächtig etabliert hat …
Und bei alledem muss ich auch hier anmerken – vor allem Erdogan hat sich bisher nicht als besonders nachsichtig im “väterlichen” Sinne geriert …

martin rumbolz
Wieso kursieren Gerüchte? Das sind historische Fakten.

Jo-hannes-Open-Content-Jo-hannes
Sollte künftig die Türkei und der Iran ihren Handel in den nationalen Währungen abwickeln, Griechenland und Russland auf den Gedanken kommen, ihren Warenhandel vielleicht mit der Internet – Währung „bitcoin“ abzurechnen, so werden die „Monopoly – Geldhersteller“ in Bedrängnis kommen.
Spätestens dann gehören die Türkei und Griechenland zu “Terrorstaaten“, die mit einen Umsturz rechnen müssen.
Wenn das nicht gelingt, werden wohl bewährte „demokratische“ Maßnahmen eingeleitet , um die „unterdrückten“ Völker mit Bomben zu „befreien“.
Die „Verteidigungsarmee“ NATO wird die „enfants terribles“ zur Räson bringen, damit sie sich wieder von der US- und EU- Administration geduldig gängeln und von den Mainstream – Medien beschimpfen lassen können.

Wolf
“Überdies seien im Irak seit Ausbruch der Konflikte mehr als 100.000 Menschen getötet worden, in Syrien seien es mittlerweile gar 300.000.” Wann werden die USA endlich für ihre Verbrechen bezahlen?

Aristoteles
“Darüber hinaus planen beide Länder, ihren milliardenschweren Handel künftig in den nationalen Währungen abzuwickeln. Insbesondere soll dabei die Abhängigkeit vom US-Dollar reduziert werden.”
Oh oh, der Lybische Staatschef Muammar al-Gaddafi wollte, um vom Dollar unabhängig zu werden, auch vom Dollar weg zu einer eigenen Währung (eine Art Golddinar) für die Abrechnung mit Öl. Er auch schon Partnerländer gefunden, was bei den Demokratiebringern (Amerika) blankes Entsetzen hervor rief.
Was dann in Lybien geschah, weis ja jeder!