Montag, 3. April 2017

Sparkassen kassieren eigene Kunden am Automaten ab

Thema: Abzocke

Gebühr fürs Abheben!
Sparkassen kassieren eigene Kunden am Automaten ab

Es galt immer als eiserne Regel: Kunden der Bank heben ihr Geld am Automaten kostenlos ab. Die Zeiten scheinen vorbei - dutzende Sparkassen erheben bereits bis zu einem Euro Gebühr.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, würden insgesamt 43 von 400 Sparkassen bereits abkassieren. Während 20 schon bei der ersten Abhebung Geld verlangen, werden bei den anderen 23 Kassen erst Gebühren fällig, wenn man sich schon zwei bis fünf mal im Monat am Geldautomat bedient hat. Dies fand das Internetfinanzportal biallo.de heraus.

Gebühren oder höherer Monatspauschalpreis

Die betroffenen Kunden dieser Sparkassen könnten zwar den Gebühren entgehen, indem sie auf ein anderes Kontomodell wechselten, sagte Portalbetreiber Horst Biallo der F.A.Z. Dafür würde dann aber ein höherer Monatspauschalpreis fällig.

Sparkasse streitet ab

Kurios ist, dass die Sparkasse die Informationen der F.A.Z. und die Erhebungen von biallo.de abstreitet. "Das Abheben an einem der rund 25.000 Sparkassen-Geldautomaten ist für Kunden der Sparkassen natürlich nach wie vor kostenlos", schreibt die Bank über den Nachrichtendienst Twitter. "Je nach Kontomodell können bei einzelnen Spk. Entgelte bei Überschreitung einer best. Anzahl an Buchungsvorgängen entstehen." Zumindest für die Mehrheit der Sparkassen sind diese Aussagen korrekt.

Alternative Einnahmequellen

Experten vermuten, dass dieses Modell Schule macht und dass flächendeckend Gebühren erhoben werden. Grund dafür ist auch die Niedrigzinsphase. So müssen sich Banken alternative Einnahmequellen erschließen.

Auch Überweisungen werden Geld kosten

Außerdem haben Sparkassen und auch andere Banken in den letzten Jahren die Gebühren für Giro-Konten immer wieder erhöht. Der nächste Schritt ist offenbar, auch Geld für das Abheben am Schalter zu verlangen, berichtet die F.A.Z.

Gebühren für Überweisungen?

Auch Überweisungen könnten künftig kosten. "Bei den Filialbanken wird es eine monatliche Gebühr geben. Buchungen wie beispielsweise Überweisungen, Bargeldversorgung oder Daueraufträge werden etwas kosten", sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung bild.de.

Alternative Zahlungs- und Währungsmodelle

Auch wenn die Sparkassen lange beteuerten, dass das Geldabheben kostenlos ist und bleibe, müssen sich wohl allmählich alle Kunden auf zukünftige Kosten einstellen und Bankbesuche dementsprechend planen. Dies bedeutet wahrscheinlich auch, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr und alternative Währungsmodelle wie Bitcoin einen weiteren Schub bekommen.

Quelle: T-Online.de

Kommentare

angehoeriger
Mir hat vor 25 Jahren mal jemand gesagt, Banken und Versicherungen sind die größten Verbrecher. Der schlaue Mensch hat Recht gehabt.

bm2312
Was ist aus dem Einsparpotential geworden?? Filialen und Personal wurden abgebaut.. Man soll über die Automaten Kosten einsparen, was ist aus dem Eingesparten Geld der Sparkasse geworden??? Sind wohl in den Manager Gehältern aufgegangen...! Alternativ muss das Lohnbüro (Lohntüte) wieder eingeführt werden, sonst ist der Kunde den Monopolisten der Bank ausgeliefert... Monopole in der Demokratie ist verboten.. Also Politik tut was!

Matzi
Wo bleibt das Verursacherprinzip? Oder kennt jemand Bankkunden, die an der Null-Zins-Politik oder Bankencrashs schuld sind und somit in die Pflicht genommen werden müssen?

Abraham
Braucht eigentlich überhaupt irgendein Lohn- bzw. Gehaltsempfänger eine Bank? Selbst die Renten wurden früher durch die Post in bar ausgezahlt. Rundfunkgebühren wurden vom Postboten bar kassiert. Wasser und Müllgebühren hat man bei der Stadtkasse bar bezahlt und ansonsten gab es zwei oder drei Überweisungen. Die hat die Bank kostenlos durchgeführt, weil sie Kunden werben wollte. Kurz: goldene Zeiten. Wenn dieser Zustand wenigstens teilweise wieder hergestellt wird, kommen selbst Banken zur Besinnung, eröffnen wieder ihre geschlosssenen Filialen und beschäftigen richtige Menschen und keine Automaten.

Kommentare :

  1. Und im ganzen Streit um Rechtschreibung und Wanda gehen die eigentlichen Themen völlig unter. Sollte man nicht langsam mal darüber nachdenken, wie es denn sein kann, dass Kreditinstitute sich das Recht heraus nehmen, Gebühren dafür zu verlangen, wenn Menschen auf ihr Eigentum zugreifen wollen?

    Peter Fischer

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  2. Sehr geehrter Herr Fischer.

    Über die Problematik der Gebührenerhöhungen und deren Auswirkungen auf die Konsumenten, habe ich mir intensive Gedanken gemacht. Es ist auf der einen Seite nicht richtig, dass solche Gebühren erhoben werden, weil unser Staat uns zu Geld und deren Kreislauf quasi gezwungen hat. Der Staat bestimmt Geld als Zahlungsmittel und beaufsichtigt die Banken und gibt Vorgaben, was sie dürfen und was nicht. Dazu kommt noch, dass im Verhältnis zu anderen Berufen, die Bankangestellten finanziell einen sehr guten Stand haben. Am meisten die Vorstände von Banken. Bei uns in der Region wurde vor kurzem die Jahresgehälter von Vorständen der Sparkassen ausgewiesen. Da jede Bank zwei oder auch drei hat, treffen die Beträge für alle diese zu. Die Entlohnung fing bei über 300.000 €/Jahr an und ging bis über 500.000 €/Jahr. Zuzüglich werden noch Boni gezahlt. Ich finde solche Entlohnung nicht angemessen. Aber in den Aufsichtsräten der Sparkassen sitzen auch die Bürgermeister von Städten innerhalb des Sparkassengebietes. Das sagt schon mal alles!

    Aber es gibt für mich auch ein anderes bedenken. Wir haben nun mal das Geld als Tauschmittel. Da auch die hin und her Schieberei über die Banken geregelt ist, bleibt es nicht aus, dass die Banken für ihre Tätigkeit Kosten erheben müssen. Das Personal und die Einrichtung müssen bezahlt werden. Würde dies nicht gegeben sein, hätten wir keine Banken mehr. In der heutigen Zeit, mit elektronischer kurzfristiger Zahlungsmöglichkeit quasi von überall her, kann man sich nicht mehr vorstellen, dass es keine Banken mehr gibt und man immer nur mit Bargeld zahlt. Was würde dies für ein Wegeaufwand werden. Hätten wir die Zeit dafür und was für Kosten würden alleine den Firmen entstehen, wenn sie Bargeld zur Lohnzahlung vorhalten müssten. Gar nicht zu denken, wenn sie Ware in USA oder China bar bezahlen müssten.

    Also sind Banken notwendig oder man muss andere Möglichkeiten ersinnen. Und da sind wir jetzt bei dem Punkt angelangt, dass unser Staat das Geld in Papier- und Münzform abschaffen will, zugunsten nur noch elektronischem Geld. Das spart Personal und sonstige Kosten, spart auch viele Banken ein und vor allen Dingen, ist dann jeder Mensch auch in finanziellen Dingen absolut durchsichtig. Da hilft jetzt die Kostensteigerung mit, diesen Weg zu ebnen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Walter Neumann

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